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Eine andere Wahrheit über die Hexenverfolgung …

Ich hatte zum gestrigen Text über den ideologischen und historischen Zusammenhang und Ursprung von Arbeit und “Vernunft”, Kapitalismus und “Wissenschaft” noch einen fortsetzenden bekommen, den ich Euch auch nicht vorenthalten möchte, hilft er doch den Blick auf heutige und alten Weltbilder zu schärfen:

Caliban und die Hexe: Wie Satan die moderne Wissenschaft erfunden und durchgesetzt hat oder:

Die Hexenverfolgung und ihre Wurzeln im Aufstieg der bürgerlichen Wissenschaft zur Errichtung der kapitalistischen Herrschaftsordnung

[…] Historisch betrachtet war die Hexe die dörfliche Hebamme, Ärztin, Wahrsagerin oder Zauberin, deren besonderer Kompetenzbereich (wie Burckhardt über die italienischen Hexen schrieb) die Liebesintrige war (Burckhardt 1936: 324-326). […] Ihre Arbeitsmittel waren natürliche Öle und Pulver sowie Gegenstände, die Menschen durch „Sympathie“ oder „Berührung“ heilen und schützen sollten. Sie hatte kein Interesse daran, von ihrer Gemeinschaft gefürchtet zu werden, denn sie bestritt durch die Ausübung ihrer Künste ihren Lebensunterhalt. Sie war sogar sehr beliebt. Alle gingen zu ihr, um geheilt zu werden, sich die Zukunft vorhersagen zu lassen, verlorene Gegenstände zu finden oder Liebestränke zu kaufen. Dennoch entkam sie nicht der Verfolgung. Nach dem Konzil von Trient (1545-1563) bezog die Gegenreformation eindeutig Position gegen populäre Heilerinnen, aus Furcht vor deren Macht und Verwurzelung in der Kultur ihrer Gemeinschaften. Auch in England war das Schicksal der „guten Hexe“ besiegelt; im Jahr 1604 bestimmte James I. durch ein Statut, dass alle, die von Geistern oder Magie Gebrauch machten, mit dem Tode zu bestrafen seien, auch wenn sie keinen sichtbaren Schaden anrichteten.

Durch die Verfolgung der populären Heilerin wurden Frauen eines tradierten empirischen Wissens über Kräuter und Heilmittel beraubt, das sie von Generation zu Generation angehäuft und weitergereicht hatten. Der Verlust dieses Wissens ebnete einer neuen Form von Einhegung den Weg: dem Aufstieg der professionellen Medizin, die vor den „Unterklassen“ eine Mauer unhinterfragbarer, unbezahlbarer und fremdartiger wissenschaftlicher Kenntnisse errichtet, ihrem vorgeblichen Heilungsauftrag zum Trotz (Ehrenreich und English 1973; Starhawk 1997).

Die Verdrängung der populären Heilerin/Hexe durch den Arzt wirft die Frage auf, welche Rolle die Entwicklung der neuzeitlichen Wissenschaft und das wissenschaftliche Weltbild beim Aufstieg und Niedergang der Hexenjagd spielten. Es gibt zwei Sichtweisen auf dieses Problem.

Zum einen gibt es die von der Aufklärung sich herleitende Theorie, die den Aufstieg des wissenschaftlichen Rationalismus als Schlüsselfaktor bei der Einstellung der Verfolgung begreift. In der von Joseph Klaits (1985) vorgelegten Fassung behauptet diese Theorie, die neue Wissenschaft habe das intellektuelle Leben verwandelt und eine neue Skepsis hervorgebracht, da sie „gezeigt habe, dass es sich beim Universum um einen selbstregulierenden Mechanismus handelt, der keinerlei direkte und dauerhafte göttliche Intervention benötigt“ (Klaits 1985: 162). Klaits räumt jedoch ein, dass die Richter, die in den 1650er Jahren den Hexenprozessen einen Riegel vorschoben, die Realität der Hexerei selbst nie in Frage stellten. „Weder in Frankreich noch sonst irgendwo erklärten die Richter des 17. Jahrhunderts, die die Hexenverfolgung beendeten, dass es keine Hexen gebe. Wie Newton und andere damalige Wissenschaftler fuhren die Richter darin fort, übernatürliche Magie als theoretisch plausibel zu akzeptieren“ (Klaits 1985: 163).

