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Wie aus Magie im Laufe der Zeit Maggi wurde … die Geschichte vom benebelten Bewusstsein

Nicht nur, dass im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende manche Begriffe ihrer ursprünglichen Bedeutung beraubt wurden und heutzutage ganz andere Bilder im Bewusstsein der Menschen erwecken, als es vor langer, oder auch nicht ganz so langer Zeit mal der Fall gewesen ist. Aber nicht nur Begriffen ergeht es so, sondern auch Erzählungen, die heutzutage anders interpretiert werden, als ursprünglich angedacht, wie z. B. die Erzählung von Pandora, deren Büchse noch heute bekannt ist, ihr aber im Laufe der Zeit angedichtet wurde. Selbst der Lauf der Geschichte bleibt von diesem Prozess der Vernebelung nicht verschont, denkt man nur an die Zeit(en) des Matriarchats, dessen Bilder heutzutage aus dem Geist des Mainstreams weitestgehend verschwunden sind, fast so, als hätte es sie nie gegeben. Und dann sind da noch all die Geschichten aus längst vergangener Zeit, die wir heutzutage als Mythen, als Sagen, bezeichnen und sie gar als bedeutungslose Hirngespinste primitiver Völker abtun. Abgesehen davon, dass der Begriff der Primitivität ebenfalls zu jenen zählt, die heute anders gedeutet werden, wird doch so aus ursprünglich ein abwertendes einfach.

So machen gerade Mythen deutlich, welcher Prozess aus der Gegenwart heraus abläuft und seine immer differenzierteren Fühler immer weiter in die Vergangenheit hinausstreckt, um zu realisieren, was wirklich gewesen ist … jedoch nicht, um auch wirklich zu verstehen, was gewesen ist, sondern, um die Vergangenheit derart mit dem gegenwärtigen Bewusstsein zu gestalten, dass die Wirklichkeit in diesem Wandlungsprozess möglichst weitreichend in einem immer dichter werdenden weißen Nebel verschwindet, der Verdrängung eines traumatischen Geschehens gleich und der Wandlung von Informationen in Daten nicht unähnlich.

Warum geschehen so viele schreckliche Dinge auf der Welt? Wir führen Krieg! Wofür? Um Frieden schließen zu können !

Was aus heutiger Sicht einfache Geschichten „einfacher“ Völker sind, waren jedoch Zeugnisse jener nebellosen Wirklichkeit, die heute kaum mehr vorstellbar ist, weil das Bewusstsein der nebulösen Gegenwart, menschlicherseits, ein anderes ist, als es jenes der Mythenerschaffer war.

Kaum jemand vermochte dieses bisher anschaulicher darzulegen als Julian Jaynes mit seiner Theorie des bikameralen Bewusstseins, hier näher beschrieben und hier komplett als Buch erhältlich.

Die Geschichte des Bewusstseins ist die systematische, und damit planvolle, Realisierung der systemischen, also planlos, aber nicht ziellosen, Wirklichkeit … oder anders ausgedrückt: die Realität wird mehr und mehr zur Metapher der Wirklichkeit. Fürwahr … Geist kommt in die Welt.

Die Gegenwart dementiert somit ihren wahren Ursprung, jenseits des Zeitlichen, und bezeugt dieses durch die geistige Demenz, die, ganz bewusst, sich als Realität abzeichnet. Dieses nötigt die Menschheit, reaktiv, sich mehr und mehr ein Umfeld der Sicherheit, der Vorhersagen, der Routine, sprich, einer künstlichen Ordnung, aufzubauen, um im Nebel nicht verloren zu gehen. Dass die reale Demenz, die sich im Menschen selbst als Krankheitsbild zeigt und die sich innerhalb der Menschheit ausbreitet, sich auf die Menschheit als Ganzes übertragen lässt, wird gerade im Fortbestehen der Kindheitserinnerungen, trotz Fortschreitens der Krankheit, deutlich, jene Kindheit, die, auf die Spezies Mensch übertragen, genau jene Zeit der Mythenerschaffer ist.
Offensichtlich restimuliert die fortschreitende Systematisierung der Wirklichkeit das wahre Wesen der Realität, unter dem Deckmantel des Nebels, fern jeglicher Verkörperungen, Formen, Muster und metaphorischen Manifestierungen.

