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DAS NEUE WILDE DENKEN

Christina Kessler

Der Ausdruck „Wildes Denken“ wurde von dem französischen Ethnologen Claude Lévi-Strauss geprägt, der in den 60er Jahren nach grundlegenden Strukturen des Denkens geforscht hatte.
Zwei Denkstrukturen hatte er herausgefunden: a) Das rationale Denken, das in Gegensatzpaaren („binären Oppositionen“) denkt und typisch ist für die westliche Zivilisation. Und b) das Wilde Denken, das er vorwiegend bei Naturvölkern fand.

Was ich in meiner Arbeit ganz allgemein und in meinem Artikel „Das neue Wilde Denken“ im Besonderen zeigen möchte, und was ich für äußerst wichtig erachte:

Wildes Denken ist nicht einfach prä-rationales Denken. Es ist das mystische Denken per se und im Menschen komplementär zum rationalen Denken anglegt.
Es hat nicht nur eine völlig andere Denkstruktur als das rationale Denken, es funktioniert auch völlig anders. Es löst völlig andere kognitive, aber auch biochemische Vorgänge aus. Es ist anderen Gehirnregionen zugeordnet und führt zu anderen Entscheidungen und Verhaltensformen als das rationale Denken.

Wildes Denken ist ein durch und durch integrierendes Denken. Es ist Weisheitsdenken. Orientierungsdenken. Es ist uns zur Erforschung der innereren – geistigen – Räume gegeben, während das Rationale für unser Bestehen in der materiellen Außenwelt notwendig ist. Beide gehören zusammen! Nur durch die Benutzung beider können wir das volle Spektrum des menschlichen Bewusstseins entfalten.

Wildes Denken ist nicht Intuition. Aber es führt (!) zur Intuition. Das ist ein wesentlicher Unterschied.
Wildes Denken ist auch nicht Fühlen, aber es ist unmittelbar an das Fühlen gebunden.

Das Wichtigste: Wildes Denken führt zum Lieben. Zum bedingungslosen Lieben.

Wir Westler sind, so möchte ich einmal behaupten, rational so verbildet, dass wir gar nicht mehr wild zu denken in der Lage sind. Ganz ähnlich, wie wir uns nicht mehr mit der natürlichen Geschmeidigkeit eines Wilden im Urwald bewegen können.
Hätte ich nicht so lange Zeit mit indigenen Kulturen gelebt, wäre ich niemals darauf gekommen, dass dieses Denken zu unterschiedlichen Wahrnehmungen, Werten und Verhaltensmustern führt.

Es hat lange gedauert, bis ich in der Tiefe verstand, warum die Art von Fortschritt und Karriere, der wir im Westen alle hinterher hecheln, für solche Völker gar nicht interessant ist. Dass es ihnen um ganz andere, grundlegende Dinge geht: Um das Eins-Sein mit der Natur. Um die Sorge für ihre Nächsten und die Freude am Miteinander. Darum, sich die Freiheit zu bewahren, den Gesetzen der Natur gehorchen zu können.

Was diese Erkenntnis auch bedeutet: Die spiralförmigen Entwicklungsmodelle, die heute so hoch im Kurs stehen, werden uns auf die falsche Spur führen, beziehen wir diesen Umstand nicht rechzeitig mit ein.
Die falsche Spur heißt: Wir werden nicht intelligenter und bewusster durch die Verwendung solcher Modelle. Wir werden nur noch ein weniger überheblicher. Nur noch ein wenig blinder für das unmittelbare Erkennen des Wesentlichen. Nur noch ein wenig umständlicher und langatmiger in unseren alltäglichen Lebensentscheidungen.

Eure Christina Kessler, Erstveröffentlichung

Büchertipps:

Wilder Geist – Wildes Herz: Kompass in stürmischen Zeiten
amo ergo sum: Ich liebe also bin ich
Herzensqualitäten: Die Intelligenz der Liebe

  1. März 17, 2014 um 8:35 am

    Wildes Denken würde ich für mich auch als freies Denken bezeichnen. Dieses kann man allerdings auch im Grosstadtdschungel ausüben. Auch die Technik ist kein Hemmschuh um wildes Denken in sein Leben fliessen zu lassen. Ja, man kann sogar seine Waschmaschine lieben die einem so viel Arbeit abnimmt. Natürlich nicht wie ein lebendes Objekt wie ein Mensch, ein Tier oder eine Pflanze.

    Es kommt immer auf den Standpunkt an den man einnimmt. Das wilde-, oder freie Denken erfordert eine geistige Loslösung von dem zivilisatorischen Versklavungsdenken aber nicht die Loslösung von technischen Errungenschaften. Sofern sie natürlich nützlich sind und nicht dem menschlichen Egoismus dienen.

  2. chattison
    März 17, 2014 um 9:28 am

    Also ich finde diesen Ausdruck „Wildes Denken“ total bescheuert.
    Das hat sowas von Winnetou-Romantik oder Rousseau´s „Edlem Wilden“.
    Dazu fällt mir ein, dass Rousseau ja wohl nicht einmal Europa verlassen hatte?
    Aber vielleicht gab´s damals auch in der Eifel und vergleichbaren Gegenden noch unverfälschte Charaktere^^.

    Die Dame, deren edles Anliegen ich nicht in Abrede stellen möchte, beruft sich aber in ihrer Expertise zum Thema auf ihre Forschungsreisen:

    Forschungsaufenthalte in Mexiko (Schamanismus), Ladakh (tibetischer Buddhismus, Vajrayana, tibetische Medizin), Süd-Indien (Raja Yoga, Vedanta, Ayurveda) und Südostasien (Flow-Kultur der Seenomaden) (aus: christinakessler.com)

    Ich habe auch schon mehrfach in Pferdeboxen übernachtet – bin ich jetzt ein Pferd?

