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Suchen ohne Finden, Finden ohne Suche – Harmonie der Suche

Dem Fortschritt sei Dank, ohne ihn gäbe es das Internet nicht und ohne das Internet gäbe es nicht die Möglichkeit zahlreiche Weltsichten, Ansichten, Meinungen, Theorien, gute und schlechte Ratschläge, Wahrheiten und Widerlegungen, Bilder, Geschichten, neue Kontakte, … zu finden und zu entdecken. Die verfügbare Informationsmenge explodiert exponentiell, das ganze Leben wird beschleunigt, wird oberflächlicher und tiefgründiger. Für jede Theorie und Anschauung finden sich Belege und Gegenargumente, kulturelle und historische Eigenheiten vermischen sich. Alles wird angezweifelt und bestätigt, millionenfach Wahrheiten propagiert und Lügen entlarvt. Mit der gleichen Beschleunigung scheint die „Bewusstwerdung“ der Menschen voran zu schreiten, mehr und mehr Menschen folgen ihrer Intuition und stellen gewohnte Denk- und Lebensweisen auf den Prüfstand, erkennen neue Zusammenhänge und lösen alte auf. Ratgeber und „Gurus“ für bessere und erfüllte Leben, für mehr Erfolg oder weniger Stress und alle weiteren Facetten unseres täglichen Lebens oder der unsterblichen Seele geben Hilfestellung für jedes Problem oder verwirren durch widersprüchliche Denkweisen. Wie soll sich MENSCH da zurecht finden, seine Wahrheit(en) finden? Wie mit all den Informationen umgehen, die unbewusst auf einen einströmen oder die bewusst gesucht und gefunden werden können? Sich Treiben-Lassen mit den Strömungen oder aktiv auf die Suche gehen? Ist diese „Polarität der Suche“ eine andere Ausdrucksform der Frage des Lebens, kann MENSCH den „Sinn des Lebens“ finden oder wird er von ihm gefunden?

Treiben-lassen oder aktiv Wirken?

Die Ausdrucksformen der beiden „Pole der Suche“ sind Spiritualität (Sich-Treiben-Lassen) und Fortschritt (Aktive Suche nach Erkenntnis), die im Widerspruch zueinander stehen. Spiritualität verhindert Fortschritt und Fortschritt zerstört Spiritualität. Der spirituelle Mensch lässt sich treiben auf dem Fluss des Lebens, nimmt die Natur als gegeben und lebt im Einklang mit ihr. Immer mit der Hoffnung den Ozean („Erlösung“) eines Tages zu erreichen. Er wird die Hügel und Berge des Lebens (WISSEN) sehen und bestaunen, aber nicht erforschen. Das Bild eines spirituellen Menschen kann man sich als den Yogi vorstellen, der als Eremit im Einklang mit allem lebt. Der aktive Mensch wandert durch das Leben, ersteigt die Hügel und Berge oder durchschwimmt die Bäche und Flüsse. Er beginnt die Berge abzutragen, um zu sehen was darin verborgen ist, er baut Dämme in die Flüsse und versucht den „Ozean zu verstehen“ im Versuch, das Leben so zu bauen, wie es sein sollte. Wie man sich einen entwickelten aktiven Menschen vorstellen kann, beschreibt Dan Simmons in seinen Romanen „Olympos“, „Ilium“ oder „Hyperion“ („wissenschaftlich optimiert“ in selbst geschaffenen Umwelten). Wir können den Polaritäten des SEINS, wie z.B. in den „Streifzügen durch den Ring“ erläutert, eine weitere Polarität hinzufügen – Spiritualität/Fortschritt. Und genau wie bei anderen Polaritäten ist die Harmonie der Suche die Balance der Pole, der spirituelle Fortschritt oder die fortschrittliche Spiritualität. Beide Pole sind in uns Menschen veranlagt (die Veranlagung zum Fortschritt könnte ein/das Kriterium sein, welches den Mensch vom Tier unterscheidet, ein Bewusstsein kann und sollte den Tieren zuerkannt werden – aber das ist ein anderes Thema), die Balance zu wahren ist die Schwierigkeit. Über das Nicht-Vorhandensein auch dieser Balance braucht nicht weiter referiert zu werden….

