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Der heimliche Lehrplan die Schulpflicht betreffend

„Denn nur für das, was einem Menschen wichtig ist, kann er sich auch begeistern,
und nur wenn ein Mensch sich für etwas begeistert,
kommt in seinem Gehirn die Gießkanne mit dem Dünger in Gang,
werden all jene Netzwerke ausgebaut und verbessert,
die der betreffende Mensch in diesem Zustand der Begeisterung nutzt.“
Gerald Hüther

Ich las gestern vor dem Einschlafen noch die folgenden Zeilen des Artikels „Der heimliche Lehrplan – Worum geht es unseren Pflichtschulsystemen wirklich?“ von Clara Steinkellner in der Zeitschrift „oya 19 – anders denken . anders leben“:

Jean-Étienne Liotard: Kaiserin Maria Theresia, Öl auf Leinwand, 1762 (Wikipedia)

Kaiserin Maria Theresia ließ sich für den Ausbau der österreichischen Pflichtschulwesens ausgerechnet von den politischen Rivalen aus Berlin beraten. Von ihrem Staatskanzler sind einige Argumente für die Wichtigkeit eines ausgebauten Bildungssystems überliefert. Der Fürst nämlich braucht die „Köpfe, Arme und Geldsäckel“ für die „Verwirklichung seiner Pläne“, und „nichts ist auch geeigneter, sie zu formen, als Erziehung“. Weiter solle man „den Staatsbürgern Sitten lehren, bevor man Dienste von ihm verlangt“, dies seien ebenso unerlässliche Erfordernisse, wie es das Bearbeiten der Felder und die Aussaat sind, bevor man die Früchte ernten kann.“ Dieser O-Ton aus dem 19. Jahrhundert macht die grundlegende Schieflage deutlich, die dem staatlichen Schulsystem bis heute innewohnt: Der „Erziehungsgarten“ wird nicht für die Kinder gepflegt, damit sie mit Freude und vielen Anregungen aufwachsen und sich entfalten können, sondern der dient den Zwecken der Obrigkeit. Der Fürst blickt von oben auf das Volk herab. Die Degradierung sich entwickelnder Menschen zu „Humankapital“, über die wir heute so entsetzt sind, ist also nichts Neues. Sie war vom Beginn der staatlichen Pflichtschule an bewusst als Tendenz angelegt.

Als ich den Begriff „Erziehungsgarten“ las, dröhnte es in meinem Kopf: „Kindergarten

Ich hatte mich schon immer gefragt, warum diese Einrichtung Kindergarten genannt wurde. Der Garten ist die kleine Variante von Feld. Im Garten werden Früchte für den Eigenbedarf gezogen, um diese am Ende zu ernten und zu verbrauchen. Na klasse, sag ich da. Nun kann man das zum Glück aber auch wieder positiv betrachten, kommt es doch nur auf die Intention an, also darauf, was mit der Einrichtung am Ende bezweckt wird. Und da sind wir ja zum Glück mitten im Wandel, wie die vielen Artikel der oya 19 zum Thema „Lernorte bilden – Selbstbestimmtes Lernen steckt an“ zeigen.

Und dass die Strukturen des Bildungssystem mitten im Hype der Industrialisierung gelegt wurden, zeigt dieses kleine Video von RSA Animate mehr als deutlich auf. Zeit für eine starke Reformierung! Damit unsere Gesellschaft wieder gesundet und nicht in Depression und Burn-Out versinkt.


.
Nachtrag vom 30.06.2014: Inzwischen gibt es einen Film darüber, wie es um unsere Schule bestellt ist, und wie unsere Kinder, die zu 98% hochbegabt zur Welt kommen, am Ende der Schulzeit zum großen Teil des selbstständigen Denkens beraubt worden sind:

Kategorien:Bildung Schlagwörter: , ,
  1. April 18, 2013 um 1:32 pm

  2. LK
    April 17, 2013 um 5:39 pm

    Zum Bologna Prozess aus Sicht von Andrej Fursov

  3. April 16, 2013 um 4:09 pm

    Gerade passend erhalten:

    Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schulfreundinnen und Schulfreunde,

    in Kürze startet die zweite Berliner Volksinitiative „Schule in Freiheit“. Zu Beginn der sechsmonatigen Unterschriftensammlung findet im Haus der Demokratie eine Veranstaltung statt, zu der wir Sie herzlich einladen:

    Der erweiterte Kunstbegriff und die Schulfrage
    Was ist Leistung? Was ist Qualität?