Wofür ?

Des Friedens willen … des Friedens mit der Vergangenheit, damit die (Los)Lösung vom PROBLEM endlich aktiv, statt überwiegend reaktiv, auf den Weg gebracht werden kann. Enttraumatisierung. Um jene Informationen aus ihrer Starre zu befreien, welche die Mythen durch immer starrsinnigere Zeiten bewegen.

The American Indian myths which speak of electrical disaster and fossilization are a surprising motif across widely separated geographic regions. It is said that as many as 2,000 Native tongues were being spoken at the time of the arrival of the first European settlers, so it may be well to take note of any agreement between the myths, considering the language barriers between Indian tribes. (Quelle)

Doch solange die Systematisierung systematisch vorangetrieben wird, bleibt die Demenz bestehen und schreitet ihrerseits fort … im Kleinen, wie im Großen.

Demenz mit Medikamenten zu heilen ist so typisch für menschliche Problemlösungen, wie der Plan, Mutationen mittels der Gentechnik auszumerzen, sind beide Symptome, Demenz, wie Mutationen, doch bereits Teil des Lösungsweges, deren Bekämpfung mit geistigen Errungenschaften der Gegenwart daher einzig den Nebel weiter verdichtet, statt ihn zu lichten … und damit der Restimulierung näher kommt.

Flasche mit Maggi-Sauce – Foto Wikipedia

Und wo bleibt die Magie, die uns noch immer zu verzaubern vermag, ohne dass ihr wirkliches Wesen auf breite Akzeptanz in der Realität stößt, aus Platzmangel in der Ordnung unzähliger Systeme? Nun, auch sie blieb von der Metapherisierung nicht verschont und ermöglicht es so möglichst Vielen auf einfachstem Wege, ganz ohne Magie, aus einem einfachen Essen etwas Zauberhaftes zu realisieren … deshalb heißt die Magie seit längerem schon anders, nämlich Maggi ! Und es soll sogar Demenzkranke geben, die sich bei der Erwähnung dieses Namens an eine Zeit erinnern, wo alles klarer erschien, ganzheitlicher, nebellos … statt nebulös … Restimulation im Kleinen erlebend.

Obendrein macht aber auch die Aussprache von Magie und Maggi deutlich, worauf es dem Mainstream heute noch ankommt, nämlich auf Schnelligkeit und auf schnelle Resultate. Je schneller, desto magischer scheint es … dem Nebel soll es recht sein … reale Lösungen müssen her, der wirkliche Lösungsweg dagegen bleibt derweil auf der Strecke … aus gutem Grund.

Und wem die Suppe der Vergangenheit nicht schmeckt, da sie mehr und mehr zum Einheitsbrei verkommt, der würzt einfach nach … it’s a kind of magic !

One dream, one soul, one prize
One goal, one golden glance of what should be
It’s a kind of magic

Gruß Guido
http://www.gold-dna.de
http://www.gold-dna.de/phi.html

  1. Oktober 10, 2013 um 11:17 am

    Schöne Theorie, ich kannte sie bis jetzt noch nicht. Aber „alle Theorie ist grau mein Freund, der Baum des Lebens ist grün, trägt goldene Früchte und die Vögel sch… durch die Äste!“ Sicherlich ist auch hier sehr viel Wahres dran, aber es ist nur eine Annäherung, mehr nicht. Wir hatten vor Kurzem das Thema „Doppel-Ich“, das von vielen „bewußten“ Menschen gemieden wird, weil man da ja nicht ganz „normal“ (schizophren) ist. Sicherlich ist unser Bewußtsein im Laufe unserer Entwicklungsgeschichte entstanden und hat sich über diese Zeit auch verändert. Wann das begonnen hat, ich weiß nicht, ob es wirklich wichtig ist, dies zu wissen. Es ist jedenfalls schon eine Weile her. Ich denke, es sind in uns beide Seiten, das „bikamerale“ sowie das „Selbst“-Bewußtsein verankert. Schon der Hinweis auf die Kindheit, in dem link, unterstreicht dieses sehr deutlich. Die Bewußtwerdung ist ein Prozeß, den jeder mehr oder weniger durchlaufen muß. Doch wessen werde ich mir heute bewußt? Heute werde ich mir, wie ein großer Teil unserer Bevölkerung, in einer künstlichen Welt und ständig auf mich einwirkenden Konditionierungen meiner bewußt. Ich erlebe, vieles dessen ich glaube, mir bewußt zu sein, nur noch aus zweiter oder dritter Quelle. Dies erklärt auch den Wandel (Verfremdung) von Begriffen und die Polarisierung seiner Deutung und der fortschreitenden Zerstörung der Umwelt und des Menschen. Für mich sind viele Krankheiten, mit der wir uns in der zivilisierten Welt herumplagen, Anzeichen dieser Bedrohung. Für mich stellt sich die Frage, wie werde ich mir bewußt, durch das auswendig lernen, von Bewegungsabäufen, das Betrachten von Ereignissen, die mit mir selbst so gut wie nichts mehr zu tun haben oder durch Aufmerksamkeit und Integration in meiner Umwelt. Wenn ich mich im Vergleich z.B mit Asiaten sehe, begreife ich, wie weit meine Aufmerksamkeit schon Routinehandlungen gewichen ist.

    Wir sägen an dem ast auf den wir sitzen schneller als uns flügel wachsen werden. (G. Gundermann)

    Es gäbe noch vieles dazu zusagen, wie die „innere Stimme“, das Verwenden der dritten Person usw., aber vielleicht äußere ich mich mal selbst dazu. einiges habe ich hier; http://de.scribd.com/muzungumike/collections, schon hinterlassen.

    Viele Grüße com. Mike

    • federleichtes
      Oktober 10, 2013 um 12:18 pm

      Danke, mal wieder treffende Gedanken.
      Der Unterschied zwischen Wissen und Bewusstsein:
      Wissen ist, an einem Ast zu sägen. Bewusstsein ist, zu fühlen, das der eigene Arsch drauf sitzt. Woraus sich ableiten ließe, dass viele Menschen nicht mal Bewusstsein über ihren Arsch haben – und auch kein Bewusstsein über die Vergangenheit (als Erfahrung) und die Zukunft (als Wahrscheinlichkeit). Bleibt nur die Gegenwart, und in der leben sie, als ginge es in der Hauptsache darum, ihre Lebenszeit tot zu schlagen. Vielleicht, weil ihre Existenz in einer ganz und gar feindseligen (äußeren UND inneren) Welt unerträglich wurde?

      Guido spricht vom benebelten Bewusstsein, etwas indiffferenziert. Was ist dieser „Nebel“, und woher kommt er? Eine Kultur-Zeit bedingte Erscheinung? Eine Kultur, die den Menschen benebelt, der sich in ihrem Dunstkreis (auch kein schlechter Begriff) aufhält? Sprechen wir hier auch über die Bösartigkeiten, die den Körpermenschen befallen? Sprechen wir über die emotionale Feindseligkeit des psychisch zerrisenen Menschen? Gar über den Wahn der verwirrten Geistmenschen? Und wohin orientiert sich Mensch, zum Körper, zur Psyche, zum Geist – wohl dorthin, wo es ihm am wenigsten bedrohlich erscheint. Verwirrung, nein danke, ich nehme Malaria – oder wie?

      Na gut, Guido machte ein weiteres Fass auf – schauen wir mal tiefer rein.

      Herzliche Grüße sendet Dir

      Wolfgang

      • Oktober 10, 2013 um 3:57 pm

        LEBEN als Gegenpol von NEBEL?

        Vorgestern sprach die zweite Keynote auf dem Wissensmanagement-Kongress KnowTech (meine Nachlese) Bernhard Wolf, seines Zeichens ein BeGEISTerer, häufiger mal Rückwärts. Was er wohl seit seinem 8. Lebensjahr mehr als gerne macht. Vielleicht sollten wir diese Perspektive häufiger nutzen, damit wir den Autopiloten ausgestellt bekommen, der unser Leben totzuschlagen scheint?

