Startseite > Ökonomie, Gesellschaft > Die Jugend arbeitslos und die Alten sollen länger arbeiten? Warum nicht das bisschen Arbeit verteilen?

Die Jugend arbeitslos und die Alten sollen länger arbeiten? Warum nicht das bisschen Arbeit verteilen?

Räderwerk (Foto: Uwe Jansche - pixelio.de)

Räderwerk (Foto: Uwe Jansche – pixelio.de)

Auf meiner heutigen Heimfahrt saß neben mir ein junger Mann, der mir erzählte, dass die Jugend in Japan resigniere und eher bei den Eltern bliebe und sich nicht in den Niedriglohnarbeitsmarkt werfen mag. Constantin, studiert und nach einer Zeit des Herumpraktizierens (siehe Zeit online: Generation Praktikum) hat nun einen mager bezahlten Job in der Medienbranche. Die älteren Kollegen würden durchweg deutlich viel mehr verdienen. Viele Jüngere würden über Leiharbeitsfirmen sich mit Monatsbeschäftigungen über Wasser halten. Mit Familienplanung wäre da nicht viel zu machen. Da muss man sich nicht wundern, wenn die Süddeutsche schreibt: Absage an die Familie.

Aber auch in Europa sieht es nicht gut aus mit unserer Jugend, speziell im Süden sind inzwischen über die Hälfte der ausgebildeten Jungen ohne Arbeit. Inzwischen spricht man von der Verlorenen Generation. Und die, die Arbeit haben, verdienen wie Constantin inzwischen sehr viel weniger. Meiner mittleren Tochter war  ähnliches Anfang des Jahres als Ergotherapeutin in München widerfahren, inklusive Knebelvertrag, Sklaventreiberverhalten des Arbeitgebers mit Rolex am Arm und Porsche unterm Gesäß.  Sie hat es aber bei einem anderen Arbeitgeber nun hoffentlich besser getroffen.

Und dann hören wir immer mehr Stimmen, die verlangen, dass die Älteren aufgrund der demographischen Entwicklung länger arbeiten sollen, um der Altersarmut entgegen zu wirken. Auch, weil die Menschen immer länger leben würden.

Und wenn wir uns anschauen, dass die Zahl der Arbeitslosen inkl. der Niedriglohnarbeitenden seit ca. 30 Jahren durchgehend bei ca. 10 Millionen liegen (siehe zum Beispiel), und wir zudem jetzt auch noch mit einer exponentiell steigend, schnelleren Vernichtung von Arbeitsplätzen rechnen müssen, warum sehen wir dann keine Partei damit werben, dass wir das bisschen verbleibende Arbeit auf alle Menschen verteilen?

Zumal einige Universitäten schon aufzeigten, dass wir zur Deckung unserer Bedarfe nur zwischen 2-4 Stunden pro Tag arbeiten könnten. Und wenn wir weniger Arbeiten, verbrauchen wir auch weniger Ressourcen …

Und noch ein guter Effekt: wir würden alle gesünder.

Jene, die zu viel arbeiten, würden aus lauter Selbstausbeutung nicht in die Depression via Burn-Out kommen (1, 2).

Und Jene aus dem Heer der Arbeitslosen würden sich nicht mehr aus unserer Gesellschaft ausgegrenzt fühlen und deshalb nicht depressiv werden. (3)

Nachtrag vom 26.10.2015: Weitere Leseempfehlung: Wieviel Arbeit braucht der Mensch?

