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Warum mir meine Begeisterung für das Zuschauen der Fußballspiele der #WM2014 gründlich abhanden gekommen ist

Ich habe jahrelang mit Begeisterung die Fußballspiele der Weltmeisterschaft angeschaut. Allerdings muss ich zugeben, dass ich seit Beginn meines Blogs, also mit Beginn des Erkennens, wie unsere Wirklichkeit gewirkt wird, das Interesse an (Brot und) Spielen deutlich abgenommen hat. Nun hatte Brasilien, das Land, dessen Fußballer 5 mal den Pokal nach Hause mitgebracht haben, den Zuschlag zur Ausrichtung der WM 2014 erhalten. Da sollte doch Freude aufkommen, dass König Fußball auch mal in diesem Land zum Zuge kommt. Aber weit gefehlt. In Zeiten, in denen Schulden und Guthaben exponentiell wachsen, wird es auch mit der Wahrheitsfindung immer schneller.

Und da kommt einem in den Sinn, dass es Zeit wird, diesem WM-Rummel seinen Rücken zu kehren. Dabei sollten wir allerdings den Leidtragenden des Landes unsere Unterstützung geben. Ein paar Fakten, fangen wir leicht an, indem wir schauen, wie die Verträge der Länder mit der FIFA aussehen. Denn auch hier gilt: den Profit privatisieren, die Kosten sozialisieren

Und damit das mit dem Profitieren gut klappt, muss der Gastgeber auch wirklich schmuck ausschauen. Also werden die Armen von den Straßen gefegt, und da wird auch mal vor dem Mord an Kindern nicht zurückgeschreckt:

„Meine WM-Karte ist mit Straßenkinderblut befleckt“

Das schrieb Mikkel Keldorf Jensen vor ein paar Wochen in seinem Blog. … Dabei musste er feststellen, dass sie nach und nach verschwinden.

Sie seien, so Jensen, dem neuen Säuberungsprogramm der Stadt zum Opfer gefallen. Denn Brasilien solle schließlich auch während der WM das Bild verkörpern, das Touristen in den Medien vermittelt wird: ein lebensfrohes Land, in dem es von fruchtigen Cocktails, wirbelnden Tänzern und willigen Mädchen nur so wimmelt. Das kurbelt die Wirtschaft an! Hungernde Straßenkinder, die in den für die Touristen vorgesehenen Vierteln schlafen, passen nicht ins Bild und werden daher, so der Journalist, von der Polizei beseitigt: Sie würden nachts im Schlaf erschossen und aus den Touristenvierteln entfernt. Wohin man sie bringe, weiß keiner, sagen die Straßenkinder. Zurück bleibe eine cleane Straße, die nur darauf wartet, den Touristen vorzugaukeln, hier sei alles in Ordnung. Damit sie die WM weiterhin genießen können, während der Regen durch die Krankenhausdecken tropft und das Blut von den Straßen wäscht. (Quelle: getötet für König Fußball)

brasilien

Seit einem Jahr gehen die Menschen zu Hunderttausenden immer wieder auf die Straße, um ihrem Frust über die Kostenexplosion für die Ausrichtung der Sportereignisses Luft zu machen. Aus anfänglich 2 Milliarden € sind mal eben über 10 Milliarden geworden. Geld, das für dringende Projekte Gemeinwohl nicht mehr zur Verfügung steht. Da während der Demonstrationen die Polizei viele Menschen verletzte ruft auch Amnesty International auf:

Zeigen Sie Brasiliens Regierung die gelbe Karte!
Werden Sie aktiv und zeigen Sie Brasiliens Regierung die gelbe Karte! Beteiligen Sie sich an unserer Online-Petition und fordern Sie Präsidentin Dilma Rousseff und Senatspräsident Renan Calheiros auf, die Meinungs- und Versammlungsfreiheit im Land zu achten und friedliche Demonstrationen auch während der Weltmeisterschaft zuzulassen!

Immerhin gibt es in unserer Regierung auch Personen, die das Ausmaß dieser immer unwürdiger werdenden Veranstaltung sehen und daher boykottieren werden:

Herr Müller fürchte, „dass die WM kein Sommermärchen wird“. Brasilien habe bei der Planung „offenbar jedes Maß und jede Vernunft verloren“. Mitverantwortlich sei der Weltfußballverband Fifa. Die müsse „soziale und ökologische Standards berücksichtigen und einfordern, die auch eine spätere Nutzung einbeziehen“. (Quelle: Gerd Müller boykottiert Fußball-WM in Brasilien)

Auch bei der Prostitution wird das Stillhalten der FIFA beklagt, so titel die Welt:

Der Kinderstrich boomt im Schatten der Fußball-WM
In Brasilien bekommt man Sex mit Kindern schon für ein paar Euro, und während der WM blüht das Geschäft. Die Polizei ist untätig, die Fifa schweigt.

Daher kann ich verstehen, wenn der Protest in Brasilien entsprechend beworben wird:

brasilien2

Hier ist die Facebook-Seite auf der noch viel mehr zum Thema gefunden werden kann:

Boykott der Fussball WM 2014 in Brasilien

  1. monikahes
    Juni 6, 2014 um 4:08 pm

    Eines der zentralen Probleme unserer Zeit scheint mir zu sein, dass so viele Menschen nicht in der Lage sind , ihr Leben zu gestalten, ohne irgendetwas zu konsumieren. Ich weiß nicht, wie hoch der Prozentsatz derer ist, die in ihrer Erwerbsarbeit keine Erfüllung finden können. Aber ich schätze, er wird nicht gering sein. Der Wunsch, diese Erfüllung in der sogenannten Freizeit zu finden, muss also dementsprechend hoch sein. Nun ist aber die Freizeit kommerzialiesiert, ist zu einer Industrie geworden an der sicher einige erheblich verdienen. (Wahrscheinlich sind es dieselben Typen, die auch an der Arbeit der Vielen verdienen.) Ob nun echte Fußballspiele konsumiert werden oder virtuelle, ob es Reality Shows sind, oder irgendein Trendsport, gewünscht ist, dass man irgendwas kauft und das der Gewinn gesteigert wird. Lebenssinn und -freude kann in meinen Augen so nicht generiert werden, allenfalls Spaß. Was fehlt ist erfülltes Sein ohne Konsum.
    Geeignet ist das ganze Theater aber dazu, sich wieder einmal die Verrücktheit unserer Welt vor Augen zu führen:
    Währen sich hier die Leute kloppen, ob Fußball König ist oder nicht, schießen sich anderswo in Kriegen Menschen tot. Während hier die WM Fan-Grillplatte verköstigt wird und Bier in Strömen fließt, verhungern anderswo Kinder.
    Ganz ohne Mitgefühl, weder für die besoffenen Gröler noch für die Armen:
    Das ist unsere Welt. Es gibt alles, was man sich vorstellen kann UND auch noch das, was man sich nicht vorstellen kann oder möchte. Das Leben kümmert das alles nicht.

    Schönen Gruß

    Moni

    • federleichtes
      Juni 6, 2014 um 4:25 pm

      „Geeignet ist das ganze Theater aber dazu, sich wieder einmal die Verrücktheit unserer Welt vor Augen zu führen“

      Ja.

      „Das Leben kümmert das alles nicht.“

      Nein.
      Denn das, was Du „vor Augen führen“ nennst, ist genau das, was Leben betreibt, UM …

      Etwas, um das GEFÜHL für das EIGENE Sein zu stärken und daraus ein BEWUSST-gestalterisches Sein zu gestalten?

      Dass es im „Leben“ ohne Fernsehen, Fussball und Fingsda geht, beweisen ja nicht gerade wenige Menschen, besonders in den unzivilisierten Gesellschaften, wo Hunger und Elend Kultur wurden. Klar, einerseits das von elitärer Seite verordnete Elend, aber auf der anderen Seite wächst ja die GEWOLLTE Selbst-Genügsamkeit. Bei DENEN, die können, aber nicht müssen, die nicht Müssen und etwas Anderes wollen, und Wollen-Können (lernen).

      Schönen Gruß zurück, und Danke!

      Wolfgang

  2. Juni 6, 2014 um 9:04 pm

    „Ich weiß nicht, wie hoch der Prozentsatz derer ist, die in ihrer Erwerbsarbeit keine Erfüllung finden können“

    Das weiß ich auch nicht, aber es sieht so aus, dass Menschen in gehobenen Stellungen in ihrer Erwerbsarbeit mehr Erfüllung finden als Menschen in untergeordneten Stellungen. Hinzu kommt, dass vor allem Arbeiter und einfache Angestellte zudem nicht nur weniger verdienen, sondern auch unter erheblich schlechteren Bedingungen arbeiten müssen. Wer der Unterschicht angehört, für den gilt also verstärkt: der Job ist sinn-entleert, schlecht bezahlt und zudem schwer. Und genau in dieser Gruppe von Menschen finden sich nun die meisten Fussball-Fans.

    Echt toll, wenn Menschen, die mehr Erfüllung im Job finden, die mehr Geld zur Verfügung haben, um sich andere Vergnügungen leisten zu können und die zudem unter weitaus angenehmeren Bedingungen arbeiten, sich berufen fühlen, sich nun auch noch mit moralisch erhobenem Zeigefinger in die Freizeitbeschäftigung und Vergnügen der Unterschicht einzumischen und den Leuten ihren Sport oder ihre Glotze madig zu machen.

    Tauscht doch euer Einkommen mit dem von eurem Müllmann, dann sorgt ihr für mehr Gerechtigkeit als durch den Boykott der Fussball-WM.

    • monikahes
      Juni 7, 2014 um 12:20 am

      Woher weißt du denn, wie schwer mein Job ist, wieviel ich verdiene und welcher Schicht ich angehöre? Und von erhobenem Zeigefinger bin ich weit entfernt. Ich will überhaupt niemanden davon abhalten zu tun, was er tun möchte. Aber beobachten und meine Schlüsse daraus ziehen, das ist ja wohl erlaubt. Ich kann mir bestimmte Dinge einfach nicht schön reden. Dinge, die gegen das Leben gerichtet sind. Die gehen ja gar nicht vorrangig von den Fußballfans aus, sondern von denen, die das ganze Tamtam veranstalten. Ich glaube auch nicht, dass Fußball und Glotze einem sinnentleerten Leben Sinn verleihen können. Viele lenken sich ab, lassen sich berieseln, schalten ab, wenn sie einschalten – und werden so davon abgehalten sich mit sich selbst zu beschäftigen. Das kann man verstehen, denn ihr Job ist hart und sie kommen müde von der Arbeit. Es ist wohl so gewollt, denn wer würde sonst all die sinnlose Arbeit verrichten wollen. (Wobei ich die Arbeit eines Müllmanns als sehr sinnvoll betrachte.)

      Aber soll das Leben bedeuten? Sinnentleerte Arbeit und Fernsehen? Oder muss das deiner Ansicht nach für die Unterschicht, wie du sie nennst, reichen?
      In mir sträubt sich was gegen diese Vergeudung kostbarer Lebenszeit.

      Und von mir aus kann jeder Müllmann soviel verdienen wie ein Fußballprofi oder so viel wie ich. Das ist mit sch-egal.

      Schönen Gruß
      Moni

      • Juni 7, 2014 um 11:12 am

        Du kannst Dich drüber aufregen, dass die Leute Fussball gucken oder dass sie mit sinnentleerter Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen müssen.

        Wenn Du Dich drüber aufregst, dass sie mit sinnentleerter Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, dann stehst Du auf derselben Seite wie diese Leute. Ich setze jetzt mal der Einfachheit voraus, dass die Leute ebenfalls der Meinung sind, dass ihre Arbeit sinn-entlleert ist.

