Startseite > Gesellschaft > Wem gehört die Welt?

Wem gehört die Welt?

ego versus ecoIst das Grundübel für allen Neid, Hass, Gier etc. das Konzept des unbegrenzten Eigentums, das am Ende jene ausgrenzt, die nichts mehr besitzen und von den Almosen der Besitzenden maximal abhängig werden (siehe u.a. das römische Imperium)? In dem Artikel Die Konkurrenzlose Gesellschaft auf Ganzheitliches Bewusstsein ist wie folgt zu lesen:

Alte Vorstellungen von „Geistigem Eigentum“ erweisen sich nun, da man erkennt, dass alle Gedanken aus jenem großen Pool geschöpft werden, in dem alle Gedanken, die Menschen je dachten, die Basis allen Denkens sind, als obsolet und überholt. Keine moderne Komposition, keine neue wissenschaftliche Erkenntnis oder technische Erfindung kommt aus dem Nichts. Sie sind nicht wirklich Geistesprodukt dessen, der diese Musik, Erkenntnis, Erfindung in sich fand, sondern auf dem Humus aller menschlicher Erfahrung vor dem Hintergrund der kosmischen Seinswirklichkeit gewachsen. Kein Produkt eines Einzelnen also – sondern Gemeinschaftsleistung Aller. Anstatt über Urheberrechte zu streiten, wird Jeder, der seine Ideen aus diesem allen gemeinsamen Inspirationspool schöpft, danach trachten, bestmögliche Gedanken in diesen Pool hineinzudenken – zur Bereicherung des Allen gemeinsamen Ganzen. (Unabhängig davon, dass das Zitieren von Texten, die besser nicht auszudrücken sind, bitte mit Angaben der Quelle zu versehen sind).

Neben dem geistigen Eigentum, das als letztes Konzept von Besitz in die Welt kam, wird auch der Besitz an Land betrachtet:

Ähnlich verhält es sich mit dem vermeintlichen Eigentum an Land und materiellen Werten. Diesbezüglich kann die konkurrenzlose Gesellschaft viel von den Ureinwohnern der Erde lernen, denen die Vorstellung, man könne den Boden, das Wasser, die Luft besitzen, völlig abwegig erschien. Für sie war (und ist) der Reichtum der Mutter Erde eine Leihgabe des Großen Geistes.

“Was ist es, das ihr Eigentum nennt? Es kann nicht die Erde sein, weil sie unsere Mutter ist, die alle ihre Kinder ernährt: Tiere, Vögel, Fische und Menschen. Die Wälder, die Flüsse, alles auf ihr gehört al­len und ist für uns alle da. Wie kann ein Mann sagen, dass es nur ihm gehört?” (Massasoit, Wampanoag-Indianer)

“Meine Vernunft sagt mir, dass man Land nicht verkaufen kann. Der Große Geist gab es seinen Kindern, um darauf zu leben. So lange sie es bewohnen und bebauen, haben sie einen Anspruch auf den Boden. Nichts kann verkauft werden, außer die Dinge, die man wegtragen kann.” (Black Hawk, Fox-Indianer)

“Die Erde ist allgemeines und gleiches Eigentum der gesamten Menschheit und kann deswegen nicht das Eigentum indivi­dueller Personen sein.” (Leo Tolstoi)

In der Zeit der Jäger und Sammler gab es das Konzept des Eigentums noch nicht. Erst mit der Umzäunung von Weideland durch den Hirten vor ca. 5.000 bis 7.000 Jahren begann diese „mächtige“ Idee sich zu verbreiten (siehe Saharsia-Theorie von James deMeo), zusammen mit der Idee, dass auch Menschen Menschen besitzen dürfen. Zwar ist die Sklaverei heute abgeschaft, dennoch strahlt sie durch den Zins weiter aus, denn die Vielgeldbesitzenden besitzen über den Zins einen großen Teil der Arbeitsleistung der Besitzlosen.

Würden wir in einer verbundenen, nicht konkurrierenden Gemeinschaft auf Augenhöhe den Frieden auf unserer Welt inklusive unserer Umwelt erreichen können, das Elend mit stündlich Tausend Hungers Sterbenden bannen können?

Dieses Video mkit den Worten eines natürlichen Menschen (Indigener) ist ein passender Abschluss:


.

Anmerkung vom 13.05.2014: Ich habe den Artikel fortgesetzt, da ich passende Fakten zum historischen Ablauf der Machtaneignung der Banken erhielt, und der aufzeigt, dass das Monopoly-Spiel stark auf sein Ende zu läuft:

Wem Gehört die Welt – eine Fortsetzung

 

Kategorien:Gesellschaft Schlagwörter: , , , ,
  1. hans kreimel
    Mai 12, 2014 um 10:04 am

    neid, hass und gier wären auch bei begrenztem eigentum nicht weniger. im übrigen ist unser eigentum (zumindest zeitlich) begrenzt. das letzte hemd hat keine taschen.

    neid, hass und gier sind charakter-schwächen. wie entstehen sie?

    gier ist die überfunktion von etwas-erwerben-wollen oder vorräte für die zukunft anlegen.. damit werden andere wichtige funktionen für die lebensqualität vernachlässigt. das ist den gierigen nicht bewusst. sonst wären sie nicht gierig.

    hass ist der versuch, schuld auf bestimmte menschen oder organisationen zu projizieren. damit wird bewusst ausgeblendet, dass der mensch auch gute seiten und eigenschaften oder die organisation auch berechtigte interessen hat.

    neid ist das unvermögen, sich auf die eigenen vorhandenen ressourcen zu konzentrieren und zu versuchen, das bestmögliche daraus zu machen. der neider ergötzt sich an feindbildern, die mehr besitzen, mehr leisten, einen schöneren job haben oder einfach nur fleißiger sind als er selbst.

    neid, hass und gier haben zudem die funktion, dass sie den betroffenen viel an lebensenergie kosten und sie massiv durch demagogen beeinflusst werden können. neid und hass zu schüren wird auch politisch missbraucht. mit der gier der leute und des wählers lässt sich ein gutes geschäft machen.

    hat sich aber noch keiner gefunden, das den menschen bewusst zu machen.

    • Mai 12, 2014 um 10:27 am

      Hallo Hans,

      vielen Dank für Deinen Beitrag.

