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Charta für ein Europa der Regionen auf freiheitlicher und demokratischer Grundlage

Der Initiativkreis Demokratiekonferenz arbeitet seit 2008 an Ideen, wie wir Menschen wieder mehr in die Selbstbestimmung anstatt Fremdbestimmung durch die Konzerne kommen. Die Anfang des Jahre veröffentlichte Charta umfasst viele der Ideen, die wir hier im Block diskutiert haben und zeigt in eine Richtung, die ich so unterstützen könnte. Aus ihm spricht auch viel vom Dorfgeist, dessen Vision ich in meinem vorigen Kapitel gepostet hatte. Aber lest selbst:

*******

CHARTA FÜR EIN EUROPA DER REGIONENWEGE ZUR SELBSTBESTIMMUNG
AUF FREIHEITLICHER UND DEMOKRATISCHER GRUNDLAGE
Zum Wohle der Menschen und der Regionen in Europa,
zur Erlangung, Bewahrung und Weiterentwicklung
von Freiheit und Demokratie,

in Anerkennung der geschichtlichen Verantwortung Europas,
sowohl für die Verursachung, als auch für die Überwindung
einer immer plutokratischer werdenden globalen Zivilisation,
die mehr und mehr Lebensbereiche einer profitorientierten,
ökonomischen Verwertung unterwirft,

in der Hoffnung, damiteinen heilsamen Beitrag zur Bewahrung und
Wiedererlangung von Lebensqualität und Menschenwürde
für die gesamteMenschheitund den Planeten Erde zu leisten,

schlagen wir folgenden Rahmen für den Aufbau eines nachhaltig sozialen,
wahrhaft demokratischen und mit der Natur kooperierenden Europa vor:

Grundlagen

Die Charta beschreibt Ziele, die wir im Hinblick auf ein nachhaltig demokratisches Europa für erstrebenswert halten. Dabei geht es uns um den Geist des großen Ganzen. Wir verzichten darauf, zu sehr in Konkretisierungen und Details desanstehenden Wandels zu gehen, weil wir aus der Geschichte gelernt haben, dass die bestgemeinten Lösungen, wenn sie den Menschen übergestülpt werden, oftmehr Zwang als Freiheit und mehr Leid als Nutzen bringen.

Wir betonen in dieser Charta die Basisgemeinschaften, die Kommunen und dieRegionen, weil wir überzeugt sind, dass hier die Montagepunkte sind, an denen sich das Bewusstsein der Menschen hin zu mehr Selbstbestimmung und Verantwortung des Einzelnen in Richtung auf eine dem Leben dienende Gesellschaft entwickeln wird. Die Charta will inspirieren, nicht vorschreiben, wie und in welchen Formen Menschen sich miteinander verhalten oder organisieren können. Sie ist ein Vertrauensbekenntnis zum Menschen als vernunftbegabtem, empathiefähigem und mit seiner ethischen Entwicklung verbundenem Wesen. Wir glauben an die Kreativität und soziale Intelligenz der Menschen, wenn ihnen ermöglicht wird und wenn sie darin unterstützt werden, die eigenen Angelegenheiten selbstbestimmt und gemeinschaftlich in die Hand zu nehmen.

1. Menschenbild

Unser Menschenbild gebietet uns, den anstehenden Wandel jetzt anzusprechen, zu fordern und zu fördern. Menschen sind nicht gleich und auch nicht gleich befähigt, jedoch gleichwertig in ihrem Existenzrecht und darin einander ebenbürtig. Jeder Mensch hat ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben, auch wenn es unterschiedliche Fähigkeiten, Bildungsgrade, Stärken und Schwächen und selbst voneinander stark abweichende ethische Einstellungen unter ihnen gibt. Eine nachhaltige Absicherung und Weiterentwicklung von Lebensverhältnissen, die solchen vital demokratischen Umgang der Menschen miteinander ermöglichen und fördern, lässt den Fortbestand der derzeitigen Macht- und Herrschaftsstrukturen nicht länger zu.

