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Die Hölle ist des Menschen Zeitbegriff

Und wieder gibt es einen Kommentar von Mr. Chattison, der das Potential für einen neuen Diskussionsstrang hat. Er antwortete auf die Frage :

Woher stammt der Trieb des Menschen, in seiner (archaischen) Vergangenheit zu forschen?

"Keine Zeit!" Das weiße Kaninchen aus "Alice im Wunderland" (Foto: Fox)

„Keine Zeit!“ Das weiße Kaninchen aus „Alice im Wunderland“ (Foto: Fox)

Der Trieb stammt aus dem irreführenden Bedürfnis der Eigenverortung durch Begründung, also das Jetzt aus dem War ableiten zu können und daraus eine Gesetzmäßigkeit erkennen zu könne, die dem Einzelnen dann die Angst vor dem Wird nehmen soll – was natürlich nicht gelingen kann, da das Jetzt sich nicht aus dem War und somit das Wird ncht aus dem Jetzt ableiten lässt, weil “Zeit” gar nicht existiert, bzw. unser Zeitkonzept daneben liegt^^ .

Es verhält sich wie mit der Zahl PI:
Der Kreis, besser: die Kreiszahl beinhaltet buchstäblich ALLES “gleichzeitig”. Die “ältesten” weil “ersten” Zahlenfolgen von Pi scheinen die nachfolgenden hervor zu bringen, dabei waren alle Zahlen schon immer da und nur der Mensch muss mühsam so nach und nach die Zahlenreihenfolge sich erschließen, wobei “Folge” auch verkehrt ist, weil es suggeriert, dass eines aus dem anderen hervorginge und somit eine Ursache-Wirkungs-Kette existierte bzw. eine “Reihenfolge”, die ein Zeitkonzept illusioniert.

PI ist PI – keine “Folge”, keine “Kette” und trotzdem kein “Zufall” auch wenn die errechnete Reihenfolge der Zahlen zufällig erscheint. Das GANZE lässt nur diese eine Zahl genau so zu, wie sie als PI gegeben ist. Das ist demnach ganz gewiss kein Zufall^^

Die “Disponiertheit” als Objekt der Verständnisbegierde ist ebenfalls eine irreführende Verbalisierung, da “Disponiertheit” eine Abhängigkeit von etwas voraussetzt, wobei PI eine absolut unabhängige Zahl ist, da das Ganze von nichts weiterem abhängig sein kann, da es ja selbst alles beinhaltet und hervorbringt^^

Wenn PI und Zeit dasselbe sind, gibt es auch kein mögliches Verständnis für Vergangenheit oder Zukunft, da alles ein unendliches Jetzt ist, eben wie PI – jetzt komplett und unendlich und ohne Zeitverzug zeitlos vorhanden.

Das über Zeitarchäologie versuchte “Inkrementelle Verständnis” ist keines, weil, wie schon im Zen bestens dokumentiert, ALLES JETZT IST. Und so wenig, wie ich in mehreren kleinen Sprüngen einen sehr breiten Graben überwinden kann, so wenig in Verständnisschritten die Kluft zwischen dem tatschlichen JETZT und dem zeitkonzeptionellen Jetzt/War/Wird.

Erlösung muss demnach auch ein Fakekonzept sein, denn wovon soll man erlöst werden, wenn es keine Schuld gibt (germ: skuld = Vergangenheit!), da es auch keine Zukunft gibt!?

Mit der Zeit verhält es sich wie mit dem Oktavieren von unhörbaren Tönen in den Bereich menschlichen Gehörs:
Die “Zeit” ist eine umgekehrte Oktavierung des Jetzt durch uns, weil wir so unglaublich träge sind und des allumfassenden Jetzt einfach anders nicht gewahr werden können als durch Verlangsamung, Ausbremsen des “hyperschnellen Stillstands der Gleichzeitigkeit”.
Etwa so, wie man durch Abbremsen eines Filmes auf das Bild-für-Bild-Verfahren eine ansonsten zu schnelle Sequenz bewusst erfassen möchte, wobei der Film in Gänze ja auch bereits vollständig vorliegt.

Die Hölle ist des Menschen Zeitbegriff.
Denn erst dieser erzeugt Schuld (Vergangenheit) und Sühne (Zukunft). Nicht umsonst waren die ersten Uhren an Kirchtürmen zu finden – alles klar?^^

Euer Mr. Chattison

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  1. Juli 16, 2014 um 11:39 am

    Leben als Schenken und Empfangen – das ist die Art und und Weise der Ur-Existenz.
    Genau. Zeit ist auf dieser Ebene nicht relevant. Schenken und Empfangen ist die Dynamik, aus der heraus sich alles, was es real an Lebensformen gibt – von den Bakterien über den Menschen bis zu den Schachtelhalmen – entwickelt. Alle Lebensformen sind also die WIRKUNG, nicht die URSACHE dieser Dynamik.

    Zeit entsteht in dem Moment, wenn URSACHE und WIRKUNG vertauscht werden. Wenn die Wirkung (der Mensch) glaubt, er wäre die Ursache ( von Schenken und Empfangen). Durch diese Vertauschung (zu der man auch „Täuschung“) sagen kann, wird aus dem Schenken und Empfangen ein Nehmen und Geben. Das ist der Sündenfall. Mit oder ohne Punkt.

    Das NEHMEN ist auf jeden Fall ein Raub. Was denn sonst? Auf der zeitlosen Ebene der Ur-Existenz erscheint das, was in der vertauschten Perspektive als Zeitpunkt oder -raum erscheint (also der Punkt, wo der NEHMER nimmt, wenn der SCHENKENDE nicht offen und bereit ist) vermutlich als MASS. Ja. Konkret oder anschaulich ausgedrückt: Der Mensch nimmt von der Erde mehr Ressourcen, als der Planet geben kann.

    Das GEBEN ist aber genauso ein Problem. Auf der zeitlosen Ebene kann man das ebenfalls durch das MASS ausdrücken. Konkret oder anschaulich ausgedrückt: Der Mensch gibt der Erde mehr Abfall/Müll, als der Planet verkraften kann.

    Es ist meiner Ansicht nach wichtig, beide Problematiken – die des Nehmens UND Gebens gleichermaßen im Blickfeld zu haben. Sich nur auf den Raub zu konzentrieren, macht nur eine Hälfte der „Höllenzeit“ aus. Die Vergewaltigung durch massloses Geben konstituiert die andere Hälfte.

    Auf der Energie-Ebene in der Natur stellt sich das durch Sog (=Raub) und „Druck“ (=Gewalt) dar. Durch die vertauschten Perspektiven ist es natürlich schon so, dass wir häufig Druck ausüben, wo ein Sog erwartet wird und umgekehrt, dass wir einen Sog ausüben, wo Druck erwartet wird. Das gilt sowohl im materiellen Bereich (Bps. Schauberger) wie auch im geistigen und sozialen Bereich.

    In der Physik könnte man das Problem auch durch Anziehungskräfte (Gravitation) und Abstoßungskräfte (die Ausdehnung des Kosmos) darstellen. Wenn man der Darstellung der Physiker folgt, war die Gravitation ja vor den Planeten da. Auch die Anziehungs- und Abstoßungskräfte in der Physik scheinen ja was auszutauschen, und seien es nur „virtuelle Teilchen“. Das ist der Tanz auf der kosmischen Ebene.

    Im zwischenmenschlichen Bereich kann man vielleicht eher von Nähe und Distanz reden.
    Und da möchte ich hinzufügen: wir reden andauernd von NÄHE, die uns so viel mehr wert scheint als DISTANZ. Tatsächlich kommt es nicht darauf an, die Nähe zu vergrößern. Sondern wie oben: es kommt auf das richtige Verhältnis, auf das richtige MASS von Nähe und Distanz an. Meiner Ansicht nach vernachlässigen wir die Distanz zugunsten der Nähe.

    Die Bibel erzählt diese Sündenfall-Geschichte eben in personifizierter, anschaulicher Weise, aber dennoch fängt sie das eigentliche Problem ganz gut ein. Adam und Eva symbolisieren männlich und weiblich, aber mehr auf geistiger Ebene: als rechte und linke Gehirnhälfte. Da jeder Mann und jede Frau sowohl eine rechte wie eine linke Gehirnhälfte haben, wird das Problem meiner Ansicht nach eher verdeckt, wenn man sich zu sehr auf MANN und FRAU bzw. Patriarchat und Matriarchat konzentriert und das Problem zwischen den Geschlechtern ansiedelt. Es ist weniger ein Problem zwischen den Geschlechtern, als vielmehr ein Problem zwischen den Hirnhälften.

