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Der ökonomische Imperativ – oder das moralische Leistungsgesetz

Pflicht ist, unter Zurückstellung eigener Neigungen
nach eigener Höchstleistungen zu streben
und die Erwartungen der Eltern und vor allem der Lehrer
und Vorgesetzten überzuerfüllen.
Wer das tut, den versetzen, befördern, bezahlen wir.
Wer sich nicht dafür aufopfert, muss gehen
oder in prekären Zuständen leben

In Fortführung zu meinem letzten Post, unsere Demütigungen betreffend, wird auch Prof. Gunter Dueck sehr deutlich. Er nennt es in seinem jüngsten TED-Vortrag  Das moralische Leistungsgesetz. Mal wieder ein Gedankenöffner, was wir mit unseren Kindern, aber auch mit uns selbst geschehen lassen. Sein Vorschlag:

besser eine Neugier-zentrierte Lehre.

Und ja, das kann ich auch unterstützen 🙂

  1. federleichtes
    Mai 22, 2013 um 1:05 am

    Bin ich ein Themenkiller, weil ich dem Strom der Beliebigkeit nicht folgen möchte; Beliebig-Werden, nur weil Andere das Konkrete scheuen?
    Diese Frage, angeregt von Gunters Kreativität, stellte ich mir gerade.

    So sehe ich den möglichen, vielleicht auch nötigen Weg des Menschen: Raus aus der Beliebigkeits-Masse und rein (zurück) in die individuelle Fülle.

    Man kennt mich, ich zitiere (Verachtung ist die Waffe des Schwachen …) mich am liebsten selber:
    „Dann würde sich das, was wir Ausbeutung und Sklaverei nennen, und damit auch der Begriff Arbeit, erheblich relativieren. Und auch den Begriff “Gottesdiener” so verstehen lassen, das Leben – ganz natürlich – einen Arbeitsdienst ableistet.“

    Wollen wir gleich in die Vollen?
    Oder stelle ich erst mal die Frage, was ihr für den Menschen, den ihr am meisten liebt, tun würdet, am liebsten gar nicht?
    Ne, wa. Vertrauen wir darauf, dass Mutti lange, lange nicht bemerkt, dass jeden Abend eine Tulpe die Wohnung betritt und nach Essen ruft. Dabei ist doch das kreativ Geleistete, was ein „ich liebe dich“ direkt und wortlos demonstriert, ein Produkt der uns eigenen Individualität, unserer Autorenschaft. Aus deren Demonstration sich auch noch auf zauberhafte Weise die Selbstliebe manifestiert.

    Das Leben ist ein Wunder, gell.

    Ne, das war noch nicht in die Vollen.

    Danke für einen liebenswerten Dueck.

    Gruß
    Wolfgang

  2. Mai 22, 2013 um 11:09 am

    Einer, der das Thema schon sehr früh erkannte, war „Rebell“ Osho, der es in seinem Buch Das Buch der Kinder: Sei einfach Du selbst niederlegte:

    Die Rückkehr zum Ursprung Kinder besitzen natürliche Spontanität und Freiheit, Freude, Verspieltheit und Kreativität. Durch den Prozess der Erziehung werden diese wertvollen Eigenschaften meist verschüttet und unterdrückt – im Dienste des »Funktionierens« innerhalb der Gesellschaft. Osho, der große Rebell, hat immer wieder auf die Notwendigkeit hingewiesen, das innere Kind und seine Qualitäten in uns zu befreien. Dieses Buch zeigt Wege dazu auf. Es ist ein Handbuch für Eltern, Lehrer und Erzieher, das die Eltern-Kind-Beziehung durchleuchtet, Konditionierungen bewusst macht, Erziehungsprobleme klärt und auch auf Fragen rund um Schwangerschaft und Geburt eingeht. Und es ist ein Handbuch für jeden, der die Heilung des inneren Kindes anstrebt – die Rückkehr in das verloren geglaubte Paradies.

  3. Mai 22, 2013 um 11:11 am

    Auch Precht und Hüther hauen in die gleiche Kerbe:

    In seiner ersten Sendung spricht Richard David Precht mit dem Hirnforscher und Schulkritiker Gerald Hüther über den „Skandal Schule“. Was läuft warum falsch in unserem Bildungssystem?

  4. Gerd Zimmermann
    Mai 22, 2013 um 1:19 pm

    Warum habe ich solche Schmerzen

    Seid IHR alle toll??????????????

    Seid Ihr alle besessen ,vom materiellen SEIN ????????????

    Wolfgang, helfe mir, Martin du auch.

    Die Schöpfung ist im JETZT:

    Viele jubeln Guido zu, sich selbst erkennend, gut so, Bewusstsein ,

    sich selbst erkennend

    • federleichtes
      Mai 22, 2013 um 4:08 pm

      Besessenheit, lieber Gerd, ist ein geistiges Phänomen.
      Angst ist ein energeitsch-informatives Problem.