Tatsächlich gibt es keinerlei Belege für die befreiende Wirkung der neuen Wissenschaft. Das mit dem Aufstieg der neuen Wissenschaft entstandene mechanizistische Naturbild „entzauberte die Welt“. Nichts weist darauf hin, dass diejenigen, die ihm zum Durchbruch verhalfen, jemals die der Hexerei beschuldigten Frauen in Schutz genommen hätten. Descartes selbst erklärte sich in dieser Angelegenheit zum Agnostiker; andere mechanizistische Philosophen (etwa Joseph Glanvil und Thomas Hobbes) waren ausdrückliche Befürworter der Hexenjagd. Beendet wurde die Hexenjagd (wie Brian Easlea überzeugend nachgewiesen hat) durch die Vernichtung der den Hexen eigenen Welt und die Durchsetzung jener gesellschaftlichen Disziplin, die das triumphierende kapitalistische System benötigte. Mit anderen Worten: Die Hexenjagd ging im späten 17. Jahrhundert zu Ende, weil sich die herrschende Klasse ihrer Macht sicherer war, nicht weil sich eine aufgeklärtere Weltsicht herausgebildet hatte.

Es bleibt die Frage, ob der Aufstieg moderner wissenschaftlicher Methoden als Ursache der Hexenjagd anzusehen ist. Am nachdrücklichsten hat diese Ansicht Carolyn Merchant in „Der Tod der Natur“ (1987) vertreten. Dort werden die Ursprünge der Hexenverfolgungen in dem Paradigmenwechsel verortet, den die wissenschaftliche Revolution und insbesondere der Aufstieg der kartesianisch-mechanizistischen Philosophie bewirkten. Merchant zufolge beinhaltete dieser Paradigmenwechsel die Verdrängung eines organizistischen Weltbildes, das die Natur, Frauen und die Erde als fürsorgliche Mütter betrachtet habe, durch ein mechanizistisches, das sie zu „dauerhaften Ressourcen“ abgewertet habe, wodurch sämtliche ethische Beschränkungen ihrer Ausbeutung verloren gegangen seien (Merchant 1987: 142 ff.). Die Frau-als-Hexe wurde Merchant zufolge verfolgt, weil sie die „wilde Seite“ der Natur verkörperte: alles, was in der Natur ungeordnet, unkontrollierbar und daher mit dem von der neuen Wissenschaft in Angriff genommenen Projekt unvereinbar war. Ein Beleg für den Zusammenhang zwischen den Hexenverfolgungen und dem Aufstieg der modernen Wissenschaft sieht Merchant in den Werken Francis Bacons, der als einer der Gründungsväter der neuen wissenschaftlichen Methode bekannt ist. Merchant zeigt, dass Bacons Vorstellung von der wissenschaftlichen Untersuchung der Natur am Verhör gefolterter Hexen orientiert war: Die Natur wird als Frau dargestellt, die es zu erobern, zu entschleiern und zu vergewaltigen gilt (Merchant 1987: 177-180).

Merchants Darstellung hat den großen Vorzug, dass sie die Annahme in Frage stellt, der wissenschaftliche Rationalismus sei Träger des Fortschritts gewesen, und unsere Aufmerksamkeit auf die tiefe Entfremdung lenkt, die die moderne Wissenschaft zwischen Mensch und Natur geschaffen hat. Merchants Darstellung setzt die Hexenjagd auch zur Umweltzerstörung in Beziehung und stellt einen Zusammenhang her zwischen der kapitalistischen Ausbeutung der Welt und der Ausbeutung der Frauen.

