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Das Hartz-IV-System als moderne Sklaverei gehört beendet!

harrtz4Wir hatten schon häufiger das Thema Hartz-IV hier auf dem Blog. Nun gibt es ein Interview von Ken Jebsen mit Ralph Boes, in dem dieses  – wie ich inzwischen finde – widerwärtige System bis auf die Knochen seziert wird. Die damit zu unterstützende Petition zur Abschaffung von Hartz-IV hat so mit über 90.000 Stimmen weit mehr als notwendig zusammen bekommen, so dass nun unsere Politiker über eine Anhörung entscheiden müssen.

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Hier noch der Text begleitend zum Interview:

Seit der Einführung des Hartz-IV-Systems sieht sich der Staat mit massivem Widerstand aus der Bevölkerung konfrontiert. Die Betroffen gingen vielfach vor Gericht und bekamen massenhaft Recht. Hartz IV musste „nachgebessert“ werden. Das Wort Nachbesserung ist ein Täuschung, so wie die meisten Formulierungen, die im Jobcenter fallen, eine Täuschung darstellen.

Das gesamte System stellt einen Bevormundung des mündigen Bürgers dar. Es untergräbt die Würde des Menschen. Es führt nur in Ausnahmefällen in den klassischen Arbeitsmarkt zurück.

Die aktuellen Export- und Beschäftigungsbilanzen der BRD sind rekordverdächtig, doch sie verschleiern die Realität, die das Hartz-IV-System beinhaltet.

Die Idee hinter Hartz IV war ursprünglich, Menschen, die arbeitslos geworden waren, durch Fortbildung wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Die Fortbildung sollte ein Upgrade bedeuten.

Tatsächlich aber wurde mit Hartz IV erst die Basis für den gigantischen Niedriglohnsektor geschaffen. In diesem Sektor bleibt man trotz 8-Stunden-Jobs auf staatliche Hilfen angewiesen. Das ist klassische Ausbeutung, Sklaventum 2.0, mit dem auch die noch regulär angestellten Arbeitskräfte permanent erpresst werden.

Hinter jedem Arbeiter, der z.B den Mindestlohn einfordert oder sich gewerkschaftlich organisiert, steht ein Heer von Hartz-IV-Empfängern, die von Vater Staat persönlich gezwungen werden, jede noch so abartige Arbeit anzunehmen.

Wer dabei immer verdient, ist die mit Hartz IV entstandene „Schulungsindustrie“, die nur in Ausnahmefällen eine Festanstellung für den „Geschulten“ erreichen kann. Stattdessen arbeitet der „Schüler“ befristet und unentgeltlich z.B. auf dem Bau, während der Bauherr für seinen Hartz-IV-Gast Schulungsgelder von den Behörden erhält. In diesem Kreislauf der ewigen Fortbildung versickern jedes Jahr dreistellige Millionensummen. Vermittelnde Behörden und externe „Ausbildungszentren“ sind oft Teil eines Teams, das den Hartz-IV-Empfänger als neue Einnahmequelle erkannt hat.

Wer als Hartz-IV-Opfer diesem Spiel nicht mehr tatenlos zusehen will, wird mit massiven Kürzungen seines amtlichen Minimaleinkommens bestraft. Diese Strafen führen mitunter zu Obdachlosigkeit oder zu Menschen in Deutschland, die Hunger leiden müssen.

Um die so agierenden Behörden vor Klagen zu schützen, muss der Hartz-IV-„Kunde“ bisher eine „Eingliederunsgsvereinbarung“ unterschreiben.
Wer sich weigert, dem wird die „Vereinbarung“ von der Behörde aufgezwängt.
Die Eingliederungsvereinbarung beinhaltet u.a die angesprochenen „Sanktionen“ und widerspricht in zahlreichen Punkten Artikeln des deutschen Grundgesetzes.

Inge Hannemann, langjährige Mitarbeiterin des Jobcenters Hamburg-Altona, wollte diesen Staatsterror nicht mehr Mittragen und wurde zur Whistleblowerin.
Sie formulierte eine Petition an den Deutschen Bundestag, um zumindest die „Sanktionen“ gegen die Hartz-IV-Empänger wieder rückgängig zu machen.
Auf ihrer Homepage heißt es zu diesen Sanktionen:

Sanktionen nach dem SGB II und XII stellen in ihrer jetzigen Form eine bedrohliche Existenzgefährdung dar. So ist zu beobachten, dass Erwerbslose, selbst wenn sie noch nie davon betroffen waren, vor den Sanktionen Ängste entwickeln. Ein Damoklesschwert, welches über ihnen schwebt und viele dann lieber auch Nachteile in Kauf nehmen, anstatt ihre Rechte einzuklagen. Damit wird und ist ein Angstsystem entwickelt worden, welches die Menschen in eine Abhängigkeit von den Jobcentern führt. Sanktionen dürfen niemals eine erzieherische Maßnahme sein. So werden sie jedoch intern vermittelt und es wird an das soziale Gewissen der Mitarbeiter appeliert. Das soziale Gewissen sollte und muss aus der Kenntnis der Menschenrechte und Würde bestehen.

Kategorien:Gesellschaft Schlagwörter: , ,
  1. Dezember 21, 2013 um 8:33 am

    Das ist super, dass Du es verlinkt hast – ganz wichtig! Mögen die Menschen begreifen, was grade Unsägliches bis Perfides durch diese Machtstruktur der „Armutsindustrie“ passiert und den Frieden unserer Gesellschaft zerstört! Eins der ernsthaft anzugehenden Themen des 21. Jh. neben bedingungslosem Grundeinkommen, Allmende, TransitionTowns, Gesundheit auf allen Ebenen, Partizipation/EchteDemokratieJetzt, persönliche Entwicklung des Einzelnen etc. ;-))

  2. Gerd Zimmermann
    Dezember 21, 2013 um 5:34 pm

    Liebe Freunde

    ich kann nicht ueber Harz IV sinieren.

    Ihr habt Guido applaudiert. Er sprach 100 mal von weissen Leinwaenden. Toll habt Ihr gerufen. Er Sorach 100 mal von vermenschlichten Gesamtbewusstsein. Riesig habt Ihr gerufen. Guido sprach mehr als 100 mal von der Einheit des Universum mit dem Menschen und der Natur. Er sprach davon das der Gesamtrahmen fix ist. Er sprach von der Gold DNA und von Phi und von der 3, der 6 und der 9.

    Ihr redet von Hartz IV. Und von Euch.

    Guido redet von einer neuen Sonne und von einer neuen Erde, fuer die Menschheit.
    Guido redet von Harmonie und Ihr von Arbeit macht frei.

    Hat einer von Euch Gold DNA gelesen ? Ich denke nicht. Hat einer von Euch Schauberger gelesen, ich denke nicht, hat einervon Euch Tesla gelesen, ich denke nicht, hat einer von Euch Russell gelesen, sicher nicht. Den Staat von Platon? Aber Deutschland muss veraendert werden. Das Universum aendert sich und Ihr merkt es nicht.

    • Dezember 21, 2013 um 9:42 pm

      Du hast recht. Im Grunde sind die Leute die sich mit dem Hartz IV-System beschäftigen und es „verschlimmbessern“ wollen genauso in dem System gefangen, wie die die es repräsentieren. Es ändert sich nichts. Aber das hat System. Jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf zu treiben um die Menschen abzulenken von dem was Leben sein kann und ist. Da reicht die Wahrnehmumg höchstens bis zur nächsten Häuserecke, aber keinesfalls um zumindest einen größeren Überblick aufs Leben, das Universum und den ganzen Rest zu bekommen.

      Schönen Abend in die Runde
      Martina

  3. Dezember 22, 2013 um 4:37 am

    Hat dies auf Forum Politik rebloggt und kommentierte:
    Moderne Sklaverei

  4. Dezember 22, 2013 um 7:25 am

    Hat dies auf Forum Politik rebloggt und kommentierte:
    Moderne Sklaverei

  5. Gerd Zimmermann
    Dezember 22, 2013 um 8:04 am

    Danke Martina

  6. Dezember 23, 2013 um 6:35 pm

    Von der Sklaverei zur Zinswirtschaft

    „Du wurdest wie alle in die Sklaverei geboren, und lebst in einem Gefängnis, das du weder anfassen noch riechen kannst. Ein Gefängnis für deinen Verstand.“

    Morpheus (Matrix)

