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Gegensatz oder Ergänzung: Weiblich – Männlich

Taiji, das Symbol für „individuelles“ Yin und Yang (Wikipedia)

Mag der Anfang provokativ erscheinen – er soll es sein. Männer schlagen Frauen, Frauen schlagen Männer, gemeinsam schlagen sie ihre Kinder; eine schlagende Verbindung mit dem Hinweis, mal genauer hin zu schauen, warum Mann die Frau als unwertes Leben gilt, und Frau mit anmutigem Eifer, als sei sie nicht bei klarem Verstand, in diese als unselig bekannte Verbindung strebt. (bitte daraus keine Generalisierung ableiten)

Klar, wenn ich Alice Schwarzer vor mir sehe, kommt mir nicht gerade der kalte Kaffee hoch, aber wenn ich mich frage, wem sie mir ihrem Polarisierungs-Wahn gefällig war, wem der gesteigerte gegenseitige Hass nützlich war, fällt mir zwar mehr als der Satz „teile und herrsche“ ein, aber ich überlasse die Frage nach den weiteren Motiven mal der Phantasie der Leser.

Kürzlich las ich, weibliche Kinder würden zunehmend abgetrieben und die männliche Nachkommenschaft präferiert. Gestern sprach ich mit einem Landwirt über das, was Mensch wirklich braucht: „Stellen sie sich vor, der Staat und/oder die Bank nimmt ihnen den Hof weg, und ihre Frau kommt zu der Erkenntnis, lange genug die Magd gespielt zu haben, dann merken sie sehr schnell, was sie wirklich brauchen.“ Er antwortete: „Dann hätte ich sie ja 25 Jahre umsonst durchgefüttert“. (Kein Witz, aber lustig, gell – die Frau auf der Ebene des Schweine-Durchfütterns.)

Um es kürzer zu fassen:

Im Männlichen sehen ich Geist und das Quälende. Im Weiblichen sehe ich Liebe und das Leidende. Kurz gefragt: Im Weiblichen und Männlichen begegnen sich Masochismus und Sadismus?

Wirklich nur aus zeitlichen Gründen gebe ich meine Gedanken zum Thema preis, die ich bereits 1989 auf Kreta niederschrieb:

Meine Kleidung, eine einzige Katastrophe, nicht nur schmutzig, wie ich das von Deutschland nach einmaligem Tragen gewohnt bin. Auch nicht so, dass die Unterhosen sich hinstellen lassen oder es klirrt, wenn ein Socken zu Boden geht. Auch nicht so, dass ich der Dreckigste bin, der sich inmitten einer fröhlichen Runde niederlässt; es kommt ganz gewiss immer noch einer, der noch dreckiger ist. Nun, ich habe Waschpulver, Wäscheleine und Klammern, Wasser, eine Schüssel, einen sonnenbeschienenen Hofplatz, wo ein schöner Wind weht, und – ich kann waschen, mehrfach bewiesen, Technik, Erfahrungen also anwendbare Technologie. Kraft und Ausdauer besitze ich auch, aber was fehlt, damit ich wasche? Lust? Mut? Zeit? Nein, ich mag waschen, ängstige mich nicht, liege oft faul mit meinen Gedanken in der Sonne. Nein, nein, es muss etwas anderes sein.

Eine Frau fehlt, genau, das ist es, mir fehlt, eine Frau. Nicht eine, die für mich wäscht, sondern solch eine, für die ich wasche. Nicht so gemeint, dass ich die Kleidung der Frau wasche, eher so, dass ich mit ihr ein Motiv hätte, meine Kleidung wegen ihr waschen müsste, um adrett und gepflegt zu sein, damit sie sich mir mit ihren zarten streichelnden Händen wohl gesonnen zuneigt. Genaugenommen fehlt mir mit der Frau, die mir tatsächlich nicht fehlt, ein Motiv als notwendige, von außen gewünschte Sauberkeit. Ja, ja, ohne Motiv geht rein gar nichts, nicht wahr?

Mein Körper, eine einzige Katastrophe. Nicht das ich mich nicht waschen könnte, aber …

Erst wollte ich einen etwas deftigeren Text auswählen, allein der Gedanke an die dann los getretene Phantasie meines Freundes Gerd hinderte mich.