Anzustreben ist die Entflechtung der gegenwärtigen ökonomischen Verengung des Lebens und der Übergang in eine Gesellschaft, in der wirtschaftliche, rechtliche und kulturelle Angelegenheiten nach ihrer sachlichen Eigenart und Problematik unabhängig voneinander, wenn auch in gegenseitiger Beratung organisiert werden können. Eine Gesellschaft, die es unterlässt, ihre Menschen in den größtmöglichen Zustand substantieller Freiheit zu versetzen, sabotiert die menschliche Evolution.

2. Grundrechte, Menschenwürde, Gemeinschaft undGesellschaft

Im Vordergrund stehen Erhalt und Weiterentwicklung der Grundrechte und der Menschenwürde des Einzelnen, der Schutz und die Förderung der die Einzelnen tragenden Gemeinschaften an der Basis, sowie der lebensdienliche Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Diese drei Elemente gehören untrennbar zusammen und bilden die unverzichtbare Basis eines nachhaltig demokratischen Europa.

Wesentliche Werte sind die Achtung der Menschenwürde, der Freiheit, der Demokratie, der Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit, des Pluralismus, der Toleranz, der gegenseitigen Achtung, der Gerechtigkeit und Solidarität, sowie der Wahrung der Menschenrechte, einschließlich der Rechte von Personen, die Minderheiten angehören. Diese Werte sind allen Mitgliedern in einer Gesellschaft gemeinsam, welche die Ebenbürtigkeit aller Menschen für sich in Anspruch nimmt.

3. Demokratischer Wandel

Die derzeitigen Bestrebungen zur Vereinheitlichung und politisch-ökonomischen Machtkonzentration zugunsten global agierender Konzerne auf Kosten des Gemeinwohls, der Menschenrechte, der demokratischen Bürgerrechte und der Souveränität der nationalen Parlamente werden in einen Prozess der Dezentralisierung, der Regionalisierung und der tendenziellen Entflechtung von Wirtschaft, Staat und Kultur überführt. Die Menschen Europas weisen die Herrschaftsansprüche der globalen Finanzeliten zurück und nehmen die Gestaltung ihres eigenen Lebensumfelds als demokratische Gemeinschaft selbstbestimmt, gemeinsam und gleichberechtigt in die eigenen Hände. Dabei darf Gleichberechtigung nicht als Gleichheit missverstanden werden. Die Menschen haben ein Recht auf Verschiedenheit, ohne deswegen diskriminiert oder benachteiligt zu werden. Diskriminierende Ungleichbehandlung muss sichtbar begrenzt werden. Ein Übermaß an Ungleichheit zerstört die Basis jedes Gemeinwesens.

4. Regionale Gliederung

Die Menschen und Völker Europas anerkennen, dass sie bei allen Gemeinsamkeiten auch im Reichtum einer großen geographischen, sprachlichen, kulturellen und ökonomischen Vielfalt leben. Sie schätzen diese Vielfalt und wollen sie nicht nur als folkloristisches Brauchtum leben, sondern zur vitalen Basis einer selbstbestimmten und das Gemeinwohl fördernden Gesellschaft machen. Der Kernpunkt einer nachhaltigen Demokratiereform besteht daher darin, die derzeit in Richtung auf eine europäische Zentrale stattfindende schleichende Aushöhlung der Souveränität der nationalen Parlamente umzukehren. Ziel ist die Rückbesinnung auf ein menschliches Maß und ein Belassen, beziehungsweise Zurückgeben der Souveränität zugunsten sich hochgradig selbst versorgender und selbst bestimmender Basisgemeinschaften in ihrer Vielfalt von den kleinsten Lebenseinheiten, über Bedarfsgemeinschaften aller Art bis hin zu Regionen. Die Regionen sollen in sich lebensfähige Einheiten sein, ohne eine Größe zu erreichen, die das Gleichgewicht zwischen ihnen bedrohen könnte. Wir geben uns keineswegs der Illusion hin, dass damit jegliche Konkurrenz, Interessenkollisionen und streitige Meinungsunterschiede wegfielen, aber sie sind im kleineren Rahmen erkennbarer, leichter lösbar, und führen nicht unvermeidlich – wie unter den gegenwärtigen Bedingungen – zu einer Bedrohung Gesamt-Europas oder gar darüber hinaus.