    Ihre Seminarangebote zum „Wilden Denken“

    Das GOLDEN TIGER WISDOM TRAINING ist ein intensives Mind- und Bewusstseinstraining von hoher gesellschafts- und kulturpolitscher Relevanz. Es eignet sich für alle Menschen, die lehren, kommunizieren, führen oder Pionierarbeit leisten (wollen). Nach einem Ausbildungs-Jahr sind die angehenden CIDs /“tiger“ berechtigt, regionale amoChange Groups zu leiten, um ihre Fähigkeiten in prozessorientiertem Arbeiten zu schulen.

    oder

    WILDER GEIST WILDES HERZ

    Diese eintägigen Schnupperkurse oder Erlebnis-Abende bieten eine ideale Gelegenheit, die Amosophie mit ihren Themen, Seminaren und Ausbildungen kennenzulernen.
    Mit der Amosophie erhalten alle Menschen die Gelegenheit, ihr eigenes Leben und die gemeinsame Zukunft auf der Basis eines neuen Weltbildes aktiv (mit)zugestalten.
    Eines Welbilds, das auf Verbundenheit basiert.
    Eines Bewusst-Seins, das Ganzheit kultiviert.
    Eines Miteinander, in dem dem unsere Natur Heilung und unsere Kultur eine neue Blüte erfährt.
    Das ist eine vielschichtige Angelegenheit – und dennoch kann es heute einfach sein. All in one, one in all lautet das Geheimnis. Dieses neue Bewusstsein möchte geübt und trainiert werden.
    Dafür stehen Christina Kesslers Seminare und Ausbildungen.

    erinnern mich stark an die verschwurbelte LSD-Propaganda eines Timothy Leary, der da auch ein „spiritual age“ aufziehen sah.
    Was daraus wurde? – naja.

    Die Begrifflichkeit „Wildes Denken“ ist wohl unabsichtlich doch trefflich gewählt, da „wild“ ja laut Duden auch „verirrt“ bedeutet^^

    Wer´s mag….

    • März 17, 2014 um 10:13 am

      Hast Du einen Alternativvorschlag für diese Art des Denkens? (Bis auf den VHS…)

  3. chattison
    März 17, 2014 um 9:34 am

    Jetzt hab´ ich´s:
    „Karl May-Festival für Stolper-Herzen auf dem Niveau eines Kreativ-Makramee-VHS-Kurses“

    sry.

  4. chattison
    März 17, 2014 um 11:17 am

    Vielleicht sollte man erst mal festhalten, dass ein „integratives Denken“ nicht trainiert werden kann, wie eine mathematische Formel zur Lösung spezifischer Aufgaben.

    Ich persönlich halte es für einen Kardinalirrtum, überhaupt künstliche Trennungen wie „rationales“ Denken und „Irrationales“ Denken etc. als vermeintlich separate Denkformen einführen zu wollen!
    Klingt nach: „Für Wäsche bis 30° nehmen sie Serpil, für Buntes bis 60° Fürst Bismarck und für Weißes bis 90° Ätsche-Bleiche.“
    Aber ist Wasserdampf, Wasser, Schnee und Eis was verschiedenes?
    Nein, es ist ein jeweils anderer Aggregatzustand desselben Mediums.
    Auch ein Zen-Meister kann, trotz „Erleuchtung“, verhärtetes Denken praktizieren.
    Das Denken ist kein Werkzeugkasten, wo es einen rationalen Hammer, einen irrationalen Schraubendreher und eine singende Nervensäge nach Bedarf zum Herausholen gibt.

    Sie meint sicherlich das Richtige, aber umsetzen kann sie es auf diese Weise garantiert nicht.

    Das, was sie meint, ist, – sprachlich unzulänglich, inhaltlich zumindest zutreffend -, so etwas wie „Fluidität“ oder „Fließgeist“.
    Die/den findet man überraschenderweise aber noch nicht mal zwangsläufig bei den Seevölkern und ihrer „Flow-Kultur“ (das fängt schon damit an, dass es heutzutage keine Handvoll „Polynesier“ gibt, die die alte Navigationskunst ihrer Vorfahren noch beherrschen. Und von der Patriarchalität und der Umweltzerstörung selbst da wollen wir mal gar nicht reden)

    Wenn das Denken verhärtet ist, liegt´s vielleicht an der unterkühlten intellektuellen Temperatur, am beschissenen Kulturklima oder schlicht an der Sedimentierung durch mangelnde Bewegung.

    Gib dem Denken Wärme, dann taut es auf, wird geschmeidig und beweglich.
    Das hat aber nach meinem Dafürhalten weniger etwas mit Herzenswärme (amo, ergo brumm) zu tun, als vielmehr mit der Befeuerung des Geistes durch Durchkneten der Neuronen, Walken der Axone, Gymnastizieren der Synapsen.

    Das tritt dann auf, wenn man sich echten Widersprüchen aussetzt, wenn man scheitert, wenn man in Not kommt, wenn man in den Zustand innerer Zerrissenheit gerät und für diese „negativen“ (letztlich positiven, weil bewegenden) Empfindungen eine (Er)Lösung sucht, die genau darin besteht – im Lösen (Sich-loslösen, -ablösen) vom Festhalten an allem Möglichen.

