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Darüber wie die Ungleichheit in die Welt kam …

Geist ist eingedrungen in die Natur,
wie das Messer dringt in eines Baumes Mark.
Nunmehr freilich kann die toddrohende Schneide
nicht aus dem Stamme herausgezogen werden,
denn der Baum würde dabei verbluten.
Aber niemand darf behaupten,
dass ein Schwert im Herzen der Weltesche
das Merkmal sei für ihre Gesundheit.
Jean-Jacques Rousseau (1750) :
Über den Ursprung der Ungleichheit unter den Menschen
Kategorien:Erkenntnis, Ethik, Gesellschaft Schlagwörter: ,
  1. federleichtes
    September 23, 2013 um 4:03 pm

    War’s nicht die „Schlange“, der es nach Erkenntnis über die Andersartigkeit verlangte?

    Und war’s nicht die katholische Kirche, der es nach der aufwertung des Männlich-Geistigen und der Abwertung des Weiblichen-Gefühl verlangte?

    Und war’s nicht Freud, den es nach Offenbarung der dunklen Geheimnisse des Unbewussten verlangte? Warum wurden seine Grundgedanken in Tausend Stücke gerissen, wenn nicht, um die Einsicht in die Erbärmlichkeit des eigentlichen Menschseins zu zerstreuen, um dem Wahn weiter huldigen zu können?

    Abeer nein, reduzieren wir nicht, dem menschlichen Intellekt unangemessen, die Andersartigkeit auf das Umfassend-Liebevolle und die geistige Verblendung, auf das Freundschaftlich-Kooperative und Geist-Nimmersatt um jeden Preis. Denken wir an die denkende Vernunft, die wie ein Krebsgeschwür das Wirklich-Möglich-Sein umgarnt, zersetzt und schließlich frisst.

    Ich erlebe Andersartigkeit auf meine Weise:
    Eine Susanne, die mir zu wenig Mögliches abverlangt und das unmögliche Verlangbare gibt.

    Gruß
    Wolfgang

  2. September 23, 2013 um 4:55 pm

    Wie es immer will, hat Conny Dethloff gerade nochmals was gepostet, was auch den Inhalt dieses Artikels wieder streift. In seinem neuesten Artikel Eigenschaften einer guten Führungskraft? Frag` doch einfach Platon auf dem Blog der Initiative Wirschaftsdemokratie zeigt er diese Bild:

    und viel mehr will ich hier nicht verraten und auf den lesenswerten Artikel verweisen:
    Eigenschaften einer guten Führungskraft? Frag` doch einfach Platon

  3. September 23, 2013 um 7:11 pm

    Bin ich froh, dass wir nicht alle gleich sind, Einheitsbrei, austauschbar. Ich musste an „Gattaca“ oder „Schöne Neue Welt“ denken. Keine innere Spannung, keine Dynamik, die entsteht aus der Wechselwirkung polarer Kräfte. Es geht nicht um Gleichheit, es geht um gleichen Wert, der Einen und der/des Anderen.
    Weisheit würde ich niemals nur mit Verstand und Vernunft in Verbindung bringen. Verstand und Vernunft, Spielarten des Intellekts. Rein geistige Werkzeuge, die eine ziemliche Kälte verbreiten, wenn menschliche Wärme fehlt, Liebe. Das hat mit Weisheit dann rein gar nichts zu tun. – Nebenbei bemerkt standen technischer Verstand und organisierende Vernunft auch Pate an den Öfen von Auschwitz. –
    Der Artikel ist eine feine Richtschnur für Menschen in den entsprechenden Positionen der höheren Etagen, Tugenden, die ihnen zu wünschen sind, aber ich glaube mal für einen Neuanfang nicht ausreichen. Aufs Gesamte reflektiert greift mir das zu kurz. Platon bezieht sich auf geistige Gegebenheiten, es fehlt die Ebene des Gefühls, die gehört zum menschlichen Sein einfach dazu, die beiden streben wieder nach Vereinigung.
    Das vorerst in aller Kürze
    Martina

    • federleichtes
      September 23, 2013 um 9:06 pm

      „Platon bezieht sich auf geistige Gegebenheiten, …“

      Genau das Richtige für unsere geistigen Eliten – wo sollten sie sich, abseits vom Pöbel des Niedriglohnsegments, sonst orientieren.

      Ich wäre von Martins Beitrag beinahe brüskiert gewesen. Über den Wert der Grafik lasse ich mich besser mal nicht aus. Auf meiner Grafikkarte erschien der Besuch in einem Kleingartenverein, ein paar Worte mit netten Menschen, viele Blickkontakte mit Wesen, die ich nicht alleine als über dem Menschen stehend er-achte: Blumen, Bäume, Sträucher, Gemüse.. Ein Mann schenkte mit einen halben Korb voll Zwetschgen, und ich schenkte die Hälfte weiter an eine alte Frau, deren Mann nach langer Krankheit gerade gestorben war.

      Wenn das Deutsche Volk als das der „Dichter und Denker“ glit, haben wir es heute eher mit einer Elite zu tun, die denkt, dass die arbeitende Klasse nicht ganz dicht ist. Und so erlaube ich mir meine ganz eigene Vorstellung dessen, was uns hier völkisch im Wesentlichen erblühte:
      Geführte, Verführte, Entfühlte. Und zwar bestens organisiert, deutsch eben. Aber alle kriegen sie eben nicht, weder in die sinnlose Arbeit noch in die unnötige Krankheit.

