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Unser Gefühl der Entfremdung von der Natur

Foto: Susanne und Wolfgang

Goethes Verständnis der Beziehung zwischen uns und der natürlichen Welt, so wie wir sie wirklich sehen können – mit der ganzen Aufmerksamkeit unseres Bewusstseins – zeigt uns auf, wie entkoppelt und entfremdet wir von der Natur sind. Wenn wir nicht richtig hinsehen, dann werden wir die Welt um uns herum einfach nicht fühlen. Obwohl wir ganz strikt gesagt von der Natur gar nicht abgetrennt sein können, denn wir sind immer in der Natur, wir sind ein Teil von ihr. Wir bestehen aus Natur. Und trotzdem ist das Gefühl der Entkopplung und Entfremdung von der Natur in uns sehr überzeugend, das Gefühl von Distanz zur Natur und Vertreibung aus ihr ist überwältigend. Unser Verdacht, dass wir die Verbindung zur Natur verlieren, lässt uns raus gehen und sie suchen: Tiefes Einatmen einer Brise Wind am Meer, das Panorama von einem Berg oder der kurze Blick auf die zahllosen Sterne an einem späten Abend. Wenn wir uns von der Natur entkoppelt fühlen, dann können wir immer raus gehen und versuchen, in sie einzutauchen. Goethe spricht die andere Seite an: Eine Verbindung mit der Natur entsteht nicht nur dadurch, dass wir raus zu ihr gehen, sondern dass wir sie in uns hineinlassen, dass wir sie sehen.Der Auffassung des Universalgelehrten, des Philosophen, Schriftstellers, Wissenschaftlers und Politikers Goethe liegt eine etwas sonderbare, für Wissenschaftler vielleicht schamlose Einsicht zugrunde: Unser Verständnis der Welt wird dadurch geschärft, dass wir uns verdammt noch mal die Zeit nehmen, richtig hinzukucken. Im Auge seines Geistes formte Goethe ganz detailliert die Konturen, Kurven und Farben der Steine und Blumen nach, die er studierte. Dieser intensive Blick auf die Dinge war für ihn die Voraussetzung einer richtigen wissenschaftlichen Analyse. Die intime Kenntnis des Gegenstandes war Goethes Wissenschaft.

Fundstelle: Einfach nur schauen, auf Geist und Gegenwart

Ich hatte heute ein Telefonat, in dem mir mein Gegenüber sagte, dass sich unser Ego-Ich in den Vordergrund spielen würde und so dafür sorge, dass wir von unserem eigentlichen Ich getrennt wären. Leider war die Zeit nicht, um das Thema zu vertiefen. Der Autor des Artikels „Einfach nur schauen“ spricht von einem immer stärker werdenden Gefühl des Abgetrenntseins von der Natur. Wolfgang und Susanne machen es uns vor, was passiert, wenn wir uns mehr in der Natur aufhalten (federleicht leben).

Kahlschlag am Rand des Schäferstuhls (Foto privat): „Ein gehöriger Schreck ist Britta Schorsch in die Glieder gefahren, als sie am Sonntagmorgen mit ihrem Hund die gewohnte Gassi-Runde am Waldrand unterhalb des Schäferstuhls drehen wollte. Ihr bot sich ein Bild der Verwüstung. „Ich hatte schon am Samstag aus der Ferne ungewöhnlichen Motorenlärm gehört, aber so etwas hatte ich nicht erwartet“, teilte die Frau hörbar erschüttert der SZ am Telefon mit. Auch andere Spaziergänger seien bei dem Anblick fassungslos gewesen.“ (mit Klick auf das Bild geht es zum Artikel)

In meiner heutigen Beteiligung der Sendung „Heißer Hocker„, in der es u.a. um unsere kranke Gesellschaft ging, kamen wir in der Plauderstunde nach der Sendung noch auf das Thema, dass immer mehr im Herbst an den Wegrändern zu bemerken ist, dass die Büsche brutal abgefräßt würden (Beispiel: Kahlschlag am Straßenrand?). Es kam die Behauptung, dass hier Büsche mit Heilkräften systematisch vernichtet werden sollen. Es gäbe eine EU-Liste angeblich giftiger Gewächse, die es zu vernichten gelte. Dabei sollen es allesamt Pflanzen mit heilenden Substanzen sein. Ob Guido dazu schon was weiß?