      In einer Gesellschaft, die viele Arme an der Basis erzeugt, weil sie keinen Besitz haben, u.a. keinen vererbt bekamen aus Zeiten, in denen Land geraubt wurde, wird Mangel künstlich erzeugt, was wieder Gier hochfährt.
      Was hier passiert ist dann das typische Konzept von Teile und Herrsche. Wiegel die von Dir abhängigen Menschen gegenseitig auf, durch die Gefühle von Gier, Neid und Hass, damit sie nicht bemerken, wer wirklich die Massen an der Nase herumführt.

      Der Besitz wird leider durch Erbschaft weitergereicht, womit ein weiterer Motor für das unendliche Vermehren gegeben ist.

      Viele Grüße
      Martin

      • hans kreimel
        Mai 12, 2014 um 12:21 pm

        besitz wird nicht nur durch erbschaft weiter gereicht. wobei manche vermögensgegenstände ihren wert in 30 jahre auch verzehnfachen können. ein haus in guter lage, das vor 30 jahren gekauft wurde, kann heute das 10-fache wert sein.

        während der eine in einer teuren mietwohnung lebt, erwirbt ein anderer durch mietkauf eine eigentumswohnung, die nach 20 oder 30 jahren ihm gehört.

        menschen sind unterschiedlich geschickt und unterschiedlich verantwortlich. der eine ist sich bewusst, dass er für vieles in seinem leben selbst verantwortlich ist. der andere sucht immer wieder schuldige, die seine situation verursachen. und die vermögenden sind da leider immer wieder ein beliebtes feindbild, warum sie selbst zu nichts kommen.

        • Mai 12, 2014 um 12:30 pm

          das ist mir zu schwarz/weiß.

          Ja, es gibt Menschen, die weniger vermögen, oder aber selbstgenügsamer sind, und wenig Eigentum anhäufen. Es gibt aber auch Menschen, die vermögen sich auf dem Rücken Anderer leistungslos durch das Leben zu bringen. Und da gibt es alle Schattierungen dazwischen.
          Wer durch seinen selbstgenügsames Eigentum dafür gesorgt hat, dass überall Verbotsschilder stehen (Du darfst hier nicht: wohnen, Nahrung anbauen, fischen, …), der sorgt für Mangel, und so kommt es zum „Mundraub“ oder Lohnknechtschaft.

  2. chattison
    Mai 12, 2014 um 11:39 am

    Gier ist der Hunger nach dem Morgen, anstatt am Heute satt zu werden.
    Hass ist die Übertragung seiner Wut über enttäuschte Hoffnung.
    Neid ist das Ergebnis, wenn man lange versucht nicht zu kurz zu kommen im Vergleich zu anderen und dabei über kurz oder lang immer zu kurz zu kommen vermeint, weil es immer jemanden geben wird, der an irgendetwas mehr hat.

    Allen drei ist gemeinsam eine Wurzel: mangelnde Bescheidenheit.
    Warum sich nicht mit dem Heute bescheiden?
    Warum sich nicht mit dem Gegebenen bescheiden?
    Warum sich nicht mit sich selbst bescheiden?

    Jeder Mensch hat seine Grenzen.
    Wenn er die überschreitet, aus der irrigen Annahme, der ihm zu eigene Kreis sei zu klein, kommt er immer aus dem Gleichgewicht, erzeugt Handlungshebel gegen sich selbst, die ihn dann unaufhaltsam zwingen, der Hebelkraft zu folgen und damit seinen Gleichgewichts-Kreis kompkett zu verlassen.

    Aber so, wie ein Stolpernder durch sein Stolpern aus dem Gleichgewicht gerät und seinem Schwerpunkt hinterherrennt und dabei erneut ins Stolpern gerät, wenn es ihm nicht gelingt, rechtzeitig seinen Schwerpunkt unter sich (seinem eigentlichen Zentrum) zu verlagern, so jagen die Unbescheidenen einem imaginären Schwerpunkt ihres willkürlichen Interesses hinterher und kommen deswegen auch nicht zum (Inne)Halten.

    Im Tai Chi lernt man schon seit etlichen tausend Jahren, dass man die Unterstützerfläche seines Gleichgewichtskreises, bestehend aus den persönlichen Ressourcen, Potentialen und Optionen, nicht verlassen kann, ohne sein Gleichgewicht zu verlieren.
    Man lernt, diese Grenzen zu erkunden, anzuerkennen und einzuhalten.

    Ein anderer Begriff für Bescheidenheit wäre “Selbst-Genügsamkeit”.

    Jeder Versuch, diese Grenzen auszuweiten, indem man un-persönliche bzw. extern gelagerte Ressourcen, Potentiale, Optionen sich zu eigen machen will, muss Scheitern, denn dann tritt genau das beschriebene Hebelgesetz in Kraft, das sich selbst eben nicht aushebeln lässt!

    • Mai 12, 2014 um 11:52 am

      sprich: wer die Menschen zum Lohnarbeiten für seine Zwecke braucht, sorgt dafür, dass sie sich nicht selbst genügen können, sie mehr haben wollen, und daher auch mehr arbeiten wollen?

  3. chattison
    Mai 12, 2014 um 12:07 pm

    Sprich:
    Wer die Menschen zum Lohnarbeiten für seine Zwecke mißbraucht (denn wenn er es richtig anfinge, benötigte er eine Ausbeutung, Instrumentalisierung fremder Kapazitäten nicht!), sorgt

    a) dafür dass diese sich selbst (ihrem Selbst) nicht genügen können und dadurch dieses Hebelgesetz gegen sie angewandt wird und sie zwingt, durch ihr Leben zu stolpern, einmal um ihrem Zentrum hinterher zu laufen, dass ein anderer an sich zieht und einmal um dem Schwerpunkt eines anderen hinterher zu laufen (der eben nicht der ihre und damit nicht identisch sein kann!) und sie deshalb „zerreißt, denn beides ist unmöglich zu erreichen!

    b) dafür, dass auch der „Arbeitgeber“ nie an sein Ziel kommt, denn er hat sein Eigeninteresse verraten, indem er es externalisiert hat und mit den von ihm mißbrauchten Menschen unmöglich erreichen kann!
    Das wäre ungefähr so, als würde man meinen:
    Damit ich zur Ruhe kommen kann, muss ich Lichtgeschwindigkeit erreichen, denn da steht die Zeit endlich (in Relation zur Umgebung quasi) still, anstatt einfach mal stehen zu bleiben.