5. Souveränität der Regionen

Als Träger der politischen Souveränität treten die Regionen die Nachfolge der Nationen an, die zunehmend an Bedeutung verlieren. Im Zusammenspiel von demokratischer Selbstbestimmung, optimaler ökonomischer Selbstversorgung, Reorganisation der regionalen Märkte, regionaler Diversität und Anbindung des konkreten Bedarfs an die globalen Märkte sowie Naturverträglichkeit sind überschaubare Regionen den bürgerfernen Systemen der Nationalstaaten ebenso überlegen, wie den weit vom alltäglichen Leben agierenden globalen Konzernen.

Die Basis eines sich demokratisch zusammenfindenden Europa kann in Zukunft weder im Zusammenschluss der Nationalstaaten zu einem europäischen Superstaat liegen, in dem die kleinsten Staaten kaum Gewicht haben und die größten dominieren, noch in den demokratisch nicht zu kontrollierenden Konzernen. Der Souverän eines zukünftigen, demokratischen Zusammenschlusses Europas können nur die Menschen sein, die sich in ihren Regionen selbstbestimmt, in großer Vielfalt und gemeinschaftlich organisieren.

6. Demokratisch gegliederte Basis

Basisgemeinschaften in ihrer Zusammensetzung aus Einzelpersonen, Familien, Lebensgemeinschaften, Interessenverbänden, Projekten, Netzwerken, Produktions- und Bedarfsgemeinschaften sowie örtlichen Parteiungen, die alle zusammen nichtgrößer sind, als dass jedes Mitglied dieser Basisgemeinschaft die anderen Mitglieder noch kennen kann, sind die menschliche Keimzelle, das Ausgangsfeld und die Grundeinheit einer nachhaltig funktionierenden Demokratie. In den Versammlungen dieser Grundeinheiten wird eine direkt-demokratische, kooperative Entscheidungskultur gepflegt und werden die Delegierten für die größeren Zusammenschlüsse (Gemeinden, Kreise, Regionen) gewählt.

7. Frauen und Männer

Die zukünftige Gesellschaft ist als gegliederter Organismus gedacht, der im Dienst einer allseitigen Entwicklung der menschlichen Fähigkeiten steht. Das beginnt bei der Erkenntnis, dass Männer und Frauen, auch wenn sie als Menschen ebenbürtig sind und in einer gemeinsamen Lebensorganisation miteinander stehen, die Möglichkeit haben müssen, ihre Interessen nach Bedarf getrennt voneinander zu formulieren und in einen fruchtbaren Dialog und Austausch miteinander zu bringen.

Wenn Frauen und Männer die Möglichkeit haben, neben gemeinsamen auch voneinander getrennte Versammlungen durchzuführen, wird mehr Authentizität und ein größerer Reichtum an kreativer und sozialer Intelligenz in die politischen Beschlüsse einfließen als ohne diese Möglichkeit.

8. Gegliederter Organismus –Beziehung von Ökonomie,Recht und Kultur

Die Gliederung setzt sich darin fort, dass die Gesellschaft nicht einen einheitlichen nationalen Staatsapparat bildet, der lediglich nach Legislative, Exekutive und Judikative organisiert ist, sondern sich in unterschiedliche Bereiche des Lebens gliedert, als da sind: die wirtschaftlichen Aktivitäten der Menschen, ihre rechtlichen und politischen Beziehungen sowie das kulturelle und geistige Leben, einschließlich Forschung, Bildung, Erziehung bis hin zur sogenannten Freizeitgestaltung.

Die Beziehung zwischen diesen Lebensbereichen, die im heutigen Einheitsstaat dem Diktat der Ökonomie untergeordnet sind, bedarf einer Befreiung aus diesem Zwang, um aus dieser Unabhängigkeit heraus in einen fruchtbaren Austausch der jeweiligen Aktivitäten, Regeln und Werte und so zur vollen Entfaltung der in ihnen liegenden Potenziale kommen zu können. Die so beschriebenen Gliederungen variieren zudem in territorialen, ethnischen und als historische Einheiten definierten
Räumen und Regionen bis hinunter zu den Basisgemeinschaften. In einer solcherart gegliederten Gesellschaft kann sich die notwendige ethische Erneuerung im offenen, kooperativen Umgang miteinander herausbilden und die Verständigung über verbindende Werte und gesellschaftliche Aktivitäten in einem lebendigen Prozess der Wechselwirkung immer wieder aufs Neue gefunden und gefestigt werden.