Merchant übersieht jedoch, dass das „organizistische Weltbild“, dem die Eliten im vorwissenschaftlichen Europa anhingen, mit Sklaverei und Vernichtung der Häretiker vereinbar war. Wir wissen auch, dass der Ehrgeiz, die Natur technisch zu beherrschen und sich die schöpferischen Kräfte der Frauen anzueignen, mit verschiedenen kosmologischen Rahmenvorstellungen kompatibel gewesen ist. Die Magier der Renaissance waren an diesen Zielen ebenso interessiert, und die Physik Newtons verdankte ihre Entdeckung der Schwerkraft nicht einem mechanizistischen, sondern einem magischen Naturbild. Außerdem entwickelten sich Anfang des 18. Jahrhunderts, als die mechanizistische Philosophie aus der Mode kam, neue philosophische Strömungen, die den Wert der „Sympathie“, der „Empfindsamkeit“ und der „Leidenschaft“ betonten, trotzdem aber leicht in das Projekt der neuen Wissenschaft integriert werden konnten (Barnes und Shapin 1979).

Wir sollten auch bedenken, dass das intellektuelle Gerüst, das die Verfolgung der Hexe stützte, nicht unmittelbar dem philosophischen Rationalismus entnommen war. Es handelte sich vielmehr um eine Übergangserscheinung, eine Art ideologisches Stückwerk, das sich unter dem Druck der zu bewältigenden Aufgabe entwickelte. Darin verbanden sich Elemente aus der fantastischen Welt des mittelalterlichen Christentums mit rationalistischen Argumenten und modernen bürokratischen Gerichtsprozeduren, ganz so, wie sich bei der Entstehung des Nationalsozialismus der Wissenschafts- und Technikkult mit einem Szenario verband, das vorgab, eine archaische, mythische Welt der Blutsbande und prä-monetären Bindungen wiederherzustellen.

Den Vergleich deutet Parinetto  an, indem er feststellt, dass die Hexenjagd das klassische (leider aber nicht das letzte) Beispiel dafür war, wie der „Rückschritt“ in der Geschichte des Kapitalismus ein Mittel sein kann, voranzuschreiten, im Sinne der Herstellung der für die Kapitalakkumulation erforderlichen Bedingungen. Denn indem sie den Teufel herauf beschworen, räumten die Inquisitoren den populären Animismus und Pantheismus aus und bestimmten die Verortung und Verteilung der Macht in Kosmos und Gesellschaft neu, nämlich zentralistischer. Paradoxerweise fungierte der Teufel in der Hexenjagd (so Parinetto) als wahrer Diener Gottes: Er war es, der am meisten dazu beitrug, der neuen Wissenschaft den Weg zu ebnen. Wie ein Gerichtsvollzieher, oder wie Gottes Geheimagent, brachte der Teufel Ordnung in die Welt; er befreite sie von widerstreitenden Einflüssen und stellte Gottes Status als ausschließlichen Herrscher wieder her. So sehr wurde Gottes Befehlsgewalt über menschliche Angelegenheiten vom Teufel gefestigt, dass sich Gott innerhalb eines Jahrhunderts, nämlich nach dem Aufstieg der Physik Newtons, aus der Welt zurückziehen und sich damit begnügen konnte, ihre uhrwerksartig ablaufenden Vorgänge aus der Ferne zu beobachten.

Rationalismus und Mechanizismus waren also nicht die unmittelbare Ursache der Verfolgungen, obwohl sie dazu beitrugen, eine der Ausbeutung der Natur gewidmete Welt zu schaffen. Wichtiger war, dass hinter der Anstiftung zur Hexenjagd das Bedürfnis der europäischen Eliten lag, eine ganze Existenzweise auszumerzen. Diese Existenzweise bedrohte im Spätmittelalter die politische und wirtschaftliche Macht der Eliten. Als sie ihre Aufgabe erreicht hatten – als die Disziplin wiederhergestellt worden war und die herrschende Klasse ihre Hegemonie gefestigt hatte -, gingen die Hexenprozesse zu Ende. Der Glaube an die Hexerei konnte sogar zum Gegenstand von Spott, als Aberglaube verworfen und schon bald aus dem Gedächtnis getilgt werden.