    Das Arbeits“konzept“ wie es unermüdlich verdummend verkauft wird, ist kompletter Verrat an jeglicher Vernunft.

    Denn Vernunft ist „Rationalität“ und Rationalität ist Verhältnismäßigkeit:
    Aber ist es wirklich verhältnismäßig, dass für den, noch dazu zwangsweise erfolglosen, Versuch eines Einzelnen, mit sich zur Ruhe zu kommen, Abertausenden dafür in den Arsch getreten wird, um sie „in Gang“ zu bringen, damit das auf diese Weise rotierende Hamsterrad einen Pseudo-Stillstand in Rastlosigkeit erzeugt?
    Hääh?! Geht´s noch???
    Das ist maximaler Mißbrauch, der noch dazu immer noch mehr (am Selbst) Defizitäre erzeugt und damit die gesamte Welt aus dem Gleichgewicht bringt.

  4. ralphbuttler
    Mai 12, 2014 um 1:07 pm

    Hat dies auf Auf dem Dao-Weg rebloggt.

  5. Alexander Wölk
    Mai 12, 2014 um 2:38 pm

    Die einzig denkbare Lösung für (Erlösung aus) diese(r) „Mutter aller Zivilisationsprobleme“ wurde erstmalig vor zwei Jahrtausenden erkannt, kann aber erst heute verwirklicht werden:

    http://www.deweles.de/files/6g9u.pdf

    Jesus von Nazareth war mit Sicherheit der einsamste Mensch, der jemals auf diesem Planeten gelebt hat, denn er wusste, dass die Natürliche Wirtschaftsordnung („Königreich des Vaters“) zu seinen Lebzeiten nicht zu verwirklichen war, auch wenn die ideale Makroökonomie in rein technischer Hinsicht bereits damals möglich gewesen wäre. Wo wäre in diesem Fall die Menschheit heute? Niemand kann wagen, sich das vorzustellen!

    Die halbwegs zivilisierte Menschheit zog es vor, in religiöser Verblendung zu verbleiben, und die „Herde“ fiel mit dem Cargo-Kult des Katholizismus (stellvertretend für alles, was sich heute „christlich“ nennt) in die wohl primitivste Form der menschlichen Existenz zurück, über die man sich als auferstandener Mensch überhaupt erheben kann (Bleiben Sie dennoch freundlich zu Ihrem Dorfpfarrer – er kann nichts dafür.).

    Wer in „dieser Welt“ nach „Höhe“ strebt, darf auf gar keinen Fall wissen, dass er nur zwei Möglichkeiten hat: Er kann auf Kosten anderer leben (Zinsgewinner), oder andere werden auf seine Kosten leben (Zinsverlierer). Eine dritte Möglichkeit ist in einer Zinsgeld-Ökonomie nicht vorgesehen, und die beiden verbleibenden Möglichkeiten lassen kein wirklich sinnvolles Leben zu, wenn wir ein solches als eine Abfolge von bewusstem Wollen und zumindest möglicher Willensbefriedigung auffassen:

    http://www.deweles.de/globalisierung/leben.html

    Stefan Wehmeier, 07.10.2011
    http://www.deweles.de

  6. Mai 12, 2014 um 6:19 pm

    „In der Zeit der Sammler und Jäger gab es das Konzept des Eigentums noch nicht“.

    Das ist ein Irrtum. Schon sehr viel länger besetzen Tiere ein Stück Land, grenzen dieses „Revier“ mit ihren Markierungen ab und vertreiben alle Artgenossen, die sich auf demselben Stück Land häuslich einrichten wollen. In aller Regel gibt ein Tier ein Stück Beute höchstens an Familien- oder Herdenmitglieder ab, aber nicht an Artgenossen aus einer anderen Familie oder einer anderen Herde. Das Konzept des „Besitzes“ reicht also sehr weit in die Vergangenheit hinein, bis in eine Zeit, als wir noch auf den Bäumen hockten.

    Brandneu hingegen ist das Konzept, mit Anderen und zwar auch solchen, denen man sich nicht persönlich verbunden fühlt, zu teilen. Dieses Konzept scheint mir noch in der Erprobung zu sein, und es liegt an uns, was wir daraus machen. Auf die Natur und die Evolutionsgeschichte können wir uns dabei jedoch nicht berufen. Das halte ich für unseriös.

    Das Konzept, dass eine Tierart auf Kosten einer anderen lebt, gibt es auch schon lange: diese Lebensform nennt man Parasiten. Manchmal machen Parasiten ihren Wirten schwer und schaffen und schränken deren Lebensqualität erheblich ein. In anderen Fällen kommt es zu einer Symbiose.

    Dass Tiere einer Spezies auf Kosten der Mitglieder derselben Spezies leben, ist allerdings selten. Da fällt mir im Augenblick bloß das Bienenvolk ein. Was es im Tierreich allerdings fast gar nicht gibt, ist, dass die Mitglieder derselben Spezies einander umbringen, wenn sie Konflikte miteinander haben.

    • Mai 12, 2014 um 6:31 pm

      hm, hab mal gegoogelt:

      Der Unterschied zwischen Eigentümer und Besitzer
      Als erstes können Sie darauf verweisen, dass Eigentümer ein umfassendes Herrschaftsrecht an einer Sache haben (vgl. § 903 BGB), während Besitzer nur die tatsächliche Sachherrschaft innehaben (vgl. § 854 BGB). Vereinfacht gesagt gehört Eigentümern eine bestimmte Sache und kann über sie nach Belieben verfügen. Besitzer hingegen sind im Besitz einer Sache, dennoch müssen sie nicht gleichzeitig Eigentümer dieser Sache sein.
      Daher können Sie Eigentümer sein, ohne die Sache besitzen zu müssen (z.B. Vermieter), andererseits können Sie Besitzer ohne umfassendes Herrschaftsrecht sein (z.B. Mieter).

      Beide Rollen sind in unserer Gesellschaft gesetzlich untermauert, sprich man darf Ansprüche vor Gericht geltend machen.
      Sieht aber so aus, dass der Eigentümer schon die Beherrschendere Rolle hat. Diese Unterscheidung sollte es im Tierreich nicht geben. Hier gibt es nur das Besetzen eines Raums, um es zum Leben zu besitzen. Aber nicht das vermieten eines Eigentums, damit ein anderer es besitzen kann, so dass ich davon leistungslos profitieren kann.

