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Wie kamen der „Wahnsinn“, das „Unbehagen“ und psychische Probleme in die Welt?

Ein anonymer Facebook-Freund hatte sich aufgrund der Diskussionen speziell rund um unsere unterdrückte Sexualität die folgende Frage gestellt und eine Antwort versucht:

Wie kamen der „Wahnsinn“, das „Unbehagen“ und psychische Probleme in die Welt?

Wie kann es sein, dass es heute eher der Normalzustand ist, von sich selbst, der Natur und allem was einem in Innersten ausmacht, abgespalten zu sein? Wie kann es sein, dass die Lüge die Normalität ist? Und wie bekommen wir ihn wieder heraus?

Nun, ich glaube, ich kann diese Frage beantworten! Es dürfte damit angefangen haben, als der Mensch „lernte“ oder sich das Gehirn um die Funktion erweiterte, die Zukunft zu planen und über sie zu Grübeln.

Nun muss man erst einmal ein wenig über den Gehirnaufbau Bescheid wissen. Das Stammhirn und das lymbische System, die Grundbedürfnisse (Ruhe/Schlafen,Sexualität, Liebe,Aggression usw.) steuern, haben sich im Laufe der Evolution NIE verändert. Sie sind bei allen Säugetieren EXAKT identisch. Und: Sie sind nach wie vor die HERRSCHER im Gehirn. Niemand kann auf eine heiße Herdplatte packen und sich per Verstand die Höllenqualen ausreden.

Diese Zentren sind aber zunächst mal auf ein relativ überschaubares und eher spontanes Leben ausgelegt. Du bist Müde? Dann gehe schlafen. Du bist aggressiv? Dann regle das! Du magst Sex? Dann habe Sex. Du hast Hunger? Dann Esse!“

Kann ich in die Zukunft sehen, ist es natürlich mit der Spontanität vorbei. Ich kann mir Dinge ausmalen wie:

„Und was ist, wenn es morgen eine Dürre gibt? Sollte ich dann nicht lieber vorsorgen?“

„Haben wir denn genug Geld für ein Kind? Was ist wenn ich arbeitslos werde? Soll ich meinen Kinderwunsch nicht lieber unterdrücken?“

„Wenn ich eine Fischfabrik baue und Mitarbeiter ausbeute, habe ich in ZUKUNFT viel mehr für mich, als wenn ich selber Fische fange“.

Nun kann es ja auch tatsächlich eine Dürre geben. Es ist ja alles nicht vollkommen an den Haaren herbeigezogen. Eine gewisse Vorsorge muss also gar nicht so falsch sein.

Das „Problem“ jedoch:
Die meisten ÄNGSTE und VORSORGEGESCHICHTEN sind den „Hauptmotivationen“ des Gehirns NACHGESCHALTEN. Einfaches Beispiel: Eine Frau die aus Angst um dieses und jenes auf Kinder verzichtet, deren Wunsch wird nicht verstummen. Es bleibt ein ewiger Konflikt.

Wird der Mensch wahnsinnig, nur weil er einmal für schlechte Zeiten vorsorgt und deshalb sein Abendessen mal um eine Stunde verschiebt? Nein, sicher nicht!

HEUTE allerdings leben wir NUR NOCH für die Vorsorge. NUR NOCH für die Sorgen. NUR NOCH für die Zukunft. NUR NOCH für die Fischfabrik. Das Zukunftsdenken hat sich VÖLLIG verselbstständigt.

——– NUN WICHTIGER ABSCHNITT – KANN JEDER MAL SELBER DRÜBER NACHDENKEN:

Bei Domian war eine Frau, der man Krebs diagnostizierte und die noch 5 gute Jahre zu leben hätte. Sie stellte danach ihr Leben VÖLLIG um, lebte endlich wie sie immer wollte. Am Ende war der Krebs harmlos. Doch sie hatte eine Einsicht gewonnen: MAN SOLLTE JETZT LEBEN und nicht in 20 Jahren! Sie sagte, diese 5 Jahre waren so erfüllen, wie ihr Leben zuvor nie war!

Aber faktisch ist es doch so – und es geht mir nicht anders: Hätte ich noch 5 gute Jahre, würde ich TOTAL ANDERS LEBEN! Und unter Umständen wären diese 5 Jahre mehr wert als die 50 „angepassten“ Jahre. Aber wir machen uns in die Hosen über Dinge die in Jahrzehnten (!!!!!!) sein könnten und versauen uns dadurch ALLES!!

——————————

Das hat aber auch so seine Gründe: ÄNGSTE haben im Gehirn (wundert ja keinen – die wilden Tiere hätten uns sonst gefressen) eine sehr starke Stellung im Gehirn. Ebenso natürlich auch die POSITIVEN Dinge. Ein scheinbar unauflösbarer Konflikt?

Fakt ist: Von selbst wird sich daran nichts ändern! Dass Menschen das glauben oder gar glauben „Es wäre normal so“, liegt daran, dass der Mensch denkt er wäre die Krone der Schöpfung. Ein „fertiges“ Wesen.

