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Ist Science Fiction in Wirklichkeit Schnee von gestern ?

Teil 1 … Ist Science Fiction in Wirklichkeit Schnee von gestern ?
Teil 2 … Das Leben ist wie eine Klobrille … man macht viel durch !

Was muss geschehen, damit der mehr und mehr zur massentauglichen Normalität verkommende Wahnsinn des täglichen Lebens endlich ein Ende finden kann, um wieder das wahre Wesen des Lebens in den Vordergrund zu stellen und scheinheilige Rollenspiele, im Namen des Egos, nach und nach endgültig von der Bühne des Lebens zu entfernen ? Betrachtet man den bisherigen Lauf der Dinge, dann mag man durchaus zu der Erkenntnis kommen, dass, egal, was ein Einzelner auch zu bewegen vermag, es dem weiteren Verlauf der Realität gehörig am Allerwertesten vorbeigehen wird, sprich, der Wahnsinn wird mehr und mehr zur Normalität werden und ein Höhepunkt dieser Entwicklung ist so unwahrscheinlich wie die Einsicht und Weitsicht von Politikern, das Abrücken der Wissenschaft von Beweisen, weltweiter Mangel an Elend, Krieg, Hunger, Seuchen, sowie all der anderen tiefschwarzen Schatten des Daseins, aber auch so unwahrscheinlich wie das weitere unaufhaltsame Fortschreiten der Technologien des Menschen und der damit einhergehenden Verdrängung des Natürlichen. Doch halt … liegt hier vielleicht schlicht ein Irrtum vor ? Vielleicht haben wir Menschen einfach eine ganz verkehrte Vorstellung vom Begriff der NATUR. Sähen wir klarer, wäre vielleicht gar ersichtlich, warum es keinen Höhepunkt des alltäglichen Wahnsinns geben kann und warum unsere Vorstellungen von der Natur naiv anmuten. So zumindest verkündet es ein Buch aus der Schmiede des Projekts NextNature, ein Buch, welches, keine Frage, eindrucksvoll aufgemacht ist und zu verführen weiß … zumindest solange man gewillt ist das wahre Wesen des Lebens, während der Betrachtung der Internetseite des Projekts bzw. des Lesens des Buches, in den Keller zu schicken und die zugehörige Tür doppelt abzuschließen. Folgender Text, dem Rückcover des Buches entnommen, zeigt auf, wohin der moderne Hase läuft, wenn er mit jedem Haken, den er schlägt, mehr und mehr zu einem kulturellen Objekt menschlichen Fortschritts mutiert, über Felder rennend, auf denen mehr und mehr menscherdachte Kulturen die Biodiversität herausfordern:

“Today, the human impact on our planet cannot be underestimated. Climate change, synthetic biology, mass urbanization – ‚We were here‘ echoes all over. Although many people have tried to improve our relationship with nature, only few have asked the elementary question’what is nature?‘.

This book will radically shift your notion of nature. It shows how our image of nature as static, balanced and harmonic is naive and up for reconsideration. Where technology and nature are traditionally seen as opposed, they now appear to merge or even trade places.

We must no longer see ourselves as the anti-natural species that merely threatens and eliminates nature, but rather as catalysts of evolution. With our urge to design our environment, we cause the rising of a next nature which is unpredictable as ever: wild software, genetic surprises, autonomous machinery and splendidly beautiful black flowers. Nature changes along with us!“

Unterm Strich bezeichnet NextNature alles als natürlich, was nicht von Menschen kontrolliert werden kann … auch wenn es vom Menschen ins Leben gerufen wurde, seien es Computerviren, Verkehrschaos, Finanzkrisen, oder weltweit verbreitete Krankheiten. Alles, was dagegen von uns Menschen kontrolliert und somit gehandhabt werden kann, gehört zur menschlichen Kultur, alles Natürliche inklusive, welches wir zu bändigen verstehen. Eine Vertiefung dieser Sichtweise bietet NextNature hier in Deutsch an.

Wie mag sich nun unser weiterer Weg in die Zukunft gestalten und welche Rolle spielen wir Menschen wirklich in der Evolution des Lebens ? Bezüglich der zweiten Frage mögen hier Antworten zu finden sein. Bezüglich der ersten Frage mag es hilfreich sein, die Entwicklung von Kindern zu betrachten.
Kinder wachsen in Schüben, die mit Umbrüchen im Verhalten und mit neuen Möglichkeiten gegenüber Einflüssen aus der Umgebung einhergehen. Meist geschieht dieses in Verbindung mit Erkrankungen, vor allem aber mit Fieber. Der Menschheit bzw. dem als Menschheit verkörperten Bewusstsein erging es in ihrer bzw. seiner bisherigen Entwicklung nicht anders, ganz zu schweigen vom Leben als Ganzes. Und so wie Kinder schließlich ihr Kindsein hinter sich lassen, um als Erwachsene den Herausforderungen des Lebens zu begegnen, so erfährt es auch die Menschheit bzw. das Leben als Ganzes. Dazu gehört das Durchmachen der Pubertät, als Höhepunkt der Kindheit und als sich abzeichnender Beginn von etwas Neuem, welches jedoch das Vorherige in sich trägt. Die Krux ist, dass immer weniger Menschen zu erwachsenen Wesen werden, sondern vielmehr ihr Ego die Oberhand über das Wesen erlangt … während sich moderne Technologien mehr und mehr in diesen Prozess einschleichen, so verstärkt verfremdend, was wesentlich für die Ausbildung des pubertären Höhepunktes des Einzelnen ist. Aus dieser Krux würde ein Dilemma für das Leben letztendlich hervorgehen, wenn der Mensch seine Kultur ungebremst vorantreiben könnte.

Ein paar Zitate aus besagtem Buch seien in diesem Zusammenhang erwähnt, verdeutlichend, dass Technologie Ausdruck menschlichen Egos und Natur Ausdruck des wahren Wesens des Lebens ist … und Natur wirklich etwas ganz anderes ist, als allgemeinhin angenommen wird. So verwundert auch nicht die Abwesenheit dieses Wesens in allen Worten und Bildern, die NextNature vermittelt.

“In our culture, nature is continually presented as a lost world.“  [ Seite 32 ]
“Logos and brands are so omnipresent in our environment, we can probably tell them apart better than we can bird or tree species.“  [ Seite 33 ]
“Hypernatural nature is always just a little bit prettier, slicker and safer than the old kind. Let’s be honest: it’s actually culture.“  [ Seite 34 ]
“Technology is anything designed by a mind.“  [ Seite 448 ]
“We tend to isolate man-made technology from nature, even to the point of thinking of it as anti-nature.“  [ Seite 449 ]
“Technology has domesticated us. As fast as we remake our tools, we remake ourselves.“  [ Seite 453 ]
“A world without technology had enough to continue life but not enough to transcend it.“  [ Seite 456 ]

Zugegeben, die Art und Weise, wie NextNature Kultur und Natur in Wort und Bild zu kleiden vermag, spricht unsere Sinne an und umspielt die Palette unserer Gefühle und Emotionen mit einem Hauch von Verführung … doch ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Eine oder Andere dabei ein merkwürdiges Gefühl in der Bauchgegend verspürt, geradezu so, als bewirkten diese Worte und Bilder eine Erinnerung im Voraus. Mir selbst ergeht es beim Lesen und Betrachten von NextNature, als wären wir Menschen nicht die erste pubertierende Verkörperung von Bewusstsein, die diese Form der Pubertät derart durchlebt, fasziniert von Möglichkeiten jenseits derer, die uns das Natürliche zur Verfügung stellt. Science Fiction, nicht als Spekulation über eine baldige Zukunft, sondern vielmehr als Schnee von Gestern, Vorgestern, Vorvorgestern, …, der nun den Fluss unserer Realität füllt, um das wahre Wesen des Lebens zu re-aktivieren, dahingehend, die Pubertät zum Höhepunkt zu führen, jedoch ohne die tatsächliche Realwerdung dessen, was wir aus Sicht des Fortschritts für realisierbar erachten. Oder anders ausgedrückt: der Schnee von Gestern, jene Erinnerung im Voraus, ist nichts Geringeres als die Grenzerfahrung des Lebens aus vorherigen Lernprozessen kosmischen Ausmaßes.
Technologie ist die Konkretisierung der Loslösung des Egos vom Wesen.
Daher kann der Mensch im aktuellen Kosmos auf all jene Möglichkeiten zurückgreifen, die diese Art von Schnee zur Verfügung stellt, so wie jedes Kind ein Ausdruck seiner Vorgenerationen ist, und jeder Kosmos, jedes Universum, auf die Erfahrungen seiner Vorgänger aufbaut.
Die Palette, auf die der Mensch zurückgreifen kann, um das Ego vom Wesen zu entfremden, wird in der Tat bunter, verführerischer, bequemer, sicherer, und immer leichter in der Anwendung, für immer mehr Menschen, und immer jüngere Menschen … und doch kommt zuvor erwähntes Bauchgefühl nicht von ungefähr … wie im zweiten Teil ersichtlich wird.

Technological progress may have become second nature to us humans,
having led us straight into the realm of our artificial third nature …
but Nature herself has never completely left us to our own devices.

Gruß Guido
http://www.gold-dna.de
http://www.gold-dna.de/phi.html

  1. Dezember 2, 2013 um 10:59 am

    Jeder wissenschaftliche Beweis ist wie eine natürliche Schneeflocke … mit dem wesentlichen Unterschied, dass einem Beweis mehr Möglichkeiten, Interessen, Erwartungen und Gewohnheiten zur Verfügung stehen, um seiner Vergänglichkeit entgegenzuwirken:

    http://www.newyorker.com/reporting/2010/12/13/101213fa_fact_lehrer

    Gruß Guido

  2. Dezember 2, 2013 um 12:39 pm

    „Man bedenke, es handelt sich nur um einen Roman. Die Wahrheit wird – wie stets – weit erstaunlicher sein.“

    Arthur C. Clarke (Vorwort zu „2001“)

    Der „Normalbürger“ befindet sich gedanklich nicht in der Realität, sondern im „Programm Genesis“, über das er nicht hinausdenken kann:

    (Genesis 2,15-17) Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte. Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.

    „Eine Lüge, die nicht mit einer Wahrheit anfängt, wird nicht geglaubt.“

    (Alte jüdische Weisheit)

    Die erste Wahrheit ist, dass diese Welt und ihre Bewohner durch den Gott Jahwe erschaffen wurden. Die erste Lüge ist, dass diese „Schöpfung durch das Wort“ die physische Welt und den biologischen Menschen betrifft. Davon steht nichts in der Genesis. Die Lüge ist nur eine Fehlinterpretation der Priester, die die kleine Geschichte von Adam und Eva im Paradies, mit der alles begann, gegenständlich-naiv als zwei nackte Menschen in einem Obstgarten darstellen.

    Jemand, der die wahre Bedeutung der Erbsünde erkennt (Auferstehung), ohne bereits zu wissen, wie sie zu überwinden ist, muss buchstäblich „über den Rand der Welt fallen“, d. h., er kann mit „dieser Welt“ nichts mehr anfangen. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als solange in der Wüste zu meditieren, bis er die einzige Lösung (Erlösung) zur Überwindung der Erbsünde gefunden hat (Erleuchtung). Und auch dann ist er nicht von der Erbsünde erlöst, denn es handelt sich um ein kollektives Phänomen, das nicht jeder für sich, sondern nur ein ganzes Volk gemeinsam überwinden kann. Für die Überwindung der Erbsünde muss also ein ganzes Volk erleuchtet werden! Aber schon zu Lebzeiten des ersten Erleuchteten, Jesus von Nazareth, hatte die jüdische Priesterschaft seit über einem Jahrtausend auf das Volk eingeredet und soviel Unsinn verbreitet, dass der Erleuchtete bekanntlich nicht mehr als zwölf Zeitgenossen fand, denen er sich halbwegs verständlich machen konnte.

    Im 21. Jahrhundert sieht die Sache nicht besser aus. Mittlerweile haben die Priester mehr als drei Jahrtausende auf das Volk eingeredet und noch viel mehr Unsinn verbreitet. Erschwerend kommt hinzu, dass auch die politische Seifenoper die eingangs zitierte, alte jüdische Weisheit verinnerlicht hat und die Priesterschaft im Verbreiten von Unsinn aller Art tatkräftig unterstützt. Damit nicht genug, liefern sich in staatlichen Verdummungsanstalten indoktrinierte Politologen, Soziologen, Philosophen, Wirtschafts“wissen“schaftler, etc. ein Wettrennen im Verbreiten von weiterem Unsinn. Der „Normalbürger“, ob „gläubig“ oder „ungläubig“, hat sich von diesem Unsinn, der alle Lebensbereiche durchdringt, so dermaßen verwirren lassen, dass es auch im Zeitalter des Internets nicht leicht ist, die ersten Zeitgenossen zu finden, denen man sich halbwegs verständlich machen kann, auch wenn die ganze Angelegenheit, rein technisch betrachtet, relativ einfach ist.

    Einführung in die Wahrheit

  3. Dezember 8, 2013 um 2:11 pm

    Science Fiction als Schnee von Gestern ? Mister Spock würde jetzt vielleicht sagen: Faszinierend.
    Alles Erinnerungen im Voraus, wie hier näher beschrieben wird, aber nicht so gemeint ist ?

    … “Seine deutsche TV-Premiere feierte Star Trek im Mai 1972 unter dem Titel „Raumschiff Enterprise“ im ZDF. Die Serie spielt im 23. Jahrhundert auf der Erde beziehungsweise im Weltraum um die Erde. Während bei „Star Wars“ von Anfang an klar ist, dass dies in einer anderen Galaxis spielt, zeigt uns Star Trek eine Möglichkeit unserer eigenen Zukunft.“ …

    Wie kann Fortschritt eine Erinnerung im Voraus sein ? Fortschritt ist etwas, dass in die Zukunft gerichtet ist, während eine Erinnerung sich auf Vergangenes bezieht. Zygmunt Bauman charakterisiert “Fortschritt“ in seinem Buch Flüchtige Zeiten wie folgt:

    … “Der Begriff “Fortschritt“, einst die extremste Ausdrucksform eines radikalen Optimismus und das Versprechen universell geteilten, dauerhaften Glücks, ist mittlerweile am dystopischen, fatalistischen Gegenpol unseres Erwartungshorizonts angekommen. Jetzt steht er für die Bedrohung durch unablässige, unausweichliche Veränderung, die statt Ruhe und Frieden nichts als Dauerkrisen und Anspannung verheißt und uns keine Pause gönnt. Der Fortschritt hat sich in eine Art endloses, ununterbrochenes “Reise nach Jerusalem“-Spiel verwandelt, bei dem ein Augenblick der Unachtsamkeit zum unumkehrbaren Ausscheiden, zur unwiderruflichen Exklusion führt. Statt großer Erwartungen und süßer Träume beschwört das Wort “Fortschritt“ einen Zustand der Schlaflosigkeit voller Alpträume vom “Abgehängtwerden“ herauf, in denen man den Zug verpasst oder aus dem Fenster eines immer schneller fahrenden Autos fällt.“ …

    Nun, offensichtlich haben wir es beim Fortschritt nicht mit flüchtigen Erinnerungen, sondern vielmehr mit zeitlosen Problemen zu tun. Technologie dient nicht der Lösung von Problemen, sondern einzig der Problematisierung des einen PROBLEMS, welches jenen HUNGER in die Welt brachte, der nicht mit Daten gestillt werden kann.

    Nun, offensichtlich verhungern wir am langen Arm unserer Technologien … egal, wohin wir uns zu beamen wünschen … denn manche Erinnerungen folgen uns, wohin wir auch “gehen“ …

    Gruß Guido

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