    Ich bin noch am Überlegen, was es bedeutet, wenn die Geschichte fortfährt: „Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weib und zwischen deinen Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten und du wirst ihn in die Ferse stechen.“
    Da ist noch was drin verborgen.

    Ein „Deal“ ist immer problematisch, auch wenn er ehrlich ist. Denn dann fängt man an, eine Gabe gegen die andere aufzurechnen. Wenn man versucht, einen Deal objektiv zu fassen, kommt man vom Hundertsten ins Tausendste und verliert sich schließlich in einer Datenüberfülle. Neulich warst Du doch mal so von Fraktalen begeistert – das kommt beim Dealen heraus.

    Ja, jetzt muss ich aber. Meine Kumpels stehen schon in den Startlöchern.
    Bis dann

    Marian

  2. federleichtes
    Juli 16, 2014 um 11:01 am

    @ Marian

    „Niemand darf gegen seinen Willen zu etwas gezwungen werden. Der Wille des Anderen muss dem, der seine Leistung verschenken will, heilig sein und darf nicht manipuliert werden. Das ist der Weg, um Hass zu beenden.“

    Bisher gehen wir davon aus, dass des Menschen Wille nicht frei ist. Denn könnte er damit sein Himmelreich schaffen, täte er es – wenn das psychologische Prinzip des Lustgewinns und der Unlustvermeidung stimmt.
    Entweder ist des Menschen Wille zu schwach, um das (für ihn) Gute durchzusetzen, oder es gibt einen ihn lenkenden Geist, den er nicht kennt und ihn – unter der Prämisse des Freien Willens – für seinen eigenen hält. Ob wir diesen Geist einfach Zeit-Geist nennen können? Wenn, wäre es der Geist der Herrschaft-Unterwerfung, der Ausbeutung-Plünderung, der Repression-Diskriminierung, ein faschistoid-destruktives Wesen, das im Wesen der Zeit sein Unwesen treibt.

    Um einen Apfel zu pflücken, der einem nicht gehört, braucht man einen Willen. Kann der so von ungefähr kommen? Ich meine, warum stehle ich nicht, wenn mir gesagt wird, das Fremde sei meins – weil mein Wille stärker ist? Oder weil ich nicht fremdsachenbedürftig bin? Daraus leite ich mal etwas zaghaft die Frage ab: Kann Bedürftigkeit die Hölle sein?

    Denke gerade an das Pferd auf der Matschweide, das in seine Gefängnisgitterstäbe beißt. Wie lange kann es seine Kameraden/Freunde nebenan auf der saftigen Weide ertragen, ohne bösartig zu werden? Oder anders gefragt: Was muss man mit einem Hund machen, damit er bösartig wird? Und gehen wir davon aus, dass die Bösartigkeit im Menschen potenziell veranlagt ist und er real sehr bösartig werden kann, fragt sich, was seine/die Veranlagung zu aktiivieren vermag. Ist die Veranlagung systemisch bedingt? Und ist diese Reaktivierungs-Systematik dem Leben immanent?

    Tatsache ist, Mensch wird in eine herrschftlich-dominierte Gesellschaft hinein geboren. In der auf der einen Seite, Überfluss und auf der anderen Seite Mangel herrscht. Erklären wir die emotionalen Folgen als Hass und Gier, sehen wir auf der Überflusseite eine künstliche Gier, und auf der Mangelseite eine natürliche Gier. Hass scheint mir eine nur-natürliche Erregung zu sein, für deren Entstehung bereits der Zustand Bedürftigkeit ausreicht. (ich meine, wir können auf dieser Ebene des Miteinanders das Feld verorten, auf dem Reflexion und Projektion wechselseitig ablaufen) Da Leben als Bedürftigkeit und Befriedigung angelegt ist, und dieses „Geschäft“ unter den Bedingungen eine bestimmten Zeitgeistes sich abwickeln muss, ist damit auch eine entsprechende Erregung verbunden. Demnach wäre Hass eine lebensnatürliche Erregung.

    Gruß in die Runde
    Wolfgang

  3. Juli 15, 2014 um 3:41 pm

    Leben ist Schenken und Empfangen, stellt somit seinem ursprünglichen Wesen nach eine Beziehung dar. Schenkende und Empfangende sind nichts anderes als Form gewordene Beziehung. Alle Schenkenden und Empfangenden zusammen stellen ein Beziehungsgeschehen (= Kohärenz) dar, das unser linear ausgerichteter Verstand zu begreifen und nachzubilden versucht. Dies tut er, indem er analysiert und synthetisiert.

    In dieser verstandesmäßigen Tätigkeit des Analysierens und Synthetisierens passiert jedoch etwas: Aus dem Empfangen wird ein Nehmen, und aus dem Schenken ein Geben. Der Unterschied besteht darin, dass Empfangen und Schenken jeweils zur richtigen Zeit geschieht, weil Empfangen und Schenken Ausdruck derselben Beziehungsdynamik ist, während Nehmen und Geben durch die Einmischung des Verstandes zum unpassenden Zeitpunkt geschieht. Der Nehmer nimmt sich etwas zu einem Zeitpunkt, wo der Geber nicht offen und bereit zum Schenken ist. Der Geber hingeben gibt etwas zu einem Zeitpunkt, wo der Nehmer nicht offen und bereit zum Empfangen ist.

    Das ist die Geschichte vom Sündenfall: Eva nimmt sich die Frucht vom Baum der Erkenntnis (=des Lebens), während der Baum nicht offen und bereit zum Schenken ist. Es wäre Sache des Baums gewesen zu schenken (oder auch nicht), denn immerhin sind es seine Früchte und nicht die von Eva.

    Hätte die gute Eva denn mal gewartet, bis ihr die Frucht von selbst in den Schoß gefallen wäre, wären wir wohl immer noch im Paradies. Dieses Vertrauen, dass die Frucht ihr von selbst in den Schoss fällt, hatte Eva jedoch durch die Einflüsterungen der Schlange verloren.

    Danach wurde das Leben mühsam. Denn Nehmen kostet entschieden mehr Anstrengung als Empfangen. Geben kostet entschieden mehr Überwindung als Schenken. Seit dem Sündenfall ist unser Leben von Anstrengung und Überwindung geprägt. In dem Bemühen, Anstrengung und Überwindung zu minimieren, wird das Leben jedoch immer noch mühsamer, solange wir im Modus von Geben und Nehmen bleiben. Das ist der Prozess, in dem wir uns befinden.

    Im Lauf unserer „Höllenzeit“ kommen wir dahin, dass wir Schenken und Empfangen ins völlige Gegenteil verkehren:

    a) Wir überlassen nichts mehr der Initiative des Schenkenden, stattdessen wird der Schenkende schon enteignet, bevor er auch nur daran denken kann, etwas zu verschenken. Die Forderungen heutzutage gehen dahin, dass, wer etwas hat, der MUSS es hergeben. Wenn aber diese Forderung besteht, ist die Freude am Schenken zerstört. Der, der etwas hat, wird es fortan behalten und behalten WOLLEN, und zwar aufgrund der Forderung, dass er es gefälligst hergeben und mit den anderen teilen soll. Was er freiwillig und gern im Modus des Schenkens und Empfangens getan hätte, wird unmöglich, wenn Schenken gefordert und zur Pflicht wird. Durch die Forderung zum Schenken entsteht die GIER.

    b) Wir überlassen nichts mehr der Bereitschaft des Empfangenden, stattdessen wird der Empfangende durch die Geldwirtschaft und die Werbung manipuliert und auf mehr oder weniger subtile Weise zum Konsum gezwungen. Das ist im Grunde nichts anderes als eine Vergewaltigung. Durch eine Vergewaltigung wird die Freude am Empfangen zerstört. Der Vergewaltigte reagiert mit NICHT-WOLLEN und Ablehnung, also mit HASS.

