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Was soll der Quatsch mit Gott?

Reicht uns das Wunder, das Mysterium der Existenz denn nicht?

Die Tatsache, dass es z.B. Lebewesen gibt, die Bewusstsein und Wahrnehmung besitzen und über sich selbst nachdenken können (wow!!!), sowie all die anderen abgefahrenen Phänome in der Welt, über die man nur staunen kann, müssten unsere Aufmerksamkeit und Neugier doch vollkommen in Anspruch nehmen, sodass wir weder Zeit noch Energie hätten, uns anderen Fragen zuzuwenden.

Doch irgendwie scheinen uns die Wunder der Welt nicht zu genügen: Statt dass wir uns mit dem beschäftigen, von dem wir wissen, dass es tatsächlich existiert, wenden wir uns lieber den Dingen zu, von denen wir eigentlich gar nichts wissen, noch nicht einmal, ob es sie überhaupt gibt. In diesem Fall: Gott & Co.
Nun versteht natürlich jeder etwas anderes unter Gott. Für die einen ist Gott ein allmächtiges Lebewesen, sozusagen eine „außeruniverselle Superintelligenz“. Für die anderen ist Gott eine transzendente Energie die alles durchdringt, andere sprechen einfach nur von dem Göttlichen in uns usw. Doch letztendlich bedeuten all diese Unterschiede nicht viel.
Das Co. wäre in diesem Fall: Engel, Geister, Seele, Nirwana, Inkarnationslehre und vieles mehr was mir jetzt gerade nicht einfällt. Es könnte ja sein, dass es das Eine oder Andere, ja vielleicht sogar alles davon gibt, doch ist das wirklich wichtig für uns? Sind nicht andere Dinge – irdische – viel wichtiger als Gott & Co., die doch letztendlich nur Hypothesen sind?

Ich habe einen Verdacht, der diese Fixierung auf Gott & Co. erklären könnte: Hätten vor ein paar tausend Jahre unsere Vorfahren – aus ihrer Not heraus – Gott & Co. nicht erfunden oder meinetwegen auch postuliert, hätten anschließend nicht über Jahrtausende hinweg hunderte von Generationen diesen Glauben im Denken und in den Kulturen nicht verankert und so in unsere Zeit hinein getragen, würde heute kein Schwein von Gott oder dem Göttlichen reden. Wir alle kennen Gott nur, weil man uns von „Ihm“ erzählt hat, weil man ihn uns gelehrt hat. Aus dem unabhängigen Denken heraus hat noch niemand die Assoziation gehabt, es müsse einen Gott oder das Göttliche geben. Dieses Denken oder Meinen, dass es Gott, das Göttliche gibt oder geben könnte, stammt nicht von uns. Wir sind alle indoktriniert worden und wissen nichts davon.

Deswegen schlage ich vor: Lösen wir uns von Gott und dem Göttlichen. Werden wir selbstständig und autark, emanzipieren wir uns! Hören wir auch auf, selbst Gott oder göttlich sein zu wollen oder uns so zu nennen – das läuft auf´s Gleiche hinaus. Wenn wir wirklich über unsere Vergangenheit hinauswachsen wollen, ist das zwingend nötig! Ich bin fest davon überzeugt: Wir können auch ohne Gott & Co. gut sein!
Richten wir besser den Fokus unseres Bewusstseins auf das, von dem wir wissen, dass es tatsächlich existiert, die Welt, mit allem was drin ist: Jede Menge Leid und Elend, Gewalt und Korruption usw., aber auch das Gegenteil: Liebe und Freude, Schönes, Ehrlichkeit und Hoffnung.
Richten wir besser unsere Aufmerksamkeit auf …uns!

Kategorien:Gesellschaft
  1. Gerd Zimmermann
    März 8, 2013 um 3:43 pm

    „Realität als kollektiver Traum
    Realität kann man aus vielen unterschiedlichen Blickwinkeln und Weltbildern heraus betrachten. Die rein materielle Interpretation der Realität durch eine rein wissenschaftliche Brille hat es der Menschheit ermöglicht eine hoch-technologische Zivilisation aufzubauen aber dieser Sichtweise mangelt es an tieferer Bedeutung und Sinn. Wenn man die Realität jedoch als kollektiven Traum betrachtet, so kann man das Universum als einen Feedback Mechanismus ansehen, der in Form von Symbolen mit uns kommuniziert. Die Ereignisse, die sich in der Welt abspielen, können in diesem Fall als Abbild unseres kollektiven inneren Zustands angesehen werden. Genauso wie Ereignisse und Umstände in persönlichen Leben arrangiert werden, um den persönlichen inneren Zustand des Individuums zu reflektieren, geschieht dies auch auf kollektiver Ebene.

    Solange wir uns nicht über unser kollektives Erträumen der Realität bewusst sind, scheinen wir uns auf einem Pfad der Selbstzerstörung zu bewegen. Durch das Übernehmen von Verantwortung und die Bewusstwerdung über die symbolische Dimension der Realität, können wir unser Bewusstsein erweitern und kollektive Träumer einer Realität werden, die auf ein konstruktiveres und positiveres Endergebnis zusteuert. Dieser Ansatz bedeutet keinesfalls Passivität und einfaches Rumsitzen und „Erträumen einer besseren Realität“. Aber solange wir keine gemeinsame Vision haben, wo sich unser gemeinsamer Traum hinentwickeln soll, solange bleiben auch unsere Handlungen unfokussiert, weil ein gemeinsames Ziel fehlt und somit tendieren die Handlungen dazu destruktiv zu bleiben.

    Die Erkenntnis dass unsere inneren Prozesse erhebliche Auswirkungen auf die äußere Welt haben, kann ähnlich gesehen werden, wie in einem Traum aufzuwachen und luzid zu werden (sich im Traum darüber bewusst werden, dass man gerade träumt). In der Realität luzid zu werden, geht damit einher die künstliche Trennung zwischen innerer und äußerer Welt aufzulösen.“

    Quelle: C.G. Jung

    Eigentlich haben wir nicht einmal ansatzweise angefangen, das Leben, das Universum und den ganzen Rest zu erklären.

    Für mich ist C.G. Jung einer der ganz Grossen.

    Schönen Nachmittag

    Gruss Gerd

  2. Gerd Zimmermann
    März 8, 2013 um 5:25 pm

    Ich denke, ein umfassendes Wissen über die indischen Veden ist unabdingbar um sich ein annäherndes Bild vom Universum zu machen.
    Dies sagte wohl auch Albert Einstein mal. als er die Veden in seinem Bücherregal entdeckte.

  3. Gerd Zimmermann
    März 8, 2013 um 5:32 pm

    Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.

    Diesen Satz zu verinnerlichen öffnet Horizonte.

  4. Gerd Zimmermann
    März 8, 2013 um 6:16 pm

    Heraklit darf nicht vergessen werden.

    Liebe Martina

    am eigenen Leib fühlt sich das so an.
    Zuerst denkst Du, das ist nicht wahr, das kann nicht sein, vollkommen unmöglich.

    Dann zeigt dir jemand das du nicht allein bist. Du wirst aufmerksam, siehst genauer hin. Wirst sensibel für geringe Veränderungenen. Dann erkennst Du, dass das was dir den Weg weisst aus dir kommt. Deinem Inneren. Es folgt die Erkenntnis, dass die höchste Macht in jedem Menschen wohnt. An dieser Stelle verlierst du jede Angst. Es gibt keine höhere Macht.

    Mit diesem Wissen kommt das Verständnis um die Dualität.

    Es ist ein unglaublich schönes Gefühl im denken frei zu sein.

    LG Gerd

    • maretina
      März 8, 2013 um 6:48 pm

      Die Angst ist verschwunden, stimmt, allerdings steht auch denken nicht mehr oben an, Alles hat seinen Platz, steht gleichwertig verbunden und die Mauern fallen…
      Liebe Grüße an Dich
      Martina

  5. März 8, 2013 um 6:42 pm

    Ich kann nur sagen, ich freue mich, diesen Blog gefunden zu haben. So stellte ich mir von Anfang an, als ich zu bloggen begann, Diskussionen vor. Leider stieß ich ziemlich zu Beginn meines Bloggens auf diese Atheisten, Skeptiker- und Kritikerblogs und war anfangs perplex, dass es Menschen mit solcher Ignoranz, Hass auf alles was nicht ihrem Weltbild entspricht, gibt.

    Ich dachte anfangs, hier triffst du auf Deine härtesten Gegner. Hier kann man Aufklärung schaffen, musste aber bald erkennen, was es mit GWUP, Skeptikern und militanten Atheisten auf sich hat. Und muss nach einigen Monaten immer wiederkehrender Konfronationen feststellen, dass deren Bild der Wissenschaft eigentlich nichts mit Wissenschaft zu tun hat. Es ist ein mauern.

    Natürlich ist die Frage nach Gott immer offen, wenn die aber behaupten „Gott gibt’s nicht – daher brauchen wir nicht zu philosophieren – erstmal müßte man Gott ja sehen, um dann darüber zu befinden“ erübrigt sich natürlich jede Diskussion und es bleiben nur die üblichen Beleidigungen, Verhöhungen, Spott.

    Dann dachte ich, gut, Gott im Sinne eines persönlichen Gottes, der da Regeln aufstellt und so, ist ja wirklich Quatsch, aber ihr werdet doch nicht behaupten, es gibt nichts Göttliches.
    Dann kam ich drauf, die leugnen einfach alles, und ich überlegte mir was notwendig wäre Gott zu beweisen.

    So kam ich auf die Idee, dass es eigentlich um das Bewusstsein geht. Dieses ist meines Erachtens nicht körperlich und dies lässt sich auch beweisen:

    http://neuespiritualitaet.wordpress.com/2012/06/17/ruckfuhrungstherapie-beweise-fur-die-reinkarnation-literatur-und-fallbeispiel-grace/

    Und ich suchte nach anderen Beweisen und fand auf Grund meiner langjährigen Beschäftigung mit Spiritualität, wahrer Esoterik und Wissenschaft einiges:

    http://neuespiritualitaet.wordpress.com/2012/05/18/eine-physikalische-theorie-vom-jenseits/

    Ich will Euch damit auch gerne einladen, ältere Postings von mir neu zu kommentieren. Die meisten sind entweder undiskutiert geblieben, oder wurden von „Skeptikern“ zerlegt.

    Dann fragte ich mich bald, was ist denn überhaupt noch Wissenschaft. Die lassen nichts gelten, was sie nicht glauben, und alles was sie sagen, ist belegt und bewiesen.

    http://neuespiritualitaet.wordpress.com/2012/05/27/was-gilt-denn-noch-als-wissenschaft-um-die-frage-des-lebens-dem-universum-und-dem-ganzen-rest-zu-beurteilen/

    Bis ich dann zuletzt mich dem Buch von Dr. Unzicker zugewandt habe, der deutlich aufdeckt, dass die Grundfragen der Physik (Raum, Zeit, Masse, Teilchenphysik) seit 100 Jahren keinen Schritt weitergekommen sind, dass Schwarze Löcher und Dunkle Materie nicht bewiesen sind, sondern Hirngespinste, die gebraucht werden, um ein rein materielles Weltbild am Leben zu erhalten.

    Wesentliche Annahmen der Physik sind unbewiesen!!

    http://neuespiritualitaet.wordpress.com/2013/02/17/auf-dem-holzweg-durchs-universum-alexander-unzicker-warum-sich-die-physik-verlaufen-hat/

    Das heisst es ist alles offen, was die Grundfragen angeht, eher im Gegenteil, das Paradigma wandelt sich.

    Liebe Grüße an alle!

    Bin übrigens männlich, habe irgendwo gelesen „Liebe Violet“, es ist eher der Teki, der violett als Farbe des 7. Chakras hinzugefügt hat und somit zum (engl.) Violet Teki wurde.

    • federleichtes
      März 8, 2013 um 8:07 pm

      Martin, ich hab‘ den Beitrag mal frei geschaltet.

      Alle Grundfragen des Lebens sind nicht beantwortet. Das ist mein Kenntnisstand. Natürlich sehen das einige Leute anders, und vielleicht brauchen sie für ihre Existenz Sicherheit in einem Bereich, in dem es (eigentlich) keine gibt. „Auf der Suche-Sein“ sehe ich als etwas ganz Spezielles an. Klar, Freude, eine Stufe gefunden zu haben, und man geht sie, aber man weiß ja, da kommt eine weitere Stufe – und manchmal muss man auch wieder runter von seiner „Leiter“; und zwar möglichst freudig unter dem Gesichtspunkt, keiner Täuschung augesessen zu sein. Und wer veranlagt ist, wackelige Gedanken-Konstrukte anzuhübschen und unstimmige Fakten zu negieren oder passend hinzubiegen, sollte, das meine ich, sich klarer fragen, was er eigentlich erreichen will in einer Welt, in der es faktisch keinen Status (Statik) gibt.

      Gott gibt’s nicht ist eine unzulässige Behauptung. Er existiert – definitiv – in der Vorstellungswelt der Menschen. Ob bildhaft mit Bart oder als Idiot ist dabei ebenso unerheblich, wie das Bestreiten einer geistigen Welt oder einer Naturordnung. Und bei aller Theoretisiererei lasst mich mal sagen: Selbst als die Menschen NICHTS über ihren Körper und die Zeugung von Kindern wussten, wurden Kinder geboren. Und die Menschen konnten leben ohne Geld, ohne Politik und ohne Staatsordnungen, sogar ohne Behörden. Natürlich kann man sich sonstwas zusammenreimen über seine Herkunft und seinen Lebensweg, weil Phantasterei ein Kind menschlicher Kreativität ist. Aber dem steht eben das Dogmatische gegenüber. Und warum auch nicht, wenn Vielfalt eine Folge von Kreativität ist.

      Was künstliche Regeln anrichten, demonstrierte uns die KK-Sekte eindrucksvoll – und hoffentlich nachhaltig. Vielleicht kommt ja mal die Zeit, deren geistige Auswüchse dort anzusiedeln, wo sie meiner Meinung nach hingehören: In die Abteilung Schwachsinn.

      Es wäre ja geradezu einem Wunder gleich, wenn Menschen die Schöpfungsursache in sich entdeckten – und indem sie „Gott“ liebten, ENDLICH sich selbst lieben könnten – anstatt ihre Liebe ins Nirgendwo an das Un(be)greifbare zu richten. Ich liebe mich“, „ich liebe dich“, wenn das im Grunde so Einfache und existenziell Wesentliche alternativlos nur mit einem „Gott“ funktioniert, stellen sich mir keine weiteren Fragen nach dem Sinn eines liebevollen Geistes. Weder Gott-Geist noch Liebe sind wissenschaftlich-rational fassbar. Und doch existieren sie – für einige Menschen.

      Gruß
      Wolfgang

      • maretina
        März 8, 2013 um 8:55 pm

        “ in der es faktisch keinen Status (Statik) gibt.“ Glücklicherweise. Statik ist fest und steif, unbeweglich, neigt bei Überlastung auch gerne mal zum Brechen. Das kannst du beobachten an fehlkonstruierten Brücken, Knochenbrüchen und geistig unbeweglichen Mitmenschen, Starr- und Sturheit die zu Kriegen (Krieg zwischen Staaten, Nachbarschaftskriege, Krieg gegen sich selbst) führt, immer noch. Solange bis die Lernaufgabe „Leben ist Bewegung“ verinnerlicht wird und sich in dynamische Prozesse wandelt.
        Das ist überhaupt der Punkt, wir wollen behalten was wir haben, den Status Quo aufrecht erhalten, nicht schon wieder die nächste Grenze überschreiten und wundern uns über die Schwierigkeiten und das freudlose Leben die dabei entstehen, weil Entwickelung widerstanden wird, wir uns der Bewegung verweigern, die ansonsten im Gesamten vorhanden ist.
        Genug für heute
        Martina

      • März 9, 2013 um 12:14 am

        Danke für´s Freischalten. War heute auch noch den ganzen Tag unterwegs. LG Martin

      • März 9, 2013 um 9:48 am

        Danke, ich glaub mein Kommentar blieb im A-Kismet Spamfilter hängen wegen der vier Links.

        • März 9, 2013 um 9:53 am

          Ja, ich habe die Schwelle auf drei Links gestellt. Dir jedenfalls auch Danke für diesen schönen Beitrag. Deine Beiträge werde ich mir im Laufe des Wochenendes anschauen.
          HG Martin

  6. Gerd Zimmermann
    März 8, 2013 um 8:04 pm

    „Bis ich dann zuletzt mich dem Buch von Dr. Unzicker zugewandt habe, der deutlich aufdeckt, dass die Grundfragen der Physik (Raum, Zeit, Masse, Teilchenphysik) seit 100 Jahren keinen Schritt weitergekommen sind, dass Schwarze Löcher und Dunkle Materie nicht bewiesen sind, sondern Hirngespinste, die gebraucht werden, um ein rein materielles Weltbild am Leben zu erhalten.

    Wesentliche Annahmen der Physik sind unbewiesen!!“

    Du gefällst mir.

    Gruss Gerd

  7. Gerd Zimmermann
    März 8, 2013 um 8:30 pm

    „Weder Gott-Geist noch Liebe sind wissenschaftlich-rational fassbar. Und doch existieren sie – für einige Menschen.“

    Wolfgang, für alle Menschen. Es ist unser Erbe. Die Sehnsucht nach Geborgenheit und Liebe.

    „Das heisst es ist alles offen, was die Grundfragen angeht, eher im Gegenteil, das Paradigma wandelt sich.“

    Du sprichst mir aus dem Herzen.
    Die westliche Wissenschaft hat 100 Jahre verschlafen, erwacht im Paradigmenwechsel und wird behaupten, alles Wissen habe Sie ja gewusst. So eine Falschmeldung kaufe ich keinem Nobelpreisträger ab. Das Universum dehnt sich aus und der Nobelpreisträger liefert den Raum dafür.

    Gruss Gerd

  8. Anthony
    März 9, 2013 um 11:31 am

    Armseelig, was anderes kan man nicht sagen. dann beschäftig dich mit dem was du sehen oder hören kannst, leb und stirb wie die primaten, weil das ist genau, das leben, die sie führen, schlafen, sich vermehren, essen und kacken

    • März 9, 2013 um 11:53 am

      Hallo Anthony,
      Wenn Du hier weiter mit uns sprechen möchtest, so möchte ich Dich auf unsere Nettikette hinweisen:

      wir kommunizieren hier wohlwollend

      Kritisieren ist erlaubt, aber dann bitte fair und ohne unter die Gürtellinie zu zielen. Vielen Dank für Dein Verständnis.

      Martin

    • März 9, 2013 um 3:56 pm

      Hallo Anthony,

      ich bin mir nicht ganz sicher, ob sich dein Kommentar auf meinen Text „Was soll der Quatsch mit Gott“ bezieht oder ob er allgemeinen gemeint ist. Ich glaube aber ersteres.

      Was ist falsch daran, sich mit den Dingen zu beschäftigen, die es tatsächlich gibt – also der Welt, den Menschen, dem was die Menschen machen, glauben und anrichten? Was ist falschen daran, sich mit den Zuständen, in denen die Welt ist, zu beschäftigen? Meinst du etwa, das ist alles zweitrangig oder sogar völlig egal? Meinst du, nur die Beschäftigung mit dem Göttliche, dem Überindividuellen, den Fragen, die über den Alltag der Menschen hinausgehen, sind von Bedeutung?
      Nach wie vor ist es der EINZELNE Menschen, der dafür verantwortlich ist, dass die Welt in einem so erbärmlichen Zustand ist. Zum Teil auch die Tatsache, dass viele Menschen sich lieber mit übersinnlichen Fragen beschäftigen als mit alltäglichen. Wir alle sind in erster Linie physische Lebewesen und brauchen in erster Linie in dieser physischen Welt physische Nahrung usw.

      Wenn Menschen sich in erste Linie mit dem „Übersinnlichen“, dem Göttlichen, ihrer spirituellen Ebene beschäftigen, dann ist das meist nur eine Verdrängungsstrategie: Sie sind unfähig mit der banalen, alltäglichen, widersprüchlichen Welt zurechtzukommen und flüchten sich deswegen in eine andere, heile Welt, die man problemlos nach seinen Wunschvorstellungen gestalten kann. Und das finde ich (fast schon) armselig. („fast schon“ deshalb, weil Verdrängungs- und Fluchtverhalten nur natürlich und deshalb verständlich sind.

      Liebe Grüße

      Michael

  9. federleichtes
    März 14, 2013 um 4:40 pm

    „Reicht uns das Wunder, das Mysterium der Existenz denn nicht?“

    Ja, irgendwie schon. Allein die … (oh, böses Wort, beschämt entfernt) im Vatikan können einen Menschen ein Leben lang beschäftigen. Aber leider ist dann auch „Gott“ im Spiel. Wer in seinem Namen auftritt und sich an den absoluten Schändlichkeiten dieser Welt beteiligt – Respekt vor diesem Mysterium.

    Ähnliches lässt sich mühelos auf allen gesellschaftlichen Ebenen beobachten. Galoppierender Wahnsinn, man bemüht sich redlich um Teilhabe. Das Mysterium „Nach mir die Sintflut“ beschäftigt mich auch – als Bremse für meinen Aktivismus. Ne, ich kann die Füsse still halten, da Wirtschaftsinnitiativen unsere Welt retten werden; ganz sicher.

    Und dann noch das Mysterium der Scham. Sie lungert hier vor meiner Tür herum, ich würde Vögel füttern, während Kinder verhungern. Klar, schämen ist auch noch drin – man könnte ja, wenn man nur wollte, leicht den guten Willen praktizieren und seine Existenz wirklich sinnvoll und schamfrei erfüllen.

    Schamlos Vogelfutter kaufen – Abflug ins Mysteriumch, ich geh dann mal.

    Gruß
    Wolfgang

    • März 16, 2013 um 5:05 pm

      Weder sind Pädophilie, Wahnsinn, Kurzsichtigkeits-Denken noch „Scham“ Mysterien. Ganz im Gegenteil: Es sind „Banalitäten“ unserer „kranken“ Welt. Da wird gemordet, vergewaltigt, missbraucht, betrogen, geraubt und was sonst noch, als wäre all das nichts Besonderes. Es gibt Menschen, die haben überhaupt kein Problem damit, anderen Menschen etwas Schlimmes anzutun, während andere Menschen soetwas noch nicht einmal in ihrer Vorstellung könnten. Das ist für mich sicher kein Mysterium. Ein großes Rätsel ist es aber schon: Wie kann es sein, dass ein Menschen einem anderen Menschen Schmerz und Leid zufügt und sich dabei vielleicht auch noch wohl fühlt?
      Für mein persönliches Wohlbefinden benötige ich auch das Wohlbefinden meiner Mitmenschen! Wenn ich weiß, dass mein Nachbar gerade hungert und leidet, kann ich nicht ruhig in meiner Wohnung sitzen bleiben und denken: Hauptsache mir geht’s gut. Das kriege ich nicht hin. Vielen anderen Menschen geht das Leid ihrer Mitmenschen jedoch am Arsch vorbei, ja sie empfinden sie noch nicht einmal als Mitmenschen. All das ist für mich kein Mysterium, jedoch ein Rätsel! Ich kapiere es einfach nicht und vielleicht ist das der Grund, warum es mir auffällt. Für mich persönlich sind das alles keine Banalitäten, für die meisten Menschen aber schon. Jeder sagt (mit einem Schulterzucken): „Ja klar, die Welt ist ein Irrenhaus, aber das war schon immer so, man kann nichts daran ändern.“ Dann wenden sie sich wieder ihren Alltagsbeschäftigung zu, wie Arbeiten, Konsumieren und Vergnügungen und sorgen so dafür, dass sich nichts ändert. Auch das ist für mich ein Rätsel, aber kein Mysterium.
      Ein Mysterium ist für mich: Zum Beispiel meine eigene Existenz! Wie kann es sein, dass es mich gibt? Die Tatsache meiner eigenen Existenz ist der reinste Wahnsinn! Ich werde niemals (solange ich lebe) rauskriegen warum es mich gibt und was ich bin.
      Ein Rätsel hingegen ist etwas, was man früher oder später einmal lösen wird.

      Liebe Grüße
      Michael

      • März 17, 2013 um 12:47 am

        Was mich heute noch besonders ärgert, sind die esoterischen Säuseleien, dass, wenn ich dieses Leid auf der Erde sehe, dies nur darin liege, dass es in mir selbst so aussähe. So wäre es die Welt nur ein Spiegel meines Innenlebens. Das wirkt für mich wie Ablenkung von Machenschaften weiterentwickelter Wesen, die genau wissen, wie man es anstellen kann, sich den ganzen Planeten untertan zu machen. Leider fällt ihnen dabei nicht auf, dass es ihnen selbst dabei am Ende an den Kragen gehen wird …
        Insofern scheint mir gerade die Esoterik als neue Weltreligion auf den Weg gebracht zu sein?
        Liebe Grüße Martin

        • März 17, 2013 um 8:06 pm

          Ich geh´ mir ja inzwischen schon selbst damit auf die Nerven, dass ich immer nur von Leid und Elend in der Welt spreche. Irgendwie habe ich den Blick für die schönen Dinge dieser Welt verloren oder selbst verbaut. Das finde ich nicht gut. Alles immer nur negativ zu sehen und das dann auch noch als „realistische Blickweise“ zu verkaufen, scheint eher darauf hinzuweisen, dass mein Leben selbst unschön ist. Ich projiziere mein Leben auf auf den Rest der Welt. Wenn es so ist, finde ich das schon etwas schade.
          Doch manchmal kommt es mir tatsächlich so vor, als wäre ich ein Spiegel der Welt: wie im Kleinen, so im Großen. Das was die Welt sich im Großen antut, tue ich mir im Kleinen an oder umgekehrt. Beispiele: Ich rauche (zu viel), gehe (meistens) zu spät schlafen, stehe (meistens) zu spät auf, bin inkonsequent beim Umsetzen meiner Interessen, schalte zu oft die Glotze ein (Fernseher läuft fast den ganzen Tag nebenher), verplempere meine Zeit (kriege den Arsch nicht hoch), beschäftige mich mir unrealistischen Projekten, rede zu viel von mir selbst als dass ich Anderen zuhöre, konsumiere Dinge die ich eigentlich gar nicht brauche… und Ähnliches mehr. In der Hinsicht bin ich ein normaler (genormter) Mensch und ein Kind meiner Eltern. Irgendwie findet man das, in einem anderen Maßstab, auch in der Welt wieder.
          Meine „positiven“ Eigenschaften: Ich trinke selten Alkohol (und wenn nur wenig), esse selten Fleisch (ein paar Mal im Jahr), interessiere mich nicht für Autos (habe keins und brauche auch keins), gebe anderen Leuten i.d.R. nicht die Schuld und habe Verständnis für deren Schwächen.
          Dies findet man in der Welt auch vor, wenn auch nur in geringem Umfang.
          Es könnte schon sein, dass dieses „Projizieren auf die Welt“ nur ein Trick ist, um den Einzelnen davon abzuhalten sich im kreativen (individuellen) Sinn zu entwickeln um positiv auf die Welt einwirken zu können. Letztendlich spielt es aber keine Rolle ob die Erde nun der „Planet der Verdammten“ ist (Stichwort: Karma) oder nicht. Ob der oft zitierte „Quantensprung“ in der Entwicklung Menschheit zu Beginn des „Wassermannzeitalters“ nun stattfindet?….das wäre schön.

          Liebe Grüße
          Michael

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