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Das Unnormale des Normalen – oder wie man sich irren kann …

Man muß das Wahre immer wiederholen,
weil auch der Irrtum um uns herum immer wieder gepredigt wird.
Und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse.“
Johann Wolfgang von Goethe

Blume un-normal?

Blume un-normal?

Auf meinem Balkon ist der Vogel los. Normalerweise sitzen hier sechs Dompfaffkinder, und wenn sie hier nicht sitzen, sitzen sie normalerweise woanders oder fliegen herum, so, wie das ihre Art ist. Normalerweise kommen die Blaumeisen und Kohlmeisen im Trupp angeflogen, fünf oder zehn gleichzeitig. Sie setzen sich niemals auf den gleichen Platz, da ist ja nur für eine Meise Platz, und sie verhalten sich normalerweise sehr unterschiedlich, mal mehr spielerisch und mal mehr hungrig. Was für die kleinen Vögel üblich ist: sie sind sehr flexibel, hopsen mal hier und mal dort hin und essen mal von den gemahlenen Erdnusskernen, mal von den geschälten Sonnenblumenkernen, und mal haben sie auch Bock drauf, die ungeschälten Sonnenblumenkerne wie wild aufzuhacken. Normal für mich ist, das Treiben meiner Freunde zu genießen.

Im wirklichen Leben sieht das Treiben etwas anders aus. An unserem Teich stehen normalerweise etwa dreißig sehr schöne Bäume – standen, nu sind sie wech. Warum fragt normalerweise niemand, und normalerweise fragen auch die Männer mit der Säge nicht, warum das völlig unsinnige Absägen von Bäumen normal ist, so wie der in Reih und Glied marschierende Soldat auch nicht fragt, was er da macht. „Das WIRD gemacht, und gut ist’s“. In meinem Verständnis ist der Mensch im Allgemeinen Spielball fremder Absichten, die nur manchmal mehr und meistens weniger in Erscheinung treten. Warum folgt Mensch diesen Stimmen? So ohne Weiteres? Ne.

Was normal ist, bestimmt ein Muster. Das erzeugt eine Art Bild als VORstellung von dem, was jetzt SO sein sollte – oder später SO werden sollte. Im Grunde wird also das „Normale“ durch Informationen bestimmt. Und ein Handlungsbedarf hin zum Normalen erleben wir in zwei Richtungen: Aus B muss wieder das alte A werden, oder aus B muss ein C werden. Das Streben nach A oder C erachte ich grundsätzlich als wertfrei, und es ist so normal, wie das Streben nach Veränderung dem Leben innewohnt. Normal ist auch das unterschiedliche Veränderungsstreben, sowohl thematisch als auch mit welcher Intensität es betrieben wird: der Eine sieht’s locker, der Andere eher verbissen. Normal ist also auch, ganz gleich, woraus sie entstanden ist, die veranlagte Verschiedenheit von Neigung und Antrieb.

Und nun frage ich mal:

Ist das einzig Nicht-Normale, das Unnormale zu konstatieren? Und auch wenn es normal ist, sich an anderen Schicksalen zu ergötzen oder zu befremden: Muss das sein? Ja, kann das sein, wenn man ein EIGENES Leben zu gestalten vermag?

Gleich kommt der Buntspecht. Manchmal kündigt er sich, so wie eben, durch harte Töne an, manchmal kommt er stillschweigend – eben ganz normal.

Herzliche Grüße in die Runde von

Eurem Wolfgang

  1. September 28, 2013 um 10:26 am

    Lieber Wolfgang,

    das ist ein schönes Thema: Was ist schon normal?

    Die Begriffsdefinition ist scheinbar sehr schwierig, denn schnell fand ich dieses Mal nichts im Netz, was über Mathematisches hinausgeht.

    Verwandt ist der Begriff mit Gewohnheit und Tradition. Also könnte man sagen, dass wir als normal empfinden, wenn das betrachtete Objekt oder die Handlung das am häufigsten Vorkommende ist. Was noch nicht sagt, dass es auch für Alle das Zuträglichste ist, also erst einmal unbewertet. Wenn wir allerdings etwas als normal erachten, so implizieren wir, dass es schon irgendwie auch gut sei. Also besser zu befolgen ist. Es kann ja nicht falsch sein, was viele gleichermaßen denken und handeln. So mögen dann auch 90% der Menschen Mitläufer sein …

    Schauen wir uns unsere Gesellschaft an, so ist es völlig normal, acht Stunden am Tag zu arbeiten, um seinen Leben und das seiner Familie zu sichern. Weil es irgendwann mal so (im Kamp?) festgelegt wurde. Ob das auch heute noch wirklich Sinn macht, darf deutlich in Frage gestellt werden, nach all der schon erfolgten und noch anstehenden Automatisierung, und den vielen Arbeitslosen, und den vielen unsinnigen Produkten, die wir herstellen.

    Auch die Schule der Tiere fällt mir dabei wieder ein, die so schön zeigt, was passiert, wenn wir meinen, alles sollte einer Norm gehorchen.

    Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende
    Martin

  2. Mathias
    September 28, 2013 um 9:09 pm

    Danke Wolfgang!

    Dazu fällt mir das Buch von Erich Fromm „Pathologie der Normalität“ ein, das ich vor ein paar Jahren mal las. Auf der Buchrückseite heißt es: „Die Kranken, das sind die Gesunden. Und die Gesunden, das sind in Wirklichkeit die Kranken“.

    Vielleicht erübrigt es sich, Normalität näher zu definieren – so denke ich – wenn Mensch sich seiner selbst besinnt und sich nach Innen ausrichtet. Im Grunde genommen entsteht ja erst aus einem konditionierten Umfeld, in das ein Jeder als Kind erst einmal hineingeboren wurde (das entspricht wohl haargenau dem „Spielball fremder Absichten“) DER WEG, durch einen Bewusstwerdungsprozess sich aus diesen fremden Absichten zu lösen.

    Wie Wolfgang beim Thema Entfremdung treffend schrieb, das „Entfremdung eine Brücke zur Berührung schafft, Bewusstsein entsteht und daraus der Wille zur Umkehr entsteht.“ – so scheint mir die gleiche Aussage auch hier zutreffend: Entsteht nicht aus dem Bewusstsein, ein Spielball fremder Absichten (gewesen) zu sein, eine Auflehnung und damit eine schrittweise Abkehr des Einzelnen von den fremden Absichten?

    Menschen beschreiten diesen Weg heraus aus ihnen fremden, sie schließlich Krank machenden Absichten wohl höchst unterschiedlich, dennoch erachte ich ihn als gewissermaßen vorgezeichnet – für jeden, mag ich da sagen. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass diesbezügliche Signale wohl noch zunehmen werden.

    Wenn Wolfgang fragt: „In meinem Verständnis ist der Mensch im Allgemeinen Spielball fremder Absichten, die nur manchmal mehr und meistens weniger in Erscheinung treten. Warum folgt Mensch diesen Stimmen?“ … so würde ich dazu sagen: Weil er zunächst gar nicht anders konnte. Von einem Kind, dass so erzogen wurde, dass das Wort „Abrichtung“ wohl zutreffender erscheint als das Wort „Erziehung“, kann man erst einmal nur erwarten das es diese Konditionierung mehr oder weniger lange mit sich und in die Welt trägt.

    Liebe Grüße,
    Mathias

    PS: Mal noch ein Gedanke: Vielleicht könnte man das EGO und Fremde Absichten noch aus Sicht der Polarität betrachten – daraus ergibt sich ein ungeheures Spannungsfeld, aus dem es kein Entrinnen gibt. Es sei denn, Bewusstsein findet den vereinenden Weg?