    Die Religionen, allen voran die christliche, haben das Schenken zur Forderung erhoben. Sie treten an den Menschen heran mit der Erwartung, dass er alles, was er hat, gefälligst hergeben und mit anderen teilen soll. Darum ist die christliche Religion die Hauptursache für die GIER, die wir in unserer gegenwärtigen Gesellschaft feststellen.

    Die verschiedenen Wirtschaftsformen, allen voran die kapitalistische, vergewaltigen die Empfänger. Konsum ist ein MUSS geworden. Darum ist die kapitalistische Wirtschaftsform die Hauptursache für HASS in unserer gegenwärtigen Gesellschaft.

    Jeder einzelne von uns ist seinem Wesen nach Schenkender und Empfangender. Und aus jedem von uns wurde ein Geber und ein Nehmer gemacht. Und in dieser Eigenschaft erziehen wir auch unsere Kinder zu Gebern und Nehmern.

    Die meiner Ansicht nach einzige Möglichkeit, die Höllenzeit zu beenden, würde darin bestehen, wieder zu den ursprünglichen Formen des Schenkens und Empfangens zurückzukehren.

    Das heißt für mich:
    a) Wenn ein Mensch eine Leistung erbringt, steht es allein in seinem Ermessen, inwieweit er seine Leistung mit anderen teilen will oder auch nicht. Kein Mensch (Kinder ausgenommen) hat das Recht, Anspruch auf eine Leistung von einem anderen Menschen zu erheben und die Leistung von anderen für sich einzufordern. Ob ein Mensch, der solches fordert, dabei als Einzelner (Konzernboss, Präsident, Arbeitgeber) auftritt oder sich hinter der Gemeinschaft versteckt bzw. im Namen einer wie immer gearteten Gemeinschaft spricht, ist letztendlich unerheblich. Auch eine Gemeinschaft hat nicht das Recht, die Leistung eines Individuums für sich zu fordern. Jedem Menschen seine Leistungen zu lassen, damit dieser Mensch damit macht, was er will, ist der Weg, um Gier zu beenden.

    b) Wenn ein Mensch eine Leistung erbringt, steht es allein im Ermessen des ANDEREN, inwieweit er/sie diese Leistung entgegennimmt. Niemand darf darauf verpflichtet werden, die Leistung eines anderen anzunehmen. Niemand darf gegen seinen Willen zu etwas gezwungen werden. Der Wille des Anderen muss dem, der seine Leistung verschenken will, heilig sein und darf nicht manipuliert werden. Das ist der Weg, um Hass zu beenden.

    Man darf gespannt sein, ob uns das gelingt, bevor wir alles zerstört haben.

    Im Moment sieht es leider eher so aus, dass wir uns einen Supraorganismus erschaffen, der alles, was sich ein Mensch erarbeitet, gewaltsam wegnimmt und ihm dafür wiederum gewaltsam Dinge aufzwingt, die dieser Mensch gar nicht haben will.

    • Juli 15, 2014 um 5:41 pm

      Ja, die Geschichte von all den Krümeln, die nicht länger einen Bezug zum Kuchen haben:

      https://faszinationmensch.com/2013/12/29/alles-ist-eins-aber-das-da-ist-meins/

      Gruß Guido

    • federleichtes
      Juli 15, 2014 um 11:21 pm

      Lieber Marian,

      könntest Du Dir diese Beschreibung

      „Leben ist Schenken und Empfangen, stellt somit seinem ursprünglichen Wesen nach eine Beziehung dar. Schenkende und Empfangende sind nichts anderes als Form gewordene Beziehung. Alle Schenkenden und Empfangenden zusammen stellen ein Beziehungsgeschehen (= Kohärenz) dar, …“

      als die Art und Weise einer Ur-Existenz vorstellen?

      So stelle ich mir jedenfalls die Ur-Existneform vor:
      Guido pulsiert zu Dir, Du zu mir und ich zu Guido.
      (Für mich ist das Liebe, wenngleich ich mich hüte, das offiziell auszusprechen.)

      Du scheinst mir in Hochform zu sein!

      „Der Nehmer nimmt sich etwas zu einem Zeitpunkt, wo der Geber nicht offen und bereit zum Schenken ist. Der Geber hingeben gibt etwas zu einem Zeitpunkt, wo der Nehmer nicht offen und bereit zum Empfangen ist.

      Das ist die Geschichte vom Sündenfall.“

      Der Punkt hinter „Sündenfall“ ist von mir – ein Vorschlag verbunden mit der Frage, ob das akzeptabel sei.
      Und ich liefere dazu einen Gedanken:
      Wenn wir uns von der Vorstellung befreien, Zeit sei (auch) auf der Ebene der Ur-Existenz relevant, entsteht die Problematik des NEHMENS durch das Maß des Nehmens. Denke ich an die Geschichte von der Öllampe (ein Rat, der sagt, man solle von seinem Licht geben, das einen krönt, und nicht vom Öl, das einen nährt), geht es beim Geben um eine verfügbare Energie, und beim „Sündigen Nehmen“ um den Raub (Macht über …) einer Energie-Quelle. Genau dieses Problem realisiert sich ja für Mutter/Vater Erde, der/dem mehr genommen wird, als er (vernünftigerweise) zu geben in der Lage ist.

      Ich bin noch nicht lange wieder im Hause und mache erst mal – Pause.

      Gruß
      Wolfgang

    • Manfred Voss
      Juli 16, 2014 um 12:18 am

      Im Lauf unserer „Höllenzeit“ kommen wir dahin, dass wir Schenken und Empfangen ins völlige Gegenteil verkehren …

      Die meiner Ansicht nach einzige Möglichkeit, die Höllenzeit zu beenden, würde darin bestehen, wieder zu den ursprünglichen Formen des Schenkens und Empfangens zurückzukehren.

      Ich meine, diesen Sachverhalt habe ich vor einiger Zeit bereits angesprochen, zumindest sinngemäß, so wie ich das Obige verstehe, allerdings mit völlig anderen Worten – vielleicht ist meine Formulierung einfach eine verallgemeinerte Form:

      „Energie“ ist die ungerichtete, ungestaltete Möglichkeit, etwas zu bewirken (kommt von altgriech. „en“ = „in“ d.h. „innewohnend“, und „ergon“ hat mehrere Bedeutungsnuancen, hauptsächlich „Werk“ – die gleiche indogermanische Wurzel). Reines Yin.

      „Information“ ist die durch „Lenken“ ausgedrückte Qualität. Reines Yang.

      Die Sache mit Yin und Yang wird in meiner Sicht häufig missverstanden. Grundsätzlich heisst es IMMER Yin-Yang, niemals Yang-Yin … d.h. ERST muss ein Yin da sein, bevor ein Yang seine Wirkung entfalten kann. Das ist ein Vorgang des „Ausgleichs“, einer dynamischen, sich ständig neu einstellenden Balance.

      Bei allen „natürlichen“ Vorgängen ist das auch der Fall – ein Yin ist zuerst da und „lockt“ das Yang … Attraktion, Sog. Das ermöglicht einen Tanz in Liebe … freiwillig. „Happy Chi“.

      Anders dagegen häufig bei heutigen technisch-mechanischen (vom Verstand her konzipierten) Vorgängen – da wird von einem Yang „Druck“ ausgeübt, welches zunächst ein Yin öffnen MUSS, so dass es überhaupt erst seine Wirkung haben kann. Das entspricht im Prinzip einer Vergewaltigung.

      Wie bereits auch Schauberger bemerkte (sinngemäß): Unsere Techniker bewegen falsch, mit Druck anstelle von Sog wie in der Natur …

      Empfangen/Schenken … ein freiwilliger gemeinsamer Tanz,
      Geben/Nehmen … ein (eifersüchtig kontrolliertes) Geschäft, ein „deal“ …
      (na gut, etwas sehr vereinfacht.)

      Gruß
      Manfred

      • federleichtes
        Juli 16, 2014 um 1:48 am

        „Geben/Nehmen … ein (eifersüchtig kontrolliertes) Geschäft, ein “deal” …
        (na gut, etwas sehr vereinfacht.)“

        Lieber Manfred,

        danke für die Erinnerung an Deinen Kommentar. Aus meiner heutigen Sicht warst Du der Zeit voraus.

