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Lasst uns lachen und erkennen: Wählengehen bringt eh nix …

Ich habe gerade eine herrliche lyrische Kurt Tucholsy Darbietung wieder gefunden, die ich in meiner Jugend auf einer Schallplatte, die ich während eines Besuches meiner Verwandten in Rostock geschenkt bekam, kennenlernte. Kurt schrieb das 1930. Ins Szene setzte das Gert E. Schäfer in der DDR-Veranstaltung JAZZ LYRIK PROSA. Und Hand aufs Herz, das ist doch noch immer aktuell, oder?

Ein älterer aber leicht besoffener Herr, von Kurt Tucholsky

Kategorien:Erkenntnis, Gesellschaft, Politik Schlagwörter: ,
  1. Solveigh Calderin
    Februar 17, 2013 um 8:11 am

    Eine meiner Lieblingsplatten 🙂

    Gerade dieses Stück veröffentliche ich immer und immer wieder, wenn mir jemand erzählen will, wie wichtig es wäre, zur Wahl zu gehen, um nicht „den anderen“ meine Stimme zu geben, was natürlich vollkommener Unfug ist.

    • maretina
      Februar 17, 2013 um 11:02 am

      Meine oooch 😉 Gerade richtig zu Sonntagvormittag.

  2. Februar 17, 2013 um 1:02 pm

    Hallo in die Runde, da bin ich mal wieder! Aus meiner Sicht ist diese Platte, ich habe sie als CD, an vielen Stellen ein tiefer Einblick in die menschliche Psychologie. Meine Favoriten sind „der Hase im Rausch“ und „die Kuh im Propeller“.
    In diesem Zusammenhang bewegt mich etwas ganz anders, was mit diesem Beispiel auch wieder ganz deutlich wird, unsere Wurzeln. Bei all der Diskussionen, die wir momentan führen, verschieben wir die Perspektive fast ausschließlich nach außen und reduzieren es nur auf ein System, in dem wir mehr oder weniger gut funktionier(t)en, um daraus unsere Schlussfolgerungen abzuleiten. Ich lese gerade das Buch „Dritte Generation Ost: Wer wir sind, was wir wollen “ und merke das da eine ganz wesentliche Brücke fehlt, nämlich unsere Erfahrungen der 1. und 2. Generation, die ja in Ost wie West diese Gesellschaft geprägt haben, so wie sie heute ist. Ich erlebe in meinen Gesprächen, das gleiche Schweigen und Rechtfertigen, wie es mir aus den 50ern und 60ern überliefert wurde.
    Zur Zeit arbeite ich an dem Projekt „Zukunftswerkstatt Alter Markt“, http://altermarkt.wordpress.com/, intensiv mit, was mein Fernbleiben hier ein wenig erklärt. Aber auch hier stelle ich die gleichen Parallelen fest. Auf der anderen Seite erlebe ich gerade dadurch auch Menschen, die einfach anfangen und kluge Ideen entwickeln und einfach anfangen. Das macht mir Mut.
    Viele Grüße com Mike

    • Februar 17, 2013 um 5:18 pm

      Hallo Mike,
      schön, das Du mal wieder vorbei schaust 🙂

      Zum Verständnis noch was zum Buch:

      Über 2,4 Millionen Ostdeutsche erlebten die Wende von 1989 als Kinder und Jugendliche. In der DDR geboren, aber in der vereinten Bundesrepublik erwachsen geworden, haben sie einzigartige Umbruchserfahrungen gemacht. Sie sind dadurch zu doppelten Vermittlern geworden – zwischen den Generationen und zwischen Ost und West. Eine Rolle, die sie nun selbstbewusst wahrnehmen wollen und für die sie ihre eigene Sprache gefunden haben.In diesem Buch denken 33 Autoren über ihre Wurzeln, ihre Herkunft, ihre Chancen nach. Sie stellen Fragen an die Altersgenossen, die Elterngeneration und die Westdeutschen. Sie blicken nach vorn und entwerfen Pläne für die Zukunft Deutschlands. Die Dritte Generation Ost mischt sich ein: als Ideengeber, Gesprächspartner und Macher.

      VG Martin

  3. maretina
    Februar 19, 2013 um 7:11 pm

    Der Staat muss untergehen, früh oder spät, wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.