      Ja, was machte die Menschen anders. War bestimmt eine deutsche Idee. Und ich halte nicht für ausgeschlossen, dass Deutsche bereits in Atlantis erfolgreich tätig waren und der zerstörerische Geist sich durch die Zeiten weiter kultivierte. Natürlich muss das noch anders gehen, das Gute in den Panzerschrank und das Schlechte globalisiert. Größere Sprengkraft, genauer treffen, es geht immer noch anders. Vor allem anders, als man denken kann. Sei’s drum. Alle meinen es gut, und keiner kann etwas für die Erfindung der Strategie, man brauche nur alle Pferde gleichzeitig reiten, um sicher ins Ziel zu kommen.

      Danke für Deinen Ausritt – ich hatte bereits aufgegeben.

      Gruß
      Wolfgang

      • maretina
        September 23, 2013 um 10:35 pm

        Ja lieber Martin, ehrlicherweise muss ich schreiben, dass ich mich Wolfgang anschließe, dein Kommentar mich mindestens irritierte. Aber vielleicht willst du ja nur mal sehen ob wir uns konzentrieren, wenn wir hier lesen.
        „Geführte, Verführte, Entfühlte. Und zwar bestens organisiert, deutsch eben.“ Bestens organisiert wird das aber auch in anderen Ländern, das hat mit deutsch nix zu tun. Was ist mit der unsäglichen englischen Kolonialpolitik, frag mal die Inder oder Iren. Sellafield vergiftet heute noch die ganze Irische See, da wird kein Fisch mehr gefangen. Was lässt Israel, neben allem anderen, seinen Nachbarn buchstäblich das Wasser abgraben. Der Völkermord an den Armeniern, die Ausrottung der Ureinwohner in Nordamerika, der Vietnamkrieg, Hiroshima usw.
        Der zerstörerische Geist von Atlantis er kam über die Zeiten zu uns, verfeinert, nicht immer unbedingt als solcher leicht zu erkennen. Der Geist der Trennung. Die Trennung von Verstand und Gefühl, obwohl sie doch zusammen eine Einheit darstellen. Die Trennung von Männern und Frauen, die Trennung des Machbaren vom Wünschenswerten, das Leben fördernden. Die Trennung vom Natürlichen, sich über dem Natürlichen wähnend, diesem Wahn immer weiter folgend, Trennung damit vertiefend, unüberwindbare Gräben ziehend. Es bilden sich lauter Vereinzelte, lauter Fragmente, es geht der Blick aufs Gesamte verloren, die Fähigkeit Zusammenhänge zu erkennen und menschliche Handlung am Gesamten auszurichten.
        Und am Ende kommt dann jemand und meint Weisheit sei Verstand und Vernunft, obwohl es um die Effizienz der Technokraten geht.

        Liebe Grüße an Euch
        Martina

  4. September 23, 2013 um 11:48 pm

    Ja, Martina, das zunehmende Bilden von gedanklichen Fraktalen zur Erkennung von Problemen, die es zu lösen gälte und die am Ende nur verschlimmbessert werden, ist, wie Guido es so schön auf Seiter Seite gold-dna bespricht, nicht zu übersehen.

    Zum Thema der Gleichheit stimme ich Dir absolut zu. Jeder Mensch sollte in der Gemeinschaft gleich geachtet werden, auch wenn er eben nicht gleich ist, sondern je andere Talente besitzt und zum großen Ganzen beitragen kann. Was ist schon Wert?

    Es ist immer wieder gut an die Schule der Tiere zu erinnern, die uns gut über unsere Gleichtheit aufklärt …

    Liebe Grüße
    Martin

  5. September 23, 2013 um 11:52 pm

    Weisheit ist das wirkliche Vermögen der Weißheit zu widerstehen, mit der unsere Realität in den buntesten Farben von denen gemalt wird, die an weißer Farbe das meiste verdienen können. So schafft Profit kein Vermögen in einer Welt, in der weiße Farbe expansiv zum Einsatz kommt, sondern bringt einzig Probleme hervor, die weitere weiße Farbe benötigen, um nicht als solche erkannt zu werden … zwecks Profitmaximierung, sprich, der Realisierung des Höhepunkts der Unordnung, als bildgewordene Verfremdung des Naturschauspiels eines Regenbogens.

    Gruß Guido

  6. gerd zimmermann
    Oktober 6, 2013 um 2:20 pm

    „Der zerstörerische Geist von Atlantis er kam über die Zeiten zu uns, verfeinert, nicht immer unbedingt als solcher leicht zu erkennen. Der Geist der Trennung. Die Trennung von Verstand und Gefühl, obwohl sie doch zusammen eine Einheit darstellen. Die Trennung von Männern und Frauen, die Trennung des Machbaren vom Wünschenswerten, das Leben fördernden. Die Trennung vom Natürlichen, sich über dem Natürlichen wähnend, diesem Wahn immer weiter folgend, Trennung damit vertiefend, unüberwindbare Gräben ziehend. Es bilden sich lauter Vereinzelte, lauter Fragmente, es geht der Blick aufs Gesamte verloren, die Fähigkeit Zusammenhänge zu erkennen und menschliche Handlung am Gesamten auszurichten.“

    Du bist ein Genie, Martina, genial.

    Lieber Gruss Gerd

  7. gerd zimmermann
    Oktober 6, 2013 um 2:29 pm

    „… zwecks Profitmaximierung, sprich, der Realisierung des Höhepunkts der Unordnung, als bildgewordene Verfremdung des Naturschauspiels eines Regenbogens.“

    Jeder Regenbogen entspringt einem goldenen Kelch.

    Ich hole mich so langsam wieder ein.Grosser Bruder.

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