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Fall Mollath: Offener Brief des Richters i.R. Heindl an Beate Merk

Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich nicht protestiert; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.
Pfarrer Martin Niemöller,
der acht Jahre in deutschen Konzentrationslagern überlebte, anschließend sprach.

Ich möchte mal wieder einen offenen Brief hier bringen, dar den Fall Mollath, der schon länger in mir (und auch in Wolfgang) gärt, noch weiter beleuchtet und die Korruption in unserem Land noch fühlbarer macht:

Gustl Mollath

Rudolf Heindl
Richter i. R.
PFINZINGSTRASSE 4
91239 HENFENFELD
16.11.2012

Frau
Staatsministerin der Justiz und für Verbraucherschutz
Dr. Beate Merk
persönlich –
Prielmayerstr. 07
80335 München

„Angesichts des Trümmerfeldes, zu dem eine Staats- und Gesellschaftsordnung ohne Gott, ohne Gewissen und ohne Achtung vor der Würde des Menschen die Überlebenden des Zweiten Weltkrieges geführt hat, in dem festen Entschlusse, den kommenden deutschen Geschlechtern die Segnungen des Friedens, der Menschlichkeit und des Rechts dauernd zu sichern, gibt sich das bayerische Volk, eingedenk seiner mehr als tausendjährigen Geschichte, nachstehende demokratische Verfassung.“ PRÄAMBEL DER BAYERISCHEN VERFASSUNG

Sehr geehrte Frau Staatsministerin der Justiz Dr. Merk,

in der Anpassung des Textes der Präambel der Bayerischen Verfassung an die Zustände, die Sie zu verantworten haben, sage ich Ihnen:

Angesichts des Trümmerfeldes, das durch Ihre Amtsführung ohne Gott, ohne Gewissen und ohne Achtung vor der Würde des Menschen, im Rechtsstaat, insbesondere in Nürnberg, der selbsternannten Stadt der Menschenrechte, entstanden ist, müssen Sie zurücktreten und gegenüber dem Bayerischen Landtag und dem Bayerischen Volk die Verantwortung für die Strukturen der Staatskriminalität übernehmen, die unter Ihrer Führung den Rechtsstaat zerstört und die Menschen geschädigt haben.

Dabei fordere ich Sie auf, als Ihre letzte Amtshandlung die Herren Generalstaatsanwälte Nerlich in Nürnberg und Lückemann in Bamberg gem. §§ 146 und 147 Nr.2 des Gerichtsverfassungsgesetzes anzuweisen, die unverzügliche Freilassung der beiden Männer herbeizuführen, die lebenslänglich ebenso schuldlos wie grundlos in Bayreuth festgehalten werden:

  • des Gustl Mollath in der Psychiatrie (§ 67e StGB) und
  • des Matthias Frey im Gefängnis (§ 360 Abs. 2 StPO).

Da nunmehr der Sonder-Revisionsbericht der Hypo-Vereinsbank vom 17. März 2003 vorliegt, ist klar ersichtlich, dass richtig ist, was ich gegenüber dem Bayerischen Landtag im Jahre 2011 erklärt habe. Ich wiederhole es mit den Worten, die der Fränkische Tag am 15.11.2012 in dem Artikel Wer ist hier eigentlich verrückt verwendet hat:

Gustl Mollath ist mit Hilfe einer vorgetäuschten Begründung und eines simulierten Prozessgeschehens in die Psychiatrie gesteckt worden, weil er einflussreichen politischen und wirtschaftlichen Kreisen gefährlich geworden war.

Der Sonder-Revisionsbericht der HypoVereinsbank vom 17. März 2003 ist nicht erst im Dezember 2011 in den Dunstkreis der bayerischen Justiz eingetreten; dieser Bericht lag schon Ihrem Vorgänger, Alexander Herrn Dr. Manfred Weiß, vor, ja man kann sogar sagen, die Prüfungsergebnisse waren der Justiz schon bekannt, bevor der Bericht überhaupt abgefasst worden ist.

Es ist zu der Zeit der Entstehung des Berichts bereits zwischen der Bank und der Justiz ausgehandelt worden, dass keinesfalls etwas in die Öffentlichkeit dringen darf, weil der Schaden sowohl für die Bank als auch für die CSU riesig sein würde.

Der ehemalige Innenminister und ehemalige Ministerpräsident und immer noch im Landtag als Abgeordneter aus Nürnberg sitzende Dr. Günther Beckstein hatte sich aus dem Kreis von Verwandten und Freundinnen und Freunden ein Netzwerk aufgebaut, mit dem er überall das in Bayern und darüber hinaus beherrscht hat, was ihm so wichtig war, dass er den Drang hatte, es zu beherrschen.

Zu diesem Kreis der Netzwerk-Personen gehörte auch Frau Petra Mollath. Und Herr Beckstein brauchte sie in seinem Netzwerk, weil es einem Politiker, der den bürgerlichen Mittelstand für den Schwerpunkt seines Wählerpotentials hält, aus seiner politischen Perspektive gut ansteht, wenn er seinem Fan-Club eine Schiene zur Steuerhinterziehung und Schwarzgeldverschiebung bieten kann.

Über Petra Mollath stand einem Personenkreis mit Vermögen, welcher der CSU und ihrem Bezirksvorsitzenden Beckstein nahesteht, und bei dessen Mitgliedern das Bedürfnis auftauchen konnte, Steuern zu hinterziehen und Schwarzgeld in die Schweiz zu verschieben, eine dafür geeignete Struktur zur Verfügung. Und diese Struktur war sehr geeignet, das arbeitet der Revisionsbericht deutlich heraus. Und sie war effizient. Sie warsogar so effizient, dass Frau Mollath diesen Service auch im Freundeskreis angeboten hat wie gegenüber dem Zahnarzt Braun. Einen Zahnarzt ohne Steuerhinterziehung ab 100.000 Mark konnte sich Frau Mollath gar nicht vorstellen.

Über das Netzwerk konnte man Schwarzgeld zu Bankhäusern mit schönen Namen in die Schweiz schaffen lassen, und man konnte die Schwarzgeldkonten von Nürnberg aus bedienen, indem man Order-Papiere mitgab, die so klangvolle Decknamen wie Klavier hatten. Klar, dass so etwas provisionspflichtig ist, und im Bankbericht wird die illegale Provisionszahlung auch deutlich gerügt, und schließlich wird sie mit fristloser Kündigung geahndet.