  1. August 22, 2013 um 11:10 pm

    “Die Menschheit könnte anders leben. Es gibt Lösungen. Die Menschheit will nur nicht.“

    Dann nennen Sie mal bitte ein konkrete Lösung, die zum jetzigen Zeitpunkt, würde sie realisiert werden, ohne negative Folgen für die weitere Entwicklung bliebe. Ich vermute mal, was auch immer Sie vorschlagen einzig ein Symptom beseitigt, jedoch das Grundproblem nicht berührt. Derartige Lösungen sind heutzutage schnell gefunden … die moderne Medizin zeigt dieses tagtäglich …

    Nun, ich bin auf EIN Beispiel Ihrer Lösungen gespannt …

  2. August 23, 2013 um 9:49 am

    Nochmals als Denkanstoß zum Henne-Ei-Thema, was zu erst da war: der Mensch oder unser zerstörerisches System, und über unsere Ängste:

  3. August 23, 2013 um 4:02 pm

    Liebe Frau Haffmann,

    „Es gibt Lösungen. Die Menschheit will nur nicht.
    Weil sie alle gerne Sklaven sind. Kann man ja auch hier im Blog prima nachlesen.“
    Zitat von Ihnen

    In vielem sind wir bestimmt einer Meinung. Wichtig ist mir aber die Erkenntnis, dass jede Verallgemeinerung zu einem falschen Weltbild führt.
    Jeder, Immer, Alle, Die Menschheit etc. gibt es nicht!

    Vielleicht gibt es viele, bestimmt sogar, aber nie alle.

    Und ,was ich an diesem Block so sympathisch finde, wir lernen uns hier KENNEN, und zwar mit unseren Namen (kleingeschrieben, als natürliche Person).

    Ich freue mich das sie hier sind und
    verbleibe Ihr Ralf Beyer

    • maretina
      August 23, 2013 um 4:45 pm

      Lieber Ralf,

      es gibt IMMER nur EINEN, in jedem Moment, an jedem Ort. An dem wir erschaffen, Alle, Jeder, weil wir so miteinander verbunden sind, dem einen Bewusstsein entspringen, das eine Bewusstsein sind, dass wir EINER sind.
      Von daher trifft aller Hass und alle Schuld die ein Menschenwesen einem anderen Menschenwesen oder mehreren entgegenbringt oder aufzwingen will, immer den Menschen von dem dieses ausgesendet wird selbst auch. Warum also immer wieder die alten Muster des Leids und der Schuld?
      „Was du einem Menschen hast getan hast du der ganzen Welt getan“ Im Guten, im Bösen, in Gedanken ,in Taten.

      Ja, ja erst die natürliche Person und dann der Mensch, da ist aber das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht..
      Oder anders: „Dein Wert besteht in deiner Schöpfung, ist vorgeburtlich und ewig.“

      Grüße an Dich und alle Anderen auch
      Martina

  4. August 23, 2013 um 4:22 pm

    Hallo! Danke für Ihr freundliches feedback.

    Es ist klar, dass wir nicht einer Meinung sind. Ansonsten ist, zumindest von meiner Seite, alles zum Thema gesagt. Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen, das gehört meiner Meinung nicht an diese Stelle. Es sei aber noch einmal betont, dass Lösungsmöglichkeiten vorhanden sind, es alleine am TUN scheitert. Und tun können wir alle atwas. Es kann keiner sagen, er hätte nichts gewusst, wie Herr Popp in einem Empörungs-Wut-Video gesagt hat; jeder hier weiß, was vor sich geht, und jeder hier kann etwas tun, was das System relevant schädigt, niemand ist hilflos ausgeliefert, und sei es nur, dass man sein Geld von der Bank holt. Wenn 5 Prozent der Menschen das tun würden, wären die Banken tot. Der eigentliche Verursacher, die internationale Finanzmafia, wäre tot. Warum tun das nicht diese 5 Prozent. Angeblich gibt es doch so viele „aufgewachte“ Leute.

    Dies ist eine rhetorische Frage. ich glaube da nämlich nicht dran, an die vielen Aufgewachten.

    Einen schönen Abend wünsche ich.

    • federleichtes
      August 23, 2013 um 4:39 pm

      „… und jeder hier kann etwas tun, was das System relevant schädigt, …“

      Klar kann das Jeder. Und?
      Was macht das System dann? Ist es gar re-aktiv? Wird es dann noch etwas böser und dreht an seinen Unterdrückungschäublen, pardon, Schräubchen?
      Wer einen Kennedy aus dem Widerstands-Verkehr ziehen kann, was kann der noch? Und was tut er bereits alles, um zarte grüne Pflänzchen platt zu treten?
      Ist das gar eine Macht, gegen die eine Mafia gleich den Wiener Sängerknaben handelt?