    • chattison
      Mai 12, 2014 um 6:45 pm

      Das Konzept des Eigentums konnte es bei Jägern und Sammlern nicht geben, weil Jäger und Sammler Nomaden sind
      https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4ger_und_Sammler
      Eigentum setzt Seßhaftigkeit voraus.

      Tiere besetzen ein Terrain, haben also Besitz ergriffen und dies geschieht auch immer nur insoweit, als das Tier bestimmte Terraingrößen zum Überleben benötigt, kennen aber kein „Eigentum“ im Sinne dieses Wortes, das ganz unzweifelhaft eine juristische Wortschöpfung ist.
      In Präjuristischen Zeiten also inexistent^^

      Dazu kommt erschwerend, dass das Eigentumskonzept keinerlei Beschränkungen vorsieht.
      Und DAS ist die Wurzel des Grundübels.
      Niemand kann etwas dagegen haben, dass jemand zum Schlafen soviel Platz beansprucht, wie sein Körper benötigt.
      Warum aber sollte einer die Fläche von 1000 Menschen für sich beanspruchen können, nur um zu schlafen???
      Das ist weder nachvollziehbar noch verhältnismäßig und damit bereits obsolet.

      In der Natur gibt es außer dem Menschen kein Tier, radikal überhaupt keines, das in vergleichbarer Maßlosigkeit und zügelloser Unbeschränktheit alles für sich okkupiert und dies von vorneherein mit maximalem Anspruchs“recht“ gekoppelt („Machet euch die Erde untertan“-Blabla“) hat!

      Alles, was über die unmittelbare Bedürftigkeit hinaus geht, ist Luxus.
      Solange andere Menschen in existentiellen Grundbedürfnissen extrem benachteiligt sind (und dazu muss ich nicht nach Indien, Afrika gehen, da reicht schon ein Schritt vor die eigenen 4 Wände), ist eigener Luxus menschenverachtend.
      Erst recht, wenn dieser Luxus nur zustande kommen kann, indem man anderen genau diese existentiellen Grundbedürfnisse raubt!
      Dann ist Luxus nicht nur menschenverachtend, sondern sogar kriminell.

      Man kann sicherlich, wenn man nichts besseres zu tun hat, über die genaue Definition von Luxus (wann, wo unter welchen Umständen fängt er denn nun an, der „Luxus“?) streiten, aber ganz sicherlich nicht über die Grenzen von Maßlosigkeit und Unverhältnismäßigkeit, denn die lassen sich sogar mathematisch exakt bestimmen.

      Wer halt keine Lust hat, da zu rechnen, dem wird halt dann eine ganz andere Rechnung beizeiten aufgemacht werden, die Wucherzinsen der besonderen Art bereit hält, die selbst der Megamastermoneymogul nicht mehr mit seinen lustigen Kontobits begleichen kann…

      • Mai 12, 2014 um 8:53 pm

        Maßhalten ist doch nichts Natürliches. Die Natur ist ihrem Wesen nach orgiastisch, maßlos, rauschhaft, dionysisch-trunken. Maßlosigkeit ist allen Lebensformen immanent. Jedes Lebewesen wird von der Sehnsucht getrieben, sich zu entfalten, zu vermehren, noch mehr von diesem Stoff, der Leben heißt, zu inhalieren und in sich aufzunehmen.

        Die Grenzen werden nicht durch das entsprechende Lebewesen selbst, sondern durch die jeweiligen Gegenspieler wie Fressfeinde oder durch den Rückgang des Nahrungsangebots oder Platzmangel und dgl. gesetzt.

        In der Natur ist es so, dass die Beute die Zahl der Räuber kontrolliert, und nicht umgekehrt.

        Vögel taugen nicht wirklich als Schädlingsbekämpfer, denn unterhalb einer gewissen Verbreitungsmenge von Raupen und Käfern wird die Suche für sie zu aufwendig und die Vögel verhungern. Die Vögel sterben vor den Käfern aus.
        Indessen nimmt die Zahl der Vögel mit der Zahl der Insekten zu.

        Auf den Menschen übertragen, heißt das: die Beute sind in diesem Falle wir alle oder doch die meisten von uns. Wir hätten also durchaus die Möglichkeit, die Zahl der Räuber zu kontrollieren. Wir, die anscheinend normalen Bürger, müssen uns mal klar machen, dass wir Räuber wie Konzernchefs, Bankmanager und Politiker erst hervorbringen.

        Darauf zu warten, dass die Räuber ihre Grenzen selbst erkennen, wenn ihnen keine gesetzt werden, das funktioniert nicht. Kein Konzernchef und kein Bankmanager wird von sich aus sagen „es ist genug“, und wenn einer es sagt, rückt sofort ein anderer nach, der noch nicht genug hat.

        Wenn Veränderung, dann muss sie von denen kommen, die Beute sind bzw. ausgebeutet werden.

        • Mai 12, 2014 um 10:09 pm

          Maßhalten oder Füllen, ich denke, dass wir auch hier eher wieder in der Mitte liegen.
          Ich habe selten Tiere wahrgenommen, die sich fett fressen.
          Und alle Lebewesen inkl. Pflanzen hören irgendwann auf zu wachsen. Es gibt also eine gesunde Grenze, über die hinaus eben nicht gegangen wird.
          Zustimmen muss ich allerdings bei der Betrachtung der Jäger, dass sie das nur sein können, weil die Beute es zulässt. Und da muss sich aber mächtig was wandeln, sonst wachsen die Jäger doch laufend nach …

  7. Mai 12, 2014 um 9:25 pm

    Grundlegende Fragen sind grundlegend zu beantworten und zu behandeln. Wem gehoert was? Was ist orginal und was nicht? Kann man einem Gedankengut einen Urhebernamen geben?