9. Strenge Subsidiarität und gebundenes Mandat

Nur solche Aufgaben, die die jeweiligen Basisgliederungen, Gemeinden, Kreise, Städte, Regionen nicht zufriedenstellend selbst regeln können, werden an die jeweiligen größeren Zusammenschlüsse delegiert, in denen aber die gleichen Gliederungsregeln gelten, wie auf den darunter liegenden Ebenen. Die Delegierten einer Gebietsversammlung sind weisungsgebunden an die Aufträge ihrer jeweiligen Basisversammlungen oder der sie entsendenden Gebietsversammlungen. Die Hauptaufgabe der Delegierten besteht darin, den politischen Willen der sie entsendenden Basis mit dem der anderen Basiseinheiten in einen Konsens zum Nutzen des größeren Ganzen zu bringen.

Das gebundene Mandat stellt sicher, dass die gewählten Delegierten die Interessen ihrer Wähler und nicht in erster Linie ihre eigenen oder die anderer Interessengruppen vertreten. Die Amtsdauer der Delegierten sollte in der Regel nicht länger als zwei Amtsperioden betragen. Politiker sollten nicht auf Dauer von der Alimentierung eines Amtes abhängig sein und einen Beruf auch während der Amtszeit ausüben können.

10. Föderationen

Zur gemeinsamen Regelung von Aufgaben, die eine Region nicht allein zufriedenstellend bewältigen kann, schließen sich die Regionen zu Föderationen zusammen, ohne ihre Souveränität aufzugeben. Das Subsidiaritätsprinzip und das gebundene Mandat gelten wie bei der Binnengliederung der Regionen auch bei ihrer Vernetzung zu Föderationen. Regionen bilden Regionalföderationen, diese Territorialföderationen, diese die Europäische Föderation.

11. Neuordnung von Wirtschaft, Finanzen und Steuern

Eine Reform der Demokratie, die die gegenwärtige Unterordnung des Einzelnen wie der Gesellschaft unter die Profitorientierung des globalen Finanzkapitals überwinden will, muss selbstverständlich auch neue kooperative Formen des Wirtschaftens entwickeln. Anzustreben ist die Überwindung des historisch überholten unfruchtbaren Taumelns zwischen staatskapitalistischem Bürokratismus und marktwirtschaftlicher Willkür. Zu fördern sind dagegen gemeinwohlorientierte Bestrebungen der Selbstorganisation.

Die Wirtschaft wird zur Dienerin des Einzelnen und der Gemeinschaften aller Art. Es findet eine Umkehr der Prioritäten statt. An die Stelle der Förderung von Kapital- und Konzernkonzentration, von globalen und dadurch unüberschaubar gewordenen Finanz- und Firmeninteressen tritt der Vorrang des lokalen und regionalen Wirtschaftens. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass das Überschreiten bestimmter Größenordnungen der Wirtschaftseinheiten fast immer zwingend die Natur, den Menschen, die Gemeinschaften schädigen. Ebenso wie zu große politische Einheiten Machtungleichgewichte, Manipulation und Erpressungsversuche erzeugen, geschieht dies auch im Bereich von Wirtschaft und Finanzen.

Wir brauchen lebendige Beziehungen zwischen lokalem, regionalem und globalem Wirtschaften. Wir brauchen Vielfalt auch und ganz besonders im Währungs- und Geldbereich. Und wir brauchen eine lokale, regionale, nationale, kontinentale und weltweite Verständigung über den globalen und totalen Erlass aller Schulden (Jubeljahr), über eine Neuorientierung beim Umgang mit Grund, Boden, mit natürlichen Ressourcen und mit geistigem Eigentum.