    • federleichtes
      September 30, 2013 um 1:30 pm

      Sehr kluge Gedanken von Dir – herzlichen Dank.

      Auf Deine abschließende Frage geantwortet:
      Das „Spannungsfeld“ ist bereits angelegt in dem was wir Ego nennen. Bedeutet, wir tragen den Konflikt in uns. Und meinen mit Ego unser Wesen, und meinen gleichzeitig damit, dieses Wesen von fremden Geist zu reinigen und es zu beschützen. Und das geht, wie Du richtig sagst, nur über das Bewusstsein – das wächst aus dem inenren Gegeneinander und den Begegnungen mit dem Fremden im Außen, das es – „intuitiv“ – zu erkennen gilt. DAS ist die Berührung. Mit dem (Deinem) Kern, dem Wesen, das weiß und richtig entscheidet, Ja oder Nein sagt oder auf Klärung wartet oder sie betreibt. Um den Irrtum aufzuklären (Enttäuschung) UND ihm vorzubeugen.

      Ich versuch’s am Abend mal weiter.

      Einen lieben Gruß an Dich.

      Wolfgang

      • Mathias
        September 30, 2013 um 10:13 pm

        Hallo Wolfgang,

        schön das Du die letzte Frage aufgegriffen hattest, denn ich hatte wohl einen Zusammenhang zwischen EGO und fremden Absichten vermutet – das wesentliche aber übersehen!

        Und wenn Du schreibst „Wir tragen den Konflikt in uns“ – Na klar! Als ich Deine Zeilen las, sah ich es auch! Die fremden Absichten haben sich in verschiedener Form (frühkindliche Konditionierungen, Ideologien, Massenmedien u.a.) zunächst IN UNS breit gemacht, und überschatten (oder beeinträchtigen) das Wirken des Wesens.

        Man könnte wohl diesen Prozess (aufs irdische Da-Sein) als Verwicklung, mit folgender Entwicklung beschreiben. Das EGO wäre dann die Erscheinung, die im Zuge der Verwicklung zunächst entsteht.

        Ja, herzlichen Dank zurück an Dich! Passt doch auch sehr gut zum Thema, wie ich finde.

        Liebe Grüße,
        Mathias

        • federleichtes
          Oktober 1, 2013 um 4:27 am

          So, der Abend brachte mir eben Kartoffelpuffer und den Antrieb, genauer auf das Ego zu schauen. Per Definition meine ich sagt es mehr aus als der Begriff Ich. Ich ist eigentlich nur die Bennenung einer (relativ) abgegrenzten Person – relativ, weil nur der Körper klar von anderen Körpern getrennt, das Verhalten aber an der Gesellschaft (das Andere als andere Ichs, als Gruppen und als Kultur, Werten, Normen) orientiert ist.
          Das Ego dagegen beschreibt ein Ich mit ich-bezogenen Ansprüchen, das Vereinbarungen trifft, dass sich gegen das Andere durchsetzen und erfolgreich(er) sein muss. Und je nachdem, wie schwach ein Ich ist, je mehr wird es konkurrieren müssen, während ein starkes Ich relativ absichtslos kooperieren und auch Andersartikeit tolerieren kann.

          Spontaner Gedanke zwischendurch. Es gibt das sehr bedürftige, folgend überwiegend auf sich selbst bezogene Ich, vom Wesen her egozentrisch – ohne nennenswerte Sozialbindung, und wenn, egoistisch zweckorientiert. Aber es gibt – andererseits – auch das schwache Sozialwesen, das die Gemeinschaft braucht und die Sozialität benutzt, ohne selber sozial im Sinne von Bindungsfähigkeit sein zu können. Ich vermute mal, dass eine reife Persönlichkeitentstanden ist, wenn Mensch sowohl auf sich selber aufpassen kann als auch mit seiner Ich-Stärke die Gemeinschaft beschützen oder fördern kann.

          Und noch mal kurz zum Wesen der feindseligen (traumatischen) Informationen. Wenn sie mit ihrem reaktiven Potenzial nach einem Ich greifen, sind zwei Reaktionen möglich. Entweder es entsteht Egozentrik – das Sozialfeindliche überstarke Ich, oder es entsteht, sozial-substanzlos, die Flucht in die Gemeinschaft, was im Grunde auch sozialfeindlich ist.

          Derzeit leben wir (also) in einer sozialfeindlichen Gesellschaft. In der das Schwache bestraft und das Starke gefördert/belohnt wird. Das ist meine theoretische Schlussfolgerung, die ich auch als Abbild in der Gesellschaft beobachten kann. Eine Lösung des fundamentalen Ego-Sozialo Konfliktes besteht nicht in der Verweigerung von Gemeinschaft und nicht in der Bildung von schwachen Gemeinschaften, sondern in dem Bewusstsein, dass es kein autonomes Ich geben kann und auch keine ich-lose Gemeinschaft. Ich-Wesen und Gemeinschafts-Wesen brauchen also ein sie verbindendes Bewusstsein über das Wesen von Existenz.

          Damit erst mal gut – wieder einen Schritt weiter gekommen dank Deiner Lebenserfahrung.

          Wolfgang

          Kurze Ergänzung
          Das Egozentrische könnten wir unsaozial, das Sozialschwache als asozial bezeichnen. Oder?

  3. September 28, 2013 um 11:37 pm

    Normal ist, was aus Sicht des Mainstreams nicht zum Problem wird und somit keiner Alternativen bedarf, um vom Normalen das Zweifelhafte loszulösen, was natürlich Energie kosten würde und Informationen bedürfte, damit die Loslösung gelingen kann. Daher ist die Beibehaltung des Normalen immer der einfache Weg, selbst wenn Zweifel sich anmelden, doch werden diese einfach verdrängt, anstatt auf eine einfache Lösung zu drängen. Somit nährt sich die Aufrechterhaltung des scheinbar Normalen durch die Bestätigungen der Massen, die dem Mainstream folgen und den Konsens der realen Bildersprache mit ihrer Sichtweise der Welt verstärken. So verfolgt der Mainstream die Datenspuren, während es den Alternativen um zugrundeliegende Informationen geht, woraus all die IInterpretationsmöglichkeiten hervorgehen, die sich ergeben, wenn der Mainstream auf Alternativen stößt und Alternativen versuchen sich zu finden.
    Der Weg ist das Ziel und Probleme wollen gelöst werden, nicht indem man sich dem Mainstream anschließt … oder den Alternativen … sondern indem man Lösungen findet, die beide Strömungen unnötig werden lassen, einer Forelle gleich, die, trotz starker Gegenströmung, auf der Stelle zu verharren vermag, weil sie die Energien beider Einflüsse als Auflösung eines Problems direkt anzunehmen vermag, so dass ein Problem gar nicht erst als solches erscheint, sondern die direkte Lösung zum Normalsten der Welt wird, weil sich das Mögliche und das Notwendige zur selben Zeit am selben Ort begegnen, im Hier und Jetzt.

    Für Vögel ist es normal ihren Gesang an den Stand der Morgendämmerung anzupassen:

    http://www.abc-kinder.de/schulkinder/fur-nachtschwarmer-und-fruhaufsteher-welcher-vogel-singt-wann-am-fruhen-morgen/

    Für viele Menschen ist es inzwischen normal, das zweimal im Jahr die Uhr vor bzw. zurück gestellt wird, weil der Mensch meint es machen zu müssen, was einzig weitere Probleme hervorruft. Wie sollen wir im Hier und Jetzt leben können, wenn wir Veränderungen herbeiführen, um Probleme zu lösen, die aber das Problem nicht lösen und zudem weitere Probleme herbeiführen … während die Vögel ganz normal sich an der Dämmerung orientieren ?!

