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Freier Wille – oder: Der unvermeidliche Vorgriff

Wolfgang hatte uns auf einen Blog aufmerksam gemacht, auf dem ich ein wenig stöbern war und fand zum Thema des freien/bedingten Willens, das uns derzeit umtreibt, noch was Passendes:

… alle Schätzungen sind voreilig und müssen es sein. Endlich ist das Maß, womit wir messen, unser Wesen, keine unabänderliche Größe, wir haben Stimmungen und Schwankungen, und doch müssten wir uns selbst als ein festes Maß kennen, um das Verhältnis irgend einer Sache zu uns gerecht abzuschätzen. Vielleicht wird aus alledem folgen, dass man gar nicht urteilen sollte; wenn man aber nur leben könnte, ohne abzuschätzen, ohne Abneigung und Zuneigung zu haben!

JAAAA! Hören wir einfach auf mit dem Be-werten und damit Ent-werten. Nutzen wir die anderen Sichten einfach für ein weiteres Erkennen, oder?

Der unvermeidliche Vorgriff.

  1. Januar 30, 2013 um 8:40 am

    Zum obigen Zitat passt auch das Folgende aus der selben Quelle:
    „Mancher findet sein Herz nicht eher, als bis er seinen Kopf verliert.“
    (Friedrich Nietzsche)

  2. Januar 30, 2013 um 10:12 am

    Wir müssen aber ständig bewerten, abschätzen, be-urteilen, ver-urteilen! Das ist lebenswichtig!

    Würden wir damit aufhören, würde uns das nächste Auto auf der Straße erfassen und umbringen.
    Würden wir damit aufhören, könnten wir Ungerechtigkeit nicht mehr erkennen und empfinden, und wir würden darum dagegen nichts unternehmen. Wir wären geradezu willenlos!
    Würden wir damit aufhören, wären wir gefühllose Wesen, die unfähig sind, irgend eine Situation abzuschätzen und/oder zu beurteilen, kurz willenlose, tumbe Sklaven, die willen- und gefühllos zusehen, wie ihre Nachbarn und schließlich sie selbst erst bis aufs Blut ausgepresst und dann abgeschlachtet werden.

    Selbst Tiere schätzen ab, wägen ab, beurteilen ständig!

    Dieses Verhalten und das Streben nach dem Zitat oben ist also unbedingt abzulehnen, wenn wir MENSCHEN bleiben wollen!

    • Januar 30, 2013 um 10:41 am

      Ja, so gesehen, gebe ich Dir Recht. Das Einschätzen durch Bewertung ist wohl lebenswichtig.
      Dagegen dürfte das Urteilen kritischer zu sehen sein. Damit wird subjektiv aufgewertet oder abgewertet. Eben ver-urteilt. Wen ich mir anschaue, was das „ver“ in der Regel ist, dann geht es um ein „ver-rücken“ aus der akzeptierten Mitte. Das kann selbst wieder subjektiv gut oder schlecht sein. Also besser erst gar nicht ver-urteilen sondern akzeptieren und höchstens darauf hinweisen, dass es auch anders gehen könnte und damit zuträglicher?

      • Januar 30, 2013 um 11:45 am

        Auch dieses Ver-urteilen ist (über-)lebenswichtig!
        Lässt Du einen Mörder in Deine Wohnung, nur weil Du nicht ver-urteilst?

        Die wirtschaftlichen und damit geselschaftlichen Umstände determinieren das Verhalten der Menschen.
        Ist die Gesellschaft räuberisch, verbrecherisch, mörderisch, wird es logisch auch der einzelne Mensch.
        Der Zustand des einzelnen Menschen ist das genaue Abbild der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen er zu leben gezwungen ist. Schau‘ Dich in der Welt um!

        Es ist immer wieder dieselbe Frage, merkst Du das? Sowie ich das eine vom anderen löse und GETRENNT betrachte, und GETRENNT zu lösen versuche, MUSS es in die falsche Richtung gehen!