        Viele Grüße
        Martin

        • federleichtes
          Oktober 10, 2013 um 4:16 pm

          Im Leben geht’s wie beim Fensterputzen (ich wei0 das von der Scheibe, durch die ich meine Vögel anschaue): Erst mal siehste so schlecht wie nix mehr – aber dann.
          Lebensimmanet ist die Feindseligkeit, die energetisch Angst auslöst und informativ Verwirrung stiftet. Lebensimmanent ist die Absicht, alte reaktiv-freindselige Informationen aufzuklären. Und (nur) damit Menschen das (Nötige) auch leisten, gibt es das, was wir als Angst empfinden – Körpersprache, Feindseligkeit auf die Bühne bringen.

          Von hinten kostet Hundesteuer, rückwärts denken ist gebührenfrei, wenn man denn mit gebührendem Respekt vorgeht. Machst Du ja – herzlichen Glückwunsch. Von nix kommt nix. Autopilot abstellen ist nur streckenweise förderlich – oder zuträglicher. Ich fahr mal zum amt, um die Pfändung meiner Rente durch die Krankenkasse, die mich nicht verischert, abzuwenden; man gönnt sich ja sonst nichts.

          Einen lieben Gruß an Dich sendet
          Wolfgang

        • Oktober 10, 2013 um 5:02 pm

          Nee Martin, der mach es nicht kaputt unser Leben, im Gegenteil, ohne ihn würdeste vergessen luft zuholen und schon wär schluß. Das Problem ist der Gordische Knoten. So lange wir einzelne Strippen verfolgen werden wir seine Komplexität nicht begreifen. die Lösung liegt in der Betrachtung. Viele Grüße Mike

  2. Oktober 10, 2013 um 3:52 pm

    Selbst Bewußtsein ist ein Prozeß und andere Kulturvölker unterteilen ihn noch einmal in sieben vertikale Ebenen, Chakren. Ich denke, wir verbreiten selbst den Nebel, weil mit den ständigen inneren Konflikt, Loslösung der beiden Pole in uns nicht klar kommen. Erschwerend kommt hinzu, das unsere Lebenumstände, die ich als bedrohlich einstufte, nicht mit unserer inneren Natur korrespondieren. Beispiel, wenn ich handwerklich gearbeitet habe, geht es mir trotz körperlicher Anstrengung, bei guten Ergebnis, gut. Wenn ich langanhaltende Diskussionen führe, verspüre ich, bei gleichem Ergebnis, weniger Befriedigung. Bei aller Entwicklung die wir gemacht haben und als Fortschritt bezeichnen, hinkt der Mensch in seiner Langzeitanpassung hinterher. Einer Gesellschaft, die dir alles bietet, ohne das du großen Anstrengungen ausgesetzt bist, finden erst einmal alle schön, paradiesisch. Doch dann kommt der Moment, an dem Du im Überfluss den Mangel an eigener Herausforderung unbewußt wahrnimmst, in der du dich in der Masse oder selbst in der eigenen Familie allein vorkommst, weil ein Zusammenhalt nicht mehr notwendig ist. Dies erklärt die vielen Versuche, die wir unternehmen, Kreativismus, Extremsport usw. für uns einen Ersatz zu schaffen. Da er aber nur für uns zeitweilig erlebbar ist, erfahren nur ganz wenige eine Selbstbestätigung also eine Reflextion aus der Gemeinschaft, die für ein Selbstbewußtsein notwendig ist. Es muß nützlich sein, was wir erschaffen, deshalb endet dieser Versuch für viele in der Resignation, Depression … und wie die Krankheiten alle heißen. Ich glaube, das ein Krieger aus früheren Zeiten, auch wenn sein Leben zu jeden Zeitpunkt auf den Spiel stand, ein ganz anderes Selbstbewußtsein hatte, als die wir in unseren Selbstfindungswahn überhaupt hervor zu bringen vermögen, sie war substanziell. Sicherlich hat es auch zu dieser Zeiten, wie heute, unterschiedliche Qualitäten von Selbstbewußtsein gegeben und Archilles war auch zu seiner Zeit eine Ausnahmegestalt. Eine nach Außenverlegung, Vergöttlichung, der Gedanken halte ich für einseitig. Wie unser Denken von beiden Polen bestimmt wird, von für und wider, so ist auch unser Bewußtsein nicht einheitlich, wie auch unsere Umwelt, die wir erschaffen, nicht anders sein kann, weil sie auch in ihrer Grundstruktur so beschaffen ist. Was wir für die Natur als Gesetze erkannt haben, trifft doch auch ob nun mit Bewußtsein oder ohne, auch auf uns zu. Unser Leben liegt in dem Spannungsfeld, das wir einerseits ein leichteres, sicheres Leben führen wollen, das will glaube jeder, aber auf der anderen Seite uns von unserem Wesen entfremden und dadurch uns indirekt mehr gefährden, weil wir wichtige Selbsterhaltungsmechanismen, wie Aufmerksamkeit, Angst usw.ausblenden. Diese Spannung hat wahrscheinlich trotz verschiedener Entwicklungsepochen schon mehrfach zum Untergang von Hochkulturen geführt, weil das Extrem immer der Wendepunkt einer dynamischen Entwicklung ist, die außerhalb von uns determiniert ist. Bei allen Tricks, die wir gelernt haben, um uns zu behaupten, und da liegt das zerstörerische Potential eines (jeden) Menschen m.E. begründet, versuchen wir für uns, bei Strafe des eigenen Untergangs bestimmte Lebensumstände aufrecht zu erhalten, ja selbst bei verwerflichen Taten, uns ein gutes Gewissen einzureden, zu suggerieren, weil wir mit all unseren Verknüpfungen uns nicht vorstellen können uns zu ändern, anzupassen zu können. Die Explosion der Entwicklung in den letzten Jahrzehnten war nur möglich durch die Vernebelung unserer eigenen Geschichte oder besser gesagt durch die einseitige, unlebendige Form der Wissenschaft, die gelebte Erfahrungen (Tradition) außer Acht läßt, mit den Ziel eines besseren Lebens. Der Trugschluß wird nur denen bewußt, die selbst den Verlust an Lebensqualität erfahren. Eine Vermittlung dessen, kann zwar ein Wecksignal für den Einzelnen sein, mehr aber nicht. Der Buchdruck hat mehr lebendiges Wissen zerstört, als er in all seinen Werken aufgenommen hat. Viele Grüße com. Mike