    Friedrich Schiller aus: Demetrius

    • Februar 19, 2013 um 7:30 pm

      Der wusste es schon genauso wie Goethe. Sie waren einfach zu früh …

      Gerd wies mich heute auf den Schluss der Märchen hin:

      Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.

      Und es gäbe in den alten Märchen noch viel mehr Hinweise zu unserer Wirklichkeit. Auch noch ein schönes Thema zum Abarbeiten 🙂

      • Februar 19, 2013 um 8:25 pm

        Da sich in den Märchen die über Jahrhunderte, vielleicht sogar Jahrtausende gesammelten Weisheiten finden, lohnt es sich immer, sie anzusehen, anzuhören, zu lesen.
        In ihnen wird genau beschrieben, was folgt, wenn der Mensch das eine oder andere tut oder die eine oder andere Charaktereigenschaft hat. Sie dienen also der humanistischen Erziehung der Kinder und Erwachsenen!

        Genau DARUM sind sie ja auch verschwunden worden!

      • maretina
        Februar 19, 2013 um 9:48 pm

        Nur so am Rande, ich glaub ja, dass, wäre Schiller der Feuerkopf älter geworden, würden wir uns weit öfter über ihn als über Goethe austauschen, ihn zitieren.
        Wie folgendes Zitat doch zu diesem Blog passt:

        „Da war kein Profaner, keine Eingeweihter zu sehen,
        Was man lebendig empfand, ward nicht bei Toten gesucht.
        Gleich verständlich für jegliches Herz war die ewige Regel,
        Gleich verborgen der Quell, dem sie belebend entfloß.
        Aber die glückliche Zeit ist dahin! Vermessene Willkür
        Hat der getreuen Natur göttlichen Frieden gestört.
        Das entweihte Gefühl ist nicht mehr Stimme der Götter,
        Und das Orakel verstummt in der entadelten Brust.
        Nur in dem stilleren Selbst vernimmt es der horchende Geist noch,
        Und den heiligen Sinn hütet das mystische Wort.
        Hier beschwört es der Forscher, der reines Herzens hinabsteiget,
        Und die verlorne Natur gibt ihm die Weisheit zurück.
        Hast du, Glücklicher, nie den schützenden Engel verloren,
        Nie des Instinkts leibende Warnung verwirkt,
        Malt in dem keuschen Auge noch treu und rein sich die Wahrheit,
        Tönt ihr rufen dir noch hell in der kindlichen Brust,
        Schweigt noch in dem zufriednen Gemüt des Zweifels Empörung,
        Wird sie, weißt du’s gewiß, schweigen auf ewig wie heut,
        Wird der Empfindungen Streit nie eines Richters bedürfen,
        Nie den hellen Verstand trüben das tückische Herz –
        O dann gehe du hin in deiner köstlichen Unschuld,
        Dich kann die Wissenschaft nichts lehren. Sie lerne von dir! “
        (aus „Der Genius“ Friedrich Schiller)

    • Februar 19, 2013 um 8:14 pm

      Es gibt nichts Neues unter der Sonne

      König Salomon in der Bibel

  4. Februar 22, 2013 um 7:38 pm

    Und noch etwas Lyrik darüber, was inzwischen normal ist in D:

  5. Februar 22, 2013 um 7:46 pm

    Und die Isländer schon wieder:

    Ihr Paradeprojekt dabei ist die Verfassungsreform: Sie soll dafür sorgen, dass sich die Isländer ihr politisches System im buchstäblichen Sinn wieder zu Eigen machen. Und sie soll obendrein den Beweis erbringen, dass Gesetzgebung ohne Parlament, dass Politik ohne Politiker tatsächlich möglich ist und erfolgreich sein kann.

    gefunden in: Island versucht sich an Politik ohne Politiker
    25 Bürger des Inselstaates, vom Gymnasiallehrer bis zur Theaterregisseurin, schreiben an einer neuen Verfassung, die nach der Krise Vertrauen schaffen soll.

  6. März 31, 2013 um 11:05 pm

    Und damit wir es auch verstehen, ganz genau zuhören, was uns Herr Seehofer zu unserem Politksystem zu sagen hat, sprich warum wir am Ende nicht wählen gehen müssen:

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