        Ein Deal ist nichts Schlechtes. Wenn er ehrlich ist. Wenn er auf Betrug basiert, ist der Teufel los. Betrug wäre, wenn Sog angeboten wird, und aus Sog dann hinterrücks (!) in Druck gewandelt wird.

        Eine Quelle in einem Kreislauf-System ist wie Alles. Mehr als Alles ist nur die Macht, die das ‚Wesen Quelle‘ systematisch auszubeuten versteht.

        „… ein freiwilliger gemeinsamer Tanz, ….“

        wäre, wenn ein Partner die Musik macht und der andere die Energie für die Tanzdynamik liefert. Die Freiwilligkeit endet bereits beim ersten Schritt, wenn der Energielieferant das Ende des Tanzes nicht kennen konnte. Böse, böse!

        Euch einen fröhlichen Tanztag.

        Wolfgang

  4. Juli 13, 2014 um 8:47 am

    PS: Beide Jesusse sind übrigens ein Symbol für „Liebe“.

    Der gnostische Jesus für eine geistig-jenseitige Liebe, in der wir alle auf einer geistigen Ebene miteinander verbunden sind. Je mehr Geist und Bewusstsein wir werden, desto mehr lieben wir uns. Am Ende sind wir reines Licht, reiner Geist, reine Liebe. Die Welt wird es nicht mehr geben. Der gnostische Jesus liebt die (abstrakte) Menschheit mehr als einzelne (konkrete) Menschen.

    Der jüdische Jesus steht für eine konkret-diesseitige Verbundenheit, die sich nicht auf eine abstrakte Welt erstreckt, sondern auf unser direktes Umfeld. Er steht vor allem für Identitätsfindung, für Individuation. Dieser Jesus liebt einzelne Menschen mehr als die Menschheit.

    • federleichtes
      Juli 14, 2014 um 5:11 pm

      Ob dieser (analytische) „Doppel-Jesus“ den Spagat zwischen Realität und Wirklichkeit beschreibt? Auch den zwischen Theorie und Praxis? Und den zwischen dem Weiblichen (lebensnahen) und männlichen (lebensfremden) Prinzip? Etwas bildhafter als die Brücke über einen gespaltetenen Urgrund?

      Vielleicht entsteht für Menschen, die auf der Brücke eilenden Schrittes von einem Fuß auf den anderen hüpfen und dabei in die Leere des Urgrundes starren, ein Art Befremdlichkeit, Verunsicherung und, was die Realität betrifft, Indisponiertheit, Instabilität, ein Flattern zwischem dem Real-Unsäglichen und der unwirklichen Herrlichkeit.

      Ja, so ist das wohl:
      Von der Höllenzeit passiv ergriffen werden und ein von Angst und Feindseligkeit erfülltes Leben zu erleben – oder die Lebenszeit nutzen, die Herrlichkeit aktiv mit allen Sinnen ergreifen und mit den Vögeln um die Wette zu jubilieren, das sind zwei Welten.
      Einerseits das Reale und das Unwirkliche und andererseits das Irreale und die Wirklichkeit. Getrennt durch was?

      Gruß
      Wolfgang

      • chattison
        Juli 14, 2014 um 5:31 pm

        Einerseits das Reale und das Unwirkliche und andererseits das Irreale und die Wirklichkeit. Getrennt durch was?

        Was trennt die Vorderseite von der Rückseite einer Münze? – Nichts.

        Geld = Münzen = Moneten <= altrömische Göttin Iuno mit dem Beinamen "Moneta" = "Mahnerin, Erinnerung".

        Das Ir/Reale und das Un/Wirkliche sind die beiden Seiten ein u. derselben "Münze", die zur Erinnerung an die Realität gemahnt!

        In ihrer Widersprüchlichkeit und scheinbaren Unvereinbarkeit zeigt sie genau dadurch, dass beides nicht der eigentlichen Realität entspricht, die auch so nicht gezeigt werden kann, da eine Münze immer aus einer Prägung entsteht und die Realität sich nicht prägen lässt, die prägt höchstens selbst^^

        Solange man also auf die Münzen, die Prägungen und ihre dichotomischen Seiten starrt, erfährt man rein gar nichts von der Realität, dem Leben selbst.

        Dazu ist eine Kirche endlich mal gut:
        Man kann in sie hineingehen und ganz schnell diese Münzen los werden, indem man sie in den Opferstock wirft und dann schleunigst Reißaus nimmt, bevor man dafür ins Gebet genommen wird^^

        Solchermaßen befreit von dieser Last lastet weder Hölle, noch Zeit, noch Schuld und Erlösung auf einem und man geht beschwingt zu einem beliebigen Teich und staunt mal wieder eine Runde…
        Wenn man staunt wird man beeindruckt, also geprägt.
        So wird man selber zur Münze, mit der die Erkenntnis bezahlt wird, dass wohl jeder einzelne eine Art Präge-Unikat sein sollte, indem die Vielfalt des Lebens seinen Ausdruk findet, um seiner selbst ansichtig und damit gewahr werden zu können.

        Gewahrsein ist also die einzige Wahrheitsform, die gilt.

  5. Juli 13, 2014 um 8:16 am

    @ Wolfgang

    Im Neuen Testament sind die Paulus-Briefe die ältesten Schriften, etwa um 50 n. Chr. geschrieben. Das älteste Evangelium ist das von Markus (ca. 70 n. Chr.), das jüngste das von Johannes (ca. 100+ n. Chr.).

    Die Paulus-Briefe sind Dokumente, die ins Umfeld der Gnosis gehören. Der Mensch Jesus ist für Paulus überhaupt nicht interessant, sondern er benutzt Jesus, um etwas ganz anderes zu verbreiten, nämlich gnostisches Gedankengut. Der Hauptgedanke der Gnosis ist eine Zwei-Götter-Lehre. Es gibt einen „schlechten“ Gott, den Demiurgen, der die Welt erschaffen hat und einen „guten“ Gott, der reiner Geist ist und mit der „schlechten“ Welt eigentlich nichts am Hut hat. Dann stellt der „gute“ Gott fest, dass der Mensch geistige Anteile hat. Der „gute“ Gott hat Mitleid mit den Menschen. Um den Menschen aus den Fängen des Demiurgen zu erlösen, schickt er seinen Sohn, den Christus, der reiner Geist in einem Scheinleib ist. Mit dem Tod des Christus am Kreuz kauft der „gute“ Gott die Menschen vom „schlechten“ Gott los. Das ist mit „Erlösung“ gemeint, buchstäblich sozusagen.

    Diese Hintergrund-Geschichte wird auf die Gestalt von Jesus draufprojiziert, und man darf sich fragen, welcher Mensch im Judentum eine solch große Rolle spielte, dass er sich als Projektionsfläche für dieses gnostische Gedankengut eignete. Der Demiurg ist natürlich der Gott des Alten Testaments, was aber nicht offen gesagt wird, weil die Gnosis die jüdische Religion schamlos für eigene Zwecke missbraucht und sie gleichzeitig demontiert. Aus dieser gnostischen Ecke kommt übrigens der Hass auf das jüdische Volk.

    Dieser Verabsolutierung des Geistigen haben wir aber noch mehr als den Hass auf die Juden zu verdanken, nämlich die Körperfeindlichkeit, die Naturfeindlichkeit, die Frauenfeindlichkeit, welche die letzten zwei Jahrtausende unserer Geschichte geprägt haben.

    Die vier Evangelien als Dokumente, die nach Paulus entstanden sind, sind mit gnostischem Gedankengut versetzt, und zwar von Markus bis Johannes in zunehmendem Maße. Bei Markus ist Jesus noch Mensch und Jude, bei Johannes ist er bereits Christus. Durch diese Projektion von gnostischem Gedankengut wird die ursprüngliche Lehre von Jesus (dem Mensch und Juden) gerade ins Gegenteil verkehrt.