    Gruß Guido

  4. September 29, 2013 um 11:45 pm

    Normal ist und bleibt normal, vorausgesetzt es wird keine Zeit damit vergeudet zu hinterfragen, ob etwas nicht normal ist, denn das Normale bleibt normal, wenn dem Unnormalen direkt und unmittelbar seine Andersartigkeit genommen wird, sprich, indem eben nicht im Verstreichen von Zeit ein Problem daraus gemacht werden kann, welches umso größer wird, je mehr Zeit verstreicht. Je länger man sich also fragt, ob etwas normal ist, wird es mehr und mehr unnormal … und damit zum Problem.

    Und wieder zeigt sich der Unterschied zwischen der natürlichen Ordnung und den Menschen, zwischen den ANDEREN und den EINEN:

    Die natürliche Ordnung sieht alles als normal an und kennt keine Probleme, obwohl sie in sehr langen Zeiträumen (re)agiert. Wir Menschen dagegen sehen immer mehr als Unnormal an und das in immer kürzeren Zeiträumen, wodurch unsere Probleme zunehmen.

    Für die natürliche Ordnung ist normal was IST. Für uns Menschen aber ist normal, was GEWESEN IST … und noch immer so ist. Das wirklich Verrückte dabei ist, dass für uns Menschen somit die natürliche Ordnung eigentlich das Normalste der Welt sein sollte, es aber nicht ist, weil wir Menschen immer weniger berücksichtigen, was gewesen ist … bezüglich unseres Verhältnisses zur natürlichen Ordnung.

    Gruß Guido

    • federleichtes
      September 30, 2013 um 9:19 pm

      In der Natur sind Schwankungen normal. Normal ist auch der regulierende Ausgleich. War in diesem Jahr interessant zu beobachten, dass eine Blume (Jakobsgreiskraut) sich später als „normal“ entwickelte und die Schmetterlinge (Blutbären), die diese Blume brauchen als Nahrung für ihre Nachkommen (Raupen) auch entsprechend später auf der Bildfläche erschienen – so, als „wüssten“ sie von der Verspätung.

      Aber ich sehe ein mögliches Verstehen. Dass das Normale in dieser Schöpfung die Dynamik ist, die das Unnormale hervor bringt. Wir haben es also mit der konkreten Wahrnehmung „Unnormal“ zu tun, und sind gehalten, die darin steckenden Fragen nicht emotional, sondern REIN lösungsorientiert zu beantworten.
      (was fast – unmöglich ist, da der Wahnsinn des Unnormalen uns im Sinne von Betroffenheit berührt. Und ergänzend: Diese Betroffenheit wird erst möglich durch die feindseligen Informationen auf der traumatischen Ebene.)

      Kurzer Blick auf unser Naturwelt: Dort erleben wir das „Feindselige“ täglich – und mussten lernen, es im Sinne der Natur-Systematik als normal zu interpretieren. Und damit lösen sich dann die traumatischen Blockaden auf, das natürliche (Ab-)Fließen blockierter Energie kommt in gange. Und auch hier wieder bemerkenswert unsere Liebe ZUR Natur, die direkt an uns zurückfließt, indem Missverständnisse und Ängste sich auflösen und Klarheit und eine stabile EIGENE Energieversorgung schaffen.

      Gruß
      Wolfgang

      • September 30, 2013 um 9:48 pm

        Ja, ist wie mit den Ameisen und dem Ameisenbär. Was nutzt ein Ameisenbär, wenn keine Ameise wär. Wofür einen Staubsauger ersinnen, wenn kein Staub sammelt sich drinnen ? Notwendigkeit JA, ausgedrückt auf verschiedenen Wegen der Realisierung. Zum einen künstlich, zum anderen natürlich. Wirklich normal scheint somit einzig die Ausgewogenheit zu sein, die Unordnung nötig macht, damit die Möglichkeiten für Ordnung sorgen können. HARMONIE halt, oder PHI …

        Gruß Guido

  5. September 30, 2013 um 10:43 am

    Hatten wir länger nicht mehr … doch passt sehr gut zum Thema … Charles Eisenstein aus RENAISSANCE DER MENSCHHEIT:

    “Früher oder später werden aufgrund einer inneren oder äußeren Krise die normalen Leben, wie wir sie kennen, enden; das verrückte Wettrennen der Technik- und Selbstverbesserung scheint ständig neue Wege zu finden, die sogenannte Normalität noch etwas länger aufrechtzuerhalten. Selten wird erkannt, dass Normalität die Wurzel des Problems ist und die Saat des eigenen Untergangs in sich trägt. Sie kann nur mit dauerndem und wachsenden Leid aufrechterhalten werden – genau jenes Leid, das nun unsere Welt auffrisst. Auch wird selten erkannt, dass die Normalität, selbst wenn sie haltbar wäre, der Erhaltung nicht wert ist.“

    Gruß Guido

    • federleichtes
      September 30, 2013 um 1:44 pm

      Wir leben in einer Zeit, in der Geist das Mögliche betreibt. Zeit-gerecht, normal. Während sich gleichzeitig – aus dem Möglich-Gewordenen heraus (!) das Nötige formuliert. Um die Frage zu stellen: Was ist möglich, ohne das etwas Anderes nötig wird. Die Antwort darauf wäre das Wünschenswert-Normale. In der Jetztzeit ist aber etwas anderes „normal“: Das Fatal-Dynamische zu konfrontieren und die „richtigen Entwicklungen* – in sich – zu fördern. Insofern sind allgemeine Beschreibungen eines sehr komplexen Vorgangs normal, und besonders hilfreich, wenn Mensch die Notwendigkeit einer polaren Entwicklung (Chaos und Ordnung) versteht. Erst dann wird er überhaupt erfahren können, was für IHN „normal“ ist und kann bewusst dorthin streben.
      * Entängstigung und Entwirrung.

      Gruß
      Wolfgang.

    • September 30, 2013 um 3:06 pm

      Punkt.

  6. Mathias
    Oktober 1, 2013 um 8:48 pm

    Ja, danke Wolfgang, für die genauere Beleuchtung des EGO.

    Und gar nicht so einfach die Beleuchtung des eigenen EGO – und das meine ich an dieser Stelle auf mich selbst bezogen – da ich im Erscheinungtreten von EGO und Wesen immer noch an mir selber arbeite (wegen der eigenen erfahrenen „Verwicklung“). Das ist eben DER WEG, der automatisch(?) entsteht wenn der innere Konflikt zu Tage tritt, das Leben im Laufstall (wie Charles Eisenstein es treffend nennt) keinen Sinn mehr hat, ja dann kommt es eben wieder darauf an, die Konditionierungen und Verwicklungen abzuwerfen.

    Sozial – den Begriff verwende ich selbst nicht so gerne, wird ja auch häufig äußerst missbräuchlich verwendet. Da gefällt mir der Begriff von Gerald Hüther „Individualisierte Gemeinschaft“ besser – drückt er doch treffend aus, was Du mit dem Satz beschreibst: „Eine Lösung des fundamentalen Ego-Sozial Konfliktes besteht nicht in der Verweigerung von Gemeinschaft und nicht in der Bildung von schwachen Gemeinschaften, sondern in dem Bewusstsein, dass es kein autonomes Ich geben kann und auch keine ich-lose Gemeinschaft.“

    Asozial bzw. Unsozial bedeuten wohl beide eine Verneinung des Gemeinschaftlichen (Sozialen) Geistes – ich konnte da keine weitere Unterscheidung herausfinden.

