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Klugheit

Martin hatte mich gefragt, ob ich den folgenden Text, den er auf meinem Blog „Planet der Dummen“ auf der Seite „Klugheit“ fand, weil er so gut passen würde, auch hier posten möchte. Gerne!

Das Dilemma des kreativen/intelligenten/friedlichen Prinzips

Dieses Blog heißt zwar „Planet der Dummen“, fairer Weise muss ich aber sagen, dass es nicht nur Dummes auf diesem Planeten gibt. Ganz im Gegenteil: Es gibt sehr viele intelligente, kreative und weitsichtige Menschen und sie alle leisten Hervorragendes. Der Haken ist nur, dass das destruktive/dumme/gewalttätige Prinzip das kreative/intelligente/friedliche Prinzip stets (oder zumindest meistens) dominiert, also unterdrückt. Wenn das kreative Prinzip sich etablieren will, muss es sich jedoch gegen das destruktive Prinzip behaupten können. Das geht aber nur, wenn es Methoden anwendet, die von seinem Charakter her dem destruktiven Prinzip angehören oder zumindest ähnlich sind. Dadurch würde das kreative Prinzip destruktive Züge annehmen. Es ist nun mal schwierig, Gewalt mit Gewaltlosigkeit zu „bekämpfen“. Dieses Dilemma lässt den Prozess der Weiterentwicklung in Richtung „Freundlichkeit, Friedlichkeit usw.“ nur sehr langsam voranschreiten.

Aus diesem Grund treten die destruktiven/dummen Züge der Menschen in den Vordergrund. Und sie können nur indirekt bekämpft werden.

Klugheit oder Schlauheit unterschieden

Wenn ich von Klugheit oder Schlauheit schreibe, meine ich nicht Intelligenz. Es ist wichtig das zu verstehen. Klugheit ist nicht mit Intelligenz zu verwechseln. Außerdem gibt es verschiedenen Arten von Intelligenzen. Menschen mit einem niedrigen oder durchschnittlichen IQ können sich durchaus klug verhalten. Menschen mit einem hohen IQ können sich dumm verhalten. Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun.

Hier nun eine kleine Auswahl von „Schlauheiten“ (als Gegenteil von Dummheiten).

Schlau ist es, anderen Menschen (die man vielleicht noch nicht einmal kennt und die man vielleicht nie wieder sehen wird) zu helfen, sie z.B. dabei zu unterstützen, ihre Lebensprobleme zu bewältigen oder in den Griff zu bekommen. Das schafft ein Klima der Freundlichkeit. Letztendlich profitiert der einzelne Menschen davon. Man kann Hilfsbereitschaft Fremden gegenüber als „vorausschauenden Egoismus“ bezeichnen. Auf familiärer Ebene geschieht das ja bereits. Die Menschen helfen ihren Verwandten und stärken so ihre „persönliche Sippe“ und damit sich selbst. Je mehr Menschen es auf der Erde gut geht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es dem Einzelnen auch gut geht. Es ist also schlau, anderen Menschen etwas Gutes zu tun, wenn man will, dass es einem selbst gut geht. Freundlichkeit ist hier das Schlüsselwort.

Alle Menschen haben Schwächen, das heißt, Lebensbereiche, in denen sie nicht richtig „funktionieren“. Bei jedem ist das ein anderer Bereich. Diese Schwächen haben in der Tat eine „Funktion“. Sie sorgen dafür, dass ihr euch weiterentwickeln könnt. Eure Schwächen zeigen euch euer Potential.
Schlau ist es nun, für seine Schwächen und für die Schwächen Anderer Verständnis zu entwickeln. Das schafft Entspannung und damit den Rahmen der es ermöglicht, an den Schwächen zu arbeiten. Eure Schwächen sagen auch etwas über euch selbst aus und helfen euch, euch besser zu verstehen. Es ist schlau seine eigenen Schwächen nicht zu unterdrücken (und die der Anderen natürlich auch nicht), denn das was ihr unterdrückt, verschwindet ja nicht. Es wird von euch nur nicht mehr (richtig) wahrgenommen. Durch Unterdrückung stärkt ihr eure Schwächen letztendlich nur, sodass sie zu echten Problemen heranwachsen können, ohne dass ihr es merken. Verständnis ist hier das Schlüsselwort.

Schlau ist es, in möglichst vielen Bereichen, die nicht universell sind, eine eigene Meinung, einen eigenen Geschmack, einen eigenen Lebensstil zu entwickeln. Das hält euch gesund. Jeder Mensch sollte so individuell wie möglich sein. Natürlich solltet Ihr die Regeln wie Gesetze und Konformitäten respektieren, soweit sie für das Zusammenleben nötig sind, aber ihr solltet es nicht übertreiben. Ihr solltet darauf achten, dass Anpassung nicht in Anbiederei ausartet, doch das geschieht leider viel zu oft. Damit die Menschheit sich weiterentwickeln kann, muss sie aus möglichst vielen Individuen bestehen. Die Vielfalt ist nötig. Mut ist hier das Schlüsselwort.

Schlau ist es, ein möglichst reiches Fantasieleben zu haben.

Fantasie, besonders die träumerische, wird im Allgemeinen verachtet. Der alltägliche Konkurrenzkampf in der Menschenwelt verlangt von euch, dass ihr mit beiden Beinen auf dem Boden der „Tatsachen“ steht, und da ist nun mal kein Platz für Träumereien. Einfallsreichtum wird geschätzt, doch nur in pragmatischen Zusammenhängen. Fantasie wird, wenn sie keinen praktischen Nutzen im Alltag hat, nicht ernst genommen. „Schuster bleib bei deinen Leisten“, war ein beliebter Spruch meines irdischen Vaters.
Doch Fantasie ist sehr wichtig für die menschliche Entwicklung. Sie ist eine der Haupttriebfedern aller Entwicklung. Ohne Fantasie würden die Menschen vielleicht immer noch in Höhlen sitzen und hätten die Wände noch nicht einmal angemalt. Ohne Fantasie gäbe es wahrscheinlich keine Wissenschaft und Technik, keine Kunst und keine Literatur. Die Sache verhält sich nämlich so: Man weiß in Voraus nie, ob eine Idee kreatives Potenzial hat oder nicht. Verrückte Ideen nur deshalb abzulehnen, weil sie keinen Sinn zu haben scheinen, ist dumm. Manchmal verstecken sich die guten, brauchbaren Ideen hinter den schlechten. Um also an die guten Ideen zu kommen, muss man auch die schlechten zulassen, und das bedeutet: Blödsinn denken, albern und verrückte Ideen haben, rumspinnen, seiner Fantasie freien Lauf lassen. Ein offener Verstand ist hier das Schlüsselwort.

Euer Stirzeltuff (Michael Wolff)

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