Eine offene Frage bezüglich der Harmonie der Suche (oder auch der anderen Polaritäten) ist folgende: Wenn wir uns eine harmonische Welt vorstellen, eine Welt in Balance zwischen den Polen, ist dann die Balance in jedem Individuum vorhanden oder ist es mehr als eine „Gruppen-Balance“ zu sehen, eine Balance der Gesellschaft? Persönlich tendiere ich zur „Gruppen-Theorie“, da eine Gesellschaft aus durchweg harmonischen Menschen schwer vorstellbar ist. Andererseits hat es zu allen Zeiten verschieden „gepolte“ Menschen innerhalb der Gesellschaften gegeben, aber es hat bis heute nicht zu einer Balance gereicht.

Was ist mit dem Pendel?

Es scheinen sich viele Menschen, die sich mit den „Problemen der Welt“ befassen, darin einig zu sein, dass die natürliche Ordnung ihre Kräfte immer in Richtung des Gleichgewichts einsetzt, dass das Pendel sich wieder in die andere Richtung bewegen muss. Für „DIE MENSCHEN“ scheint es bestenfalls zwei Zukunftsoptionen zu geben, es zu nehmen wie es kommt oder aktiv im Prozess mitzuwirken. Aus zwei wesentlichen Gründen versuche ich „Option 2“ zu wählen, Angst und Verantwortung. Angst, weil Pendel die Eigenschaft haben, aus einem Ausschlags-Punkt nicht direkt in die Ruheposition zu fallen, sondern noch längere Zeit in beide Richtungen nachschwingen. Angst, weil die natürliche Ordnung ohne Emotionen und Rücksichten auf eine, unsere Spezies aufräumen wird. Und wofür? Vielleicht überleben die Menschen, und dann: same procedure every age? Verantwortung, weil ich meinen Kindern und deren Kindern und allen anderen nachfolgenden Menschen nicht einfach die gleiche Problematik hinterlassen möchte. Wir können von anderen Spezies (z.B. Wale, Elefanten) lernen und ein kollektives Gedächtnis entwickeln und weitergeben. Verantwortung, weil wir Menschen es waren, die das Pendel erst so weit haben ausschlagen lassen. Wir hatten die Energie, das Pendel soweit zu bewegen, also haben wir auch die Energie, das Pendel in seinen weiteren Bewegungen zu beeinflussen. Das Ohnmachtsempfinden des Einzelnen im Angesicht des Gesamtbildes – ein Pendel von der Größe des Universums hängt bedrohlich auf einer Seite – ist verständlich, aber die Erkenntnis, es waren auch Einzelne, die das Pendel dahin bewegt haben, kann einem Zutrauen geben: Ja, es kann gehen, wir brauchen das Pendel nur etwas zu bremsen!

Wie finden wir die Harmonie?

Wie könnte die Harmonie der Suche aussehen? Stellen wir uns eine indigene Gruppe vor, gern einen Stamm von Frühmenschen. In dieser Gruppe gibt es drei wesentliche Charaktere: die „Schamanen“, sie verkörpern das Spirituelle. Die „Denker“, das sind Diejenigen, die etwas verbessern wollen, die Wissen erwerben und nutzen, die neue Werkzeuge entwickeln, welche von der dritten Gruppe, den „Ernährern“ genutzt werden. Diese Gruppe sind diejenigen, die sich weniger einen Kopf um das eine wie das andere machen, die jagen und sammeln und einfach „leben“ wollen (heutzutage gern als „Mainstream“ oder „Masse“ verunglimpft). Wenn wir diese Gruppe nun durch die Zeitalter schicken, wird sich eine Gesellschaft wie die unsere entwickeln. Damit die Harmonie der Suche gewahrt bliebe, müsste jede der drei Gruppen eine universelle Akzeptanz entwickeln. Die „Schamanen“ müssen den Fortschritt akzeptieren, die „Denker“ müssen die „Schamanen“ akzeptieren und die „Ernährer“ müssen akzeptieren, dass das was momentan vorhanden ist, genug ist. Ein Beispiel kann dies illustrieren.