    Der ursprüngliche Jesus war ganz Mensch und ganz Jude. Ihm ging es darum, das Diesseits besser zu gestalten und die jüdischen Gelehrten darauf hinzuweisen, dass sie mit ihrem Regelungs- und Gesetzeswahn den Leuten das Leben zunehmend schwerer machten. Er wollte dem von den Römern kassierten jüdischen Volk etwas in die Hand geben, damit sie ihre Identität nicht verloren. Jesus ging es ums jüdische Volk, was anderes hat ihn nicht interessiert. Sechs Kilometer von Nazaret entfernt lag Sepphoris, eine von griechischer Kultur geprägte Stadt: dort ist er nicht ein einziges Mal hingegangen. Der ursprüngliche Jesus war weder körper-, noch natur- noch frauenfeindlich, im Gegenteil: er hat mit Spucke und Lehm geheilt. Er war auch sinnlichen Genüssen nicht abgeneigt, hat gern gegessen und getrunken, während sinnliche Genüsse von Paulus verdammt werden.

    Gegenwärtig erleben wir eine Renaissance dieser Verabsolutierung des Geistigen: momentan tritt es als das „höhere Selbst“, das „wahre Selbst“, „der göttliche Kern“ in uns auf. Oder die „höhere Bewusstseinsebene“, von der heutzutage so viel geredet wird.

    Wie man bei den Veganern besonders schön erkennen kann, ist aber dieselbe alte Körper- und Naturfeindlichkeit damit verbunden. Und wie schon damals wird dieselbe alte Feindseligkeit einmal mehr als „Liebe“ verkauft.

    Von unserem Körperbau her sind wir Allesfresser und der Körper braucht bestimmte Fettsäuren, die von tierischen Produkten stammen, um gesund zu bleiben. Das wissen sogar die vegetarisch orientierten Inder, deshalb ist Ghee ( geklärte Butter) bei denen heilig. Für manche Typen von Menschen empfehlen echte indische Ayurveda-Ärzte sogar explizit Fleisch.

    Bei den Veganern werden die Bedürfnisse des Körpers nach tierischen Produkten jedoch verleugnet. Der Veganer sagt, dass wir zwar vom Körper her Allesfresser sind, jedoch die Freiheit und Möglichkeit haben, höheres Bewusstsein zu entwickeln und über die Bedürfnisse des Körpers nach tierischen Produkten „hinauszuwachsen“. Dieses „höhere Bewusstsein“ ist dann gleichbedeutend mit mehr Liebe. Also Liebe, die dem Körper schadet – kommt einem das nicht sehr bekannt vor? Haben wir doch bei Paulus schon gehört, oder?

    Ein echter Veganer bevorzugt eine synthetische Matratze gegenüber einer mit Rosshaar und Schafswolle gefüllten. Er kann sich in unseren Breiten nicht regional ernähren, sondern muss seine Lebensmittel aus allen Erdteilen importieren. Für seine Matratze und seine Lebensmittel braucht er die Technik und Infrastruktur der modernen Welt, die nun aber nachweislich für die Zerstörung der Natur verantwortlich ist. Man kann mit Veganern über Massentierhaltung diskutieren, aber nicht übers Artensterben. Komisch, oder?

    Und unsere Frauenfreundlichkeit sieht so aus, dass Frauen ihre Kinder in den Hort geben, sich in der von Männern geschaffenen Berufswelt behaupten, dieselben Karrierespielchen spielen und mit ihrer Arbeit dasselbe Bruttosozialprodukt wie die Männer steigern.

    Was da gerade abläuft, ist dasselbe alte Spiel, das vor 2000 Jahren schon einmal gespielt wurde. Wenn man sich also auf Jesus beruft, sollte man zuerst mal deutlich machen, welcher von beiden gemeint ist: der jüdische oder der gnostische.

    • federleichtes
      Juli 13, 2014 um 2:00 pm

      Hmmmm, für mich einer der besten Kommentare, die hier geschrieben wurden.
      Dass ich sogleich an ‚Freuds‘ Analyse des Moses (geschichtlich zwei verschiedene Gestalten/Rollen) denken musste, versteht sich. Ich möchte noch nicht so direkt aussprechen, was ich gerade als ein durchgängiges systemisch-geistiges Prinzip (Original und Fälschung) vermute.

      Ich erinnere mich undeutlich an einen Kommentator, der den Blick auf die Feindseligkeit des Lebens eher weniger zu richten vermochte. Ihn wird dieser Satz

      „Dieser Verabsolutierung des Geistigen haben wir aber noch mehr als den Hass auf die Juden zu verdanken, nämlich die Körperfeindlichkeit, die Naturfeindlichkeit, die Frauenfeindlichkeit, welche die letzten zwei Jahrtausende unserer Geschichte geprägt haben.“

      besonders erfreuen.

      Das Planvolle des geistigen Ringens, das Du sehr gut als Bogen von der Antike in die Moderne zeichnest, wird einige der Verleugner, Verdränger und Verabsolutierer wohl eher weniger erfreuen. Ich fühle mich bestätigt in meiner Aussage, die Menschheit sei nicht krank, sondern erlebe den (natürlichen) „Verlauf einer Krankheit“.
      (am Rande – wurde gestern mein Fotografieren als Krankheit klassifiziert)
      Das Besondere daran, dass die „Kranken“ beschuldigt und bestraft werden, anstatt ihnen zu helfen.

      Wenn Du sagtest, der Jesus (als Christus-Erlöser) sei in jedem Menschen, dürfen wir nun wohl die Frage stellen, welcher Jesus. Und da es auch von „Ahriman“ das Bild des Lucifer (hell) und des Satans (dunkel) gibt, stellt sich auch hier die Frage, ob die polaren Bildansätze veranlagt wurden und wie sie funktional (systemische Feindseligkeit) bedient wurden – bzw. werden können. Einerseits vermute ich das (subtile) Wirken eines Schöpfungs-Bewusstsein, andererseits frage ich, ob das Bewusstsein über das Wirken der Schöpfung dem Wesen einer ‚Schöpfenden Schöpfung‘ entsprechen könnte.

      Du bist hier aus meiner Wahrnehmung immer mehr ins natürliche offenbarungsmässige Fließen gekommen. „Glückwunsch“! Dürfte ja auch Deiner freudvollen Grundeinstellung zum Leben entsprechen.

      Dir einen guten Tag.
      Wolfgang

    • Juli 13, 2014 um 4:37 pm

      Wir haben unzählige Schubladen geschaffen und müssen nun diesen Schrank voller Schubladen mit Inhalt füllen, woraus letztendlich immer das Bild der aktuellen Realität hervorgeht … und der Wahnsinn, den Lauf der Realität als Normalität anzusehen, ist die Symptomschau jener Krankheit, welche die Realität in WIrklichkeit ist. Dabei kann ein Einzelner immer weniger der Aufschrift einer Schublade gerecht werden, weil jeder Körper Teil des Hauses ist, in dessen Räumen besagte Schränke voller Schubladen stehen. Somit versuchen wir Menschen uns mehr und mehr darauf zu beschränken, in eine Schublade zu passen, dabei das Gefühl für das Haus als Ganzen verlierend. Wir EINEN sind alle ein als Menschheit verkörpertes Bewusstsein, ein Haus, welches mitten im Garten der ANDEREN steht, doch arbeiten wir unablässig daran die Türen und Fenster des Hauses und die Türen aller Räume zu verbarrikadieren, um uns ganz den Schubladen widmen zu können. Wir unterteilen uns als Menschheit in immer mehr Gruppen und Gruppierungen, ob Veganer, Christen, Chinesen, Alkoholiker, Busfahrer, … und doch sind wir alle Menschen. Wir erschöpfen uns daher in der Erfüllung einer Rolle, die jedoch für den Garten keine Rolle spielt, sondern nur für die Innengestaltung des Hauses … während die Außenfassade zu bröckeln beginnt und die ersten Löcher im Dach auftauchen …

      Gruß Guido

  6. federleichtes
    Juli 13, 2014 um 3:05 am

    @ Marian

    „Ob die Geschichte um Jesus nur eine Erfindung ist?

    Es gab eine Zeit, da ärgerte ich mich sehr über Menschen, die Gott bestritten. Weil er in dem Moment real war, als die Idee von Gott in den Menschen Wirkung zeitigte. Es ist so, als würde ich einem Kind sagen, in der Schublade (mit den Bonbons) lauert eine böse Schlange, die dich frisst, wenn du die Schubalde aufmachst.
    Folglich ist Jesus existent, in der Geisteswelt der Menschen, ob sie an ihn glauben oder nicht. Als die „Idee Jesus“ auftauchte (?) wurde sie im Kollektiv-Gedächtnis der Menschheit immer fester verankert und bis ins Heute transportiert. Und zwar wirksam. Es dürfte derzeit relativ wenige Menschen geben, in deren Datenspeicher Jesus nicht eine informierende und damit gestaltende Wirkung hat. Auf mich hatte und hat bis heute diese Idee eine große Wirkung – Gott sei dank. Mein Weg ohne diese Idee einer All-Liebe, ich wäre heute sicher noch in der Wüste.