    Es ist also gerade nicht(!) eine Convenience-therapy oder ein Kuschelseminar oder eine Flow-Safari, die da hin führt!

    Kannst Du einen brettharten, weil festgetrampelten Ackerboden zum Aufnehmen des Saatguts lockern, indem Du ihn streichelst???

    Das Denken will gepflügt sein, um sich öffnen zu können, die Geist-Krume muss gelockert werden, damit sie aufnahmefähig ist.

    Der Teig des Bewusstsein muss geknetet werden, damit er aufgehen kann.
    Und „Kneten“ ist keine Ayurveda-Massage.

    Im Zen kreist der „Stock der Erweckung“ nicht umsonst, damit das schläfrige Bewusstsein in die Gänge kommt.
    Und das Denken der Adepten wird jeden Tag aufs Neue im Schattenboxen der Widersprüche ausgebeult – denn: aus einem Holzbrett macht man kein brauchbares Segel.
    Aber, um im Bild zu bleiben: Man kann das Holz zerhäckseln und zu Papier verarbeiten und daraus ein Segel aus lackiertem Pergament machen und so den Wind der Verhältnisse aufgreifen und sich von ihm sonstwohin tragen lassen.

    In diesem Sinne: stay smooth.

    „smoothinking“ – könnte besser passen (isch ´abe das Gobbireit!^^) oder
    auf germanisch: Knetdenke.

    • März 17, 2014 um 11:23 am

      Mir bleibt immer wieder der Mund offen stehen, wenn ich Deinem Denken folgen darf. Danke auch hierfür, habe ich doch das Gefühl, dass ich gepflügt wurde, und das im positiven Sinne!

    • federleichtes
      März 17, 2014 um 11:10 pm

      Ja,

      „Sie meint sicherlich das Richtige, aber umsetzen kann sie es auf diese Weise garantiert nicht.“

      sprcht einiges dagegen; obwohl sie ja ganz hübsch ist.

      Hier
      http://internet-zeitung.blogspot.de/2011/08/christina-kessler-ein-weiblicher-dalai.html

      fand ich das:

      „Zentraler Begriff der Philosophin ist Liebesintelligenz. Sie gilt es individuell zu entwickeln. In der Summe können viele Liebesintelligenzen gemeinsam ein weltumspannendes Netz erschaffen. Dies ist keineswegs bloßer Idealismus, sondern ein Programm, das vielerorts bereits funktioniert. Denken wir allein an die fast weltweite Hilfsbereitschaft angesichts der Tsunami-Katastrophe in Südostasien. Christina Kessler instruiert in ihren Seminaren und Ausbildungen Menschen jedweder Herkunft, die eigene Liebesintelligenz zu entfalten und zu fördern und sich mit anderen zusammenzuschließen.

      Doch zu beachten ist: Weder einseitige Emotionalität, noch einseitige Rationalität kann zu einer Herzenskultur führen. Allein die Intelligenz der Liebe ist es, die Herz und Verstand verbindet.“

      Das Jonglieren mit Begriffen – zirkusreif. Sollte das etwa die Folge ihrer Seminare/Workshops sein? Jongliert nicht eher der Wahn, um sich nicht fassen zu lassen?

      Ein mir sehr bemerkenswerter Satz des Mr. Chattison lautet:

      „Auch ein Zen-Meister kann, trotz “Erleuchtung”, verhärtetes Denken praktizieren.“

      Ja, Geist kann auch seine „Erleuchtung“ als glaubhaft inszenieren, für Menschen, die erleuchtet sind, ohne es bemerkt zu haben, und für die, die fest davon überzeugt sind, Erleuchtung können man glühbirnengleich für Geld erwerben.

      Moment mal.
      Gestern staunten wir – gemeinsam – über die kesslerschen Buch- und Seminarpreise. Sage mal so: Das ist zwar nicht direkt faschistoid, aber die implizite (ich verwende diese Wort das erste Mal – und korrekt?) Annahme, nur begüterte Menschen seien der Erleuchtung befähigt näher zu treten, ist ein Ausdruck elitären DENKENS und lässt (das bei ANDEREN angemahnte) Gefühl im eigenen Saft, pardon, Stall nicht spüren.

      Mr. Chattison spricht von Erfahrungen:

      „… wenn man in den Zustand innerer Zerrissenheit gerät und für diese “negativen” (letztlich positiven, weil bewegenden) Empfindungen eine (Er)Lösung sucht, die genau darin besteht – im Lösen (Sich-loslösen, -ablösen) vom Festhalten an allem Möglichen.

      Und wie, bitte sehr, sollte ich meine Erfahrungen in einem Seminar/Workshop vermitteln? Als könnte es erstens dafür selbstredende Worte geben, und bestünde zweitens der Hauch, ja nur ein Häuchlein Chance für die Entwicklung MEINER (früheren) Erfahrungen in auch nur einer ANDEREN Persönlichkeit, die sie in einer späteren Zeit niemals gleichartig zu machen in der Lage ist.

      Erlöse mich von dem Pferd, auf dem ich reiten will. Während das Pferd nicht mal denkt: Erlöse mich von dem Idioten, den ich mich reiten lassen muss.

      Ja, Knetdenke. Frau Kessler meint, in Liebe zu sein, und verkauft immer wieder auf’s Neue Werbeplakate mit der Aufschrift: Mir fehlt noch mehr Geld zum Glücklichsein. Sei’s drum. Wenn sie die stete Aberntung der Früchte ihrer Begeisterungsfähigkeit als Liebesbeweise empfinden kann, streicht sie ja gleich doppelten Lohn ein für eine Leistung, die in einem geschäftlichen Handel nicht geleistet werden kann.