    Gedichte von Goethe… Dramen von Shakespeare oder Schiller? Philosophie von wem auch immer..? Gemaelde von Duerer? Mathematischen Formulierungen und Entdeckungen von Einstein? Etc… etc…etc..Musik von Bach…Beethoven…Brahms… Mahler…???? etc…etc…
    Alles in einen Topf werfen und daraus schoepfen? Ist das inspirierend, motivierend?
    Koennte da nicht jeder einfach so nehmen was er will und meint zu brauchen ohne zu zitieren und Rechenschaft ueber den Ursprung der Gedanken zu liefern?
    Nur so einige Fragen zum Thema!?… 🙂
    Gruss, Gerhard
    G1st@aol.com

  8. chattison
    Mai 13, 2014 um 8:14 am

    Was die These angeht, dass Maßlosigkeit ein tragendes Prinzip in unserer Welt sei – da empfehle ich die Lektüre der Beiträge von gold-dna, da wird diese These nicht nur relativiert, sondern pulverisiert^^

    • Mai 13, 2014 um 8:50 am

      Die Welt der ANDEREN, die aber auch die Welt von uns EINEN ist, auch wenn wir das mehr und mehr zu leugnen versuchen, mit unserem Verständnis von Leben und mit unseren Erwartungen an das Leben zu interpretieren, kann nur dazu führen, dass wir unser Vokabular von der Sprache des Lebens als Ganzes entfremden müssen. Die Offensichtlichkeitsarbeit der ANDEREN unterscheidet sich wesentlich von unserer Öffentlichkeitsarbeit, dahingehend, dass unsere Intention eine andere ist … die (P)ermanente (R)edundanz der ANDEREN hat nichts mit Maßlosigkeit und üppigem Farbrausch zu tun … doch mehr dazu im vierten und letzten Teil der Schwarzmalerei, der in den nächsten Tagen online geht, vorausgesetzt ich verlaufe mich nicht im maßlosen Dschungel der realisierten Exformationen …

      Gruß Guido

  9. Alexander Wölk
    Mai 13, 2014 um 8:39 am

    „Dann aber bemerkte der Schatten, daß es etwas gab, das stärker war als er. Und er wurde neidisch. Und als er schwanger geworden war von sich selbst, brachte er plötzlich den Neid hervor. Seit jenem Tag trat das Prinzip des Neides in allen Äonen und ihren Welten in Erscheinung. Jener Neid wurde als Fehlgeburt gefunden ohne Geist in ihm. Wie ein Schatten ist er in einer wäßrigen Substanz entstanden. Darauf wurde der Haß, der aus dem Schatten entstanden war, in eine Region des Chaos geworfen.“

    Dieser Text (Die Schrift ohne Titel / Über den Neid des Schattens) ist etwas schwieriger zu verstehen und setzt die Kenntnis der verwendeten Metaphorik voraus. Er ist von zentraler Bedeutung in den Nag Hammadi Schriften, denn er erklärt zum einen die Zwangsläufigkeit der Erbsünde und zum anderen, warum die Urchristen (Gnostiker), die die wirkliche Bedeutung der Erbsünde zwar kannten, aber noch nicht wussten, wie sie zu überwinden ist, mit ihrem Vorhaben, sich gegenseitig zinslose Kredite auf freiwilliger Basis zu geben (christliche Nächstenliebe), scheitern mussten.

    Die „wässrige Substanz“ lässt sich direkt mit „liquides Zinsgeld“ übersetzen. Bei dem „Schatten“ handelt es sich um den „Schatten der Schlange“; dies geht aus einem anderen Nag Hammadi Text hervor, der hier aus Platzgründen nicht behandelt wird. Bekanntlich wurde Eva („Frau“: Finanzkapital / „Mann“: Sachkapital) von der „Schlange“ dazu verführt, sich an der „Frucht vom Baum der Erkenntnis“ zu bedienen. Die „Schlange“ ist ein vorantikes Symbol für die Sparsamkeit, denn nur die Schlange erspart sich sowohl Arme als auch Beine. Der „Schatten der Schlange“ symbolisiert die Ersparnis. Und eine Ersparnis, die „schwanger geworden ist von sich selbst“, bringt durch Verleih den Neid hervor, solange das Geld zinsfrei verliehen wird, denn der Kreditgeber ist bis zur vollständigen Tilgung des Kredites neidisch auf den Kreditnehmer, weil er bis dahin auf Liquidität verzichten muss! Dieser Neid kann nur mit dem Zins (Urzins) kompensiert, sprich bezahlt werden. Deshalb heißt der Urzins in der modernen Geldtheorie Liquiditätsverzichtsprämie (= „Frucht vom Baum, der Frucht macht“). Die Erbsünde ist also zwangsläufig, weil der gegenseitige Neid aller Menschen automatisch dazu führt, dass entweder gar kein Geld mehr verliehen wird, oder dass doch wieder Zinsen genommen werden. In beiden Fällen kommt es zur Katastrophe. Im ersten Fall gerät die Volkswirtschaft in eine so genannte Liquiditätsfalle. Der Geldkreislauf (Baum des Lebens) bricht zusammen, die gesamte Kultur zerfällt. Im zweiten Fall spaltet sich die Gesellschaft in viele Arme (Zinsverlierer) und wenige Reiche (Zinsgewinner), bis die Armen nichts mehr zu essen haben und die Reichen nicht mehr wissen, wohin mit ihrem vielen Geld – am Ende entsteht Krieg.

    Der Neid des Liquiditätsverzichts ist immer stärker als die christliche Nächstenliebe, die es, wie wir jetzt wissen, seit der Gründung der „heiligen katholischen Kirche“ im vierten Jahrhundert gar nicht mehr gibt. Dabei ist zu beachten, dass ein freiwilliger Verzicht auf Zinsen etwas ganz anderes ist als ein Zinsverbot (Scheinheiligkeit), denn Zinsen lassen sich bei der Verwendung von Zinsgeld mit Wertaufbewahrungsfunktion grundsätzlich nicht verbieten, wenn das Geld im Umlauf bleiben soll, was wiederum die Grundvoraussetzung ist für jede zivilisatorische Weiterentwicklung. Genau deswegen waren viele Zeiten im Mittelalter „finstere Zeiten“. Der Cargo-Kult (Wahnsinn ohne Methode) des Katholizismus (hier stellvertretend für alles, was sich heute „christlich“ nennt) war die endgültige „Vertreibung aus dem Paradies“: der vollständige Verlust der Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus.

    Albert Einstein: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

    Um die Marktwirtschaft (Paradies) vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus (Erbsünde) zu befreien, müssen wir die vergessene Erkenntnis des Jesus von Nazareth verstehen. Er war der erste Denker der Geschichte, der erkannt hatte, dass sich niemals der Mensch – ob bewusst oder unbewusst – an das Geld anpassen lässt, sondern nur das Geld an den Menschen (GoTh = Gospel of Thomas):

    (GoTh 001) Und er sagte: Wer die Erklärung dieser Worte findet, wird den Tod nicht schmecken.

    (GoTh 044) Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel.

    (GoTh 055) Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein.

    (GoTh 105) Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden.

    (GoTh 106) Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: „Berg, hebe dich hinweg!“, wird er verschwinden.

    (GoTh 113) Seine Jünger sagten zu ihm: „Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?“ Jesus sagte: „Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: „Siehe hier oder siehe dort“, sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht.“ ***

    Die originale Heilige Schrift (die Bibel bis Genesis 11,9 sowie ein wesentlicher Teil der Nag Hammadi Schriften), die dadurch gekennzeichnet ist, dass ihre Verfasser die wirkliche Bedeutung der Erbsünde noch kannten, bezieht sich immer zuerst auf die ganze Kultur und erst danach auf den einzelnen Kulturmenschen:

    Mutter = Summe aller Ersparnisse
    Hure = Finanzkapital
    Brüder und Schwestern = Sachkapitalien
    Berg = Rentabilitätshürde
    Tod = Liquiditätsfalle
    Vater (der Kultur) = Kreditangebot
    Sohn = Kreditnachfrage
    heiliger Geist = umlaufgesichertes Geld (heilig = gesichert; Geist = Geldumlauf)
    Königreich des Vaters = Natürliche Wirtschaftsordnung

    *** (Silvio Gesell, Vorwort zur 3. Auflage der NWO, 1918) „Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat.“

    Jesus von Nazareth entdeckte fast zwei Jahrtausende vor dem Genie Silvio Gesell die einzige Möglichkeit, wie Menschen wirklich zivilisiert zusammenleben können: das Grundprinzip der absoluten Gerechtigkeit als Basis für die ideale Gesellschaft. Wenn es überhaupt nur möglich ist, einen unverdienten Gewinn auf Kosten der Mehrarbeit anderer zu erzielen, wäre selbst dann, wenn alle Menschen „gut“ wären, der nächste Krieg unvermeidlich. Sind aber arbeitsfreie Kapitaleinkommen durch vollkommene marktwirtschaftliche Konkurrenz (monopolfreie Marktwirtschaft) auf Null geregelt, bedeutet es prinzipiell das Beste für alle, wenn der Einzelne nur das Beste für sich anstrebt. Das ist die wahre Nächstenliebe. Bis auf die „sichere Unendlichkeit“ (die menschliche Dummheit = Politik und Religion) gibt es für den „Himmel auf Erden“ (Nachfrage Angebot) keine weitere Ausrede.

    „Adam und Eva repräsentieren nicht die ersten Urmenschen nach den letzten Menschenaffen (eine völlig unsinnige Vorstellung), sondern die ersten zivilisierten Menschen, die sich von ihren Vorfahren dadurch unterscheiden, dass sie Geld benutzen und in einer Marktwirtschaft leben. Und weil das so ist, hat eine „moderne“ Menschheit, die bereits Raumfahrt betreibt, etwas im Grunde so Einfaches wie das Geld noch immer nicht verstanden und lebt bis heute in der Erbsünde!“

    Stefan Wehmeier, 15. Juli 2011
    Auszug aus: http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

  10. Mai 13, 2014 um 8:54 am

    Worauf ich hinaus wollte, ist das Wechselspiel zwischen Lebewesen und Umgebung. Leben ist die Sehnsucht nach Sein, nach Fortdauern, nach Vermehrung, nach Sich-Ausbreiten. Darin unterscheiden Tiere und Pflanzen sich nicht vom Menschen. Tiere und Pflanzen werden in aller Regel jedoch durch ihre Umgebung ausgebremst. Da gibt es andere Tiere und Pflanzen in der Umgebung, die verhindern, dass eine Art sich endlos ausbreiten kann. Oder es fehlt ein bestimmter Nährstoff im Boden oder ein zum Wachsen notwendiger Wurzelpilz oder so was. Auch der Wechsel der Jahreszeiten, auf den Tiere mit großen Wanderbewegungen oder Winterschlaf reagieren, gehört in diesen Kontext.

    Zellen hören auf, sich zu teilen, wenn sie aus der Umgebung die entsprechenden Informationen bekommen, so entsteht die Form der Organe und so organisiert sich der Körper. Überall scheint das Schlüssel-Schloss-Prinzip Anwendung zu finden.

    Die Natur mag keine Leere. Überall, wo was wachsen kann, wächst auch etwas. Es wächst, soweit und solange die Umgebung es zulässt und kein Gegenspieler oder Mangel auftritt.

    Als Menschen haben wir im Gegensatz zu Tieren und Pflanzen die Fähigkeit, unsere Umgebung in großem Stil zu verändern. Das ist der grundlegende Unterschied! Wir haben das „natürliche“ Schlüssel-Schloss-Prinzip außer Kraft gesetzt und passen die Umgebung unserem Wünschen nach Sein, nach Fortdauern, nach Vermehrung und Sich-Ausbreiten an.
    Wir schaffen uns eine neue technisch-künstliche, neuerdings auch vermehrt eine virtuelle Umgebung.

    Wenn Tiere in eine dermaßen veränderte Umgebung kommen, in der das natürliche Schlüssel-Schloss-Prinzip außer Kraft gesetzt ist, werden sie auch fett: das Resultat landet dann auf Deinem Teller 🙂

    Damit will ich sagen: diese Sehnsucht nach Mehr, die uns treibt, ist nichts Widernatürliches
    oder Schlechtes. Diese Sehnsucht ist das Leben selbst, ist dem Leben immanent.

    Es ist das Erbe der Religionen, hauptsächlich des (protestantischen) Christentums, diese Lebenssehnsucht rein negativ als Hass, Gier und Neid zu interpretieren. Die Absage an diese Sehnsucht ist Lebensverweigerung, und genau das ist das Wesen fast aller Religionen. Religionen sind ein Versuch, uns selbst auszubremsen, indem sie uns ein schlechtes Gewissen einreden.

    Mit der Fähigkeit, die Umgebung zu verändern, hat uns die Natur eine neue Art von Freiheit geschenkt, die Tiere und Pflanzen nicht haben. Das ist ein riesiges Geschenk! Wir können und dürfen jetzt ausprobieren, ob wir klüger sind als die Natur/Evolution bzw. das Gesamtbewusstsein eines Ökosystems, das vermutlich in holografischer Form als Instinkt in den Lebewesen abgelegt ist.

    Tja, so wie es aussieht, bei all den Problemen, die wir selbst gemacht haben, sind wir wohl nicht klüger als dieses Gesamtbewusstsein, sondern munter dabei, den Karren gegen die Wand zu fahren.

    Ich möchte einen Weg gehen, der nicht darin besteht, dass die Beutetiere den Jägern deren Lebenssehnsucht als Hass, Gier und Neid vorwerfen. Dieses Konzept der Religionen ist meiner Ansicht nach nicht nur gescheitert, sondern hat grad das Gegenteil bewirkt. Ich wünsche mir vielmehr, dass die Beutetiere ihre eigene Sehnsucht wiederentdecken, bejahen und entsprechend handeln. Aber das ist etwas, was einer für den anderen nicht machen kann.

    • Mai 13, 2014 um 9:12 am

      “Überall scheint das Schlüssel-Schloss-Prinzip Anwendung zu finden.“

      Wäre dem so könnte nicht eine Zelle “funktionieren“, weil die Größe und Schwere des Schlüsselbundes jegliches “Funktionieren“ einer (!) Zelle nicht ermöglichen könnte, geschweige denn ein ganzes Organ als Zellverbund, geschweige denn eine Verkörperung als Organverbund. Bei derart vielen Schlössern und Schlüsseln, die diesbezüglich notwendig wären, verhindert das Klimpern und Rasseln all der Schlüssel dass sich das Wesentliche des Lebens “Gehör“ verschaffen könnte … weil unentwegt obendrein sichergestellt werden müsste, dass Bärte sich nicht in “fremde“ Angelegenheiten stecken …

      Gruß Guido

  11. chattison
    Mai 13, 2014 um 9:29 am

    @Fingerphilosoph

    Mit der Fähigkeit, die Umgebung zu verändern, hat uns die Natur eine neue Art von Freiheit geschenkt, die Tiere und Pflanzen nicht haben. Das ist ein riesiges Geschenk! Wir können und dürfen jetzt ausprobieren, ob wir klüger sind als die Natur/Evolution bzw. das Gesamtbewusstsein eines Ökosystems, das vermutlich in holografischer Form als Instinkt in den Lebewesen abgelegt ist.

    http://www.berliner-zeitung.de/wissen/studie-der-nasa-zivilisation-ist-dem-untergang-geweiht,10808894,26612426.html

    Wenn einem Wesen, das sich aus der Rückkopplung ausgekoppelt hat, Mittel an die Hand gegeben sind, sein „Mehr-wollen“ über Techniken aller Art zu exponentialisieren, dann ist das kein Geschenk, sondern ein Fluch.

    Sie schreiben von der „Natur“ als Instanz, die Eigenschaften vergibt – dem kann ich so nicht folgen.
    Das typisch menschliche Bewusstsein ist ein emergentes Phänomen.
    Emergenz ist nie gesteuert, geplant, sondern echtspontan.

    „Natur“ ist lediglich die begriffliche Subsummierung der beobachteten Phänomene, ohne selbst ein Phänomen zu sein.
    Vergleichbares gilt für den Begriff der „Evolution“ oder eben auch „Bewusstsein“.

    Ansonsten haben Sie zweifellos Recht.

    • Mai 13, 2014 um 1:18 pm

      Vielen Dank für den Link – ja, man braucht eigentlich kein NASA-Forscher sein, um zu demselben Ergebnis zu kommen.

      Von einem Bekannten habe ich Folgendes gehört: Würde man die Arbeitsleistung, die heute durch Technik und Maschinen geleistet wird, auf Menschen umrechnen, ergäbe das eine Summe von 260 Billionen Sklaven. Bei grob geschätzten 10 Milliarden Menschen auf diesen Planeten verfügt also jeder von uns über 26.000 (!) Sklaven. Oder umgekehrt: um in der heutigen Zivilisation lebensfähig zu sein und als Teil derselben, braucht ein Mensch die zusätzliche Arbeitsleistung von mindestens 26.000 Sklaven.

      Tatsächlich ist das Verhältnis ja nochmal anders. Ein Mensch in einem Entwicklungsland hat vielleicht bloß 2600 Sklaven zur Verfügung, während wir hier 260.000 benötigen. Aber selbst die Ärmsten der Armen benutzen heute Technik, um ihre eigene Arbeitsleistung beständig zu erweitern.

      Selbst wenn wir von heute auf morgen für Gerechtigkeit unter den Menschen sorgen würden, können wir uns diesen Lebensstil auf Dauer wohl nicht leisten, es sei denn, wir tun eine wundersame unerschöpfliche neue Energiequelle auf und erfinden das
      perpetuum mobile oder zumindest die kalte Fusion.

      Wer von uns ist bereit, Steine wieder von Hand zu klopfen, einen Pflug zu ziehen, Kartoffeln zu lesen, ins Bett zu gehen, wenn’s dunkel wird, im Winter ohne Heizung auszukommen, mit fünfzig zu sterben und was sonst noch alles zu einer Reduzierung der „Pro-Kopf-Rate der Erschöpfung auf ein nachhaltiges Niveau“ gehört?

      Besteht der Fluch nicht darin, dass solche Vorstellungen von einem Leben unter mittelalterlichen oder steinzeitlichen Bedingungen uns ängstigen? Ist der Fluch nicht identisch mit der Angst, dass wir auf Waschmaschine, Autos, Haus, Kühlschrank, Urlaubsreisen, Internet, Heizung und alles, was uns sonst Spaß macht, womöglich demnächst wieder verzichten müssen?

      Aber selbst, wenn es so sein sollte, ich empfinde es trotzdem als Geschenk, dass wir das alles mal ausprobieren durften und konnten.

      Dass „die Natur“ oder „die Evolution“ keine Entitäten sind, darin stimme ich zu. Ich denke aber trotzdem, dass hinter allem eine unvorstellbare Liebe und eine unvorstellbare Weisheit steht. Davon finde ich überall Spuren und alles, was ist, erzählt mir davon.

  12. Mai 13, 2014 um 7:53 pm

    Weiter oben schreibt Fingerphilosoph:

    Mit der Fähigkeit, die Umgebung zu verändern, hat uns die Natur eine neue Art von Freiheit geschenkt, die Tiere und Pflanzen nicht haben. Das ist ein riesiges Geschenk! Wir können und dürfen jetzt ausprobieren, ob wir klüger sind als die Natur/Evolution bzw. das Gesamtbewusstsein eines Ökosystems, das vermutlich in holografischer Form als Instinkt in den Lebewesen abgelegt ist.

    Conny Dethloff, von dem wir hier auch schon lesen konnte, hat an andere Stelle einen sehr guten Artikel darüber geschrieben, welche Probleme wir uns einhandeln, wenn wir Dinge in Bewegung bringen, die wir nicht wirklich überschauen können. Er endet wie folgt:

    Das folgende Video zeigt sehr anschaulich, welche Auswirkungen es nach sich ziehen kann, wenn man ein Problem lösen möchte, aber dabei nur unzureichend Neben- und Fernwirkungen seiner Aktionen in die Überlegung mit einbezieht und damit das eigentliche Problem nachhaltig verschlimmert.

  13. Mai 14, 2014 um 7:01 pm

    Und auch Ernst Friedrich Schumacher hatte 1973 erkannt:

    Der moderne Mensch erfährt sich selbst nicht als Teil der Natur, sondern als eine von außen kommende Kraft, die dazu bestimmt ist, die Natur zu beherrschen und zu überwinden. Er spricht sogar von einem Kampf gegen die Natur und vergißt dabei, daß er auf der Seite der Verlierer wäre, wenn er den Kampf gewönne. Noch bis vor kurzem sah der Kampfverlauf so günstig aus, daß die Selbsttäuschung unbegrenzter Macht daraus erwuchs, doch wiederum nicht so günstig, als daß er die Möglichkeit eines vollständigen Sieges hätte erkennen lassen. Dieser Sieg zeichnet sich nun ab, und viele Menschen, wenn auch nur eine Minderheit, beginnen sich darüber klarzuwerden, was das für das Weiterbestehen der Menschheit bedeutet.

    Fundstelle: Small is beautiful. Die Rückkehr zum menschlichen Maß

  14. maretina
    Mai 15, 2014 um 9:35 pm

    Ich weiß nicht, können die Fragen vllt. mal anders gestellt werden?

    Leben will sich ausdehnen, orgiastisch pulsieren. Ich wage zu bezweifeln, dass das für Menschen funktioniert, die auf ihrem Be-Sitz sitzen, quasi festkleben. Das
    macht unbeweglich, wie der Begriff Immobil-ie so wunderschön verdeutlicht. Nicht nur physisch, sondern auch geistig.

    Die Kämpfe um mehr, was bringen sie, wo ist der Punkt, der verdeutlicht dass sich das ganze Gerackere und Kämpfen lohnt?
    Maßlose Ausdehnung im Sinne von immer mehr funktioniert nicht, ist begrenzt. Was nicht begrenzt ist ist Bewegung, im Sinne von geistiger und infolge auch physischer Beweglichkeit.

    Die Armen folgen dem Konzept von Eigentum und Besitz genauso wie die die wahrlich vielvielvielzuviel haben. Warum wird das Konzept nicht hinterfragt?
    Warum fragen wir nicht wie wir wirklich leben wollen? Mit den Fragen nach der Um-ver-teil-ung wird das Konzept jetziger menschlicher Existenz nicht hinterfragt. Es entstehen neue Teile, die Würfel fallen anders, das wars dann aber auch. Menschlicher Expansionsdrang wird dadurch nicht gebremst.

    Gier, Hass und Neid sind Ableger der Angst. Der Angst um die eigene Existenz.
    Gier –> ich schütze mich vor einem in der Zukunft vermutetem Mangel, der meine Existenz bedrohen könnte. Zukunftsangst.
    Hass –> ich habe Angst, dass Andere mir das was mir notwendig für mein Leben scheint, streitig machen, mich bedrohen. Es ist die Frage nach dem der stärker ist. Hass schützt vor der Bewusstwerdung immer vorhandener Angst, die mit existentieller Bedrohung zusammenhängt..
    Neid –> Andere haben was mir gebührt, es entsteht die Angst vor Mangel in der Gegenwart.

    Allen drei Emotionen gemeinsam ist, dass sie, wie auch die Angst, den Fluss der Lebensenergie stauen und blockieren, die Situationen so weiter verfestigen (–> W. Reich).
    An dem Punkt sind wir wohl als Gesellschaft und auch als Einzelne angkommen.

    Grüße
    Martina

    • Mai 16, 2014 um 7:51 am

      Ich hörte mir gestern einen Vortrag an, der das Gefühl der Scham beleuchtete, einem Begriff, der hier noch gar nicht viel. Eine wichtige Methode beim Lernen und Verbilden ist das Beschämen, das so wohl seinen Sinn hat, als auch eben Traumata auslösen kann, und damit auch Angst:


      Und gleich ncoh eine Schamforscherin dazu:

  15. Gerd Zimmermann
    Mai 16, 2014 um 9:13 am

    Ich spueh’s auf jede Wand………

    @ DIE WELT DER ANDEREN, DIE ABER AUCH DIE WELT VON UNS EINEN IST……..

    Bitte nehmt Hammer und Meisel heraus und schlagt diesen Schriftzug ins Universum.

    Gute Kommentare hier.

    Gruss in die Runde, Gerd.

  16. Gerd Zimmermann
    Mai 16, 2014 um 9:31 am

    Ich weis es ist schwer die EINHEIT der Welt zu erkennen, aber ALLES ist mit
    ALLEM verwoben. Im Morphogenetischen Feld. Die Bedeutung der Sonne ist
    uns nicht bewusst. Wasser und Bewusstsein gehen Hand in Hand, wie Guido
    sagt, wir haben das noch nicht erkannt. Schauberger ersetzte erschoepftes
    Wasser gegen neues. Voellig unverstanden von uns. Wasser hat ein Gedaechtnis.
    Wie bitte? Ja, so ist ES.

    Gruss Gerd

  1. No trackbacks yet.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: