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Der Alternativlose ist nicht in der Mitte, und dann?

Ich möchte einen Kommentar zum Artikel Wahrheitsfindung – eine Heuristik, den Karin Desai schrieb, hier nochmals als eigenen Artikel bringen. Geht es doch um das wichtige Thema Fehlerkultur. Wo Schuld, Bestrafung und Gewissen herrscht, wird so manches unter den Teppich gekehrt und im Dunkeln so mancher Unrat vollzogen:

Heute morgen, kurz vor dem Aufwachen, hatte ich einen Traum über den natürlichen Kreislauf (Ökonomie) des Gebens und Nehmens, der mit Gesundheit einhergeht.
Wer nur gibt und nicht nehmen kann, der ist einseitig. Wer nur nimmt, und nicht gibt, der ist ebenfalls einseitig.

Unsere Wirtschaft (Profit) ist heute so daraus ausgerichtet, möglichst wenig zu geben und viel mehr dafür zu bekommen. Und dies nennt man dann Wirtschaftswachstum! Dass das ungesund ist und zu Problemen und Verstrickungen führt, ergibt sich schon daraus, dass der Kreislauf zur Pyramide geworden ist. Und früher oder später bricht dann das System zusammen. Denn Ausbeutung kann nur eine gewisse Zeitlang funktionieren. Die Natur sorgt für Ausgleich. Und der Mensch ist ein Teil der Natur.

When profit ist the motor of society, destruction is considered as progress.

Wie wir in der Natur beobachten können, braucht es einen fruchtbaren Boden, in den wir unsere Samen geben. Wenn diese schön gehegt und gepflegt werden, erfolgt ein natürliches Wachstum, durch Sonne und Regen. Also auch gewissermaßen “Schönwetter” und “Schlechtwetter”. Beides ist notwendig für das Wachstum.

Wir alle haben sogenannte “gute Seiten” und “schlechte Seiten”, wobei die “schlechten Seiten” nicht nur schlecht und die “guten Seiten” auch nicht nur gut sind. Es kommt eben immer auf das richtige Maß an. Wer nur “Gutmensch” sein will, der unterdrückt seine Schatten und die brechen sich dadurch, dass sie nicht gelebt werden und sich dadurch anstauen, automatisch auf irgendeine Art und Weise unterschwellig sehr unangenehm Bahn. Deshalb gibt es so viele Priester, die kleine Kinder vernaschen, deshalb gibt es so viel Missbrauch von Leuten, die nach außen den “Gutmenschen” leben. Wer alle seine Seiten voll anerkennt, der ist in seiner Mitte und der lebt authentisch, ehrlich und frei. Der muss keine Rollen spielen und ist somit auch glaubwürdig.

Dass auch “Schlechtwetter” für das Wachstum notwendig ist, bedeutet auch im übertragenen Sinne, dass man nur aus seinen Fehlern, die auftauchen, wenn man sich als unbewusster und unfertiger Mensch ausprobiert, lernt. Von daher sind Fehler völlig in Ordnung und nichts “schlechtes”, sofern man sie nicht unterdrückt, sie nicht “nicht sehen will” und deshalb immer wieder dieselben macht. Und deshalb heißt es auch, dass derjenige, der seine Fehler anerkennt und dazu offen stehen kann, auch ein gesundes Selbstbewusstsein hat. Er ist sich dessen bewusst, was er getan hat und kann daher auch was verändern.

Und deshalb ist auch eine Regierung, die negative Entwicklungen einfach übertüncht und versteckt, und behauptet, es gäbe keine Alternativen, auf dem Holzweg. Denn das nicht wahrnehmen Wollen einer Fehlentwicklung ist fatal, man lernt nichts aus den Fehlern, man sieht nicht hin und geht den falschen Weg einfach weiter, alternativlos. Dass das in die Hose gehen muss, versteht sich von selbst.

Karin Desai

  1. März 22, 2013 um 10:16 am

    Das kann ich als Kybernetiker/Regelungstechniker nur ganz dick unterstreichen!
    Danke für den Beitrag!

  2. maretina
    März 22, 2013 um 4:23 pm

    Das beschreibt so ganz wunderschön den ewigen Wechsel, die immerwährende Bewegung, das stetig schwingende Pendel, es ist eine Frage der Größe der Amplitude…..Eisregen verträgt nicht jede Pflanze…

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