        Wenn Du Dich drüber aufregst, dass sie Fussball gucken,
        dann stehst Du woanders, nämlich auf einem Standpunkt, von dem aus Du (ver-)urteilst, dass diese Leute ihre kostbare Lebenszeit mit Fernsehgucken vergeuden.

        Was die Leute in der Situation, in der sie sich befinden, WÄHLEN können, ist: Fussball gucken oder nicht Fussball gucken. Fussballgucken ist die Wahl, die die Leute getroffen haben. Vielleicht weil sie der Ansicht sind, dass Fussballgucken ihrem Leben Sinn verleiht. Du verurteilst die Wahl der Leute und nicht das, wo viele dieser Leute einfach GAR KEINE WAHL haben.

        Du sagst fast im selben Atemzug, dass Du niemanden davon abhalten möchtest, zu tun was er möchte UND dass Dir sich was sträubt gegen die Vergeudung kostbarer Lebenszeit. Wenn sich Dir was gegen die Vergeudung von Lebenszeit sträubt, möchtest Du dann nicht gerade, dass die Leute was anderes tun als Fussballgucken? Warum möchtest Du das?

        Wäre es nicht angebrachter, sich statt über den Fussball über die sinn-entleerte Arbeit aufzuregen? Nur mal so als Frage?

        Ich finde Fussball als Spiel nicht sinn-entleert. Fussball hat mehr „Sinn“ als so manche berufliche Karriere. Fussball und Pizza gehören für mich zu den positiven Erfindungen der Menschheit. Und außerdem ist ein Fussball eine Kugel aus Fullerenen.

        Ja, natürlich steht der Bau von riesigen Stadien für etwas anderes, das ist schon klar. Aber Großflughäfen sind auch nicht besser, und davon werden mehr gebaut. Und natürlich weiß ich nicht, was Du für einen Job hast. Ich wollte mit dem frechen Vorschlag die Perspektiven verschieben und den Fussball-Boykott in einem anderen Licht ausleuchten.

    • federleichtes
      Juni 7, 2014 um 1:25 am

      In der nächsten Regenzeit schreibe ich ein neues Thema:
      Die Unvernunft der Vernünftigen.

      Du legst etwas mehr als nur den kleinen Finger in eine durch die Zeiten hindurch eiternde Wunde. Nö, mit Feindseligkeit hat das wirklich rein überhaupt gar nicht am Hut – was da so an Psycho-Kriegs-Spielchen inszeniert wird.

      Klar gesagt, mir persönlich und Susanne fehlt es schlicht an der Zeit, uns darum zu kümmern, uns darüber zu unterhalten und uns damit aufzuhalten, was andere tun oder lassen oder lassen oder tun sollten. Oft sagte ich: Lasst die Leute in Ruhe“. Auch hier. Und? Klar, es muss gesagt werden. Und?

      Wie ich hier bereits erwähnte, gibt es keine Moral. Und sollen doch die, die ohne ANDEREN Moral zu predigen, gar nicht auf IHR Leben klar kommen, doch bitte erst mal bei Denen vorstellig werden, die das Bessere tun könnten, stattdessen aber das Schlechtere auf den Weg bringen; und sich einen Spiegel des Fabrikats Arschgeige kaufen.

      Dir wurde das sicher schon klar sein:
      Wir sind auf der Suche nach der Ursache für die Feindseligkeit. Die man auch das Böse nennen dürfte. Je mehr Fussball gucken, je weniger wird diese Suche von Opfern behindert.

      Gruß
      Wolfgang

      • Juni 7, 2014 um 10:15 am

        Dakor: „… gibt es keine Moral.“

        Was Leben ausmacht, so es mirm, sich so zu zuträglich zu verhalten, dass Überleben langfrisitg gesichert wird. Nick Mott bemühte mal das Bild des Nestbeschmutzers. Wenn (das eigene / das … der nächsten / das … der Art) Leben zu sichern wäre, müsste dann nicht der Einzelen sein Verhalten gegen diese Prämisse reflektiert und entsprechend angepassen?

        Was braucht es dazu: ein Erkennen und Verstehen der komplexne Zusammenhänge? Braucht es dazu Logik und Vernunft? In einem im Grunde kranken Gesellschaftssystem vielleicht? In dem anderen reicht womöglich das Gefühl, passend zu leben?

        VG Martin

        • federleichtes
          Juni 7, 2014 um 12:10 pm

          Was ist zuträglich?
          Du glaubst, dass Andere unnormal und Einige normal sind.
          Etwas direkter:
          Du GLAUBST, dass Du normal bist und Andere verrückt sind, während Andere GLAUBEN, dass Du verrückt bist und sie normal sind.

          Da (D)u sicher alle Beiträge auf Deinem Blog gelesen hast, wirst Du wissen, was normal ist:
          Zu Glauben.

          Ahnen wirst Du vielleicht, dass Glauben etwas SEHR speziell Menschliches ist. Vögel glauben nix, und das Leben glaubt auch nix. Und Leben wundert sich nicht mal, wenn Menschen sagen, sie lebten in einer verkehrten Welt. Dass Menschen das auch sagen, wenn ihnen auf mehrfache Weise das schöpferische Prinzip
          „Aus dem alten Chaos muss die Neue Ordnung wachsen“
          klar gemacht wurde, gehört, mit Verlaub, zum Geschäft, das Leben betreibt.

          Dazu gehört auch die Suche nach Sinn. Also: Macht Fußball Sinn? Fußball wird gespielt. Machen die Bilderbörger Sinn? Sie schalten und walten. Macht die Vergiftung des Planeten Sinn, Sklaverei und Misswirtschaft, Missbrauch und stets noch steigerbare Dämlichkeit und Elend?
          Die Fragen lassen sich sehr einfach beantworten, wenn das richtig ist, was ich behaupte:
          1. Wenn alles sinnlos ist, ist auch die Beantwortung der Fragen sinnlos – also überflüssig.
          2. EIN Prozess kann nicht sinnlos UND gleichzeitig sinnvoll sein.
          3. Ist ein Prozess sinnvoll, sind ALLE Erscheinungen, die der Prozess hervor bringt, sinnvoll.