        • Januar 30, 2013 um 12:05 pm

          Stimmt auch wieder. Ich würde anstelle

          Ist die Gesellschaft räuberisch, verbrecherisch, mörderisch, wird es logisch auch der einzelne Mensch.

          lieber noch

          Bedingen die Prinzipien des Gesellschaftssystem räuberisches, verbrecherisches, mörderisches Verhalten, so wird es logisch in der Regel auch der einzelne Mensch. So lange, bis das System kippt und die Menschen sich bewusst werden, dass es anders werden muss, um das Überleben nachhaltig zu sichern.

          formulieren 🙂

        • Januar 30, 2013 um 1:26 pm

          Absolut einverstanden! 😀

  3. Gerd Zimmermann
    Januar 30, 2013 um 10:13 am

    Nicht Be-werten kommt dem neutralen Mittelpunkt sehr nahe und damit dem Ursprung.

  4. Januar 30, 2013 um 3:03 pm

    Ich hab noch etwas zum Thema unbewusste Bewertung vom gleichen Autoren gefunden, was nachdenklich macht:

    Liebe auf den ersten Blick

    davon träumt fast jeder und jede. Literatur, Film und Fernsehen variieren sie tausendfach, und nichts beschäftigt Menschen – vom Wetter abgesehen – mehr, als »Beziehungskisten«.
    Was passiert aber bei jenem »ersten Blick«?
    Was bestimmt den Verlauf eines handfesten »Knatschs« in der Familie?
    Blicke, Gesten, Töne…
    wirken gleichzeitig mit der Sprache und untrennbar von ihr: in der Liebesszene genauso wie im Streit. Sie bestimmen den unvermeidlichen und unverkennbaren emotionalen »Hintergrund« des Zusammenlebens.
    Diese »Körpersprache« ist uns normalerweise nicht bewusst, mehr noch: sie bewusst beherrschen zu wollen, hieße ebensoviel wie beim Aufstehen jeden Muskel vom Zeh bis Kopf einzeln zu dirigieren. Wir würden nie fertig.
    Wir – und das heißt vor allen Dingen: unsere Gefühle – hängen also davon ab, dass der unbewusste Teil der Kommunikation genauso routiniert und unbewusst funktioniert, wie die Muskelbewegungen beim Aufstehen. Aber während beim Aufstehen nur ein Körper agiert, wirken bei der Kommunikation mindestens zwei Körper und ihre gegenseitige Wahrnehmung dynamisch aufeinander ein:
    Die unbewussten Signale der Körpersprache entscheiden über Sympathien und Antipathien ebenso wie über den Verlauf von Gesprächen und Verhandlungen – oder den Erfolg von Stars in den Medien.

    • federleichtes
      Januar 30, 2013 um 4:24 pm

      „JAAAA! Hören wir einfach auf mit dem Be-werten und damit Ent-werten. Nutzen wir die anderen Sichten einfach für ein weiteres Erkennen, …

      Deine spontane AKTION.

      „… oder?“

      Und das?

      Liebe auf den ersten Blick. Ich behaupte, ein GEFÜHL ist IMMER richtig. Falsch kann nur die Unterscheidung von Gefühl und Emotion sein – also wenn eine Emotion als Gefühl bewertet wird.

      Liebe auf den ersten Blick ist auf den zweiten Blick nicht selten eine emotionale Reaktion, entstanden (grob) aus der Hoffnung der Bedürfnisbefriedigung. Ich glaube, mit Blick auf eigene Erfahrungen, ein (Über-)Maß von fundamentalen Übereinstimmungen in einer Begegnung reicht aus für das Auslösen einer starken Erregung.
      Wau! Ist das nicht ein wunderbares Fließen.

      Das Problem entsteht erst durch ein Fixieren, ein Festhalten, das Konsservieren-Wollen dieser Erregung. Und es könnte gleich der Beobachtung eines wunderbaren Schmetterlings sein – fängt man ihn und BESITZT ihn, ist sein Zauber verflogen.
      Einfangen will Geist. Das mal am Rande.

      Liebe fesselt nicht, sondern befreit von Fesseln. Liebe kennt den Wert der Freiheit aus sich selbst heraus – und fördert, ganz natürlich, das ihr Wesens-Eigene. Liebe sorgt dafür, dass Schmetterlinge fliegen können.

      Ich schätze mal, einfacher geht’s kaum noch: Eins und Eins ist Alles, außer etwas GREIFBARES.

      Danke, Martin.

