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Bilderberger auch nur ein unbedeutender Haufen genutzt zur Ablenkung wirklich wichtiger Dinge?

Ich bekam gerade den Hinweis auf einen Text, der ein ganz anderes Licht auf die Bilderberger wirft und klar macht, dass unsere Energien nur wieder umgelenkt werden, damit wir die wirklich üblen Dinge, die laufen, möglichst erst dann bemerken, wenn es zu spät ist. Jan Gaspard hat schon für zwei Kanzler gearbeitet, nutzt überweigend Quellen 1. Hand, und sollte die Situation gut einschätzen können, aber lest selbst:

Die Bilderberger lenken nur von den eigentlich wichtigen Themen ab… (Quelle)

Tut mir leid, wenn ich diese allgemeine Klischee-Paranoia vor den Bilderbergern nicht teile. Grundsätzlich halte ich solche bi- bis trilateralen informellen Zusammenkünfte jener Typen, die für politische und gesellschaftliche Entscheidungen verantwortlich sind, auch für sinnvoll; so funktioniert Politik nun mal – Menschen reden miteinander; auch gelegentlich sehr frei und unter Ausschluss der Öffentlichkeit, weil sie so keine „Rolle“ vor irgendeiner Kamera spielen müssen, sondern (eigentlich) wirklich Klartext unter Gleichen mal reden können. Solche „Schutzräume“ für den Gedankenaustausch braucht es ja selbst in Familien, damit man mal wirklich offen schwelende Probleme behandeln kann – eben ohne das übliche Rollenverhalten.

Allerdings sind die Bilderberger da eher ein hilfloser Verein. Wenn du dich mal mit deren Geschichte befasst, wirst du erkennen können, dass die mal gegründet wurden, um dem schwindenden Einfluss des europäischen Adels / der europäischen Aristokratie auf das globale und öffentliche Geschehen nach dem Zweiten Weltkreig zu stärken bzw. überhaupt erst wieder zu ermöglichen. Wie hilflos dieser Versuch dieser Ewig-Gestrigen bisher gelungen ist, kann man an solch desaströs gescheiterten Existenzen wie der des Herrn zu Guttenberg sehr gut nachvollziehen. Die schaukeln sich bei diesen Treffen (der Ausdruck kam hinter der Kamera von Herrn von Bülow) „die Eier“ und halten sich für die Götter der Welt; aber wirklich operativen Einfluss haben die bisher nicht oder kaum.

Wirkliche Entscheidungen, die uns alle betreffen, werden woander getroffen – in Zirkeln, in die wir nun wirklich nicht reinkommen; und von denen wir noch weniger mitbekommen (weil sie auf Privatgelände stattfinden!). Oder bei solchen Mega-Events wie dem Weltwirtschaftsforum in Davos, wo in den Hinterzimmern tatsächlich ganz große Politik gemacht und verhandelt wird. Das Theater um die Bilderberger lenkt von diesen Geschehen ganz nett ab.

Meiner Meinung nach sollten sich Proteste gegen unsere soge- und selbsternannten Eliten zum Beispiel im Inland gegen die (in sich geschlossene) Bundespressekonferenz richten, in die nur reinkommt, wer dem Establishment bequem ist; so filtert man die uns alle angehende politische Wirklichkeit für die öffentliche Berichterstattung; und verhindert wahren Pluralismus in der Meinungsbildung.

Schau dir mal die augenblickliche Diskussion um die Verhandlungen zum geplanten Freihandelsabkommen zwischen USA und Europa an… genau, diese Diskussion findet so gut wie gar nicht öffentlich statt – und das, obwohl die Konsequenzen für uns alle sehr weitreichend sein werden, wenn das Abkommen tatsächlich zustande kommt, wonach es derzeit aussieht (zB wird das die absolute Aufgabe der Kultursouveränität der europäischen Staaten zu Gunsten des Marktes bedeuten – was eine weitere „Amerikanisierung“ der Medien inkl. Literatur- und Film-Markt mit sich bringen wird). Dafür kommt Obama nächste Woche nach Deutschland; in großen Headlines habe ich das aber noch nicht diskutiert gefunden, obwohl es eines der derzeit wichtigsten Themen sein müsste, zu dem Regierung und Opposition klar Stellung beziehen müssten. Tun sie aber nicht oder kaum.

Die Bilderberger (als Gruppe) haben bei diesen Verhandlungen um das Freihandelsabkommen (das uns auch die Rückkehr des gerade verabschiedeten Monsato-Konzern nach Europa durch die Hintertür bescheren wird; Monsanto braucht keine Lobbyarbeit mehr in Europa, wenn es ein Freihandelsabkommen – wie geplant – „über alle Güter“ gibt…!!!) null Bedeutung. Null. Da war so gut wie kein maßgeblicher Entscheidungsträger vor Ort – nur viele „Gernegrosse“ und „Ex-Grosse“, die sich noch ein wenig im Glanz des (sehr) alten und vergreisten Adels sonnen wollten… Mir persönlich tut das richtig weh, wieviel Energie in die Proteste gegen diesen armseligen und lächerlichen Haufen gesteckt wird – während die ganz großen Räder völlig unbeachtet an ganz andere Stelle an uns vorbei gedreht werden.