Wir brauchen neben dem Rückbau zu groß gewordener Einheiten durch entsprechende Steuergesetze und Entflechtungen auch geeignete Maßnahmen zur Schaffung von Transparenz, zur Privilegierung lokalen und regionalen Wirtschaftens. Wir brauchen die Verfügungsgewalt der Gemeinschaften über die Grundlagen der Daseinsvorsorge (Natur- und Bodenschätze, Leitungsnetze aller Art, Wasser, Straßen-, Schienen- und Wasserstraßennetz und vieles mehr).

Wir sind uns darüber im klaren, dass dieser Umbau nicht leicht und konfliktfrei zu bewerkstelligen ist. Aber nur so wird die Teilhabe jedes einzelnen und aller Gemeinschaften am Reichtum ermöglicht.

12. Gewaltmonopol, Polizei, Militär, Notstandsfragen

Die demokratische Willensbildung geht vom Prinzip der Selbstverpflichtung des Einzelnen in einer vom ihm mitgestalteten Gemeinschaft aus. Die Willensbildung mußnotwendigerweise auch den Fall ihrer Missachtung oder gar aggressiven Verletzung mit einschließen und berücksichtigen. Grundsätzlich muss aber gelten, dass bei Übertretung oder Verletzung der Regeln der Selbstverpflichtung die mildest möglichen Formen der Kritik und die geringst möglichen Sanktionen gewählt werden, die immer mit einem Angebot zur Abhilfe möglicher Ursachen der Verfehlungen verbunden sein sollen. Das heißt, auszugehen ist vom Prinzip gegenseitiger nachbarsschaftlicher Hilfe, die gleichzeitig gegenseitige Kontrolle ist.

Sanktionen werden nicht institutionalisiert, sondern nur ad hoc ausgesprochen und nur zu ad hoc Maßnahmen umgesetzt. Jede Maßnahme muss sich danach rechtfertigen, ob alle Mittel der gegenseitigen Hilfe ausgereizt wurden. Dieses Prinzip gilt über alle jeweils höheren Ebenen bis in den globalen Bereich. Das heißt, es gibt keinen Erzwingungsstab – weder kaserniert auf kommunaler, regionaler oder globaler, noch auf familiärer oder auf gemeinschaftlicher Ebene. Das heißt, es gibt kein statisches Gewaltmonopol eines über allen Ebenen der Selbstorganisationschwebenden Staates, sondern ‚Staat‘ ist in Zukunft das Geflecht eines lebendigen, gegliederten Organismus.

Eventuell notwendige Gewaltanwendung hat immer nur ad hoc Charakter. Die Aufsicht über die Einhaltung dieser Begrenzung muss bei den demokratischen Organen der jeweiligen Ebenen liegen, auf denen solche Maßnahmen getroffen werden müssen. Turnusmäßig sind dazu aber auch die unteren Organe zu hören.

*******

Lesenwert ist auch die Beurteilung des Ist-Zustands unserer Welt, die im Quelltext der Version 3.0 vorweg gebracht wird.

Interessant zum text der Charta zu lesen ist auch ein Artikel eines der Beteiligten mit seiner Sicht auf den Prozess zur Charta und den offenen Fragen:
Für ein Europa der Regionen<

  1. September 13, 2013 um 9:55 pm

    Von dieser Initiative wußte ich noch nicht. Das ist wirklich nah dran, ich habe da ja auch schon einiges niedergeschrieben (Wiki). Ich gehe davon aus, das dieser Wunsch schon ziemlich alt ist und das es schon vielfach theoretische Gebäude bis hin zu Experimenten gegeben hat, Beendigung das Sklaverei, der Leibeigenschaft, Aufstände und Revolutionen. Alle diese großen Versuche scheiterten an einer menschlichen Eigenschaft, seiner Individualität. Deshalb ist es schwer vorstellbar, das sich so ein Umgestaltungsprozeß auf großer Ebene vollziehen wird. Er kann sich m. E. nur im Kleinen entwickeln. Da gibt es schon eine Menge an Ansätze und genau wie es hier geschrieben steht, darf es keine Vorgaben, Dogmen geben und es wird ein langwieriger Prozeß der schon viele Jahrhunderte andauert und wohl nie ganz zum Abschluß kommen wird. Viele Grüße com. Mike

    • September 13, 2013 um 10:01 pm

      Hallo Mike,

      ja, das wird ein paar mehr Schritte brauchen. Parallel hat mich hylozoik bei einem anderen Artikel an Leopold Kohr erinnert, der auch das Potential der kleinen Einheiten herausstellte. Ich hatte dazu schon geschrieben, also zur Erinnerung:
      Findet der Mensch nach Jahren des Gigantismus wieder zurück zum menschlichen Maß?
      Und passend dazu las ich gerade, wie es gehen kann, die Werte und Gelder auch der weniger Reichen mit den Mitteln der von diesen erfundenen Stiftungen auch aus dem System zu bringen. Einfach genial wie ich finde, via Stiftungen und Vereinen:

      Das Grüne Gold / die grüne Welle

      Herzliche Grüße
      Martin

      • September 13, 2013 um 10:14 pm

        Was es so schwierig macht, ist der Generationswechsel. früher waren Tarditionen festgeschrieben und es gab einen natürlichen Respekt vor Erfahrung. All diese Dinge hat die heutige Gesellschaft in Frage gestellt, sicherlich aus einem wichtigen Kalkül heraus, teile und herrsche. Da fällt mir noch ein Satz ein, „wer herrschen will muß dienen gelernt haben“. ich glaube der war von Sun Zi

        • federleichtes
          September 13, 2013 um 11:48 pm

          Du meinst es sei der Generationenwechsel, ich meine es ist unsere Drei-Schichten-Gesellschaft –
          Die Einen-Gesonnenen,
          die Anderen-Gesonnenen und
          die Parasitär-Gesonnenen.

          Ich könnte sie auch
          Wahrhafte, Schweinehunde und Schleimscheißer nennen.
          Oder noch anders.
          Aber wie Du sicher erfahren konntest, sind Fakten in Kreisen der Beliebigkeit wenig bis nicht interessant.

          Wer herrschen will, sollte lernen, sich zu beherrschen..

          Herzliche Grüße an Dich.
          Wolfgang

  2. September 14, 2013 um 9:21 am

    Herrschen heisst Dienen
    Wilhelm von Braunschweig

  3. September 14, 2013 um 9:55 am

    Vollkommen einverstanden. Aber es ist ein Irrtum zu glauben, dass es die bösen Konzerne sind sondern es sind die SOZIALISTISCHEN Machthaber in der Politik die ein vereintes Super-Europa anstreben im dem der Bürger weniger Einfluss auf die Politik nehmen kann. Die Konzerne und Banken sind dazu nur politisch-finanzielles Hilfsmittel. Es ist der Gesetzgeber der weder Börsen, noch Banken noch Riesenkonzerne entsprechend reguliert. Das ist deswegen notwendig weil die Staaten dieses Gefüge benötigen um Ihre Schulden zu finanzieren. Die Schulden entstehen durch zu hohe Ausgaben auf der sozialen Ebene und zu geringe Besteuerung der Unternehmen. Umverteilung von Bürger zu Bürger kann nicht Teil einer echten Demokratie sein. Zur Freiheit gehört eben auch Eigenverantwortung.

    Unter demokratischer Willensbildung wird leider oft eine substantielle Regelung des Lebens des Individiums zur Besteuerung und Pflichten zur Umverteilung verstanden. Die einen wissen was die ANDEREN tun sollten damit es IHNEN SELBST besser geht. So kann das nicht funktionieren. Was wir benötigen ist eine Regelung der Wirtschaft und Finanzen und Freiheit für den Menschen.

    Soziale Funktionen können nicht durch Umverteilung sondern nur durch ein Versicherungsmodel getragen werden. Eine Versicherung kann aber nicht Schäden in beliebiger Höhe bezahlen, also kann ein alter Mensch nicht erwarten, dass bei jedem Leiden Behandlungskosten in beliebiger Höhe getragen werden. Das wir aber dann als asozial bezeichnet, wenn aber der der dies verlangt der Asoziale ist. Es gibt weder ein Recht auf Gleichheit, auf Arbeit noch ein Recht auf soziale Versorgung. Es gibt nur ein Recht auf gleiche Chancen und gleiche Behandlung unabhängig von Rasse, Alter und Geschlecht.

    Eine Charta ist ja eine nette Idee, aber was notwendig ist ist politische Aktion. Solange aber in einem Staat die Pensionisten und Beamten wählen dürfen und heute die Mehrheit darstellen, werden Sie nur die Umverteilungs- und Schuldenmacher wählen die Ihnen weiter Geld versprechen. Damit ist diese Charta nichts wert … also hört auf zu jammern, sondern HANDELT! Nur Taten die man SELBST setzt verändern die Welt.

    • September 14, 2013 um 2:03 pm

      Lieber Max,

      es ist interessant, dass Du die gerade agierenden Politiker als SOZIALISTEN bezeichnest, kommen sie doch eher aus dem rechten Lager.

      wenn wir aber genau hinschauen, so machen doch diese Politiker doch via Lobbyisten-Druck genau das, was die Konzerne bzw. ihr Besitzer wollen:
      Ein Europa, in dem der Bürger nicht mehr viel zu kammelen hat, damit sie tun und schalten können wir sie wollen.

      Die Charta dagegen setzt auf die größtmögliche Beteiligung der Menschen, auf höchste Selbstverantwortung im Kreise derjenigen, die man kennt. Small is beautiful, wie Elopold Kohr (siehe oben) propagierte ist genau das dem zentralisierten Europa entgegen gesetzte …

      Viele Grüße, Martin

      Übrigens kann Chancengleichheit in einer Gesellschaft nur funktionieren, wenn die Ausgangsbasis in gleicher Art und Weise gegeben ist. Und da ist gleicher, wer schon beim Start mehr hat. Und da denken wir mal an die Entlassung der Leibeigenen in die angebliche Freiheit. Ihnen wurde nichts mitgegeben. Also mussten sie sich weiter prostituieren, sprich das Leben der 10% ging weiter auf Kosten der 90% …

  4. September 14, 2013 um 10:22 am

    federleichtes :
    Du meinst es sei der Generationenwechsel, ich meine es ist unsere Drei-Schichten-Gesellschaft –
    Die Einen-Gesonnenen,
    die Anderen-Gesonnenen und
    die Parasitär-Gesonnenen.
    Ich könnte sie auch
    Wahrhafte, Schweinehunde und Schleimscheißer nennen.
    Oder noch anders.
    Aber wie Du sicher erfahren konntest, sind Fakten in Kreisen der Beliebigkeit wenig bis nicht interessant.
    Wer herrschen will, sollte lernen, sich zu beherrschen..
    Herzliche Grüße an Dich.
    Wolfgang

    Ich glaube, jede Generation muß sich ihren Standpunkt selbst erarbeiten, die bloße Übernahme, des Bestehenden endet in Nachäfferei. Alles was ich persönlich bin, muß ich mir erarbeiten, geistig wie haptisch, was eigentlich sogar eine Einheit bildet. heute lernen wir wie früher die Bibel so lernt die heutige Generation nur Wissen aus Büchern und hat keinen Bezug zur Realität mehr. Wir nehmen es einfach hin, im Glauben uns wird im Menschenschwarm schon nicht geschehen, das offensichtlich viel im argen liegt und verschließen die Augen davor, das wir indirekt an dieser Krux beteiligt sind. sicherlich ist dies nur ein Baustein. Wenn wir andere Glaubensmodelle betrachten, die von alten und jungen Seelen ausgehen, liegt auch klar auf der Hand, das es verschiedene Schichten gibt. Wohlhabend bedeutet nicht unbedingt reich zu sein. Oft ist es nur das dünne mäntelchen, was um ein erbärmliches wesen herumflattert. Es ist meine persönliche Entscheidung, was ich in meinem Leben anstrebe. Freiheit ist die Einsicht in meine Notwendigkeit. die ist nicht immer einfach und oft auch wankelmütig. Viele Grüße com. Mike

  5. September 14, 2013 um 4:33 pm

    Hat dies auf Forum Politik rebloggt.

  1. Oktober 19, 2013 um 10:54 pm

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