      Wolfgang

      • Januar 30, 2013 um 4:39 pm

        wunderbar!

        Liebe fesselt nicht, sondern befreit von Fesseln. Liebe kennt den Wert der Freiheit aus sich selbst heraus – und fördert, ganz natürlich, das ihr Wesens-Eigene. Liebe sorgt dafür, dass Schmetterlinge fliegen können.

      • Januar 30, 2013 um 8:25 pm

        Eins und Eins ist Alles, außer etwas GREIFBARES.

        Ja.
        Danke, Wolfgang.

    • Januar 30, 2013 um 8:17 pm

      Stimmt. Unser Körper ist nicht in der Lage zu lügen. Er spricht immer die Wahrheit, auch wenn wir das gar nicht wollen – und der Gegenüber versteht die Sprache des Körpers, nimmt die Signale auf und reagiert entsprechend, auch wenn die Körpersprache etwas anderes aussagen mag als die gesprochenen Worte.
      Die Kommunikation Körper – Körper ist direkter und darum schneller. Ich denke sogar, dass diese Kommunikation nicht unbewusst ist, sondern lediglich schneller als unser Denken und unsere Sprache ist…. Dennoch kann ich lernen, auf diese Sprache bewusst zu achten und so viele Missverständnisse und Zwist vermeiden – ich kann sie im Normalfall aber nicht bestimmen…

      Darum lernen Schauspieler, Politiker und Redner auch als erstes ihre Körpersprache zu beherrschen – und zielgerichtet einzusetzen! Man kann auch sagen, sie lernen, selbst mit ihrem Körper zu lügen! Da dies – wie der Autor so sehr richtig beschreibt – absolut schwierig bis unmöglich ist, gibt es meiner Meinung nach drei Wege dafür:

      1. Der Sprecher weiß, dass er lügt, aber muss so in die Lüge eintauchen, dass er im Moment des Sprechens glaubt, es wäre die Wahrheit.

      2. Der Sprecher muss sich in die Rede „hineinleben“ – wie das ein Schauspieler tut. Er legt, während er seine Rolle spielt – das ICH völlig ab und nimmt das andere ICH völlig an (je vollkommener er das kann, desto „besser“ der Schauspieler). Es handelt sich also auch hierbei um eine Lüge.
      Ohne diese Fähigkeit, „in andere Rollen zu schlüpfen“, könnten wir uns aber zum Beispiel nie Romeo und Julia im Theater ansehen. Also wäre das für Schauspieler zu akzeptieren, aber sonst nicht? Ich denke, so ist es. Denn in einem Film oder Theaterstück, weiß der Zuschauer, dass der Schauspieler nur so tut als ob. Bei den Politkern wird aber so getan, als würde der jeweilige Politiker die reine Wahrheit erzählen – und da fängt der bewusste Betrug und die bewusste Lüge an – weil kein Gleichgewicht eingehalten wird, der Zuhörende nicht darüber informiert wird, dass hier nur so getan wird als ob. Darum ist auch die Entrüstung so groß, da dieser Betrug und diese Lügen heute immer deutlich zu Tage treten.

      3. Der Sprecher lernt einfach, seinen Körper völlig ruhig zu halten. Das macht Madame Merkel. Auch dadurch kann ihr Körper sie nicht der Lüge überführen.

      Wie wir gesehen haben, wird dem Körper in den beiden ersten Wegen vorgegaukelt, was gesagt wird, sei wahr – im dritten Fall wird er einfach nur zur Ruhe gezwungen.

      Da alle drei Methoden im Grunde eben DOCH Lügen sind, gehe ich davon aus, die Menschen, die sich ihrer bedienen, tragen über kurz oder lang schwere psychische Schäden davon. Kein Mensch kann sich selbst auf Dauer belügen, betrügen und vergewaltigen.

  5. federleichtes
    Januar 30, 2013 um 3:43 pm

    „… alle Schätzungen sind voreilig und müssen es sein.“

    Die zentrale thematische Einlassung ist „Schätzung“.
    Schätzungen erfolgen, wenn nicht genügend Wissen/Informationen über eine Dynamik vorliegen. Schätzungen entstehen aus objektiven UND subjektiven UND intuitiven Informationen und bilden das, was wir Bewusstsein nennen.
    Wenn ich den Verfasser des Eingangstectes richtig verstanden habe, geht es ihm nicht um Real-Bewertungen, sondern eher um VOR-Verurteilungen, die aus persönlichen Befindlichkeiten entstehen.
    Hier gilt mir die Regel: Eine Nacht drüber schlafen, um das Emotional-Subjektive zu beruhigen.