NACHTRAG: Im Prinzip habe ich auch den Verdacht, dass die augenblickliche Diskussion um diese „Enthüllungen“ zum großen Lauschangriff der USA auf den Rest der Welt genau von diesen Verhandlungen zum Freihandelsabkommens ablenken sollen, weil Uns-Mutti da wahlwirksame „Stärke“ gegenüber Onkel Sam beweisen kann, ohne wirklich was zu verlangen, was der anderen Seite wehtut… Die USA hatten eh längst gemerkt, dass sie über die sozialen Netze mittlerweile selbst mehr manipuliert und verarscht wurden, als dass sie wirklich harte Erkenntnisse hätten daraus ziehen können; daher mussten die sich sowieso neue Strategien beim Kontrollieren der Welt zum Wohle der westlichen Ressourcenversorgung ausdenken…

Die automatisierte und globale Echtzeit-Analyse von Bewegungsprofilen mittels Cams im öffentlichen (und privaten) Raum ist ein Beispiel für solche neuen Strategien (die technisch längst implementiert sind). Deshalb zum Beispiel auch das gesteuerte extrem harte Vorgehen der Ordnungskräfte überall auf der Welt, wenn Demonstranten irgendwo auf der Welt die berühmte weiße Grinse-Maske aus „V wie Vandetta“ aufsetzen… Denn nur ohne Maske funktioniert (derzeit noch…) die biometrische Echtzeit-Auswertung und -Identifizierung der Bewegungsprofile der vermeintlich subversiven Kräfte auf dieser Welt… Wer rechnen kann und sich mal mit der Größenordnung und den Dimensionen dieser neuen Datenfabrik in Utah beschäftigt, wird feststellen, dass es bei den Kapazitäten, die dort geschaffen werden, um Online-Video-Auswertungen auf globaler Ebene gehen muss (m.E. zielt übrigens auch die Datendrosselung der Telekom auf dieses Programm ab; die derzeit zur Verfügung stehenden Bandbreiten werden „anderweitig“ gebraucht…).

  1. September 7, 2013 um 11:17 am

    Ein hübsches Statement, dem ich folgen kann.
    Allerdings bleibt auch der Schreiber dieser Meinung an der Oberfläche und analysiert nicht die wahren URSACHEN dieser Handlungsweisen. Und die sind in der kapitalistischen Wirtschaftsweise begründet, die IMMER Raub, ergo Verbrechen per se ist.

    Alles andere ist für mich drum-rum-Gerede. Wie sagt dieser Herr so schön? Um von den wahren URSACHEN abzulenken, die Energie zu rauben und auf Nebenkriegsschauplätze ab- und umzulenken, wo sie sehr gut für die eigenen verbrecherischen Ziele genutzt werden können.

  2. September 7, 2013 um 12:45 pm

    Was wären ‚Berge von Bildern‘ ohne Medium, die diese ‚Bilderberge‘ an den Mann bzw. die Frau zu bringen vermögen ? Ohne Internet wären diese Berge von Bildern kaum mehr als eine hügelige Andeutung im Gesamtbild des real(isiert)en Alltags. Auch hier zeigt sich mal wieder die Dynamik, die sich zwischen Mainstream(medien) und Alternativ(medi)en entwickelt und so die Aufmerksamkeit der Masse ‚lenkt‘ … obwohl es eher darum geht ein ‚Vakuum‘ mit den daraus hervorgehenden Möglichkeiten der Interpretation zu füllen.

    Gruß Guido

  3. September 8, 2013 um 7:39 pm

    Hat dies auf Walter Friedmann rebloggt.

  4. September 8, 2013 um 8:31 pm

    Mike hatte mal wieder Probleme, einen Kommentar hier einzuspeichern. Daher über Mail und von mir:

    Ich weiß eigentlich gar nicht wie oder wo ich anfangen soll, denn es ist wirklich oberflächlich, denn alle Mitglieder einer Gruppe auf ihre Luschen herunterbrechen zu wollen, ist m.E. naiv und gefährlich. Zugegebener Maßen gibt es sie überall in jeder sozialen Gruppe, in jeder Familie usw. Ist es nicht menschlich, sich um Schwächere zu kümmern, sie zu unterstützen?