Vermutlich musste auch in den Wahlkampf-Fond des Herrn Beckstein ein bisschen was provisionsartiges entrichtet werden, bevor man zum Verschiebe- und Verschwindenlassen-System zugelassen worden ist. Ich habe von Personen, die anderweitig zu solchen kriminellen Subsystemen des Herrn Beckstein zugelassen worden sind, davon gehört, dass das alles provisionspflichtig ist in Richtung auf die immer teurer werdenden Wahlkämpfe, die er finanzieren muss.

Im Zusammenfassenden Ergebnis spricht der Revisionsbericht von der Gefahr, dass Herr Mollath in die Öffentlichkeit gehen und sein Wissen verkaufen könnte, sprich, dass er die Bank erpressen könnte.

Als Herr Mollath tatsächlich zur Gefahr wurde, waren Sie seit dem 14. Oktober 2003 Justizministerin und mussten in die Vereinbarung eintreten, die schon vor Ihrer Zeit getroffen worden ist. Herr Beckstein war gegenüber dem Kreis der ihm nahe stehenden Menschen, denen er die Schwarzgeldverschiebung als todsicheren Tipp angepriesen hatte aber auch gegenüber der Bank verpflichtet.

Normalerweise müssen, wenn eine derartige Eiterbeule in einem Betrieb zum Platzen gebracht wird, nicht nur die unmittelbar Tätigen, sondern auch die örtlich Verantwortlichen den Hut nehmen, denn ein solches System kann nicht florieren, wenn seine Vernetzung mit den örtlichen Strukturen nicht von den Chefs zumindest toleriert wird. 3(3)

Für die aber hatte Herr Beckstein ein gutes Wort eingelegt, man konnte sie daher von den obersten Chefs auf ihren Posten halten, so lange die Öffentlichkeit nichts davon erfuhr. Und dann bestand da noch das eigene Interesse des Herrn Beckstein und das Interesse der CSU, es zu vermeiden, mit einem der größten Skandale in der Geschichte der Parteiendemokratie aufzufallen.

Sie Frau Merk haben von Ihrem Vorgänger ein kriminelles Underground-Justiz-System übernommen, das Sie in Ihrer Amtszeit fortgeführt und perfektioniert haben.

Geben Sie gegenüber der Öffentlichkeit und dem Bayerischen Landtag, die Sie belogen haben, zu, dass das Verfahren vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth gegen Herrn Mollath beim Kollegen Brixner ein vom Anfang bis zum Ende manipuliertes Verfahren gewesen ist, so wie in den Räumen dieses Nürnberger Gerichts im Nationalsozialismus die Verfahren gegen Juden manipuliert worden sind, die man unbedingt ins KZ bringen wollte, weil sie politisch unerwünscht waren oder weil lüsterne Parteigenossen gierig nach dem Besitz solcher Opfer schielten.

Es ist dem Laienrichter Westenrieder, der sich auf die Erfahrung von ca. 60 Prozessen stützt, auch aufgefallen, dass der Kollege Brixner als der prozessleitende Vorsitzende herumgeschrien hat wie seinerzeit in der dunkelsten Epoche der deutschen Geschichte Roland Freisler am Volksgerichtshof. Der Laienrichter Westenrieder, der dieses Urteil über Gustl Mollath als Fehlurteil bezeichnet, hat etwas Derartiges in keinem Verfahren vorher und keinem Verfahren nachher erlebt.

Durch meinen Einsatz für Gustl Mollath sind viele Menschen mit der Bitte um Hilfe zu mir gekommen, die entweder selbst durch das kriminelle Justiz-System in Not geraten sind oder die einen Angehörigen in dem System stecken haben, wie die Eltern von Matthias Frey. Er ist der Traurigste aller dieser Notfälle, bei dem zuerst geholfen werden muss. Alle weiteren Fälle werde ich mit Ihrem Nachfolger auf dem wiedererlangten Boden des Rechtsstaats zu verhandeln haben.

Matthias Frey ist lebenslänglich eingesperrt, weil er zwei junge Menschen umgebracht haben soll & er aber gar nicht der Täter ist, und er gar nicht der Täter sein kann, wie der anerkannte Gerichtsmediziner Professor Eisenmenger in einer gutachterlichen Stellungnahme festgestellt hat.

In diesem Fall geht es darum, dass man für Mord und Totschlag im Drogen- und Waffenschmuggelmilieu, in das CSU-Bonzen von regionaler Bedeutung in Bamberg und Umgebung bis hin nach Würzburg verstrickt sind, einen Ersatz-Täter gebraucht hat, um die wahren Mörder zu verschonen.

Aber eben auch Waffenschmuggel spielt da mit hinein wie die Beschaffung der Ceska mit Schalldämpfer, die dann wahrscheinlich in der NSU-Mordserie zehnfach im Einsatz gewesen ist. Es geht immer darum, dass etwas in die Schweiz geschafft oder aus der Schweiz geholt werden muss, und dass man einen Täter oder einen Wahnsinnigen braucht, wenn etwas schief läuft und es darum geht, diese Ströme von Waffen und Geld zu vertuschen.

Hochachtungsvoll

Rudolf Heindl
Richter i.R.

Fundstelle

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  1. September 27, 2014 um 1:11 am

    Missbrauch der Psychiatrie in Deutschland. Forensische Psychiatrie. Dr. med. Hanna Ziegert:

  2. April 25, 2014 um 12:52 pm

    Mal wieder was zum Thema:

    Mangelnde Justizkontrolle – Ist unser Rechtsstaat in Gefahr?

    Eine unter der Leitung der Münchener Professorin Dr. Ursula Gresser erhobene Studie offenbart, dass jeder vierte Gutachter von der Justiz schon einmal „einen Fingerzeig bekommen hat“. Höchste Zeit also, der Brisanz dieser Thematik mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Wir haben nachgefragt.

  3. federleichtes
    April 14, 2014 um 8:27 pm

    Und – was lernen wir aus dieser Klamottenkiste?

    Tatsächlich ist es so, dass der, der GLAUBT, er lebe in einem GeRECHTigkeitsstaat, bereits einen Grund liefert, um eingewiesen zu werden.

    Und selbst der Mensch, der sich dem System entzieht und sich lächelnd von den Pinklern und Bepinkelten abwendet und glücklich SEINER Wege geht, ist nicht vor einem gutachterlich gestützten Zugriff gefeit.

    Jeder Mensch hat zumindest theoretisch das Recht auf die Gestaltung seiner Existenz. Das gilt für arme und für reiche Menschen. Wer für vernünftig hält, entgegen der herrschenden Zustände zu handeln, bitte sehr. Das einzige, was er damit zu ändern vermag, ist seine Existenz. Einige werden frohlocken (Emotion), wenn sie möglichst vielen Anderen Scherereien bereiteten. Andere werden glücklich sein über ihre Wege, auf denen sie niemandem auf die Füsse traten.