    .Solveigh:
    „Würden wir damit aufhören, könnten wir Ungerechtigkeit nicht mehr erkennen und empfinden, und wir würden darum dagegen nichts unternehmen. Wir wären geradezu willenlos!“

    Unsere Gesamt-Gesellschaft wird dominiert von Ungerechtigkeit. Wer da noch schätzen muss, bitte sehr. Aber nicht hinter jedem Busch lauert der Meister dieser Macht. Und selbst wenn, wer wollte etwas gegen ihn unternehmen. Ich schätze mal, dass es mindestens zwei Wege gibt, nicht seiner Ungerechtigkeit anheim zu fallen:
    Seinem eigenen Bild von Gerechtigkeit folgen,
    zumindest jedoch sich nicht an Ungerechtigkeiten beteiligen.

    Offensichtlich:

    „Würden wir damit aufhören, wären wir gefühllose Wesen, die unfähig sind, irgend eine Situation abzuschätzen und/oder zu beurteilen, kurz willenlose, tumbe Sklaven, die willen- und gefühllos zusehen, wie ihre Nachbarn und schließlich sie selbst erst bis aufs Blut ausgepresst und dann abgeschlachtet werden.“

    bist Du in dem Glauben, eine analytische Schätzung sei GLEICH der folgenden Aktion oder Re-Aktion.
    Analyse geschieht jedoch nur auf der geistig-informativen Ebene und liefert NUR die Grundlagen für ein Handeln oder eine emotionale Erregung – ODER verweist auf die Gefühlsebene.

    Manch einer machte seine „guten“ Erfahrungen mit rein-analytischen, relativ „kalten“ Entscheidungen, manch einer entscheidet nur nach Gefühl, und manch einer entscheidet im Konsens von Gefühl und Information. Manchmal entsteht in mir auch der Eindruck, ein Mensch würde zeitweise nicht „selber“ über die Schlussfolgerungen seiner Wahrnehmungen entscheiden können; das ist gewisserweise natürlich nur eine subjketive Einschätzung. Und wäre ohne entsprechende Erfahrungen rein spekulativ.

    Allen einen guten Tag.

    Wolfgang

  6. Januar 30, 2013 um 6:47 pm

    “ Müssen“ dieses Wort, furchtbar. Da wird Zwang in ganz besonderer Weise impliziert. – Wir müssen gar nichts zwanghaft, dem Zwang verhaftet, tun, schon gar nicht ver-, be-,ur-,teilen. Zuallererst zwängen wir uns damit ja selber ein. Und wenn noch ein Mensch meint einem anderen seine Sicht der Dinge aufdrängen zu müssen, auf das der dann auch ja tut was nach unmaßgeblicher Meinung des ersteren getan werden muss, die Mauern wachsen und wachsen und wachsen.
    Würden wir EIN-FACH tun was angebracht ist, dazu gehört auf der Straße achtsam sein, und unserem ureigenen natürlichen Interessen dient, als da sind z.B. satt werden mit LEBENS-MITTELN, sauberes Wasser, Energie, Wohlbehagen, Freundschaft, Liebe, Respekt, dynamischer Frieden (Die Aufzählung entbehrt der Vollständigkeit und entspricht KEINER WERTung) müssten wir auch nicht mehr müssen, dann würden wir wollen, ganz frei und willig.
    Solveigh, Deine Kommentare haben was von diesem „Muss“ und kann schon sein dass genau an der Stelle die „Jalousien runtergehen.“
    Liebe Grüße
    Martina

  7. Januar 30, 2013 um 8:37 pm

    Da das Geld aber nur EIN – allen sichtbarer und von allen verwendeter – Teil des Privat-Eigentums an Produktionsmitteln (KAPITAL) ist, muss zwingend das auf Kapital basierende Wirtschaftssystem abgeschafft werden.
    Das Geld allein ist nicht die Lösung, wenn es auch von außerordentlicher Wichtigkeit ist, dass wir das Herz des Kaptials treffen – das Geld!

