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Die Zeitalter der immer gefräßiger werdenden Raupe

Was nötig ist, bestimmt nicht der Mensch, das Nötige bestimmt ihn.
Andererseits öffnet es Menschen das Feld des Möglichen.
Und nur auf diesem Feld erleben wir das Leben als eine schöpferisch unbändige Kraft.
Wolfgang Jensen

Immer wieder wird die Frage aufgeworfen, was sich ändern muss, damit unsere Welt eine andere wird, eine bessere, eine gerechtere, eine schönere, eine natürlichere, …
Immer wieder kommt man zum Schluss, dass die Einen nix machen, Andere viel leisten, dass die Einen egoistisch sind, Andere dagegen anderen helfen, dass die Einen den Profit suchen, Andere zu geben bereit sind, dass die Einen Beweise einfordern, Andere sich von Geschichten faszinieren lassen, dass die Einen alles für ihren Körper tun, Andere dagegen sich dem Wesentlichen verschreiben, dass die Einen ständig auf der Suche sind und die Anderen fündig werden. Ganz zu schweigen von all den Spielarten des Seins, welche sich zwischen den Möglichkeiten der Einen und der Anderen tagtäglich und überall abspielen. Dabei sind es all diese unterschiedlichen Ausdrucksformen von Leben, welche die Dynamik hervorbringen, die allgemeinhin als Schöpfung bezeichnet wird. Diese Dynamik ist der Beweis für die Unbeweisbarkeit aller Einzelbilder, denen wir in der Realität begegnen, sprich, im Wirken von Allem gibt es Nichts, was endgültig beweisbar sein kann. Die Suche nach Beweisen jeglicher Art ist somit Zeugnis der Bereitschaft immerzu fortzulaufen vom wahren Wesen des Lebens. Die Tiefe dieses Wesens wird den Superlativen des Körperlichen fortwährend geopfert, was zwangsläufig zur Folge hat, dass der Mensch zwar die Grenzen seiner Möglichkeiten zu ergründen vermag, jedoch in seinen Reaktionen immer in gleiche Muster verfällt. Das ist der Fluch aller bisherigen Zeitalter, in denen die Zeit eine Rolle spielte und der Kampf gegen das Wesentliche ordentlich Fahrt aufnahm. Inzwischen strebt dieser Kampf einem Höhepunkt entgegen, in dem sich Systeme von Innen heraus selbst zerfressen bzw. umwandeln, den Raupen ähnlich, die ganze Bäume entlauben … um zu einem Schmetterling zu werden, der sich mit Nektar begnügt und Blüten bestäubt. Von seiner Leichtigkeit und Anmut ganz zu schweigen …

Wenn man Fesseln lange genug trägt, hält man sie für Flügel.
John Steinbeck


Was also muss geschehen, um zu erkennen, dass unsere künstlichen Flügel bisheriger Denkstrukturen in Wirklichkeit Fesseln sind und nicht kunstvolle Flügel, die uns das Erkunden von Neuland jenseits des Zenits der Unordnung in Aussicht stellen ? Warum erzwingen, was sich, aufgrund der Dynamik der Schöpfung, fortwährend entwickelt ? Warum erzwingen, was sich unausweichlich von selbst erschöpfen wird ? Die Dynamik ist in vollem Gang. Während die Einen Hügel hinaufrennen, lassen sich Andere, dem Wasser gleich, den Berg hinuntertreiben. Doch bedeutet wie Wasser zu sein keineswegs Müßiggang oder das Nachäffen dreier berühmter Affen, denn wie Wasser zu sein bedeutet dem GANZEN näher zu sein. Anstatt der Gravitation mit Höchstleistung zu entkommen sich der Levitation des wahren Wesens des Lebens anzuvertrauen, zeugt vom Verantwortungsbewusstsein eigener Entscheidungen für die Dynamik des GANZEN.

