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Wer ist bitte Gott ?

Ich möchte anknüpfen an den Beitrag “Ist das Leben ein Spiel oder verspielen wir es?” und einen Beitrag von mir hier zitieren, den ich in einem spirituellen Forum vor längerer Zeit mal augenzwinkernd geschrieben habe … und ich bitte darum, es ebenfalls augenzwinkernd zu lesen – es ist nicht ernst, aber aufrichtig … ein Versuch, eine “Tantrische Genesis” nachzuerzählen, im Rahmen der Frage: Wer ist bitte Gott ?

Ich bin, der ich bin … ja, hallo erst mal … ihr Menschen seid schon komisch – ihr wollt mich unbedingt benennen … dabei rede ich doch ständig mit euch durch alles was ihr seid, da bräuchte es ja Tausende und noch mehr Namen … na gut, vielleicht fällt es euch dann ja leichter, mit mir zu reden, solange ihr mich noch nicht voll in euch selbst erkannt habt. Ist schon in Ordnung so – auch das werdet ihr noch verstehen …

Mal sehen, was für ein Name wär denn für euch passend … da fällt mir ein: Ach, wie gut, dass niemand weiss – nein, lassen wir das, das war doch woanders … wie wär’s mit GOTT? Kurz und prägnant, das hat was. Ist aber eigentlich egal, dieser Name ist so sinnvoll und so sinnlos wie jeder andere auch …

Wie ist es eigentlich soweit gekommen, das mit euch Menschen und mir?

Da muss ich, glaube ich, ein wenig ausholen, damit ihr das versteht – für mich ist das zwar alles zeitlos präsent, aber ihr Menschen versteht nur die Zeit … schließlich hab ich das ja auch so eingerichtet:

Ganz früher, da war ich ganz all-ein – d.h. ausser mir gab’s nix. Gar nix. Und gleichzeitig war ich alles. Wirklich alles. Demzufolge war ich auch all-umfassend und all-mächtig und all-wissend und so weiter … ich kann euch verraten, das ist auf Dauer ziemlich laaaangweilig. Denn ausser der Zeitlosigkeit versteh’ ich ja schließlich auch die Zeit, nicht wahr? Und die vergeht und vergeht … und doch passiert ja nix, wenn du gleichzeitig zeitlos bist.

Nun ja, hab ich mir gedacht, da gibt es eigentlich nichts Besseres als Spielen. Aber wie hätte ich das tun können? Mit mir selber spielen ging ja nicht so ohne weiteres, und sonst war niemand mehr da: Ich musste irgendeinen Dreh finden, so dass ich mich vor mir selbst verstecken konnte, und gleichzeitig irgendwie vergessen, dass und wo ich mich verstecke, sonst hätte ich mich ja sofort wieder gefunden, und schon wär das Spiel aus. Langweilig. So gehts also nicht.

Daher hab ich mir gedacht: Als erstes brauch ich ein Transportmittel, damit ich mich von mir selbst in verschiedene Richtungen entfernen kann, sonst kann ich mich ja gar nicht wiederfinden, nicht wahr? Und gleichzeitig muss ich in jedem Transportmittel komplett vorhanden sein, sonst kann ich mich, der ich ja all-ein bin, auch nicht wiederfinden – vielleicht würde ich sonst irgendwas anderes als mich finden … aber nein, das geht ja auch nicht, weil ich eh’ schon alles bin.

Also, ganz klar: Ich bin dann, wenn ich das schaffe, in jedem einzelnen Transportmittel vollständig vorhanden und versteckt … aber klar schaff ich das, ich bin ja all-mächtig!

Nun, da hab ich dann erstmal ein paar Photonen gemacht, mich in jedes einzelne reingesetzt und bin durchs All gesaust, in alle möglichen Richtungen. Und da das Universum rund, d.h. unbegrenzt und in sich geschlossen ist, konnte ich mich auch nicht verfehlen – früher oder etwas später hab ich mich immer wieder selbst getroffen. Und immer, wenn ich mir dann irgendwo begegnet bin, konnte ich mir herzhaft jauchzend “Halloooo!” zurufen, und hab mich gefreut, mich wiederzusehen.

Das war jedesmal eine Feier, ein Feuerwerk (klar, sind ja Photonen) und ein Riesenspaß, so Karussell durchs Universum zu fahren! Wunder-voll. War mir aber noch nicht genug – es war immer noch viel zu schnell vorbei und gleichzeitig schon wieder da, Lichtgeschwindigkeit ist halt doch ziemlich flott …

Da ich all-wissend bin, weiss ich natürlich, dass jedes Spiel durch seine Spielregeln hervorgerufen und bestimmt wird … also hab ich, nachdem ich den Dreh erst mal richtig raus hatte, wie ich Regeln in Formen ausdrücken kann, Schicht um Schicht von immer neuen Formen auf immer neuen Ebenen entstehen lassen, jede nächste auf der vorhergehenden aufbauend, und alle Schichten waren natürlich sowohl verschieden als auch innigst miteinander verbunden, da ich ja nach wie vor in allem einzelnen komplett vorhanden war – schließlich bin ich ja all-ein und unteilbar, und jetzt gleichzeitig noch in jeder Form einzeln. Alles zusammen heisst dann “individuell”.

Und so spielen von Anbeginn alle individuellen Formen harmonisch miteinander, gehen auf immer neuen Ebenen in verschiedene Richtungen auseinander und finden sich dort auch wieder. Manchmal müssen sie dabei vortäuschen, dass sie Gegner sind, und sich bekämpfen oder gar zerstören, aber das ist wirklich nur Täuschung … wenn ich spiele, dann spiele ich ganz und aufrichtig, aber nicht ernst – sonst wärs ja kein Spiel!

Und so hab ich das Universum zu einer Spielwiese von ständig neu aufblühendem und aufeinander aufbauendem Formenreichtum unermesslicher Schönheit gemacht … ich will jetzt nicht die ganze Geschichte in allen Einzelheiten ausbreiten, das wär erstens viel zu lang und gar nicht in irgendeiner begrenzten Zeit zu machen, da es unbegrenzt ist, und zweitens ist es auch Teil meines Spiels, dass ihr euch bemüht und das verstehen lernt … aber eines verrate ich euch noch:

Immer wenn zwei unterschiedliche Formen wechselseitig mich in sich “erkennen” und verstehen, dass sie beide ich sind, entsteht ein unbegrenzt Größeres, und ist dennoch nach wie vor “nur” ich, denn ich bin ja schließlich all-umfassend, vorher wie nachher. Paradox, aber wahr … dieses Eintauchen in das ozeanische Gefühl des unbegrenzten Aufblühens nennt ihr Menschen auf eurer Ebene meistens “Liebe”, und eine der schönsten Spielarten hierbei ist das Spiel von Mann und Frau, wenn ich und ich uns wiederfinden in unserem zeitlosen Sein, das keine Grenze kennt …

Vielleicht sollte ich noch bemerken, dass ich mich keineswegs als “esoterischen Spinner” o.ä. sehe … (ich bin Biophysiker und Bodyworker, beides letztlich auf einer Grundlage von Kontemplation bzw. Meditation, soweit sich das in Kürze beschreiben lässt.)

namaste, Manfred Voss

Kategorien:Gesellschaft
  1. November 10, 2013 um 10:18 pm

    Zukunft oder Religion

    „Wir wären weit, weit über den Kapitalismus hinaus (Kapitalismus = wirtschaftlicher Zustand, in dem die Nachfrage nach Geld und Realkapitalien das Angebot übertrifft und darum den Zins bedingt), wenn seit 3000 Jahren durch die Wirtschaftskrisen die Kultur nicht immer wieder die mühsam erklommenen Stufen heruntergestoßen worden wäre; wenn die bettelhafte Armut, in der jede Krise die Volksmassen hinterlässt, nicht die Bettlergesinnung großgezogen hätte, die nun einmal den Menschen, groß und klein, in den Knochen liegt. … Die Plage des Hungers und der Druck der Schulden sind böse Erzieher.
    …Und wo wären wir heute in wissenschaftlicher, technischer, … Beziehung angelangt, wenn die vielversprechende Kultur, die das Gold, obschon blutbefleckt, geraubt und erpresst, in Rom erstehen ließ, nicht unter einer anderthalbtausendjährigen, durch Geldmangel erzeugten ökonomischen Eiszeit erstarrt, vergletschert, vernichtet worden wäre? Sicherlich säßen wir jetzt auf dem Throne Gottes und ließen das All im Kreis an unserem Finger laufen.“

    Silvio Gesell (Die neue Lehre vom Geld und Zins, 1911)

    „Und der Baum des ewigen Lebens, wie er in Erscheinung getreten ist durch den Willen Gottes, befindet sich im Norden des Paradieses, sodass er die Seelen der Reinen unsterblich mache, die hervorkommen werden aus den Gebilden der Armut zum Zeitpunkt der Vollendung des Äons. Die Farbe des Baumes des Lebens aber gleicht der Sonne. Und seine Zweige sind schön. Seine Blätter gleichen denen der Zypresse. Seine Frucht gleicht einem Bund von Weintrauben, wobei sie weiß ist. Seine Höhe geht hinauf bis in den Himmel.
    Und neben ihm befindet sich der Baum der Erkenntnis, wobei er die Kraft Gottes hat. Seine Herrlichkeit gleicht dem Mond, wenn er sehr leuchtet. Und seine Zweige sind schön. Seine Blätter gleichen Feigenblättern. Seine Frucht gleicht guten, appetitanregenden Datteln. Dieser nun befindet sich im Norden des Paradieses, sodass er die Seelen aus dem Schlaf der Dämonen erwecke, damit sie zum Baum des Lebens kommen und von seiner Frucht essen und so die Mächte und ihre Engel verurteilen.“

    (Nag Hammadi Library / Die Schrift ohne Titel / Über die Bäume des Paradieses)

    Paradies = freie Marktwirtschaft
    Früchte tragende Bäume = Gewinn bringende Unternehmungen
    Baum des (ewigen) Lebens = Geldkreislauf
    Baum der Erkenntnis = Geldverleih
    Frucht vom Baum der Erkenntnis = Urzins
    Gott = künstlicher Archetyp „Investor“

    „Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist.“

    (Lutherbibel 1984 / Genesis_3,22)

    Nachdem er „aus dem Paradies vertrieben“ wurde, d. h. die Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Privatkapitalismus (Erbsünde) verloren hat, will also der Mensch den „großen Investor“ spielen. Darum konnte der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation bis heute nicht verwirklicht werden:

    Wohlstand für alle

  2. November 10, 2013 um 4:20 pm

    @Mike: Meinen Versuch einer „Tantrischen Genesis“ hatte ich früher schon mal hier gepostet. Kürzlich hatte ich den Impuls, darauf einfach nochmal hinzuweisen, damit die Spiritualität nicht zu kurz kommt, oder so …

    Das Leben ein Spiel, und die Spiele im Leben betrachten … soweit ich mich erinnere, war mein Bezugnehmen im wesentlichen assoziativ auf die Überschrift bezogen. Übrigens, was ich da in Worte zu fassen versucht hab, wird in Sanskrit als „Leela“ bezeichnet, übersetzt etwa „das kosmische Spiel“ …

    @Maretina: 🙂

    @creativpoet:
    „Warum braucht man immer Benennungen- Gott, Allah- MutterErde wenn es tortzdem existiert.?Vielleicht weil wir keinen Zugang mehr zu unseren hoeheren Selbst haben? Unsicherheit und der Name schafft sicherheit?“

    Ja, so ähnlich hatte ich es zu Beginn des Artikels ausgedrückt, bzw. zumindest ausdrücken wollen.

    „Spielen ist immer gut …“

    … aufrichtig, aber nicht ernst 😉

    LG Manfred

  3. November 10, 2013 um 3:16 pm

    Hallo, interessantes Thema. Wir sind immer in Resonanz, auch non Verbal senden wir etwas aus, dass wiederum eine Reaktion erfaehrt. Dies findet oft unbewusst und unbemerkt statt. Ich bin vorsichtig mit besser oder nicht, sei dahin gestellt. Aktion ist auch eine Reaktion auf etwas. Nicht immer ist die Aktion das Richtige Mittel- hier komme ich auf Aktiv und Passiv. Nichts ist besser oder schlechter sondern heraus zufinden was im Moment stimmig ist- Aktiv zu sein oder Passiv. Beides gehoert zusammen und ist in Wecheslwirkung. Nur eine Anmerkung
    Warum braucht man immer Benennungen- Gott, Allah- MutterErde wenn es tortzdem existiert.?Vielleicht weil wir keinen Zugang mehr zu unseren hoeheren Selbst haben? Unsicherheit und der Name schafft sicherheit?
    Spielen ist immer gut, gruss creativpoet

  4. November 10, 2013 um 11:26 am

    Ein herzliches Dankeschön Manfred.

  5. November 10, 2013 um 10:56 am

    Ich weiß leider nicht auf welchen Text sich der Bezug zurückführen läßt. Es könnte sein, das es ja mein Beitrag ist (http://de.scribd.com/doc/170009708/Ist-das-Leben-ein-Spiel-oder-verspielen-wir-es). Mit dem hat es aber wenig zu tun. Die Metapher hinter meinem Beitrag kann man auf den Nenner bringen „Aktion ist besser als Reaktion“ und das eine spirituelle Einkehr, also die Bemühung ein Verständnis zu entwickeln, das alles zusammen gehört, von großem Vorteil, mit vielen Mühen verbunden, ist. Diese Verbundenheit ist für mich das Bindeglied das wir in Ermangelung von Worten vielleicht GOTT nennen, kommt es doch von gut oder heil. Wenn wir uns dieser Dimension bewußt werden, gesunden wir. Reiner Aktionismus bringt uns früher oder später um die Früchte unserer Bemühungen. Ich denke gerade, auf Grund eines neuen Einfalls über die Erweiterung des Essays nach, Spielsituation als Zustand menschlicher Gemeinschaft. Erfahrungen aus der Meditation sind i. R. nonverbal. Vielleicht haben die Schöpfer der Schriften deshalb Bilder benutzt, damit man aus verschiedenen Blickrichtungen sich in einem Bild widerfinden kann. Es war eine schöne Sonntagsmorgengeschichte. Viele Grüße com. Mike

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