    Ja, Guido, Geld demonstriert etwas – seine Macht und seine Ohnmacht. Genauer könnten man sagen: Geld demonstriert die reale Grenze einer künstlichen Macht. Wemiger bedeutsam scheint mir, dass dieser Prozess nötig war – er war möglich. Je mehr Menschen verstehen, dass sie nicht nur als Parasit im Enddarm der Macht überleben (?) können, und das dort ihre Angst nicht aufgelöst, sondern nur subtiler steuerbarer wird, desto klarer wird sich die Grenze der künstlichen Macht zu erkennen geben müssen.

    Gustl Mollath hatte schlechte Ratgeber. Oder war er sich selber schlechter Ratgeber, weil er kein Bewusstsein über das System der Unvernunft hatte?

    Gruß
    Wolfgang

  4. April 14, 2014 um 3:35 pm

    http://www.focus.de/politik/deutschland/kein-anfangsverdacht-gustl-mollaths-aerzte-kommen-ungeschoren-davon_id_3770397.html

    Geistreich, oder ?! Ist wie mit Technologien. Einmal integriert in den Alltag, wird man sie nur schwer wieder los.

    Gruß Guido

    • April 14, 2014 um 7:10 pm

      Wer hätte das gedacht. Mir sagte mal einer, dass man Leuten mit viel Geld besser nicht ans Bein pinkelt …

      • April 14, 2014 um 7:23 pm

        Sicher, denn wer viel Geld hat, kann viele Möglichkeiten in Anspruch nehmen, zu denen man selbst nicht in der Lage wäre, entweder, weil man dazu keine Zeit hat oder die entsprechenden “Fähigkeiten“ nicht hat. Somit vermag Geld etwas zu realisieren, was in Gemeinschaften undenkbar ist … und in der Dynamik der natürlichen Ordnung unmöglich ist …

        Gruß Guido

  5. Dezember 2, 2013 um 7:53 am

    Und auch gleich noch hinterher dieser Fall, der noch immer ungeklärt scheint:

    Wer hat Angst vor Julia Bonk?

    Gerade nach dem schlagzeilenträchtigen Fall Mollath erscheint das Schweigen der Presse umso verdächtiger mutmaßen viele. Julia Bonk hat natürlich ein Recht auf Privatsphäre, vor allem wenn ihr wohl unfreiwilliger Aufenthalt in der Psychiatrie tatsächlich gesundheitliche Gründe haben sollte, über die man nun aber auch nur spekulieren kann. Bei einer Zwangseinweisung aufgrund fehlender Krankheitseinsicht mit Selbstgefährdung kommen nur wenig schmeichelhafte Diagnosen in Betracht, die selbst nach erfolgreicher Behandlung das berufliche Aus bedeuten können. Im Allgemeinen tut man gut daran, so etwas nicht an die große Glocke zu hängen. Eine psychische Erkrankung ist zwar heutzutage keine Schande mehr, aber geht keinen etwas an.

    Julia Bonk ist aber eine Person von öffentlichem Interesse und gerade vor dem Hintergrund der Mollath Affäre wäre Aufklärung dringend notwendig.

  6. Dezember 2, 2013 um 7:50 am

    Noch so ein Fall:

    Isoliert in der Psychiatrie – Linke-Politiker Dennis Stephan für krank erklärt und Monate weggesperrt: Generelles Kontaktverbot vor Prozeßbeginn, von Gitta Düperthal

    Skandalöse Vorfälle im Vorfeld eines Prozesses, der am heutigen Freitag am Landgericht Gießen beginnt: Der Linken-Politiker Dennis Stephan, zeitweise bei Pro Asyl engagiert, ist für mehr als drei Monate zwangsweise in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Mit Rainer Gliemann hat er dort ausgerechnet einen Gutachter mit zweifelhafter Vorgeschichte. Der machte Schlagzeilen, weil er den Abschiebebehörden als Arzt galt, der fast immer »Flugtauglichkeit« bescheinigte. Eine »Fremdanamnese« habe er vorgenommen, empörte sich Stephans Anwalt Thomas Saschenbrecker gegenüber junge Welt. Sein junger Mandant, er ist Fraktionsvorsitzender der Partei Die Linke im Kreistag Gießen, sei ohne eigene Einwilligung begutachtet worden und »ohne ihn gesehen oder mit ihm gesprochen zu haben«. »Ihm wurde prompt eine Psychose bescheinigt«. Dies sei »eine starke Vorverurteilung, ein tendenziöses Gutachten zu Lasten meines Mandanten«, konstatierte der Anwalt.

  7. federleichtes
    November 19, 2013 um 9:14 pm

    Martin:
    „… die Idee des Mem als geistigen Virus erfahren “

    Ja, und wo kommt der Virus her?
    Infiziert uns das Leben etwa mit bestimmten Ideen?

    Nun schau Dir bitte mal die Menschen an, die sich beherrschen lassen. Von was werden sie im „Innen“ beherrscht? Und warum kann „DAS“ sie beherrschen? Erst als Folge davon?
    Könnte das Beherrschen-lassen geschehen, wenn Menschen ein starkes, intaktes Wesen hätten?

    Leben ist die Option, den „alten“ Energieraub auf der materiellen Bühne ablaufen zu lassen – ja, mittels Geld und Arbeit, Bingo!. In der Zeit, verlangsamt beobachtbar, analysierbar – und verhinderbar, wenn Mensch das Problem, was Energieraub erst möglich machte, löste. Und, wie sieht’s denn auf der Lösungsebene aus mit einem „Bingo“?
    Geht’s denn noch einfacher? Klar, ich arbeite dran, was in der Bibel steht so zu formulieren bzw. zu interpretieren – dass es verstehbarer wird, warum Leben sich in eine Katastrophe entwickeln muss.

    Religion ist der Weg zurück zur Katastrophe – nicht zu „Gott“ oder Schöpfungs-Bewusstsein. Wird aber immer wieder gerne anders verstanden. Und sagt jemand, der Teufel sitzt im Chorgestühl, und das sagten vor mir bereits einige, versteht man nicht, warum das so ist und so sein muss.
    Schuld hält uns in der Knechtschaft – Knechtschaft befördert die Idee der Herrschaft, der Ausbeutung und Unterdrückung – und darin, und nur darin steckt Lösung. Klar, einige beten vor sich hin, im Schlechten stecke das Gute, und wer versteht das Prinzip mal, bitte? Bisschen blöd in der Vorweihnachtszeit, gell, da hat man ja noch einigees mehr als sonst an der Backe.

