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In Bayern gibt es Hopfenfelder – und vom Cannabis-Kriminalfall …

Hanf (Quelle: Wikipedia)

In Bayern gibt es Hopfenfelder
was red‘ ich – ganze Hopfenwälder
steh’n dort in Reih‘ und Glied herum
die steh’n für’s Sauf-Delirium,
für Seligkeit aus herbem Trunk
mit Malz vergärte Dröhnigung.Nun hat der Hopfen einen Bruder
Cannabis heißt das grüne Luder.
Auch der war früher sehr begehrt,
hoch geachtet und verehrt.

Nur sedative Seligkeit
und rülpsverklärte Heiterkeit
konnt das Cannabis uns nicht geben
es spiegelte das Innenleben
zeigte uns unsere vielen Seiten
und ließ uns durch uns selber reiten.

Das ist ein Nebel für die Klarheit
es gibt nur wirklich eine Wahrheit –
so sprach der Papst der Ordnungswut
Cannabis schlecht und Hopfen gut.

Hopfen (Quelle Wikipedia)

Heut‘ säuft man sich die Leber dick
taumelt herum mit stierem Blick –
vermalzt, verhopft und zugestopft
den Zeigefinger hoch erhoben
posaunt es laut „Keine Macht den Drogen!“

Ich frag‘ mich oft, was soll der Krampf,
der Hopf gehört doch auch zum Hanf
und selbst der Toxi-Fingerhut
tut sterbenskranken Herzen gut
und kommt der Mensch vor Schmerzen um,
sehnt er sich nach dem Morphium.

Wär ich ein Gott und ohne Zorn,
ich schleuderte ein Mutterkorn
auf Mauern, Grenzen und Gemüter
und ganz gezielt auf Normenhüter.

Das fand ich gerade auf Heiner Lichtles Facebook Profil, und erinnerte mich, dass ich vor einiger Zeit diesen Artikel geschrieben habe:

Wie Konzerne für ihren Profit sogar Weltkulturpflanzen verunglimpfen – der „Kriminalfall“ Hanf

Aufgrund der aktuellen Krisen gelangen unlautere Geschäftspraktiken der großen Konzerne immer häufiger an Tageslicht. Sei es Kinderarbeit, lebensgefährdende Arbeitsplätze, Bestechung von Ärzten durch Pharmariesen oder Kartellabsprachen.

Übliche Praktiken sind zudem Firmenübernahmen zum Zwecke der Monopolbildung. Damit Konkurrenz eben nicht mehr den Markt beleben kann.

In den letzten Wochen bin ich auf eines der größten, in meinen Augen Verbrechen unserer Zeit aufmerksam geworden, an dem sich gleich Konzerne mehrerer Branchen beteiligt haben.
Es geht um die Weltkulturpflanze Hanf.

Der Normalbürger lernt, dass der Anbau dieser Pflanze weltweit verboten ist, weil aus ihr die Droge Cannabis gewonnen werden kann. Im Gegensatz zum ebenfalls abhängig und krankmachenden Alkohol ist der Verkauf und Konsum dieser Droge in fast allen Ländern verboten.

Das Verbot gilt seit 1961 die Drogenkommission der Vereinten Nationen die Single Convention on Narcotic Drugs verabschiedete. Allein Holland erlaubt den Besitz und Konsum kleiner Mengen.

Was wir aber in der Schule nicht lernen ist, dass der Anbau der Hanfpflanze bis zu ihrem Verbot sehr verbreitet war und so sehr viele Menschen indirekt ernährte. Über 50 Produkte wurden aus ihr gewonnen.

So hatte das Agrarministerium der USA noch 1916 prognostiziert, dass bis 1940 alles Papier aus Hanf hergestellt werden würden. Denn 1 Acre Hanf würde 4 Acre Bäume entsprechen. Zudem ist das Hanfpapier säurefrei und würde nicht wie im Falle von Baumfasern-basierten Papier von innen zersetzen. So seien die ersten Gutenberg-Bibeln, die auf Hanfpapier gedruckt wurden auch heute noch lesbar.