      Der Weg in die Freiheit führt durch die Angst.
      Ist nicht von mir, nur die Ergänzung:
      „… und durch den Schmerz.“

      Es ist auch die tief im Menschen schlummernde Trauer über das ur-menschliche Elend. Nikos Kazantzakis beschreibt das in Seinem Roman „Mein Franz von Assisi“.
      http://www.amazon.de/Mein-Franz-Assisi-Nikos-Kazantzakis/dp/3499148706

      Hier wird das Innere Kind direkt angesprochen und ermuntert, unvergossene Tränen zu weinen. Mag sich daraus auch ein Sumpf bilden, so aber auch die Kraft, ihn zu durchschreiten.

      Als Raumfahrer, mein Freund, zeigtest Du Steherqualitäten. Vielleicht sind die ganz nützlich für das, was Dir möglich gemacht wurde: Einen entscheidenden zeitlosen Schritt FÜR-DICH zu gehen, das Jetzt in der Schöpfung auch zu erleben.

      Geh mal raus und suche ein paar traurige Kinderaugen, die auf Dich warten.

      Herzliche Grüße an Dich von

      Wolfgang

      .

      • Mai 22, 2013 um 4:19 pm

        Mal was ungewöhnliches in Bezug auf das Angstmachen und Energieaufsaugen, da mir immer wieder mal das Thema der Reptiloiden in letzter Zeit auf den Radar kam:

        Hier vorgelesenes Interview mit einer Vertreterin dieser „Rasse“:

        Bin gespannt, was Guido da noch zu beitragen wird 🙂

  5. Gerd Zimmermann
    Mai 23, 2013 um 12:46 pm

    „Geh mal raus und suche ein paar traurige Kinderaugen, die auf Dich warten.“

    Lieber Wolfgang

    Meine Partnerin ist Thai. Zwei Kinder sind in Deutschland. Ich habe vier.

    Welche Kinderaugen soll ich schauen?

    Ich nehme sie ALLE

    Gerd

  6. Gerd Zimmermann
    Mai 23, 2013 um 1:08 pm

    Wolfgang und Martin und ALLE hier

    ich habe das Glück zu wissen. Ich bin ewig. ALLE sind ewig.

    Bewusstsein erschafft die Welt.

    Ich denke, also bin ich.

    Der Mond geht nicht eher auf, bevor er nicht gedacht wird.

    Von wegen Mondlandung. Im Geiste Ja. Nur Bewusstsein existiert. Nicht

    materielller Natur. Der Geist erschafft die Welt.

    Wir sind alle EINS. Im Geiste. Warum Gott? Es gibt keinen Gott.

    ALLES IST EINS. ES GIBT NUR DAS EINE. UNSER LERNZIEHL..

    • federleichtes
      Mai 23, 2013 um 1:38 pm

      Du wirst es mir glauben. In der Nacht gegen 4 Uhr schrieb ich:

      „Ich denke, also bin ich“.

      Und einen Text dazu:
      „Der Geist als Betreiber* des Gehirns erzeugt Gedanken, und zwar solche, in denen ein schöpferisches Potenzial steckt.
      Wenn wir einen Menschen als geistvoll beschreiben, ekennen wir eine Autorenschaft in ihm, das Original (s)eines Geistes.
      Als geistlos beschreiben wir Menschen, deren Gedanken im Hamsterrad nur verwaltender Tätigkeiten entstehen.
      ‚Ich denke, also BIN ich‘, ist falsch gedacht. Weil Denken kein Sein, keine Existenz erschaft. Die kann nur Geist mit einer Absicht erschaffen, der Fähigkeit, seine Idee mittels Energie existent zu machen“.
      * Nicht nur Betreiber, auch Schöpfer.

      Dann schrieb ich noch ein paar Gedanken zum personifizierten Verwaltungsunwesen; einfach und lachhaft. Selbst Spott kann ja als Nahrung verwendet werden.

      Da Du mich zu kosmischen Fragen nicht um Antworten bittest, sage ich es mal allgemein:
      Mensch geht auf Wegen hin zu seiner Gesundheit, wenn er sein Denken als Wirkung versteht und darüber ursächlich sein kann.

      Gruß
      Wolfgang

  7. Mai 23, 2013 um 7:10 pm

    Kapitalismus und Familie vertragen sich nicht, Interview mit dem Philosophen Dieter Thomä

    Für den Philosophen Dieter Thomä ist der Kapitalismus ein zutiefst familienfeindliches System. Denn der moderne Arbeitnehmer muss allseits flexibel und leistungsbereit sein – Familie hingegen bedeutet Festlegung und fordert Stabilität. Wenn der Chef verlangt, im Büro Überstunden zu machen, muss das Kind dennoch pünktlich vom Kindergarten abgeholt werden. Wenn in einer anderen Stadt ein viel besserer Job lockt, hat sich das Kind womöglich gerade in die Schule eingewöhnt und Freunde gefunden. Der wirtschaftlich denkende Mensch muss sich selbst auf dem Arbeitsmarkt so gut und gewinnbringend wie möglich verkaufen – die Familie hingegen bedeutet: Uneigennützigkeit und Hingabe, und zwar ohne die Garantie, etwas dafür zurückzubekommen. Familie innerhalb des kapitalistischen Systems zu leben, ist eine denkbar schwierige Aufgabe, meint Dieter Thomä von der Universität Sankt Gallen. Lässt sich dieses Dilemma überhaupt auflösen?