Solange die Zeitalter der Raupe Vielfraß propagieren haben Verkörperungen egoistischer Ziele Hochkonjunktur. So ändern sich zwar die Zeiten, weil sich die Möglichkeiten der Dynamik dem Notwendigen anpassen, doch ändern diese Möglichkeiten nichts an der Enttraumatisierung von Körpern, um dem Wesen wieder näherzukommen. Im Gegenteil. Die Zielgerade der Zwischenstation namens Zenit rückt mehr und mehr ins Blickfeld … weil die Bäume aufgrund von Vielfraß immer schneller kahl werden und so den Blick auf bisher Verborgenes freigeben …

Wir halten uns nie an die Gegenwart.
Wir nehmen die Zukunft vorweg, als käme sie zu langsam.
Wir rufen die Vergangenheit zurück, als entschwände sie zu schnell.
So töricht sind wir, daß wir in den Zeiten umherirren,
die nicht unser sind und nicht an die einzigste denken, die uns gehört.
Blaise Pascal

So mag es ein Segen für Blinde sein aufgrund von Fortschritt (wieder) sehen zu können, doch werden im Gegenzug immer mehr blind, die sehen können. So wird die Vergangenheit erforscht und in die Zukunft geschaut, und das umso weiter zurück bzw. voraus, wie es uns nicht gelingt das Offensichtliche, in der Gegenwart selbst, in den Kontext des GANZEN einzuordnen. Dass die Metamorphose der Zeitalter der Raupe bereits in vollem Gang ist, um das Wesen eines Schmetterlings hervorzubringen, davor kann sich auch die Wissenschaft mit all ihren Beweisforderungen nicht ewig abgrenzen, zeigen sich doch auch diesbezüglich dynamische Auswirkungen des Bisherigen, z. B. in den Arbeiten des Nautilus-Projekts.

Welchen Beweis braucht das Wasser, welches den Berg hinabfließt, für das Vorhandensein eines Hindernisses, nutzt es das Hindernis doch einfach, um eine Entscheidung zu treffen und es entsprechend seiner Möglichkeiten zu umfließen, wodurch sich die Erbringung eines Beweises erübrigt. Das Wasser, welches fließt, ist wie eine Geschichte voller Ereignisse, die dem Wasser den Weg ins Tal weisen, damit es sein Ziel, den Ozean, erreichen kann. Was zählt ist die Geschichte des Fließens … nicht der Beweis des Hindernisses.

In the end, scientists have the tools, language, and experience to tell us informed, engaging, and powerful stories. In turn, we should judge their studies in the same light in which we judge other artistic forms. Like a literary critic, we should assess the preciseness of language, the tightness of structure, the clarity and originality of vision, the overall elegance and grace of the study, the restraint with which they present moral issues, how they place their studies in historical, cultural, and personal context, and their willingness to entertain alternative opinions and interpretations.

Where science and story meet

Vertrauen zu haben in die Dynamik der Schöpfung, als Rahmen aller Geschichten der eigentlichen GESCHICHTE des GANZEN, wird uns die Levitation, die Leichtigkeit, näherbringen, statt ewig der Gravitation, der Schwere,  hinterherzurennen. Hinauf. Höher und höher. Die Fesseln des Bisherigen werden so zu wahren Flügeln werden …

Zwischem dem was noch ist und lange war, und dem was sein wird, liegt das Jetzt, die Metamorphose selbst. Was für Raupen noch gilt, gilt nicht mehr für Schmetterlinge. Alte Denkstrukturen auf neue Möglichkeiten anzuwenden hat uns all die Zeitalter nur dem Zenit näher gebracht und uns mehr und mehr Blätter und Bäume heimsuchen lassen. Was nützt einem Schmetterling das Blatt, wenn ihn der HUNGER nach Nektar seine prachtvollen Flügel ausbreiten lässt …

We need a Story of the People—a real one, that doesn’t feel like a fantasy—in which a more beautiful world is once again possible.