DAS ist mit Sicherheit nicht so. Wir sind wie alles was lebt UNPERFEKT und ebenso wie alles andere IM FLUSS DER DINGE. Und das „Schicksal“ wirft uns durch veränderte Umstände dann einen Brocken hin, mit dem unser Gehirn nicht einfach so klar kommt und es dann solche scheinbar unauflösbaren Konflikte gibt.

Kann man diesen Konflikt auflösen? Ich meine JA. Wir müssen uns diesen Konflikt erst einmal BEWUSSt machen. Ihn uns eingestehen. Und dann müssen wir unsere INTELLIGENZ benutzen, um das zu auszugleichen, wozu die Evolution bisher nicht gekommen ist:

EINE WELT HERSTELLEN, IN DER EIN GLEICHGEWICHT HERRSCHT ZWISCHEN <HIER UND JETZT> UND DER ZUKUNFT. EINE BALANCE FINDEN ZWISCHEN PRIMITIVEM FISCHFANG UND INDUSTRIELLER PRODUKTION!

Ein Grundeinkommen könnte tatsächlich ein Schritt auf diesem Weg sein! Es würde uns einen Teil von unseren tief sitzenden, massiven Urängsten nehmen, die uns bis aufs Mark lähmen und völlig kontraproduktiv sind!

  1. Februar 16, 2013 um 7:52 pm

    “Wie kann es sein, dass es heute eher der Normalzustand ist, von sich selbst, der Natur und allem was einem in Innersten ausmacht, abgespalten zu sein? Wie kann es sein, dass die Lüge die Normalität ist? Und wie bekommen wir ihn wieder heraus?“

    Weil es eine Notwendigkeit ist. Wie wir ihn herausbekommen ? Wenn die Notwendigkeit, in diese Richtung weiterzugehen, nicht mehr von Nöten ist.

    Niemand ist UNPERFEKT … da alles Leben genau die Rolle auf der Bühne spielt, die benötigt wird, erst dadurch kommt es überhaupt zur Dynamik des Flusses von ALLEM.

    Niemand ist besser oder schlechter, jeder IST. Einzig unsere Reaktionen bringen die Unordnung dahingehend ins Spiel, dass das GANZE fortwährend vor völlig neuen Herausforderungen steht … was jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt möglich ist.

    Intelligenz ist eine menschgemachte Schublade der Unterteilung und der Ordnung wegen. Alle Geschöpfe sind exakt so intelligent, wie es ihre Möglichkeiten zulassen und die Umgebung es erfordert. Intelligenz ist nicht untereinander vergleichbar.

    Schicksal ist nicht zufällig, sondern die Austestung des eigenen Ordnungsvermögens in Bezug auf Unordnungseinflüsse. Das Schicksal eines Blattes an einem Baum ist es loszulassen, wenn der Wind heftiger weht, als das Blatt in der Lage ist ihm zu widerstehen. Nur kehrt das Blatt in einen Kreislauf zurück. Wir Menschen sperren uns gegen das Eingbundensein in NATÜRLICHE Kreisläufe und sehen im “Wind“, der uns heimsucht einen Schicksalsschlag. Unser Verständnis entspricht somit unserer Trennung vom GANZEN.

    Hier liegt doch die Antwort auf alle Fragen des Textes … Schuld sind nicht die ANDEREN, sondern jeder selbst, der sich vom GANZEN trennt.

    Gruß Guido

    • Februar 17, 2013 um 5:25 am

      Alle Geschöpfe sind exakt so intelligent, wie es ihre Möglichkeiten zulassen und die Umgebung es erfordert. Intelligenz ist nicht untereinander vergleichbar.
      Wow Guido, es ist so einfach, klasse
      gruß Ralph

  2. Februar 16, 2013 um 7:55 pm

    “Ein Grundeinkommen könnte tatsächlich ein Schritt auf diesem Weg sein! Es würde uns einen Teil von unseren tief sitzenden, massiven Urängsten nehmen, die uns bis aufs Mark lähmen und völlig kontraproduktiv sind!“

    Löst ein Grundeinkommen unsere Probleme ? Wie wäre es mit einer Schenkkultur ?

    Im Geiste des Geschenks … http://www.kanope.de/ascentli64.html

    Gruß Guido

    • Februar 17, 2013 um 12:23 am

      Danke für den Hinweis auf den Artikel, Guido. Er schreibt das, was ich zu Beginn meines Blog vor zwei Jahren schon fühlte.