Dieser Vorgang setzte gegen Ende des 17. Jahrhunderts europaweit ein, obgleich sich die Hexenprozesse in Schottland noch drei Jahrzehnte lang fortsetzten. Ein Faktor, der zum Ende der Hexenjagd beitrug, war die Tatsache, dass die herrschende Klasse die Kontrolle über sie zu verlieren begann und in die Schusslinie ihrer eigenen Repressionsmaschine geriet, da sich die Denunziationen nun gegen ihre Mitglieder zu richten begannen. […] Ganz so, wie der Staat die Hexenjagd begonnen hatte, ergriffen die Regierungen nacheinander auch die Initiative, um sie wieder zu beenden. Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts bemühten sie sich, den richterlichen und inquisitorischen Eifer zu zügeln. Eine unmittelbare Folge war, dass die Zahl „gewöhnlicher Verbrechen“ im 18. Jahrhundert sprunghaft anstieg (Mandrou 1968: 437). In England kam es zwischen 1686 und 1712, als die Hexenjagd abklang, zu einem enormen Anstieg an Verhaftungen wegen Sachbeschädigung (insbesondere Branstiftung an Getreidespeichern, Häusern und Heuschobern) und Überfällen (Kittredge 1929: 333). Gleichzeitig wurden neue Delikte in die Gesetzbücher aufgenommen. […] All das weist darauf hin, dass die neue Gesellschaftsordnung mittlerweile hinreichend gefestigt war, um Verbrechen als solche zu benennen und zu bestrafen, ohne jegliche Bezugnahme auf Übersinnliches. […]

Sobald das subversive Potenzial der Hexerei zerstört worden war, konnte man sogar den Fortbestand magischer Praktiken zulassen. Nach dem Ende der Hexenjagd fuhren viele Frauen fort, durch Wahrsagerei und den Verkauf von Amuletten sowie durch weitere Formen der Magie ihren Unterhalt zu bestreiten. […] Im Frankreich des 18. Jahrhunderts entwickelte auch der städtische Adel ein Interesse an der Hexerei. Von der wirtschaftlichen Produktion ausgeschlossen, merkten die Adeligen, dass ihre Privilegien angegriffen zu werden begannen, und befriedigten ihr Machtbedürfnis, indem sie auf die magischen Künste zurück griffen (Erhard 1963: 31-32). Mittlerweile waren die Autoritäten allerdings nicht mehr daran interessiert, diese Praktiken zu verfolgen; sie neigten eher dazu, die Hexerei als Ergebnis von Ignoranz oder einer gestörten Fantasie zu begreifen (Mandrou 1968: 519). Bis zum 18. Jahrhundert begann die europäische Intelligenz sogar, sich mit dem erreichten Aufklärungsgrad zu brüsten und die Geschichte der Hexenjagd selbstbewusst umzuschreiben: derart, dass die Verfolgungen als Ergebnis mittelalterlichen Aberglaubens erschienen. […]

Zit. aus Silvia Federici: Caliban und die Hexe: Frauen, der Körper und die ursprüngliche Akkumulation

  1. September 5, 2013 um 5:41 pm

    Dazu Doris Wolf aus ‚Was war vor den Pharaonen ?‘:

    “Die Vernichtung des Wissens der Weisen Frauenkulturen

    Die Parallele zwischen 400 Jahren Frauenmord in Ägypten und 400 Jahren Frauenmord in Europa durch die “Hexen“-Verfolgung ist schlagend. Auch unter den “Hexen“ waren viele Hebammen, die über das Wissen der Verhütung und Abreibung verfügten; ein Wissen, das ausgerottet wurde, weil es den Zielen von Staat und Kirchen entgegenstand, ihren Reichtum durch Menschenmassen zu vergrößern. Gunar Heinsohn et al. Bezeichnen die Folterung und Ermordung von Millionen von Frauen “als das ungeheuerlichste Ereignis der Neuzeit vor Auschwitz“ und betonen, daß mit den Hexenmorden “eine Blüte der mittelalterlichen Naturwissenschaft, das physikalische und chemische Instrumentarium für die Geburtsheilkunde und vorrangig für die Schwangerschaftsverhütung und Fruchtabtreibung, zerstört werden“ sollte. (Heinsohn er al. 1979, 14f) “Daß die naturwissenschaftlichen Kenntnisse der weisen Frauen verschüttet wurden, ist häufig beschrieben worden. Es wurde sogar erkannt, daß sie mit den Hexenmassakern verschwinden.“ (ebda. 54f) Die Ermordung weiser Frauen scheint ein Charakteristikum zu Beginn der Errichtung einer neuen bzw. verschärften patriarchalen Herrschaft zu sein. “Der männliche Beruf des Arztes entstand als Krieg gegen die Frauen, der sich während des ganzen Spätmittelalters in Feldzügen gegen Hebammen fortsetzte.Im 18. Jahrhundert hatten die Männer schließlich die Vormachtstellung in diesem Berufsstand errungen.“ (French 1992, 171) Die Soziologin Maria Mies resümiert in ihrem Buch “Patriarchat und Kapital“: “Die Verfolgung und das Verbrennen von Hebammen als Hexen war direkt verknüpft mit dem Aufstieg der modernen Gesellschaft: der Professionalisierung der Medizin, dem Aufstieg der Medizin zu einer “Naturwissenschaft“, dem Aufstieg von Naturwissenschaft und der modernen Wirtschaft.“ (Mies 1988,103)

    S. 154-155

    Und noch ein passendes Bild dazu …

    … welches von dieser Quelle stammt: http://therealasset.co.uk/grice-central-banks-memo/

    Es sind nicht die Formen und Farben selbst, sondern immer erst ihre Beziehungen zueinander, die das Gesamtbild ausmachen.

    Gruß Guido

  2. September 5, 2013 um 9:40 pm

    Lieber Guido ich glaube dein Thema ist nicht ziel fuehrend
    meins auch nicht aber ich glaube BEWEGUNG ist ein Schlüsselwort
    liebe und Gruß
    Ralf

    • federleichtes
      September 5, 2013 um 11:10 pm

      Meine Ratlosigkeit verminderte sich generell – was diesen Blog betrifft -, nicht. Wenn ich das so offen sagen möchte. Durch Ralphs freie Assoziation allerdings kam nun doch etwas Bewegung in meine Starre. Zumal auf dem Opablog ein Indianerspruch, herkunftsmässig mit Fragezeichen verbunden, auf den Tisch kam: Der Mensch ist böse. Ich bin dort thematisch nicht eingestiegen – erst mal sehen.

      Was betreibt Apokalypse?
      Und wird sie planvoll betrieben?
      Denkt der Mensch, ER denkt, oder was lässt ihn (Bestimmtes) denken?
      Ist der Mensch wirklich ein (Er-)Finder, oder lässt man ihn zu gegebener Zeit etwas ganz bewusst finden?
      Warum räumte man das „Naturwissen“ aus dem Wege, steuerte das Verhalten des Menschen (nicht sein Bewusstsein!) in die technologische (Geist) Entwicklung?
      Und entstand nicht – folgerichtig – eine Informations-Gesellschaft, um eben diesen Geist auf Trag zu halten und damit (bestimmte) weitere Entwicklungen zu forcieren?
      Wo ist der Geist, der die Menschen antreibt?
      Ist es sein Geist, oder gibt es nur eine Schnittstelle, um den Menschen informativ zu bewegen?