    Vortrag und Seminar mit Johannes Stüttgen
    4. und 5. Mai 2013

    Immer mehr Menschen erleben sich mit ihren Impulsen, mit ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen eingeschränkt durch Systemzwänge – Systemzwänge wirtschaftlicher, politischer und kultureller Natur. Und immer mehr Initiativen der Zivilgesellschaft machen sich auf den Weg der Befreiung in ihrem Bereich.
    So auch die Berliner Volksinitiative „Schule in Freiheit“. Sie zielt auf ein Schulwesen, in dem die Schulen ihre Arbeit selbst bestimmen und die Leistungen der LehrerInnen und SchülerInnen aus der Kreativität entstehen können.
    Welche Qualitäten haben diese Leistungen aus Freiheit? Was können wir daraus entwickeln?

    Samstag 4. Mai 19.30 Uhr: Vorträge Johannes Stüttgen und Anna Jessen, Moderation Henning Graner
    Sonntag 5. Mai 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr: Seminar mit Johannes Stüttgen

    Ort: Haus der Demokratie und Menschenrechte, Robert-Havemann-Saal, Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin
    Tramlinie M4, Haltestelle Am Friedrichshain

    Johannes Stüttgen studierte bei Joseph Beuys und hat mit ihm die Organisation für Direkte Demokratie durch Volksabstimmung gegründet. Seit vielen Jahren ist er in Deutschland und international unterwegs mit Vorträgen und Seminaren zu Fragen des erweiterten Kunstbegriffs.

    Anna Jessen studierte Romanistik und Neurolinguistik und promoviert zur Zeit in der Psycholinguistik.

    Henning Graner studierte Mathematik und Physik und ist Mitbegründer einer Schule in freier Trägerschaft.

    Im Anhang finden Sie auch eine Einladungskarte zu der Veranstaltung zum weiterleiten an interessierte Menschen.

    Mit herzlichen Grüßen

    Ihr Schule-in-Freiheit-Team

    _______________________________

    OMNIBUS – Büro Berlin
    Haus der Demokratie
    Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin
    Tel. 030 – 42 80 43 90
    berlin@omnibus.org
    http://www.schule-in-freiheit.de
    http://www.omnibus.org

  4. Gerhard A. Fuerst
    April 16, 2013 um 2:36 pm

    Ah, Kindergarten…da war ich einst schon ein Rebell!Den hatte ich schon als kleiner Knirps geschwaenzt. Mir passte die aufoktoierte „Ordnung“ nicht. Man konnte mich schon damals kaum unterkriegen… Und dann kam die Volksschule…wo die Lehrer und der Direktor der Partei an gehoerten und man hatte versucht uns dementsprechend „zu schulen“…und zu programmieren…und dann kam das Ende der Wilkuer und angebliche Schulreformen…aber das Lehrprogramm kam vom Staat oder von der Landesregierung. Menschen wurden zu Stattsdienern erzogen. Examen und Pruefungensvorschriften kamen von oben und wurden von unten her angenommen, denn es gab keine andere Wahl, keinen Ausweg…und dann kam der Schulkabschluss und Forderungen fuer die Weiterbildung kamen entweder von der Industrie oder von den Universitaeten. Allerdings, woher weiss der Einzelne denn was wirklich wirksam und notwendig ist fuer einen nachfolgenden Erfolg? Richtlinien muss es ja doch irgendwie geben. Man muss sich danach richten koennen, ohne Befuerchtung dass man vielleicht verfuehrt oder ausgebeutet wird. So ist man notgedrungener Weise durch die Vorschlaege und Wegweisung anderer gebunden. Hoffentlich sinnvoll, hoffentlich zweckorientiert, hoffentlich auf wirklich ehrliche Oeffnung des Geistes abgezielt, und nicht nur eine Ausrichtung mit Scheuklappen…wie ein Droschkenpferd…als Zugtier…und nicht als
    wriklich gebildeter und freidenkender Mensch. Ich bin fuer sinnvolle, freie Wahl, freies und kritisches Denken, und verantwortliche Ausbildung fuer verantwortunsbewusstes Handeln durch Lehrer und Professoren die wirklich das beste Interesse der Schueler und Studenten wahrnehmen…
    Selbst als Lehrer und als Lehrbeauftragter hatte ich immer so argumentiert und so weit als nur menschlich moeglich auch danach gehandelt!
    Ich hoffe das klingt auch retrospektiv betrachtet im Nachhinein noch als sinnvoll und wirkungsvoll!
    Gruss, Gerhard A. Fuerst…der ewige Rebell gegen das Aufgezwungene!
    Es lebe die verantwortungsvolle und ruecksichtsvolle Freiheit!

    • federleichtes
      April 16, 2013 um 3:00 pm

      Ja, Gerhard, Du BIST sicher einer der Unbeugsamen. Die nicht gegen das … kämpfen müssen, aus Angst, gebeugt (verschlungen) zu werden.
      Und so glaube ich, dass diese Saatkörner der Liebe zum Leben aufgehen, aufgehen müssen, wenn sie auf fruchtbaren Boden fallen.

      Ich dachte gestern Nacht an Dich, wie’s Dir wohl geht. Danke für das Echo.

      Herzliche Grüße sendet Dir

      Wolfgang.

  5. federleichtes
    April 16, 2013 um 1:32 pm

    Je näher man dem Ungeheurlichen tritt, je schwieriger wird die Konfrontaion. Man könnte auch sagen, die Kommunikation mit ihm oder den Verstehensprozess aufrechzuerhalten bzw. fortzuführen..

    Ein Dröhnen im Kopf und das Gefühl des Gruselns sind Symptome von zu viel Nähe – zum Zentrum einer ungeherlichen Macht.
    Der kann man sich nur schrittweise annähern. Zentrales Thema ist das System. Ihm näherten sich Mystiker auf indirketem Wege. Ein weiteres zentrales Thema ist der Mensch, und auch diesem, ungleich schwereren* Thema näherte man sich mittels Psychoanalys bis an die Grenzen des Zuträglichen.
    * Weil Mensch als Beobachter und Analytiker von den Erkenntnissen persönlich betroffen wird.

    Kurze Erinnerung an meine Begegnung mit dem Lehrerehepaar auf Kreta. Nach der Information, die Pläne für eine Schulreform lägen seit Jahren in der Schublade, machte ich zu – Thema System beendet: Das Ungeheuer-liche hatte zugeschlagen. Ebenso geht es mit der Information, Segen bringende Erfindungen lägen in Tresoren, ebenso mit der Information, Politker seien Verbrecher und Psychopathen.
    Persönlich erlebte ich Ähnliches mit den Zeugen Jehovas. Aus einer mir bis heute unbekannten Quelle kamen Informationen, gegen die ihr Kraut nicht gewachsen war. Dann kehrte Ruhe ein – Thema Geist-Gott beendet.

    Schule, Wirtschaft, Politik, alles sekundäre Themen auf der Abteilungsleiter-Ebene. Von der aus man einen Blick auf die Zentrale werfen kann, und noch einen und noch einen – bis man die Zentrale immer besser versteht, welche Fäden sie in Händen hält und welche Absichten sich hinter deren Aktionismus verstecken. Dort ist die Macht des Machens, und wer ihr näher und näher tritt, wird nur dann nicht von ihr verschlungen, wenn er selber über eine Macht verfügt: Dem Bewusstsein über das System UND den Menschen UND den Plan der Schöpfung.

    In den Jahren dachte ich immer wieder an meinen ersten Tag im Kindergarten. Ein Wechsel vom Paradies in die Hölle, ein Lebensbruch als erster Schritt, Alternativlosigkeit zu moderieren. Natürlich folgten weitere Schritte, man gab sich Mühe mit mir. Allerdings auch damit, meinen Ausbruch zu gestalten.

    Ich habe Heute etwas verstanden. Eine Seilschaft muss gemeinsam den Gipfel eines ungeheuerlichen Berges besteigen. Ich meine, sie müssen dort gemeinsam ANKOMMEN, aufsteigend im Bewusstsein vom Wesen der Ganzheit. Dafür haben wir (Teil-Aspekte der Lebens-Absicht) Zeit. Ich meine, nicht nur um den Weg zu gehen, sondern DAS Unverbrüchliche in uns offenbar werden zu lassen. Und zu erkennen, dass der Aufstieg eine Kehrseite hat, das Hinab-Steigen, dass behutsame sich Annähern an die Macht, für das der Aufstieg (nur) Zweck ist. Erst in dem Bewusstsein entsteht die nötige Ruhe und lässt das Unbewegliche, Unzerstörbare in der Mitte hervor treten – oder auferstehen.

    Gruß
    Wolfgang

    • maretina
      April 16, 2013 um 3:16 pm

      „Schule, Wirtschaft, Politik, alles sekundäre Themen auf der Abteilungsleiter-Ebene.“ 😉

      Sehr schön, mein Interesse daran tendiert seit Neuestem gegen Null, da sie nur Symptome des wahn-sinnigen Systems, von dem wir Teil sind, zeigen, allerdings an diesen Stellen noch greifbar, vllt. zu durchschauen, jedenfalls an der Oberfläche.

      Danke Wolfgang, du rückst die Themata mal wieder an die Stellen wo sie hingehören, weit weg vom Dämonischen 😉 Gerhard dir übrigens auch ein dickes Dankeschön für die Kommentare weiter unten…..

      Grüße in die Runde
      Martina

      • federleichtes
        April 16, 2013 um 7:19 pm

        Ja, Nullnull, da gehört der Sch… ja hin
        Andererseits bin ich fasziniert, wie sich hier die (relativ) profanen Abteilungsleiterthemen entwickeln. Ist ja beinahe schon üblich, dass wir ziemlich rasch auf eine andere Ebene springen. Was ich übrigens als SEHR beachtlich einschätze.

        Nicht uninteressant dürfte sein, dass man selbst Dämonen ohne zu dämonisieren analysieren kann. Und: Jede Emotion schadet jeder Analyse.

        Ja, das Durchschauen. Ich glaube, wir brauchen die periphären Themen, sozusagen als Sprungbrett für eine Visite des Zentrums, auch um sich von dort aus das Symptom (besser) erklären zu können.

        Ja, Gerhard, mit Worten, die mir heute besonders angenehm waren; so klar-direkt, irgendwie kindlich. Mir ein „Goldesel“, wer sich diese Eigenschaft bewahren konnte und sie pflegt – und teilt.

        Euch einen guten Tag.
        Wolfgang

  6. April 16, 2013 um 10:40 am

    Genau richtig , ich habe beim petiitionsausschuss eine petition eingereicht die die Schulpflich mit 2/3 mehrheit ebzuschaffen sei, gleich zeitig jedes kind nur 4 stunden lernen darf
    liebe grüße an euch alle guido für dein projekt goldene philharmonie habe ich material schreibst du mir ne mail mit adresse damit ich es dit zukommen lassewn kann ?

    es geht um die folgen goldenen phil.

    gru sonne und nicht vergessen glückteilen

  7. April 16, 2013 um 10:40 am

    Auch in dieser Hinsicht ist das Buch von McKenzie Ward …. A hacker manifesto … sehr erhellend und zeigt auf WIESO, WESHALB, WARUM all das so ist, wie es ist … und vor allem WOFÜR es so ist … aber genau diese entscheidende Frage taucht auch in der Sesamstraße nicht auf 😉

    Gruß Guido

  1. September 30, 2013 um 3:02 pm

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