Frau und Mann, Weiblich und Männlich und Kindlich – Verbindungen, die mehr als notwendig, weil auch nützlich sind?

Viel Freude mit dem neuen Thema.

Euer Wolfgang

Kategorien:Gesellschaft Schlagwörter: , , , ,
  1. Juli 15, 2013 um 8:32 pm

    Na, Du haust uns hier ja Brocken vor die Nase…. 😀

    Nein, Du hast recht – und ich sehe es nicht anders als Du:
    Nur die Symbiose von männlich – weiblich macht es, die bringt Harmonie – und viele, viele kleine Kinderlein 🙂
    Irgendwo las ich mal den Satz, den angeblich Gott gesagt haben soll in Bezug auf den Sex (EINE Form der Symbiose von männlich – weiblich): „Hab‘ ich mir nicht was Tolles einfallen lassen, um mehr von euch zu machen?“

    Solange einer gegen den anderen aufgehetzt wird, alles in Kampf und Schlamm endet, KANN nichts vernünftiges für die Menschen dabei herauskommen… teile und herrsche…. Sollten wir nicht endlich aufhören, uns dafür benutzen zu lassen?

    Neulich, als ich eine Klassenkameradin nach Jahrzehnten wiedertraf, kam mir in den Kopf, wir sind doch alle Kinder geblieben. Nur unser Körper hat sich verändert, unsere Lebenserfahrung ist größer geworden (aber nicht unbedingt unsere Weisheit), wir haben selbst Kinder großgezogen, die nun ihrerseits Kinder großziehen…
    Und dennoch sind wir in unserem Kern noch immer die Kinder…, wir sollten das nicht verleugnen, es macht uns so unendlich reich…

    • federleichtes
      Juli 16, 2013 um 1:34 am

      Hm!

      „Und dennoch sind wir in unserem Kern noch immer die Kinder…, wir sollten das nicht verleugnen, es macht uns so unendlich reich…”

      Wer eine Lösung (für sich selbst oder den Kirmes, pardon, Kosmos) sucht, findet sie hier mit diesen Worten beschrieben.

      Aber was bedeutet das „wieder Kind werden“. Den inneren Kampf gewinnen gegen die Idee, das Leben sei Kampf, das Leben sei ungerecht – das Leben sei nicht federleicht, sondern leidvoll und schmerzhaft?

      Heute hatte ich nicht so viel Zeit für meine Naturwege, aber ich fuhr dann noch, lief etwa zwei Stunden zwischen Schmetterlingen, Libellen und Bienen, singenden Vögeln und wogenden Gräsern.

      Als Kind. Unschuldig. Ohne die künstlichen Bürden. Getragen von der Gewissheit des Werdens.

      Danke Solveigh, lass Dich mal in den Arm nehmen.

      Der Gruß geht in die Runde.

      Wolfgang

  2. gerd zimmermann
    Juli 15, 2013 um 10:31 pm

    „Und dennoch sind wir in unserem Kern noch immer die Kinder…, wir sollten das nicht verleugnen, es macht uns so unendlich reich…“

    Danke Solveigh, ich bin auch noch so ein Kindskopf mit schäumender Fantasie.

  3. maretina
    Juli 16, 2013 um 8:29 pm

    Ja lieber Wolfgang, da hast du ja jetzt sehr schön bewiesen, dass Männer Frauen brauchen, um sich ein liebenswertes Leben zu gestalten ;-). Ich überleg ja die ganze Zeit wofür Frauen Männer brauchen, hmm…., als Ausgleich und zum Kuscheln, nicht schlecht oder? Steht nicht mal im Gegensatz, ja wie denn das? (Ironie)
    Wir müssen nicht werden wie die Kinder, keinesfalls, wir sind immer noch wie die Kinder, nur die Tür die wir irgendwann mal verschlossen haben, weil das jeder so macht brrrr, die können wir nun langsam mal wieder aufschließen. Dann haben wir mit weiblich versus männlich auch kein Problem, denn aus Kindersicht steht beides gleichwertig nebeneinander, in seiner Verschiedenheit.
    Es geht aus meiner Sicht nicht darum alles gleich zu tun, zu können. Es geht um die Anerkennung der Gleichwertigkeit eines ganz anders angelegten Lebens. Anders angelegt in seiner biologischen Verschiedenartigkeit, daher sind die physischen und psychischen Erfahrungen von Grund auf anders, jedoch weder schlechter noch besser.
    Habt ihr mal beobachtet, wenn so größere Feierlichkeiten im privaten Kreis stattfinden und dieser Kreis dann einen Verdauungsspaziergang macht, wie das i.d.R. aussieht?
    Frauen mit Frauen, Männer mit Männern, nur die ziemlich jungen Leute gehen noch hier und da, die sind von den Lebenseindrücken her noch näher am anderen Geschlecht.