  8. Januar 30, 2013 um 10:37 pm

    Ganz kleine Kinder sind sehr unvoreingenommen, haben keine Vorbehalte, achten nicht auf Äußerlichkeiten, kennen kein Misstrauen, keine Vorsicht. Durch Erfahrungen, aber auch ganz oft durch „Einflüsterungen“ (Medien, Nachrichten, übles Gerede) ändert sich diese vertrauensvolle Lebenseinstellung. Je öfter das Vertrauen enttäuscht und missbraucht wurde, je intensiver und mächtiger die Einflüsterungen, desto mehr wird das Leben von Angst und Misstrauen vergiftet. Ich denke, jeder von uns trägt so eine Portion Gift in sich. Es ist eine ganz und gar traurige Angelegenheit.
    Misstrauen und Verurteilen können aber das Leben nicht beschützen. Vertrauen macht nicht gefühl- und willenlos, sondern offen.

    Susanne

    • Januar 30, 2013 um 10:48 pm

      Vertrauen darf nicht blind sein.
      Das wird schon im „Rotkäppchen“ anschaulich erzählt!
      Es gilt, nicht in das andere Extrem zu fallen.
      Offenheit hat nichts mit blindem Vertrauen in Alles und Jeden zu tun.

      • Januar 30, 2013 um 11:41 pm

        Und da ist sie wieder, die Polarität. Ich bin Dir noch immer das Buch schuldig, in dem ich darüber las, dass Entscheidungen aus dem Herzen heraus keine Gegenpole hätte. Ich meine es war im Buch Karawane der Freude: Wie aus Enge Weite wird

        • Januar 31, 2013 um 12:56 pm

          Ja, unser Leben besteht aus Polarität. Und unsere Aufgabe als Menschen ist es, die Polaritäten zum Ausgleich, ins Gleichgewicht zu bringen. Nicht, sie zu negieren – und damit ins andere Extrem zu fallen!

    • Januar 30, 2013 um 11:36 pm

      Vertrauen ist die einzige Chance zusammenzukommen, zu kooperieren. Wie anders hätte das funktioniert, wenn nicht so, damit unsere 90 Billionen Zellen unseres Körpers uns selbst als Wesen lebenlassen. Was für ein Chaos das wäre, würde die Zellen konkurrieren: Krebs.
      Danke, Susanne

      • federleichtes
        Januar 31, 2013 um 12:37 am

        Federleichtes schreibt hier ja wieder doppelflügelig. Nicht das der Blog das Fliegen anfängt.

        Lieber Martin,

        natürlich ist Vertrauen wichtig für Gemeinschaft, unabdingbar für ein fruchtbar-konstruktives Miteinander.
        Wo aber beginnt Vertrauen, wenn nicht im Menschen selbst. Wie wächst Vertrauen IM Menschen, wenn nicht in einer gesunden Gemeinschaft, zu Zweit, zu Mehreren.

        Nein, Vertrauen darf nicht blind sein. Für mein Leben galt, und wird weiter gelten:
        ALLE Menschen sind gut, das Gegenteil müssen sie beweisen. Diese Grundeinstellung kann ich mir jedoch nur leisten, weil ich SEHR aufmerksam bin und NICHT schutzbedürftig: Ich vertraue mir. Allerdings auch nicht blind!!!

        Vertrauen mag unter Freunden entstehen, Freunden, die WISSEN, dass sie konzertiert-gegenseitig aufeinander aufpassen und füreinander-unbedingt einstehen.

        In diesem Sinne.

        Wolfgang

        (das Video Dr. Noack – WAU!)

      • Januar 31, 2013 um 12:54 pm

        Auch hier widerspreche ich, Martin. Denn blindes Vertrauen würde unseren Körper binnen Minuten völlig zerstören, würden doch die Fresserzellen, unsere Immunabwehr jeden Krankheitserreger in den Körper eindringen lassen.
        Das Ende dieses im blinden Vertrauen gefangenen Körpers darfst Du Dir selbst ausmalen!