Ein Harmonie-Beispiel

Der Denker geht zum Schamanen und erklärt ihm, dass er den Fluss anstauen möchte, weil man damit das Vieh besser tränken und die Felder bewässern kann. Der Schamane sagt, es geht nicht, du verstümmelst die Seele des Flusses. Also gräbt der Denker eine größere Grube, die durch den Fluss gefüllt wird, die „Ernährer“ können die Felder besser bewässern und der Fluss kann ungehindert weiter fließen. In heutiger Zeit könnte die Geschichte so aussehen: Du kannst das Wasserkraftwerk in diesem Fluss nur bauen, wenn du genug Wasser am Kraftwerk vorbei leiten kannst, so dass der Fluss genügend Wasser führt und sich seine in ihm wohnenden Lebewesen ungehindert bewegen können. Und die „Ernährer“ haben Strom um Werkzeuge zu betreiben.

Universelle Akzeptanz?

Was wir also tun könnten, ist die universelle Akzeptanz zu erkennen, zu leben und zu vermitteln. Jeder kann für sich selbst erkennen, ob er mehr der „Schamane“, „Denker“ oder „Ernährer“ ist (natürlich wird es mehr „Misch“- als „Reinformen“ geben) und die universelle Akzeptanz für sich selbst finden. Diejenigen, die sich zur „aktiven Option der MENSCHHEIT“ hingezogen fühlen, können mit ihren Mitmenschen über universelle Akzeptanz reden und diese mit entwickeln. Das geht vermutlich auch, ohne das „GROSSE GANZE“ vollständig und widerspruchsfrei erklären zu müssen. Das Schneeball-System wird auch „im GUTEN“ funktionieren. Es gibt zahllose Bücher und Webseiten, in denen Menschen sich mit „Problemen der Welt“ und/oder mit dem „GROSSEN GANZEN“  befassen und miteinander diskutieren. Zahllose Welterklärungstheorien oder konkrete Vorschläge zur „Verbesserung der Welt“ sind im Umlauf und jeder wird sich in einigen davon wiederfinden. Die universelle Akzeptanz ist bisher eher weniger zu erkennen, welches sich in zu vielen „Entweder-Oder“ Darstellungen oder gewichteten Gegenüberstellungen von Wahrheiten äußert. Könnte dies ein Beleg dafür sein, dass die universelle Akzeptanz nur ein Hirngespinst ist…?

(P.S. die Begrifflichkeit „universelle Akzeptanz“ trifft meine Wahrnehmung nicht 100%-ig, aber andere Begrifflichkeiten wie „universelle Toleranz“ oder „universelle Werte“ noch weniger, vielleicht findet sich noch eine bessere Beschreibung…)

Euer Stefan Posselt

  1. Januar 20, 2014 um 5:37 pm

    Lieber Stefan,

    Dein Artikel hat den Machern von Kritisches Netzwerk so gut gefallen, dass er dort nochmals veröffentlicht wurde:

    http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/suchen-ohne-finden-finden-ohne-suche-harmonie-der-suche

    Viele Grüße
    Martin

  2. Januar 15, 2014 um 2:46 pm

    Lieber Gerd,

    mein Freund, der Guru, machte es anders als ich, um auf sich aufmerksam zu machen und legte sich mit seinen Sannyasins bunte Rolls-Royce zu. Das tat auch John Lennon und Janis Joplin liebte ebenso den Luxus der metallenen Pferdestärken unter der Motorhaube.

    Osho tat es – jedenfalls aus meiner Sicht – um intelligent subversiv sein zu können. So erreichte er Menschen überall auf der ganzen Welt. Ich selbst habe einen anderen Weg gesucht, um nicht im Luxuswahn aufzugehen. Als Taxifahrer habe ich das Vergnügen gehabt, einen Wagen mit Stern zu fahren. Wenn man es zwei Jahrzehnte lang getan hat, ist die Gier nach der Stuttgarter Karosse vorbei.