    • federleichtes
      Mai 23, 2013 um 7:41 pm

      Galten „früher“ noch als Investition in die Familie, im Sinne des Existenzkampfes und er Stärkung des Clans, änderte sich die Geschichte (der Offenbarung) und Kind wurde eine andere Rolle zugewiesen. Von einer auch von anderen Ideen geleiteten Familie. Könnte man vielleicht beschreiben als „der Weg aus der Sozialität in die Egozentrik“. Und zwar nicht nur im Sinne der Entwicklung eines Kindes, sondern ganz besonders die Unterordnung unter EINEN herrschenden Geist: Der Kaiser braucht Soldaten, die Fürsten Arbeitskräfte zur Finanzierung ihres „Saus und Braus“.

      Berücksichtigten „früher“ die Abk(l)assierer von Leben noch ein Wohlergehen der Untergebenen, verlor sich das eigennützige Interesse zunehmend, da es genügend Idioten, pardon, an Zwangsarbeit interessierte Menschen gab, die zudem überreichlich nachwuchsen.

      Zunehmend alternativlos scheint mir das sich Ausweiten des Drei-Kasten-Systems:
      – Elendsbetreiber;
      – Elendsverwalter;
      – Verelendete.
      Es gibt zwei Lösungen.für die „Lämma“
      Entweder definiert man Elend neu, z.B. als natürlich und normal;
      oder man entzieht sich dem Zugriff der Elendsbetreiber.
      Letzteres würde sicher (auch) dazu führen, dass Menschen wieder einen direkteren Bezug zu ihrer Mit-Verursachung von Elend finden.

      Gruß
      Wolfgang

      • Mai 23, 2013 um 8:40 pm

        Dein Bild der drei Kasten gefällt mir.

        Noch ein Hinweis zum Konzept des Kindes. Ich las irgendwo, dass es vor der Zeit der Antike nicht die Idee des zu behütenden Kindes, wie wir es kennen, gab. Es war einfach Teil der Sippe und wirkte dort mit, wo es schon konnte.
        Dieses Mitarbeiten wurde im Zuge der Industrialisierung so stark, dass die kleine Körper gar nicht mehr richtig auswachsen konnten und damit zu früh starben. Und da das Militär auch auch stramme Burschen brauchte, wurde das Kinderschutzgesetz erlassen, dass das Lohnarbeiten von Kindern bis zum 14. Lebensjahr verbot.

        VG Martin

  8. Mai 23, 2013 um 7:43 pm

    Wir Menschen haben das Bedürfnis, unsere Umwelt zu gestalten. Ausnahmslos. Wer daran zweifelt, muss erklären, warum jedes gesunde Kind seinen Willen durchsetzen will. Autonomie ist ein integraler Bestandteil unserer Persönlichkeit. Wenn wir unsere Arbeit nicht maßgeblich mitgestalten dürfen, weichen wir mit unserem Engagement in unsere Freizeit aus.

    Der Gallup Engagement-Index 2012, demzufolge 85% aller deutschen Mitarbeiter nicht engagiert bei der Arbeit sind („Dienst nach Vorschrift“ oder „innere Kündigung“), verweist auf diesen Punkt. Mangelnde Gestaltungsmöglichkeit, und dazu gehört auch, die eigene Intuition umsetzen zu dürfen, ist ein wichtiger Auslöser für zerstörerischen Frust.

    gefunden in: Prinzipien der Unternehmenskultur

  9. Heinrich Schmitt
    Mai 24, 2013 um 9:17 pm

    In meinem letzten Beamtan-Dasein hatte ich auch begonnen „“Dienst nach Vorschrift““ zu machen, nachdem ich erleben durfte, wie unser Vorgesetzter die Leistungspraemie erhielt, die ihm garnicht zustand, weil die dafuer erforderliche Vorarbeit ausschliesslich von meinem Kollegen geleistet wurde, der sich sehr engagiert auch in seiner Freizeit mit der IT-Technik
    unserer Dienstprogramme beschaeftigte.
    Es ist das vorgegebene Leistungssystem, das diese Verweigerungshaltung foerdert, genauso wie in den Schulen. Ich bin ein Anhaenger der Montessori-Paedagogik. Gebt den Kindern ein vernuenftiges Angebot und sie lernen mit Begeisterung !

    • Mai 27, 2013 um 8:58 pm

      Lieber Heinrich,
      ich bin mir inzischen sehr sicher, dass wir das noch erleben werden, dass Kinder mit Begeisterung lernen dürfen 🙂 Martin

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