  9. federleichtes
    Januar 30, 2013 um 11:17 pm

    Vielleicht sollten wir uns fragen, warum uns diese Geschichte und ähnliche Geschichten SO erzählt werden. Wer sind alle und jeder? Das sind auch Du und ich. Um sich zu retten, hätte das Rotkäppchen auch der eigenen Großmutter misstrauen müssen. Und vielleicht ist es besser beim Blumen pflücken gefressen zu werden, als sich 100 Jahre in der dunklen und kalten Hütte zu verkriechen und nie die Blumenwiese im Sonnenschein betreten zu haben.

    Susanne

    • Januar 31, 2013 um 12:51 pm

      Für mich erzählt Rotkäppchen die Geschichte von der Gefahr des blinden Vertrauens.
      Glaubst Du alles, was Dir erzählt wird und folgst ungeprüft jedem Ratschlag eines jeden Menschen, der Dir über den Weg läuft, landest Du im Bauch des Wolfes!

      Oder wie meine Oma immer sagte: Vorsicht heißt die Mutter der Porzellankiste.

      Blindes Vertrauen kann tödlich sein, wie Rotkäppchen deutlich beweist. Und dabei hatte sie noch Glück, dass sie und die Großmutter von ihrer Mutter und dem Jäger befreit wurden!

      Deine Sicht, Susanne, ist sehr weit hergeholt und geht an dem wirklichen Leben und der im Rotkäppchen erzählten Lebens-Weisheit völlig vorbei!

      Außerdem unterschlägst Du, dass Rotkäppchen ja am Wegesrand genügend Blumen, Sonnenschein und Schmetterlinge gefunden hatte!
      Der Rat der Mutter war: Komme nicht vom Wege ab! Auch das ein Satz von tiefer Weisheit! Sagt er doch ganz deutlich: Folge nur und ausschließlich dem von Dir gewählten Pfad und lass‘ Dich nicht durch salbungsvolle und liebliche Worte und wunderschön gemalte Bilder davon abbringen, denn das stürzt Dich und Deine Umgebung ins Unglück!

  10. federleichtes
    Januar 31, 2013 um 2:55 pm

    Wir sind beim Freien Willen.
    Den wir betrachten unter dem Aspekt, ihn sich entfalten zu lassen in einer gefährlichen Welt (des Bösen), deren Gefährlichkeit es (im Vorgriff) einzuschätzen gilt.

    Der Anfang der Geschichte, ein Kind wird ausgezeichnet – das rote Käppchen signalisiert: DAS ist SIE.

    Das Ende der Geschichte erklärt die Notwendigkeit für DIESES Kind, DIESEN Weg zu gehen: Den Wolf, Sinnbild für DAS Böse, zu vernichten.

    Hätte Rotkäppchen um die Gefährlichkeit DES Weges gewusst, wäre sie den Weg sicher nicht gegangen. Insofern kann es nicht IHR Weg gewesen sein, sondern es war IHR Vertrauen, dass sie DIESEM Weg folgte.

    Wer wen ins Unglück stürzt?
    Es sind nicht die Rotkäppchen dieser Welt.
    Es sind nicht die, die dem Leben vertrauen.
    Wer wen wohin stürzt, ist noch nicht entschieden, liebe Solveigh.

    Wenn die Prophezeiung im Rotkäppchen-Märchen sich erfüllt, verschlngt DAS Leben das Böse. WEIL Menschen dem folgen, was das Leben gebietet: Vertrauen in die Lebensmacht.

    Allen einen guten Tag.

    Wolfgang

    • Januar 31, 2013 um 3:30 pm

      Womit wir zum Integralen Bewusstsein kommen: Es braucht Jene, deren Vertrauen missbraucht wird, um den anderen die Erfahrung zu präsentieren, damit das zuträglichere Verhalten daraus abgeleitet werden kann?

      • federleichtes
        Januar 31, 2013 um 4:23 pm

        Du gehst sicher davon aus, der Mensch HÄTTE das Integrale Bewusstsein – was immer das für jeden bedeutet – und ordnet damit das Geschehen.
        In sich?
        Oder das Geschehen AN-SICH?
        Oder das erkennend, was OBJKTIV zuträglich ist?

        Die Frage ist doch, ob der Mensch – im Sinne eines Freien Willens – als OrdnungsMACHT tätig ist,
        oder ob der Mensch
        – im Rahmen EINER strukturellen Ordnungsmacht und
        – ordnend im Sinne einer GESTALTENDEN MACHT wirkt.