Kategorien:Gesellschaft
  1. Februar 4, 2014 um 12:44 am

    Spontan fällt mir dazu erst einmal Folgendes ein:

    http://www.welt.de/print/die_welt/wissen/article124472070/Jedem-Buero-seine-Bakterienflora.html

    Ob die systematische Zerstörung seitens der EU derart geplant ist, wo doch immer weniger Menschen erkennen, welcher Strauch was ist, geschweige denn, wofür er, und in welcher Art und Weise, gut ist für die Heilung ? Vielmehr scheint hier mal wieder ein ganz anderer Geist am Werke zu sein, siehe Verschwörungen, siehe Chemtrails, siehe die REALITÄT im Ganzen.
    Das brutale Abfräsen ist vielmehr moderner Ausdruck menschlicher Vorstellungen von Lebensraum. Schnell muss es gehen und eine Kostenfrage ist es obendrein, damit nichts auf Wege wächst, die der Mensch für sich geschaffen hat …

    Gruß Guido

  2. federleichtes
    Februar 4, 2014 um 1:30 am

    Die Trennung von der Natur ist für den Menschen nicht möglich. Möglich ist, das Bewusstsein über die BESTEHENDE Beziehung zur Natur zu reduzieren. Das geschieht, aber es geschieht nicht durch das Ego-Ich. Das ist logisch, denn kein GESUNDES Ego sägt an dem Ast, auf dem es sitzen MUSS. Also ist da noch etwas Anderes, was den Menschen dazu antreibt, seine Heimat und damit seine Existenzgrundlage zu zerstören.

    Susanne und ich hatten das Glück, tief und tiefer in das verborgene Wesen der Natur eintauchen zu dürfen. Und von dem, was uns die Natur AUTHENTISCH zu erzählen wusste. wussten wir vorher NICHTS. Und alles, was wir vorher über die Natur gelernt hatten, erwies sich als falsch. Und im Zuge des Erkennens so vieler falscher Informationen über die Natur, erkannten wir auch andere falsche Dinge, die man uns gelehrt hatte. Und mit dem Erkennen so vieler falscher Dinge erschien auch immer klarer unser eigentliches Wesen.

    Schauen wir auf Politik, Wirtschaft, Finanzwesen und Religion, erkennen wir nicht das wahre Wesen dieser Menschen und Menschengemeinschaften beherrschenden Mächte. Wir glauben, was bereits unsere Eltern und Großeltern glaubten. Und wir fügen uns, wenn auch manchmal murrend und knurrend, ein in das Geflecht einer Ordnung, die Kultur genannt wird. Was diese „Kultur“ mit uns Menschen macht, bemerken wir nicht, weil uns das Bewusstsein über den Geist dieser Kultur fehlt. Und es fehlt uns nicht dank eines persönlich zu verantwortenden Unvermögens, sondern weil es ein Funktion gibt, die die Wahrnehmung einer Wahrheit nicht zulässt.

    Es gibt einen Willen, die Natur zu zerstören, und es gibt einen Willen, den Menschen weiter von seiner natürlichen Beziehung zur Natur zu entfremden. Beide Willen sind nicht nur im Kleinen wie im Großen beobachtbar, die Umsetzung erfolgt planvoll und global, sie sind also beweisbar. Sie sind auch logisch zu erklären, allerdings nur den Menschen, die nicht blind altem Glauben (Wissen) folgen und deren Vernunft nicht folgend durch Emotionalität getrübt ist. Die Logik des Systems verstehen nur Menschen, die fühlen können, die ohne Angstbrille mit ihrem Gefühl die Wahrheit sehen können. Nicht nur die im Außen, nein, gerade die im Innen.

    Wir hatten das Glück, uns innig mit der Natur verbinden zu können. Das befreite uns von jeder Art Glauben: An die Regierung, an das Eigentum, an notwendige Sklavenarbeit und an den „Gott“ der Kirche. Wir hatten das Glück verstehen zu dürfen, dass das, was als schwach gilt und Hilfe braucht, wirklich das Starke ist und Hilfe leistet: Die Natur. Sie nahm uns unsere Schwächen und gab uns ihre Stärken. Ich möchte das, was wir erlebten und weiter erleben, „Kooperation aus Liebe“ nennen. Ein Fließen ohne Absichten und fremde Betrachtungen. Ein Sein ohne Blockaden und ohne Feindseligkeit, mit einem inneren Frieden und bedürfnisloser Dankbarkeit.

    Viele Jahre meines Lebens haderte ich mit einem Lebensprinzip, das mir überhaupt nicht gefiel. Dass nach einem mühsamen Leben ein elendes Sterben folgte. Ich traf eine Entscheidung, ich wollte das nicht. Und das Leben führte mich fortan Schritt für Schritt aus dieser Falle heraus, weil ich einem Gefühl folgte – und ihm seit vielen Jahren treu blieb. Natürlich hatte ich Glück, natürlich geschah Einiges, was mysteriös war und blieb – und natürlich erwarte ich von keinem Menschen etwas Anderes, als er zu leisten vermag. Wünschen darf ich mir, dass weitere Menschen wollen, glücklich zu sein.