Aus dem Samen lassen sich weitere nützliche Produkte gewinnen. Neben Speiseöl und Margarine lassen sich auch technische Produkte wie Ölfarben, Firnisse, Druckfarben, Schmierstoffe und Reinigungsmittel erstellen.

Durch Raffinade auch Biodiesel und Kunststoffe. Der Pressrückstand ist ein wertvolles Futtermittel. Aus den Fasern lassen sich Garne und damit Alltags- und Arbeitskleidungen herstellen, aber auch Wollen und Feintextilien.

Als technische Textilien lassen sich noch Seile, Netze, Segeltücher, Planen und Teppichuntergewebe aufführen. Im Bau können Spanplatten, Faserzementplatten, Wärmedämmungen und Schallisolationen zum Einsatzkommen.

Und ein riesen Staunen: 

Henry Ford brachte sein erstes Auto vom Fließband mit einer auf Hanf gefertigten Karosserie, das zudem mit Hanföl betrieben wurde. Übrigens war die Karosserie Beulen resistent.

Man konnte mit dem Hammer drauf hauen, der einfach nur abprallte ohne eine Delle zu hinterlassen. Und auch die Droge selbst hilft in vielen Fällen einfacher Schmerzen zu lindern. Zudem wächst die Pflanze auch auf genügsamen Böden und kann mindestens in zwei Ernten über das Jahr eingebracht werden.

Wenn aber diese Pflanze so viele Einsatzbereiche hatte, wie konnte es dazu kommen, dass sie so Missgunst geriet?  Und so kommen wir zu dem Kriminalfall.

Und diese nimmt ihren unheilvollen Verlauf mit dem 12-jährigen Harry Jacob Anslinger, der 45 Jahre lang einen Kampf um ein Drogen-freies US-Amerika kämpfte. Das Schlüsselerlebnis dieses jungen Burschen, aufgewachsen in einem 600 Seelendorf, war das Schreien einer Heroinsüchtigen Farmersfrau, das ihm so durch Mark und Bein gegangen ist.

In dieser Zeit Ende des 19. Jahrhunderts war der Konsum von Heroin und Cannabis weit verbreitet und legal. Im Laufe seines Erwachsenwerdens musste er noch mehrfach unangenehme Erfahrungen mit Drogensüchtigen gemacht haben.

Sein Wirken gegen Süchtige begann während der Prohibitionszeit der 20er. 1930 1930 wurde Anslinger zum Commissioner of Narcotic Drugs, einer völlig neuen Organisation. Er schaffte es von anfangs 250 Agenten bis zum Schluss 10.000 auf der Gehaltsliste standen.

Ab 1935 begann er Marihuana als Teufelszeug darzustellen. Er schaffte es mit einer Reihe Verbündeter in nur zwei Jahren die Droge zu illegalisieren. Dabei halfen ihm Fördergelder einen Film zu drehen, in dem ein u.a. Darsteller nach dem Drogenkonsum mordete.

Wie eingangs angedeutet kamen die Verbündeten aus einer Reihe von Konzernen aus den unterschiedlichsten Branchen. So waren die Baumwollbauern daran interessiert, den Hanf wegen Garn für Kleidung zu verdrängen.

Den gleichen Grund hatte Dupont, die 1937 das Nylon auf den Markt brachte. Hier war dann auch das Interesse der Ölindustrie tangiert. Die Stahlindustrie wollte stärker im Autobau Fuß fassen. Die Pharmaindustrie ihre Schmerzmittel vermarkten.

Die Forstbesitzer das Baummaterial für das Papier vermehrt liefern. Die Nahrungsmittelindustrie, die ihre Speiseöle und Margarine aus anderen Rohstoffen gewann. Anslinger gelang es, die Vertreter dieser Industrien an einen Tisch zu bringen und so die Gelder für Kampagnen gegen das Marihuana, und damit indirekt gegen den Hanf zusammenzubekommen.