Various visionary thinkers have offered versions of such a story, but none has yet become a true Story of the People, a widely accepted set of agreements and narratives that gives meaning to the world and coordinates human activity toward its fulfillment. We are not quite ready for such a story yet, because the old one, though in tatters, still has large swaths of its fabric intact. And even when these unravel, we still must traverse, naked, the space between stories. In the turbulent times ahead our familiar ways of acting, thinking, and being will no longer make sense. We won’t know what is happening, what it all means, and, sometimes, even what is real. Some people have entered that time already.

Charles Eisenstein – The more beautiful world our hearts know is possible – Breakdown

Gruß Guido
http://www.gold-dna.de
http://www.gold-dna.de/phi.html

  1. Januar 5, 2014 um 10:37 pm

    Sei Wasser … ganz ohne Navi:

    Umwege erhöhen die Ortskenntnis

    Gruß Guido

  2. Rob
    Januar 6, 2014 um 12:03 am

    Ich versuch meiner Frau das ständige Benutzen von Navis abzugewöhnen. 3 Blocks von zu Hause entfernt, weiß sie nicht mehr wo es lang geht 😄

    Guido, kann man dich übrigens per Mail kontaktieren? Ich hätte da ein paar Fragen.

    Gruß
    Rob

  3. Januar 6, 2014 um 2:00 pm

    Ein Zeitalter ist etwas Gewaltiges, die Menschheit ist etwas Gewaltiges, die wahr genommene Masse und die Dynamik unseres Planeten sind etwas ebenso Gewaltiges wie der Raum, durch den er – mit uns – reist. Wären da nicht eine Entwicklungs-Konitinuität, eine Ordnungs-Stabilität und eine sehr persönliche Miteinander-Erfahrungswelt, wäre Leben vielleicht gar nicht möglich. Die Feindseligkeit als subtile und brachiale Gewalt und folgend die Angst lähmten jeden Mut, jede Hoffnung, erstickten den Sinn, bevor die Fragen dazu überhaupt entstehen könnten.

    Persönliche Beziehungen.
    entstehen auf sehr unterschiedliche Weise, dienen sehr unterschiedlichen Zwecken und entstehen teils rationalfolgerichtig. teils auf mysteriös – rational unerklärliche Art. Einige Verbindungen entstehen beliebig und verlaufen belanglos, andere Verbindungen entstehen mit dem Gefühl, als sei die Ewigkeit als Brautjungfer mit dabei. Wenn wir die Raupen des Blutbären beobachten, sehen wir ein wildes Durcheinander, überhaupt nicht auf Verbindung orientiert. Sind sie zu Schmetterlingen entpuppt, sieht’s anders aus, da fliegen sie in wildem Tanz miteinander und schrauben sich höher und höher hinauf, bis sie unseren Blicken entschwunden sind.

    Spezielle Erregbarkeit
    Vor vielen Jahren, bereits sehr klug aber völlig ahnungslos, schrieb ich mal eine Analogie: „Raupe, Schmetterling, Transformation“. Der folgende Text las sich sehr enthusiastisch, entpuppte sich in seinem Kern allerdings als sehr blauäugig.
    Und vor vielen Jahren begann in mir ein Prozess, Familie anders zu fühlen als die Erfahrungs-Umgebung, in der ich als ahnungslose und hilflose Raupe herum krabbelte. Ja, fühlen, ein Gefühl entwickelte sich, sich ausbreitend, durch Erfahrungen intensiver werdend:
    Eine Gefühlswelt entstand als ein Raum, in dem es keine Zeit mehr gibt. So ganz ohne Zweck und Bedeutung Sein können, dass ist in einer Leid- und Schmerzwelt schon eine andere Nummer. Sie ist Fundament oder Anker in rauer See, und sie beschreibt Menschen den Unterschied zwischen Liebe einerseits und Zweck und Nutzen – das Wesen des Lebens – andererseits.