      Ich denke gerne an die Logik eines feindlich gestrickten Systems, die sehr genau zu bestimmen vermag, wer der Feindseligkeit dienlich ist und wer nicht. Und ich denke dann sofort auch an Wilhelm Reich, dessen Werk man verbrannte, und der – wahrscheinlich – im Gefängnis umgebracht und der Feindseligkeit aus dem Weg geräumt wurde.

      Ziemlich langweilig heute Abend.

      Herzliche Grüße in die Runde.
      Wolfgang

      • März 17, 2014 um 11:21 pm

        Je höher der Preis in Moneten, desto glaubhafter und wertvoller erscheint heutzutage ein Produkt. Dagegen wird ein Geschenk umso mehr mit Argwohn von jenen betrachtet, für die Geld keine Rolle spielt, je mehr diese Geschenk ohne Kosten von Herzen kommt … so jene nicht erreichend, die das Geschenk am nötigsten hätten.

        Vielen lieben Dank nochmals für die Post und die Grüße von Euch …

        Gruß Guido

      • März 17, 2014 um 11:42 pm

        ich finde es eher spannend, der eine zerreißend, der andere aufgreifend, aber so hat halt Jeder seinen Untergrund 😉

        • federleichtes
          März 18, 2014 um 2:10 am

          Zerreißend?
          Warum sollte ich Christina Kessler zerreißen?
          SIE lässt sich auf einer Bühne nieder; SIE tritt auf, als hätte sie den Stein der Weisen, sprich des Rätesls letzte Lösung gefunden; SIE lässt zu, zu einer Non-plus-Ultra- Ikone stilisiert zu werden; SIE selber kritisert oder zweifelt – offensichtlich für Andere – nicht an sich..

          Ich sach dir wat, so unter uns Pastorentöchtern, lieber Martin:
          Die Erfahrungen der Menschheit mit menschlichen Ikonen ist durch Ströme von Blut sehr negativ besetzt. Und diese Erfahrungen der Völker durch die Jahrtausende VERLANGEN nach einem genaueren Blick auf den Kern einer Ikone. Das hat persönlich rein nix mit Christina Kessler zu tun, im Gegenteil: Aus meiner Sicht und vordergründig ein „Dreifachhoch“ auf ihre Arbeit – die uns ja auch hier weiter hilft bei der Arbeit, (neues) Bewusstsein zu erschaffen.

          Was erwartest Du von uns? Weniger als von Dir, der hinter jede Ecke krabbelt, und selbst gebeutelt von Schauern des Entsetzens jeden „Dreck“ noch mal und noch mal umdreht?
          Vorsichtshalber behaupte ich mal, dass Du uns das genauere Schauen erst beigebracht hast!!! Und dass Frau Kessler hier auf dem Blog unserer genaueren Beschauung ausgesetzt ist, hast auch Du zu verantworten. Außerdem kennst Du mich ganz genau, und dass Mr. Chattison nicht folgenlos in Pferdeboxen nächtigt, hättest Du Dir natürlich denken können.

          So, Du bist wieder dran.

          Herzliche Grüße Dir und ein „Herzlich Willkommen“ an Frau Christina Kessler sendet

          Wolfgang

  5. federleichtes
    März 17, 2014 um 1:53 pm

    „Also ich finde diesen Ausdruck “Wildes Denken” total bescheuert.“

    Das war mir entgangen. Da war nur ein kurzer Gedanke, der fragte, was das wohl ist. Was ein Querdenker ist, konnte ich ganz gut auf diesem Blog erkennen, und wer sich Fast-Null-Reflektieren kann, sich aber als Querulant bezeichnet, betätigt den Knopf meiner Alarmglocke.

    Als Susanne und ich diese

    http://vorarlberg.orf.at/radio/stories/2558291/

    Sendung von ORF hörten, sagten wir an einer Stelle der Ausführungen von Frau Kessler gleichzeitig: „Ohoh“.

    Frau Kesslers Gedankenwelt läuft nicht rund. Woraus ich schlussfolgere, dass sie trotz einer Moderation des ‚Ich denke, also bin ich‘ auf dieser Ebene verblieben ist.
    Ich frage mal: Kann man erst mittels Denken SEIN, oder wird gerade durch das Denken über das Sein mitgeteilt, dass man es eben nicht kann.

    Warum wir ‚Ohoh‘ sagten war nicht analytisch begründet. Es war die Wahrnehmung, als Frau Kessler an einer bedeutsamen Stelle ihrer Erklärungen das Faseln begann, als ihre Rhetorik sprach – über fehlendes Bewusstsein.

    Fand ich eben auf Facebook:
    „Was braucht es, um unser System, das heute so im Argen liegt, zu verändern? Was können wir tun, um bei diesem Wandel aktiv mithelfen zu …“

    Wer das spricht, hat eher nichts verstanden, und befindet sich im „Wilden Denken“ in der Bedeutung der Worte.

    Wenn es eine Absicht gab, dieses System zu erschaffen, erschließt sich mir die NOTwedigkeit nicht, darüber zu befinden. Das System kann nur im Argen liegen, wenn es Dinge zeitigt, die nicht (absichtlich) gewollt waren.
    Stimmt aber das Drehbuch und die Rollen sind besetzt von Menschen, die den Ansprüchen der Rolle (und des Drehbuchs) ZEITGERECHT genügen, wäre es für mich völlig unsinnig, als Rolle zu fragen, welche Rolle man spielen solle. Dass manche Rolle bereits durch den Ansatz dieser indifferenzierten Anspruchshaltung auf die „Rolle“ kommt, mag Manch-Einen begeistern (z.B. den Pförtner an der Drehtür-Psychiatrie) und Manch-Anderen erstaunen, welch vielfältige Rollen zu besetzen waren.