    Liebe Grüße,
    Mathias

    • federleichtes
      Oktober 1, 2013 um 9:10 pm

      Mit Dir macht das „Arbeiten“ Freude, federleicht-inspirierend. Nebenher läuft mein Tag übrigens ziemlich krumm. Egal, ich muss Marmelade kochen, weil uns vorgestern im Kleingarten 4 Kilo Zwetschgen geschenkt wurden – weil wir nach einer gefundenen Frucht fragten, die wir nicht kannten.

      Wesen-Ego ist das Stichwort. Es bringt mich erstmals auf den Gedanken eines Doppel-Ich.
      Das natürliche Ich (Wesen) und das künstliche Ich (Ego). Ersteres ist substanziell, letzteres eine Vorstellung, die nötig ist, um in der materiellen Welt Abgrenzung und Rolle definieren zu können. Das künstliche Ego-Ich ist auch zuständig für Gewissen, Moral und Schuld – wohl klar, dass ein Wesen diesen (nötigen) Unfug nicht mal ansatzweise verstehen könnte; das künstliche Ego-Ich kann das.

      Konflikte treten in jeder Existenz auf – zwangsläufig. Nur unterscheiden sich die Menschen in ihrer Sensitivität teils erheblich, und auch andere Veranlagungen bestimmen eine eher sorglose, gleichgültige, genussüchtige oder, sagen wir mal zusammenfassend, oberflächliche existenzielle Verbindung zum Leben. Man kommt in unserer Gesellschaft ja relativ mühelos durch die Wege – in die Kiste. Während andere sich quälen und mühen und gewissermaßen Ansprüche an sich stellen und damit eben auch Ansprüche erfüllen, die das Leben erfüllt haben will..

      Ich muss mal wieder in die Küche. Bis später.

      Wolfgang

      • federleichtes
        Oktober 1, 2013 um 11:18 pm

        Jedenfalls passt das Doppel-Ich sehr gut in meine Modell von Welt und Mensch. Und erklärt genauer informative Wechselwirkungen und auch das Nebeneinander von reiner und informierter Energie. auch, warum die traumatische Geburt sein muss – um das Wesen in die Sekundär-Rolle zu zwingen, damit das (künstliche) Ego-Ich von den künstlichen* Informationen gesteuert werden kann.
        * künstlich, weil sie nicht natürlich entstanden.

        Klarer wird nun auch die Frage des Karmas. Ich war schon lange davon ausgegangen, dass das Wesen durch Verletzungen beschädigt sein könnte. Und ich dachte, es müsste weniger mit Informationen, sondern mit Energie zu tun haben. Vielleicht ließe sich damit auch das Phänomen Charisma erklären. Ich kenne Menschen mit eher bescheidenem Bildungshintergrund, die aber strahlende Wesen sind – kenne andererseits den Typus Großkotzbrocken, die viel Wind machen, und es wegen Leere auch nötig haben.

        Mal kurz zu den Begriffen.
        Da es die Begriff asozial und unsozial gibt, erlaubte ich mir eine Unterscheidung.
        Unsozial = Verhalten gegenüber der Gemeinschaft;
        Asozial = Verhalten gegen sich selber.

        Die Unterscheidung macht mir Sinn, da es Menschen gibt, die asozial und sozial sind – und solche, die unsozial sind und über-sozial, den dicken Max machen, feine Pinkel eben, die Staffage brauchen. Auch das Sozialverhalten lässt sich mit dem Doppel-Ich bestens erklären.

        Und nu?
        Du wirst eine Idee haben – ich freue mich drauf.

        Liebe Grüße sendet Dir

        Wolfgang

        Nachtrag 2.52 Uhr
        Natürlich erhellt sich auch das Wesen der Ambi-Valenz (Doppelrolle).
        Das Körper-Ego-Ich, künstlich geschaffen – im Gegensatz zum Wesen-Ich mit einer energetischen Ur-Substanz.
        Klarer wird auch die zentrale Rolle der Psyche, ds Verbindungs“organ“ zwischen Wesen-Ich und Ego-Ich.
        Und auch die Informations- und Energieblockade durch Angst (informierte re-aktive Energie) wird klarer systematisch erklärbar, ebenso wie die Funktion des Trauma-Systems.

        Nachtrag 4.25 Uhr
        So, ich habe das Postulat eines doppel-Ichs mit weiteren meiner Informationen abgeglichen. Fühlt sich alles gut, passt, und wenn nichts Außergwöhnliches geschieht, denke ich, haben wir ein erstklassiges Analyse-Instrument gefunden. Wenn, dann ein SEHR großer Wurf, den wir uns hier gemeinsam – eher beiläufig – erlaubten.

        • Oktober 2, 2013 um 9:44 am

          Hm, für mich hört sich das Doppel-Ich nach Geist und Seele an. Der Geist, der mit dem Körper stirbt, und die unsterbliche Seele, die immer wieder inkarniert, um weiter zu lernen.

          Ich treffe inzwischen immer mehr Menschen, die schon „Rückführungen“ mitgemacht haben und meinen, dass sie Einblick in ihre früheren Leben hatten. Ich bin gespannt, was uns da noch an Aufklärung bevor steht.

          Viele Grüße
          Martin

  7. Oktober 2, 2013 um 8:28 am

    Leben ist der Prozess der Verkörperung des Unwesens maximal möglicher Bindungsangst in Form von Existenz, um das wirkliche Wesen energetisch zu reaktivieren, welches als Liebe durch die Realität geistert.

    Gruß Guido

  8. Oktober 2, 2013 um 10:48 am

    Wolfgang schrieb an anderer Stelle:

    “Aber der Gedanke, ohne DAS Leben existieren zu können, ist eben dank des eingeschränkten Bewusstseins außerordentlich, sozusagen. Wie soll man KLAR – in einer Welt des Tuns und Habens – sein SEIN fühlen.
    Gestern sprach ich länger mit einem meiner Nachbarn – offensichtlich ein Seins-Experte, denn in seinen Lebensberichten kam 27 Mal das Wort “Arschlecken” vor. Sauber, gell!“

    Existenz geht mit dem Leben als Prozess einher. Ohne Leben zu existieren wäre demnach ein Widerspruch und nicht realisierbar. Zu SEIN bedarf der Entledigung aller real(isiert)en Hüllen bzw. Verkörperungen.
    Je weniger die Wirklichkeit in der Realität eine Rolle spielt, abzulesen an allen Ausdrucksformen von “Arschleckerei“, desto näher ist der Zenit der Fragmentierung des PROBLEMS, denn je näher einem das eigene Schicksal ist, desto ferner liegt einem die Wirklichkeit.
    Je bedeutungsloser der Menschheit die Vorgänge in den Tiefen des Universums sind … weil sich damit keine alltäglichenirdischen Probleme lösen lassen … desto mehr geht der allgemeine Tenor in Richtung “Arschlecken“.

    Gruß Guido

    • federleichtes
      Oktober 2, 2013 um 12:15 pm

      Zwischen mir und einigen Menschen besteht eine sehr große Affinität – aus der heraus es zu Zuwendungen kommt, die möglich werden, weil eine „Öffnung“ erfolgte. Was die Kommunikation betrifft, erlebe ich ein erstaunliches Phänomen. Es ist, als würde nicht der ängstliche und verwirrte Mensch mir seine Geschichte(n) erzählen, sondern ein befreiter, völlig offener, gewisserweise ungehemmter Mensch: Das Natürliche Ich. Es ist der Beobachter, der da berichtet. Objektiv, ohne Auslassungen oder subjektiv gefärbte Verfälschungen. Von einer Ebene aus, deren Existenz nicht bedroht ist.

      „Hier bist du Mensch, hier kannst du sein“. So ähnlich (kicher) sprach’s mein Namensvetter. Und so ist das Feld, in dem ich mich bewege, vom Sein bestimmt, ohne Schuld, ohne Absichten und Ansprüche, ohne Moral und Gewissen und all das Gebammsel, was das Künstliche Ich mit sich herum schleppt: Blockade? Nein danke!

      Wir leben in einer verkehrten Welt, die richtig ist, weil sie aus einer Verkehrten Welt eine richtige Welt macht.

      Gut, dass wir mal darüber gesprochen haben.

      Danke, Guido.

      Wolfgang

  9. federleichtes
    Oktober 2, 2013 um 11:56 am

    @ Martin
    „Hm, für mich hört sich das Doppel-Ich nach Geist und Seele an. Der Geist, der mit dem Körper stirbt, und die unsterbliche Seele, die immer wieder inkarniert, um weiter zu lernen.“

    Du wirst noch mal ein guter Physologe.
    Gelegentlich lese ich hier mal, eher zufällig, meine „älteren“ Kommentare, und stellte fest, dass ich unter Deinem Dach nicht gerade verblödet bin.

    Seele ist ein für die Analyse und folgend Therapie unbrauchbar. Es vermischt das Natürliche (Wesen) und das Künstliche (Leben). Und wenn es um die Lösung von natürlichen Problemen geht UND um die Lösung von künstlichen Problemen UND um die Lösung von allgemeinen (strukturellen) Problemen geht, braucht es eine Unterscheidung.

    So wie wir unterscheiden (können) in energetische, informative oder strukturelle Erscheinungen, reichen wir von Problemen betroffenen Menschen gezielt die Hand – des Verstehens und der Begleitung.

    Es geht mir darum, nicht irgendwas zu plappern, was schon immer geplappert und gerne geplappert wurde und wird.
    Wenn das Wesen Energie und Information ist, wie wollen wir das genauer nennen. Feinstoffliche Energie (ich bin kein Elektriker) und Geist? Wie nennen wir das, was wir lernten – vielleicht Bewusstsein?
    Oder nennen wir das Wesen Geist, im Sinne von Engel, oder ‚die Geister, die ich rief‘?

    Wenn Wesen Geist HAT, wie kommt es zu dem Begriff „Geistwesen“?

    Wenn es (vormals ein unbewusstes Wesen gab, wie kommt das Bewusstsein in sein System?

    Und warum konnte bisher (nach meiner Kenntnis) niemand klar sagen, wie das nichtstoffliche Wesen und das nichtstoffliche Bewusstsein miteinander interagieren – und ob es eine „Instanz“ gibt, die das Wesen und das Bewusstsein gemeinsam handeln lässt.

    Und schauen wir eben nur mal kurz auf das Wesen, das kommt um zu lernen. Warum, wenn es eingebunden in DAS Bewusstsein ist? Und kommen nicht auch Wesen, die lehren und lernen – und das lernen (im Sinne von Bewusstsein), was sie lehren?

    Ich wollte nach meinem zweiten Nachtrag nicht einen weiteren schreiben. Es ging um den „Gedanken“, dass das Sein im Natürlichen-Ich geschieht (IST), und das Leben im Ego-Ich tobt.
    Wer gerne mehr Sein möchte und weniger in die Leidensnummern des Lebens gezogen werden möchte, MUSS DIES KÖNNEN. Nämlich die Funktion kennen, die von einer Ebene zur anderen leitet.

    Wir kennen den Sprung von der körperlichen auf die Seinsebene. Ob es außerkörperliche Erfahrungen oder Nahtoderfahrungen sind oder es sich um ASE, außersinnliche Wahrnehmungen handelt – es geschieht, aber es geschieht (bisher) nur mit wenigen Ausnahmen „zufällig“. Weil das Bewusstsein über die Funktion nicht allgemein zugänglich ist. Und dieses sehr spezielle Bewusstsein kann niemand gleich der Weisheit mit Löffeln fressen.

    Ich schreibe über dieses Thema, als sei es nicht brisant. Ist es auch nicht. Die Funktion ist ja vorhanden, und sie kann nicht missbraucht werden, denn sie dient (ja) dazu, den (laufenden) Missbrauch zu unterbinden. Allein das Bewusstsein über dieses System (oder das systematisch Angelegte) der Entwicklung könnte einen erheblichen Schub Richtung Befreiung auslösen.

    Schauen wir mal.

    Danke für Dein Interesse.

    Wolfgang

  10. federleichtes
    Oktober 2, 2013 um 12:45 pm

    Ich klecker hier mal mit Ergänzungen weiter.

    Definieren wir die Psyche mal als den Mittler zwischen den „Welten“ – des Natürlichen und des Künstlichen Und versuchen, energetische Phänomene zuzuordnen.
    Sehen wir im Bereich des körperlichen die Lust, sehen wir im Bereich der Psyche die Emotionen Leid bis Freude, sehen wir im Bereich des Wesens Glück.
    Und da in unserer Welt keine stabil-energetischen Zustände herrschen können, erleben wir – gezwungener Weise – einen Wechsel.
    Interessant ist, dass man weder in der Unlust noch im Glück verharren kann – beides ist lebensfeindlich (nicht existenzfeindlich!). Und sowohl aus der Unlust (Depression, Sinnlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung) als auch aus der Grenzenlosigkeit des Glücks(gefühls) gilt es, den Schritt in die Freude zu gehen. Es ist in gewisser Weise eine energetische Transformation notwendig – wenn man weiter am Leben teilnehmen möchte. Und so erkennen wir in der Freude eine neutrale Erregung, so wie die Psyche ein Mittler zwischen dem nicht ständig möglichen Glücks-Sein, und dem ebenso wenig ständig möglichen Nur-Körper-Sein. Und wenn wir Lebens-Freude sagen, treffen wir die entsprechende Energie genau
    Ein „gesunder“ Mensch findet hier sein energetisches Zentrum, von dem er aus in die Lust und ins Glück pendeln kann – und sich in diesem Zentrum immer wieder findet.

    Erst mal.

    Wolfgang

  11. federleichtes
    Oktober 2, 2013 um 1:23 pm

    Werfen wir einen weiteren Blick in eine Verkehrte Welt.
    DAS Leben ist Diener der Bewusst-Sein-Werdung.
    Mensch dient dem Leben – wenn es um Bewusstsein geht, und Leben dient dem Menschen – wenn es um sein Wesen geht.

    Nun kommt das (lichte) Wesen in die Körperlichkeit – oh, oh, es wird Nacht, Senorita, und dann blasen sie Mensch das Lebenslicht aus – und es wird wieder hell.

    Der Tod ist eine Gnade. So spreche ich seit vielen Jahren, gefühlt – dass das freie Wesen die Unsäglichkeit des feinseligen Lebens nicht unbegrenzt ertragen kann.
    So ließe sich sagen: Wir wollen leben und müssen sterben.
    So ließe sich sagen: Wir müssen leben und wollen sterben.*

    Gruß
    Wolfgang

    *Is wohl klar, welche Stimme was spricht.

  12. Mathias
    Oktober 2, 2013 um 7:18 pm

    Wow, Wolfgang da hast Du ja einiges geschrieben – zum Thema Doppel-Ich, das ich erst einmal in Ruhe verarbeiten musste. Ja, es macht mir auch Freude dies hier gemeinsam zu entwickeln – wieder ein Zeichen für „Individualisierte Gemeinschaft“: Die eben nicht nur das Tun sondern auch das Denken betrifft, und sich trotz – oder gerade wegen, unterschiedlicher Veranlagung und Sichtweisen, im Fühlen verbindet.

    Das Doppel-Ich: Wesen-Ich und Pseudo-Ich (EGO). Ja, die Einschätzung darüber fühlt sich auch für mich sehr stimmig an. Und als Fortsetzung von dessen erscheint mir Dein Satz „Auch, warum die traumatische Geburt sein muss – um das Wesen in die Sekundär-Rolle zu zwingen, damit das (künstliche) Ego-Ich von den künstlichen Informationen gesteuert werden kann.“ eine SEHR bedeutsame Aussage. Die Aussage ist bedeutsam, weil sie unweigerlich dazu führt, traumatische Erfahrungen (auch) aus einer notwendigen Absicht heraus zu sehen, und nicht allein aus der Opfer-Ebene heraus.

    Ich denke auch, das Model des Doppel-Ich lässt sich auf viele Bereiche des individuellen Menschen sowie gesellschaftlichen Lebens sehr hilfreich anwenden. Für mich jedenfalls erwächst ein besseres Verständnis gerade gegenüber den Menschen, mit denen ich nicht so recht klar komme. Generell habe ich in letzter Zeit bei mir beobachtet, das oft das Geistige (also gedankliche Überzeugungen) eine Art Vorreiterrolle in meinem Leben haben, und der zweite Schritt dann meist nachfolgend (und langsamer) darin besteht, dieses Bewusstsein auch in einem entsprechenden Tun auszudrücken. Aber das ist wohl logisch; alte Muster wirken eben doch noch eine Zeit lang aus dem Unterbewusstsein heraus, bevor man durch neues Bewusstsein es schafft, neue Handlungsweisen zu gestalten.

    Sehr wichtig scheint mir auch die Erkenntnis zu sein, das Intuition bzw. intuitives Erfassen (wie Du es an anderer Stelle beschrieben hast) eben nur dem Wesen-Ich (bzw. Seele) zugeordnet werden kann. In astrologischen Schriften hatte ich wiederholt gelesen, dass Intuition als seelisches Erfassen bezeichnet wurde, und als ein wichtiger Entwicklungsweg für die Seele beschrieben wurde. Wenn ich es richtig verstanden habe, bezeichnet Intuition eine spezifische Art der Wahrnehmung – eben direktes seelisches Erfassen, ohne den Umweg über den Verstand. Somit wäre meiner Meinung nach auch gesagt, dass das Doppel-Ich keine lebenslang-gültigen und festgeschriebene Pole darstellen, sondern eben lediglich DEN WEG beschreiben, aus einer Verwicklung heraus, schrittweise das Wesen-Ich in Erscheinung treten zu lassen.

    Ja schön. So gelangen wir vom Ausgangspunkt „Das Unnormale des Normalen“ ausgehend, auch wieder schön zu ihm zurück.

    Liebe Grüße,
    Mathias

  13. Oktober 2, 2013 um 8:04 pm

    Lieber Mathias,
    eine Wohltat ist dein geschriebenes Wort.
    Wir (er)leben momentan einen Polwechsel ,bei dem alle Denkmodelle einen Paradigmenwechsel erfahren.
    Eines nachts sass ich mit einer Frau im Park und wir philosophierten ein bischen.
    Ein Wort ist mir in Erinnerung geblieben: WÄRMEPOLE. Wichtig scheint mir die Beobachtung der Magnetstürme, die auch immer heftiger werden.
    Gestern hörte ich dass Glück von Lücke kommt: Also ein kurzer Moment und weiter möchte ich behaupten ,dass es kein Gegenpol zum Glück gibt, sondern nur die Gelassenheit.Wer sich unglücklich fühlt, selbst drann schuld.
    Ganz liebe Grüße an Euch

  14. Mathias
    Oktober 3, 2013 um 9:54 pm

    Lieber Ralph,

    Als ich Deinen Schlusssatz las „Wer sich unglücklich fühlt, selbst dran schuld“ – dachte ich mir so, dass „sich unglücklich fühlen“ wohl vordergründig nur auf die EGO-Ich Ebene zutreffen kann. So könnte man den Deinen Satz vielleicht ergänzen: Wer sich unglücklich fühlt, sollte sein Wesen-Ich entdecken lernen.

    Zitate sind ja manchmal ganz hilfreich – und passend zum Doppel-Ich las ich heute im Buch von Ulrich Warnke:

    „Da das wahre Wesen des Menschen geistiger Natur ist und mit dem Geistigen des Universums verbunden, können wir sagen: Der alles umfassende Geist schafft Voraussetzungen dafür, das sich ein Ich-Wesen mit denkenden Gedanken etablieren kann. Nur dass es nicht dabei bleibt. Denn allmählich schiebt sich das Ego in den Vordergrund. Es überlagert das Ich, bildet eigene geistige Kompetenzen aus und tritt in starke Konkurrenz zum Ich-[Wesen] – so nachhaltig, dass das Ich-[Wesen] schließlich völlig verdeckt werden kann. Das übermäßig erstarkte Ego ist daher eine falsche Identität.“

    Nun ja, die Erkenntnisse hatten wir ja weiter oben erarbeitet – und auch, warum EGO-Ich überhaupt in Erscheinung trat.

    Liebe Grüße,
    Mathias

  15. Oktober 3, 2013 um 10:33 pm

    Hallo Mathias,

    stammt das aus Warnkes neustem Buch ? Wollte es mir noch zulegen.
    Wenn ich seine Texte lese ertappe ich mich manchmal dabei anzunehmen er liest hier ab und an im Blog mit 😉

    Gruß Guido

    • federleichtes
      Oktober 3, 2013 um 11:33 pm

      Wenn er gründlich im Sinne von umfassendem Verstehen gelesen hätte, spräche r nicht von falscher Identität, sondern von künstlicher Identität, die notwendig ist zur Existenz in einer künstlichen Welt.
      Ganz am Rande: Aich das Ich-Wesen braucht diese (seine?) künstliche Ego-Identität. Zumindest, wenn es sich an der Bewusstseins-Schöpfung (kein schlechtes Wort, gell) beteiligen muss, oder gar will. Ohne die Erfahrungen auf der körperlichen Ebene is nix mit Bewusstseins-Steigerung.

      Mein Lob an Mathias kann ich hier nur wiederholen. Wau!

      Was die Aussage von Ralph betrifft, war ich zuum Kommentieren bsiher nicht gekommen. Ich wollte ihm schreiben:
      „Hätte ich nicht erwartet, dass Du auf diese Weise in die Schuldfalle tappst“. Wer im Schuldkomplex fest hängt, kann, behaupte ich mal, nicht glüclich sein. Is ja logisch – eigentlich – wenn wir das Doppel-Ich-Modell betrachten: Schuld entsteht NUR auf der Ego-Ich-Seite.

      Gruß
      Wolfgang

      • Oktober 3, 2013 um 11:54 pm

        “Wenn er gründlich im Sinne von umfassendem Verstehen gelesen hätte, spräche r nicht von falscher Identität, sondern von künstlicher Identität, die notwendig ist zur Existenz in einer künstlichen Welt.“

        Keine Frage, doch ist es ein gewaltiger Schritt anzuerkennen, dass Realisierungen, die als ‚falsch‘ erachtet werden in Wirklichkeit eine Notwendigkeit darstellen … was sich natürlich leicht behaupten lässt, wenn man selbst nicht unmittelbar von dieser Notwendigkeit betroffen ist. So gesehen gibt es eigentlich nichts Falsches, wird aber lieber als Falsches bezeichnet, um sich der gedanklichen und realisierten Folgen nicht gewahr zu werden und sich mit ihnen auseinander setzen zu müssen, da sie der Normalität eigener Vorstellungen widersprechen.

        • federleichtes
          Oktober 4, 2013 um 12:06 am

          Führe mich bitte nicht in Versuchung, über den Wert des Unsinns und den Erfinder des Warnke-Dreiecks zu schreiben.

          Beruhigend, dass Du hoch am Wind segelst.

          Gruß
          Wolfgang

  16. Mathias
    Oktober 4, 2013 um 9:44 am

    Ja, Guido, das Buch von Warnke ist sein neues – bin gerade mittendrin; der erste Teil enthält – für denjenigen, der sich schon eine Weile mit der „Welt hinter den Dingen“ beschäftigt hat, nichts neues, schildert er dort erst einmal Phänomene, die den Leser wohl auf diese Welt hinweisen sollen. Sein Schreibstil gefällt mir – das Buch ist also unterhaltsam, aber ob es inhaltlich viel Neues gibt – da kann ich ja bei Gelegenheit noch einmal Bescheid geben, wenn ich das Buch ausgelesen habe.

    Prima Wolfgang das Du SEHR aufmerksam liest! Ich hatte das Wort „falsch“ (falsche Identität) in der Bedeutung an dieser Stelle überlesen, schilderte es für mich erst einmal auch den Konflikt zwischen EGO-Ich und Wesen-Ich. Aber klar, „künstlich“ ist der Begriff der zutrifft.

    Dein Stichwort: Wesen-Ich braucht auch EGO-Ich (fürs irdische Dasein). Ja, das sehe ich auch so. Könnte man demnach auch sagen: Wesen-Ich nutzt die Persönlichkeit (EGO-Ich) für seine Belange – seelische Krisen treten dementsprechend dort auf, wo sich die Absichten der Persönlichkeit von den Absichten des Wesen-Ich zu entfernen versuchen?

    Liebe Grüße,
    Mathias

  17. Oktober 5, 2013 um 1:36 pm

    Schon interessant was ihr hier so schreibt, aber ich möchte aus meiner Sicht einiges ergänzen. Sicherlich klingt es jetzt ein bißchen esoterisch, aber das läßt sich nicht vermeiden. Was ich niederschreibe sind keine gelesenen sondern erfahrene Dinge. Der Konflikt liegt in uns selbst! Ich würde den Verursacher nicht EGO nennen, das ist zu einfach. Es hat viele Ausprägungen z. B. das vegetative Nervensystem, das in wesentlich größeren Zeitdimensionen angelegt ist, um unser Überleben zu sichern. Aber ich will es lieber ein wenig bildlich gestalten. In uns wohnen zwei, das Doppel-Ich und beide sind völlig natürlich, weil alles zwei Pole benötigt, die nicht durch uns willentlich geschaffen werden können. Die Asiaten nennen sie Yin und Yang, für mich sind sie mehr der „innere Mann“ und die „innere Frau“, denn beide Muster sind in uns angelegt und agieren miteinander. Diese erzeugen ein gewisses Energieniveau, das sich selbst über den Tag ständig verändert. so wie z.B. bestimmte Organe in Zyklen zu bestimmten Zeitpunkten aktiver sind. Beide Seiten stehen in einem engen Wechselspiel. Wird dieses natürlich Wechselspiel gestört und ich behaupte, das es bei einer großen Anzahl von Menschen die unter zivilisierten Verhältnissen leben, der Fall ist, findet eine Interaktion immer weniger statt und es kommt zu schizophrenen Zuständen oder zur Vereinseitigung bestimmter Zustände. Die Lösung und diese ist ja die Ursachen des spirituellen Suchens im Gebet oder der Meditation, ist die Integration beider Seiten, also die Schaffung einer ausgewogenen Betrachtung und Handlung. Aus diesen unterschiedlichen Zuständen lassen sich auch alle Verwerfungen erklären, die uns begegnen, die wiederum aber wichtig für uns sind, um uns selbst einordnen zu können, da wir ja auf verschiedenen Ebenen leben. Daraus ergibt sich schon, das es eine gesamtgesellschaftliche Lösung nicht geben kann und die freiwilligen Solidargemeinschaften, müssen m.E. wesentlich kleiner sein. Neben den vielen oberflächlichen Begegnungen gibt es und dies erlebe ich öfter, das mir Menschen begegnen, ob nun real oder auch hier virtuell, zu denen ich eine gewisse Affinität entwickle oder vom ersten Augenblick an spüre. In den Projekten in denen ich tätig bin, finden sich Menschen aus verschiedenen Motivationen zusammen. Dies gibt uns aber die Chance unsere Betrachtung weiterzugeben. Daraus erwächst eine gewisse Verantwortung, die aber nicht rational auf jeden übertragbar ist. Dies ist grundsätzlich zum Scheitern verurteilt, Hilfe aus Selbstwillen, denn es bedarf dieser energetischen Verbindung zwischen Voranschreitenden und Nachfolgendem, denn selbst der Meister entwickelt sich ja über die neue Erfahrung Schüler ja auch weiter, weil er mit einer neuen Realität konfrontiert wird. Alle diese Betrachtungen sind hier nicht mehr im Trend und daher kommt unsere Entfremdung. Wir versuchen alle Dinge losgelöst, isoliert voneinander zu betrachten.
    Der „Hang zur Gruppenbildung“ unser soziales Wesen, hat danach auch zwei Gesichter. Oft verbirgt sich dahinter nur die Flucht aus der Einsamkeit, weil wir das Alleinsein durch unsere eigene Leere nicht füllen können, in dem wir oberflächlich Gleichgesinnte suchen. Die Masse aller Beziehungen, ich habe schon einige davon sehr intensiv beraten, stellen am oft Ende fest, das ihre Beziehungen, nicht am anderen Partner sondern an den eigenen Erwartungen, „bitte leb mein Leben!“, gescheitert sind. So wie es in einer Beziehung ist, verhält es sich auch gesellschaftlich. Deshalb liegt der Konflikt in uns und wir sind mit allen Mitteln bestrebt, uns nicht verändern zu wollen (vegetatives Nervensystem), weil es ja bis jetzt immer gut gegangen ist! Das Leben ist kein Konsumprodukt! Der konflikt kann unr in uns gelöst werden. Viele Grüße com. Mike

    • federleichtes
      Oktober 5, 2013 um 3:34 pm

      Mit klingt Dein Bericht gar nicht „esoterisch“, wenn ich den Begriff Esoterik auf innermenschliche, psychische Aktivitäten beschränke – und mich verweigere, die mit besten Absichten ummäntelten Aktivitäten einiger etwas verwirrter Menschen auf der „therapeutischen“ Ebene damit zu vermengen.

      Was Du aus der Praxis beschreibst, ist immer wertvoll, da authentisch. Über die Verquickung von körperlichen Impulsen, ihrer Verarbeitung und ihrer Entstehung, schreibe ich, wenn es mit der Zeit klappt, am Abend etwas ausführlicher – auch zu dem, was Du thematisierst.

      Herzliche Grüße an Dich.

      Wolfgang

    • Oktober 5, 2013 um 10:59 pm

      Schade, lieber Mike, dass Du nicht öfter Gelegenheit hast zu schreiben. Deine Gedanken sind immer wieder lesenswert.

      Gruß Guido

  18. Oktober 5, 2013 um 4:35 pm

    Ich hatte es schon einige Male angeregt, mal tiefer in die Materie einzutauchen. ich hätte ja auch spirituell benutzen können. Viele Dinge die wir hier kritisieren, Macht, Machtmißbrauch usw. ganz natürliche Ursachen hat. Die Menschen können schlecht aus ihrer Haut heraus und vieles was sie unternehmen, da sind wir auch keine Ausnahme, machen sie, von ein paar Spitzbuben abgesehen, aus ihrer Sicht aus einem positiven Anreiz (z. B. Nachhaltigkeit) heraus. Das ihre schlechte Einschätzung dann fatale Folgen nach sichziehen, ist ihnen im Augenblick der Auslösung nicht im Klaren. Viele Grüße Mike

  19. Oktober 5, 2013 um 4:47 pm

    Hallo, ihr Lieben,
    Schuldsein und Schuldschein, was war zuerst da,
    Graber beschreibt das chinesische Wechselsystem sehr gut
    Wenn der Schuldner verstarb, verstarben auch seine Schuldscheine.
    Was ich mit schuldsein verbinde ist zurecht als falsch beschrieben.
    Ich meinte wie kann ich auf die vermeintlich mit Schuld behafteten
    Menschen so zugehen, dass sie von ihrer vermeintlichen Schul abweichen,
    um so zu einem freien Wesen zu werden.
    Und lieber Wolfgang deine Doppel -Ich Theorie hat scho was..
    AllesLiebe und Licht Ralph

  20. Mathias
    Oktober 6, 2013 um 3:33 pm

    Lieber Mike,

    Danke für Deine persönliche Sichtweise – ich denke mal das wir im Großen und Ganzen in eine gemeinsame Richtung denken; die Richtung ließe sich im Sinne der Selbsterkenntnis (und – was Mensch-Sein ausmacht) definieren, vielleicht mit dem gemeinsamen Ziel, um damit „besser“ innerhalb einer Gemeinschaft wirken zu können.

    Stichwort tiefer in die Materie eintauchen. Deine Interpretation von Doppel-Ich – es als zwei NATÜRLICHE Pole darzustellen, kann ich erst einmal nur als eine vereinfachte Verallgemeinerung nachvollziehen, und möchte das mal kurz beschreiben.

    Das es die Pole Yin und Yang gibt möchte ich nicht bezweifeln. Aber ich finde im Doppel-Ich Model – im Sinne von EGO-Ich und Wesen-Ich, eine wesentlich genauere Beschreibung, um auch mein eigenes Erleben verstehen und einordnen zu können. Auch in diesem Model, ist der Konflikt in uns – auch das soll nicht bezweifelt werden. Stimmiger ist das Model für mich, weil ich es eben sehr gut mit meinen eigenen Erfahrungen abgleichen kann.

    Mal konkret gefragt: Was nützt jemandem, der z.B. traumatische Erlebnisse bzw. Konditionierungen aus der Kindheit aufarbeitet, es ihm mit Yin und Yang zu erklären?

    Und weiter gefragt; wenn wir Erziehung wie im ursprünglichen Sinne der Bedeutung als ein „Herausziehen von Fähigkeiten“ betrachten, geben wir damit nicht auch einen Hinweis darauf, das es im Wesen-Ich eines jeden Menschen, spezifische Fähigkeiten verborgen liegen? Und wenn wir die bis jetzt weit verbreiteten Erziehungsmethoden dem gegenüber stellen – die meiner Meinung nach eher das Wort „Abrichten“ verdienen, erkennen wir dann nicht die logische Konsequenz, die sich in den meisten Persönlichkeiten (EGO-Ich) eben genau SO manifestieren muß? Darin eine notwendige Entwicklung zu sehen mag sein, aber als „natürlich“ würde ich sie nicht einschätzen.

    So weit mal meine Gedanken hierzu.

    Liebe Grüße,
    Mathias

    • federleichtes
      Oktober 6, 2013 um 9:35 pm

      Du richtest meinen Blick in eine Ecke, in der bisher wenig Licht scheint. Das verschiedenartige Wesen des Trauma.

      Das ich unterscheide in verschiedenerlei biografisch entstandene Traumata, und das archaische Trauma.
      Der Blick auf das Doppel-Trauma ist nötig, um das biografische Trauma verstehen zu können, nicht wie es entsteht, sondern warum es entstehen muss. Undf insofern lässt sich dann von einer NOTWENDIGEN traumatischen Belastung sprechen.

      Ein Trauma entsteht durch lebensfeindliche Informationen. So lebensfeindlich, dass sie (als Ereignis) nicht verarbeitet, nicht verstanden werden können. Gehen wir davon aus, dass die Existenz (das Leben) eines Menschen durch diese Informationen zerstört würde – man kann z.B. vor Schreck sterben. Stark traumatisierte Menschen erfüllen ein besonderes Schicksal, weil das extrem Lebensfeindliche ja durch das Abschotten der Informationen nicht verschwindet. Es ist zwar nicht immer gegenwärtig, rührt aber – mehr oder weniger – an der Grenze zum Unterbewussten und verlangt – im Sinne des Lebensfreundlichen – nach Auflösung. Indem diese Informationen, was Jahre und viele Jahre dauert, sich offenbaren und verarbeitet werden MÜSSEN, entsteht eine, ich nenne sie, außerordentliche Fähigkeit, mit extrem-lebensfeindlichen Informationen umzugehen.

      Damit sollte verständlicher werden, dass es dem Leben-an-sich um die Verarbeitung, Aufklärung und folgend der Beherrschung des Lebensfeindlichen geht. Wer biografisch traumatisch außerordentlich belastet war, wird also – das halte ich für sehr „logisch“, ENTSPRECHEND auch sehr schwere Brocken des archiaschen Trauma konfrontieren können.

      Was das „Abrichten“ betrifft, stimme ich Dir grundsätzlich zu. Zu berücksichtigen wäre, dass es Leben nicht nur um das Erreichen einer traumatischen Konfrontationsfähigkeit (Qualität), sondern GLEICHERMASSEN um Masse, Quantität geht – möge man sie als tragfähiges Fundament anssehen, möge man sie als Funktionsträger im Sinne des Ganzen erkennen, gleichwie: Diese „abgerichteten“ Menschen sind für ihre Aufgaben nicht weniger befähigt als Menschen mit einem – fragwürdigen – Bildungslevel. Vielleicht müssen die Manager im Himmel die Klos putzen; kleiner Scherz.

      Erst mal: Du wirst den „Roten Faden“ weiter spinnen. Prima!!!

      Herzliche Grüße sendet Dir

      Wolfgang

  21. Oktober 8, 2013 um 2:52 am

    In kleinen Schritten kommen neue Denkstrukturen und neue Interpretationsmöglichkeiten hervor. Filme zeigen dieses eindrucksvoll, doch auch Bücher können derartige Kunststücke vollbringen:

    http://www.spiegel.de/kultur/literatur/deutscher-buchpreis-2013-fuer-das-ungeheuer-von-terezia-mora-a-926582.html

    “Ihren erzählerischen Balanceakt führt Mora vor Augen, indem sie eine horizontale Linie durch das komplette Buch laufen lässt, der jede Seite in zwei Hälften aufteilt und den Roman in zwei Teile: eine symbolische Trennlinie zwischen Mann und Frau, Gegenwart und Vergangenheit, Leben und Tod.“

    Ja, vom Ungeheuer sprachen auch wir hier schon. Ein Buch, welches dem Wesen der HARMONIE gerecht werden kann ? Zumindest steht es auf meiner Leseliste ganz oben, weil es mich gefunden hat ohne dass ich danach suchen musste …

    Gruß Guido

  1. September 28, 2013 um 7:32 pm

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