    Natürlich macht es ein Guru mit einem Faible für elitären Luxus leichter, sich Spiritualität anzunähern, wenn wir westlich konditioniert sind und Autos mehr lieben als unseren Atem. Ich leiste mir manchmal den Luxus, Tannenbäume, Weihnachtsenten und Autos aus einer umfassenden Perspektive zu betrachten. Gewiß macht mich das nicht bei Menschen beliebt, die den Autofetisch benötigen.

    Ich kann es akzeptieren, wenn meine Freunde ihr Auto lieben. Ich lebe seit zehn Jahren das Glück, kein Auto zu haben. Wozu gibt es Busse, Bahn und Taxen, wenn ich mich von A nach B begeben will?

    Ich habe mich wohl dreißig Jahre lang gewehrt, auch an die Menschen in Afrika zu denken; das war zuviel für mich. Warum ich es jetzt tue, ist einfach zu erklären. Ich wollte in einem Roman einen BMW einbauen (und natürlich auch das obligatorische iPhone).

    Kaum hatte ich es gedacht, führte mich das Universum in eine große Halle mit asphaltgrauen, haifischähnlichen Karosserien und netten weiblichen Ansprechpersonen. Kurze Zeit darauf saß ich in einem 7er BMW, um den Sound von B&O zu hören, aber ach der arme Verkäufer. Er ertrug tapfer meinen Knoblauchgeruch, der ihn allerdings derart irritierte, daß er mir höflich zu verstehen gab, von Hifi und klingenden Dreicken nicht so viel zu wissen.

    Als ich Zuhause war, führte mich etwas an meinen Computer, und ließ mich etwas recherchieren. Die Ergebnisse kennen wir nun ja.

    Ich brauchte das Erlebnis, und ehrlich gesagt, ohne das Experiment wäre ich nicht auf die Gedanken gekommen.

    Liebe Grüße
    Burcado

    PS
    2010 bin ich im Teutoburger Wald gewesen. Überall tobte ein wilder Tornado, die Scheibenwischer schafften kaum, den Regen zu verdrängen und es war dunkel. Ich saß in einem 3er BMW mit dem etwas anderen Fahrwerk und war glücklich, in jener Stunde in diesem Fahrzeug zu sein. Dreieinhalb Jahre später denke ich darüber nach und freue mich, wieder einen Schritt weiter im Denken zu sein.

    Weihnachten habe ich überlegt, wie teuer es ist, einen BMW zu leihen. Auch von dieser Summe können mehrere Menschen in Afrika ein Jahr lang leben, ein Taxi zu nehmen, kommt billiger. Und reden wir von Hartz 4, dann hätten wir ein anderes Bewußtsein, wenn wir in Stämmen leben würden.

    Als Künstler kann ich mir in meiner Phantasie alles leisten – aber es sollte einen Sinn machen.

  3. Gerd Zimmermann
    Januar 15, 2014 um 1:30 pm

    Hallo Burcado

    Du bist bescheiden mit einem grossen Gerechtigkeitssinn. Wenn wir Lebensmittel nach Afrika fliegen, aendern wir nichts.

    Besser ist es alle Baenker nach Sibirien zu verbannen 50 Grad minus und nur Geldscheine als Nahrung und Bettwaesche.

    Dazu 250 000 PC ohne Stromanschluss zum Schoepfen von Geld aus dem Nichts.

    Schritt Zwei, wir fahren mit dem BMW nach Afrika und graben Brunnen.

    Gruss Gerd

  4. Januar 15, 2014 um 8:39 am

    Guten Morgen Gerd.

    Im September 2013 gab es 250.000 Neuzulassungen, insgesamt, nicht nur BMW. In Deutschland. Mit diesem Geld könnten 330.000 Dörfer ein ganzes Jahr lang leben. In Afrika.

    Veränderung beginnt in jedem Einzelnen von uns.

    Veränderung schient nicht eine Frage des Denkens zu sein, mehr eine Frage des Bewusstseins.

    Ich bin einmal mit einem großen BMW bei Rewe vorgefahren. Ich empfand es als exhibitionistisch und wunderte mich, was mir meine Gefühle sagten.