      Bewegung, da haben wir sie. Raumzeit, damit Bewegung stattfinden kann. Und Geist, damit die Bewegung bestimmt wird im Sinne einer notwendigen Entwicklung. Ins Chaos – darum mussten die „Hexen“ weg, und Philosophen begannen, Verwirrung in das Werden zu speisen. Jawoll, die Speisung der Armseligen.

      Gruß und
      Wolfgang

      Ergänzung – gerade auf Pravda gefunden:
      http://pravdatvcom.wordpress.com/2013/09/05/erich-fromm-wer-nur-einen-liebt-liebt-keinen-horbuch/

      • September 5, 2013 um 11:25 pm

        Was unsere Armseligkeit betrifft, nochmals diese schöne kleine Geschichte:

        Eines Tages nahm ein Mann seinen Sohn mit aufs Land, um ihm zu zeigen, wie arme Leute leben. Vater und Sohn verbrachten einen Tag und eine Nacht auf einer Farm einer sehr armen Familie.
        Als sie wieder zurückkehrten, fragte der Vater seinen Sohn: „Wie war dieser Ausflug?“

        „Sehr interessant!“ antwortete der Sohn.

        „Und hast du gesehen, wie arm Menschen sein können?“

        „Oh ja, Vater, das habe ich gesehen.“

        „Was hast du also gelernt?“ fragte der Vater.

        Und der Sohn antwortete: „Ich habe gesehen, dass wir einen Hund haben und die Leute auf der Farm haben vier. Wir haben einen Swimmingpool, der bis zur Mitte unseres Gartens reicht, und sie haben einen See, der gar nicht mehr aufhört. Wir haben prächtige Lampen in unserem Garten und sie haben die Sterne. Unsere Terrasse reicht bis zum Vorgarten und sie haben den ganzen Horizont.“

        Der Vater war sprachlos.

        Und der Sohn fügte noch hinzu: „Danke Vater, dass du mir gezeigt hast, wie arm[SELIG] wir sind.“

        Da ca. 95% unseres Denkens unterhalb unsere Bewusstseins erfolgt, dürfen wir uns schon fragen: wer oder was steuert uns denn da …

        • September 6, 2013 um 12:09 am

          “Da ca. 95% unseres Denkens unterhalb unsere Bewusstseins erfolgt, dürfen wir uns schon fragen: wer oder was steuert uns denn da …“

          Nein, nein, ist die Frage nicht eher, was uns anzieht ? Gesteuert sein, heißt, dass der Weg, der zum Ziel verfolgt wird, im Voraus bekannt ist. Viele Regentropfen, die oben auf eine Scheibe fallen, werden von ‚Unten‘ angezogen … und jeder Tropfen hat seinen Weg nach unten, in Verbindung mit all den Tropfen, denen er unterwegs begegnet, dadurch laufend seine Richtung ändernd. Ja, Ja, sei Wasser … da haben wir es wieder … und reichlich Bewegung ist auch im Spiel.

          Gruß Guido

  3. September 6, 2013 um 7:05 am

    Hat dies auf Walter Friedmann rebloggt.

  4. Maia
    September 28, 2013 um 1:30 am

    Hexenjagd zu Ende?:

    Hallo zusammen,

    ich wende mich heute an euch als Eltern/Frauen/Paare die in den letzten Jahren in den (hoffentlich) Genuss engagierter und originärer Hebammenarbeit gekommen sind.