    Ja, lieber Martin, Mr. Chattison kann bewegen, bei mir die Muskeln, die für’s Lachen zuständig sind. Da entfleucht mir sogleich: Ich lache, also bin ich.
    Wer verstanden hat, lacht, und wer richtig verstanden hat, kann andere zum Lachen bringen.

    Falls gerade eine Woche begann, fing sie im zweiten Schritt für mich gut an. Im ersten Schritt sagte mir mein Internet-Rechner, er sei lediglich eine Blechkiste im Modus: Ich kann nicht, ich will nicht, ich brauche nicht.

    Danke.

    Wolfgang

  6. März 17, 2014 um 10:29 pm

    Martin Du Schlingel,

    da bist Du mir glatt zuvor gekommen. Ich hatte bei Frau Kessler angefragt, ob ich auf Deinem Block meine Gedanken zu ihrem Text über Wildes Denken in einem eigenen Artikel verpacken dürfte, reichlich Zitate ihrerseits inklusive … und siehe da … schon geschehen. Vielen Dank, dass Du mir die “Arbeit“ abgenommen hast …

    Gruß Guido

    • März 17, 2014 um 11:38 pm

      🙂 ich fand ihre Ansätze bedenkenswert; und hat es doch so einige Impulse gegeben 😉

  7. März 17, 2014 um 10:42 pm

    Zur Wildheit vielleicht noch dieses hier: http://www.gold-dna.de/updatejan13.html#up366

    Dass man Wildheit nicht im Seminar lernen kann, liegt auf der Hand. Auch bedeutet es nicht wild zu sein, wenn man vorm Rechner mittels Ego-Shooter die Sau raus lässt. Lauf mal nackt allein nachts durch den Wald bei Vollmond … das ist eine ganz andere Marke … zumindest könnte ich mir das vorstellen 😉 … da dürften wahre Gefühle unverhüllt an die Oberfläche kommen …

    Gruß Guido

    • federleichtes
      März 18, 2014 um 3:35 am

      Ich hab‘ mal den auf Deiner Seite verlinkten Artikel

      http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/neue-wildnis-in-deutschland-soll-wieder-urwald-entstehen-a-887697.html

      gelesen.
      Aus meiner Sicht, entstanden durch 5 Jahre intensiv in der Natur, unterwegs in einem etwa 400 Quadratkilometer großen Gebiet (Bochum, Dortmund, Castrop-Rauxel, Herne) geht der Weg in eine (weitere) DE-Naturalisierung. Natürliche Flora-Fauna wird ÜBERALL sichtbar und zunehmend! systematisch zerstört. Wir haben immer größere Mühe, natürlich belassene ERSATZ-Flächen zu entdecken, auf denen die Natur noch alleine „wirtschaften“ darf. Politisches Urwald-Geschwätz, um die teils noch vorhandene natürlich-besorgte „Grüne Seele“ der Menschen nicht über Gebühr zu strapazieren? Uns wurde klar:
      Wo Grün drauf steht, ist selten auch Grün drin.

      Gegen den Erfolg vollmundig-kleingeistig-verkleisterter Absichtserklärungen steht auch die GROSSFLÄCHIGE Verseuchung der Böden/des Grundwassers durch die Landwirtschaft und die VOLLFLÄCHIGE Verseuchung des ganzen Landes mittels Chemtrails, Flugzeug- und Autoabgasgiften. Gar nicht reden wollen wir (oder doch?) über die „Altlasten“, HOCHGRADIGE Verseuchungen der Böden, über die nur grünes Gras und das Gras der Zeit (Vergessenheit) gewachsen ist. Reden wollen wir auch nicht (oder doch?) über die industriell bedingten FORTWÄHRENDEN Vergiftungen von Mensch, Fauna und Flora. Was da in konzertiert anmutendem Aktionismus geschieht, liebe Frau Kessler:
      SO WILD KANN EIN MENSCH GAR NICHT DENKEN.

      Womit wir bei einem weiteren Kritikpunkt des „Wilden Denkens angelangt sind. Es macht schlicht wenig bis keinen Sinn, auf die innere Kultur eines Menschen NUR unter einer egozentrischen Prämisse einzuwirken. Wenn gleichzeitig der LebensRAUM, den diese innere Kultur (dann) braucht, im Außen stetig zerstört wird. Und sollte es geschehen, dass ein nun im „Wilden Denken“ befähigter Mensch im Außen dem Wahn auf die Spur kommt, ihn bewusster wahrnimmt und dagegen (hoffentlich folgerichtig) rebelliert, spürt er sehr schnell seine Ohnmacht, sich gegen Schafherden und Kettensägen, gegen blind-taub marodierende Behörden und das Primat des Wirtschaftswachstums, politischer Lügengespinste und das kollektive Desinteresse der Medien an einer notwendigen Aufklärungsarbeit mitzuwirken, wehren zu können.
      Allein auf weiter Flur, Frau Kessler – eine bittere Erfahrung.

      So, jetzt reicht’s.

      Danke, Guido, und Gruß in die Runde
      Wolfgang

  8. März 18, 2014 um 2:28 pm

    Spannend, wirklich spannend.

    „Der Zweck der Ikonen ist, Ehrfurcht zu erwecken“.

