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Darüber, wie eine Meinung im Kopf entsteht …

Die herrschende Meinung ist immer die Meinung der Herrschenden
Karl Marx – Komunistisches Manifest

Wir hatten uns schon einige Male angeschaut, wie wirklich unsere Wirklichkeit ist. Dabei sind gemachte Erfahrungen ein wichtiger Baustein. Und da wir Erfahrungen in unserer direkten Mitwelt (bekam heute den Vorschlag, diesen Begriff anstellen von Umwelt zu nutzen, da wir als Menschen viel zu abhängig für das eher abgrenzende „Um“ sind und es das einschließende „Mit“ viel besser träfe) machen, und als Kind besonders von Eltern und Lehrern „geformt“ werden, lohnt sich ein genauer Blick darauf, als auch, was unseren Staat und unsere Ökonomie ausmacht. Dazu möche ich ein Video vom Youtuber Strohmann vorstellen, das den Titel trägt:

Wie eine Meinung in einem Kopf entsteht – Construction of citizens

Im Weiteren möchte ich das Wort an Mr. Chattison geben, der seinen Eindruck vom Video wie folgt in einem Kommentar dazu hinterließ:

Grundsätzlich, so denke ich, kann man die Aussagen stehen lassen.
Was mich jedoch stört, ist, dass der Kernpunkt – die Informationsverarbeitung des Einzelnen im Gehirn – in ihrer Natur leider völlig außer Acht gelassen wird, weswegen Schlußfolgerungen bezüglich sinnvollen Handelns zur Veränderung in die Irre gehen müssen und ergo nichts an der Misere ändern werden.

In der Neurophysiologie operiert man aktuell mit Modellen, in denen neuronale Cluster innerhalb desselben Gehirns konkurrieren. Diese Vorstellung lehnt sich an die Idee Richard Dawkin´s von den konkurrierenden Genen an, wobei alles, was wir an Formen und Funktionen beobachten, sozusagen Ausprägungen des konkurrenzbezogenen Arsenals der Gene, und hier, der Neuronen wären.

Jetzt wird gerne dagegen argumentiert, daass ja ein Gen oder ein Neuron radikal gar nichts “in der Hand habe”, um solch wirkmächtige Konstrukte sozusagen “eigenmächtig” zu erstellen und dass diese wohl eher selbst als Instrument, als Ausprägung wesentliich subtilerer Wirkkräfte zu begreifen seien.

Das kann und will ich nicht beurteilen, mir steht aber als Erklärungsmodell für diese Wirkmächtigkeit von, einzeln betrachtet, völlig “hilflosen” und “machtlosen”, Neuronen vor Augen, dass es immer und überall das Phänomen der Emergenz gibt, welche auch als Erklärungsbasis für die Existenz von “Bewusstsein” immer öfter heran gezogen wird.

Was auffällig ist, dass die Komplexität von Bewusstsein (nicht das grundlegende Vorhandensein!) in direktem Verhältnis zur Anzahl der Neuronen und deren Verknüpfungspotenz zu stehen scheint.

Das Gehirn ist ja kein homogenes Areal, so wie etwa eine Festplatte und beteiligte Prozessoren.
Das Gehirn hat ja allein durch seine evolutionär bedingte Schichtung und Arealisierung abgrenzbare Bereiche, die zwar einerseits kooperativ tätig sind, aber andererseits, ebenso logisch postulierbar, konkurrierend zueinander sind.

Doch was heißt eine “Konkurrenz” innerhalb desselben Gehirns?
Wozu soll das “gut” sein?
Ist das eine Folge stümperhaft gepatchter Evolutionsabschnitte oder ist diese Konkurrenz etwa paradoxerweise Ergebnis optimierter Kooperation?!

Es gibt das Bild von Neuronenfeldern, die einmal das Sujet “Birne” und einmal das Sujet “Apfel” repräsentieren. Wenn der Mensch Hunger hat, wird es ihm egal sein, was er ißt, Hauptsache satt. Wenn der Mensch aber lediglich Appetit hat, dann treten hier die gedanklichen Möglichkeiten zueinander in Konkurrenz und die beiden neuronalen Repräsentationsfelder (man kann das mittlerweile quasi live on screen beobachten) “kämpfen” um ihren Geltungseinfluss.

Welchen Sinn ergibt nun eine solche Konkurrenz im Bereich von Kooperation?
Ist Kooperation möglicherweise falsch verstanden, wenn sie bedingungsloses Zuarbeiten im Rahmen einvernehmliccher Prämissen etc. meint voraussetzen zu müssen?
Oder arbeitet die Konkurrenz der Kooperation insoweit direkt zu, indem sie das Ausschöpfen aller Möglichkeiiten (offensichtliche, legitime ebenso wie latente, nionkonforme) dadurch erzwingt, um einmal nichts aus Konformitätsbequemlichkeit zu übersehen und zum anderen, um in dieser Interaktion möglicherweise der Emergenz Spielraum zu geben, um tatsächlich Neues entstehen zu lassen?!

Es gibt nicht umsonst das Zitat:
“Besser ein guter Feind, als ein schlechter Freund!”.
Es besagt, dass ein guter Feind viel eher meine Potentiale fordert und dadurch fördert als ein schlechter Freund, der nichts von mir in Frage stellt.
Der gute Feind bereichert mich also tatsächlich, indem er meine Möglichkeiten entdecken und ausschöpfen hilft.

Was wäre Sherlock Holmes ohne Moriarty – nicht halb so brilliant^^
Was wäre Kasperl ohne das Krokodil – megalangweilig.
Was wäre der Bizeps ohne Trizeps – kraftlos.
Wenn das linke Beinn mit dem rechten Bein um Raumzugriff konkurriert (sic!), entsteht Fortschritt.

Gefährlich wird Konkurrenz erst dann, wenn sie zum Selbstzweck wird!

Die Schergen, um die es in dem Filmchen geht, kann man einerseits als Megarschlöcher abtun oder andererseits als Inspirationsquelle begreifen, wenn man denn sich auf diese Konkurrenz einlassen wollte.

Warren Buffet wird zitiert mit: “Dies ist ein Krieg Reich gegen Arm und Reich gewinnt.”
Ich sehe aber nicht die Begriffe Reich und Arm, ich sehe da Schwarz und Weiß – und die Figuren des Schachbrettes (Hello, Mr. Brzezinski^^) sind grundsätzlich ebenbürtig (der Film zeigt ja ausdrücklich, wie der Reichtum der Reichen von den sogenannten “working poor” abhängig ist!).
Wenn aber Schwarz/Arm sich falsch positioniert oder die falschen Züge wählt, wird Weiß/Reich das Spiel gewinnen.

Das Problem also mit den Informationen, ihrer Beschaffung, Bewertung, Verarbeitung etc. liegt also nicht darin begründet, dass wir Informationen angeblich nicht haben (wie kann eine Welle nicht gleichzeitig Meer sein und infolge davon alle Informationen des Meeres zur Verfügung haben, wo sie doch selbst Ausprägung/Ausdruck desselben und derselben ist???), sondern dass wir uns selbst, also unser Gehirn, amputieren, indem wir durch gedankliche Normen, Regeln, Grenzziehungen, Routinen etc. das Wogen der Neuronenfelder wegdämpfen bis verhindern, wodurch einmal das Ausschöpfen geistiger Potenzen abgewürgt wird und zum anderen die Möglichkeit der Emergenz, also tatsächlich Neues zu entdecken oder gar zu erschaffen, verunmöglicht wird!

Heraklit hat gesagt: “Ales fließt” und “Der (Wider)Streit ist der Schöpfer aller Dinge”.
Der Widerstreit, die Konkurrenz schöpft also. Krieg, Kampf erschöpft allerdings, weil dann die Konkurrenz Selbstzweck ist und nicht Komplementärgut.

Wenn das Gehirn durch Normengebung, Regelsetzung und Routinen gemaßregelt, abgedämpft wird, fließt da nichts mehr und stehende Gewässer werden schnell tote, faule, stinkende Gewässer. Wenn nichts fließt, streitet auch nichts mehr wider. Dann herrscht Gehirnfäule und Geistesverwesung.

Der Fluß der Informationen, der Widerstreit unserer Neuronen ist jederzeit möglich – wir müssen nur die Dämme brechen und die Schleusen öffnen, indem wir uns den willkürlichen Normen, Gesetzen und Routinen der “Reichen”-Fraktion versagen.

Das kann jeder für sich entscheiden, hier, jetzt.
Ich kann nicht gezwungen werden, geistig zu verarmen – das kann nur ich selbst zulassen!
Insofern ist da jeder in der Eigenentscheidung und -verantwortung und kann dies nicht an andere delegieren!

gold-dna wird zum Fluss der Informationen, der jederzeit und überall ohne Schule oder Medien zur Verfügung steht, Erhellenderes als ich beizutragen haben.
Federleichtes kann dazu Beispielhafteres aus seiner Tierbeobachtung beisteuern als ich.
Ich kann nur beitragen, dass echtes Wissen aus sich selbst heraus möglich ist, sobald man sich befreit hat von den “Pferdefesseln”, die einem die Hüter der Gesetze, Normen etc. verpasst haben.
Jedes Pferd weiß instinktiv, wie es sich seiner Fesseln entledigen kann, da braucht es keinen Unterricht oder einen Beistand – da braucht es nur einen unbedingten (aha) Willen dazu.

Das ist Risiko, Gefahr.
Aber es ist auch Möglichkeit, Chance.
Die Ergebenheitsvariante dagegen ist bereits maximal determiniert zur Chancenlosigkeit.
Und genau das will man uns einreden!

Wehrt euch dagegen. Oder ist ein Pferd euch da über?

Wolfgang nahm den Faden wie folgt auf:

Natürlich ist das Pferd, auch das domestizierte, uns über.

Wir sprechen hier nicht nur über ein Problem, sondern über eine Problematik. Dass dem Menschen Fesseln angelegt SIND, und er hinter ihren Schatten nach denen sucht, die sie ihm anlegten. Mensch erledigt seine Verantwortung, indem er Schuld zuweist. Das kann man auch anders ausdrücken: Schuld frisst die Verantwortung. Oder noch anders: Schuld ist Ausdruck nicht realisierbarer Verantwortung.

Der Mensch wird gezwungen, Problem und Problematik zu erleben. Und er tut’s. Gestern Nacht, das Unwetter tobte, schrieb ich einen Satz:

“Sparer, gleich, ob sie aus Angst vor Hunger oder Gier nach leistungslosem Einkommen (Zinsen auf ihren normalen Lohn), verursachen, wovor sie sich zu schützen versuchen.”

Gäbe es kein Erspartes, gäbe es keine Begehrlichkeiten. Gäbe es mehr Menschen mit sozialer Selbstverantwortung (und/oder selbstbestimmter Ich-Verantwortung), wäre das das einzig notwendige Vermögen einer Gemeinschaft, um das Erschaffene auf Trab zu halten.

  1. Juli 5, 2014 um 11:09 am

    Hier noch das Hörbuch bis Kapitel 8, wobei die restlichen Kapitel bestimmt noch folgen werden:

    Weitere Info’s zu Ernst Alexander Rauter und seinem Manifest “Wie eine Meinung im Kopf entsteht – Über das Herstellen von Untertanen” gibt’s hier:
    http://biscuits.drupalgardens.com/tags/rauter

  2. Gerd Zimmermann
    Juni 10, 2014 um 10:54 pm

    Auf 3 sat laeft gerade LSD.2
    Bestimmt LSD BEWUSSTSEIN .Oder Bewusstsein LSD .
    Ohne Bewusstsein kein LSD. Jeder darf fuer sich entscheiden.

  3. Gerd Zimmermann
    Juni 10, 2014 um 9:49 pm

    @…. wie wirklich ist die Wirklichkeit……

    Sehr wirklich, was ist Realitaet . Ein Abbild der Wirklichkeit.

    Wenn mir jemand ein Atom zeigt, reden wir ueber Neuronen und Synapsen.
    Bis dahin bleibt ALLES graue Theorie und fest in Gottes Hand, der elektromagnetischen
    ALLEM ZUGRUNDE LIEGENDEN, UNIVERSELLEN ENERGIE.
    Neutrinos ersinnt man, wenn man nicht mehr weiter weiss.

    Zeigt der Welt ein Atom nicht Modelle, ES GIBT KEINS. Dann reden wir ueber Higgs,
    der Dualitaet wegen auch ueber Haggs.

    Die Wege des Herrn sind nicht unergruendlich. Er/ES gibt sich selbst zu erkenne

    Einer sagte mal, suchet, so werdet ihr finden. Nicht das Atommodell, euer immerwaehrendes
    Bewusstsein, entsprungen dem Gesamtbewusstsein.

    Das Universum ist universal, deshalb heisst ES UNIVERSUM. SOLL ICH EUCH DIE Weltformel nennen oder wollt ihr es selbst tun ?

    Der goldene Gral ist nicht da drausen zu finden, sondern da drinnen. Was nuetzt ES, wenn man draussen und drinnen nicht zu unterscheiden weiss.

    Ein draussen wird ES immer geben, gebeben vom innen. Der Ursache, draussen ist die Wirkung, was wir sehen und anfassen koennen. Da gibt ES kein Trauma, auch keinen
    Kapitalismus, nur die Idee Mensch. Aus der dimension Null (GESAMTBEWUSSTSEIN)
    ENTSTEHT DIE DIMENSION N. BEGRENZT DURCH DIE GRENZENLOSE FANTASIE.

    Wolfgang nannte das mal Kinderbonus. Danke. Gott nennt das das unendliche Potential
    der Moeglichkeiten, da Materie unendlich wandelbar ist.

    Schon wieder zu viel Wirklichkeit, ihr wendet Euch sicher gleich wieder der Realitaet zu.

    Gruss Gerd.

  4. Juni 10, 2014 um 7:17 pm

    Und mit Bezug zum englischen Begriff „citizens“ im Titel des Videos möchte ich auch hier nochmals dieses Video zeigen, dass die Vorgänge der Staatsbildung und des Bruderkriegs in den Vereinigten Staaten mehr als kritisch beleuchtet, wie der Umgang mit den Bürgern aus rechtlicher Sicht liegt:

  5. Juni 10, 2014 um 7:12 pm

    Mir fiel gerade spontan wieder dieses passende Video ein:

    .
    Durch meine vielen Gespräche mit Menschen, die dem neuen Begriff „Hochsensitiv“ zugeordnet werden können – immerhin sollen es 10-20% unter uns sein (ADS und ADHS wird hier auch gerne klassifiziert) – ist mir klar geworden, wie verlogen unsere Gesellschaft ist. Verlogen in dem Sinne, dass alle diesen Menschen mit ca. 3 Jahren extreme Probleme damit hatten, dass sie nur lügende Menschen um sich sahen. Menschen, die sich selbst verleugneten, um eine Rolle, eine Person zu spielen, um in dieser Welt bestehen zu können. Da lässt sich leicht erraten, was mit diesen hochsensitiven Menschen, die die Emotionen anderer Menschen in sich selbst verspüren, passiert, wenn wenig Liebe sie umgibt.

  1. Juni 10, 2014 um 7:11 pm

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