  3. Oktober 10, 2013 um 11:44 pm

    Lieber Mike,

    die Länge Deiner Zeilen weiß ich sehr zu schätzen bei der Fülle Deiner Aktivitäten. Mir ging es mit dem Text nicht so sehr um die Theorie von Julian Jaynes, sondern vielmehr um den Versuch darzulegen, was es, nach meinem Verständnis, mit der Entwicklung des Bewusstseins vor dem Hintergrund eines Lernprozesses auf sich haben könnte. Wenn das Leben ein PROBLEM(los)lösungsprozess ist, dann braucht es einen Punkt in der Entwicklung, den der Nebel darstellt. NEBEL:LEBEN. Der Doppelpunkt ist dieser Punkt, an dem im Bewusstsein des Lebens etwas reaktiviert werden muss, damit das Bisherige als Lehrgeld wirken kann und die (Los)Lösung letztendlich erreicht werden kann. Deine Ausführungen passen diesbezüglich.
    Wie passend, dass man zum dichten Nebel auch mal ‚Suppe‘ sagt, so kann ich nämlich noch bezüglich meines Textes Folgendes hinzufügen:

    Je mehr man eine Suppe nachwürzt, desto eher läuft man Gefahr sie endgültig zu ruinieren. Als letztes Mittel zur Rettung des Mittagessens, wenn die Sonne im Zenit steht, mag sich das Verdünnen mit Wasser anbieten. Für die Suppe, die wir Menschen uns mit der bisherigen Expansion eingebrockt haben, hilft kein Verdünnen mehr, haben wir die Suppe doch bereits nahezu maximal gestreckt und dermaßen mit verschiedensten Gewürzen versehen, dass eher wahre Magie, denn ein paar Spritzer Maggi, zu helfen vermögen. Und um diese Magie nachhaltig zum Ausdruck zu bringen, sie wirken zu lassen, bedarf es nicht weiterer Zutaten auf die Schnelle, sondern neuer Techniken, die mit dem bisherigen technologischen Fortschritt der Menschen nichts gemein haben.
    Die Suppe hat nun nahezu alles was sie braucht, damit sie auch zum Wohle aller schlussendlich aufgetischt werden kann. Bleibt die Frage: Was stellen wir nun mit dieser Suppe an ? Fehlt ein Geistesblitz, um die Magie zu aktivieren bzw. zu restimulieren, ist es doch wahrlich nicht das erste Mal, dass das Bewusstsein, sich am Kopf kratzend, in der selbsteingerichteten Großküche steht und in den riesigen Topf schaut, in dem die Suppe kocht …

