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Wie die Begeisterung von Schülern von der Mentalität ihrer Lehrer abhängt …

Dass die Beurteilung von Schülern von der emotionalen Verbindung ihres Lehrers zu ihnen abhängt, dürfte mittlerweile kein Geheimnis sein. Je nach Nasenfaktor kann bevorzugt werden oder eben nicht, im schlimmsten Fall gar schikaniert. Ob bewusst oder unbewusst, am Ende fehlt es an Objektivität. Und wenn wir wissen, wie wichtig am Ende die Zensuren sind, die den weiteren Werdegang beeinflussen, dann sollte uns diese Systematik zu denken geben.

Wie stark die Abhängigkeit von der persönlichen Struktur einer Lehrkraft ist, konnte ich im Herbst letzten Jahres beobachten. Ich bin ausgebildete Lehrerin und biete inzwischen als selbständiger Coach Schulen an, Klassen auf ihren Fahrten zu begleiten und mittels Spielen zum Thema Kooperativen zu erfahren, wie sich das Miteinander hierbei anfühlt.

Kooperation war auch der Anknüpfungspunkt mit Martin. Wir hatten uns in einer Facebook-Gruppe zum Thema Matriarchat kennengelernt und uns vor einem Jahr von dort gemeinsam auf den Weg gemacht, die Facebook-Gruppe Kooperation statt Konkurrenz zu gründen. Die Gruppe hat inzwischen fast 300 Mitglieder und reichlich Material zusammengetragen.

Nun aber zurück auf den Punkt. Ich hatte zwei Gruppen begleitet, deren Verhalten unterschiedlicher nicht hätte sein können. Als Aktion hatte ich einen Niedrigseilgarten mit verschiedenen Aufgaben vorbereitet:

  • eigene Geschicklichkeit erfahren
  • arbeiten mit dem Partner
  • gegenseitiges Beobachten
  • sich unterstützen, helfen

Je intensiver die Interaktionen zwischen den Schülern genutzt werden, desto mehr Fortschritt, d.h. Erfolg beim Lösen der Bewegungsaufgaben stellt sich ein. Ziel dieser Art der Aktion ist es, nach einer gewissen „Trainingszeit“ als Gruppe eine bestimmte Mindestpunktezahl (in diesem Fall 50) zu erreichen. Die Klasse erhält von mir einen Preis, der untereinander geteilt wird – Je mehr Punkte, desto besser (dieses Mal waren es “gängige” Getränke).

Mitgefahren waren zwei gerade neu zusammen gestellte Klassen (FOS – 11. Klasse -> 17/18-jährig). Die Schüler und Lehrer kannten sich erst seit 7 Tagen.

Klasse A:
Die Lehrkraft war distanziert, trocken, wenig emotional nach außen, sehr abgegrenzt.
Die Klasse wenig anstrengungsbereit, mit wenig Freude am Tun, abwartend herumstehend, nur wenige brachten sich ein, die Mädchen wenig aktiv. Am Ende waren die Schüler mit einer geringen Punktezahl (54) zufrieden.

Klasse B:
Die Lehrkraft schwungvoll, dynamisch, humorvoll, sehr aktiv.
Die Klasse war mit großem Eifer bei der Sache, Mädels und Jungs sind gleichermaßen aktiv, es wird viel gelacht, die Lehrer (weibliche Klassenleitung und ein Mann als weitere Begleitperson) werden mit einbezogen – beim Punkte sammeln fiebern sie mit. Am Ende waren 64 Punkte eingesammelt.

Anmerkung: Beide Klassen reisten mit 21 Schülern an. Von Klasse A meldeten sich am Morgen des Anreistetages vier (!) Schüler krank, von Klasse B ein Schüler.

Bemerkenswert fand ich, dass bereits nach so kurzer Zeit (7 Tage) sich Schüler und Lehrer so stark aufeinander eingestellt hatten. Ich erfuhr nachträglich, dass auch bereits im Unterricht die Schüler ein vergleichbares (!) Verhalten zeigten:

  • die einen antriebslos mit wenig Eigeninitiative und wenig Mitarbeit, schwer begeisterungsfähig!
  • die anderen sehr aktiv mit viel Schwung und Neugierde.

Zudem bedankten sich Schüler der Klasse B abschließend bei mir für den tollen Vormittag, obwohl es an diesem Tag außergewöhnlich kühl war und die Bäume noch vom Regen der Nacht ständig nachtropften.

Dieses hier beschriebene Phänomen, dass die persönliche Struktur des Klassenlehrers auf die Motivation, sprich BeGEISTerung der Schüler abfärbt, ist eigentlich immer auffällig. Tragisch ist dann am Ende allerdings die Abhängigkeit von den Noten. Die Einen haben Glück und werden begeistert und die Anderen schauen in die Röhre. Fair ist das wohl eher nicht. Glücksspiel eben.

Meine Erfahrung nach einer ganzen Reihe solcher begleiteten Aktionen ist, dass Klassen, bei denen die Lehrkraft distanzierter ist, die Schüler mehr streiten, und der Klassenverband in konkurrierende Grüppchen zerfällt, die eine Kooperation erschwert.

Wer weiß, dass Lehrkräfte im Studium nicht auf die emotionale Bildung von Klassenverbänden trainiert werden sondern nur auf das methodische Erlernen von Wissen, den muss das allerdings nicht wundern …

Eure Marietta Weiser

  1. Gerhard A. Fuerst
    Januar 24, 2013 um 1:35 am

    Man muss die Jugend begeistern koennen, und man muss dabei mit gutem Beispiel vorausgehen. Junge Leute lassen sich anfeuern, and anspornen, und auch gut leiten, und sie folgen dann auch mit entsprechender Begeisterung. Man muss aber auch die Faehigkeit haben die Leitung und die Verantwortung fuer die zu erreichenden Ziele mit den Schuelern zu teilen. Man muss Verantwortung, Planung und Aufgaben uebertragen koennen, und Probleme muessen gemeinsam geloest werden. Die Teilnahme ist bedeutend, und die Chance sich beweisen zu koennen. Es darf sich niemand ausgeschlossen fuehlen oder uebergangen werden.

  2. federleichtes
    Januar 24, 2013 um 9:39 pm

    Dass im Schulwesen einiges „tragisch“ verläuft, dürfte unschwer auch am dauerkrankten und frühpensonierten und dauerentnervten Schul-Unwesen-Personal ablesbar sein.

    Mich interessiert, wie Sie über die Möglichkeiten UND die Gestaltung einer ERHEBLICHEN Verbesserung in der Beziehung Kind – Eltern – Schule und Wirtschaft denken, oder noch genauer, fühlen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Wolfgang Jensen