    Wild, schade dass es diesen bitteren Beigeschmack im Sinne von „unterentwickelt“ gibt. Wild im Sinne von ungezähmten (hier: Denken) weist zumindest auf andere Möglichkeiten des Seins hin.

    Denken, was ist das überhaupt? Ist das Denken in vorgefertigten und vorgegebenen Strukturen Denken? Oder nur eingetrichtetes Wissen im Sinne von Funktionsfähigkeit? Das ich habe, im Sinne von Besitz. Der ja etwas Starres, nicht mehr in der Entwicklung befindliches darstellt. Aber in der uns umgebenden Gesellschaft zumindest die Hoffnung nährt zumindest keinen Mangel zu leiden.
    Denken im Sinne von wahrnehmen, aufnehmen, innerlich eigene Verbindungen, nicht nur intellektuell sondern auch auf der Gefühlsebene, knüpfen, das ist ein Prozess. Der bietet in jedem Moment neue Perspektiven, bewegt sich, fließt, ist lebendig. —> Lebendiges Denken, wie wärs damit?

    Gruß in die Runde
    Martina

    • federleichtes
      März 18, 2014 um 3:30 pm

      Lege mal bitte das „Wild“ auf ein Pferd an, das mit seiner Ursprünglichkeit im Wesen natürlich im Wesen der Natur eingebettet, gleichwohl frei leben kann.

      Der Begriff Wild ist uns negativ, weil man uns als Kinder bereits frühzeitig zu bändigen verstand: Mit Zügeln, um im Sinne einer künstlichen Kultur funktionieren zu können.

      Denke gerade an einen Mann, den ich unterwegs in Österreich traf. Mit 18 fuhr er mit dem Fahrrad nach Indien und blieb dort ein paar Jahre. Dann folgte der Schritt zurück in die Gesellschaft, die Re-„sozialisierung“ begann – und formte ein Wrack aus der wilden Seite seiner Persönlichkeit – und riss die andere Seite gleich mit in den Abgrund.

      Ja, zu denken, ich weiß etwas ENDGÜLTIGES, ist so gefährlich – wie unlogisch, solange Leben Entwicklung/Offenbarung betreibt. Starrheit erzeugt den Hauch des Todes, und die Angst vor dem Tod folgt, und daraus folgend entsteht nun die zwanghafte Demonstration von Lebendigkeit – mittels Handhabung von Leichenteilartigen Datenfragmenten.

      Ich glaube, die wichtigste Erkenntnis für einen Menschen besteht in der WAHRnehmung einer fragmentierten Komplexität, die nur ganz (bewusst) werden kann in einem unbedingten, nur auf Wohlwollen sich gründendem Miteinander. Das ist der Wille.

      Dispenza erklärte mir gerade das „Wesen des spekulativen Denkens“. Und das junge Tiere in ihrer spielerischen Wildheit in hohem Maße lernen können. Alles, was daraus folgt, erscheint mir bewusstseins-entwicklungs-technisch logisch. Künstliche Regeln prüfen, ob, und wenn, wann und wie moderiert wir sie wirklich vernünftig einsetzen müssen. Dann entsteht der Freiraum, in dem Menschen sich – potenziell – ihren eigenen Kulturgeist erschaffen können. Und eine sich Intelligenz entwickelt, mit der sie flexibel entscheiden können, welche Regeln sie wann – nützlicherweise, im Sinne eines Rollenspiels – befolgen.

      Ja, liebe Martina, ‚das Leben denken lassen‘ ist schon eine andere Nummer, als ‚das (musterhaft angelegte) Denken zu leben‘.

      Ja, sehr spannend.

      Dir einen guten Tag.
      Wolfgang

      • März 18, 2014 um 11:22 pm

        Kann ein Mensch nicht umso “intensiver“ denken, je weniger er das Gefühl hat, um sein Leben fürchten zu müssen ? Ist Denken so gesehen Ausdruck der Verantwortung des Denkenden seine gedanklichen Möglichkeiten in den Dienst einer alles Leben umfassenden Notwendigkeit zu stellen ? In diese Form kohärenten Denkens nicht die Bewusstwerdung des Findens von Zusammenhängen, die zu einem GANZEN führen … und alle anderen Formen des Denkens nicht Wegbereiter, um mittels der Suche nach Worten und anderen Ausdruckmitteln nicht ausdrücken zu können, was gefunden werden muss ?

        Die Rolle des Menschen für das GANZE kommt ja nicht von ungefähr mit der Möglichkeiten des Denkens daher. Oder anders formuliert: Gäbe es auf der Erde eine weitere Spezies, die unsere Form und Möglichkeiten des Denkens hätte, gäbe es das Universum nicht, weil es nicht realisierbar wäre. Die Rolle des Menschen ist nicht die Krone der Schöpfung, sondern die Krone der Notwendigkeit … LEGOLUTION lässt grüßen: http://www.gold-dna.de/phi1597.html#legolution

        Es kann auf einem Planeten ( realisierte Bühne des Lebens ) nur eine Spezies geben, die die Fragilität ihrer Spezies auf die Spitze treibt, in der Obhut aller anderen Spezies, die unentwegt antifragil “dagegen“ halten … und somit ganz ANDERS denken, im wahrsten Sinne des Wortes.

        Gruß Guido

        • federleichtes
          März 19, 2014 um 12:03 am

          Waungo!