    Vielen Dank und lieben Gruß
    Guido

    • federleichtes
      Oktober 11, 2013 um 1:23 am

      „Wenn das Leben ein PROBLEM(los)lösungsprozess ist, dann braucht es einen Punkt in der Entwicklung, den der Nebel darstellt. NEBEL:LEBEN. Der Doppelpunkt ist dieser Punkt, an dem im Bewusstsein des Lebens etwas reaktiviert werden muss, …“

      Das Prinzip möchte ich etwas anders beschreiben dürfen.
      Nehmen wir Leben als Zentrum unserer Betrachtung. Dann offenbaren sich, durch das reaktive Wesen der Lebensinformationen, einerseits chaotische Dynamiken, und anderseits entsteht über DIES Chaos Klarheit – also weg mit dem Nebel, nun kann man einen Meter klar sehen. Weitere zu Chaos führende Informationen und stärkerer Nebel kommen, wird aufgeklärt (Verständnis), was zu einer Klarischt von zwei Metern führt – Horizont (Bewusstsein) erweitert.

      Es sind dies die (einen) zwei Seiten der Psyche, die das Chaos (Offenbarung) und Ordnung-Verstehen-Bewusstsein betreiben. In ihrem Kern, so sehe ich das, haben wir es mit den sogenannten archischen, energetisch geladenen Informationen zu tun, die einen doppelten Effekt zeitigen: Energetische (Angst) und informative (Verwirrung) wahrnehmbare Erscheinungen.
      Und auf der weiteren Doppelseite der Psyche haben wir es mit einem aktiven, schöpferischen Geist zu tun, der durch Angst gezügelt wird, und andererseits mit der Natur (als Umfeld des Körper-Ichs), die mit ihrer Gewalt Ängste erzeugt bzw. restimuliert – das alles, um das Bewusstsein zu erzeugen, um die Absichten, die Ideen mit Energie verbinden wollen, kontrollieren zu können. Ein Lerneffekt entsteht durch das Wesen der Kausalität (mache ich A, geschieht B), ein anderer Lerneffekt entsteht durch die Stimmigkeit einer Handlung, Erfolg als sichtbares, fühlbares, relativ beständiges oder zuverlässiges Handeln.

      Das war jetzt mal nur rein aus dem Bauch raus. Das Modell ist sicher erweiterungs- als auch korrekturbedürftig.

      Gruß
      Wolfgang

      • Oktober 11, 2013 um 8:23 am

        “Nehmen wir Leben als Zentrum unserer Betrachtung. Dann offenbaren sich, durch das reaktive Wesen der Lebensinformationen, einerseits chaotische Dynamiken, und anderseits entsteht über DIES Chaos Klarheit – also weg mit dem Nebel, nun kann man einen Meter klar sehen.“

        Da bist Du dem GANZEN schon einen Schritt voraus, kann die Re-Aktivierung im Kern des Wesens doch erst über die Bühne gehen, wenn möglichst viele Körper reaktiv, sprich, als Folge, durch den Nebel irren und die Bindung zum GANZEN, sprich Aussicht auf Rückfindung auf den (Lösungs)Weg, endgültig verloren zu gehen droht. Dann folgt der von Dir beschriebene Meter, der die ersten zaghaften Kinderschritte ins Neuland einleitet. Somit hinkt mein magischer Artikel Deinen treffenden Aussagen ein paar Schritte hinterher 😉 … aber Du bist ja meist mit dem Rad unterwegs und daher etwas im Vorteil 🙂

        Gruß Guido

        • federleichtes
          Oktober 11, 2013 um 2:49 pm

          Mag es die Vision von einem „Ziel“ sein, das suchende Wesen verbindet, dann ist der Eine mal dem Anderen und mal der Andere dem Einen voraus – allerdings, das glaube ich, nur in Bezug auf die Klarheit DER Vision von DEM Ziel. (Das ja sicher, das glaube ich, in jedem von uns hinter mehr oder wenigen dichten Nebelfeldern verborgen wurde.)