    Burcado

  5. Januar 15, 2014 um 4:35 am

    Hat dies auf Walter Friedmann rebloggt und kommentierte:
    Fortschritt – Bartonitz

  6. Gerd Zimmermann
    Januar 15, 2014 um 4:23 am

    Hallo Burcado

    Wenn 1% der Welbevoelkerung ueber 99 % Prozent des Geldvermoegens verfuegt, sollte ein BMW Fahrer nicht Afrika ernaehren.

    Frage die Schamanin, Sie wird wissen was gerade eben mit der Menschheit passiert.

    Gruss Gerd

  7. Januar 15, 2014 um 12:05 am

    Hallo Stefan,

    wenn ich eine Reise in die Zeit vor dem Abitur mache, entdecke ich keinen Schamanen, keine Denker und keine Ernährer.

    Ich bin kein Schamane. Ich bin kein Denker. Ich bin kein Ernährer.

    Wenn ich meinen Verstand benutze, dann nur in Einklang mit dem Gefühl, dem Herzen, der Seele, meiner Vision und meiner Tagesaufgabe. Vielleicht in Einklang mit dem, was die Indianer Mutter Erde und Vater Himmel nennen.

    Kunst kann ich nicht erdenken. Kunst entsteht, jedenfalls bei mir, aus unterschiedlichen Bereichen. Wenn ich schreibe, ist Kunst eine Mischung aus Channeln und Kreativität, von Bewußtheit und Unbewußtheit. Photographiere ich, dann dreht es sich darum, einen Ausdruck der Seele zu finden; ich tue es, ohne zu machen.

    Wenn ich eine Reise durch mein kleines Dorf mache, finde ich eine matriarchalische Schamanin, die denken kann. Aber was mache ich mit den anderen Menschen im Dorf, die ich nicht kenne? Wann weiß ich, ob jemand denken kann oder manipuliert worden ist?

    Wie definiere ich Ernährer? Ernährt jemand seine Familie mit Geld oder mit Gedanken? Auf den ersten Blick klingt dein Modell einfach, doch ich finde kein reales Abbild, mit dem ich mich identifizieren kann.

    Welch eine Behauptung, daß ‚Fortschritt‘ ein positives Kriterium für menschliche Entwicklung ist. Fortschreiten? Wovon weg und wohin? Nimm einmal einen Mittelklasse BMW im Werte von 45.000 Euro. Der Fahrer schreitet nicht mal, er düst fort, wenn er denn beschleunigen kann. Nehmen wir mal an, der Fahrer kann denken. Wann kommt er auf die Idee, sich die Frage zu stellen, wie viele Menschen in Namibia von dem Gegenwert ernährt werden? Was macht er mit der Antwort, wenn hundert Menschen davon drei Jahre lang leben können?

    Wird er dann Schamane? Oder ein Denker? Oder ein Ernährer? Oder ist er so intelligent, daß er zumindest das Geld für sein zweites iPhone verschenkt, damit eine Familie im gleichen Land ein ganzes Jahr lang leben kann? Das würde ich dann als universelle Akzeptanz bezeichnen.

    Alles Gute für dich.
    Burcado

    • federleichtes
      Januar 15, 2014 um 11:07 am

      „War mir eine Freude, Deinen Beitrag frei zu schalten.“
      Schrieb ich kurz nach Mitternacht. Dann legte ich mich einen Moment hin, um meine zwei Anmerkungen „rund“ zu machen, eine dritte Anmerkung entstand, entfaltete sich und – zehn Stunden später wachte ich wieder auf.

      Es gibt Anti-Helden. Sie leben getreu dem halben Gesetz ‚Tue, was du willst‘. Klar, das funktioniert ja, wir können tun, was wir wollen. Aber wir können es nur tun unter der Bedingung, NICHT-ZU-FÜHLEN“. Und da die Menschen-Entwicklung ins Kali-Yuga steuerte, verteufelte man – folgerichtig – Gefühle. Nur so konnte sich ja das Ego-Ich zu einer egozentrischen Größe aufblasen und feindselige Bösartigkeit inszenieren.