      Vielleicht mögen Sie so nett sein, Ihre Homepage zu verlinken (2. Bitte), Frau Haffmann, und in dem Zuge dann kurz beschreiben, wie Sie „Sklave“ definieren.

      Würden Sie sich eine „Kantianerin“ nennen lassen?

      Gruß
      Wolfgang
      dessen Rente nur paar Stunden auf dem (notwendigen) Konto verbleibt.

    • maretina
      August 23, 2013 um 4:55 pm

      „Es ist klar, dass wir nicht einer Meinung sind. Ansonsten ist, zumindest von meiner Seite, alles zum Thema gesagt. Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen, das gehört meiner Meinung nicht an diese Stelle. Es sei aber noch einmal betont, dass Lösungsmöglichkeiten vorhanden sind, es alleine am TUN scheitert.“
      Seien Sie doch bitte mal so nett und erläutern, statt immer nur zu wüten. Außerdem woher wollen Sie das denn so genau wissen, was die Einzelnen hier im Leben jenseits der Virtualität so tun? Sind Sie hellsichtig?
      Leben ist freier Fluss der Energien, in uns hinein,Transformation, gewandelt durch uns hindurch, aus uns heraus, abgeben an die Umgebung. Wenn das nicht geschieht oder nur teilweise blockiert wird, gibts Schwierigkeiten die meist einen selbst treffen….

      Lösungsmöglichkeiten eines Knotens gibt es mehrere. Die zwei bekanntesten sind aufdröseln oder, sehr beliebt, aber mit Schmerz verbunden, Überleben ungewiss, durchhauen, am besten mit der Axt.

      Schöne Grüße an Sie, Frau Haffmann,
      Martina

    • August 23, 2013 um 5:00 pm

      5 Prozent holen ihr Geld von der Bank und nehmen es mit nach Hause. Die Banken gehen “tot“. Ist das eine Lösung … oder nicht eine Einladung für Andere Menschen in ihren Häusern zu überfallen um an das viele Geld zu kommen … und das ist nur ein kleines Beispiel für die Verschiebung von Problemen, die aber keine Lösung von Problemen darstellt. Geld, sowie unsere Abhängigkeit vom Geld ist ein Symptom. Symptom beseitigt bedeutet nicht Krankheit geheilt.

      Und Ihre Homepage täte mich in der Tat auch interessieren … lese gerne etwas von ‚Andersdenkenden‘.

      Gruß

      • August 23, 2013 um 11:40 pm

        Ich sehe auch in unserem (weltweitem) System, in dem Gelder Dreh und Angelpunkt sind , das größte Problem.
        So viel würde überflüssig, wenn es ohne neutrale, flexible Tauschmittel ginge.
        Energie, die heute für die Organisation des Finanzsystems aufgewendet werden, könnten in die wirklich lebensnotwendige Dinge investiert werden.

  5. August 23, 2013 um 4:30 pm

    Es ist müßig, darüber zu streiten, was zuerst war, die Unterdrücker oder die Sklaven. Eines bedingt das andere. Wo keine Sklavenmentalität vorhanden, da können sich auch keine Unterdrücker etablieren.
    Jetzt aber haben sie sich etabliert. Und von alleine gehen sie nicht mehr.

    In dem Sinne bis denne, Germania2013

    • federleichtes
      August 23, 2013 um 4:46 pm

      Über die Entstehungsgeschichte von Herrschaft/Unterdrückung braucht man nicht streiten; besser ist, nach dem Sinn zu suchen, noch besser, ihn zu finden.

