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Faszination Mensch: System oder Bewusstsein?

Wir haben in den letzten Monaten sehr viel über unser „Funktionieren“ philosophiert. War zuerst die Materie da, und die Evolution hat UNS  beschert?

Oder war zuerst ein Gesamtbewusstsein da, das sich immer weiter zersplitternd, trennend, deren Einzelbewusstseine sich in Form einer Matrix ganz allmählich die Welt immer genauer vorstellt?

Oder ist schon immer Alles gleichzeitig da und unser lineares Einzelbewusstsein spielt wie auf einer Schallplatte eine Szene nach der anderen ab, dabei den Möglichkeitenraum wie ein Schöpfer steuernd?

Holt uns das folgende Video über unser automatische Gehirn wieder zurück auf den Boden der Tatsachen, dass wir als Mensch nur ein komplexes System sind, das so gut wie kaum einen freien Willen hat, weil bis auf wenige Bits alles schon im Unterbewusstsein vorbereitet gedacht hat, sprich die Entscheidungen schon längst auf Basis bisher Erfahrenem vorbereitet hat?

  1. Januar 24, 2013 um 8:45 am

    Wolfgang schrieb an anderer Stelle;

    “Materie wurde ohne Bewusstsein erschaffen. So wie die Bedrohlichkeiten unserer Welt ohne Bewusstsein erschaffen werden.
    So wie “vormals” das Böse ohne Bewusstsein entstand, entsteht hier wieder das Böse ohne Bewusstsein – allerdings nicht ohne Kontrolle.“

    Ich bringe hier nochmals die Komplexität ins Spiel, die ja auch in der Integralen Theorie eine Rolle spielt und betrachte das Ganze mal aus der Sicht von Sprachen:

    http://www.gold-dna.de/updatesept.html#up284

    “… “Kleine Sprachen mit nur einigen Tausend, oft auch nur wenigen Hundert Sprechern zeigen im statistischen Vergleich eine kompliziertere Morphologie als Millionensprachen wie Deutsch, Englisch, Chinesisch oder Suaheli.

    In den kleinen, eng verwobenen Sprachgemeinschaften, wo jeder jeden kennt, würden die filigranen Schnörkel der Grammatik länger bewahrt als in großen, urbanen Gesellschaften mit ihren vielen Außenkontakten, erklärt der Soziolinguist Peter Trudgill von der norwegischen Universität Agder, der ebenfalls den Zusammenhang von grammatischer Komplexität und Gesellschaft erforscht. Der entscheidende Punkt: Kleine Sprachen werden fast nie von Außenstehenden als Fremdsprachen gelernt. Anders als Kinder, die in die Grammatik ihrer Muttersprache ziemlich mühelos hineinwachsen, tun sich Erwachsene schwer, wenn sie die Deklinationen und Konjugationen einer fremden Sprache lernen sollen. Sie neigen deshalb dazu, komplizierte Formen zu verkürzen oder zu vermeiden.“ …“

    Heutzutage Sanskrit zu lernen dürfte ein aüßerst schwieriges Unterfangen sein. Kinder, die früher in diese Sprache hineinwuchsen hatten damit kein Problem. Für uns heute ist Sanskrit, nebst anderen alten Sprachen, eine komplexe Angelegenheit, für damalige Kinder, deren Muttersprache Sanskrit war, sah das anders aus.
    Komplexität ist somit einzig eine Bewertung und deutet auf eine Trennung hin … auf eine Phase des nicht Beteiligtgewesenseins. Sind die Vorgänge im Körper komplex ? Sie erscheinen so, wenn ich einen ausgewachsenen Körper betrachte und versuche alle Vorgänge in ihm zu erfassen. Anders sähe es aus, wenn ich von Beginn der Entwicklung des Körpers zugegen gewesen wäre und die weitere Entwicklung mitverfolgt hätte, ähnlich einem Kind, welches in seine Muttersprache hineinwächst. Beginne ich aber erst später mit der Betrachtung, nachdem eine Entwicklung stattgefunden hat, erscheint das betrachtete Objekt als sehr komplex. Komplexität ist somit kein Maß für Qualität und schon gar nicht für Intelligenz. Wenn ich komplex scheinende Zusammenhänge meine zu verstehen, dann nur, weil ich Zeit hatte mich mit ihren Erscheinungen zu befassen … oder weil ich mich einzig auf die Erscheinungen konzentriere und andere Aktivitäten unterlasse … wie es z. B. bei Autisten der Fall ist.
    Komplexität ist das Unvermögen der Vollendung.

    Im Folgenden nun zur Materie …

    Gruß Guido

  2. Januar 24, 2013 um 9:33 am

    Materie besteht, nach unserem Dafürhalten des Konsens, aus Einzelbausteinen, sprich Elementen, die wiederum aus noch kleineren Teilen bestehen. Die Quantentheorie unterscheidet zwischen Welle und Teilchen. Zum Teilchen wird, was als Welle beobachtet wird. Hans-Peter Dürr bezeichnet Materie als geronnenen Geist, d. h. je intensiver etwas beobachtet wird, desto realer wird es. Beobachten bedeutet hier sich mit etwas bewusst auseinandersetzen.
    Erschafft nun Materie das Bewusstsein oder ist Materie die Folge von Bewusstsein.
    Wolfgang schrieb einmal er würde sich nicht um kosmische Maßstäbe kümmern. Meiner Meinung nach würde das jedoch bedeuten das Gesamtunterbewusstsein allen Lebens komplett aus der Betrachtung herauszunehmen. Ein Bild muss her:

    Unsere Erde erscheint uns sehr real, sehr fest, sehr geronnen. Je weiter wir jedoch ins All blicken, desto un-fester werden die Objekte. Alles, was wir sehen sind Lichter, Schwingungen, Wellenformen unterschiedlicher Frequenz. Wir können nicht hinreisen und nichts anfassen. Jenseits vom Sonnensystem wird es weich und weicher. Unser nächster Stern außerhalb des Sonnensystems ist über 4 Lichtjahre weg, unerreichbar … und nein, es wird keinen Antrieb geben, der uns dahin befördern wird, weil es da nichts gibt, was erreicht werden kann, denn wir blicken geradewegs in das Unterbewusstsein des Gesamtbewusstseins. Es sind Erinnerungen und Gedanken, die wir dort “draußen“ beobachten.
    Die Angste, das Böse, von dem wir hier öfter reden, kann erst aufgelöst werden, Antworten und Lösungen können erst endgültig gefunden werden, wenn das Bewusstsein allen Lebens sich der Grenzen des Kosmos bewusst ist … und wenn das Bewusstsein in der Lage ist zu begreifen, was wirklich dort “draußen“ ist … nämlich UNSER Innerstes, UNSER, nennen wir es das kollektive, Seelenleben. Genau darauf läuft die Quantentheorie hinaus. Sie gibt wieder, was alte Kulturen jenseits des Egotripps erfahren haben … nur brauchen wir heutzutage die Quantentheorie, um in modernisierter Art und Weise einen Kosmos zu erfassen, der vor dem Egotripp anders beschaffen war, sprich es bedurfte damals noch keines derart “ausgedehnten“ Unterbewusstseins, um die Welt bewusst zu realisieren.

    Um auf das Bild zurückzukommen:
    Zwischen Sonnensytem (greifbar) und dem Kosmos (nicht greifbar) liegt der Übergang (der Geist). Er ist der Wanderer zwischen den Welten und lässt aus dem Unterbewusstsein das durch, was für die Aufrechterhaltung des Bewussten notwendig ist.

    Und da alles mit allem verbunden ist, ist es unmöglich mit wenigen Zeilen darzulegen, dass weder das Ei zuerst war, noch die Henne, sondern beide immer zugleich sind. Bei der Frage nach der Materie und dem Bewusstsein hat das innere Gefühl, das Herz, mehr Antworten parat, als Worte zu beschreiben in der Lage sind. Mein Gefühl sagt mir, dass Materie eine Notwendigkeit von Bewusstsein wurde, so wie Worte eine Notwendigkeit von Kommunikation wurden. Beide bringen im Laufe der Zeit das Empfinden einer zunehmenden Komplexität mit sich. Beide wurden notwendig, um eine Trennung zu verarbeiten, die uns noch heute mit nicht greifbaren Ängsten erfüllt. Doch wir arbeiten daran das kollektive Unterbewusstsein davon zu befreien, daher wird der kosmos irgendwann “nach Hause“ zurückkehren … und der Letzte im All wird das letzte Licht ausmachen.

    Gruß Guido

  3. Januar 24, 2013 um 11:42 am

    Harmonie ist die Abwesenheit von Komplexität.
    Neben einem Gebirgsbach zu sitzen und diesen zu betrachten offenbart die Harmonie des Ganzen, erst recht, wenn man davon trinkt.
    Jedem Wassermolekül des Baches eine Nummer zu verpassen und mittels eines Scanners den Weg der Moleküle als Formel zu erfassen ist ein äußerst komplexes Unterfangen.
    Während die Harmonie in der Lage ist den eigenen Durst zu stillen, führt die Komplexität dazu immer durstiger zu werden, bis schließlich, obendrein, auch noch Hunger einsetzt.

    Gruß Guido

  4. Januar 24, 2013 um 3:38 pm

    Es gibt die Geschichte von einem Mann, der seinen Schlüssel verloren hat und nun, im Licht einer Laterne, nach diesem sucht. Ein andere Mann kommt vorbei und fragt, was er denn suche. “Meinen Schlüssel, den ich dort hinten verloren habe.“ sagt der Suchende und deutet auf einen Bereich im Dunklen. Warum er denn dann hier unter der Laterne sucht, wo er den Schlüssel doch anderswo verloren hat, fragt der Andere und bekommt als Antwort: “ Ich suche hier, weil hier das Licht ist.“

    Der Schlüssel, den das Bewusstseins allen Lebens sucht, liegt nicht hier im Bewusstsein, nicht hier im Licht der Gegenwart, sondern in der Dunkelheit, im Unterbewusstsein. Daher kann sich kaum ein Mensch der Faszination einer wirklich sternklaren Nacht entziehen, wenn er seinen Blick hebt .. der Mensch spürt, dass der Schlüssel nicht hier im Licht der Laternen und Häuser liegt, sondern “dort“ in der Dunkelheit …

    Gruß Guido

  5. Gerd Zimmermann
    Januar 25, 2013 um 8:27 am

    Hallo Guido

    „… und der Letzte im All wird das letzte Licht ausmachen.“

    Sagte nicht mal irgendwer, die Letzten werden die Ersten sein.

    Oder wie wär das: Am Anfang war das Wort und das Wort sprach es werde Licht …

    Ohne Licht ist es dunkel. Der Mensch fürchtet aber Dunkelheit und Einsamkeit

    Oder steckt etwas anderes hinter der Idee Mensch?

    Gruss Gerd

  1. Januar 24, 2013 um 8:49 am
  2. Januar 24, 2013 um 10:06 am

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