          Das würde konkret bedeuten, dass alle Menschen, die diesen sehr einfachen Gedankengang nicht in friedvolles Verhalten umsetzen (können), an einer Art Geisteskrankheit – etwas freundlicher formuliert an einem eingeschränkten Bewusstsein – leiden. Sie leiden aber nicht an einem sehr realen Chaos, sondern nur, weil sie das Chaos nicht als notwendiges Übel klassifizieren. Weil sie beten, ‚Erlöse uns von dem Übel‘, anstatt das Übel im Beten zu entdecken und sich auf das Einfachste zurück-zu-besinnen: Mitwirkende in EINEM Prozess zu sein, der nicht viel Anderes im Sinn hat, als – das Übel zu beseitigen.

          Die Schöpfung HAT Bewusstsein, die Menschen haben es nicht. Das Problem dieser Misslichkeit hat der Mensch, nicht die Schöpfung. Die Problematik, die das Leben hervor bringt, hat nicht das Leben. Und müsste Mensch nicht das Problem lösen, könnte es ihm direkt am Dingsda vorbei gehen. Es würde ihm leichter am Dingsda vorbei gehen, wenn er verstünde, dass es der Schöpfung an nichts mangelt, GANZ GLEICH, was er tut, oder nicht. Also wenn er verstünde, dass es einen Freien Willen gibt, wenn man ihn benutzt.

          Wenn Du meinst, wir sollten den Wahnsinn weiter auf Touren bringen, um der „Sache“ ein schnelles Ende zu bereiten: Bravo. Ein guter Gegenstandspunkt zu ‚die Welt retten zu müssen‘. In der Mitte dieser beiden Fixierungen mag das Sein sein, das absichtslose Fließen. Das entsteht in dem BEWUSSTSEIN, dass ohnehin geschieht, was geschehen muss – und ein absichtloses Fließen, nicht weniger sinnvoll ist, als für Dies und (damit) gegen Das zu sein.

          Wir werden, das dürfte klar sein, gleich zu einem längeren Ausflug aufbrechen.
          Auch Euch einen schönen Tag.

          Susanne und Wolfgang

          • Juni 7, 2014 um 12:18 pm

            BINGO und gute Fahrt 🙂

            Gruß Guido

          • Juni 7, 2014 um 12:25 pm

            Hmmm, ich bin mir sicher, dass Vögel in ihrem Rahmen genauso glauben müssen, wie wir Menschen. Da wir die Wirklichkeit nur in einem minimalen Ausschnitt verstehen, bleibt uns nichts anderes übrig als zu glauben – z.B. dass ich morgens wieder aufwachen werde, wenn ich abends schlafen gehe.

            Was ist Glauben? Wikipedia ->

            Das Wort glauben kommt von mittelhochdeutsch gelouben, althochdeutsch gilouben ‚für lieb halten‘, ‚gutheißen‘ und geht mit den verwandten Wörtern Lob und lieb u. a. auf die indogermanische Wurzel *leubh zurück. Der gleichen etymologischen Wortfamilie gehören aus anderen Sprachen auch englisch be-lieve ‚glauben‘, lateinisch libet ‚es beliebt‘, ‚ist gefällig‘ libīdo ‚Begierde‘ und russisch люби́ть ljubit ‚lieben‘ an. Ferner gingen aus der Wurzel auch die präfigierten deutschen Wörter geloben, verloben, erlauben, Urlaub und Gelöbnis hervor.[

            Hat also viel mit Vertrauen und bedinungslose Liebe zu tun. Gilt das für die Vögel nicht 🙂

  3. monikahes
    Juni 7, 2014 um 12:04 pm

    Es regt mich gar nichts auf. Und trotzdem muss ich nicht alles gut finden, Ich will nichts ändern und ich weiß auch, dass ich gar nichts ändern kann. Dir erscheint was sinnvoll, mir sinnentleert. Das regt mich nicht auf. Es ist eben so. Du hast deine Erfahrungen gemacht, ich meine.
    Zwei meiner Erfahrungen:
    1. Ich kenne einen kleinen Teich, wo sich oft Jugenliche treffen. Nach wichtigen Fussballspielen ist dort alles mit leeren Flaschen, Müll und Scherben übersät – und zwar gleichgültig, ob ihre Mannschaft gewonnen oder verloren hat.
    2. Einige Male war ich mit meinem Grundschulkind beim Fussballtraining der lokalen Fussball-Minis – und beobachtete dort, wie Eltern ihre 5- oder 6-jährigen Knirpse anbrüllten, wenn die nicht schnell genug und mit vollem Körpereinsatz über den Platz hechteten oder ein Tor vemasselten.
    Ich erlaube mir, beide Erfahrungen als negativ zu verbuchen.

    Für mich scheint es halt so, dass die Menschen, die sich Massenveranstaltungen und Massenmedien aussetzen, in eine bestimmte, dem Leben (mal vorsichtig ausgedrückt) abgewendete Richtung manipuliert werden. Ich glaube, dass ihnen die Sicht genommen wird auf ihre eigene Wirklichkeit. Ich glaube auch, dass Fußball kein Sport der Unterschicht ist: Politiker, Könige, Universitätsprofessoren, Friseure, Hartz IV Leute – in jeder Einkommensklasse, wenn wir es nur darauf beschränken wollen, sind Fußball-Begeisterte zu finden. Da kommen Ausbeuter und Ausgebeutete zusammen und feiern ihren Sieg oder betrauern ihre Niederlage wie Brüder und Schwestern – stärkt Zusammenhalt und Nationalgefühl. (Ich schreib das jetzt mal extra so provokativ.) Ich brauch nix davon.