      Das ganze Gesetz lautet: Tue, was du willst – Liebe unter Willen ist das ganze Gesetz.
      Die Folgen der Anwendung des halben Gesetzes erschafft eine emotionale Welt voller Sorgen und Angst. Das ganze Gesetz – richtig verstanden – erschafft eine Gefühlswelt, in der Liebe am Ruder steht und bestimmt, was Sein kann, und was nicht sein muss.

      Ganz allgemein sage ich: Wir haben ein Analyse-Problem, wenn wir empfangene objektive Daten mittels unseres subjektiven Ordnungs- und Wertesystems zu Informationen um-IN-formatieren. Tun wir dies nicht und belassen ein natürliches Feld, in dem sich Daten selbsttätig zu Informationen entwickeln können, erkennen wir klarer ein Energie-Potenzial und das, was es wirken, handeln lässt.

      Ob ich will oder nicht, bin ich ein Ernährter UND ein Ernährer. Das Prinzip ist natürlich in der Natur beobachtbar, und die Helden dieser Welt entwickelten ein Leistungssystem, das ihnen ermöglicht, mehr zu geben, als sie nehmen; ob wir sie Schamanen nennen oder nicht.

      Wie es so sein sollte, kam ich gestern, kurz nach dem Gespräch mit meinem Zaunkönig, mit der Dame im Blumenladen ins Gespräch. Sie erzählte, die Primeln seien aus NRW, und Veränderung beginne im Kleinen, in jedem Menschen, damit, dass er tut, was gefühlt richtig ist. Am Ende unseres Gesprächs sagte ich:
      Was die Leute von mir denken, ist mir völlig egal – aber das ist erst die halbe Nummer, weil mir auch egal werden musste, was diese Leute sonst noch tun. Was DAS Leben macht, pardon, aber das ist nicht meine Sache. Meine Sache ist, was das Leben mit mir zu machen versucht. Und darüber entscheiden zu können, ob ich mich – willenlos – in eine emotionale Welt ziehen lasse.

      Herzliche Grüße in den Norden sendet Dir

      Wolfgang

      Magst Du ein paar Fotos schicken?

  8. Gerd Zimmermann
    Januar 14, 2014 um 9:38 pm

    Im Moment sehe ich ein Problem. Niemand kennt den Aufbau des Universums. Geschweige denn hat jemand eine Vorstellung von Bewusstsein.

    Bewusstsein ist nicht materieller Natur. So, beschreibt einmal das Nichts. Das Nichts ist die Unendlichkeit, das Potential aus dem das Pendel besteht und der Mensch und das Universum und die anderen Universen auch.

  9. Infoliner
    Januar 14, 2014 um 4:34 pm

    Huhu Stefan,

    Die von Dir beschriebene- und im Sinne eines Ausgleiches dann zu überwindende Polarität oder Gegensätzlichkeit von Fortschritt und Spiritualität kann ich nicht erkennen. Nach meinem Verständnis von Spiritualität handelt es sich dabei nicht um einen eher passiven Guru Yoga Ausschlag des Pendels, sondern um die Anwendung des Bewußtseins auf unser Sein und unser Leben. Genau diese Anwendung ermöglicht in meinen Augen auch den Fortschritt. Wobei Fortschritt, das Fortschreiten, natürlich umfassend ist, also keineswegs sich auf technische Neuerungen beschränkt. Für mich stellt sich Dein Schreiben daher so dar, als hättest Du erst ein Problem erfunden (oder gefunden, Du gibst ja die Quelle an), um dann einen Weg zur Lösung im Sinne eines Ausgleiches zu entwickeln. Bei mir entsteht dadurch die Frage: Was willst eigentlich Du?

    PS statt der „universellen Akzeptanz“ könntest Du vielleicht die „Annahme des Gegebenen“ sagen. Damit wird der wahrscheinlich gemeinte Vorgang klarer umschrieben und vor allem wird aus dem „Schulterzucken“, „es ist halt so“ der universellen Akzeptanz, eine eigene Aktivität.

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