          Insofern ist die Idee des Nebels trefflich. Während der Eine gerade einen der Räume von Nebel befreite, öffnete sich dem anderen gerade ein Raum, dessen Tiefe noch total vernebelt ist. Da hilft Handreichung: Ich denke an Hänsel und Gretel, ich denke daran, dass der suchende Mensch sprechen muss, damit der Andere seine „Hand“ auch findet. Vor zehn Jahren sagte ich mal:
          Einer muss suchen, der Andere muss warten – sonst findet man sich im Gewirr des Schöpfungsgeistes niemals – zurecht.

          Was das Ausführen unserer Gedanken betrifft, schreiben wir ja nur – jeder für sich – unsere Geschichten auf. die nicht zu verwechseln sind mit endgültigen Aussagen und keinen Anspruch auf Wahrheit erheben, und es nicht können, weil wir im „Fluss“ sind. Dort gibt es keine Wahrheit, außer die Vision vom Ziel, die sich, mal mehr, mal weniger deutlich abbildet.

          Ja, ich bin unterwegs. Früher war ich mal ein „Schneller“, heute bin ich ein Langsamer geworden. Es kommt beim Einsatz von Geschwindigkeit wohl darauf an, was man wahrnehmen will. Und das man das Bilden sich bewegender Bilder – jedenfalls in der Natur, nur erfassen kann, wenn man ruht, aufmerksam und gelassen in Freude auf das sich Entwickelnde wartet – ihm (dem neuen Wunder) entgegen sieht.

          Ganz interessant, dass, wenn ich mich auf etwas Konkretes erwartend fokussiere (ich suche den Eisvogel), die Wahrnehmung des Allgemeinen verschwindet – Gerüche „verschwinden, Geräusche werden unklarer, dagegen nehme ich Störfaktoren (Hunde, knackende Äste) deutlicher wahr.

          Die Bilder, die in uns entstehen, sind alle richtig. Und wenn wir sie für uns beschreiben in einer Weise, dass sie auch andere verstehen mögen,, entsteht IM MOMENT DES BESCHREIBENS bereits das neue Bild. Des Malers und seiner Idee.

          Ich wachte auf mit der Idee für einen neuen Blickpunkt auf das Doppel-Ich. woraus sich erhellen mag, dass wir in uns selber mal mehr und mal weniger mal Hänsel und mal Gretel sind. SIND. Um zu erfahren, ob die Hexe Maggie in unsere und Magi in ihre Suppe tat.

          Dir einen Tag nach Deinem Geschmack.

          Wolfgang

      • Oktober 11, 2013 um 5:27 pm

        In einem Buch von Satprem über Sri Aurobindo fand (m)ich gerade Folgendes:

        … “Es stimmt, das Zeitalter der Mysterien liegt hinter uns, alles ist erfrischend kantisch und aufgeklärt, aber nichtsdestoweniger fehlt etwas. Ein erstes Anzeichen des neuen Menschen wird es vermutlich sein, wenn er einen unerträglichen Mangel in sich verspürt, der sich weder durch seine Wissenschaften noch durch seine Kirchen noch durch seine lärmende Vergnügungssuche befriedigen lässt. Es rächt sich, wenn man den Menschen von seinen Geheimnissen zu trennen versucht.“ …

        Gruß Guido

        • federleichtes
          Oktober 11, 2013 um 5:57 pm

          Ja, die Mysterien wichen der Aufklärung, und die Aufklärung wich der Ratlosigkeit.
          Fehlen Vertrauen und Glauben?
          Oder fehlt die Verbindung von Glauben und Vertrauen, die dem Offensichtlichen mit dem „Absoluten“ entgegen tritt?