    War noch was?
    Ich fahr mal eine Kleinigkeit einkaufen.

    Wolfgang
    wieder auf der Zinne.

  8. federleichtes
    November 18, 2013 um 6:36 pm

    Der Fall Mollath scheint aus dem öffentlichen Fokus entfernt. Man greift allerdings nach jeder Gelegenheit, mittels Verwirrungen (und damit Verlagern auf die emotionale Ebene) das affinitive Interesse für den Kern des psychiatrisch-politischen oder politisch-psychiatrische Falles in sein Gegenteil zu verkehren: Abscheu.

    Der Kern.
    Es gibt nicht nur eine Berufsgruppe, für deren geistige Verfassung OFFENSICHTLICH (durch ihr Handeln) man keinerlei Spekulation braucht, um ihnen schwerste Geisteskrankheit zu bescheinigen.
    Wollte man den Wert einer Psychiatrie messen, gelingt dies nicht mit dem Maßstab, wie Psychiater mit einfachen oder leichten oder vorübergehenden geistigen Störungen umgeht. Die Frage stellt sich grundsätzlich, z.B., ob jemand, der eine Schramme aus einem Autolack polieren kann, auch das ganze Auto lackieren kann. Also, wie geht die Psychiatrie mit Fällen schwerster Geisteskrankheit um?

    Gar nicht! All diese Fälle laufen fröhlich herum und marodieren, wie sie nur eben gelassen werden und wie sie persönlich dazu in der Lage sind. Verbrechen gegen die Menschheit,
    Verbrechen gegen das soziale System,
    Verbrechen gegen Menschenrecht
    und alles durch Vernunft Gebotene –
    FORTWÄHREND. Unbelehrbar, unnachgiebig, gnadenlos. Gegen die Natur, gegen Menschen, Gesellschaften und gesellschaftliche Systeme gerichtet. Täglich tätlich, immer wieder, qualitativ immer perfider, quantitativ immer schlimmer: Ungeheuer, die Hölle zu bereiten?

    Fragen wir uns, warum diese geistigen Ungeheuer vom psychiatrischen System nicht erfasst werden, stockt mir zumindest der Atem.
    So frage ich mal lieber weiter:
    Weil gar keine Gegensätze bestehen im Geist dieser HERRschaften? Sind sie Ausgeburten EINES gewalttätigen Geistes? Sich wohl gesonnen, gemeinsam, und unterschiedslos im Sinne des Wahns, wirkend?

    Na ja, ich atme also wieder. Wahn hin oder her, das Leben geht weiter, die Erde dreht sich weiter – auch wenn beim Einen oder Anderen demnächst der Psychiatrische Dienst vor der Türe steht und sagt: Kommen sie mal kurz mit. KZ und Psychiatrie, da gibt’s doch wohl gewaltige Unterschiede. Oder?

    Gruß
    Wolfgang

    • federleichtes
      November 19, 2013 um 6:31 pm

      Ziemlich ruhig hier seit 24 Stunden, Ich traue mich gar nicht nachzulegen.

      Dass ich mit MEINEN Gedanken und FRAGEN nicht ganz alleine bin, dürfte Euch wohl klar sein. Heute Mittag las ich auf Pravda:
      http://pravdatvcom.wordpress.com/2013/11/19/freihandel-geheimverhandlungen-uber-einen-staatsstreich/

      DA schauen also auch Andere (etwas) genauer hin.

      Herrschaft erzeugt das sklavische Ego-Ich. Über einen Schöpfungs-Parameter, der eher weniger bekannt sein dürfte: Schuld.
      Gehen wir davon aus, dass „Schuld“ bereits vor der Menschwerdung entstanden ist, erzeugte sie das Wesen von Herrschaft – und deswegen kennt das „Wesen von Herrschaft“ auch keine Schuld – entsprechend natürlich keine Verantwortung (die im Ego-Ich-Bereich erst durch das Postulat der Schuld entsteht). Für das Wesen-Ich existiert keine Schuld-Vorstelung, es IST in der Pflicht UND im Recht.

      Das war nur ein kleiner Vorgeschmack auf Weiteres. Wenn Ihr wollt.

      Gruß
      Wolfgang

      • November 19, 2013 um 7:37 pm

        Schuld ist nur ein Konzept im menschlichen Denken. Was soll da voher da gewesen sein?
        Ich kann Schuld nicht in der „un-menschlichen“ Welt erkennen. Hier wird bedingungslos genommen und gegeben, was (da).
        Unser Schuldkomplex wird als Kultur-Mem übertragen. Es ist Mittel zur Konditionierung von Gehorsam für solche die nicht weise genug sind zu erkennen, dass es für einen selbst nicht zuträglich, wenn anderes geschädigt wird.
        Meine 2 Cent

        • federleichtes
          November 19, 2013 um 8:26 pm

          Das ist ja sehr nett, dass Du mich genauer über das Schuld-Phänomen informierst.

          Wir sprachen hier – natürlich eher beiläufig – über ein beschädigtes Wesen. Was meinst Du, WODURCH es beschädigt worden sein könnte?

          Auch das schrieb ich hier bereits mehrfach – als Analogie zu dem, was hier auf unserer Welt beobachtbar ist; ich nenne das Entsprechung (zu einer Situation vor der Zeit, aus der sich die Notwendigkeit zur Erschaffung von Zeit und Raum notwendig – die Not wenden – ergab.) Natürlich ist die Annahme, Wesen seien um ihre Energie beraubt worden, spekulativ.
          Wenn dem allerdings so war, machten die sich schuldig, die Energie raubten. Und dann übernahm „Jemand“ die Verantwortung und machte die Schöpfung, um die energielosen, zur Statik verkommenen Wesen, zu beleben?

          Ich glaube, Dir als Wissenschaftler und wirtschaftlichem Hardliner fällt dieses „Denken“ sehr schwer; ich stelle das natürlich wertfrei und allein für mich fest. Genauso solltest Du mich auch einfach Spinner nennen. Immerhin vielen Dank, hast ja meine Ausführungen zur Geisteskrankheit bestimmter Berufsgruppen nicht gelöscht. Klaus-Peter Kurch traute sich eine Veröffentlichung nicht.