    „Das wage ich zu bezweifeln, denn woher würde dann das Schuldbewusstsein der Erzähler kommen?“

    Die Schuld-Idee wurde bereits vor Jesus im Menschen veranlagt. Das Schuld-Bewusstsein entstand erst, entsteht vielleicht immer noch, wenn man es immer besser versteht, dass die Idee für Schuld – in der Wirklichkeit völliger Quatsch – eine entscheidende Prozess-Steuerungs-Funktion erfüllte. Vielleicht ist bisher der Zusammenhang zwischen Schuld und Feindseligkeit nicht so deutlich geworden?

    Thematisch sind wir hier gerichtet auf die Vorstellung, unsere Zeit sei eine Antwort auf die Hölle, Symbol für das Unsagbare und Unsägliche. Die Vorstellung befindet sich im Einklang mit dem Ur-Trauma des Menschen; die Vorstellung befindet sich im Einklang mit der entstandenen Realität; die Vorstellung befindet sich im Einklang mit dem Wesen der Offenbarungs-Dynamik. Bisher sind wir uns auch einig darin, dass die Enttraumatisierung mit einer Bewusstwerdung einher geht. Mein nur persönliches Konzept zur Erklärung des Lebens postuliert, Liebe brauche zu ihrem Schutz (vor energetischer Ausbeutung) Bewusstsein über die Feindseligkeit vom Wesen des Bösen.

    In der Kommentierung spült sich das Thema Jesus ins Blickfeld. Mir galt Jesus als Synonym für Liebe. Die Liebe ans Kreuz geschlagen? Die absolute Demütigung eines allmächtigen „Gottes“ als Symbol, weltweit zur Schau gestellt? Was sollte das, was sollte das bewirken? Dass ein Bewusstsein entsteht, das über der Liebe und über dem Bösen steht? War also Jesus die Idee, die Entwicklung dieses Bewusstsein zu forcieren und den Prozess – einhergehend mit der Steigerung der Feindseligkeit – bewusster zu machen?

    Wir hatten wahrscheinlich unseren Tag des Jahres. Kamen in ein Unwetter, fuhren dieses Mal gemeinsam durch einen andauernden Platzregen, genauer gesagt durch Schlamm, Geröll und Überschwemmungen, und direkt über uns tobte ein heftiges Gewitter. Federleicht? Ja. Ich sagte zu den knallenden Blitzen: Begleitet uns sicher nach Hause. Jesus ist wirklich Quatsch – wenn man nicht an die Liebe glaubt.

    Gruß
    Wolfgang

  7. federleichtes
    Juli 12, 2014 um 1:10 pm

    @ Martin

    „Mit Gezerre der Pole meine ich, dass es Menschen gibt, die meinen, dass es Allen auf der Welt gut geht, wenn alles einheitlich und durchgeplant ist, …“

    War mir nicht bekannt, dass der Denk-Schwachsinn bereits so weit fortgeschritten ist. Wenn das kein Schwachsinn ist, ist es Höllengeist, der das Unberechenbare des Lebens, also das Leben selbst, vernichten will.

    Ich hab‘ schon einen Fuß auf der Pedale.

    Gruß
    Wolfgang

    Am Rande
    Ein Gedanke, der unzweifehlhaft zu denken sein muss, ist, dass das Leben nicht berechenbar ist.

  8. federleichtes
    Juli 12, 2014 um 12:25 am

    Können wir uns Geist vorstellen als eine Absicht, die Energie bewegen kann? Wollte erst „Treibende Kraft“ schreiben – wäre aber missverständlich: Geist ist keine Kraft, es ist die IDEE, eine Kraft (auch Macht) zu kreieren.

    Blicken wir zurück, war Jesus eine Idee, ein Geist, der Energien bewegte – im Menschen, in Gesellschaften. Erkennen wir diesen Antrieb als Täuschung? Das wäre der Moment, im Rückblick das Wesen einer verkehrten Welt zu erkennen – den Versuch, die Versuchung, unter der Flagge von Liebe die Menschen zu terrorisieren. Ist das gelungen? War die Versuchung erfolgreich? Oder konnten die Jesuaner, die Heiligen, die Gottesfürchtigen, die Bibeltreuen das „Blatt“ der Feindseligkeit (wegen mir auch KZN) wenden?

    Stoffwechsel
    Nach dem hier entstandenen Verständnis der Verschiedenheit von Energie (Emotion und Gefühl), und dem hier entstandenen Verständnis eines bipolaren Menschen (Ego-Ich und Wesen-Ich), bioetetet sich die Überlegung an, was in diesem (postulierten) Erkenntnisrahmen „Stoff“ und „Wechsel“ bedeutet.
    Wäre Stoff dann Energie?
    Und wäre Wechsel dann das Umschalten von Emotion auf Gefühl?

    Pragmatisch
    Könnte das bedeuten, wir wären potenziell in der Lage, uns von der Ursache für Emotionen (Angst, Wut, Hass) abzuwenden? Indem wir in unserem Geist klären, welche unselige Rolle der Kirchen-Jesus spielen musste? Und erklären: Wir sind selber zur Liebe fähig? Ich bin, weil ich liebe?

    Ich gehe bislang (immer noch) davon aus, dass das Böse die Liebe raubte. Und Leben der Rückführungs-Prozess ist.

    Gruß
    Wolfgang

    • Juli 12, 2014 um 12:37 am

      Hm, raubte er sie, oder ist es nur der andere Pol und zerrt am anderen Pol, der Liebe. Es scheint mir beides da zu sein. Und ich würde vermuten, dass der größere Teil der Menschen eher liebevoll unterwegs ist. Uns mag es nur so vorkommen, dass das Böse die Liebe raubte, weil uns in den Medien eher diese Bilder gezeigt werden, aber nicht die von den vielen liebenden Menschen?

      • federleichtes
        Juli 12, 2014 um 1:27 am

        Mir zeigen Medien bereits seit acht Jahren nix mehr. Aber ich sah in einem Blog Bilder von den russischen Atomraketen, klaro, Mehrfachsprengköpfe, der neueste Schrei? Oder haben die Christen bereits den allerneusten Knüller entwickelt?

        Wir dürfen uns fragen, was Liebe ist. Kennen wir Liebe? Und wenn, können wir sie beschreiben, sie erklären, sie leben als das, was sie ist? Wie ich bereits mehrfach behauptete, kann DIE Liebe hier in einer emotionalen Welt nur als Ahnung, als Schatten erscheinen – Erinnerung an Paradiesisches. Wir , so meine ich, können hier nur einige Eigenschaften dieser Liebe leben, und in der ‚Realität bösartige Welt‘ nur gelegentlich.

        Vielleicht könnte man eventuell sagen, dass einige Menschen liebvoll im Sinne von freundlich oder wohlgesonnen unterwegs sind. Aber – kennst Du einen Menchen, der VOLLER Liebe ist? Ich kenne keinen.

        Was Du mit „Gezerre an den Polen“ meinst, verstehe ich nicht. Liebe keine Pole, und Liebe und Geist sind keine (Gegen-)Pole.
        Sachste dazu bitte noch mal was.

        Erinnerst Du Dich an Don Miguel Ruiz und seine Behauptung, der Mensch lebe auf Grund von 80% Lügen? Und seine Aufforderung, diese Lügen aufzudecken?
        Ich stelle hier nur die Frage, ob es eine Jesus-Lüge gibt. Und möchte das gedanklich mit Euch durchspielen. Wenn die Jesus-Lüge dazu führte, zu Ungerechtigkeiten, Willkür, Herrschaft zu schweigen – und dies in „gutem“ glauben. ließe sich (psychologisch) einiges an Phänomen erklären.

        Mir geht’s NUR um Klärung.

        Danke für Deine Gedanken.

