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Ich fühle mich als Zinssklave. Besser ohne Geld, Tausch und Handel …

Ubuntu: ich bin, weil wir sind

Ubuntu: ich bin, weil wir sind

Eine neue Art von Denken ist notwendig,
wenn die Menschheit weiterleben will.
Albert Einstein

Niemand ist mehr Sklave, als der,
der sich für frei hält, ohne es zu sein.
Johann Wolfgang von Goethe

So hatte ich vor ein paar Wochen schon einmal formuliert, nachdem mir immer klarer wurde, welche Bedeutung Geld sowie seine Schöpfung in privater Hand in Kombination mit Zinsen hat. Mittlerweile ist es eines der Hauptthemen auf den neuen Montagsmahnwachen, die seit ca. 6 Wochen zunehmend in ganz Deutschland besucht werden. Dass die Krisen mit dem Geldsystem zusammenhängen, ist nicht mehr zu übersehen. Und das hier nichts mehr geheilt werden kann, wird immer offensichtlicher. Mich lässt das Thema seit Beginn der neuen Finanzkrise 2008 nicht mehr los. So fand ich eine kleine, inspirierende Geschichte, warum das Geld wirklich erfunden wurde, und vor Kurzem eine kleine wirtschaftliche Parabel, die das Problem der Zinsnahme in Kombination mit der Geldschöpfung sehr einfach erklärt: Muss uns unser Zinsgeldsystem am Ende immer in den großen Krieg führen?

Inzwischen gibt es viele Bewegungen, die sich Gedanken machen, wie eine Ökonomie aussehen kann, die für den Menschen da ist, und nicht, so wie es gefühlt wird, der Mensch für die Wirtschaft arbeiten muss, und so Arbeit zur neuen Religion geworden ist. So findet man die Gemeinwohlökonomisten, die für mehr Kooperation statt Konkurrenz zum Wohle der Menschen einstehen. Jene, die ein Vollgeldsystem als zuträglicher erachten. Oder ein fließendes Geld mit Negativzins der Freiwirtschaftler, bis hin zum Zeitgeist Movement, die mit ihrer Ressourcen-basierten Wirtschaft ohne Geld auskommen wollen. In eine ähnliche Richtung denkt Michael Tellinger, der mit dem UBUNTU Kontributionssystem der UBUNTU Liberation Movement ebenfalls eine Gesellschaftsarchitektur ohne Geld im Auge hat. Die berührende Bedeutung der UBUNTU-Philosophie hatte ich vor einiger Zeit über diese kleine Geschichte kennengelernt:

Ein Anthropologe bot Kindern eines afrikanischen Stammes ein neues Spiel an. Er stellte einen Korb voller Obst in der Nähe eines Baumesab und sagte ihnen, wer zuerst dort ist, gewinnt die süßen Früchte. Als er ihnen das Startsignal gab, liefen sie alle zusammen und nahmen sich gegenseitig an den Händen, setzte sich dann zusammen hin und genossen ihre Leckereien.

Als er sie fragte, weshalb sie so gelaufen sind, wo doch jeder die Chance hatte, die Früchte für sich selbst zu gewinnen, sagten sie: “Ubuntu, wie kann einer von uns froh sein, wenn all die anderen traurig sind?”

Ubuntu in der Xhosa-Kultur bedeutet: »Ich bin, weil du bist, und ich kann nur sein, wenn du bist.«.

Und diese Kultur strahlt Michael Tellinger in seinen Vorträgen zu der Idee einer Welt ohne Geld aus. Ich habe mal einen Vortrag ausgewählt, der etwas verkürzt wurde, aber dennoch den Spirit und die Motivation für die Ideen gut rüber bringt, also schaut selbst, welche Vorteile eine solche Welt hat, und auch aufzeigt, warum das Geld uns zu Sklaven Jener macht, die das Geld schöpfen, und wie es uns befreien würde, ließen wir es hinter uns:

Hier ist noch ein weiteres Video mit einem ins Deutsche übersetzten, vorgelesenen Text aus einem Buch von Michael:

  1. Mai 21, 2014 um 10:08 pm

    Hat dies auf zeus6411's Blog rebloggt.

  2. Berthild Lorenz
    Mai 23, 2014 um 11:09 am

    Die Diskussion nach dem Vortrag zur „Ressourcenbasierten Ökonome“ von Martin in Berlin: http://vimeo.com/11592150

  3. Mai 23, 2014 um 2:25 pm

    Fuer die Mammonmaechtigen sind wir nur Nummern….
    Zahlen auf Kontos…. Zahlen auf Kreditkarten…
    Die Zahlenden der Zinsen…
    Fuer diese Typen sind wir nur Mittel
    zu profitablem und bereicherndem Zweck…
    Man behandelt uns deshalb nicht wie Menschen…
    Das System ist unpersoenlich… kaltschnaeutzig…
    unwuerdig…unmenschlich…unnahbar…distanziert
    Man behandelt uns…in den meisten Faellen…
    ganz einfach…. wie Dreck….:-(

    • maretina
      Mai 23, 2014 um 4:13 pm

      Lieber Gerhard,
      die Sache ist nur, das System als solches gibt es nicht. Menschen erschufen und erschaffen Systeme, die nur existieren, weil wir uns zum Teil des Systems machen ließen, immer noch machen lassen, mitspielen, auch unnahbar, kaltschnäuzig, distanziert u.s.w. sind. Wir haben das jetzige System zu dem werden lassen, was es heute ist, jeder einzeln, alle zusammen. Schuldzuweisungen bringen uns nicht ein Stückchen weiter, halten uns im alten Spiel gefangen.
      Wenn wir es anders haben wollen, dann z.B. siehe oben.