    Stichwort Moral – Moral ist mir Wurscht, was die anderen von mir denken, ist mir Wurscht – und was ich von denen denke ist erst Recht Wurscht. Verurteilen ist blöd, aber wie ein Schaf der Herde hinterherrennen ist auch blöd.

    Schönen Gruß
    Moni

    • monikahes
      Juni 7, 2014 um 12:08 pm

      Und was ich noch vergessen habe: Pizza find ich auch toll. Würde ich sofort mit dir essen.

    • Juni 8, 2014 um 10:11 am

      Erfahrungen sind, wie sie sind. Das ist immer das Gute dran, wenn man mal konkret wird – da versteht man die Position des anderen auf einmal besser.

      Solche Erfahrungen sind zudem nichts Außergewöhnliches, was sonst nie so vorkommt und die Du nur aufgrund einer einmaligen, besonderen Situation gemacht hast. Das zu behaupten, wäre gelogen. In einem Fussballspiel hat man beides auf kleiner Fläche vereint: Aggression einerseits und Zusammenhalt andererseits. Manchmal kochen die Aggressionen hoch und manchmal kocht das Wir-Gefühl hoch. Aggressionen führen in der Verstärkung manchmal zu Schlägereien und das Wir-Gefühl zur Verbrüderung mit seinem Ausbeuter.

      Ich bin grad deshalb ein Befürworter von Fussball: Fussball zeigt, wie der Mensch wirklich ist. Da fallen die Masken. Ansonsten spielen wir nämlich meistens bloß Rollen und uns gegenseitig was vor. Mir ist es lieber, ich weiß, mit wem ich es zu tun habe. Ich bin lieber mit den Menschen, wie sie sind, in Kontakt, als mit Menschen, die sich gegenseitig nur geschönte Selbstbilder voneinander präsentieren.

      Meiner Erfahrung nach ist es ein geschöntes Selbstbild, wenn wir von uns als Menschen glauben, dass wir alle friedlich und immer nett zueinander wären, wenn bloß die Umstände oder die Erziehung anders gewesen wäre oder wir alle bloß Gemüse essen würden. Wer das glaubt, der versteht nicht viel vom Menschen. Aggression gehört zu unserem Wesen ebenso dazu wie das Mitgefühl.

      Wenn wir der Aggression ihren Raum verweigern, weil unser Selbstbild das nicht zulässt, und wir uns selbst als bewusstseinsmäßg hoch entwickelte Geistgemeinschaftswesen – früher hat man mal Engel dazu gesagt – imaginieren, dann sinkt unser aggressiver Anteil in den Schatten ab, wo wir keinen Zugang mehr dazu haben. Damit sind die Aggressionen aber nicht weg, sondern kommen hinter freundlichen Masken versteckt, umso stärker zum Vorschein. Und dann erst fangen Aggressionen an, richtig bösartig zu werden.

      Es ist nichts alles nur negativ oder nur positiv. Frieden ist kein absoluter Wert an sich. Es gibt Grenzen sowohl in individuellen wie in gemeinschaftlichen Räumen, und diese Grenzen wollen erfahren und verteidigt werden. Dazu ist ein gewisses Maß an Aggression nötig. Krebs ist ein Parade-Beispiel dafür, was passiert, wenn Grenzen nicht verteidigt werden. Tibet ist ein anderes. Was in Tibet bis jetzt passiert ist, ist schon schlimm genug. Aber dass China damit über die Quellen verfügt, die die großen indischen Flüsse mit Wasser versorgen, das öffnet langfristig nochmal einen anderen Blick auf diese Geschichte. Und da sieht man den Dalai Lama und sein Friedensgeschwafel plötzlich ein bisschen anders. Bhutan hat übrigens draus gelernt: die haben eine kleine Armee.

      Im Fussball werden die von uns ständig verleugneten Aggressionen teilweise rehabilitiert.
      Und die Verbrüderung wird endlich mal für ein paar Minuten gelebt. Ansonsten ist es ja bloß eine hohle Phrase, dass wir als Menschheit alle Brüder sind. Ich wüsste nicht, wo wir das sonst leben. In einer Kirche habe ich Brüderlichkeit jedenfalls noch nie erlebt. Dort ist alles bloß geheuchelt.

      Ebenso ist es doch ein Fakt, dass wir ebenso Individuen wie Gemeinschaftswesen sind. Aus Individuen können fensterlose Monaden wie Autisten werden und aus Gemeinschaftswesen Massen und Lemminge. Wir haben nicht nur unsere individuelle, wir haben auch eine gemeinsame Energie, nicht nur ein individuelles, sondern auch ein kollektives Bewsstsein. Ich find’s gut, mit beidem umzugehen. Ich weiß, wie es sich als Einsiedler lebt, ich weiß aber auch, wie es ist, in einer großen Menge zu stehen.

      Wenn Du sagst, Massenveranstaltungen lenken vom eigentlichen bzw. wahren Leben ab, kann ich das so nicht teilen. Im Gegenteil: Massenveranstaltungen grundsätzlich aus seinem Erfahrungsbereich auszuschließen, schränkt meiner Ansicht nach das wahre Leben ebenso ein wie die Flucht vor der Einsamkeit und der Erfahrung, wie es sich, mal völlig auf sich selbst zurückgeworfen zu sein.

  4. federleichtes
    Juni 7, 2014 um 1:11 pm

    @ Martin

    „Hat also viel mit Vertrauen und bedinungslose Liebe zu tun. Gilt das für die Vögel nicht“

    In dem Sinne, wie Wikipedia Glauben definiert, wirkt der Glauben der Menschen eben nicht. Beschreiben wir bedingungslose Liebe als Wiki-Glauben und Vertrauen, und beobachten wir menschliches Verhalten, dürfte das klarer werden. Zumal es menschlichem Glauben nur erlaubt wird, etwas Bestimmtes (A ODER B) zu glauben – dazu gehört auch Irr-und Aberglaube.

    Vögel (und anderes Getier und Blumen) existieren also im Wiki-Glauben, in EINEM Glauben, während Menschen Dies, Das, oder Jenes, heute A und morgen B glauben. Sie glauben an Ungerechtigkeit und Gerechtigkeit, sie glauben an Gott Fussball und Teufel Schnaps. Und zwar glauben sie auf eine Weise, als würde richtig sein, was sie lediglich annehmen können – aufgrund bestimmter Umstände:
    Das das, was verifiziert, absolut verifizieren kann, und das, was verifiziert wird, absolut verifzierbar ist. Dazu gehört ein Glaube. Hätten Vögel diesen Glauben, gäbe es keinen einzigen mehr. Und wenn Menschen nicht diesen sehr speziellen Glauben hätten, gäbe es auch keinen einzigen Menschen mehr.
    Woraus abzuleiten wäre, warum Menschen Fussball vergöttern oder verfluchen müssen, und Vögel nicht.

    Am Rande
    Der Turmfalke benutzt die Kirche zum Nisten, ansonsten scheißt er drauf.

    Gruß
    Wolfgang

  5. Juni 7, 2014 um 7:49 pm

    @Martin

    Vor ein paar Jahren habe ich einen Vortrag des Hirnforschers Wolf Singer gehört. Im Rahmen des Kongresses hatte ich zudem Gelegenheit, persönlich mit Singer zu reden und mich zu vergewissern, dass ich seinen Vortrag richtig verstanden hatte. Das Thema seines Vortrages war, dass unser Gehirn prinzipiell nicht in der Lage ist, zu erkennen, wie es selbst funktioniert. Für mich hat Singer damit für die Hirnforschung formuliert, was Gödel für die Mathematik. Wie ein System nicht mit den Mitteln des Systems bewiesen werden kann, kann das Gehirn sich nicht mit den Mitteln des Gehirns erkennen. Demzufolge kann sich auch unser menschliches Bewusstsein nicht vollständig erkennen.

    Vor ein paar Tagen hatten wir einen Austausch dahingehend, dass ich gesagt habe, Du kannst nicht wissen, ob Du in Deinem Job nicht genau an der Stelle sitzt, wo Du eines Tages einen entscheidenden Hebel umlegen kannst/wirst. Du hast mit dem Flügelschlag des Schmetterlings geantwortet.

    Das Problem, um das es in beiden Statements geht, ist ein sehr grundlegendes. Wenn man es sorgfältig durchdenkt, ist die einzige Schlussfolgerung, dass niemand definitiv wissen kann, wie „man sich zuträglich zu verhalten hat, damit das Überleben langfristig gesichert ist“. Ich denke, wir müssen uns dran gewöhnen, mit einer prinzipiellen Unsicherheit zurechtzukommen.

    Ebenso wie die Welt durch Deinen Blog oder eine Entscheidung in Deinem Büro gerettet werden oder untergehen kann, ebenso kann die Welt durch einen Fussballgucker oder sogar einen Gröler und Flaschenwerfer gerettet werden oder untergehen. Die Konsequenz, die ich daraus ziehe, heißt: alle Spieler mit ihren jeweiligen Karten (Fähigkeiten, Eigenschaften) zuzulassen, denn jede Karte kann für den spielentscheidenden Zug gebraucht werden. Tut man es nicht, verliert man womöglich, weil man einen Spieler nicht zugelassen oder eine Karte als wertlos erachtet und weggeworfen hat. Alles, auch das anscheinend Negative zuerst mal zulassen und stehen zu lassen, ist nicht einfach. Ich will nicht behaupten, dass es mir immer gelingt, aber wenn es schon drum geht, was man glaubt, dann glaube ich, dass dies der einzig mögliche Weg ist: niemand von vorneherein ausschließen, nur weil einem persönlich die Nase, das Verhalten, die Grundeinstellung oder sonst was nicht passt.

    Wenn unser Hirn uns die Antwort nicht geben kann, was es selbst und/oder zuträgliches Verhalten ist, ist das, dem man folgen kann, die Begeisterung. Das, wofür ein Mensch sich begeistert und sich mit Leidenschaft engagiert, das bringt uns alle im Überlebens-Spiel weiter. Ich denke, dass hinter diesem Blog eine Menge Leidenschaft und Begeisterung steht, von Dir, aber auch den Leuten, die hier sonst noch mitmachen. Das bringt insgesamt alle voran. Deshalb ist der Blog eine tolle Sache.

    Aber wenn Leute mit Begeisterung Fussball gucken, ist das eben auch Begeisterung.
    Warst Du nicht selbst mal so einer? 🙂

    • Juni 7, 2014 um 9:43 pm

      Marian, vielen Dank für diese Blickweise. Ja, so kann ich die Menschen, die sich noch dafür begeistern können, gut stehen lassen. Inzwischen rufe ich über den Titel auch schon nicht mehr zum Boykott auf sondern möchte nur noch aufzeigen, warum ich nicht mehr schauen werde.
      Mag also Jeder das für ihn sich gut Anfühlende tun 🙂
      Viele Grüße, Martin

    • federleichtes
      Juni 8, 2014 um 1:41 am

      Es war ein harter Tag dank der Hitze, es war für uns ein begeisternder Ausflug. Verlief wie jeder unserer Ausflüge, so verschieden sie sich gestalten, so freudig sind wir unterwegs, ohne jemandem zu schaden, und ohne mehr als uns selber bemühen zu müssen. Dieserart Lebensgestaltung nenne ich von konstruktivem Geist geleitet. Aus Erzählung und Beobachtung kenne ich auch eine andere Art Begeisterung, zum Beispiel aus den Anfängen des Zweiten Weltkriegs, und von Eishockeyspielen, bei denen Spieler begeistert prügeln, und von Zuschauern, die begeistert randalieren .
      Insofern unterscheide ich konstruktive und destruktive Begeisterung, und bemühe zur Unterscheidung die beiden Begriffe Enthusiasmus (Erregung des Seins) und Euphorie (Geisteskrankheit).

      Was unser Hirn KANN ist eine Frage – von wem es beschäftigt wird, eine andere. Hier unterscheide ich in verschiedene „Arbeitgeber“:
      Den Körper (Bedürfnisse), den Geist (Feindseligkeit – Herrschaft) und das Bewusstsein (Problematisierung, Analyse und Korrektur).

      Dass verschiedene Arbeitgeber auch verschiedene Befähigungen des Gehirns befördern/vernachlässigen, scheint wohl logisch. Wenn ein Fussballer sich also sieben Tage in der Woche mit körperlichem Training und Ideen, wie man Gegner besiegen kann, beschäftigt, wird daraus ein anderer Geist-Mensch sich entwickeln, als bei einem Menschen, der Philosophie und Germanistik studiert und seine Doktorarbeit über die Bruderschaft von Hesse und Andersen schreibt.

      Woraus mir folgt:
      Für jeden Menschen ist eine Lebensrolle vorgesehen. Er lebt sie, stets, auch wenn nicht seine Talente Berücksichtigung finden. Warum wer was macht, wir wissen es nicht – und was er morgen und übermorgen machen wird, wir wissen es nicht. Tatsache ist, Menschen leben gesellschaftlich nicht unter optimalen Bedingungen, erlebten keinen optimalen Start in ihre Existenz, und ob ihre Persönlichkeiten von Eltern, Umfeld und Schule optimal gefördert wurden, wage ich zu bezweifeln. So geht’s also voran mit einer saftigen Hypothek im Grunde des Menschen – die ihn konditioniert auf eine Weise, die er nicht kennt, auf Wegen, die ihm fremd sind.

      Wie wir diesem Menschen begegnen wollen oder können, ist mir keine Frage des Geistes, sondern wird gestaltet von unserem Gefühl.. Was sollte – gefühlt – ein Mensch für Euch sein: Nützlich, friedlich, aktiv-konkurrierend oder passiv-kooperativ? Soll er im Guten wie im Schlechten Wertmaßstab für Euch sein, dienlich als Professor und Müllmann? soll er Euer Pferd, Euer Sattel oder Euer Zügel sein?

      Gleich wie – meinen Weg werdet ihr nicht gehen können, so wie ihr Eure Wege alleine zu gehen habt – GANZ alleine, wenn Ihr Eure Mitmenschen nicht zu lieben bereit seid. Allzeit bietet Leben diesen Weg bereitwillig an. Ob andere Menschen diesen Weg gehen, liegt nicht in meiner Hand, nicht ín unseren Händen. Sicher scheint mir nur, dass Menschen, die (voller Begeisterung) bestraft werden, diesen Weg niemals werden gehen können.

      Fingsten oder Pfussball? Beides ist nicht alternativlos.

      Gruß
      Wolfgang

      • Juni 8, 2014 um 10:29 am

        Ja, siehst Du, Wolfgang – jetzt fängst Du auch an, mit dem Lieben und dem Nicht-Lieben zu drohen. „Wenn ihr nicht zu lieben bereit seid, werdet ihr GANZ allein sein“.

        Also strengen wir uns alle furchtbar an, zum Lieben endlich bereit zu sein und versauen dabei alles.

        Jetzt lass doch DU !!! mal die Menschen in Ruhe 🙂

        • federleichtes
          Juni 8, 2014 um 1:09 pm

          Ja, konkrete Ansprache kann etwas Bedrohliches mitschwingen lassen. Und in einer persönlichen Konkretisierungsabsicht, die den „Anspruch Authentisch“ erfüllt, muss sich etwas Wesenhaftes reflektieren.

          Ich fühle mich vom Ganz-Allein-Sein nicht bedroht. Geschah bereits vor Jahren, dieser Blick, nur vor mir selber zu stehen – GANZ allein zu sein, wenn’s drauf ankommt. Dieser Blick veränderte mich, nicht mehr (neurotisch fixiert) auf fremde Hilfe zu warten.

          Bereit-Sein zu lieben erfordert mir keine Anstrengung; ist reine Präsenz, eine Einstellung, das was kommt, GENAU als das zu nehmen, was da kommt – als Autisten, als fast blinde alte Frau, als Pferd oder Baum, als Ameise oder als Mensch, der den Mut hatte, von schwersten Misshandlungen in seiner Kindheit zu berichten.
          Also Bereit-Sein, um das Ganze verstehen zu wollen?

          Formuliere ich für Dich meinen bedrohlichen Satz mal anders:
          „Wer nicht lernt, lieben zu wollen, wird nicht lieben können“.
          Das ist meine Erfahrung, und nicht diskutabel. Dass Liebe-Lernen im Leben veranlagt scheint, beruhigt mich ebenso wie die vielen verschiedenen Wege und Spielfelder, die in der Umsetzung gegangen und betreten werden.

          Glückauf.

          Wolfgang

  6. Juni 7, 2014 um 7:56 pm

    @Wolfgang
    Danke für Deinen Kommentar. Ich glaube :-), das geht in dieselbe Richtung.

  7. Juni 8, 2014 um 11:30 am

    Der Begriff „destruktive Begeisterung“ erscheint mir fragwürdig. Wenn Fussball in Randale umschlägt, kochen meiner Beobachtung nach unterdrückte Aggressionen hoch. Das hat mit Begeisterung nichts zu tun.

    Begeisterung ist für mich verbunden mit Freude, Neugier, Staunen, Interesse, Anteilnahme, Weitung, Offensein. Auch Fussball kann man so erleben und ist mit ein wesentlicher Antrieb, warum Leute Fussball gucken.

    Wenn Aggressionen hochkochen, fühlt sich das durchaus anders an. Was beim Fussball natürlich auch vorkommt.

    Rollen, die Menschen spielen, sind nützlich, friedlich, konkurrierend oder kooperierend. Müllmann und Professor sind auch Rollen. Rollenspiele sind immer eine Sache des Geistes. Gott sei Dank fallen Menschen manchmal aus ihren Rollen heraus. Wenn sie aus allen Rollen herausgefallen sind und dann noch was übrig bleibt, dann kann man ihnen vielleicht auch mal begegnen.

    • Juni 8, 2014 um 12:29 pm

      Ich traf gestern einen jungen Mann, der wie einige andere Menschen, die ich persönlich kennenlernen durfte, Emotionen Anderer in sich wahrnehmen kann. Diese Menschen spüren sofort, wenn der Gegenüber eine Rollen (eine Person -> durch eine Maske sprechen -> Personalausweis) und nicht sich selbst spielt und fühlt dies als Lüge. Nicht umsonst formulierte ich den Artikel mit Bezug auf erhöhte Wahrnehmungen Hochsensitivität – das schwierige Leben in einer unehrlichen Welt.

      Kann es wirklich gut sein, Rollen zu spielen? Entfernt man da sich nicht von seinem Selbst und verbiegt sich, wird auf Dauer krank dabei? Ist das der Grund, warum inzwischen so viele Menschen mit Burn-Out oder Depression zu kämmpfen haben?

      Dient diesen Menschen das Sportereignis, um aufgrund von zwnaghaften Rollenspielen angestaute Energie mal rauszulasen?

  8. Juni 8, 2014 um 1:25 pm

    Da ich aufgrund der Kommentierungstiefe Wolfgang weiter oben zum Thema „Lieben-lernen“ nicht direkt antworten kann, also hier weiter. Wer das Gedicht von Charlie noch nicht kennt:

    • federleichtes
      Juni 8, 2014 um 2:32 pm

      Was Du „Erkenntnisweg“ nennst, ist im Grunde ja Konkretisierung – Vertiefung (ins Unbewusste) zwecks Klärung, Erhellung, Durchdringung, Umfassung – ein Prozess, der mittels Offenbarung das schafft, was wir (hier) Bewusstsein nennen. Ein Prozess, den wir Leben nennen.

      Offenbarung mag etwas Ganzes betreffen, die Konkretisierung erfolgt aber im und durch den Menschen. Und zwar NUR individuell. Bedeutet, der Eine kann das sich im Innen und Außen Offenbarende ertragen, der Andere nicht gleich, und Viele gar nicht.

      Ich achtete hier auf Deinem Blog darauf, dass Menschen sich frei artikulieren können. Dass das, was ins Fließen (offenbaren) kam, nicht (wieder künstlich) gestoppt wird. Grundsätzlich gibt es auf der Offenbarungs-Bühne ja nichts Richtiges und nichts Falsches. Logisch? Darum tauschen wir hier nur verschiedene Standpunkte aus, um dem sich Offenbarenden ein stabil(er)es Feld zu bieten.

      Gerade dachte ich an meine Zeit auf Kreta. Ich war begeistert, schwamm auf einer Welle des Glücks. Das mich tragfähig machte, eine neue geistige Welt konfrontieren zu können. Mein Blick auf die kretische Realität aber war (dadurch) VER-klärt. Es brauchte seine Zeit, Aufklärung zu betreiben, dieses „V“ auszuradieren und ER-Klärung zu formulieren.

      Aus den verschiedenen Erklärungen A und B entsteht auf der bildhaften Ebene ein AB, auf der Bewusstseinsebene schließlich ein C. Und wenn die Zeit uns nicht vorzeitig verlässt (womit nicht zu rechnen ist), sicher ein Omega: DAS Bewusstsein. Das über die Anderen verfügt, und für die Einen verfügbar ist.

      Für eine nicht beabsichtigte Kommentierungstiefe bitte ich um Nachsicht.

      Gruß
      Wolfgang

      Im Sinne der Festplatte: Ist gleich fertig.
      Und für die, die GLAUBEN, die Festplatte der Schöpfung sei fertig und vollständig bespielt: Irrtum. Nur künstliche Informationen beanspruchen (künstlichen) Raum.

      • Juni 8, 2014 um 2:43 pm

        “Im Sinne der Festplatte: Ist gleich fertig.“

        Hab Dank für diese Information bezüglich der Datenlage …

        Gruß Guido

  9. Juni 8, 2014 um 4:21 pm

    @Wolfgang

    Wer könnte Dir widersprechen? Das stimmt natürlich alles. Aber in früheren Zeiten war das alles mal eine geheime Botschaft, etwas, über das man nicht geredet hat.

    Weil das Drüberreden das Gehirn auf das Thema anspitzt, und der Weg dann umso mühseliger und länger wird. So ist es nämlich mir gegangen. Da gibt es diese Dalai Lamas, Gopas, von Dürckheims, Thich Nhat Hanhs und wie sie alle heißen. Ich habe das mit Begeisterung gelesen und gedacht: Die wissen alle, wie das Leben geht, bloß ich weiß es nicht. Da will ich auch hin.

    Und sobald man das denkt, hat man zusätzlich ein Riesenhindernis zu überwinden, das kann ich Dir flüstern. Da ist man dann ein Vogel, der plötzlich einen Ring am Fuß hat. Da ist mann dann ständig dabei, sich selber zu beobachten: hab ich’s jetzt? bin ich soweit? kann ich lieben? ja, ich hab’s. nein, ich kann’s doch nicht und so weiter und so fort. Bin ich jetzt schon erleuchtet oder bin ich’s nicht?

    Und deshalb ist das Beste, man lässt das Ganze mit der Erleuchtung einfach sein, ist bloß ein normaler Mensch und freut sich am Leben.

  10. Juni 13, 2014 um 1:13 am

    Zur sozialen Lage in Brasilien wird es in Kürze einen Film geben, zu dem es schon einen beeindruckenden Trailer gibt: „“We dont like Samba!“ “

Comment pages
  1. Juni 10, 2014 um 10:00 am

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