        Ich sehe den „Missbrauch von Vertrauen“ im Rotkäppchen-Märchen NICHT.
        Sondern ich „sehe“, dass aus dem Vertrauen heraus das Böse vernichtet wird – das erst das UNSCHULDIGE oder/und UNBEDINGTE Vertrauen die Vernichtung des Bösen möglich macht.

        Versetze Dich in die Lage, ein Spielfeld zu betreten mit der GEWISSHEIT, es als Sieger zu verlassen.
        Das Gefühl des sicheren Sieges erlaubt Dir ein paar Optionen. Du KANNST kreischen, zetern und Mordio brüllen. Du KANNST auch winseln und die Stiefel der Gegner lecken. Du KANNST auch lächeln oder kreischend lächeln, oder zähneknirschend die Notwendigkeit des knochenbuddelns proklamieren, während du weißt, dass Du ein „Hufeisen“ im Handschuh trägst.

        Es kommt tatsächlich weniger auf Begriffe an, um etwas zu begreifen, sondern auf ein Gefühl, von dem man ergriffen IST.
        Das Gefühl gestaltet nicht Beliebigkeit, es macht nur das Notwendige erträglicher – und erfolgreich.

        Gleich kommen „handfeste Bilder“.

        Herzlich.

        Wolfgang

    • Januar 31, 2013 um 9:26 pm

      Das ist eine andere MÖGLICHE Deutung des Märchens.
      Vielleicht stimmen beide.
      Ich wünsche mir, Deine wäre stimmiger. Gerade jetzt.

  11. Januar 31, 2013 um 5:22 pm

    Liebe Solveigh,

    und trotzdem glaube ich an das:

    „Unberührte, Unverwundete, das an das Gute glaubt, keine Zweifel am Leben hat und keine Angst vor dem Tod,…“ (Clarissa P. Estés)

    Hätte ich diesen Glauben nicht, wäre ich in der blutrünstigen Szenerie, die du beschreibst. – Das wäre kein Ort für mich, das wäre kein Leben für mich! Lach mich nur aus. Aber während du bis an die Zähne bewaffnet im Gemetzel stehst, stehe ich mit einem Blumenstrauß im Sonnenschein und beobachte Schmetterlinge.

    …des Menschen Wille ist sein Himmelreich.

    Susanne

    Wenn der Wolf mich dann wirklich gefressen hat, dann hast du halt Recht gehabt.

    • Januar 31, 2013 um 9:44 pm

      Du schätzt mich völlig falsch ein. Aber das sei Dir unbenommen.

      …des Menschen Wille ist sein Himmelreich.

      Amen.

  12. Januar 31, 2013 um 10:11 pm

    Tja, da bin ich wohl in die Falle des Bewertens und EInschätzens getappt.

    Sagen wir mal so: Es gibt die Welt, die du beschreibst UND es gibt die Welt, die ich beschreibe. Sie existieren beide. Nicht für jeden, aber für viele sind beide Welten offen. Ich kenne auch die Welt des Betruges, der Ausbeutung, der Brutalität und Grausamkeit. Und ich kenne eine Welt voller Frieden, Unschuld, Harmonie und Schönheit. Und ich fühle mich gesegnet, weil ich in dieser Welt leben KANN.

    Sicher braucht es Menschen wie dich, die mit dem Finger immer wieder auf die Missstände zeigen. – Aber es braucht auch Menschen wie mich, die mit dem Finger auf das Schöne und Gute zeigen. Wir dürfen diese andere Welt nicht aus dem Blick verlieren, uns im Elend verlieren.

    Shalom

    Susanne

    • Januar 31, 2013 um 10:46 pm

      Womit wir so immer wieder in die Mitte kommen, und auch das ist gut so 🙂

      Ich wünsche Allen eine gute Nacht 🙂 Martin

    • Januar 31, 2013 um 11:23 pm

      Wir dürfen diese andere Welt nicht aus dem Blick verlieren, uns im Elend verlieren.

      Sehr richtig. Darum bin ich so oft ich kann in der Welt voller Frieden, Unschuld, Harmonie und Schönheit.

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