          Das Wort „Rächen“ gefällt mir nicht, ist aber Aurobindos Zeit entsprechend. Seneca konnte auch nicht lassen, ein bisschen mit „Maggi“ zu spritzen. Wohl anhnungsvoll, aber eben nicht im Bewusstsein der Magie des Absoluten.

          Oder so.

          Wolfgang
          hatte sechs Dompfaffen auf seinem Balkon. Bis er sechs dort sitzen und drei (andere) wegfliegen sah. Seit ein paar Tagen kommt auch das Kind der Grünfinken wieder, und ich beginne mit dem Knacken der Haselnüsse und erste Gedanken entstehen, wie ich den Vögeln ein netteres Winterquartier bereiten kann. Na ja, Renter eben.

          Gruß
          Wolfgang

  4. Oktober 11, 2013 um 12:20 am

    Und nebulöse Machenschaften, um das Leben von Männern mit materiellem Fortschritt zu würzen, gibt es reichlich, ist es doch, in der Summe, das männliche Prinzip, das uns diese Suppe eingebrockt hat … auch wenn die Saharasia-Theorie nur eine solche ist …

    http://www.welt.de/vermischtes/article120782429/Brautverbrennung-ist-die-beliebteste-Methode.html

    Gruß Guido

    • maretina
      Oktober 12, 2013 um 2:33 pm

      Solche Artikel bergen nur leider immer die Gefahr der Generalisierung in sich. Das sollten wir im Hinterkopf behalten.
      Grüße
      Martina

  5. Oktober 12, 2013 um 12:27 am
  6. Oktober 12, 2013 um 2:25 pm

    Ja, Ihr beschreibt das hier sehr schön, die Magie der Momente wenn der Nebel sich lichtet und die Verbindung ALLER mit ALLEM und andersherum klar und deutlich wird, ins Leben tritt, ALLES EINS ist, keine Ver-Wirrung das Ganze im Nebulösen verschwinden lässt, Trennung als Illusion wahrgenommen wird.
    Das setzt ungeahnte Kräfte und Energien frei, trägt in sich ein Freiheitsgefühl, das Menschen über sich und die profanen Alltäglichkeiten hinauswachsen lassen kann. Das steht natürlich denen die Macht um jeden Preis ausüben wollen und vielleicht auch müssen entgegen, denn da werden unkontrollierbare Kräfte frei, die Trennung aufheben. Daher rührt u.a. vielleicht auch die Diffamierung der Magie.
    Ich bin mir bewusst, dass das Ganze unter diesem Blickwinkel jetzt natürlich nach vielen verschiedenen Seiten hin bearbeitet werden müßte, einerseits in Richtung der Magie die von den weisen Frauen und Männern des Volkes betrieben wurde und in manchen Landstrichen, auch in Europa, noch betrieben wird. Dazu gehört nach heutiger Lesart auch (fast) alles was wir so landläufig unter Alternativmedizin und Volksheilkunde, bis hin zu den Hebammen und Hexen verstehen.
    Andererseits die angewendeten magischen Rituale der Mächtigen und der Priesterkasten, die dem Machtaufbau und -erhalt dienen.

    Eine von vielen Köchen verdorbene Suppe lässt sich jedenfalls auch wieder in einen genießbaren Bereich versetzen, indem „ihr Butter bei die Fische tut.“ „Magischer“ Tip meiner geliebten Großmutter, der sich bei mir bis heute bewährt hat. Vielleicht kann ja Magie für uns und unsere Leben das sein, was die Butter an der verdorbenen Suppe ist?

    Schönes Wochenende für Euch
    Martina

  7. Oktober 27, 2013 um 8:21 pm

    Zwischen MAGIE und MAGGI liegt das realisierte Reich des GOLDENEN SCHNITTS, der HARMONIE:

    http://www.sein.de/geist/weisheit/2013/heilige-geometrie-und-das-fraktale-universum.html

    Gruß Guido

  8. Gerd Zimmermann
    März 17, 2016 um 1:06 pm

    Maggi ist angesagt.
    Schmeckt zwar nach Maggi, aber immerhin.

    Geschmack ist Geschmack.

    Ich Erfinder jetzt Kaggi, mal was anderes.

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