          Is ja klar:
          Menschen sind lebendig, und Leben ist BESONDERS informiert, und formiert den Menschen auf eine Weise, die den Zweck, warum das Mensch-Leben erschaffen wurde, erfüllt.
          Das bzw. mein (kleines) Geheimnis ist, die Aufmerksamkeit VOLL auf das zu richten, was Mensch können und leisten MUSS: Der Spur hin zum neuen Bewusstsein zu folgen. Die ist und muss DEM Leben immanent sein.

          Oder anders – spezielle für Universologen – ausgedrückt:
          Im Bewusstsein des Menschen erscheint ein namenloses Universum. Das es möglich macht, einen alten Status und einen aktuellen Status interaktiv werden zu lassen.
          Das aber wirklich nur ganz am Rande.

          Ja, Mensch krönt die Notwendigkeit. Er lernte immer besser zu denken, also mit Geist umzugehen. Denken – im analytischen Sinne – schafft über das Erkennen und Verstehen genau das Bewusstsein, um die Not wenden zu können.

          Ist das so in Ordnung?

          Was Christina Kessler betrifft, wusch Susanne mir heute erst mal gehörig den Kopf. Zu recht.

          Also, Frau Kessler, mir tut’s leid wegen der Art und Weise, wie ich über Ihren Auftritt FÜR die Menschen hergefallen bin. In der Sache allerdings weiche ich keinen Millimeter – im Sinne eines gemeinsamen Wachstums.

          Gruß
          Wolfgang

          • März 19, 2014 um 9:09 am

            “Ja, Mensch krönt die Notwendigkeit. Er lernte immer besser zu denken, also mit Geist umzugehen.“

            Sprich Unordnung in eine Ordnung zu verpacken, und so objektiv zu umhüllen, siehe Holons … was jedoch die Unordnung vorerst nicht aus der Welt schafft, sondern nur den Schein erweckt, alles wäre soweit in Ordnung. Um aber die Unordnung endgültig in aktive Ordnung, und nicht nur in vorübergehende reaktive Ordnung, zu überführen, braucht es das entsprechende Bewusstsein, welches aus der Bewusstwerdung hervorgeht, welches die Verhüllungen mit sich bringen.
            Wildes Denken ist auf jeden Fall nicht, zu denken, dass Außerirdische uns zur Hilfe kommen, wildes Denken, im Sinne von dem Gefühl von Kohärenz vertrauensvoll zu folgen, statt Agenden des Egos zu verfolgen, bedeutet mir eher die Hilfe derer bewusst anzunehmen, mit denen wir von Natur aus eine Einheit bilden. Die Wildbienen wissen schon warum: https://faszinationmensch.com/2013/03/10/summ-summ-summ-bienchen-summ-herum/

            Gruß Guido

  9. März 19, 2014 um 12:07 pm

    Lieber Wolfgang,

    Dispenza und sein Gehirn scheint es dir ja wirklich (?) angetan zu haben. Woher kommt diese Energie, wo er doch im Grunde auch nur “Wünsch Dir was“ postuliert ? Sind wir Schöpfer der Wirklichkeit oder schöpft das Leben nicht vielmehr gemeinsam aus der Wirklichkeit, um real zu enttraumatisieren ?

    Dispenza schrieb auch “Ein neues Ich: Wie Sie Ihre gewohnte Persönlichkeit in vier Wochen wandeln können“. Klingt auch irgendwie nach Seminar, zwar günstiger zu haben als Frau Kesslers Seminare, aber ob damit die Problematisierung eines PROBLEMS, zwecks Bewusstwerdung traumatischer Aufarbeitungsmöglichkeiten, möglich wird ? Ich mag ja mein Gehirn für meine persönliche Erfüllung arbeiten lassen, aber dass hätte zur Folge, dass anderswo entsprechende Auswirkungen realisierbar werden. Mir fehlt an Dispenzas Umsetzung der wesentliche Gedanke des Kohärenzgefühls, des Einsseins in der Verschiedenheit … es geht ja um eine gemeinsame Aufgabe aller verkörperten Bewusstseine und nicht nur um die Erfüllung eigener Vorstellungen …

    Gruß Guido

    • federleichtes
      März 19, 2014 um 1:33 pm

      Susanne entdeckte und kaufte das Buch, weil sie Dispenza von seiner Mitwirkung aus dem Film „Bleep“ kannte. Sie las es bis etwa zur Hälfte und gab es mir. Ich las das erste Kapitel und schrieb HIER bereits von meiner Skepsis.

      Lieber Guido,

      wir teilen wahrscheinlich die Auffassung, dass ALLE Menschen in diesem Konzert IHRE Rolle spielen – im Sinne (natürlich) des Ganzen. Also auch Dispenza. In der Wahrnehmung anderer Rollen entsteht gerne – und fast auch natürlich – ein falsches Bild dieser Rolle. Weil ich das aus ErfahrungEN weiß, gewöhnte ich mir ab, nach dem ersten Augenschein zu bewerten – in diesem Fall mich also entschied, das Buch bis zum Ende zu lesen; und es hat sich gelohnt.

      Ich bin kein Neuorologe, auch kein sonstiger Mediziner und Experte für körperliche Strukturen. Aber ich lernte, dass das Modell, nach dem medizinisch und psychisch behandelt wird, „falsch“ ist. Da nun in jedem Falschen auch das Richtige (z.B als Hinweis) steckt, und wir (jedenfalls ich) bei unseren Analysen GENAU darauf angewiesen sind (?), brachte mir auch „Schöpfer der Wirklichkeit“ einen, klar gesagt, großen Gewinn – denn Dispenza betätigt mir (auch) Vieles von dem, was ich – ohne neurologisch-wissenschaftliche Forschungen betreiben zu müssen – entdeckte.