Am Ende stimmte der Kongress 1937 einem in einer Nacht- und Nebelaktion durchgepaukten Gesetz zur Illegalisierung von Marihuana zu. 80 % der Kongressmitglieder wussten nicht, dass sie gleichzeitig die Nutzpflanze Hanf verbieten würden. Als sie das merkten, kam es zu einem Aufstand. Doch es war zu spät.

Und Anslinger wirkte weiter. Nach dem zweiten Weltkriege kam ihm die Idee, das Thema Marihuana mit dem Kommunismus zu verknüpfen. So schaffte er es, dass er in meinem Geburtsjahr 1958 für den Nobelpreis nominiert wurde und 1961 die Droge weltweit verboten wurde. Und es kommt, wie es häufig kommt. Der kaltherzige Anslinger starb 1975 am Herzversagen im Alter von 83 morphiumsüchtig.

Was mich erstaunt ist, wie einfach es gewesen zu sein scheint, eine Nutzpflanze mit einem solchen Mehrwert für die Menschheit zu illegalisieren. Und wie schwer es ist, diesen Irrtum zu erkennen und die Pflanze zu rehabilitieren.

Volker Pispers fragte zudem mit Recht, warum Haschisch verboten sei, Alkohol dagegen nicht. Aber auch hier gibt es wieder eine ganze Branche, die …

Kategorien:Ökologie, Gesellschaft Schlagwörter: , ,
  1. Fluß
    August 19, 2017 um 1:08 pm

    Es gibt ja Dokus über die Kennedy, heut kam mal ne andere. Ich verstehe nun den Zusammenhang.

    Also erst einmal hat der Vater damals, Joseph, einen steuerfreien Trust hinterlassen, aus dem jeder Kennedy jährlich Geld erhält.

    Joseph ging an die Börse als es noch keine Regeln dafür gab. Er kaufte Aktien für nen Doller bei technischen Dingen wie TV und Computer. Er gründete Banken und stieg in Hollywood ein. Dazu betrieb er Immobilienhandel, er kaufte und erhöhte die Mieten und verkaufte dann – Rendite genannt. Er gab Whyskiesorten seinen Namen.
    Also er mischte überall mit.
    Dann stieg er in Hollywood aus (geldmäßig) und gründete sein eigenes Imperium, damit seine Familie politisch tätig werden konnte. Er hatte Geld, Beziehungen aufgebaut.
    Als der Fernseher rauskam fiel das die Präsidenten-Wahlzeit für seinen Sohn, wo die Menschen sich mit einem idyllischem Familienleben (Landsitz) identifizierten – welches sie im Tivi kreativ vorgesetzt bekamen, durch Krea-TIVI-TAT.
    Zwischendrin war Joseph, so hieß ja Michael Jacksons Vater auch, zur katholischen Kirche übergetreten.

    Also die Kennedys sind ein Musterbeispiel für Beeinflussung einer Nation. Wo die wohl überall mitgemischt haben. Und sein Sohn war ja auch noch krank, nahm viele Medikamente.
    Als der Sohn erschossen wurde, sollte der nächste nachrücken. Und was da alles im White House ablief…

  2. Fluß
  3. Martin Bartonitz
    August 19, 2017 um 12:26 pm

    Ich möchte einladen, einen wunderbaren Text eines kiffenden Schweizers, der wegen 2 Gramm Gras vor Gericht steht, zu genießen. Er endet mit:

    … Ich vergleiche die Prohibition von Hanf nicht mit der Legalität von Alkohol, oder Zigaretten, die weit gefährlicher sind, wie jeder der hier Anwesenden weiss, vielleicht sogar aus eigener Erfahrung, sondern ich vergleiche das Verbot 2,8 Gramm organisches Schweizer Hanf in der Hosentasche zu haben, mit der parallel einhergehenden Tolerierung einer Wirtschaft, die zu einem erklecklichen Teil mit schwer abbaubaren Giften ihr Geld verdient und dazu kaum Steuern zahlt. Hier übt eine auf den Handel mit Giften spezialisierte Wirtschaft via Politik Macht aus auf Leute wie mich, die kein Alkohol trinken, kein Auto haben, aber immer mal wieder Lust haben, anders zu denken, sich anders zu heilen, anders lustig sein wollen, oder anders ernst, oder kreativ. Hinter all dem steckt die Funktion des Denkens, das zu beeinflussen jedem selbst überlassen sein muss.