          Aus der Herrschaft heraus entsteht ein Mehrwert, aus dem sich ein Minderwert ergibt. Einfache Mathematik, die sogar ich verstehe.
          Herrschaft tritt als Mehrwert auf, sie IST Mehrwert, woraus sich für Herrscher ein (leicht) beherrschbarer Minderwert ergibt – wenn – sie mit der Schuld (auch mit Angst vor ihrer herzlosen Gewalt) suggestiv einen Minderwert – sei er intellektuell, sei er rassisch – manipulieren und damit realisieren können.
          Herrschaft ist nur durch die Mobilisierung (und Aufrechterhaltung) emotionaler Energie möglich. dies geschieht systemisch gesteuert durch das Leben selbst. Du verstehst das natürlich, aber ich sage den Grund (noch) mal für Andere:
          Herrschaft war die Folge des Energieraubs. Logisch, wenn Du mir meine natürliche Energie raubst, und erst dann, kannst Du mich beherrschen, was Du ja bedingt tust, indem ich meine Leistung in Deinen Blog stecke. Dass das ein „gutes Geschäft“ für mich ist, wirst Du intuitiv gespürt haben. Riefe ich hier jedes Mal „Bingo, wenn Bingo war, hielte sich vielleicht selbst Guido die Ohren zu.

          Wesen generierten Mehrwert, natürlich zu Lasten anderer Wesen. Genau das Prinzip läuft auf unserer Bühne ab. Geld? Forget it – auch das sagte ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit, gleich einem Leierkasten.

          Ob es je gelingt, das Komplexe so zu vereinfachen, dass es plausibel wird? Hätte ich diese Hoffnung, könnte ich mich auch erschießen.

          Euch einen guten Abend.

          Wolfgang
          während des Schreibens nur Bauch

          Etwas beruhigt fragt er Dich.
          Woher kam das „Mem“?
          !

          • November 19, 2013 um 8:42 pm

            Dawkins war wohl der erste, aber von Vera F. Birkenbihl hatte ich über die Idee des Mem als geistigen Virus erfahren 🙂

  9. federleichtes
    November 18, 2013 um 5:23 pm

    Ich bringe hier einen Gedankegang, der nicht von mir ist, weil ich thematisch-sachlich mit dem „Fall Staat“ abgeschlossen habe.

    Der perfekte Polizeistaat benötigt keine Polizei. Sei es nun durch das gut ausgebaute Netzwerk Sozialpsychiatrischer Dienste oder durch die beständige Überwachung unserer Telekommunikation, jeder kann Objekt von Maßnahmen zur Kontrolle seines Verhaltens werden, die den Rahmen klassischer Polizeiarbeit weit hinter sich lassen. Der Schutzmann auf der Straße, der unter Gaslichtern patrouillierte, bot ein gemütliches Bild, und allenfalls der Spitzbube fürchtete ihn. Heute bietet sich uns kein Bild mehr, das wir fürchten könnten. Der perfekte Polizeistaat benötigt keine Polizei.

    In was für einem Staat leben wir, in dem sogar eine Landtagsabgeordnete in der Psychiatrie verschwinden kann, ohne in den Medien eine nennenswerte Spur zu hinterlassen? Mir macht dieser Fall Angst, große sogar. Sind wir auf dem Weg in den perfekten Polizeistaat, in dem Big Brother und Big Sister jede Abweichung von der Norm mit tausend Augen erspähen und in dem die verdächtigen Subjekte ohne viel Federlesens hinter psychiatrischen Gittern verschwinden, ohne dass man noch allzu viel von ihnen hören würde?
    http://pflasterritzenflora.ppsk.de/dennis-stephan-julia-bonk-und-der-rest/

    Ganz interessanter Blog. Auch von’m Doktor!

    Gruß
    Wolfgang

    bearbeitet wie verrückt Fotos, aus Angst, zwangspsychiatrisiert zu werden. Damit haben wir ihn, den Grund für eine Einweisung.
    Möchte hier jemand eingewiesen werden und weiß keinen Grund?

  10. November 18, 2013 um 11:42 am

    Ist das ein weiterer Fall wie der von Gustav Mollath? Hier wurde eine junge Politikerin weggesperrt inkl. Re-Immunisierung im Nachhinein, die Presse schreibt nicht, und wie es ihr geht, ist auch nicht zu erfahren …

    WIE GEHT ES JULIA BONK?

    Hier habe ich einen Vortrag von ihr gefunden, um sie etwas lebendig zu machen:

    • federleichtes
      November 18, 2013 um 3:51 pm

      Ja, der „Fall“ sieht nicht so gut aus.

      „Das Amtsgericht Bonn hatte sie zuvor zwangseingewiesen. Das bestätigte ein Sprecher des Gerichts. Die Behandlung solle wohl noch bis Anfang Oktober andauern.

      Schon zuvor war die Linke-Politikerin durch ihr Verhalten aufgefallen. Mitte Juli wurde sie in einem desorientierten Zustand von der Bundespolizei in einem Zug aus München aufgegriffen. Die Beamten hatten sie daraufhin in die Uniklinik Ulm gebracht.“
      http://www.merkur-online.de/aktuelles/politik/die-linke-julia-bonk-in-psychiatrische-klinik-eingewiesen-zr-3120030.html

      Seit der Fall Mollath aufgerührt wurde, wisen wir etwas genauer, wozu staatlich organiserte Institutionen fähig sein können, wenn es darum geht, Gegner der Feindseligkeit aus dem Weg zu räumen. Dass dagegen nicht mal Öffentlichkeit und öffentliches Amt schützen, beweist dieser Fall, in dem ein für Gerechtigkeit streitender Mensch.sukzessive persönlich diskreditiert und seine Identität demontiert wurde.

      Steuern steuern. Bravo. Und schaffte man die Steuern ab, finanzierten sich die Kriminellen so, wie sie es schon immer machten: Mit Verbrechen. Bravo. Auf dem letzten Teilstück der Zugfahrt gibt es sicher keine Haltestelle mehr.

      Schreib‘ doch mal auf dem Opablog (ich bin da ganz raus) eine kleine Anfrage.

      Gruß
      Wolfgang

  11. November 1, 2013 um 2:46 pm

    Ist der Fall Mollath nur die Spitze eines Eisbergs grundsätzlicher Rechtsprechungsverfahren in Deutschland?