      Als viel wichtiger erachte ich den Anspruch (des Lebens?), die Lücke zwischen „Richtig“ und „Falsch“ zu schließen. Weil man erst dann den eigentlichen Beweggrund des Lebens klar formulieren UND IHN (nun) BEWUSST(ER) LEBEN kann. Für mich lautet der Beweggrund:
      Aus dem Falschen das Richtige machen.
      Das Machen ist ein Weg, und der kann NIEMALS falsch sein, wenn
      – es für die Wege ausreichend Raum und Zeit (Bühne) gibt,
      – wenn ausreichend Energie zur Generierung einer Leistung (Dynamik) vorhanden ist,
      – wenn alle Falsch-Informtionen (Reflexion) vorhanden sind,
      – wenn eine bewusste Absicht das „Richtig“ als ein Ziel der Wege (Projektion) formulierte, und
      – wenn sicher gestellt, ist, dass das Ziel auch erreicht wird (Bewusstsein als Macht).

      Wir sprachen hier mal von der ‚letzten Karte‘, die noch nicht ausgespielt worden ist.
      Als Kind wusste ich nicht, dass ich beobachtender Teilnehmer an einem Kartenspiel bin. Irgendwann merkte ich, dass Andere mit mir Karten spielten und erkannte in den Jahren immer besser, was das für Spiele sind. Und dann kam der Moment, als ich zu ahnen begann, WELCHE Karten im Spiel sind, und dann kam der Moment, als ich vermutete, dass ALLE Karten im Spiel sein müssen.

      Ich spiele seit 18 Jahren JEDEN TAG zu JEDER Mahlzeit „Spider Solitair“. Anfangs dachte ich, das Ziel des Spiels wäre zu gewinnen. Bis ich mittels entsprechender Erfahrungen wusste, das Ziel des Spiels ist, die verdeckten Karten umzudrehen. DAS ist der Erfolg, und für diesen Erfolg braucht es nur eine sehr einfache Strategie: Um jeden Preis Karten aufzudecken. Das ist das Spiel.
      (Es kommt in der Spielentwicklung übrigens an einen Punkt der Unvermeidbarkeit, auch die letzte Karten umdrehen zu können; ich ahne diesen Punkt, wenn noch etwas 20 umgedrehte Karten im Spiel sind. Und: Wenn nur noch diese zwanzig Karten im Spiel sind, ist es bereits völlig wurscht, welche Karte ich zuletzt umdrehe.)

      Mein Tag fing an wie aus dem Bilderbuch. Die Kaffemaschine gab keinen Laut von sich. Wat? Haben sie ein Atomkraftwerk abgeschaltet, Grüner Strom von Greenpeace doch nicht grün? Egal, die Vögel fliegen auch ohne Strom – gleichermaßen ärgerlich, allein wegen der Tiefkühle. Sicherung in der Wohnung okay, Sicherung in der Hauptverteilung – steht ein Brief davor von den Stadtwerken, gerichtet an den Herrn im EG. Aha, dafür braucht man also ein Handy. Die Dame am Telefon wollte meine Zählernummer, aber da kannte sie Wolfgang noch nicht – zehn Minuten später war der Spuk vorbei. Mein Gewinn: Ich lernte ein neues Wort kennen: Schuldigung.

      Euch einen guten Tag.
      Wolfgang

  10. Mathias
    März 19, 2014 um 9:50 pm

    Zum Denken habt Ihr ja schon alles gesagt – der Ausdruck „Lebendiges Denken“ trifft es für mich sehr gut. Und Herr Chattisons „Kneten der Neuronen“ gefiel mir auch.

    Ein Bekannter von mir formulierte einmal (für sich): Beim Gegen-Sich-Selbst-Denken würde für ihn das Denken überhaupt erst anfangen. Das bedeutet wohl in etwa das Gleiche, wie es Chattison mit der „Zerrissenheit“ ausdrückte.

    Denken bewegt sich wohl meist innerhalb eines sich entwickelnden (Bewusstheits-)Horizonts. Das Neue zu Denken – das was jenseits des Horizontes sich bewegt ist eher schwerer; aber es ist möglich. Ich denke mal durch Offenheit / Flexibilität einerseits, andererseits durch Fragen stellen. Und das hat sicher etwas mit Fließen zu tun, mit „Bereitschaftspotential“ das sich da gerade anbietet.

    Interessanter wäre es sicher, wenn sich Frau Kessler hier selbst in die Diskussion einschalten würde. Mich würde dann konkret interessieren welche „kulturpolitische Relevanz“ sie für ihr Wildes Denken sieht. Na ja, ob Kultur und Politik ein guter Nährboden sind, ist sicher Ansichtsache. Aber, besonders im Falle der Politik halte ich den Boden für äußerst unfruchtbar – die verstandesmäßige Erörterung und mit Ego-Wichtigtuerei über Belange der Menschen oder eines Volkes hinweg regieren zu wollen führen ganz offensichtlich den Karren weiter in den Dreck.

    Die Sache ist vielleicht die; ist der Karren erst offensichtlich genug im Dreck gelandet, ist ein echter Nährboden da für ein Umschwenken* („Renaissance der Menschheit“), und wenn dies geschieht, gibt es dann keine „politische Relevanz“ mehr.

    * wobei Umschwenken eigentlich nur Ausdruck eines Bewusstseins ist, das sich in immer mehr Menschen manifestiert.

    Das mal kurz … bin die Tage etwas müde.

    Gruß in die Runde, Mathias

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