    Und da sind wir also wieder am Anfang unserer Theorie, „Freiheit, Gleichheit, Bürderlichkeit“. Sind wir wirklich alle frei und gleich? Schaut Euch doch mal im Spiegel an. Und 80 Millionen Brüder und Schwestern will ick uff jar keenen Fall habn! „Wir sind das Volk, ick bin Volker!“

    Es ist sicherlich ein ganz normales menschliches Bedürfnis, weil wir, wie viele Säugetiere, ein soziales Wesen sind, sich zusammenzurotten. Tun wir das nicht auch? Also warum soll es für einige gut und im anderen Fall schlecht sein? Wenn das Zünglein an der Waage die Macht ist, dann stellt sich die Frage, wer gibt oder besser gesagt wer hat Ihnen die Macht gegeben, ihre Stellung mißbrauchen zu können. Zweifels ohne ist es verlockend, sich etwas nehmen zu können, was ihm eigentlich nicht gehört. Macht ein Nadelstreifenanzug gegen Verlockungen immun oder schürt er sich noch weiter. Liegt die Ursache für all die Übel nicht viel tiefer, dass ein bestimmter Teil des Staatsvolkes einfach den Boden unter den Füßen verloren hat, dessen Beschäftigung mit eigentlicher Arbeit gar nichts mehr zu tun hat? Ist unser Fortschritt wirklich noch menschlich? Als ich gestern arbeitete, wurde mir gesagt, dass dies eigentlich verboten ist. Wer hat das Recht, mir vorzuschreiben, einem gesunden Menschen vorzuschreiben, an welchen Tagen ich arbeiten darf und wann nicht? Muß man an allen Ecken noch Ampeln aufstellen, wenn jeder die Regeln kennt, nur auf die Gefahr hin, das jemand sie überschreiten könnte? Was ist in den Augen der Anderen, Generation Hobby, eine sinnvolle Beschäftigung und was ist für sie Arbeit?

    Sind es nicht gerade die Personen, die nicht Rechtes oder von mir aus auch Linkes zu tun haben, die ein Sendungsbewussein entwickeln, die mit ihrem Leben selbst kaum zu recht kommen? Was geschieht, wenn wir alles Schlechte auf dieser Welt ausgerottet haben? Vielleicht brauchen wir aber auch beide Seiten, um für uns eine Orientierung zu finden, wo wir hin wollen. Nur an diesem einen Punkt sind wir frei, selbst zu entscheiden, wo wir hinwollen und was uns persönlich wichtig ist. Selbst da gibt es noch ein klitze kleines Problem, das in uns eigentlich zwei sind und der eine oft hott und der andere hüh sagt. Wir sind selbst nicht davor gefeit, Schlechtes zu tun. „Bedenkt unserer mit Nachsicht…“ (b.b.) Wenn wir mit etwas nicht einverstanden sind, gibt es nur eine Möglichkeit, es zu ändern. Mach es selbst besser, wenn du es kannst.

    Ich mußte an mir selbst feststellen, das sich genau aus den gleichen Beweggründen Sendungsbewusstsein entwickelte, weil ich es als Fluchtmöglichkeit benutzte, um vor meinen eigenen Problemstellungen davon zu laufen, bittere Selbsterkenntnis und dies als Wiederholungstäter. Heute sehe ich ein wenig klarer. Das Leben ist eine sehr komplexe Angelegenheit und es ist schon schwierig mit dem Eigenen klar zu kommen. Was machen wir aber und dies scheint bis auf Vater Abraham zurück zu gehen, wir versuchen alles zu missionieren. Ist das gerecht? Können wir diese Welt gerechter machen, in dem wir unsere als richtig geltenden Regel anderen aufzwingen. Es gibt die Möglichkeit gegenseitigen Respekt bei gleichzeitiger Bescheidenheit. „Wer sich genügt wird immer genügend haben!“ oder anders gesagt, wie viel Kapitalismus lasse ich für mich selbst zu, wie organisiere ich mein Leben. Dabei gibt es keine Sicherheiten, keinen doppelten Boden und Irrtümer sind vorprogrammiert. „Das ist das Leben“, sagt dann Natascha immer an dieser Stelle und ich glaube in diesem Punkt hat sie einfach Recht.

    Wir leben hier in einer „gelangweilten Gesellschaft“ (ich denke gerade über ein Essay nach), die alles nur noch konsumieren möchte und in der alle sanftmütig das Richtige tun, Enterprise Syndrom. Das wirkliche Leben der Mehrheit der Weltbevölkerung ist anders und manchmal auch schön. Nur wir haben es verlernt. Wir werden das Überleben der Menschheit nur sichern, wenn die Masse sich bewusst natürliche, humane Grenzen wieder setzt und diesen Zirkeln und thinks die Aufmerksamkeit entzieht, weil sie wie gesagt den Boden unter den Füßen schon lange verloren haben. Dies ist das eigentliche Thema und da ist schon viel auf den Weg gekommen.

    Viele Grüße com. Mike

  5. September 8, 2013 um 10:05 pm

    Ich weiß nicht,wo die Ursache dafür liegt. Ich kann recht gut mit dem Medium umgehen. Ist es schon so brisant, die eigene Meinung nur kund zu tun?

  1. September 9, 2013 um 2:36 pm

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