    Danke, Martin.

    Susanne und Wolfgang

  3. Mathias
    Februar 4, 2014 um 10:56 am

    Danke für den Beitrag, lieber Martin.

    Eine kleine Randbemerkung bezüglich dem „In den Vordergrundspielen des EGO-Ich“: Ich denke mal es ist wichtig zu erkennen, dass dies nicht aus bösen Absichten des Einzelnen heraus geschieht, sondern eher aus einem unbewussten Zwang, der wiederum seinen Sitz in der traumatischen Funktion hat. Mit anderen Worten, über unaufgelöstes Trauma wird das EGO-Ich gesteuert – wir sprachen an anderer Stelle auch von unbedingter Bestimmung, die daraus resultiert.

    Ich erwähne es deswegen, weil die völlige gefühlte Entfremdung von der Natur, nur mittels des konfigurierten EGO-Ich möglich ist. Und wenn wir dem noch die Systematik des Kali-Yuga zur Seite stellen, dann können wir sehen, was dieser Geist der dieses Zeitalter beherrscht(e), mittels der EGO-Ich Konfiguration auf der Bildfläche der Realität hervorbringt.

    Vielleicht könnte man es so zusammenfassen: Ein Wesen geht in die Natur, nicht um sie zu erobern, sondern um mit ihr im Einklang zu fühlen und wahrzunehmen; das Kali-Yuga-konfigurierte EGO-Ich geht in die Natur, um es dem herrschenden Geist gemäß und mit Hilfe seiner „großartigen“ Maschinen und Technik zu durchwüsten, umzugraben und abzuholzen.

    Übrigens: Das Wort Plantage lehnt sich zwar etymologisch an das Wort Plant (Pflanze) an, man kann es zufälligerweise aber auch Plan-tage lesen. Plan? Ja, ja … etwa auch ein Kali-Yuga Plan?

    Liebe Grüße in die Runde,
    Mathias

    • Februar 4, 2014 um 3:04 pm

      Lieber Mathias,

      stellt sich uns also die Frage, wie wir unser Ego-Ich wieder mehr in den Hintergrund bekommen, so dass wir mit unserem Wesen-Ich die Verbundenheit mit Allem erfahren können. Wird es allein das Auflösen von Traumata sein? Wenn ich mir die Menchen anschaue, die z.B. durch so etwas wie Depression gegangen sind, dann könnte ich mir das gut anschauen.

      Ich las gestern irgendwo, das Wut und Depression sich sehr ähnelten. Den einen bewegt es nach außen, denn anderen haut es um.

      Herzlich Martin

      • federleichtes
        Februar 4, 2014 um 4:28 pm

        Das Ego-Ich ist die Figur, die uns Rollen spielen lassen kann.

        Sie muss nicht in den Hintergrund, im Gegenteil.

        Tritt sie ja (automatisch) in den (relativen) Vordergrund durch ein Bewusstsein,
        sprich ohne Angst und Verwirrtheit,
        autonom also,
        nicht-reaktiv,
        nicht emotional,
        sondern bestimmt durch das Gefühl als neutraler, gleichwohl liebevoller Energie –
        die Herr ist über (JEDE) Feindseligkeit.

        (Angst vor dem Tod? Ich muss sterben? Das kannst du Teufels Großmutter erzählen)

        Ja, wir sind mit dem „Trauma“ sicher noch nicht fertig.
        Anders herum:
        Das Trauma ist mit uns noch nicht fertig.

        Gruß
        Wolfgang

    • federleichtes
      Februar 4, 2014 um 4:06 pm

      Du machst es richtig, Mathias, indem Du weiter und weitere sachliche Erklärungen lieferst für ein Phänomen, das rational nicht fassbar ist: Die Feindseligkeit.
      Bewusstsein entsteht zwar nicht nur durch „richtige“ Informationen, aber ohne diese Informationen verbleibt das Bewusstsein auf der Ebene des Reaktiven, der Angst und des Kampfes, der Schuld und des Zwiespalts.

      Ich versuche mal, die Ebene des Bewusstseins besser zu beschreiben.
      1. Schöpfungs-Bewusstsein – Ordnung, Liebe, Miteinander in Kooperation, Konsens, Schönheit und Vielfalt, Kreativität, Glück – ES stimmt.