    • Gerhard A. Fuerst
      Januar 24, 2013 um 10:19 pm

      Fuer meine Begriffe muss eine kooperative Gemeinsamkeit gebildet werden. So wie ich es aus weiter Sicht gesehen noch in Erinnerung habe: Lehrer in der Heimat werden von staatlichen Universitaeten oder Hochschulen ausgebildet und fuer den Unterricht vorbreitet. Das Lehrprogramm wird von Kultusministerien im Staat gestaltet und in den jeweiligen Laendern entpsrechend eingefuehrt und von den Lehrern pflichtgetreu / pflichtgemaess ausgeuebt. Schueler haben da keinen oder kaum einen Einfluss. In wiefern Eltern daran beteiligt sind kann ich im Moment (und von USA gesehen) nicht genau beurteilen. Elternvereinigungen haben sicherlich auf das allgemeine Milieu in den Schulen einen gewissen Einfluss, aber in wiefern sie an der Gestaltung des Lehrprogramms beteiligt sind, darueber bin ich nicht mehr so genau informiert. Aus meiner eingenen Erfahrung, als ehemaliger Schueler an der Oberrealschule Dinkelsbuehl (mit Abitur 1957) kann ich nur sagen, dass das Lehrprogramm in seiner Gesamtheit von den Eltern in keiner Weise beeinflusst werden koennte. Man hat einfach genommen was geboten und verlangt wurde, vielleicht in der Annahme dass es die „Experten“ doch besser wissen. Da gab es also keinerlei Dikussion. Eltern wurden nur informiert ueber den Fortschritt und das jeweilige Betreagen und Verhalten des Schuelers, hatten aber in sonstigen Dingen keine Rechte oder keinen Einfluss. Vielleicht sollte man Eltern auch mit in die Gestaltung des Lehrprogramms einbeziehen? Dabei kommt es natuerlich auch an in wiefern die Eltern dabei ein aktives Interesse bezeugen. Vielleicht waere eine aktivere Beteiligung vorallem auch der aelteren Schueler sinnvoll? Vielleicht ist somit die Gestaltung einer Gemeinsamkeit in der Gestaltung der Zukunft der Schueler eine konstruktive Idee? Das sind zu klaerende Fragen und Vorschlaege zur Guete, hoffentlich sinnvoll! Fuer meine Begriffe, wenn der Zwang nur von „oben“ her kommt, dann sind die erzwungenen Resultate vielleicht nicht allzu befriedigend? Man muss das Gespraech mit einander fuehren.

      Gerhard A. Fuerst
      Lehrer & Lehrbeaurtragter, i.R.
      (Adjunct Professor of Social Science.
      Western Michigan University, retired)
      Kalamazoo, M I, USA
      G1st@aol.com

      • federleichtes
        Januar 24, 2013 um 11:02 pm

        Was Sie schreiben, ist ein Anfang; dafür gab’s den Daumen.

        Warum werden Kinder nicht als freie Menschen geboren? Weil sie in einem System landen, über dessen Vorstellungen von Freiheit kein einziges Kind lachen wird – wenn es mal begriffen hat, was das System im Schilde führt.

        Martin schickte gerade ein Video „Rote Pille“. Ja, das böse Volk der Gleichgültigen und Unrechts-Unterstützer. Was bringt es, diese Menschen zu beschimpfen, wenn sie als unfreie Kinder in ein System wuchsen, in dem Ungeheuerliches geschieht.

        Heute Mittag schrieb ich mit Gerd Zimmermann über DAS Ungeheuer, welches das Geschehen global und in den Menschen stuert und kontrolliert. Nein, er sieht das Ungeheuer nicht. Das aus einem süßen Baby ein Gewaltverbrecher heraus tritt – na ja, daran gewöhnte man sich scheinbar.

        Was denken Sie über Ihr Leben, Herr Fuerst?
        Alles richtig gemacht?
        Wie viele Gespräche mit welchen Forderungen, die die Vernunft gebieten, konnten Sie in den Jahren mit wem erfolgreich führen, um das methodische Vergewaltigen unserer Kinder zu verhindern?

        Ich sehe uns in einem Teufelskreis stecken, umringt von frohlockenden Dämonen, der Herrschaft der Gewalt(en) treu ergeben. Sie sind nicht gesprächsbereit, keiner von ihnen.

        Belehren Sie mich eines Besseren?

        Herzlich grüßt Sie

        Wolfgang Jensen

        • Januar 24, 2013 um 11:22 pm

          Wobei wir wieder bei dem Thema des bedingten/freien Willens sind. Die Mechanismen hinter unserer Sozialisierung langsam zu erkennen, hat bei mir 52 Jahre benötigt. Demnach ja, wer ist sich schon darüber bewusst, welches Rädchen er in diesem Konstrukt in gutem Gewissen mitdreht.
          Da bleibt nur abzuwarten, dass es immer mehr werden, die das erkennen, so dass wir die nächste Stufe unseres Bewusstseins, hin zu einem kooperativen WIR finden. Das sollte dann die unnötigen Leiden unserer Mitwesen auf dieser Erde von dieser Erde wieder verschwinden lassen …

        • Gerhard A. Fuerst
          Januar 25, 2013 um 12:22 am

          Was denken Sie über Ihr Leben, Herr Fuerst?
          Alles richtig gemacht?

          Vielleicht hilft das als eine Antwort, wenigstens zum Teil?

          Lektionen des Lebens.

          Erst das Alter gewährt uns
          Weißheit destilliert aus Erfahrung,
          Gesasmmelt durch vielfältiger Fehler
          Reichhaltig an fruchtbarer Nahrung.

          Jeder weiß dies erst später,
          Denn nicht in der Jugend,
          War es so einfach und leicht
          Zu meistern die Tugend.

          Man gewinnt an Kenntniss
          Schritt um Schritt mit der Zeit,
          Aber das Wissen erwirbt nur
          Wer zum Lernen ist bereit.

          Es geht nicht nur bergauf,
          Oft rutscht man rasch wieder runter.
          Nur mit redlicher Müh’
          Bleibt man dabei mutig und munter.

          Nicht alles ist problemlos,
          Besonders für junge Leut,
          Auf ihrer langen Wanderung
          Von Gestern nach Heut.

          Sie erhoffen und erstreben
          Einen erfolgreichen Morgen,
          Und ersehnen sich ein Leben
          Ohn’all Kummer & Sorgen.

          Aber trotz aller Bestrebung
          Und mühsamem Suchen,
          Kann man nicht immer
          Sofortige Erfolge verbuchen.

          Wer äußerst hastig handelt,
          Oder mit allzu heftiger Manier,
          Endet erschöpft & geschunden
          Wie ein selbstgejagtes Tier.

          Wer gierig nach Befriedigung
          Liegt wartend auf der Lauer,
          Findet selten Erfüllung seiner Lust,
          Selbst nach langer Dürre & Dauer.

          Nicht sofort und von selbst,
          Nicht auf das erste Mal,
          Erfüllt sich jeder Wunsch,
          Oder erschließt sich das Ideal.

          Nicht jeglicher Saft,
          Gepresst aus reifen Reben,
          Wird zu süßem Wein,
          Und erleichtert das Leben.
          Nicht jegliches Vergnügen,
          Nicht jeder ersonnene Genuß,
          Führt zu persönlichem Glück,
          Und vertreibt allen Verdruß.

          Bemängelt wird zwar oft,
          Gefordert wird sehr viel,
          Aber wer gewillt ist zu lernen,
          Kommt mit Sicherheit ans Ziel.

          Nur mit Geduld, Hingabe,
          Energie, Fleiß und Kraft,
          Wird aus Träumen Wirklichkeit
          Erfolgreich geschafft.

          In hochtürmenden Wolken,
          Luftschlösser lassen sich leicht erbau’n,
          Aber nur als Bilder der Phantasie
          Sollte man solche Strukturen beschau’n.

          Suche nicht am Firmament
          In Hoffnung auf irdisches Glück,
          Sondern erbau’s Dir ganz bewußt
          Auf Erden, Stück um Stück.

          Man sagt zwar: Vom Himmel
          Fiel noch nie ein Meister.
          Solche werden es aber doch,
          Die bemüht sind zu bannen gute Geister.

          Sei also bereit zu tun
          Was wird fordernd gefragt,
          Somit bleibt auch Dir
          Der Erfolg nicht versagt.

          Aber erst später im Alter,
          Wenn weit entfernt liegt die Jugend,
          Weiß man gewiß zu meistern
          Die Taten der Tugend.

          Wissen & Weißheit
          Reifen in uns aus Erfahrung,
          Gekräftigt und gestärkt durch
          Uns’rer Fehler sehr ergiebigen Nahrung.

          Gerhard Albert Fürst
          12. Oktober 2001

  3. federleichtes
    Januar 25, 2013 um 12:55 am

    Danke, Herr Fuerst.
    Ich glaube, ich konnte Sie verstehen.

    „Sei also bereit zu tun
    Was wird fordernd gefragt,
    Somit bleibt auch Dir
    Der Erfolg nicht versagt.“

    Im Vers davor sprechen Sie von Guten Geistern. Ob man sie als Mensch bannen kann? Oder ist die Chance, von Schlechten Geistern gebannt zu WERDEN, viel größer?

    Warum sollte ich meine real-unvermeidlichen Unfähigkeiten als Fehler bezeichnen. Im Werk eines vollkommenen Schöpfers scheint mir das gar die reinste Form der Blasphemie. Selig ward ich geboren, selig will ich sterben. Mal sehen ob das funktioniert in einer Welt der relativen Unfreiheit.

    Herzliche Grüße an Sie, und Dank, uns an Ihren Erfahrungen teilhaben zu lassen.

    Ihr

    Wolfgang Jensen

  4. Januar 25, 2013 um 1:29 pm

    gerade gefunden:

    Der Erzieher muss so wirken, dass er gewissermaßen das Wahre, Gute und Schöne dem Kinde nicht bloß darstellt, sondern es ist. Was er ist, geht auf das Kind über, nicht, was er ihm lehrt.

    Rudolf Steiner

    • Marietta Weiser
      Januar 27, 2013 um 1:57 am

      Danke, Martin, für das Zitat von Rudolf Steiner. Genau das ist es, was ich immer wieder bei meinen Aktionen beobachten kann (und auch bei meiner Tätigkeit als Förderlehrerin in der Schule erlebt habe). Eventuell sind meine Beobachtungen nur „Binsenweisheiten“. Leider nutzt dies unseren Kindern in der Schule wenig, da keine Konsequenzen gezogen werden. Nicht jeder, der eine pädagogische Ausbildung hat, hat auch die Fähigkeit, zu Kindern bzw. Klassen eine tragfähige belastbare Beziehung aufzubauen. Einfach nur Wissen zu vermitteln ist nicht genug! „Was er ist, geht auf das Kind über, nicht, was er ihm lehrt.“ Und Lehrer, die „nur“ Wissen vermitteln können, haben eigentlich in der Schule nichts verloren.

      • Januar 27, 2013 um 2:39 am

        In meinen Augen gehört dazu, begeistern zu können.
        Kinder via Empathie abholen zu können und ihnen das anzuleiten, was sie gerade brauchen.
        Sie nicht zu ver-urteilen sondern sie zu ermutugen…

        • federleichtes
          Januar 28, 2013 um 4:33 am

          Lieber Martin, in meinen Augen gehört zum Leben ein bisschen Realitätssinn. Vorhin schaute ich mir das Video von KenFM zu Mali an. Wau, gut gemacht. Wenn nur die Hälfte stimmt:
          Deutschland MUSS funktionieren im Konzert der Weltmächte und deren wirtschaftlichen Interessen. Insofern ist klar: ALLES muss hier funktionieren, AUCH Schule. Insofern erscheint mir folgerichtig:
          Feige, verlogene Politker, feige, gleichgültige Eltern, eine mediale Verblödungsmachinerie, eine gnadenlos profitorientierte Wirtschaft – in concert. Bravo, Deutschland funktioniert.

          Und mitten in diesem unsozialen Tohuwabuhu erstrahlt die Lehrerschaft und motiviert Kinder?

          Wozu eigentlich?

          Das hätte ich Frau Weiser gefragt, wenn nicht wieder mein Höflichkeits-Syndrom zugeschlagen hätte. Ich schrieb diesen Beitrag einzig, um einen Text von Susanne zu veröffentlichen: ihr war das zu blöd, mir eigentlich auch, aber als ehemaliges Mitglied im Elternrat einer Waldorfschule und mit einigen Kenntnissen über die Lehren Rudolf Steiners, würdige ich mal die Arbeit Susannes und den Menschen Susanne. Die konntest Du jedenfalls mit Deinen wohlemeinenden Worthülsen nicht begeistern. Aber lies selbst:

          Ja, Waldorf-Pädagogik ist fein. Soweit ich weiß, zahlt man dort so um die 300 € Schulgeld pro Monat. Es ist also eine Schulform für eine feine, kleine Elite von Kindern, deren Eltern sich sowieso schon verschärft Gedanken über die Erziehung und die schulische Versorgung ihrer Kinder machen.

          Die Mehrzahl unserer Kinder besucht jedoch Regelschulen und viele Eltern machen sich nur wenig Gedanken über die Erziehung ihrer Kinder. Diese Kinder kommen nun nicht in die anheimelnde Atmosphäre einer Waldorf-Schule, sondern in oft desolate Schulgebäude, in denen nicht mal die Raumtemperatur so ist, dass vernünftiges Lernen möglich ist, mit kaputten Fenstern, die entweder nicht richtig schließen oder sich nicht öffnen lassen und uralten Heizkörpern, an denen sich die Temperatur nicht regeln lässt (die Stadt hat kein Geld für eine Renovierung), mit Toiletten, die immer wieder von einzelnen Schülern verwüstet und verunreinigt werden, mit Schülern, die andere schubsen, rempeln, beschimpfen. Sie kommen in Klassen mit MINDESTENS 28 Schülern, demnächst sollen es in NRW auch wieder 30 werden, die Lehrer wechseln nach fast jeder Stunde. Pro Quartal werden Noten gegeben, es müssen Arbeiten geschrieben, Leistung gemessen werden. Wöchentlich hat der Klassenlehrer – wenn er Glück hat – 45 Minuten, in denen er sich den Sorgen und Nöten seiner Klasse widmen kann. Zur Klassenpflegschaftsversammlung erscheinen in Klasse 5 noch fast alle Eltern, in Klasse 7 noch 4! Ruft man eine Mutter an, um ihr mitzuteilen, dass ihre 12-Jährige blau macht, bekommt man zur Antwort: „Was wollen sie denn jetzt von mir hören?“ Unter den 28 Kindern einer Klasse sind durchschnittlich zwei bis drei mit erheblichen Sprachproblemen, d. h., die weder vernünftig (Deutsch) lesen noch schreiben können, weitere drei bis vier mit erheblich auffälligem Sozialverhalten… Nur ein paar Stichpunkte, ich könnte hier Seiten um Seiten füllen.

          Ich mag meine Klasse, ich habe fast alle Kinder meiner Klasse gern, und ich gebe jede Menge meiner Energie und Lebenszeit für diese Kinder. Aber auf jeden so einzugehen, wie es seine persönlichen Voraussetzungen erfordern würden, ist mir einfach nicht möglich, oder ich müsste mein gesamtes Privatleben opfern. Das brauche ich aber für mein eigenes Kind und um Kraft zu schöpfen für all die Anforderungen, die Schule noch an einen Lehrer stellt und die permanent hochgeschraubt werden. Und dann kommen noch all die Vorurteile über faule Lehrer, über unfähige Lehrer, über Lehrer, die die Kinder nicht begeistern können. Manchmal bin ich es wirklich leid, mir das alles anzuhören oder immer wieder zu lesen. Manchmal möchte ich einfach alles hinschmeißen. Wie in allen Berufsgruppen gibt es solche und solche Lehrer und ganz viel dazwischen. Aber wir können ganz bestimmt nicht die Welt retten und alles auffangen, was in Gesellschaft und Elternhaus in der Schieflage ist.

          Allzeit standen die klugen Könige, Kardinäle, Generäle, Direktoren, Wissenschaftler und Professoren auf den Bühnen und ergossen ihre absoluten Gewissheiten über die Armseligen.
          Und?
          Was ist daraus geworden?
          Jemals etwas Besseres?
          Oder gar Schlechteres?

          Wie sagtest Du kürzlich: Wir müssen da durch?

          Gruß
          Wolfgang

          • Gerhard A. Fuerst
            Januar 28, 2013 um 5:05 am

            Es ist nicht alles so wie es sein koennte oder sein sollte, aber man darf sich nicht unterkriegen lassen. Ich kenne das allzu genau aus eingener Eerfahrung. Wie man hierzulande zu sagen pflegt: „If you cannot stand the heat, get out of the kitchen!“ Ich war selbst im Lehrberuf und habe hier nahezu 4 Jahrzehnte auf auf verschiedenen Ebenen geschafft, geschuftet, mitgemischt, und mitgekocht…so zu sagen…aber nicht mitgepanscht. Die Panscherei kommt von den Politikern und den angeblichen Experten. Man darf sich als Idealist nicht einschuechtern lassen. Man muss seine Ueberzeugungen vertreten und verteidigen. Man muss nur das Beste vom Besten geben. Die Schueler und Studenten erwarten das. man darf sie nicht verbittern, Man darf sie nicht endtaeuschen. Man darf sie nicht erboesen. Man muss sie ueberzeugen dass man mit ihnen und in ihrem Interesse den Weg zusammen geht. Man muss auch miteinander lernen und arbeiten. Das ist eine Gemeinsamsaufgabe, eine Kollektivpflicht. D.h. man muss den Schuelern zeigen dass man selbst davon ueberzeugt ist dass Lernen eine Lebensaufgabe ist!
            Dazu gehoert Mut und Hingabe und Ausdauer. Es kostet aber auch Kraft und Energie, Aber man kann dann mit gutem Gewissen in Pension gehen, nach gut und gewissenhaft verrichteter Arbeit, nach ehrlich vollbrachten Leistungen!…Und man ist den Dank all seiner Schueler iund Studenten zeit des restlichen Lebens sicher!!!

            I fought nearly four decades in the trenches
            on behalf of good education!
            My advice: Hang in there! Be tough!
            Do not allow yourself to be victimized!
            Do not allow yourself to be intimidated!
            Fight the good fight!
            It is for a good cause!

            Gerhard A. Fuerst
            Lehrer & Lehrbeauftragter. i.R.
            Adjunct Professor of Social Science, retired
            Kalamazoo, MI, USA
            G1st@aol.com

          • Januar 28, 2013 um 7:45 am

            Hallo Susanne,
            ich kann besonders Dich gut verstehen, als eine Lehrerin, die genau sieht, was schief läuft, und im Rahmen dessen, was möglich ist, das möglich Beste für die Schüler und Dich selbst herauszuholen.
            Genauso geht es vielen Eltern, die genauso sehen, aber auch nicht viel machen können, besonders jene, wie Du schreibst, die aufgrund des Einkommens die Regel sein müssen.
            Bleibt nur, weiter aufzuklären und es das Bewusstsein anderer zu schärfen. Bis das Schalter rum geht, und wir in ein neuen Zeitalter gehen.
            Und der Schmetterling nach vielen Geburtswehen aus der Puppe entflattert …
            Liebe Grüße, Martin

    • Januar 27, 2013 um 7:59 pm

      Steiner prägte ja auch das Wort von der „Erziehungskunst“. In dem Sinne zu verstehen, dass die Anlagen, Talente des Kindes erkannt werden, das Kind dahingehend gefördert wird, diese seine Besonderheiten aus sich selbst heraus an zu wenden. Dazu gehört u.a. ruhige, vorurteilsfreie Beobachtung und eine gefestigte Persönlichkeit.
      Nun sind nicht alle Menschen gleich befähigt, auch Lehrer nicht. Jedoch ist der Lehrer authentisch, und das ist das was Kinder sofort spüren, dann verzeihen sie ganz großmütig, wenn Lehrer mal was danebengeht. Und natürlich ist es ausgesprochen wichtig Begeisterung zu wecken, bei unterschiedlichen Kindern auf unterschiedlichen Gebieten, je nach Interessenlage, aber die Chance auf Begeisterung sollte vorhanden sein.
      Martina

  5. federleichtes
    Januar 28, 2013 um 1:08 pm

    @ Gerhard A. Fürst

    „… 4 Jahrzehnte auf auf verschiedenen Ebenen geschafft, geschuftet, mitgemischt, und mitgekocht…so zu sagen…aber nicht mitgepanscht.“

    Hallo Herr Fürst,

    Sie sind schon ein besonderer Mensch.

    „Man darf sich als Idealist nicht einschuechtern lassen.“

    Mir fiel auf, dasss Ihr Gedicht – vor 3 oder 4 Tagen – AKTUELL war. Ich dachte, wau, er ist aufgewacht. Und ich dachte, wie schön es wäre, Sie weiterhin intensiver zu begleiten.

    Wer Menschen begleiten möchte, und vielleicht wegen seiner Wesensart auch muss, wird rasch vor ein Problem gestellt:
    Einerseits seine Wahrnehmungsfähigkeit für das Andere auszubilden. Mit Sensitivität erwirbt der Helfer-Mensch EINEN der fundamentalen Bausteine für eine Fähigkeit, die man soziale Kompetenz nennen könnte. Das führt – bestenfalls – zu der Fähigkeit: Sehen und Verstehen.

    Andererseits aber wirkt eine erhöhte Wahrnehmungsfähigkeit auch nach Innen: Mensch nimmt sich also selber besser wahr. Toll, sollte man meinen, aber so toll ist das nicht, an seine verdrängten reaktiven Erlebnis-Potenziale zu kommen: Er wird sensibel, reizbar, verwirrt, verunsichert.

    Nun ist es so, dass viele Menschen sensitiv und sensibel nicht mal intellektuell zu unterscheiden vermögen. Geschweige denn auf technologischer und/oder pragmatischer Ebene mit ihren Befindlichkeiten umzugehen vermögen.

    Ich behaupte: Jeder Mensch ist bis zu seinem Lebensende auf einer inneren Entdeckungsreise ins Land der ungelösten Konflikte, und durch das Land aktuell erscheinender Konflikte. Das Leben ist für JEDEN – FÜR – SICH – SELBER ein Abenteuer, um so größer seine Wahrnehmungsfähigkeit sich entwickelte: Abenteuer Mensch

    Dieser sensitive Mensch, der auf mehreren Ebenen stets mit seiner Selbst-Stabilisierung alle Hände voll zu tun hat, steht im vergessenen Wort des Christentums: Liebe deinen Nächsten. Wendet sich den Bedürftigen zu. Wendet sich immer wieder den Bedürftigen zu. Immer wieder an seine eigenen Grenzen gelangend. Und aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich von einem außerordentlichen Phänomen: Mensch glaubt einen Erfolg in Händen zu halten, und plötzlich taucht aus dem Nichts das Unwägbare auf und bringt ihn zu Fall. Was er als Kaninchen wähnte, erwies sich als Krokodil.

    Nein, Herr Fürst, man darf sich nicht einschüchtern lassen. Aber man sollte seine Grenzen kennen. In meiner unmittelbaren Umgebung befinden sich einige sehr hilfebedürftige Menschen. Ihnen zu helfen ginge nur mit einer sehr persönlichen Art von Begleitung – die zu leisten UNMÖGLICH ist. Wenn Sie, und ich spreche Sie bewusst persönlich an, EINEN Menschen aus den Verstrickungen seiner schicksalhaften Fäden ENDGÜLTIG befreien konnten, sind Sie ein ganz besonderer Mensch – wenn SIE der EINE sind. Dann mag man sagen: Faszination Mensch.

    Der Traum von einer Menschheit, die sich in Respekt und Liebe begegnet, erfüllt sich nicht durch Phantastereien. Es gilt zwar, stets das Mögliche UND das Unmögliche zu erkunden, aber mit dem Verstehen des Willens, der Leben als Forum für sehr unterschiedliche Mächte gestaltete.

    In diesem Sinne, Herr Gerhard Fürst, sind Sie mir ein herzlich Gleichgesinnter. Ändern werden wir den Lauf der Schöpgungsgeschichte nur in einem UNS persönlich und allgemein VORgegebenen Rahmen.

    Ihr
    Wolfgang Jensen

    • Gerhard A. Fuerst
      Januar 28, 2013 um 3:32 pm

      Sehr geehrter Herr Jensen:
      Mut fassen! Weiter machen!
      Nicht unterkriegen lassen!
      Ich bedanke mich fuer Ihre so sehr freundliche
      und positive Antwort.
      Vielleicht helfen auch nachfolgende Gedanken?
      Das Positive beginnt in uns und mit uns selbst, und man handelt
      dann auch mit einer gewissen Selbstsicherheit sehr bewusst,
      aber auch ohne jegliche Arroganz oder Ueberheblichkeit!
      Nichts aber ist „federleicht!“

      Beste Gruesse & weiterhin alles Gute…vorallem gute Ausdauer!
      Gerhard A. Fuerst

      Wünschen & Werden

      Ja, da kann man nur
      Kopf nickend beistimmen…
      diesen ewiglich endlosen Mären
      von wunderbaremWollen &
      wunschvollem Werden…
      von allerlei Wenn & Aber,
      von wenn’s nur so wär,
      von Sehnen, Hoffen, Wünschen,
      Träumen, Treiben, und Streben
      nach einem Leben
      voller Lust und Luxus,
      mit großer Macht, hohen Würden,
      und vielen Ehren…
      Man meint, man hätte
      alles Erlernte, alles Erprobte
      an geprüftem, bewiesenem, bestätigtem
      Können und Wissen…
      sogar die richtige Einstellung,
      ein gutes, reines Gewissen,
      eine ehrliche, gefühlsvolle Empfindung,
      eine gute Haltung,
      einen guten Geist,
      ein Gedankengut, ideenreich,
      an Erfindung und Gestaltung…
      Man meint, man hätte alles erforderliche
      Dies und Das,
      und auch sonst noch was…
      aber leider fehlt immer bezeiten
      der bekräftigende, bestätigende Kontakt,
      die bewirkende Chance,
      der richtige Moment,
      das notwendige Glück
      und die hierfür allzu
      notwendige Verbindung
      für einen verläßlich dauerhaften Kontrakt!
      Wäre es dann aber
      auch so beschieden?
      Was wäre der wahre Beweis,
      der wirkliche Beleg für die Tatsache
      man wäre hiermit nun auch
      endlich…wirklich…entgültig…
      auch vollkommen zufrieden?
      Man ist was man ist.
      Man tut was man tun muß.
      So ist das Sein!
      Das ist die Existenz.
      So ist das Leben,
      ganz ohne Garantie,
      mit all seinen sehr strengen
      und harten Forderungen
      an Arbeit, Mühe, und Fleiß
      an Wirken, Werken, und Werden
      an Verdienst nicht ohne
      oft sehr reichlich fließenden Schweiß,
      und nicht ohne gelegentliche Verbitterung,
      oder so manchen Verdruß.
      Man muß sich meistens
      arg plagen und schinden.
      Nur sehr selten kann man
      etwas geringe Erleichterung
      durch gelegentliches Glück finden.
      So wurde es bestimmt,
      so ist es beschieden,
      für uns einfache Menschen
      und ganz normale Bürger
      hier auf Erden.

      Gerhard A. Fürst
      9.4.2012
      (revidiert 29.10.2012)

      • federleichtes
        Januar 28, 2013 um 4:11 pm

        Ich hoffe, Sie erwarteten DAZU eine Antwort:

        „Das Positive beginnt in uns und mit uns selbst, und man handelt dann auch mit einer gewissen Selbstsicherheit sehr bewusst, aber auch ohne jegliche Arroganz oder Ueberheblichkeit!
        Nichts aber ist “federleicht!”“

        Für mich ist es einerseits Gnade, auf einer Seite der Offenbarung mitwirken zu dürfen, auf der viele liebenswerte Menschen sich die Hände reichen UND halten.
        Andererseits sind mir die Folgen bewusst, die in einem auf Eskalation fußenden Gegeneinander folgen müssen: Das „Schlechte“ ins Erscheinen zu bringen, genauer gesagt, zu zwingen.
        Die Abgründe im System zeigen sich in ungeheuerlichen Bildern. Und selbst im Täglichen bleiben – zumindest wir – nicht unverschont, vorgestern im Angesicht eines zerstörten Biotops. Wir waren beide traurig, bis zu dem Moment, als mir die vielen kleinen Vögel in den Sinn kamen, die jedes Jahr von hier nach Afrika und zurück fliegen. Federleichtes Schöpfungs-Bewusstsein?

        Federleicht. In meiner schwersten Lebensherausforderung kam mir dieses „Wort“ plötzlich zugeflogen. Seitdem entstanden über 5.000 Seiten für die beiden federleichten Homepages, und es entstand dabei auch unser gelebtes Bewusstsein über das Prinzip der „Selbsterfüllenden Prophezeiung“: Das zu Erreichende als ein bereits Geschehenes zu postulieren.

        Wenn Leibniz mit seiner Annahme einer „Bestmöglichen Welt“ richtig lag, scheint es mir folgerichtig-vernünftig, daraus Befreiung und nicht Beschwenis zu folgern.

        Wenn Sie das meinen mit
        „Das Positive beginnt in uns und mit uns selbst, …“
        mögen wir weiterhin „ganz normale“ Bürger sein können, so bescheiden, wie beschieden – ganz gleich, wie verschieden.

        Herzliche Wünsche Ihnen für den Tag.

        Ihr
        Wolfgang Jensen

        • Gerhard A. Fuerst
          Januar 28, 2013 um 5:06 pm

          Vielleicht ist das nachfolgende Gedicht auch ein Beitrag zum Thema?
          Ich habe mir vor vielen Jahrzehnten einmal vorgenommen von negativen Erlebnissen
          zu lernen, aber mich davon nicht zermuerben zu lassen. Man zahlt im Leben viel Lehrgeld.
          Man macht Fehler und man lernt davon. Ich schrieb davon in meinem Gedicht „Die Lektionen des Lebens.“ Ich entschloss mich das Postive zu suchen und zu finden, und das war oft eine recht abenteuerliche Sucherei. Das hat aber auch meine Einstellung dem Leben gegenueber gefestigt. Um ganz ehrlich zu sein, das Negative nagt ueberall. Wer sich nur hier orientiert wird zernagt und zerbissen. Ich nehme diese Dinge wahr und kaempfe dagegen, vorallem in meiner oft sehr scharfen Kritik an der Politik auf allen Ebenen, besonders die Politik der Eigennuetzigkeit und der bewusst gesteuerten Selbstsucht, vorangetrieben von Leuten die der Menschheit nur Luegen und Unwahrheiten bieten koennen, und dabei meinen sie seien besonders klug und klever.

          Es gibt viele Dissonanzen. Drum bin ich bemueht in mir und mit anderen die Harmonie zu finden und herzustellen. My Poetry of Peace is trying to make this point in particular!
          Ich bin zwar ein passionierter Poet, aber nur im Sinn einer gewaehlten Form der Ausdrucksweise. Ich habe zwar schon viel veroeffentlicht, bin aber nicht ein Mensch von
          poetischem Rang und Ruf. Die Poeterei ist eine reine Liebhaberei fuer mich. In einem gewissen Sinn ist es auch eine innerliche Befriedigung. Ich habe aber auch noch viel zu lernen und zu erforschen!

          Gruss,
          Gerhard A. Fuerst

          Nachfolgend ein Gedicht in Anlehnung an die weisen Worte von John Donne: „No Man is an Island.“

          Wir sind Insulaner,
          einzeln und allein
          im Menschenmeer,
          umspült, überflutet
          von Wellen und Wogen,
          die auf uns hereinstürmen
          mit der Absicht,
          uns zu überschwemmen,
          uns zu entmutigen, zu entseelen,
          zu entbinden, zu entwurzeln.
          Von überall
          drohen Erosion,
          und auf lange Zeit,
          unaufhaltsam nagend
          der Zerfall.
          Von allen Seiten
          wehen heftige Winde,
          im Versuch uns zu vertreiben.
          Sie rüttlen und ratteln
          an festen Entschlüssen.
          Nur mit Mühe bleibt man verankert
          Innrer Halt allein gibt Mut,
          Kraft und Wille,
          all dem zu widersteh’n.
          Inseln haben Sehnsucht,
          hegen Hoffnungen,
          haben Wünsche,
          und träumen, eines Tags
          den Weg zu finden,
          sich gemeinsam und geschlossen,
          zusammen mit andern
          als Festland zu verbinden.
          So wäre man als Kontinent
          gesichert, geschützt, und bewahrt.
          Einzeln und allein?
          Nein! Lieber gepaart!
          Einzlen und allein?
          Nein, lieber nicht!
          Die Gemeinsamkeit
          wird hier gelobt, gepriesen und besungen,
          in Gedanken, im Gespräch
          durch Gesang,
          und im Gedicht!

          Gerhard A Fürst
          4.Mai 2010

          John Donne
          24 January 1572 – 31 March 1631
          London, England

          No Man Is An Island

          No man is an island,
          Entire of itself.
          Each is a piece of the continent,
          A part of the main.
          If a clod be washed away by the sea,
          Europe is the less.
          As well as if a promontory were.
          As well as if a manor of thine own
          Or of thine friend’s were.
          Each man’s death diminishes me,
          For I am involved in mankind.
          Therefore, send not to know
          For whom the bell tolls,
          It tolls for thee.

  6. federleichtes
    Januar 28, 2013 um 5:46 pm

    @ Gerhard Fürst

    „Ich entschloss mich das Postive zu suchen und zu finden, und das war oft eine recht abenteuerliche Sucherei. Das hat aber auch meine Einstellung dem Leben gegenueber gefestigt.“

    JAAAAH!

    Diese Art des Werdens beschreibe ich für uns Beide als „Liebe zum Leben“. Das Unerschütterliche in uns mobilisieren – und wach halten.

    Susanne zweifelt zwar am Sinn meiner Schreiberei – ich nicht. Weil in all dem Zweifelhaften immer etwas, wie soll ich sagen, Selbst-Berührendes wirkt.

    Und: Was wissen wir schon, was mit unseren Gedanken und Gefühlen wirklich bewirkt wird. Liebe kalkuliert nicht, ja, Liebe verbannt das Berechnende in einem Werden – sie macht frei, öffnet Felder, auf denen Abenteuer erst möglich wird. Vielleicht sollte ich diese unbestimmte Art des Erlebens „Tragendes Chaos“ nennen. Das, was uns die Natur so deutlich (?) spiegelt.

    „Die Gemeinsamkeit
    wird hier gelobt, gepriesen und besungen,
    in Gedanken, im Gespräch
    durch Gesang,
    und im Gedicht!“

    Wie anders wirkt Liebe.

    Danke, Herr Fürst. Gleich wo man IST, wir SIND.

    Wolfgang Jensen

  7. Armin Köhler
    Januar 28, 2013 um 11:07 pm

    Also ich finde, mit wenig zufrieden sein zu können, sollte nicht als schlecht bewertet werden.

  8. federleichtes
    Januar 29, 2013 um 4:40 pm

    Ich wagte es, folgende Worte

    „In meinen Augen gehört dazu, begeistern zu können.
    Kinder via Empathie abholen zu können und ihnen das anzuleiten, was sie gerade brauchen.
    Sie nicht zu ver-urteilen sondern sie zu ermutugen…“

    als „wohlmeinende Worthülsen“ zu EMPFINDEN.

    Und mich wohl dabei zu fühlen, das auch entsprechend zu kommentieren.
    Wohl fühlen, weil ich meinte, SEHR höflich formuliert zu haben.

    Nun erfragt sich mir die Berziehungsklärung zwischen Höflichkeit und Wohl-Wollen. Wohl auch, um dem Verdacht entgegen zu wirken,
    – ich schriebe hier für’s „Literaische Klosett“, und
    – hinter meiner Höflichkeit verstecke sich Feigheit, und
    – mein Wohlwollen sei nicht intelligent genug zu bestimmen, wann, in welcher Form und für wen es pflichtgemäss in Erscheinung zu treten hat.

    Lieber Martin,

    wir wissen ja beide, wie schwer es ist, Gefühle zuzulassen und ihre gedanklichen Folgen in den öffentlichen Kessel der Kalt-Stringent-Denkenden zu werfen. Einerseits plädiere ich ja für ein Fließen der Gefühle, andererseits glaube ich, sollten Gefühle nicht losgelöst von realen Bezügen idealisiert werden.

    Ich nenne Dir ein Beispiel:
    Die Realität von Kindern IST: Missbrauch, vielfältig. Ich sitze in einem Kinder-Theater, Kinder-Soldaten, Kinder-Prostituierte, Kinder-Arbeiter, Slum-Kinder, Müllfresser-Kinder, Organspende-Kinder. Und ich erhebe mich ÜBER dieses Theater und sage:
    „Diese Kinder sollten Hölderin lesen und sich die Zähne regelmässig putzen.“

    Bei manchem Wohl-Wollen hat falsche Höflichkeit rein gar nichts zu suchen, unter Freunden verbietet sie sich, besonders dann, wenn einer in die Sphären des irrealen Idealismus zu entschweben droht.

    Dir einen wohl-gesonnenen Tag.

    Wolfgang

    • Gerhard A. Fuerst
      Januar 30, 2013 um 1:44 am

      „Quaele nie ein Tier zum Scherz, denn es fuehlt wie du den Schmerz.“
      so belehrte man mich vor Jahren. Quaele nie einen Menschen wurde dann gleich hinzugefuegt. So wird man geformt und geschult, und man haelt sich daran, Leider aber in vielen Teilen der Welt wir das nicht beigehalten. Man hat aus der Schande, der Schmach, und den Untaten der Geschichte nicht gelernt. „Those who will not learn from history, are condemned to repeat it.“ Es ist in der Tat eine Schande, eine Tragik, dass vorallem Kinder in vielen Teilen der Welt erniedrigt, ausgebeutet, und brutalisiert werden. All dies wird sich in spaeteren Jahren raechen, vorausgesetzt diese armen Kinder ueberleben das ueberhaupt. Es hat sich immer wieder bewahrheitet: Wer as Kind brutalisiert wurde, wird als Erwachsener dann auch brutal! Wer ungerecht behandelt wird, und Gerechtigkeit nie erleben kann, der nimmt die Ungerechtigkeit als Norm. Nur wer sich aus dieser Verstrickung befreien kann
      wird einmal anders…und besser.

      Kinder im guten Sinn und nach gutem Muster zu erziehen bedeutet natuerlich auch Grenzen zu setzen. Man kann das aber in einer Art und Weise tun dass der Sinn der Sache uebertragen wird, vollkommen ohne Gewaltanwendung, ohne Strafen…nur mit der ueberzeugenden Macht des Wortes….mit notwendiger Erklaerung. Man kann auch Konsequenzen mit einbeziehen, die aber auch an die Vernunft appellieren, ohne Verkrampfung oder Zerstoerung der Verhaeltnisse: Eltern / Kinder. ..Lehrer / Schueler…etc.
      Dazu gehoert Hingabe, Ausdauer, und Geduld. Dazu gehoeren auch trial & error, denn es klappt nicht alles auf Anhieb, denn die Jugend testet alle gesetzten Grenzen…und ueberschreitet sie auch. Von Fehlern muss man lernen! Mistakes are oftenb the best teachers! Wie man zu sagen pflegt: „The best laid plans of mice and men, can go awry.“

      Das andere Problem: Beurteilung und Bewertung. Da ist von groesster Bedeutung dass ein Absolutismus nicht existieren darf. Man muss die Regeln und Erwartungen kund geben, und
      dann vollkommen ehrlich und objektiv handeln. Die subjektive Beurteilung ist abhaengig von
      zu vielen Dingen die sich nicht regulieren lassen. Das patriarchale Schema aus dem 19. Jh.
      is ueberholt!

      Nur so meine Meinung! …und hoffentlich ein sinnvoller Beitrag zum Gespraech.
      Gerhard A. Fuerst
      G1st@aol.com

      • federleichtes
        Januar 30, 2013 um 2:43 am

        IMMER sinnvoll, IMMER bedeutsam, Herr Fürst – wenn Menschen AUS der Praxis FÜR die Praxis sprechen.

        Meine zutiefste Überzeugung:
        Menschen können das, was auf ihrer großen Welt und in ihrer inneren kleinen Welt abläuft, nicht erfassen. Es gibt dafür (was ich das „Ungeheuer“ nenne) nur für wenige Menschen einen Ordnungsrahmen, innerhalb dessen sie schaunen, verstehen – und weiter atmen können.

        Es ist ziemlich gleich, mit welchem Lebensthema Mensch sich auf welcher Ebene beschäftigt: ÜBERALL, wohin man auch schaut, entsteht das Gefühl, der Strick um den Hals der Menschheit zieht sich fester. Haben wir noch ein paar Tage ohne die Rest-Fundamente erschütternde Eskaltionen? Ein paar Monate?

        Wenn man mich fragte, würde ich sofort alle Schulen schließen und die Kinder in die Freiheit entlassen, begleitet und betreut von Menschen, die den Namen Mensch noch mit Stolz tragen. Es gibt viele, die das können, auch wenn viele von ihnen hoffnungslos wurden. Aber das „menschliche“ Potenzial ist da.

        Wir brauchen keine Manager – Menschen werden gebraucht. Die ohne Rücksicht auf persönliche Konsequenzen aus dem Wahnsinnszirkus aussteigen und ihrem Leben wieder eine Bedeutung geben WOLLEN.

        Susanne fand gestern ein Foto von Ihnen. Sehr sympathisch, Ihr „Outfit“. Ja, Sie waren immer mit dem Herzen dabei und säten aus, was für junge Menschen unverzichtbar ist: Wahrhaftikeit, Klarheit, Treue zu sich selbst, unbedingtes Wohl-Wollen. Sie haben offensichtlich verstanden, wie Geben und (gleichzeitiges) Nehmen funktioniert. Vielleicht ist es eine Gnade, „es“ einfach zu können und an der Leistung für Andere selber zu wachsen.

        Ein Leben endet, wenn man GLAUBT, es könne enden.

        Damit wünsche ich Ihnen einen Ihrem Gefühl ent-sprechenden Tag.

        Ihr
        Wolfgang Jensen

        PS.
        In der Hoffnung, der Chef genehmigt es, ein Bild für Sie.
        (Rechtsklick auf das Bild – Grafik anzeigen, dann wird’s ein bisschen größer)

        • Januar 30, 2013 um 9:50 am

          Lieber Wolfgang,
          ich bin wieder ein paar Schritte weiter und erkenne nun, dass Erkenntnisse über die unterschiedlichsten „Bilder“ transportiert werden können. Manfred (wo ist der eigentlich?) hört sogar Töne in Bildern. Also wieder gerne genommen 🙂
          Martin

          • Gerhard A. Fuerst
            Januar 31, 2013 um 6:04 am

            Weiterer Beitrag zum Ueberlegen und Nachdenken.
            Hoffentlich nicht schon einmal hier ein- bezw. vorgetragen:
            Gruss, Gerhard A. Fürst

            Wer weiß es denn wirklich?

            Wer nie gelitten hat,
            weiß nicht was es heißt leiden zu müssen.
            Wer ein Dach über dem Kopf hat,
            weiß nicht was es bedeutet obdachlos zu sein.
            Wer nie ausgewiesen wurde
            weiß nicht was Heimatlosikeit ist.
            Wer in Komfort und Wärme lebt,
            weiß eigentlich nicht was Kälte ist.
            Wer stets wohl gesättigt ist
            weiß nicht wie schmerzhaft Hunger sein kann.
            Wer genug zu trinken hat,
            weiß nicht was Durst ist.
            Wer nie durch Gewalt konfrontiert wurde,
            weiß nicht was es bedeutet
            in ständiger Angst leben zu müssen.

            Wer nie der Brutalität anderer ausgesetzt wurde,
            weiß nicht was es heißt geschändet zu werden.
            Wer nie Haß und Boshaftigkeit erlebte,
            weiß nicht wie trostlos, traurig,
            und deprimierend ständige Demütigung ist.
            Wer nie seiner Freiheit beraub wurde,
            weiß nicht was Schmach und Sklaverei sind.
            Wer in Reichtum, Wohlstand und Luxus lebt.
            weiß nicht wie erniedrigend und hoffnungslos Armut ist.
            Wem nie Unrecht widerfahren ist,
            nimmt Gerechtikeit als Gewohnheitssache,
            und weiss sein Glück nicht zu schätzen.
            Wer der Unehrlichkeit frönt,
            erlebt nie die Befreiung
            durch Wahrheit und gutes Gewissen.

            Wer Arbeit und Mühe scheut,
            erntet nie Lob und Dankbarkeit
            für ehrliche Leistung.
            Wer zwar das Gute will,
            und das Schöne sucht, ersehnt, erhofft und erträumt
            aber nur für sich selbst, der lebt allein,
            und weiß nicht was Vollkommenheit, Erfüllung
            und wahre Zufriedenheit sind.
            Wer weder Gefühl noch Empfindung hat
            für seine Mitmenschen,
            wer selbstlose Liebe nicht kennt,
            wer nur an sich denkt,
            und meint alles zu wissen,
            der lebt entseelt, vereinsamt,
            und weiß wirklich sehr wenig!

            Gerhard A Fürst
            3.1.2010

      • Januar 30, 2013 um 9:46 am

        Ja, sinnvoller Beitrag, den ich gerne so unterschreiben mag. Danke, Martin

  9. federleichtes
    Januar 31, 2013 um 8:36 pm

    Ja, Gerhard Fürst.

    Nur ist es leider wohl so, dass die, die wirklich „Etwas“ erfahen durften, sich als die Doofen in eine Ecke stellen lassen – und leider dort auch stehen bleiben.

    Daraus schlussfolgere ich allerdings etwas, das das „Leider“ relativiert: Ein großes Potenzial von „Wissenden“ entstand, die einfach ihrer Bedeutung nicht gerecht wrden dürfen.

    Die Begeisterung DER Schüler hängt von DEN Lehrern ab. Sehr intelligente Fest-Schreibung. Mal davon abgesehen, dass ALLE Menschen sehr unterschiedlich zu begeistern sind – was die Intensität und das Motiv für Begeisterung betrifft, lassen sich sozialisierte Menschen von verschiedensten Dingen begeistern., seltenst allerdings von sich selber.

    Aber meine Einlassung sollte eine ganz andere sein:
    „Wie entsteht die Mentalität EINES Lehrers“.
    Etwa durch einen Lebensprozess, der Erfahrungen schafft, der aus Erfahrungen Einstellungen schafft, der aus Einstellungen Verhaltensweisen schafft, der aus Verhaltensweisen mehr oder weniger intelligentes Reflektieren schafft?

    Wikipedia:
    „Mentalität (von latein. mens, den Geist betreffend) bezeichnet eine vorherrschende psychische Prädisposition im Sinne eines Denk- und Verhaltensmusters einer Person oder sozialen Gruppe (z. B. einer Bevölkerungs- oder Berufsgruppe) …“

    Wes Geistes Kind ist ein Lehrer.
    Welche Verhaltensweisen kann ein Lehrer entwickeln unter zahlreichen schulischen und individuell-biografischen Vor-Gegebenheiten?
    Was sind das für Mentalitäten, die andere Menschen begeistern können? Arbeiten die vielleicht eher nicht in der Schiule, sondern dort, wie es richtig Kohle abzugraben gibt, in der Wirtschaft, als fette Made im Speck des Kapitalismus?

    Nein, ich bin nicht wütend.

    Und schließlich die Frage:
    Warum gibt es Lehrer, die Pädagogik nicht lernen müssen?
    Und warum gibt es Lehrer, die Pädagogik nicht lernen KÖNNEN?

    Falls es Jemandim oder Jemandem zu langweilig wird auf dem Blog, erbitte ich eine kurze Nachricht.

    Etwa 1.500 Bilder am 9. Juni, Ihr könnt Euch schon mal freuen.

    Hier ist eins davon als Gruß an die „Mentale Verwandtschaft“.

    Wolfgang

    • Gerhard A. Fuerst
      Januar 31, 2013 um 10:07 pm

      Tiefschuerfend wie immer! 🙂 Weitersuchend wie immer! Gut so! Es ist die Suche nach sich selbst! Ueberpruefend. Selbsterkenntis ist eine Moeglichkeit zur Kursaenderung und zur Besserung wenn immer notwendig!. Wenn man sich im Spiegel sieht muss man objektiv urteilen koennen! Ich bin mein eigener schaerfster Kritiker, bin aber auch immer empfaenglich fuer konstruktive Kritik!

      Aus eigener Erfahrung kann ich nur noch hinzufuegen, dass man sich nicht als ageblich „doof“ in die Ecke treiben lassen darf. Some people paint themselves into corners, und merken erst zu spaet dass sie nun ganz unbesudelt nicht mehr heraus kommen koennen!

      Zu all den Dingen die ich bereits beifuegte, kann ich nur noch sagen: Man darf sich selbst nicht ueberschaetzen, und auf der anderen Seite darf man seine eigenen Faehigkeiten auch nicht allzu niedrig einstufen. Man lernt aus der Erfahrung. Man lernt von anderen, vorallem lernt man von Leuten die einem zum Vorbild werden, die man achtet, die man respektiert, die man als Wegweiser fuers Leben nehmen und behalten kann! Ich darf mich gluecklich schaetzen dass mir solche wirklich guten Menschen zu genau der richtigen Zeit begegnet sind, die halfen den richtigen Weg zu weisen, die mir Chancen gaben, die mich gutwillig korrigierten, oder die notwendigen Bremsen rechtzeitig mit angezogen haben. The sum is the total, the totality of all its parts. You have to give credit, where credit is due! Man muss die Dinge nur richtig und rechtzeitig aussortieren und in die richtige Reihenfolge bringen. Man lernt von eigenen Fehlern, und man lernt von all dem Gelehrten.

      Dazu waere auch noch zu sagen: Es ist noch nie ein Meister vom Himmel gefallen. Man muss mit offenen Augen und Ohren durchs Leben gehen. Man muss sich bewusst sein dass man nicht alles weiss. Wer gewillt ist noch weiter zu lernen, der kann auch beizeiten das Gelernte als Lektionen weitergeben.

      Hoffentlich angebracht und zum Thema passend!

      Gruss, Gerhard A. Fuerst
      Kalamazoo, MI, USA
      G1st@aol.com

      • Januar 31, 2013 um 10:44 pm

        passt!

      • federleichtes
        Januar 31, 2013 um 11:02 pm

        „Weitersuchend wie immer! Gut so! Es ist die Suche nach sich selbst! Ueberpruefend.“

        Ja, weiter suchend.
        Ich hatte das Lebensglück, über 25 Jahre studierend-suchen zu dürfen. Die Wege waren relativ einsam, trotz zeitweise heftigen Trubels um mich herum: Es fehlten konkretere Reflexionen; in höheren Lagen wird die Luft zunehmend dünner. Dann kam Susanne und mit ihr eine Kehrtwende: Sie reflektierte mir mein Unbewusstes. Und nahm mich an die Hand, und in den Arm – und hatte Geduld. Dann kamen Martin & friends, ein Segen. Glück gehabt, und wenn ich ihre biografischen Eckpfeiler richtig verstand, sagen Sie vielleicht auch etwas Ähnliches.

        Gestern Nacht las ich die letzten Seiten von „Im Zeichen der großen Erfahrung“ von Karlfried Graf Dürckheim. Er schreibt abschließend:
        „Denn aus dem Freien Willen spricht hier nur noch gesetzliche Notwendigkeit aus dem Wesen. Es handelt der Mensch … fortan so, als handle nicht er. Das Ich ist in Dienst genommen vom ‚Großen Einen‘, das den Menschen bei seinem Namen ruft und anhält, sich wesensgemäß zu bewähren“.

        Wenn Sie das meinen mit „Suche nach sich selbst“, als Suche nach DEM Selbst, pflichte ich Ihnen bei. Ja, weiter suchend, Besseres leisten zu können. Suchend, viel mehr von seinem Lebensglück mit Anderen zu teilen. Suchend nach Wegen ohne Schuld und denen, die ohne Schuld SIND, die Schuld zu nehmen. KEINER der Menschen, die in Ecken gestossen wurden, gehören dort hin. Nicht ruhen, bis hier Gerechtigkeit herrscht.

        So, nach den Mohnblumen schicke ich ihnen einen Gruß mit einem Bild, das es mir besonders antut.

        Herzliche Grüße an Sie, auch von Susanne.

        Ihr
        Wolfgang Jensen

    • Januar 31, 2013 um 10:42 pm

      Eure Bilder berühren meine Seele immer intensiver. Es geht voran. Danke dafür!

      Bzgl. der Begeisterungsfähigkeit: es gibt immer wieder auch Schüler, die sich nicht verbiegen lassen, egal wie der Lehrer drauf sein mag. Sei finden ihren eigenen Weg, sich zu begeistern. Und wenn es dann außerhalb der Schule ist.

      Schwieriger ist es mit den Kindern, die da weniger innere Kraft haben, was sicher bei den meisten der Fall sein wird. Zumindest wenn wir den Schätzungen von z.B. Spiral Dynamics trauen dürfen. Und weil das so ist, sollten wir unseren Fokus besonders auf die Junge unter uns richten. Wenn es da klappt, dann auch automatisch bei unseren Alten, da sie von diesen Jungen getragen werden …

      • federleichtes
        Januar 31, 2013 um 11:18 pm

        Dein „Zug“ fährt – München war nur Stationsname einer anderen Reise.

        Zur Schule Dein bester Kommentar, den ich bisher las. DAS ist die Realität: Es gibt Kinder mit einer großen inneren Gestaltungskraft. Solche Menschen gab es immer, gleich in welchen Zeiten sie auftauchten (?). Und es gab immer welche, denen man das Wenige, was sie mitbrachten, auch noch raubte, in einem schlechten Elternhaus, in einem asozialen Freundeskreis, in einer Schule, die einerseits lebensfremde Leistungen abverlangt, und andererseits nicht leisten kann, was menschlich notwendig wäre.

        Ich zitiere Dich:
        „Wir müssen da durch“.

        Das war ein klares Gefühl.
        Das Gefühl kann sprechen.
        Es sagt:
        Erleichtert des Menschen Beschwernisse.

        Das können wir leicht leisten: Nicht verurteilen, nicht bestrafen, nicht herabwürdigen.

        In diesem Sinne Dir einen herzlichen Dank.

        Wolfgang

  10. federleichtes
    Februar 1, 2013 um 2:14 am

    Fundstück zum Frühstück:

    „Es ist hier im Land verboten, seine Kinder zur Schule zu schicken, laut BGB, denn es heißt dort: Wer als Sorgeberechtigter seine Kinder wissentlich in eine gefärdende Situation schickt, macht sich strafbar. Wir haben daraufhin vom Schulamt die Garantie für die Unversehrtheit der Kinder an Leib und Seele (die auch in den Länderschulgesetzen vorgeschrieben ist, diese Unversehrtheit), eingefordert. Natürlich bekamen wir die nicht. Tja und was ist da wohl höherrangig, der Schul(anwesenheits)zwang, wie er von Hitler eingeführt wurde oder aber das Recht auf Unversehrtheit im Sinne des Grundgesetzes?
    http://www.freiwilligfrei.info/archives/3641

    Mein Kommentar: Verroht unser Bildungssystem (gewollt)?

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