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Wettbewerb ist ein hochgradiges Charakter-, Beziehungs- und Gesellschaftsgift …

Gemeinsam schaffen wir es besser (Foto: Peter Draschan – pixelio.de)

… so lautet das Fazit von Christian Felber in seinem Buch Kooperation statt Konkurrenz: 10 Schritte aus der Krise. Ich hatte mich einem meiner Lieblingsthema nochmals gewidmet, da Kollegen dabei sind, in Lüneburg ein kooperatives Netzwerkt zur Förderung der Region auf die Füße zu stellen und sie für Investoren noch Informationsmaterial brauchten. Dabei rausgekommen ist der Artikel Über die Mythen der Konkurrenz, den ich auf dem Blog der Initiative Wirtschaftsdemokratie veröffentlicht habe. Grund dafür, ihn hier zu publizieren, waren drei Artikel, die entsprechende Krisen beleuchteten, die wir auch hier schon mehrfach angeschaut hatten: Finanz-, Nahrungsmittel- und Gesundheitskrise. Ich sehe, ähnlich wie Herr Felber, dass ein wesentlicher Grund für die Krisen das konkurrierende Verhalten, das uns als seeligmachend eingetrichtert wird, ist.

Was ich in dem Artikel nicht angesprochen hatte, ist die Beobachtung von Herrn Andreas Exner, die er in seinem Artikel Konkurrenz ohne Herrschaft? Mythen der Kapitalismuskritik, Teil 1 formuliert:

Ein von Konkurrenz geprägtes System kann überhaupt nur unter der Voraussetzung sozialer Herrschaft existieren. Erstens agieren Menschen nur und insoweit als isolierte Konkurrenzsubjekte, als sie durch die soziale Form des Privateigentums, das sich im Geld ausdrückt, voneinander abgeschnitten sind. Das Privateigentum aber erhält sich nicht von selbst, sondern erfordert einen Herrschaftsapparat, den Staat.

Da haben wir ihn wieder, den Staat als Handlanger zur Festigung der Position des Siegers = Herscher über den Besiegten = Beherrschten. Und dann sind wir gleich bei beim Begriff der „Ware Arbeitskraft“:

Die Identität des Lohnabhängigen ist gebrochen, widersprüchlich; er ist einerseits eine vermeintliche „Ware Arbeitskraft“, andererseits aber ein lebendiger Mensch, der über diese Ware verfügen soll, also etwas davon Verschiedenes. Tatsächlich existiert die „Ware Arbeitskraft“ nur in der Ideologie der kapitalistischen Gesellschaft, diese „Ware“ ist in Wahrheit ein einziger lebendiger Mensch, aufgezogen und abhängig von anderen Menschen, der Bedürfnisse empfindet und in einer Herrschaftsbeziehung ausgebeutet wird.

Die Identität eines Kapitalisten ist dagegen ungebrochen, einheitlich; er ist das „mit Willen und Bewusstsein begabte Kapital“, wie Marx es treffend beschreibt, also überhaupt nur Kapitalist, insoweit sein Willen und sein Bewusstsein sich auf die Vergrößerung des Kapitals hin orientiert. Damit ist nicht gesagt, dass diese Identität nicht auch herrschaftlich hergestellt werden muss, vom Elternhaus bis zu Eliteschulen – bedenkt man, dass sich die sozialen Positionen in der kapitalistischen Gesellschaft keineswegs zufällig verteilen, sondern stark von der familiären Herkunft abhängen.

Bleibt aber nun festzustellen, dass auch dieser Kapitalist, nun seine Gesundheit in diesen konkurrierenden Strukturen opfern muss. Ob er nun, das selbst zunehmend tangiert, umzudenken beginnt?

  1. Dezember 31, 2013 um 12:43 am

    Wettbewerb ist der Quell jeder zukunftsorientierten Gemeinschaft, wenn er dazu dient, das Glück der Gemeinschaft zu festigen und/oder zu mehren.

    Du schreibst:
    „Bleibt aber nun festzustellen, dass auch dieser Kapitalist, nun seine Gesundheit in diesen konkurrierenden Strukturen opfern muss. Ob er nun, das selbst zunehmend tangiert, umzudenken beginnt?“

    Wie ich den Nachhaltigkeits-Status Deines Lieblingsthemas einschätze, bleibt es Dir noch eine Weile erhalten. Aber wir bleiben ja dran, das Bewusstsein über die völlig verschiedenen Ebenen Ursache-Geist und Wirkung-Verhalten zu befördern. In diesem Fall wäre zu erklären, dass körperliche Gesundheit für einen Geist, der von der Ausbeutung Anderer existiert (und nur so existieren kann), VÖLLIG irrelevant ist. Hat er tatsächlich mal einen Körper ruiniert (eher ist das Gegenteil der „Fall“), sucht er sich einen anderen. So einfach ist das für Unwesen, ihr Unwesen treiben zu können.

    Eine wirklich intelligente Frage könnte lauten:
    Wie ist das System Mensch konfiguriert worden, um diesem Parasiten-Geistwesen Zutritt und Gewalt darüber zu verschaffen.
    Am Rande erfahren wir ja immerhin die Folgen, wenn man einem Rüssell erlaubt, sich in einem Menschenhirn/-Geist einzunisten. Auch diese Warnung sprach ich ja hier bereits mehrfach direkt und indirekt aus: Haltet fremden Geist auf Abstand. Glaubt nicht das als Wissen, das ihr nicht erfahren habt oder das gar nicht erfahrbar ist.
    Sylvester/Neujahr? Da muss Mensch doch einen Knall haben, pardon, hören, um das Hirngespinst ‚geteilte Zeit‘ überhaupt glauben zu können.

    Übrigens „Knall“. Heinrich schrieb uns:
    „Euch alles Gute, hoffentlich kriegen die Voegel keinen Herzinfarkt bei all der Knallerei…“
    Einer, EINER fühlt wie wir und schickt sein Fühlen um die halbe Welt.

    Gruß
    Wolfgang

    Das Wesen von Konkurrenz erklärt übrigens die Entstehung des Wesens des Siebentodsünden-Geistes und in der Folge die Entstehung von Unwesen. Darum brauchen wir die Konkurrenz, um diesem Geist Präsenz- und Offenbarungswillen einzuhauchen, um ihm auch noch den letzten Zahn ziehen zu können.

    • Dezember 31, 2013 um 11:35 am

      Bei uns wird auch schon länger nicht mehr geknallt. Es sind ja nicht nur die Vögel:

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