    Allgemeine Verbundenheit
    Natürlich wissen wir beim Anblick einer Raupe, was aus ihr wird. Und wenn wir sie an einer Pflanze fressen sehen, wissen wir, das ist ihre Pflanze, notwendig wachsend für ihr Werden hin zum Schmetterling. In der Menschenwelt verhält es sich da etwas anders. Da sind es einerseits die Anderen, die durch ihr „Fressen“ das Werden des Schmetterlings Mensch behindern, verhindern wollen, und andererseits sehen die miteinader verbundenen Schmetterlinge (noch) nicht, weil sie Raupe sind oder noch verpuppt, getarnt, nur sichtbar für den, der intuitiv fühlt oder weiß um das Werden, die neue Auferstehung alter Unverbrüchlichkeit.

    Das Wesen des Lebens und das Wesen im Menschen
    Sollte ich meinen entscheidenden Wandel der Jahre beschreiben, führten mich verschiedene Wege und die damit verbundenen Begegnungen hin zu einem anderen Status des Eigen-Erlebens. War ich in den bürgerlichen Jahren noch begeistert und zu begeistern von Ideen (wodurch eine eher künstliche Fixiertheit entstand), so bin ich heute im Geiste eher kühl und aufmerksam. War ich damals noch emotional und ließ mich von Diesem und Jenem erregen, relativ wehrlos fesseln und einbinden in fremden Kulturgeist, kann ich heute hören auf tiefer liegende, in mir selbst angelegte natürliche Verbundenheiten. Mag das daher kommen, dass ich das Reine, das Ewige, das Absolute fühlen und es unterscheiden kann von den „unreinen“ Erscheinungen, die mir das Leben stets in bunt-wilden Bildern präsentiert. Das große Fressen des unreinen (Geistes) interessiert mich nicht, es berührt mich emotional-reaktiv nicht. Mögen die unersättlichen Fresser auch Macht demonstrieren, so haben sie damit keinerlei Macht über das Reine und das eigentliche Wesen von Verbindung: Der pulsierenden Energie.

    Danke Guido, wie immer hoch am Wind, bewundernswert die klare Einfachheit hinter Deiner Komplexität.

    Wolfgang

    • Januar 6, 2014 um 3:00 pm

      Lieber Wolfgang,

      Danke für Deine Sätze (d)einer eigenen Metamorphose und insbesondere für manches Wort deines Wesens. Allein für Deinen Kommentar hat sich das Schreiben des Artikels “gelohnt“.

      Gruß Guido

  4. Januar 6, 2014 um 3:20 pm

    “… entpuppte sich in seinem Kern allerdings als sehr blauäugig.“

    Dieser Satz kam mit einer gehörigen Schwingung daher. WIKI schreibt bezüglich der Augenfarbe:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Augenfarbe

    Vor ein paar Jahren schrieb ich bezüglich der Augenfarben:

    “Es gibt drei weitverbreitete Augenfarben auf der Erde. Blau, Grün, Braun. In verschiedenen Schattierungen. Geheimnisvolle Schwärze im Zentrum der Augen. Von strahlendem Weiß umgeben. Und plötzlich hatte ich dieses Bild vor Augen …“

    Kann man blauäugig im Kern mit der Nähe zum Wesen des GANZEN gleichsetzen ?

    Ich denke da an die braunen Augen der (Vorder)Asiaten und an die Saharasia-Theorie … und an ein Trauma.

    Wir sehen die Welt mit unseren Augen.
    Wir sehen die Welt verschieden mit verschiedenen Augen.
    Die Welt ist, wie wir sie sehen.

    Auch das ist kein Beweis, sondern nur eine Geschichte …

    Gruß Guido

    • federleichtes
      Januar 6, 2014 um 4:21 pm

      Susannes Fahrrad steht in der „Werkstatt und wartete auf heilende Eingriffe – insbesondere die Schaltung. Das Fahrrad ist nun heil und sauber, ich bin heil und dreckig. Gestern, als ich die technische Lage der Schaltung eruierte, hatte ich Hände so schwarz, wie noch nie im Leben, Wau!