    … Eigentlich sei der Gutachter ein Gehilfe des Richters, sagt Elmar Bergmann: „Tatsächlich ist es aber so, dass Richter sagen: Sachverständiger, mach Du mal, mach mir mal Entscheidungsvorschläge.“
    Und der Vorsitzende Richter des 2.Strafsenats am Bundesgerichtshof, Thomas Fischer, sagt: „Natürlich ist es eine Erleichterung für die eigene Entscheidung und natürlich aber auch eine Erleichterung für die eigene Verantwortung.“ So schaffen Gutachter nicht nur Fakten für den Richter, sondern werden dadurch selbst de facto zu Richtern.

    gefunden bei ARD: Gutachter: Die heimlichen Richter

    Ich hatte zwar diese Woche das erste Mal die Rolle eines Sachverständigen nur in einer Gerichtssimulation wahrgenommen (siehe), kann mir allerdings die „Macht“ der Rolle „Gutachter“ gut vorstellen. Wenn ein Richter viel Arbeit auf dem Tisch liegen hat …

    • federleichtes
      November 1, 2013 um 2:57 pm

      Die Justiz ist Organ des Staates. Und wenn es eine Welt geben sollte, in der Staaten als Macht gegen die Bürger agieren, braucht es eigentlich dann keine Fragen mehr zum Wesen der Justiz.

      Die Psychiatrie ist wissenschaftlich nicht begründet – weil sie wissenschaftlich nicht begründbar ist. Insofern können Gutschter, die im Sinne eines auf Strafe fixierten Systems denken und handeln, nur schlechtachten. Punkt.
      Natürlich braucht ein menschenverachtenses System solche „Leute“ – in dem Sinne mutieren sie dann wieder zum Gut-Achter.

      Wer von den Damen und Herren psychiatrischen Gutachtern sich durch meine Aussage in seiner Ehre vedrletzt fühlt, sollte beweisen können, wie er zu seiner Ehre gekommen ist. Mir gilt: Wer sich über Menschen erhebt, ist würdelos.

      Ich fahr dann mal.

      Gruß
      Wolfgang

  12. federleichtes
    Oktober 24, 2013 um 2:49 pm

    Gestern dachte ich, der „Brennpunkt Mollath“ könnte hier im Blog mal entschärft werden. Eben las ich den neuen Artikel von Klaus-Peter Kurch

    http://opablog.net/2013/10/23/der-mollathskandal-fazit/#comment-8258

    und dachte, na gut, dann schreib man ma wat:

    „Ihr Fazit war in meinem Sinne gut und richtig – Schnitt, wer isst schon gern die Wurst im Stück, mit Pelle.

    Gustl Mollath erschien mir bereits frühzeitig als eine Schachfigur, und bereits frühzeitig sprach ich – auch hier – von einer Dritten Kraft, die bisher nicht auftrat. Wäre dem so, ließe sich, da wir die Rollen, die auf dem Schachbrett das Ihrige zu leisten hatten, kennen und Bewusstsein über das Spielchen gewannen, unsere Aufmerksamkeit richten auf ein X, das dieses Spielchen inszenierte. Ich sage es mal so einfach, weil es so eindeutig ist:
    Das System, das in seinem Wesenskern feindselig ist, wackelt. Und es wackelt so sehr, dass es zunehmend mehr Macht generieren muss – aber (mittlerweile) mehr verbrauchen muss, als es generieren kann; und zwar über die Feindseligkeit.

    Der Feindseligkeit gegenüber steht das Wohlwollen. Energetisch beschrieben stehen sich Gefühl und Emotion (oder Liebe und Hass) gegenüber.
    Es erscheint mir eher belanglos, ob wir ein System hassen. Das ja nichts anderes ist als Funktion, mittels derer Liebe und Hass sich – gewissermaßen zwanghaft – zu begegnen haben. So stellt sich uns als Mensch klarer die Frage, was wir denn wirklich wollen: Dem Hass, der Feindseligkeit dienen? Der Liebe, in Wohl-Wollen dienen? Durch die Zeitalter hindurch stellt das Leben diese eine Frage: Kannst du schon Liebe wollen?

    Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass einige Gustl Mollath-Unterstützer sich aus Liebe engagierten. Und dann kam das systemische Wesen der Feindseligkeit und griff nach ihrer Liebe, zwang sie immer wieder – als erfolgreiche Versuchung – auf das Schachbrett zu schauen und dort sich im Gegeneinander zu engagieren. Der Teufel, scheint mir, hat nicht nur den Schnaps erfunden.

    Na ja, wir leben ja, um zu lernen.“

    Wie ich hier bereits mehrfach andeutete, ist Martins Blog bereits mit Tiefgang gestartet und konnte, wenn auch teils dämmeriges Licht in viele der Kellerlöcher bringen. Hier läuft ja eine Art dynamischer Fundamentalismus: Menschen eine verwirrungsfreie Existenz ohne Angst zu ermöglichen. Das möglich zu machen bedurfte eines gehörigen Maßes an Wohl-Wollen, wofür ich an dieser Stelle Martin sehr herzlich danken möchte. Ist ja bewunderswert, den Entgiftungsprozess sozusagen hautnah spüren zu müssen – und das auszuhalten, bravo, dafür würde ich glatt einen Doktortiel verleihen.

    Gruß in die Runde
    Wolfgang

    • Oktober 24, 2013 um 5:51 pm

      Lieber Wolfgang,
      Nun, dass hier auf dem Blog Ungewöhnliches passiert, liegt nicht allein an mir, daher gebe ich den Dank an alle Mit-wirkenden weiter, die hier resonnierend Mosaik auf Mosaik dazulegten 🙂

      Mir schoss genau wie Dir heute morgen noch durch den Kopf, ob der Fall Mollath inzwischen in die zweite Reihe treten dürfte. Dachter mir aber, dass da sicher noch mehr kommen wird. Also ließ ich ihn an Ort und Stelle.
      Herzliche Grüße
      Martin

      • federleichtes
        Oktober 24, 2013 um 7:39 pm

        Resonanz ließe sich ja als Effekt-Prinzip erkennen.
        Insofern ist es ziemlich bis völlig egal, in welchem „speziellen“ Thema welche „spezielle“ Information geschrieben steht. sie wird, entsprechend einem Empfänger, Wohlwollen, Feindseligkeit oder Nichts erregen. Das könnte man sogar Kindern erklären – dass „wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“, völliger Quatsch ist – es sei denn, man erkennt darin die Rechtfertigung für Beschuldigen und Bestrafen, also eine Förderung des Feindseligen – ürigens eine interessant Begriffs-Kombination. Da kommt doch spontan der Gedanke an „die im Geiste armen Seligen“. Selig also, wer den feindlichen Geist aus seinem Herzen verbannte?

        Na gut, immer dieses Geschwafel, und dann auch noch im Rahmen Deiner Blog-„Politik“: Fragen wir mal, wer weniger als nix weiß. Sollte ein Scherz sein. Entwicklung braucht ihre Zeit, und eine streng, verbissen, verbiestert betriebene Entwicklung ohne Lachen, ohne Großmut und empathische Großherzigkeit bedient sicher nicht die Seite des Wohl-Wollen.
        Im Selbst-Verständnis ursächlich der Dank, im Dank das wirkende Selbstverständnis.