    Seit mehr als einem Jahr steht eine von mir sehr geschätzte Kollegin und Ärztin in Dortmund vor Gericht. Sie ist unfassbarerweise wegen Totschlag angeklagt – seit letzter Woche Donnerstag(5.9.13) ist sie in Haft.
    Ich habe den Prozess von Beginn an verfolgt und an allen Verhandlungstagen als Zuhörerin teilgenommen. Dabei bin ich mehr als einmal an den Rand der Fassungslosigkeit gekommen – ihr macht euch kein Bild was da abgeht: Da verschwindet plötzlich der Chip des zu der Geburt gerufenen Notarztes der behauptet das Kind habe gelebt als er nach der Geburt dazu gekommen ist. Da „übersieht“ der obduzierende Pathologe leider dass lebenswichtige Organe vergrößert und vorgeschädigt waren. Da wird die Plazenta trotz Antrags der Angeklagten so gut wie nicht untersucht und direkt im Anschluss von der Gerichtsmedizin vernichtet.
    Ich könnte so weiter machen ,- möchte aber zum Kern meines Anliegens kommen:
    Nachdem Anna am 05.09. rechtswidrig in Haft genommen wurde habe ich ein Konto für einen bundesweiten Spendenaufruf eröffnet. Anna hat inzwischen viel Geld in ihre Verteidigung inkl. eigener Gutachten stecken müssen.
    Wer mag kann unterstützen dass es auch noch in ein paar Jahren Hebammen (hoffentlich noch für eure Kinder!) gibt die es möglich machen Kinder aus eigener Kraft und in Würde zur Welt zu bringen. Ich bin alles andere als eine Verschwörungstheoretikerin – das wisst ihr: aber hier sehe ich definitiv den Versuch, die Geburtshilfe -wie seit vielen Jahren ja schon geschehen- zu medikalisieren und Frauen mehr und mehr die Möglichkeit zu entziehen ihre Kinder ausserklinisch zur Welt bringen zu können.
    Bitte mailt diesen Aufruf an Menschen weiter von denen ihr euch vorstellen könnt dass ihnen diese Sache ebenfalls am Herzen liegt.
    Danke dafür !!!

    Hier nun die Bankdaten (wir sind dankbar um jeden noch so kleinen Betrag)

    Claudia Kummert
    Sparkasse Bochum
    BLZ 430 500 01
    Kto.Nr. 142 37 64 66
    Stichwort: Für Anna

    Herzliche Grüße von
    Claudia (die unglaublich viel von einer Anna gelernt hat und entschlossen ist weiter zu arbeiten wie bisher mit dem Blick auf das Wesentliche: Frauen/Paare und ihre Kinder auf ihrem ganz eigenen Weg zu begleiten)

    • September 28, 2013 um 10:37 am

      Hallo Maia,

      ich habe noch etwas recherchiert und es sieht nicht wirklich gut aus, sprich auch heute noch werden die freien Hebammen verfolgt. Dabei steht für den Fall:

      Die aktuellen Tatsachen sehen offensichtlich anders aus:

      Nach Auskunft der bei Gericht vorsprechenden Pathologin hatte das Kind mehrere Organanomalien und wäre Weder in Anwesenheit noch Abwesenheit medizinischen Personals lebensfähig gewesen. ES gab keinerlei Geburtsverletzungen. Die unerhörte Unterstellung, dass die Staatsanwaltschaft die Verdunkelungsgefahr als Haftgrund vorschiebt, um die Aufhellungsgefahr bei objektiver Verteidigung zu bannen, klingt nach bekannter Faktenlage wenig hypothetisch.

      Das europäische Kesseltreiben freier Hebammen ist augenfällig. In Ungarn, in England, in Griechenland…auch die Hausgeburtsmütter wurden und werden in Hausdurchsuchungs- Akts mit einbezogen und in manchen Ländern trotz Schadensfreiheit gleich mitverklagt. Die Hausdurchsuchungen sind in öffentlichen Publikationen kaum erwähnenswert, wenn auch sehr suspekt. Es geht nicht um Gut und Böse, nicht um Schwarz und Weiß. Es ist wie Roulette, die freie Hebamme ist aber kein Mitspieler, sondern der Spielball. Das gilt es zu ändern, erst im Bewustsein, dann in der Sichtweise der Dinge, und letztlich in der Realität.

      gefunden auf Hebammenpolitik

  1. September 8, 2013 um 1:43 pm
  2. November 1, 2016 um 7:01 pm

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