    Schönen Abend wünsch ich Euch
    Martina

  4. Juli 17, 2013 um 7:26 pm

    Interessanter Kommentar von Gerhard Ockenfels: Das Männliche entspricht chemisch der Säure, das Weibliche der Base. Charakteristisch für die Säure ist die aktive Destruierung, Basen wirken dahingehend auflösend, zerquellend. Beide Prinzipien zerstören also. Deshalb ist es eine Mär, das Weibliche als gut anzusehen und das Männliche als schlecht.

    • Juli 17, 2013 um 8:11 pm

      Meine Antwort dazu:

      Keiner sieht das eine als „gut“ und das andere als „schlecht“ an.
      Beide Kräfte sind an sich NICHT zerstörerisch.

      Das Männliche Prinzip ist das beschützende, erforschende, neues Terrain findende, das weibliche Prinzip ist das bewahrende, pflanzende, gebärende und pflegende Prinzip.
      Ich sehe in beiden Prinzipien nichts Negatives.
      Allerdings können nur beide GEMEINSAM zum Nutzen ALLER ihr volles Potential entwickeln!

  5. gerd zimmermann
    Juli 17, 2013 um 7:53 pm

    Liebe Martina

    „Wir müssen nicht werden wie die Kinder, keinesfalls, wir sind immer noch wie die Kinder, nur die Tür die wir irgendwann mal verschlossen haben, weil das jeder so macht brrrr, die können wir nun langsam mal wieder aufschließen.“

    Du bist genial, Gruss und Kuss dein Julius

  6. Juli 17, 2013 um 8:03 pm

    Nursel Dace ergänzte noch:

    Meiner Meinung nach ist das Männliche „das Schützende“ in Form vom Angriff. Das Weibliche ist „das Schützende“ im Form von emotionalem Aufspüren von Gefahren. Beides zusammen ist die harmonische Einheit im Menschen.

    Der/Die Selbstsüchtige wird zum Sadisten, wenn er/sie die männliche Seite zum Selbstzweck macht und den Angriff als Machtgefühl genießt und zum Masochisten, wenn das Gefühl zum Selbstzweck wird, in Form von armes, braves Opfer-Image, wo, durch das erhaltene Mitleid das eigene Ego aufplustet wird.

    Im gesünderen Fall, wird:
    der/ die gesunde Egoist(in) durch das männliche Prinzip zum couragierten Menschen, und durch das Weibliche zum klugen Menschen, weil er/ sie die Courage richtig zu dosieren weiß und sich nicht in unrealistische Gefahren/ Risiken stürzt, um sich und anderen etwas zu beweisen.

    Ich weiß nicht mehr wie das Zitat ganz genau lautet, aber sinngemäß lautet sie so: „Es ist nicht das Schwert, welches den Sieg bestimmt, es ist die Hand, die sie führt.“
    Beide Eigenschaften sind nicht schlecht oder gewaltvoll, gewaltvoll wird sie erst durch den Besitzer …

    • federleichtes
      Juli 17, 2013 um 8:29 pm

      Die speziellen weiblichen und speziellen männlichen Fähigkeiten werden als Eigentum verstanden zur Herrschaft benutzt – und als Besitz verstanden zum gegenseitigen Nutzen verwendet.

      Wer hat das noch gesagt?
      Mein Gedächtnis, Mann, Mann, Mann.

      Allen einen guten Abend mit dem
      Paarungsrad der Blaupfeile.

      Wolfgang

  7. Juli 20, 2013 um 2:19 pm

    so ist es: er will immer und kann nicht, sie kann immer und will nicht.

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