        Gustl Mollath weckte mein Interesse, der Fall Mollath meinen Argwohn, und auf dem Blog von Kaus-Peter Kurch bekam ich einige wertvolle Hinweise auf Aspekte des Systems, mit denen ich eigentlich keinen Aufwand betreiben wollte. Investiertes Wohlwollen bringt keine Zinsen, aber Dank Resonanz den Effekt Gefühl. Wau, gell, so lässt es sich trotz der vielen Arbeit gut leben.

        Dir einen guten Abend.
        Wolfgang

  13. Oktober 14, 2013 um 9:53 pm

    dann wie bisher 🙂

  14. Oktober 14, 2013 um 7:26 pm

    Der Fall zieht weitere krause Kreise. BUERGERSTIMME schrieb heute dazu:

    Justizirrtum Mollath: Skandalfall Beate Merk – Europaministerin statt Ausschluss

    Der wahrscheinlich größte Justizskandal in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands, – selbst wenn man sich zurecht schwer tut mit Superlativen -, wird höchstwahrscheinlich noch lange nicht ausdiskutiert verbleiben, weil zu viele Fragen ungeklärt im Raume schweben.

    Was allerdings jeden halbwegs zeitkritischen Menschen aufhorchen lassen sollte, verdeutlicht die ungenierte, fast schon schamlos dekadente Haltung der Politik selbst, in diesem Fall der bayrischen. Dem Justizirrtum Gustl Mollaths folgt statt Ausschluß der verantwortlichen Justizministerin Beate Merk zur Belohnung im Kabinett ihr neuer Posten als Europaministerin.

    • federleichtes
      Oktober 14, 2013 um 9:45 pm

      Hatte ich bei „Opa“ gelesen und sogleich eine Überweisung ausgefüllt – Konto im Nirwana. Hatte mir einer meiner Türsteher empfohlen.

      Dafür nahm ich mir Zeit einen Kommentar zu Siegmund Freud zu schreiben:

      „Seine Ideen, die eines Menschenfreundes, wurden würdigend aufgegriffen auf dem russisch-kommunistischen Feld. Gott sei dank kamen dann andere, eher zeckenartige Freunde, auch Heuschrecken und Parasitäres. Die, nach wie vor, meinen, es gäbe für sie keine Ordnung.

      Freuds Geist kann man nach meiner Einschätzung nicht mal eben so in einem Blog ausbreiten. Muss jeder für sich erfahren, was er da im Wesen-ntlichen anschob, teils, deutlich, teils verklausuliert, teils etwas neben der „Spur“ interpretierte. Und dann natürlich seine Ergebnisse um sein Persönliches bereinigen, und seine (ihm damals möglichen) Benennungen auf den Stand der Zeit bringen. Darüber zu sprechen bringt die Raben auf die Bühne. Nein, nicht, weil Freuds Thema nach wie vor brisant wäre. Einfach so, aus Freude am Destruktiven, dem Entwürdigen – einer Art Leichenfledderei, gell. Es lebe die Vielfalt.

      Freud als der Eine lässt sich besser, vielleicht auch nur, verstehen im Kontext mit Anderen, die das Wesen des Traumatischen (dazugehörte auch Marx) beleuchteten, und zwar nicht im Lichte eines Aufzugs. Wer eine mir nicht allein vorbehaltene Auffassung teilt, in der Psyche gestalte sich das Lebendige als Offenbarung von Problemen, kann sich in vielfältigen Themen informierend belesen auf „Faszination Mensch“.

      Woraus die Idee entstand, Freuds Lehre genauer unter die Lupe zu nehmen, und zwar hier. Ein neues Thema? Wäre für mich sehr aufwendig zu gestalten und zu unterhalten – und ist, ich sage das deutlich, gefährlicher, als man auf den ersten Blick erkennen kann. Danke ich an meine nicht ganz vergangenen Jahre, erkenne ich Vieles, was ich lernte als notwendig, nur im Freud interpretieren zu können. Und beschäftigte mich – logisch – erst nach Abschluß dieser Studien mit ihm. Und so kann ich nicht nur seine Interpretationen, sondern auch den Menschen Siegmund Freud bestens verstehen.

      Also, Thema ist möglich, ich empfehle allerdings, Freud hier auf die Themen verteilt irgendwie unter zu muscheln – so wie bisher.

      Gruß
      Wolfgang

  15. September 28, 2013 um 12:35 pm

    Mit den höchstrichterlichen Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts vom 23. März 2011 und vom 12. Oktober 2011 sowie den Entscheidungen des Bundesgerichtshofs vom 20. Juni 2012, XII ZB 99/12 und XII ZB 130/12 wurde zum ersten Mal seit Jahrzehnten eine Rechtssicherheit für Patienten der Psychiatrie hergestellt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat im Juni 2012 klargestellt, dass eine Behandlung von betreuten Menschen wider Willen gesetzeswidrig sei. Psychisch Kranke, die unter Betreuung stehen, dürfen nicht gegen ihren Willen behandelt werden. Schon die Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung stellt einen tiefen Eingriff in die Grundrechte der Betroffenen dar. Die Zwangsbehandlung mit Psychopharmaka ist genauso einschneidend, geht sie oft mit einer Veränderung der Persönlichkeit und schweren, z.T. irreversiblen Nebenwirkungen einher.

    Fundstelle: Gesetzentwurf zur Zwangsbehandlung unvereinbar mit Menschenrechten

  16. federleichtes
    September 9, 2013 um 3:24 pm

    Mir ging es darum, die Ambivalenz des Geistes aufzuzeigen:

    Als fordernder Souverän aufzutreten und in Folge Souveränität zu verlangen.
    Analog: Man behandelt die Menschen wie Teufel und verlangt ihnen Engelhafes ab. Spricht sie schuldig im Rahmen einer eben und gerade durch die Beschuldigung nicht (mehr) möglichen Verantwortung. Der Schuldige KANN keine Verantwortung tragen.

    aber ich höäre hier im Hintergrund der „kollektiven Haftbarmachung einen Marx, der sich erhebt, ein Volk GRUNDSÄTZLICH beregeln zu wollen, ohne Beachtung GELTENDER (weil verinnerlichter) Regeln und ohne Blick auf das im System Machbare und das im Menschen Mögliche.
    (Wer Arbeit verlangt und gleichzeitig die Freiheit der Arbeiter postuliert, ist, ist …)

    Na ja. Sysrien und Deutschland unterscheiden sich aus meiner sich nur durch die Mittel der Gewaltanwendung. Was dort politisch nicht möglich zu regeln ist, muss eben bombastisch inszniert werden. Daraus lässt sich das Wesen von Diktatur und Terror eigentlich ganz gut (neu) ableiten: Als Diktatur gilt, wo subtiler Terror nicht, wegen des unbeugsamen Diktators, wirksam sein kann. Im Gegensatz zur Massenpsychose (mobilisierte Schuld) innerhalb einer Demokratie. Diktator präsentiert Eigen-Macht, schuldbehaftetes Volk die Ohnmacht der (charakterlosen) Beliebigkeit.