      „Kann man blauäugig im Kern mit der Nähe zum Wesen des GANZEN gleichsetzen ?“

      Das Kindeswesen ist zwar informativ traumatisiert, aber die Reaktivität per Bewusstsein noch nicht eingeschaltet. Auch das ist ein eigenes Thema wert. Kind ist jedenfalls insofern natürlich blauäugig, als es sich die Bösartigkeit der inneren und äußeren Welt noch nicht vorstellen, sich sie bewusst machen kann. Es lebt die Nähe seines Wesens zu seiner Quelle, es ist genauso unbedarft, wie die eigentliche Quelle es immer war. Was dann kommt ist eine schrittweise Reaktivierung der Feindseligkeit – über die Wahrnehmungen des Körpers und über sein Wesen als Erinnerung – die Restimulierung WIRKLICHER Daten, die – lebendig erlebt – zu Informationen werden und somit das Unbestimmbare bestimmbar, greifbar, verstehbar machend, bewusst werdend. Das Verstehen dieser ALLGEMEINEN Systematik ist der erste Schritt zur Auflösung von individuellen Traumata. (mir war es ein gewaltiger Befreiungsakt, mein Leben als Person zu erleben, aber nicht (mehr) persönlich zu nehmen, was ich erlebte.

      Entsprechend verhält es sich mit dem Bewusstsein, das Leben erschaffen hat – eben zu dem Zweck: Bewusst-Werdend in dem Sinne, die Feindseligkeit/Bösartigkeit als Masse konfrontieren und als System kontrollieren – und schließlich auflösen zu können. Das ist der „Gott“ im Menschen, das ist der Mensch im „Gott“: EINS eben. Und genau das schwingt hier auf dem Blog, sei es manchmal auch noch so holprig in seiner Erscheinung.

      Ja, mein Lieber, Deine „Nase“ funktioniert!

      Gruß
      Wolfgang

  5. Garten-Amsel
    Januar 7, 2014 um 8:14 pm

    Es lebe die Brenn-Nessel und ihre Freunde als Nahrungs-Energie-Quelle (nicht nur 🙂 ) für die Schmetterlinge ! Habt Ihr eigentlich mal gesehen, welche GESCHWINDIGKEIT die Schmetterlinge entwickeln können ? und wie stark ihr Flügel-Schlag ist ?!? Von den Wegen, die sie zurücklegen, um an „ihr“ Ziel zu kommen … von der schillernden Farben-Pracht ihrer Flügel und ihrer Neugier mal ganz zu schweigen … 😉
    *Kostbarkeiten* mit Eigen-Leben 🙂 …

  6. Rob
    Januar 7, 2014 um 11:22 pm

    Brennesseln sind voller Vitamine und Mineralstoffe. Sie haben sogar eine nennenswerte Menge Proteine. Statt sie als Unkraut zu betrachten, sollte man sie ernten und verzehren 🙂

  7. Gerd Zimmermann
    Januar 8, 2014 um 1:47 am

    Bruce Lee, Sei Wasser, mein Freund. Zumindest schmeckt mir Brenneseltee.

    Gruss Gerd

  8. Gerd Zimmermann
    Januar 8, 2014 um 11:28 am

    Der vielgelobte Hacker in MCKENZIE WARKS Werk kann auch nur aktiv werden, wenn der EINE das fuer ihn denkt.
    Hier handeln und dort Geist abgeben.Unlogik, sehr gut, Vielerorts die Aufforderung selbst zu traeumen andererorts nur Gemeinschaftssinn, alle stehen auf, wenn ES es sagt.
    Ich bin es satt eingeklemmt zu sein und von Gutmenschen traeumen zu muessen.

    Gruss Gerd

  9. federleichtes
    Januar 9, 2014 um 8:19 am

    Ganz davon abgesehen, dass die Brennnessel Futterpflanze für viele Schmetterlingsarten ist (sie legen ihre Eier dort ab, damit dann die Raupen das Passende zu essen haben) erlaubt sich die Frage nach dem Wesen der „fressenden“ Raupe. Tut sie dies, um eine Wirkung zu zeitigen? Eine Wirkung zu entfalten? Offenbarung? In Form eines Schmetterlings?

    Wie viel Phantasie gehört dazu, dem Schmetterling einen EntfaltungsWILLEN zuzschreiben, der die Raupe in’s Fressen zwingt? Natürlich hat das nicht die Bohne mit Macht-Besessenheit zu tun. Und auch nichts mit der in der Natur angelegten Weisheit.

    Offenbarung ist eine andere Ebene als die der Geheimhaltung – also kein Gegensatz-Paar. Weil Offenbarung ursächlich ist und Geheimhaltung die Folge.
    So verhält es sich mit der Liebe. Hass ist nicht ihr Gegensatz, weil eine Emotion – eine andere Ebene also: Das pulsierend-in-sich-Existente versus das Nicht-Existente, das nur künstlich“ (reaktiv) existent wird.

    Wie viel Intelligenz, Weisheit oder gedankliche Phantasie gehört dazu, der nicht reaktionsfähigen Liebe eine Energie an die Seite zu stellen, die so reagieren kann, wie es die Liebe, um ihre Existenz beschützen zu können, können müsste? Dabei, ich meine, im Prozess dieses Miteinanders, lernt Liebe nicht Emotionales Reagieren, sondern adaptiert das Bewusstsein, das durch emotionales Handeln entsteht. Wie war das noch mit dem Bild von der Psyche als Brücke zwischen Wesen-Ich und Ego-Ich?

    Meine Vögel tanzen hier bereitsan ab 8 Uhr, da brummt der Bär, pardon, erklingt ihr erstes Singen. Da höre ich einfach nur zu, gedankenlos, einfach bedankt durch die so einfache Systematik von Teilen und Mit-Teilen.

    Allen einen guten Tag.

    Wolfgang.

  10. Heinrich Schmitt
    Januar 9, 2014 um 3:51 pm

    Blaise Pascal hat sich auch einmal dazu geaeussert, wie unsinnig es doch sei, dass eine willkuerlich gezogene Grenze, etwa ein Fluss, darueber entscheidet, was im einen Land Recht und im anderen Land Unrecht ist. Ich habe meine Kindheit mitten in der Truemmerwueste eine unbaendige Freiheit erlebt, es gab noch keine Bauzaeune mit Geboten und Verboten- dafuer war die Wueste zu gross. Und ich habe erlebt, wie nach dem Verschwinden der gefraessigen braunen Raupen die Wueste zum Paradies wurde, eine gruene Oase inmitten der Stadt, in der sich neue Arten bluehender Baeume und Straeucher ansiedelten, und Blumen in grosser Vielfalt.Ueberall bunt Schmetterlinge. Und mittendrin hatte Opa Zimmermann seine Bienenstoecke. Und er lehrte uns Kinder, wie wir uns vorsichtig naehern konnten, ohne gestochen zu werden. Natuerlich gab es Gefahren und mancher Badetuempel war eine einzige Poliokloake.Aber wir lebten den Augenblick; die Vergangenheit war eh ein Tabuthema und die Zukunft als Licht am Ende eines Tunnels zu sehen, war auch nicht opportun: wir standen ja schon in der funkelnden Sonne wo die Schmetterlinge tanzten.

  11. Rob
    Januar 10, 2014 um 12:44 am

    federleichtes :
    Da höre ich einfach nur zu, gedankenlos…

    Solche Momente sind die besten! Wenn man einfach mal abschalten kann und ganz im hier und jetzt ist. Leider passiert (mir) das viel zu selten…

  12. Mai 15, 2014 um 11:55 pm

    http://nautil.us/issue/13/symmetry/james-dotys-helpers-high

    “We’ve kind of misread Darwin,” said Simon-Thomas, the Berkeley neuroscientist, who co-wrote the first evolutionary analysis and empirical review of compassion in 2010. “We’ve come up with the idea that ‘survival of the fittest’ means that the strongest man wins, when what actually wins is highly collective, communal behavior.”

    Beinahe alles verloren und doch vermögender als zuvor …

    Gruß Guido

  1. Juni 19, 2014 um 9:48 pm

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