      2. Dann kommt ein Zustand der Bewusst(seins)losigkeit, entstanden durch eine Feindseligkeit, die in der „Zeit“ des schöpferischen Bewusstseins unbekannt ist. Das aktuelle Bewusstsein kann mit dem neuen Phänomen nicht umgehen und verliert die Macht seiner Bewusstheit. Menschen erleben das Phänomen in ihren Schicksalen immer wieder. Alles ist in einer Ordnung, bis ein X auf ihre Bühne tritt, ihnen ihre Partner wegnimmt, ihre Kinder vergewaltigt oder sie von einer unheilbaren Krankheit oder einem Unfall – also von der Feindseligkeit betroffen werden.

      Menschen erleben eine Bewusstseins-Reduzierung real. In ihrer bekannten Ordnung betrug diese 100%, in der unbekannten Ordnung, in der sie mit einer unbekannten Feindseligkeit konfrontiert werden, kann ihr Bewusstsein nicht mehr 100% sein – es sinkt entsprechend dem Mass (Intensität, Permanenz) der Feindseligkeit. Damit erklärt sich, was ich „reduziertes Bewusstsein“ nenne, durch das erst die Darstellung von Feindseligkeit möglich wird.

      3. Nun betrachten wir die schöpferische Bewusstheit (1), die auf die Feindseligkeit reagierte, reagieren musste. Sie brauchte eine Lösung, eine Auflösung des „Wesens der Feindseligkeit“ und eine Auflösung der Schäden, die die Feindseligkeit angerichtet hatte. Auch das erleben wir, als Krieg und als Friedensgespräch, als Streit und Versöhnung, auch als Krankheit und Genesung. (ich fasse mich kürzer)

      4. Die Schaffung eines Bewusstseins, das die Feindseligkeit kennt und sie zu beherrschen weiß, Macht darüber hat, ist ein evolutionärer Schritt.. Bleiben wir bei Guidos Kuchen-Beispiel, sehen wir den Kuchen der Feindseligkeit, eine Macht, gegen die kein Kraut gewachsen war. Wir sehen Kräfte, die diesen „Kuchen“ genau und immer genauer untersuchen. Wir sehen einen Kuchen, der sich vehement gegen sein Zerkrümeln wehrt (Chaos), und wir sehen, wie aus den Krümeln das Wissen wächst über das Wesen dieses Kuchens.

      5. Wachsen muss auch das Bewusstsein über den Prozess des Zerkrümelns, weil nicht nur das Wesen der Feindseligkeit immer klarer auf die Bühne tritt, sondern auch die Werkzeuge zum Umgang mit ihr (ihrer Beherrschung) entstehen und erfolgreich angewendet werden. Bewusstsein entsteht auch über das Wesen der Segmentierung, also der thematischen Differenzierung, das Wesen der Polarisierung, der Entsprechung, der zyklischen Dynamik und eines Plans, dem die ganze Entwicklungs-Offenbarung folgt.

      In diesem Sinne, Dir herzlichen Dank und einen guten Tag.

      Wolfgang

      • Mathias
        Februar 5, 2014 um 2:32 pm

        Danke, Wolfgang, für Deine Beschreibungen dazu.

        Ich melde mich mal wieder bei Dir am Telefon.

        Liebe Grüße, Mathias

        • federleichtes
          Februar 5, 2014 um 4:28 pm

          Es gibt Menschen, die erkannt haben, dass es IN der Dynamik von Chaos und Ordnung keinen Null-Punkt, keine Mitte gibt. Es gibt Menschen, die verstehen, dass eine relative Ruhe (und mit ihr einhergehend Bewusstsein) nur entstehen kann in einem Miteinander – und zwar in einem energetischen Miteinander. Wir erleben in der vertrauensvollen Gemeinsamkeit das Wesen der pulsierenden Energie. Sie ermöglicht autarke Existenz DURCH die Gemeinschaft. Klingt ein bísschen paradox, gell.

          Aber gerade diese (und nur diese) Existenform erhebt sich aus der Welt der Emotionalität, der Feindseligkeit, und kann sie, auf sicherem „Terrain“ stehend, konfrontieren und mit ihr umgehen – im Gegensatz zur Emotionalität, die reaktiv ist und mit den Menschen umgeht.

          Im Hintergrund dieses Blogs entstand – mühelos – ein Selbst-Verständnis. Allen, die daran mit ihren Wesen mitwirken konnten, hier ein herzlicher Dank.

          Gruß in die Runde.

          Wolfgang

  4. Februar 4, 2014 um 6:38 pm

    Reblogged this on LichtWerg.

  5. Februar 4, 2014 um 7:40 pm

    Lief mir gerade auf Facebook über den Weg:

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