    Das mal nur kurz auf der Ebene von Gedankensplittern.

    Wolfgang

  17. federleichtes
    September 9, 2013 um 2:10 pm

    Da ich im Opablog immer noch lese (Verbundenheit mit den Schreibern), erlaube ich mir hier einen Auszug aus Klaus-Peter Kurchs Antwort auf einen Kommentar von Hartlieb Euler zum Besten zu geben:
    http://opablog.net/2013/08/26/die-bank-im-markt/#comment-7085

    „“Souveraen ist, wer ueber den Ausnahmezustand entscheidet”, das wissen Sie doch.

    Ich verlange, dass das Volk souveraen ist.

    Diese klare Sachlage muss nicht mit Geschwurbel ueber Gewalt vernebelt werden.“

    Wem nicht klar ist, was hier abläuft, dem kommentiere ich das aus meiner Sicht.

    Gruß
    Wolfgang

    • September 9, 2013 um 2:26 pm

      Tja, die Libyer scheinen so ein souverändes Volk gewesen zu sein, bis sie die Nato ins tiefste Mittelalter bombte, so die Sicht von Garikai Chengu:

      Gaddafis Libyen war Afrikas reichste Demokratie
      Im Gegensatz zu dem allgemeinen Glauben, war Libyen nicht „Gaddafis Militärdiktatur“, wie die westlichen Medien sagten, sondern in Wirklichkeit einer der demokratischsten Staaten der Welt.

      Da die Propagandakriegstrommeln gerade den Krieg gegen Syrien chmackhaft machen wolen, gerne für neue Leser hier auf dem Blog unsere Sammlung zur Libyen-Tragodie, einer der am meisten angeklickten Artikel hier:

      Wer sind die Rebellen in Libyen? Warum wird darüber so wenig berichtet?

  18. federleichtes
    September 8, 2013 um 11:50 pm

    @ Martin
    „… denn das Geldwesen ist noch immer so ein Punkt, der in der Schwebe bei mir ist“

    Das kann ich verstehen, ich hab‘ ja auch keine Ahnung – schreibe aber, vielleicht in der Nacht noch, eine Einleitung. Man wird ja wohl noch was fragen dürfen, gell. Schade, dass Marx tot ist, weil, den täter ich auch gerne was fragen, z.B. ob er schon mal etwas von Ohrflöhen hörte.

    Ja, Nächtle, hier geht’s noch ein paar Runden weiter.

    Wolfgang

    schließt für sich und hier – vorläufig – den Fall Mollalth ab. Wer sich über die neueste Entwicklung informieren möchte, findet eine ausführliche Darstellung bei Gabriele Wolff:
    http://gabrielewolff.wordpress.com/
    „Das Bundesverfassungsgericht hat gesprochen“.

  19. federleichtes
    September 8, 2013 um 10:37 pm

    Meine Erwiderung auf „trickreich“, wurde gelöscht.

    Herr Kurch liegt flach mit einem Nierenleiden, und egal, was ihm an die Nieren ging, wünschen wir ihm Alle, davon gehe ich mal aus, gute Besserung.

    Gruß aus der A bes Z
    Wolfgang

    (Amerikanisch besetzte Zone)

  20. federleichtes
    September 8, 2013 um 7:54 pm

    Mir wäre es angenehm, wenn Du, lieber Martin, den Mollath-Strang mit einem neuen Thema – so wie es Dir erscheint -, entlastest.

    Was Klaus-Peter Kurch mir kommentatorisch servierte,:

    „Marx sagte dazu bekanntlich: “Die Idee wird zur materiellen Gewalt,…”. An dieser Stelle von Liebe zu reden, ist zwar nicht ganz falsch, aber es verdeckt mehr als es kenntlich macht.“

    kann ich hier, weil es Kern-Ich ist, nicht in ein paar Sätzen ab-handeln. Denn wer meint, eine Idee verflüchtige sich mit ihrem materiellen Erscheinen, irrt. Idee als Information ist unsterblich, man kann sie nur, in der Zeit (oder nur in der Zeit?), zum Schweigen bringen. Wie das nachhaltig funktioniert, könnte, nur so eine vage Idee, auch Aufgabe des Lebens sein: Lösung (der Idee von Absicht und Energie) End-gültig.

    Na, lieber Guido, wollen wir noch ein Tänzchen (vor dem Abschlussball) wagen?

    Gruß
    Wolfgtang

    • September 8, 2013 um 8:18 pm

      Hallo Wolfgang,

      was genau stellst Du Dir mit Entlastung vor? Ein neuer Artikel? Ein Kommentar als neuer Artikel? Immer her damit 🙂

      Martin

      • federleichtes
        September 8, 2013 um 9:32 pm

        Mein Gefühl war, Dein Gefühl solle formulieren – was aus DEINER Sicht dran, interessant wäre für DICH!!! Mit Blick auf Bank.
        Sollte man sich zu fragen getrauen: das fragte ich mich: Bankwesen – Ausgeburt der Hölle?

        Ich hätte auch Lust, aus „Arbeit und Marx“ die Lust zur Idealisierung heraus zu sezieren. Denn beim Abwaschen lief wieder mal ein kleines Filmchen in mir ab, Gespräch mit einem Menschen, der Marx KENNT. Es dauerte etwas 5 Sekunden:
        Überlegen Sie sich, ob sie sicher sind, dass Marx sich kannte, und überlegen sie sich, ob sie sich genau kennen.

        Du wirst das schon richten – vielleicht hat auch Guido oder Solveigh oder Martina oder Bruder Ozeanus eine Idee, wie man „dem ganzen Reste“ noch tiefer in die Augen schauen könnte.

        Gruß
        Wolfgang arbeitet an einer Galerie.
        .

        • September 8, 2013 um 11:02 pm

          Das wäre schon was Gutes: „Bankwesen – Ausgeburt der Hölle?“

          denn das Geldwesen ist noch immer so ein Punkt, der in der Schwebe bei mir ist 🙂

          Gutes Nächtle
          Martin

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