      Hier mal der Schlussabsatz:

      Der individuelle Eintritt ins Zeitalter der Wiedervereinigung ist untrennbar mit dem kollektiven Eintritt verbunden. Wenn mehr von uns tiefer in jenen Geist des Geschenks eintauchen und das Leben, wie auch die Welt, mit Dankbarkeit behandeln, werden wir nicht länger die Herabwürdigung durch sinnlose Arbeit hinnehmen und die Welt nicht länger zu einem hässlichen Ort machen wollen. Die Auswirkungen dieser Entscheidung werden schließlich in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Resonanz finden. Früher oder später ist es unvermeidlich, dass wir wieder in den Geist des Geschenks eintauchen, auch wenn das vielleicht erst stattfindet, wenn Katastrophen uns dazu zwingen, denn das liegt in der Natur der Wirklichkeit. Die Wahrheit wird sich zeigen. Hören wir auf, die Wahrheit zu bekämpfen, bevor es uns umbringt.

      So, und nun gute Nacht an Alle
      Martin

  3. Februar 16, 2013 um 8:26 pm

    Erst der Mindestlohn für alle,
    dann das Bedingungslose Grundeinkommen für Kinder (das alte Kindergeld)
    dann das Bedingunglose Grundeinkommen auf Basis ALG II für Arbeitssuchende, inkl. Abschaffung der Behörde Jobcenter
    dann das Bedingunglose Grundeinkommen für alle, inkl. Abschaffung des ARGE.
    So wird ein Schuh draus.

    Und bis dahin einfach mal das Buch
    „Das Lola-Prinzip“ von Rene Egli lesen.

    Doch Vorsicht! Die Sätze sind so einfach geschrieben, dass
    die Sprengkraft des Inhaltes evtl. verloren gehen kann.
    Ich habs bereits 1998 gekauft, gelesen und zehre noch heute davon.
    Immer wieder.
    Das ist meine Bibel.

    Und für alle anderen ist es das, was sie davon denken, das es ist.

  4. Februar 16, 2013 um 11:07 pm

    „Diese Zentren sind aber zunächst mal auf ein relativ überschaubares und eher spontanes Leben ausgelegt.“ Das ist m.E. ein schwerwiegender Irrtum in diesem Text. Die unbewussten, der Biologie und der Gesamtheit entwicklungsgeschichtlicher Erfahrung geschuldeten Strategien belegen eine Bandbreite der „Steuerung“ komplexer Vorgänge im Hirn-Körper-Umwelt-System, die jedes kogntive Geschehen um kosmische Größenordnungen übersteigt. Darüber gibt’s reichlich Literatur. (u.a. Tor Noerretranders „Spüre die Welt. Die Wissenschaft des Bewußtseins“). In aller Unbescheidenheit: nächstens auch mehr unter
    Die Entdeckung und Verstellung des Körpers:
    Wie durch „Objektivität“ dem Leib die Seele und dem Diskurs der Sinn ausgetrieben wird. Das Elend der Schulen.

  5. Ernst Duberr
    Juli 6, 2015 um 2:35 pm

    EIN GRUNDEIKOMMEN PRODUZIERT NOCH MEHR PSYCHISCH KRANKE ! Stellt euch dem LEBENSKAMPF , verdammte Warmduscher .

    • Juli 6, 2015 um 3:58 pm

      Warum schreist Du so?

      Wir haben in Deutschland reichlich Menschen, die ein bedingungsloses Grundeinkommen beziehen. Sie müssen nicht arbeiten, weil sie geerbt haben. Sind diese Menschen auch verdummt? Oder ist es nicht so, dass sie mit den erhaltenen Freiräumen ihre Potentiale erst recht entfesseln konnten?

  6. der kleine hunger
    Juli 6, 2015 um 5:54 pm

    Verdummen kann keiner. Und was „Verdummung“ mit der Psyche zu tun hat, das erklären sie mal.

    Oder halten Sie jeden Menschen mit psychischen Problemen für dumm?

    Und Ihr Bsp. mit den „Erben“ halte ich doch etwas weit hergeholt. Zeigen Sie mir eine empirisch nachvollziehbare Untersuchung/Studie die „Erben“ als Potenter erklären als den normalen Durchschnittsbürger.

    Ihre Argumentation empfinde ich als sehr befremdlich.

    • der kleine hunger
      Juli 6, 2015 um 6:03 pm

      Ergänzung:

      Herr Bartonitz,

      Sie der den Finger hebt in Richtung „Eliten“ respektive „elitären Verhalten“ etc. und dann so ein an den Haaren herbei gezogener Vergleich respektive Argumentation.

      Soetwas könnte man durchaus unter den Begriff Hypokrisie einordnen.

  7. Ernst Duberr
    Juli 6, 2015 um 11:27 pm

    Gibt es hier Leute , die nicht lesen können ? Wie wird aus VERDAMMT das WORT VERDUMMT .. Man könnte schreien , bei so viel Blödheit .

  8. Ernst Duberr
    Juli 6, 2015 um 11:56 pm

    Übrigens , jeder kann sich entfesseln , wenn er wirklich will . Aber manchmal ist es eben anstrengend . Ohne Fleiß kein Preis . Haben ,haben , haben ohne Leistung . Möglichst auf Kosten der Allgemeinheit .Der Prolet im Geiste wird sich NIE entfesseln .

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