    Um nur das geht es hier, um die Bedrohung einer einzelnen Option, wie der Mensch sich geistig selbst steuern darf. Praktisch alle anderen Optionen sind erlaubt, warum?

    Ich habe mir die mir selbstverständlich gehörende Freiheit genommen, zuerst einen Joint zu rauchen, bevor ich diese Zeilen geschrieben habe. Ebenso frei habe ich heute vor dem Gericht einen Joint geraucht, um die Situation, in der ich mich befinde, hier nüchtern und präzise auf den Punkt zu bringen: Mich zu verurteilen wäre eine Justizirrtum, weil es sich auf ein irres Gesetz beruft, das weder alt ist, noch nötig, noch Zukunftsgerecht.

    Ich nehme mir daher die Freiheit, dieses irre Gesetz schlicht und einfach zu ignorieren!

    Danke, dass Sie mich eingeladen haben

    Fundstelle: Irrtum, hohes Gericht!

  4. August 16, 2013 um 10:30 pm
  5. August 16, 2013 um 6:10 pm

    Noch einmal weil es so passend und so offensichtlich ist, warum geschieht, was im Rahmen DER Notwendigkeit geschehen kann bzw. muss:

    http://www.gold-dna.de/update2.html#up37

    Gruß

  6. August 16, 2013 um 1:54 pm

    Eine 30 jährige Studien mit 400 Probanden zeigt: KEIN erhöhtes Risiko an Lungenkrebs auch bei schweren Marihuana Rauchern im Vergleich zu Nichtraucher.
    Im Gegenteil, die Marihuana Raucher hatten WENIGER Risiko als Nichtraucher. – Donald Tashkin, MD – Lungenspezialist

    1964 isolierte Dr. Raphael Mechoulam, Universität Israel, THC aus der Marihuana Pflanze. THC = tetrahydrocannabis, eins der 100 Cannabinoide der Cannabis sativa Pflanze.

    Forschungen von THC führten zur Entdeckung von Rezeptoren Stellen im Gehirn, und zur Entdeckung des Endocannabinoid-System im menschlichen Körper.

    Endo ist kurz für endo-genous und bedeutet „kommt von innen“.
    Also, wir selbst produzieren die Droge, cannabinoid, im eigenen Körper. Die endo-cannabinoide.
    Und nun wissen wir, die phyto-cannabinoide aus der Marihuana Pflanze sind praktisch identisch mit unserem eigenen endo-cannabinoiden.

    Cannabonoide, sind bisher ausschließlich in der Hanfpflanze gefunden wurden.

    Das renommierte Journal: Scientific America hatte in 2004 einen großen Artikel über diese Forschungsarbeiten herausgebracht. Sie nannten es „The Brain’s own marijuana“. Also, das Gehirn-eigene Marihuana.

    Dutzende Großforschungsstudien sind in den letzten Jahren publiziert wurden, und lassen erkennen das die Chemikalien in cannabis, im Labor sowie in Tierversuchen signifikante Ergebnisse bei fast jedem Krebs verursacht haben.

    Diese Studien inkludieren bis jetzt: Gehirn, Brust, Prostata, Lungen, Schilddrüsen, Darm, Haut, und Blutkrebs.
    Keine Nebenwirkungen sind jemals aufgetreten.

    Ich will dazu die Bücher von Mathias Bröckers empfehlen:
    1. Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf

    2. Die Drogenlüge: Warum Drogenverbote den Terrorismus fördern und Ihrer Gesundheit schaden

  7. August 16, 2013 um 12:48 pm

    So auf die Schnelle dazu Folgendes:

  1. September 7, 2013 um 12:01 am

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