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Sollten Manager schizophren sein?

… Die Frage hat hauptsächlich Relevanz, für Manager, die in Unternehmen arbeiten, die von außen durch Investoren beeinflusst sind. Das sind in aller erster Linie börsennotierte Unternehmen. Ja, Manager müssen schizophren sein, aber nur wenn Sie die oben aufgedeckten Zusammenhänge erkennen. Sehen sie diese nicht, leben sie auch ohne Schizophrenie seelig und glücklich. Für die Anderen aber, für die Wissenden, ist Schizophrenie der Ausweg, um nicht ständig in Wiedersprüche zwischen Denken und Handeln zu geraten. Denn wie wollen Manager ihren Mitarbeitern immer wieder ihre Wertschätzung entgegenbringen, wissend, dass sie diese Wertschätzung auf Grund der Renditesicht nicht gerecht werden können?

Dieser Frage ging unser Mit-Autor Conny Dethloff in seinem aktuellen Arktikel auf dem Blog der Initiative Wirtschaftsdemokratie nach, speziell mit Blick auf unser Geldsystem und die gerade sich immer weiter aufschaukelnde Finanzkrise. Ich kann seinen Argumenten gut folgen. Hut ab vor einem Manager, der die Gradwanderung in vollem Bewusstsein über die Mechanismen dieser maximal auf Profit ausgerichteten Systems hinbekommt, die Mitarbeiter nicht als Human Ressources (ein Begriff, den ich inzwischen gar nicht mehr mag) sondern als Mit-Menschen zu betrachten und auch so zu behandeln.

Kategorien:Ökonomie, Gesellschaft Schlagwörter: ,
  1. Oktober 17, 2013 um 8:59 am

    Hallo Martin,

    super vielen Dank für die Blumen. Lass uns dieses Muster in die Welt hinaus posaunen, denn wird dieses Muster nicht geknackt, kann auch kein tiefgehender Wandel geschehen.

    Beste Grüße,
    Conny

    • federleichtes
      Oktober 17, 2013 um 3:00 pm

      Da haben Sie ja mal ein „deftiges“ Fass angebohrt – bei mir entstand erst mal Gedankensalat. Um mir etwas Klarheit zu verschaffen, halte ich es für besser, nicht den Begriff Schizophrenie auszubreiten, sondern ich frage mal:
      Geht es im Kern um Macht und Ohnmacht?
      Und dann darum, einer äußeren* Macht B mit einer inneren Macht A begegnen zu können?
      * die im Innen als bedrohlich erscheint.

      Ihnen werden sicher unterschiedliche Wesenstypen bei Menschen aufgefallen sein. Um nicht mit Inhalten beladene Begriffe zu verwenden, beschreibe ich kurz drei DISPOSITIONEN im Sinne unserer Erörterungen zum Doppel-Ich und das daraus folgende Verhalten bzw. Handeln.

      Typ A – schwaches Wesen-Ich, starkes Körper-Ich. Folgend ängstlich und auf Herrschaft in der körperlichen Welt bedacht. Glaubt alles, was seine Angst im Zaume hält und fördert und benutzt seine „Intelligenz“ entsprechend für die Schaffung seiner und die Unterstützung einer System-Ordnung, die Herrschaft belohnt und damit die Existenzangst (die vom schwachen Wesen-Ich verursacht wird) zu überlagern.

      Typ B – Wesen und Körper in einer relativen Harmonie. Folgend schwankend, in gewisser Weise indisponiert und grundsätzlich in Konflikt. Hetzt durch die Welt oder versinkt lethargisch in der Beliebigkeit – oder beides im Wechsel, klassisch beschrieben als manisch-depressiv. Wohin ihr Zug fährt ist unklar. Die einen enden in der Erleichterung, dass der Tod sie erlöst, die anderen in der Enttäuschung ob des Versäumten.

      Typ C – starkes Wesen-Ich und schwaches Körper-Ich. Folgend dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Betrieb eher abgewendet, materiell das Nötige leistend und nach dem kreativ oder das im brüderlichen Sinne Möglichen suchend. Dem sich offenbarenden Wahn stehen sie fatalistisch-gleichgültig gegenüber, unberührt, uninteressiert, weil sie wissen, sie sterben in den Frieden hinein.

      Klar ist, dass Grenzen zwischen diesen Typen nicht bestehen – so es denn fließende Grenzen gibt, gelten sie hier.

      Meine ersten Gedanken schließe ich ab mit dem Hinweis auf den traumatischen Aspekt, weil im Unbewussten die Macht-Ohnmacht-Disposition entsteht und darüber entscheidet, in welche Rolle(n) sich ein Mensch zwecks Entwicklung seiner Fähigkeiten begibt, und in welcher Rolle er im Sinne des Ganzen die besten Dienste leisten kann. Die individuell erscheinende Ausprägung kann sehr egozentrisch (A) als auch sehr altruistisch (C) als auch ambivalent (B – könnte man vielleicht egoistisch nennen) sein. Menschlich eben, so wie es Lebenswege auch sein müssen.

      Gruß
      Wolfgang

      @ Martin
      Recht erscheinen nicht mehr die „Neuen Kommentare“. Störung bei WordPress?

      • Oktober 17, 2013 um 10:38 pm

        WordPress-Support hatte mir geantwortet, dass sie beim Erweitern der Funktion einen Fehler eingebaut hatten. Inzwischen funktioniert es wieder 🙂

  2. Oktober 17, 2013 um 1:28 pm

    Hallo,
    genauso gut könnte man fragen:
    Können Ameisen menschlich sein?
    Eins sollte uns allen KLAR sein. Manager sind per se nicht schizophren.
    Denn wären sie es, wären sie nicht Manager
    Liebe Grüße in die andere Runde
    Ralph

  3. Oktober 17, 2013 um 4:06 pm

    Sind die sogenannten Geisteskrankheiten so gesehen nicht eher Symptome für etwas ganz anderes, als das, wofür die Medikamente verschrieben und Wegschließanstalten gebaut werden ? Müssen diese Symptome aus dem Bewusstsein, der Aufmerksamkeit entfernt werden, damit der eigentliche Wahn, der die Symptome hervorbringt, weiter als Normalität in der Realität sein Unwesen treiben kann ? Bedarf es der Schizophrenie, nebst anderen, gar, um den Zwiespalt deutlich zu machen, in dem sich das menschliche Wesen in seiner Haut als Körper befindet. Wie Wolfgang schrieb … A, B, oder C … es ist keine Wahl, die man selbst treffen kann, sondern eine Rolle, die man zugeschrieben bekommt. Will man diese Rolle ausleben um an bzw. in ihr zu wachsen, dann bekommt man es allerdings mit der Normaliät zu tun, jenem Wahn, der das Wahnsinnige Anderen in die Schuhe schiebt, um sich selbst vom Wahn freizusprechen.

    Sind Geisteskrankheiten gar die Mutationen des Bewusstseins auf seinem Weg zu einem neuen Bewusstsein,so wie jede Mutation in der Natur bereits ein Schritt des Lösungsweges ist ?

    Gruß Guido

    • federleichtes
      Oktober 17, 2013 um 4:37 pm

      Von mir bekommst Du, das bahnte sich bereits gestern Nacht an, den Titel
      „Meister des Unterbewusstseins“.
      Deine Sanftheit, mit der Du Menschen zu führen vermagst, dem Wahn des Geistes nicht direkt in die Augen zu schauen, ist schon eine sehr besondere Nummer – auf dem Weg der Bewusst-Werdung.
      Dir nicht ganz unähnlich agiert ja – intuitiv – Martin, der es blendend versteht, hier den „Wind“ aus den Segeln zu nehmen. Aber einen Mathias konnte er damit eben auch nicht verhindern.
      Das segensreiche (und bringende) ist mir die Gemeinschaft und die Vielfalt der Gemeinschaft und das zwingende Element in der Entwicklung.

      Natürlich, ob Putzfrau oder Manager – schlussendlich geht es um DIE Funktion, im Ergebnis um das Individuum UND um das Ganze.

      Aber wir haben hier noch nicht fertig.

      Gruß
      Wolfgang

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