      Ihre Behauptung

      „Jetzt aber haben sie sich etabliert. Und von alleine gehen sie nicht mehr.“

      ist emotional. Und dient der Rechtfertigung, die Menschen, die nicht mehr als ein bisschen leben können, zu verdammen. Jedenfalls unterdrücken Sie Ihren Hass (auf Menschen) nicht – das ist doch schon mal was. Aber wie kommt manfrau vom (projizierten) Selbsthass in die Selbstliebe?

      Gruß
      Wolfgang

      • maretina
        August 23, 2013 um 5:02 pm

        Der Weg führt in der Regel über den Selbstwert, der wenn nicht vorhanden, irgendwann genommen wurde und noch nicht wieder er-REICH-t ist.

        Grüße 😉
        Dreh jetzt meine Runde durchs offene Gelände. Das bin ich mir WERT. Die Menschheit kann solange warten…

  6. August 23, 2013 um 5:16 pm

    Wow, Martina, ich verbeuge mich
    Ralph

  7. August 23, 2013 um 5:17 pm

    Nein, sie gehen nicht mehr, federleichter. Sie verdienen zu gut an den menschlichen Sklaven. Wir müssen schon was tun, damit sie gehen.

    Da ist noch nicht viel, wird aber mehr: http://suchenundsammelnodinsvolk.wordpress.com/
    Würde mich über Gegenlinks von Gleichgesinnten freuen.

  8. August 24, 2013 um 9:32 am

    Wie die Beiträge hier und in anderen Foren und Blogs verdeutlichen, ist eine der größten Hürden die Überwindung der Uneinigkeit zwischen den Menschen.
    Die Vielzahl der vorhandenen Lebensbilder die auf den Grundlagen unterschiedlichster Niveaus an Bildung, Erfahrung, persönlicher Freiheit und individuell verfügbarer physischer und mentaler Energie in der von uns gemeinsam mitgestalteten Wirklichkeit zusammen treffen, lassen sich kaum zu einem überschaubaren Gesamtbild zusammen fassen an dem sich alle gemeinsam orientieren könnten.

    Und es ist ja auch gerade diese unüberschaubare Vielfalt, die eine der mächtigsten Instrumente des Lebens darstellt und der daher in jedem erdachten System das Anspruch auf eine nachhaltige Funktion erhebt, ein angemessener Raum zur Verfügung gestellt werden sollte.

    Mein Weg auf der Suche nach mir selbst und meiner Position innerhalb unserer Gesellschaft und dem Kreis des Lebens im Allgemeinen, hat mich unter Anderem dazu geführt ein „Geschäftsmodell“ zu entwickeln, das eben jenen Raum für Vielfalt als variablen Bestandteil seiner Struktur beinhaltet und das trotz der relativ strengen Orientierung an den drängenden Erfordernissen unserer Zeit, ein Höchstmaß an Entfaltungsmöglichkeit für individuelle menschliche Potentiale bietet.

    Ich bin gerade dabei dieses seit 2009 real existierende und funktionierende Modell auszubauen und aufzufrischen und habe in diesem Zusammenhang auch die Internetseite überarbeitet, die ich demnächst anstelle der rasch zusammen gebastelten und etwas unübersichtlichen aktuellen Seite ins Netz stellen werde.

    Einige zusammenfassende Informationen zu diesem Modell habe ich als „Arbeitspapier“ und Diskussionsgrundlage zur weiteren Entwicklung für Mitwirkende unter folgendem Link ins Netz gestellt:
    http://www.lebensraumnetz.de

    Für konstruktive Kritik und Anregungen aller Art besteht eine Möglichkeit der direkten Kontaktaufnahme.

  9. Oktober 26, 2015 um 1:58 pm

    Arbeitskultur in Schweden – Der Sechs-Stunden-Tag funktioniert
    Immer mehr Unternehmen in Schweden machen positive Erfahrungen mit einer täglichen Regelarbeitszeit von sechs Stunden – bei gleichem Gehalt. Die Vorteile sind vielfältig

Comment pages
  1. August 23, 2013 um 11:51 pm

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: