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Nochmals unser freier Wille: Es ist schon in Ordnung

Es ist schon in Ordnung

Es geht mit dem Schrei an,
dem allseits bekannten.
Erst kommt´s auf den Brei an
und auf die Verwandten.
Dann läuft es wie immer,
du versuchst kurz zu denken,
doch irgendwer wird
dieses Denken schon lenken.
Du möchtest dich fühlen,
versuchst dich zu kriegen,
bist ganz begeistert
von deinen Trieben,
doch bald erkennst du:
ausgeschmiert –
denn da ist immer wer,
der bestimmt und regiert.

Ob das der Lehrer ist
oder der Meister,
irgendwann treten sie dich,
denn sie sind immer feister.
Ob das die Eltern sind
und ihr Ordnungmußsein –
du möchtest wachsen,
doch sie kriegen dich klein.
Dann träumst du von Wiesen
und von Dingen, die weich sind,
währenddessen erzählen sie dir,
daß die Menschen nicht gleich sind
und daß das sehr wichtig ist,
daß man pariert:
denn da ist immer wer,
der bestimmt und regiert.

Dann möchtest du rennen,
dann möchtest du schrein,
hast unbändige Lust,
einmal böse zu sein.
Da muß doch was faul sein.
Das kann doch nicht stimmen.
Die wollen dich einfach
auf Untertan trimmen.
Die reden von Liebe –
was damit wohl gemeint ist?
Du schaust dein Gesicht an,
das meistens verweint ist.
Und es dauert nicht lange,
dann ist es passiert:
Es ist schon in Ordnung,
daß jemand regiert.

Konstantin Wecker mit dem Team Musikon „Es ist schon in Ordnung“
Aufzeichnung von „Einwürfe aus der Kulisse“ aus dem Jahr 1980.

Ein fast 30 Jahre alter Titel, geändert hat sich bzgl. unseres „freien Willens“ noch nicht wirklich viel? Oder doch?

Auf der ein Seite deutet die Anzahl von Psychopathen darauf hin, dass unser Beherrschungssystem immer noch viele Opfer erzeugt:
1 Million Psychopathen in Deutschland – angeboren oder anerzogen?

Auf der anderen Seite gibt es doch schon eine ganze Reihe kultureller Änderungen, wenn wir genauer hinschauen:
Was ist mit den agilen Methoden, die auf selbstbestimmte Teams setzen?
Oder die freien Schulen mit mehr Demokratie in den Schulen?
Oder die vielen Keimzellen des Neuen?
Es scheinen doch recht viele Kulturell-Kreative unterwegs zu sein …

Sollte der Wandel weg vom Beherrschen hin zum Kooperieren inzwischen stark genugunterwegs sein?

Kategorien:Gesellschaft
  1. September 25, 2013 um 9:23 pm

    „Der moderne Mensch sieht in den Anforderungen, die gesellschaftlich an ihn gestellt werden, nicht Hürden für seinen Materialismus, die seine Betätigung im Sinne der Staats- und Kapitalinteressen festnageln, sondern Herausforderungen die es zu meistern gilt und verinnerlicht damit einen Gegensatz. Er betrachtet sich als das Mittel, das funktionieren muss um erfolgreich zu sein. Dementsprechend schreibt er sich den Erfolg und Misserfolg zu in den Konkurrenzsphären von Schule, Uni, Arbeitsmarkt und Privatleben zu, kann sich also als Erfolgloser nicht leiden und hält sich seine erfolgreiche Unterordnung als Superleistung zugute.“

  2. Gerhard A. Fuerst
    September 25, 2013 um 7:36 pm

    Man lernt, man lebt!
    Ja, ja,…da ist schon wirklich was dran,
    und der gute Mann hat wohl bewiesen,
    daß er was weiß,
    und daß er was kann.
    Er meint zwar er wurde zu Unrecht gezwungen,
    an zu stramme Richtlinien gehalten,
    nach zu strengen Maßen gemessen,
    aber doch ist es ihm sichtlich
    und wahrhaftig gelungen…
    vieleicht nicht immer ermutigt,
    zufrieden, hoch erfreut, oder erheitert…
    sich aus dem zu engen Gewand zu befreien…
    das für ihn wurde so sehr bewußt
    aus zu festem Stoff geschneidert…
    So erging es uns allen einmal…
    Es hieß: Paß auf, lerne viel,
    Füge dich und passe dich an!
    Akzeptiere…, lerne, meistere,
    parriere…und absolviere…
    Ja, ja, so war’s… Da ist schon was dran…
    Aber ein fester Wille,
    und eine überzeugte Stimme
    sagte uns stets in Innern:
    Habe Mut…Habe Geduld…Nimm dir Zeit…
    Bleibe dabei…bleibe aktiv und munter…
    Lass dir den “Brei” nicht
    all zu heiß servieren
    oder auch verderben…
    Laß dir den Humor nicht nehmen…
    Sonst wirst Du aufgerieben…
    sonst gehst Du unter!
    Und somit… irgendwie,
    auf unsere eigene Art und Weise,
    in all unsern Riegen und Reihen,
    ist es uns beizeiten gelungen…
    Probleme zu lösen,
    Lasten und Bürden zu tragen,
    Felsen und Klippen zu bezwingen,
    Berge zu besteigen,
    Das Wettrennen im Leben
    zu gewinnen,
    Hindernisse zu überwinden
    Handschellen und Ketten zu sprengen,
    um uns so selbst zu befreien!

    Gerhard A. Fürst
    25.9.2013

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