      Grüße
      Martina

  4. Mai 26, 2014 um 7:56 am

    „… und so Arbeit zur neuen Religion geworden ist“

    Es gibt einen generellen Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Religion, wie es einen direkten und speziellen Zusammenhang zwischen dem Kapitalismus westlicher Prägung und dem Christentum gibt. Oder noch mal anders: unsere heutige Arbeitswelt wurzelt in der protestantischen Arbeitsethik. Dass wir leben, um zu arbeiten (und nicht: arbeiten, um zu leben), diese ganze pflichtfixierte Arbeitsmoral IST Protestantismus pur.

    Schon in den katholischen Ländern des Südens ist diese pflichtfixierte Arbeitsmoral weniger ausgeprägt als in den protestantisch geprägten, und das liegt nur zum Teil am Klima 🙂
    Das Superbeispiel ist natürlich Amerika, das überhaupt nur das evangelikal-protestantische Christentum kennt. Gegenbeispiel sind die von Dir genannten afrikanischen Länder – jede Wette, dass überall, wo die Menschen noch ein WIR-Gefühl haben, nicht vom Christentum infiziert sind.

    Religionen suggerieren den Menschen, dass sie ungenügend und schlecht sind. Sie setzen den Menschen den Floh ins Ohr, dass sie immer besser werden müssen. Nur wer besser wird, hat eine Chance, in den Himmel zu kommen. Das Immer-Mehr des Konsumismus ist nichts anderes eine Variante dieses Immer-Besser.

    Es sind die Religionen, die auf der Bibel fußen, also die, die im mesopotamischen Raum entstanden sind, die Kooperation- durch Konkurrenz-Denken ersetzt haben.

    Derzeit zeichnet sich ein neuer Typ des Managers ab: der smarte Manager à la Google und Silicon-Valley. Das ist der Typ des bisherigen gewinnorientierten protestantischen Immer-Mehr-und-immer-Besser-Typus, der noch zusätzlich mit ein paar Jesuseigenschaften ausgestattet wird: er fühlt sich als Teil eines Teams, er propagiert das Teilen (File-Sharing :-)) und die Schwarmintelligenz, aber auch bloß, um sich und seine Umgebung zu optimieren, das heißt, im Endeffekt noch leistungsfähiger zu machen.

  5. November 18, 2014 um 12:10 pm

    „Ubuntu: ich bin, weil wir sind“:

    Über diese – weise – Aussage muß man meditieren, wenn man ihre Tiefe, ihre (wahre) Bedeutung, ergründen will.

    Was fällt mir dazu ein:

    „Ich bin ein Teil von dem Sein, das wir alle sind – das unser aller Sein ist“

    „Wir alle sind EINS; EIN Bewußtsein verbindet, eint, „vernetzt“ uns alle.“

    „Nur das WIR ist langfristig überlebensfähig. EIN einzelner Mensch kann sich nicht (einmal) reproduzieren.“

    „Um als WIR leben zu können, müssen wir in FRIEDEN, Freundschaft, „Solidarität“ leben; gleichberechtigt, harmonisch, konstruktiv, offen, aufgeschlossen, aufrichtig, wahrhaftig, usw.“

    Herzlichen Gruß!

    Wolfgang H.

  6. November 18, 2014 um 12:24 pm

    „Michael Tellinger: Der einzige Weg nach vorne ist, das Geld aus dem System zu beseitigen“:

    Der Mann hat keine Ahnung von der Wirklichkeit, fürchte ich. Für einen solchen traumtänzerischen Plan wird es niemals Zusimmung geben (können) unter dem Einfluß der „Kollektiven Zivilisations-Neurose“ (KZN).

    Der EINZIGE Weg „nach vorn“ in einer Gesellschaft der fast vollkommenen UN-WAHRHEIT ist die WAHRHEIT; ist die Aufklärung über die unbewußte Macht, die die allermeisten beherrscht UND, wie man sich aus ihrer Versklavung befreit.
    -> Aufstand aus der neurotischen Versklavung / Helmut Schulze

    Es handelt sich bei der KZN um eine sehr schwere Krankheit, die in immer mehr Fällen zu schwerer Erkrankung und Verlust an Lebensqualität führt sowie zu vorzeitigem Tod. Bei Nichtheilung letztlich auch zum kollektiven Tod = Aussterben der befallenen Population.

    Herzlichen Gruß!

    Wolfgang H.

  1. Mai 21, 2014 um 8:28 pm

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