        Wolfgang

        • Juli 12, 2014 um 11:22 am

          Mit Gezerre der Pole meine ich, dass es Menschen gibt, die meinen, dass es Allen auf der Welt gut geht, wenn alles einheitlich und durchgeplant ist, und diese mit allen Machtmitteln durchsetzen wollen, und auf der anderen Seite Menschen sich dafür einsetzen, zu einem Liebesbewusstsein zu kommen, auf dessen Basis keine Gesetze mehr braucht und wie in der Geschichte vom Planeten des Ungehorsams respektiert wird, wenn Jemand nicht will.

          Ich sah gestern noch ein Buch, in dem der Autor Beweise darbieten will, die genau beweist, dass die Jesus-Geschichte eine Erfindung ist.

          Finde es leider nicht mehr.

          Viele Grüße
          Martin

        • Juli 12, 2014 um 4:52 pm

          Erinnert euch versuchsweise doch mal an eure eigene Kindheit, wenn ihr selber irgendwelchen Mist gemacht hattet. Versetzt euch mal wieder in diese Lage zurück und lasst sie lebendig in euch werden. Vielleicht habt ihr mal aus Unverstand ein Tier getötet, einen Frosch oder eine Schnecke. Ihr wolltet den Tod des Tieres nicht, aber durch irgendeine Handlung von euch war es plötzlich tot.

          Konntet ihr da als Kind gleich hingehen und sagen: Hallo Papa, ich habe Mist gemacht?
          Doch wohl zuerst eher nicht, oder? Das Schuldgefühl und das schlechte Gewissen, vielleicht auch der Schock über das unvermutete Ergebnis hindert erst mal daran.

          Was passiert im Weiteren: a) man redet sich die Geschichte erst mal schön, um sein eigenes Gewissen zu beruhigen: Es ist ja alles nicht so schlimm. Der Frosch ist ja nicht wirklich tot, der tut bloß so, als ob. Gleich springt er wieder auf und alles ist vergessen. b) man sucht einen Sündenbock nach dem Motto: Ich war’s nicht. Aber der und der, die waren schuld. c) man sucht eine anscheinend logisch klingende Erklärung, warum alles genauso geschehen musste, sodass der eigene Anteil an der Geschichte in diese Logik passt, so in etwa: Dass der Frosch jetzt nicht mehr lebt, kommt daher, weil …. und dann kommt irgendeine pseudo-logische Erklärung wie … er so schmutzig war, dass der Schmutz nur mit heißem Wasser abging … oder was ähnlich Unsinniges.

          Wer immer die Bibel geschrieben hat (bzw. die Texte in der Form wie die Bibel nun vorliegt, zusammengestellt hat) ist kein neutraler, sachlicher Erzähler, sondern schreibt aus genau so einem Schuldgefühl bzw. Schock heraus. Natürlich können es auch mehrere Verfasser sein, das ändert nichts daran, dass es das Schuldgefühl/der Schock/das Trauma selber ist, das hier die Feder führt.

          Immer geht es um die Erkenntnis der eigenen Situation, auch für den/die Erzähler der Bibeltexte. Einerseits können sie nicht direkt sagen, was passiert ist: von Schuldgefühlen und Schock geprägt, können sie die Wahrheit nicht direkt erzählen: sie verzerren, verdrängen, berichten Halbwahrheiten, lügen, übertreiben, schreiben um, verwickeln sich in Widersprüche, lassen wichtige Dinge aus. Andererseits ist aber etwas in den Erzählern, was nach der Klärung der Situation drängt. Wie jedes schuldbeladene Bewusstsein können sie das Geschehene nur bis zu einem gewissen Grad entstellen. Irgendwo schimmert doch noch etwas von der wahren Geschichte durch.

          Das Verhältnis zur Wahrheit ist ambivalent: einerseits sehnt sich der schuldbeladene Erzähler nach der Wahrheit (weil er nur so Vergebung finden kann), andererseits fürchtet er sie (weil er für das, was passiert ist, vielleicht doch verurteilt wird).

          Die Geschichte wahrheitsgetreu zu erzählen, bedeutet Hoffnung auf Erlösung. Aber statt dass der/die Erzähler auf die Wahrheit baut, unterwirft er die Wahrheit seiner Hoffnung und biegt sich die Wahrheit zurecht.

          Ich denke, die Bibel kann man nur verstehen, wenn man versteht, dass der/die Erzähler selber schwer leidend und traumatisiert sind, und aus diesem Trauma heraus nicht erzählen können, was wirklich passiert ist, sondern drum herumeiern wie sonst noch was.

          Ob man noch herausfinden kann, was damals mit Jesus wirklich passiert ist? Das dürfte schwierig werden. Es sei denn, es tauchen irgendwann neue Erkenntisse (à la Altamira) auf.

          Ob die Geschichte um Jesus nur eine Erfindung ist? Das wage ich zu bezweifeln, denn woher würde dann das Schuldbewusstsein der Erzähler kommen? Irgendetwas muss passiert sein, was die Erzähler in diesen traumatisierten Zustand gebracht hat.

  9. Juli 11, 2014 um 10:01 am

    Wir haben uns aus dem großen Kreislauf des Lebens (dem Stoffwechsel) ausgeklinkt und eine Einbahnstraße daraus gemacht. Dafür brauchen wir zum einen Begründungen (dass wir die Krone der Schöpfung sind, ist bloß eine davon) und andererseits eine Technologie, die uns diesen Ausstieg ermöglicht.

    Die Begründungen führen uns in die virtuellen Welten der Spiritualität, der immer abstrakter werdenden Wissenschaften und neuerdings den Cyber Space. Die Technologie führt uns ebenfalls in den Cyber Space, außerdem in eine Welt, in der unser Leben dank die Technik immer mehr fremdbestimmt wird und wir als Menschen allmählich überflüssig werden. Wir schaffen uns also selber ab. Welch ein Fortschritt!

    Wir werden durch Suprasysteme fremdbestimmt, nicht durch andere Menschen, die Rädchen im Getriebe der Suprasysteme sind. Da wir oft selber Rädchen im Getriebe der Suprasysteme sind, können wir uns auch an die eigene Nase fassen anstatt etwas größeren oder einflussreicheren Rädchen die Schuld an unserer Fremdbestimmtheit in die Schuhe zu schieben. Mit diesen Schuldzuweisungen lenken wir ja doch bloß vom eigentlichen Problem ab.

    Das ist der Weg, auf dem wir uns doch offensichtlich befinden. Kaum ein Mensch zieht ernsthaft in Erwägung, wieder in den Kreislauf des Lebens zurückzukehren. Ja, sicher: manche von uns reden von der Einheit des Lebendigen und versuchen gleichzeitig, sich krampfhaft durch Ersatzhandlungen wie öko, vegan oder spirituell dennoch um die Rückkehr in den Kreislauf des Lebens herumzumogeln. Tatsächlich hat aber der Medizinapparat auch die Ökis, Veganer und Spirituellen voll im Griff. Man ist gerade mal solange auf einer „höheren Bewusstseinsebene“, bis man Diabetes, Gicht oder Krebs bekommt. Dann rennt in der Regel auch der Hochspirituelle ganz schnell zu den Medizinern und wirft unheilige Pillen ein. Zum Teufel mit dem Körper, diesem Verräter.

    Und falls doch ein Hochspiritueller dabei ist, der dem Medizinapparat den Stinkefinger zeigt und sich auf seine Eigenmacht beruft, wird er von der Gesellschaft ganz schnell für schuldig befunden und verdammt. Denn wer von uns reklamiert in diesem Bereich seine Eigenmacht zurück?
    Du, Wolfgang?
    Du, Guido? Einen Anfang hast Du wohl gemacht (Stichwort Impfung). Chapeau!

    Alles, was wir sonst so treiben – mit unseren künstlichen Gemeinschaften und unseren Träumen von einer idealeren Welt, mit unseren Unsterblichkeits-, Seelen- und sonstigen Phantasien, mit unseren Verschwörungstheorien, mit unserer Banken- und Handelswelt, mit unseren Kriegen und unserer Feindseligkeit, mit unserer Pseudo-Freundschaften und Pseudo-Friedfertigkeit – das alles sind doch bloß Ablenkungsmanöver, das EINE um jeden Preis zu vermeiden: die Rückkehr in den Kreislauf des Lebens. Lieber zerstören wir uns selbst und machen uns gegenseitig kaputt.

    Es gibt immer noch Fischer, die fahren in ihren Kuttern fast jeden Tag raus aufs Meer, ohne die Garantie, dass sie zurückkommen. Nachts zwischen drei und vier sieht man die Lichter auf dem Meer, wenn sie losfahren, denn die Fischgründe sind inzwischen weit vom Festland entfernt. Wenn sie wegen Sturm mal nicht rausfahren können, haben sie keine Einkünfte. Im Fischladen gibt es dann nichts, was man kaufen kann. Es gibt immer noch Menschen, die den Kreislauf des Lebens nicht verlassen haben. Keiner von denen will den Beruf wechseln. Ich kenne ein paar von denen. Fischer bin ich nicht.

    • federleichtes
      Juli 11, 2014 um 2:36 pm

      Dein „Stoffwechsel“ bedarf mir einiger Erörterungen.
      Wir sprachen hier einige Male über das Wesen von „Pulsierender Energie“. Diese Energieform ist ein „Stoff“. Und wenn es diesen Stoff, der unbeschränkte (ewige) Existenz gewährte, mal gab –
      und wir Menschen uns energetisch mit Emotionen zu behelfen haben. ließe sich Dein Stoffwechsel zumindest mal auf eine Weise interpretieren.

      „Denn wer von uns reklamiert in diesem Bereich seine Eigenmacht zurück?
      Du, Wolfgang?“

      Mein Reklamieren begann vor ziemlich vielen Jahren. Was daraus wurde blieb ein bewusster werdendes Werden. Und immer wieder das „Gewordene“ auf den Prüfstand zu stellen und die jedem Moment innewohnende Bereitschaft, das „Bessere“ zu wagen.

      Später mehr.

      Gruß
      Wolfgang

  10. Juli 10, 2014 um 8:21 pm

    Guido schlägt als Einheit das Leben vor. Eines der wesentlichen Kennzeichen des Lebens ist der Stoffwechselaustausch. Nur wer und was Stoffe tauscht, ist lebendig. Es geht sogar noch krasser: damit eins leben kann, muss ein anderes sterben und dem einen als Nahrung dienen. DAS also sind die EINEN und die ANDEREN. Und das ist nicht eine menschliche Erfindung, sondern vom Leben selbst so geregelt.

    Wir können uns mal fragen, inwieweit wir Menschen bereit sind, am Stoffwechselaustausch teilzunehmen, also Stoffe zu tauschen.

    Menschen sind eingeschränkt bereit, untereinander Stoffe zu tauschen. Im Allgemeinen machen Menschen das nicht, ohne sofort einen Gegenstoff zu erhalten. Das nennt man Handel. Wenn wir mal einen Stoff an einen anderen Menschen geben, ohne sofort einen Gegenstoff zu erwarten, finden wir uns total klasse, großzügig, altruistisch und wie ein halber Jesus.

    Die Vorstellung, mit anderen Lebensformen Stoffe zu tauschen, übersteigt unsere Stoffwechselaustausch-Kapazitäten. Wir erwarten von anderen Lebensformen, dass sie uns ihre Stoffe geben, mehr noch, wir nehmen uns die Stoffe oder gleich die ganzen Lebensformen, aber im Austausch geben tun wir nichts.

    Manche von uns reden sich ein, dass wir Menschen dazu da sind, das Bewusstsein auf diesem Planeten zu fördern und andere Lebensformen wie Tiere und Pflanzen hätten teil an diesem Bewusstseinsprozess. Das ist eine faule Ausrede, wenn man keine Stoffe geben will. Man verspricht das Blaue vom Himmel herunter, damit man einseitig und manchmal auch zügellos Stoffe von anderen nehmen kann. Irgendjemand hat hier eine sehr richtige Einschätzung von „Wissen“ gegeben – nicht viel mehr als ein Pups. Und diesen Pups bieten wir den anderen Lebensformen im Austausch dafür an, dass wir nicht nur ihre Stoffe, sondern auch ihr Leben nehmen. Was um alles in der Welt sollen andere Lebensformen mit diesem Pups-Wissen anfangen, wenn sie lieber ganz konkret einen Stoff hätten?

    Lebensformen, die von uns mal Stoffe nehmen wollen (Viren, Bakterien, Giftschlangen, Bären, Wölfe) rotten wir gnadenlos aus, und zwar nicht nur einzelne Exemplare, sondern am besten gleich die ganze Art.

    Guido spricht ein bisschen euphemistisch von Harmonie und PHI. Er geht damit sehr ins Abstrakte, sodass man an Schwingungen und dergleichen denkt. Bloß: von Schwingungen allein kann niemand leben. Viele Schwingungen sind eben verkörpert als Schweineschnitzel, Omelette und Gurkensalat.
    Konkreter gesehen ist Harmonie nichts anderes als Stoffwechselaustausch.

    Das ganze Elend der Menschen hat damit angefangen, dass sie diesen Stoffwechselaustausch nicht mehr akzeptiert und sich aus diesem Kreislauf herausgenommen haben. Die, die sich selber nicht mehr einbringen wollten in diesen Kreislauf des Werdens und Vergehens, des Fressens und Gefressenwerdens, haben zunächst andere Menschen als Stellvertreter vorgeschickt. So kam das Menschenopfer auf. Später dachte man dann, dass als Stellvertreter auch bloß Tiere genügen würden. Zuguterletzt hat man als das ultimative Opfer Jesus gekreuzigt – der hat alle Menschen aus diesem Stoffwechselaustauschkreislauf befreit. Seit Jesus darf man andere Lebensformen beliebig nehmen und benutzen, ohne noch irgendwas zu geben – außer vielleicht ein bisschen Bewusstsein oder ein bisschen was Symbolisches. Die anderen Lebensformen werden begeistert sein.

    Vegetarier und Veganer versuchen das Problem so zu lösen, dass sie weder was geben noch was nehmen wollen. Das ist sehr löblich gedacht, bloß funktioniert es nicht, weil es wider das Prinzip des Lebens ist.

    ECHTE Gemeinschaft des Lebendigen war mal, als wir uns aus diesem Stoffwechselaustausch noch nicht herausgenommen hatten. Das heißt nun nicht, dass Mensch sein eigenes Leben wegschmeißen muss – auch das Kaninchen rennt um sein Leben, wenn über ihm der Adler kreist.

    In diesem Stoffwechselaustausch gilt normalerweise das Prinzip der Eigenmacht. Eine Zeitlang kann man dem Adler durchaus aus eigener Kraft von der Kralle springen oder das Bakterium mit Glühwein in Schach halten. Aber das Leben bleibt ständig lebensgefährlich. Sicherheit gibt es nicht. Und schon morgen kann’s vorbei sein.

    Je mehr Sicherheit wir wollen, desto mehr an Eigenmacht verlieren wir. Wir müssen uns nämlich zu künstlichen Gemeinschaften zusammenschließen, um verstärkt gegen die Bakterien und gegen die Adler vorzugehen. Gegen die Bakterien hilft der Medizinapparat. Gegen Adler hilft eine Schutzpolizei, und schon haben wir den Staat. Damit der Medizinapparat wirksamer als ein Einzelner gegen Bakterien vorgehen kann, geben wir ihm etwas von unserer Eigenmacht ab. Der Medizinapparat wird ein bisschen all- und der einzelne Mensch ein bisschen ohnmächtiger. Dasselbe passiert mit der Schutzpolizei und dem Staat. Damit uns derselbe uns besser schützen kann, gibt der einzelne Mensch von seiner Eigenmacht ab, wird dadurch ohnmächtiger, während der Staat immer mächtiger wird.

    Irgendwann wenden sich der Medizinapparat und Staat nicht mehr nur gegen Bakterien und Adler und Wölfe, sondern auch gegen Menschen, denn schließlich gilt ja auch, dass der Menschen des Menschen Wolf ist.

    Wenn man die Einheit des Lebens wiederherstellen will, könnte man sich zuerst einmal über das Problem dieses Stoffwechselaustausches klar werden, bevor man sich über Hühner und Eier unterhält. Was meinst Du, hat nun ECHTE Liebe mit ECHTER Gemeinschaft und Stoffwechselaustausch zu tun?

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