    Es ergibt sich die nur auf den ersten Blick erstaunliche Tatsache, dass die Ausbeutung im Laufe der Jahrtausende ihrem Wesen nach gänzlich gleich geblieben ist. Es ist grundsätzlich dasselbe, ob in der Vergangenheit der Sklave als Arbeitsmotor infolge seiner persönlichen und daher wirtschaftlichen Unfreiheit unmittelbar für seinen Herrn fronen musste; oder ob im heutigen Privatkapitalismus der Arbeitende vorwiegend infolge des Geld- und Bodenmonopols – also infolge einer unfreien Wirtschaft – nur einen um den Zins verkürzten Arbeitsertrag erhält oder ob schließlich in dem von den Marxisten gepredigten Staatskapitalismus, der sich fälschlich als Sozialismus ausgibt, infolge der Monopolisierung nahezu der gesamten Wirtschaft durch den Staat der Grundsatz der wirtschaftlichen Unfreiheit zur höchsten Potenz erhoben, die Ausbeutung also auf die Spitze getrieben wird, wobei der Zwangsarbeiter zusehen muss, was – nach Befriedigung der Ansprüche der herrschenden Bürokratie und des riesenhaft aufgeblähten Staatsapparates, die begreiflicherweise den Vorrang genießen – zuletzt für ihn übrig bleibt. In allen drei Fällen ist das Ausbeutungsprinzip dasselbe geblieben, bedingt das Monopol die Einschränkung oder gar den Ausschluss der Konkurrenz und damit zugleich die Ausbeutung.

    Nur in der Technik der Ausbeutung besteht ein Unterschied.

    War es früher erforderlich, Sklaven, das heißt persönlich unfreie Menschen, zu halten, um sie auszubeuten, so bringt die Zinswirtschaft das Kunststück fertig, den Menschen sämtliche persönlichen und politischen Freiheiten zu gewähren und sie trotzdem auszubeuten. Obgleich Zinsnehmer und Zinszahler (angeblich) rechtlich einander gleichgestellt und ebenbürtig sind, vermag der eine sich die Früchte der Arbeit des anderen anzueignen. Diese legalisierte Ausbeutung beruht, wie gesagt, auf dem Vorhandensein von Monopolen. An die Stelle des Sklavenhalters ist im modernen Rechtsstaat der Zinsbezieher, an die Stelle des Sklaven der Zinszahler getreten. Die Ausbeutung erfolgt nicht mehr unmittelbar durch die Aneignung der Arbeit des Sklaven, sondern mittelbar durch das Monopol. Es ist begreiflich, dass die Sklaverei für die Ausbeuter uninteressant wurde, seitdem man die wirtschaftliche Unfreiheit der Auszubeutenden – diese einzige Voraussetzung einer jeden Ausbeutung – anstatt durch persönliche Freiheitsberaubung durch die Monopole zu erzielen vermochte:

    Marktgerechtigkeit

    Die erste vollständige Theorie zur Herstellung absoluter Marktgerechtigkeit wurde bereits im Jahr 1906 veröffentlicht – konnte aber vom „Normalbürger“, der sich gedanklich eben nicht in der Realität, sondern noch immer im „Programm Genesis“ befindet, bis heute nicht verstanden werden:

    Einführung in die Wahrheit

  7. Februar 7, 2014 um 11:04 pm

    „Man muss ja froh sein, wenn man heute noch einen Job hat“
    Das sagte heute der Teamleiter des Umzugsunternehmers, den meine Tochter beauftragt hatte. Ich habe selbst als Schüler in den Ferien bei einer Umzugsfirma gejobbt und weiß, was das für ein Knochejob ist.
    In diesem Spruch schwingt so richt die Hartz-IV -Nagst mit, oder?
    ich habe heute nur Möbel zusammengeschraubt und bin regeltecht platt, ganz zu schweigen von meiner Tochter, die keine Sport treibt …

  8. Februar 8, 2014 um 5:30 pm

    Die Arbeitszentren sind die modernen KZs ohne Zäune.
    Weiter muss darüber nicht diskutiert werden.
    Die Verantwortlichen: Die Kleinen und die Großen gehören alle vor Gericht wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit!

  9. Alfred
    März 21, 2014 um 3:46 pm

    „Es ergibt sich die nur auf den ersten Blick erstaunliche Tatsache, dass die Ausbeutung im Laufe der Jahrtausende ihrem Wesen nach gänzlich gleich geblieben ist.“

    Ja, dem muss ich zustimmen. Sogar ein – womöglich – epochales Genie wie Ken Wilber spricht sich in diesem Punkt nicht ganz offen und unbefangen aus.

    Was fürchterlich, absolut entsetzlich, was nicht zu fassen ist: Dem Anschein nach gebildete und mit akademischen Titeln ausgestattete Individuen haben teilweise anscheinend nicht durch Erziehung oder sonstwie mitbekommen, dass man nicht mit den Existenznöten seiner Mitmenschen spielt, mit keinem Grund und in keiner Lage. Die befürworten Sanktionen unter das allseits bekannte absolute Minimum, als hätten die Sanktionierten locker drei oder mehr Leben oder würden sich im Luxusglanz suhlen.
    Wenn die dumme alte Erna von nebenan so etwas heraushauen würde, wäre es zwar genauso falsch, doch würde es mich ja nicht gerade umwerfen – aber so…

  10. Alfred
    März 21, 2014 um 3:48 pm

    „Wenn man die Geschichte studiert, dann ist man angewidert, aber nicht von den Verbrechen, die die Kleinen begangen, sondern den Strafen, die die Großen verhängt haben.“

    (Oscar Wilde)

    Ach, der gute Wilde, wie sehr liebe ich ihn….

    • Gastro
      April 1, 2014 um 5:37 pm

      Alfred :
      “Wenn man die Geschichte studiert, dann ist man angewidert, aber nicht von den Verbrechen, die die Kleinen begangen, sondern den Strafen, die die Großen verhängt haben.”

      (Oscar Wilde)

      Ja ja, die Grossen vom Mars und die Kleinen vom Venus- Nie werden sie zusammenkommen, es sei denn, sie werden ihren geistigen Heimaten untreu und ersuchen Asyl auf dem gegnerischen Planeten. Doch der Rest wird sich weiterhin in Selbstmitleid suhlen, statt die Seiten zu wechseln.
      Wenn man die Geschichte studiert, betrachtet man nur eine manipulierte Scheibe der Salami. Über 99% bleibt im Verborgenen- Weil nicht übertragen worden. Doch die Geschichte schreiben nicht die Grossen, sonder die Kleinen, in dem sie so handeln, dass die „Grossen“ sich erlauben können, was sie tun.

  11. Alfred
    April 27, 2014 um 6:20 pm

    „Wenn man die Geschichte studiert, betrachtet man nur eine manipulierte Scheibe der Salami. Über 99% bleibt im Verborgenen- Weil nicht übertragen worden. Doch die Geschichte schreiben nicht die Grossen, sonder die Kleinen, in dem sie so handeln, dass die “Grossen” sich erlauben können, was sie tun.“

    Das ist richtig, doch offensichtlich haben Sie meinen früheren Beitrag dabei nicht berücksichtigt, der auch die „Zwischenleute“ mehr einbezieht.

    Ferner aber haben die Mächtigeren auch immer die grössere Verantwortung zu tragen.

    Und wenn schon einmal ausnahmsweise aus den geschichtlichen Quellen zu entnehmen ist, dass Greueltaten passierten, muss man diese absolut unerhörten entsetzlichen Schandtaten sich eher zum Quadrat denken, als eine Übertreibung anzunehmen. Auch Oscar Wilde wird von diesem Grundsatz ausgegangen sein und sich nicht blind auf eine bestimmte historische Überlieferung verlassen haben.

  12. Alfred
    April 27, 2014 um 6:43 pm

    Zum Beispiel: Hat man das Volk denn wirklich gefragt, ob Sanktionen in Hartz 4 erlaubt, ob Hartz 4 selbst einführbar sei? Nein, natürlich nicht. Viele Politiker, viele Mächtige der Wirtschaft, viele Zeitungsleute stützen diese Strukturen. Zahlreiche aus dem Volk.

    Doch ist das die Mehrheit der deutschen Bevölkerung? Den Beweis müsste erst jemand erbringen. Die wird schön dumm gehalten, wie eh und je.
    Wollen Sie es wirklich wissen? Sie haben Angst vor dem Gewaltapparat der Macht und sind eingeschüchtert. Sich wirklich zu bilden, fehlen ihnen die Mittel.
    Und wenn man die Hartz-4-ler dann (mit fadenscheinigen Begründungen wie dem Nichterscheinen zu Terminen oder mehrmaliger Nichtannahme von Arbeitsangeboten) ihre Mittel bis auf den letzten Cent streicht nach dem Willen des Gesetzes, glaubt wirklich jemand, im ganzen Volk wären nichts als mordlustige Verbrecher?
    Man gebe den „Kleinen“ erst einmal Luft zum Atmen, sage ich!

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