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Lassen wir uns un-RECHT-mäßig ausrauben?

Hier ist Einer, der meint, dass er ein moralisches Recht hat, Dich einfach auszurauben. Hat er Recht?

Nick wies auf Facebook darauf hin:

rauben = sich aneignen, umsonst einkaufen (wiktionary)

Wenn jemand von mir Geld entgegen nimmt und dafür etwas zurück gibt, ist das ein Tauschgeschäft auf Basis gegenseitigen Einverständnisses.
Gibt er nichts zurück oder etwas von mir weder Verlangtes noch Benötigtes, dann ist das ersatzlose Aneignung und damit Raub.

In der englischen Rechtssprechung heißt es zum Thema „Raub“:
„Das englische Strafrecht zeigt im Vergleich der rechtlichen Ausgestaltungen beispielhaft eine einspurige Grundkonzeption mit einem weiten Einheitstatbestand von folgendem Grundtypus:
„Wer in der Absicht, sich (oder einem Dritten?) einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen durch Aneignung diesem gehöriger beweglicher Sachen oder durch Täuschung oder Zwang beschädigt, wird – bestraft.““

Nun kann jeder für sich selbst entscheiden, inwieweit er den Tatbestand eines rechtswidrigen Vermögensvorteils durch den Staat in Form von Steuern gegeben sieht, da sein Vermögen sowohl durch Täuschung als auch durch Gewalt beschädigt wird…^^

Also ich finde, dass der Staat uns doch das eine oder andere Sinnvolle zurück gibt, oder?

  • Eine Regierung, die „fast ehrenamtlich“ für unser Gemeinwohl arbeitet und sich „bei Bedarf“ von „Experten“ beraten lässt …
  • Ein wohlwollendes Schulsystem, das uns für die Arbeit passend funktional aus-bildet und unmündigen Gehorsam lehrt …
  • Wunderbar viele Straßen (und sonstige Mobilität), damit wir gut zur Arbeit kommen und auch unsere Waren von rechts nach links fahren können …
  • Eine Polizei, die auf uns aufpasst und wenn wir nicht artig sind, im Gefängnis aufbewahrt …
  • Ein Militär (zusammen mit uns reichmachenden Waffenproduzenten), das auch ganz weit weg noch auf uns aufpasst …
  • Eine EU-Organisation, die uns viele zuträgliche Gesetze beschert, wie z.B. den Rettungsschirm ESM oder die vielen subventionierten Tiergehege …

Also doch kein Raub, da es mehr ein Handel ist: Geld gegen „befreiende“ Dienstleistung?

Kategorien:Politik Schlagwörter: ,
  1. Frau Lehmann
    Januar 21, 2013 um 8:04 pm

    Ja, wir lassen uns rechtmäßig ausrauben, aber nur weil Recht nichts mehr mit Gemeinwohl und Gerechtigkeit zu tun hat und der Staat (die Politik) seine Aufgaben, so wie sie einmal gemeint waren (vor allem, was den sozialen Bereich angeht), nicht mehr wahrnimmt, sondern auf Teufel komm raus privatisiert.
    Bei dem Blog, von dem dieses Video stammt, sollte man vorsichtig sein. Denen geht es, so wie ich es bisher mitbekommen habe, vor allem darum, den Staat völlig rauszunehmen, ganz im Sinne der neoliberalen Positionen. Nur darum wird der Staat als Räuber bezeichnet. Es geht dabei aber nicht um eine menschenwertere Gesellschaft, die meiner Meinung nach nur erreicht werden kann, wenn der Staat tatsächlich Steuern erhebt, aber so, dass sie eingreifend auf das Gemeinwohl und den sozialen Frieden ausgerichtet sind statt eine Gesellschaft zu trennen und eine Verteilung von unten nach oben vorzunehemen.
    Ich finde das gefährlich, dass es angesichts der Unzufriedenheit inzwischen Schnittmengen mit meiner Meinung nach eher rechts gerichteten Positionen gibt. Wenns ums Geld geht, und leider gehts fast nur darum, fühlen sich leider alle irgendwie betrogen und machen statt des Systems eben den Staat verantwortlich. Da wird vieles benutzt und instrumentalisiert. Da muss man wirklich aufpassen.

    Liebe Grüße, Cora

  2. Januar 21, 2013 um 9:41 pm

    Mir hat zum Thema Steuern mal jemand gesagt: _Im Vergleich zum Finanzamt waren die Raubritter human. Denn gegen die konnte ich mich bewaffnen und wehren._

    Und das zeig alles. Das Finanzamt sperrt Konten, pfändet Vermögen, wenn sie meinen, das zu wenig oder nicht pünktlich gezahlt wurde. Der angebliche Schutz durch Polizei und Armee erinnert eher an Schutzgelderpressung der Mafia.
    Mir werden ständig und überall das Geld (= mein Vermögen) aus der Tasche gezogen: Zuckersteuer, Mehrwertsteuer, Branntweinsteuer (auch auf dem Essig), Vergnügungssteuer, Salzsteuer, Lohnsteuer oder Einkommenssteuer…. es gibt so viele Steuern, die kann kein Mensch alle kennen!
    UND: Der Bürger hat KEIN Recht, IRGENDEINE Gegenleistung für das geraubte Geld zu verlangen noch haben wir Bürger IRGENDEIN Recht, darauf Einfluss zu nehmen oder gar zu bestimmen, wozu die uns geraubten Gelder benutzt werden.

    Alles in allem: Ja, die Steuern eines Staates sind absolut und unverschämter Raub mit dem Anstrich der Legalität durch Gesetze, die sich die Räuber selbst gegeben haben.

    Und um ganz ehrlich zu sein, Frau Lehmann, mir ist es völlig Wurscht WER die Wahrheit erzählt. Ich bin erwachsen genug zu entscheiden, wozu ich JA sage und was ich ablehne. Dazu brauche ich keinen Aufpasser, der mir das mit erhobenem Zeigefinger vorbetet. Ich bin durchaus in der Lage selbständig zu denken, zu werten und zu entscheiden.

    • federleichtes
      Januar 21, 2013 um 10:06 pm

      „Am Sonntag waren knapp 6,2 Millionen Niedersachsen wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag nach ARD-Angaben mit rund 60,5 Prozent leicht höher als 2008 mit 57,1 Prozent.“

      Dir einen guten Abend.

      Wolfgang

      • Januar 21, 2013 um 10:12 pm

        Tut mir leid, ich verstehe Deinen Einwurf nicht?

        Ich bin dankbar, wenn Du ihn mir erklärst.

        • federleichtes
          Januar 21, 2013 um 10:44 pm

          „… die sich die Räuber selbst gegeben haben.“

          Manchmal denke ich, Deutsche sind ein Volk von Masochisten.

          Und wenn ich vorschlage, man solle mal einen „Rat“ berufen, schweigt das Elend.

          Meine Meinung:
          Man kann kein Volk zu seinem Glück, wohl aber in sein Unglück zwingen.

          Sehr, sehr wahrscheinlich verbringen wir den Rest unseres Lebens bei den Tieren und Pflanzen. An ein paar Menschen werden wir immer gerne denken – Du gehörst auch dazu.

          Wolfgang

        • Januar 22, 2013 um 9:50 am

          Nun ja, dass sich noch immer soviele Menschen an dem System beteiligen hat m.E. den Grund, dass sie noch immer nicht verstanden haben, dass der Teufel nicht mit dem Beelzebub auszutreiben ist.

          Wissen wir dann, dass die FDP ihre 9,9 % lediglich mit den „Stimmen der CDU“ – die ihre Zweitstimme der FDP gaben – erreicht haben, wird der Wahlbetrug überdeutlich.

          Zudem wurden die Wähler durch die „Sonntags-Umfragen“ doch bereits darauf „geeicht“, wie sie zu „wählen“ haben, damit das Kalkül der Herrschenden aufgeht.

          Hier noch einmal das „Wahlergebnis“, jetzt sind es 59,4 % Wahlbeteiligung:

          http://www.sueddeutsche.de/politik/landtagswahl-in-niedersachsen-wahlergebnisse-1.1575051

          Im Umkehrschluss bedeutet das, die Partei der Nichtwähler mit 40,6 % ist die stärkste aller Parteien! Setzt Du nun die Ergebnisse der „Wahl“ tatsächlich zu 100 % der Wahl-BERECHTIGTEN, werden die Ergebnisse so jämmerlich aussehen, dass sich jeder Partei schämen müsste und vor allem gar nicht berechtigt ist, im Namen des Volkes das Volk zu regieren und ihm zu bestimmen was es zu tun und zu lassen, was es als Recht und Unrecht anzusehen hat!

          Im Grunde demaskiert und disqualifiziert sich dieses System mit jeder Wahl immer mehr!
          Assad, der mit 60 % aller(!) (nicht nur derer, die teilgenommen haben!) Stimmen wiedergewählt wurde, soll weggebombt werden, weil er undemokratisch ist?
          Wer bombt diese Regierungen – egal welcher Farbe – hinweg, da sie Wahlbetrug und Wahlfälschung begehen, weil sie sich also undemokratisch und NICHT durch die Mehrheit der Menschen legitimiert an die Macht putschen? Und das alle vier Jahre wieder?

    • Frau Lehmann
      Januar 21, 2013 um 10:41 pm

      @Solveigh Calderin

      Es lag nicht in meiner Absicht, irgendjemanden mit erhobenem Zeigefinger belehren zu wollen, sondern ich habe lediglich meine Meinung vertreten. An keiner Stelle zwinge ich jemanden, meiner Position zu folgen bzw, unterstelle, dass Sie oder irgendwer anders nicht selber denken könne. Ich verstehe Ihren Angriff nicht.

      • Januar 22, 2013 um 12:18 am

        So hatte ich es auch aufgefasst. Die Frage ist, wie wir Staat betrachten sollen. In der Anarchie werden die in kleine Gruppen sich treffenden Menschen Vereinbarungen treffen, wie miteinander gelebt werden soll. Sie bilden in diesem Sinne auch so etwas wie einen Kleinstaat. Nur dass man hier auf Richter, Rechtsanwälte, Polizei, Gefängniswärter, Steuereintreiber etc. verzichten wird können, da alles transparent wäre. Da alle Regeln miteinander weitestgehend im Konsens vereinbart wurde und fair miteinander umgegangen wird (Kooperation statt Konkurrenz), wird es auch Niemanden geben können, der Schaden anrichten würde.
        Das bedingt aber noch etwas wichtiges: Alles Eigentum wird im Sinne eines Gemeineigentums gemeinsam verwaltet. Es wird dagegen besessen. z.B. ein Haus, in dem ich sprich wörtlich sitze, so lange ich mich in der gewählten Gruppe befinde …

        • Januar 22, 2013 um 9:54 am

          Das umreißt in etwa meine Vorstellung 🙂

          Wobei diese kleinen Einheiten – je nach Problemstellung – die fähigsten Menschen der jeweiligen Problemstellung – ich brauche keinen Bäcker schicken, wenn es um Straßenbau geht – in die nächst höhere Einheit senden, um übergreifende Probleme, die nicht auf der untersten Ebene gelöst werden KÖNNEN, gemeinsam zu lösen.

      • Januar 22, 2013 um 9:51 am

        Mir begegnen in letzter Zeit immer öfter Menschen, die mich mit ähnlichen Worten „warnen“.
        Ich reagiere da in der Zwischenzeit sehr empfindlich.

    • maretina
      Januar 22, 2013 um 8:52 am

      Der Spruch von den Raubritter, den find ich schon immer gut. Steuern auf Steuern. Steuern steuern. Vorgänge die die Beraubten so kaum wollten. An dem Faden weiter denkend, komm ich ja dann zu dem Punkt festzustellen, dass das Raubgut gegen die Beraubten eingesetzt wird. Wenn sie anfangen ihrem Unmut Ausdruck zu geben, lange vorher, wohl noch bevor sie überhaupt anfangen zu denken dass da etwas gegen ihr Wohl vor sich geht.

      Meist lese ich hier ja nur mit. Manchmal juckt es in meinen Fingerspitzen noch eine andere Perspektive neben schon Geschriebenes zu stellen. Oft geschieht eben dies schon in dem Moment in dem ich das so denke. Das Schöne ist, dass wir hier keine Denkverbote haben. Mensch muss deshalb ja noch lange nicht mit allem einverstanden sein. „Totschlagargumente“ fehlen glücklicherweise auch. So nach dem Motto „Holocaust“, wenn einfach mal gesagt wird, dass die Verfahrensweise der Siedler ihren Nachbarn das Wasser des Jordan, das Wasserreservoir in dem Teil der Welt überhaupt, abzugraben völliger Schwachsinn ist und sie sich nicht wundern brauchen über….Oder diese andere Totschlagkeule „rechts“, wenn hinterfragt wird wie es zu dem kam, was wir heute hier haben. Ein riesengroßes Stopp-Schild muss da weggeräumt werden. Denn im Moment werden ja damit alle Ansätze nicht systemkonformer Denk- und Handlungsweisen im Keim erstickt.( Na ja, nicht ganz). Genau dafür, liebe Frau Lehmann, habe ich meinen ersten „Daumen runter“ überhaupt vergeben. Meine empfindliche Stelle, an der die „Suppe hochkommt.“ Ansonsten kann ich ihren Argumenten Einiges abgewinnen.

      Liebe Grüße
      Martina

      • maretina
        Januar 22, 2013 um 9:03 am

        Und nochwas für Solveigh;
        eine kleine Richtigstellung; wir haben keine Ämter mehr. Das heißt alles „Agentur“, früher waren das private Unternehmen die Vermittlungsdienste und Dienstleistungen anboten und verkauften. Und jetzt von „Staatswegen“. Oder ist es vllt. so, dass der „Staat“ jetzt ein Privatunternehmen ist, aufgebaut und erhalten mit Raub und Plünderung?
        Die Kreise schließen sich, immer wieder.

        Liebe Grüße
        Martina

        • Januar 22, 2013 um 10:07 am

          Stimmt, maretina – selbst der Staat wurde „privatisiert“, also „kapitalisiert“.
          Marx hat doch beschrieben, dass im Kapitalismus alles zur Ware verkommt und dass alles, was keinen Profit bringt, aussortiert, eliminiert wird!

          Hier wird der zutiefst unmenschliche und kriminelle Charakter des Kapitalismus überdeutlich!
          Kann und darf aus menschlicher Sicht ein Arbeitsamt zu einem Unternehmen umfunktioniert werden, das Profite zu erwirtschaften hat? – Ich benutze absichtlich den ursprünglichen Namen und Charakter dieser Einrichtung!
          Erst wenn ich mir DAS auf der Zunge zergehen lasse, wird der zutiefst kriminelle, menschenfeindliche und menschenverachtende sklavenhalterische Charakter des Hartz IV, der Sanktionen, der selbst die Arbeitslosigkeit und Armut zu einem Geschäft macht und daraus Profit schlägt, überdeutlich – und verständlich!
          Erst dann wird auch verständlich, dass von den Lakaien des Kapitals (die Regierenden) nicht verlangt und erwartet werden kann, diesen Zustand zu verändern!

          Es rettet uns kein höh’res Wesen,
          kein Gott, kein Kaiser noch Tribun,
          uns aus dem Elend zu erlösen,
          können wir nur selber tun!

          • Januar 22, 2013 um 10:20 am

            Das wiederum hieße für die Hartz IV betroffen nicht auf den Staat zu warten, sondern sich selbst mit anderen so zu organisieren, dass sie wieder leben können. Und wenn Geld fehlt: eigenes Geld (Verspechen?) entwerfen und in diesen neuen Gemeinschaften dieses verwenden?
            In Spanien sind diese Menschen schon kreativ geworden: Abschied von der Wachstumsgesellschaft
            VG Martin

        • Januar 22, 2013 um 11:02 am

          Das wäre durchaus eine Möglichkeit, wenn wir gerade in Deutschland nicht diese enorme und gezielt vorangetriebene Vereinzelung hätten (von Änderungen der Sanktionspolitik z.Bsp. erfährt der Hartz-IV-Empfänger nur ALLEIN, wenn er ALLEIN dem „Bearbeiter“ gegenüber sitzt!). Dazu kommt das infame und ausgeklügelte „den einen gegen den anderen ausspielen“ besonders in Deutschland und es fehlt gerade in Deutschland – im Gegensatz zu den anderen europäischen Staaten – auch noch an einer einenden Organisation!

          Der faule, blöde, träge deutsche Michel?

          Es wird jedoch unbedingt Zeit, Wege der wirkmächtigen Organisation zu finden, sonst werden die Deutschen WIEDER in einen Krieg gen Osten getrieben, den das Volk gar nicht WILL!

        • maretina
          Januar 22, 2013 um 11:39 am

          Solveigh, Du hast meine Unterschrift unter jedes Deiner Worte, manchmal findet Ausdruck mit Worten doch auch die rechten Empfänger 😉
          Schönen Tag wünsch ich Dir
          Martina

  3. Januar 22, 2013 um 12:11 am

    Nick hatte an andere Stelle gerade etwas geschrieben, was hier auch so gut passt, daher nochmals:

    Anarchie ist nicht staatsfeindlich, denn das Prinzip der Anarchie kennt kein Feindprinzip.
    Dachte ich jedenfalls^^
    Anarchie ist eher staatdesinteressiert, -unabhängig, -ignorierend, -entzaubernd, -delegitimierend und so weiter in der Richtung.

    Nach der Logik der “Staatsfeindlichkeit” wäre ja auch der FC Bayern fußballfeindlich (weil unumschränkte, alternativlose, konkurrenzlose Alleinherrschaft anstrebend – völlig absurd!) oder der Papst glaubensfeindlich, weil… (ne, der passt dann nicht ins Beispiel – gestrichen!) oder die Merkel demokratiefeindlich… (weil Alternativlosigkeit für sich beanspruchend -hm – schon wieder ein Beispielsmissgriff, was´n los???) oder überhaupt alle Wettbewerbsformen, wo es ums Gewinnen, Beste etc. geht, wettbewerbsfeindlich, denn wenn man alle Konkurrenten ausschaltet, gibt´s ja keinen Wettbewerb mehr … oder??

    Aber was ich eigentlich sagen wollte:
    Atombomben gab/gibt es, weil irgendein Macht-Ötzi immer noch dem steinzeitlichen Mythos von der Keulenwirtschaft anhängt.
    Des scheint mir in der Tat eher knetenunabhängig zu sein (sogenannte Knetenanarchie)^^

    Apropos Keule: die ist dann auch keulenfeindlich, weil wenn man alles mit ihr totgeschlagen hat, gibt´s ja auch keine Existenzberechtigung für Keulen mehr…

    Ähja. Anarchie is eh ein blöder Begriff, ich würd´s lieber “Freie Verantwortung” nennen.
    Oder “Bleib-geschmeidig-Philosophie” oder “Pferde-ohne-Halfter-Movement” – egal, alles besser als “Anarchie”, weil des schon wieder ein Systembegriff ist, der von konkurrierenden Systemen angegriffen werden kann.

    Aber die echte “Anarchie” ist ja gar kein “System”, sondern einfach ein Zustand.
    Und Zustände sind nicht rechenschaftspflichtig, weil:
    “Der Zustand eines physikalischen Systems zu einem bestimmten Zeitpunkt umfasst die Gesamtheit aller Informationen, die zur vollständigen Beschreibung der momentanen Eigenschaften des Systems erforderlich sind, sofern sie nicht schon mit den unveränderlichen Eigenschaften des Systems als solches festliegen.”

    Was immer das bedeutet oder auch gar keine Bedeutung hat – ich widme mich jetzt der Aschnarchie (sonst krieg ich Ärger mit meiner Frau, die sonst nicht schlafen kann wegen mir)

    Gute Nacht.

    • Januar 22, 2013 um 10:21 am

      Wie immer sehr gut!

      Es ist unbedingt notwendig, ein Ziel zu bestimmen und zu definieren, den Weg dahin auszuarbeiten und zu definieren, aber dafür sind keinerlei Ideologien notwendig, weil die schon wieder einengen und Kontra-(feindliche) Stellungen provozieren, was die Energien zerstreuen und verbrauchen, jedoch kann Wissen aus den Ideologien benutzt werden, wenn sie denn einen gegebenen Zustand am besten und treffendsten beschreiben. Warum soll ich mir selber was ausdenken, wenn das andere bereits vor mir viel besser konnten?
      Und: Wir müssen unbedingt darauf achten, „geschmeidig“ zu bleiben, ständig neue Ideen und Entwicklungsmöglichkeiten aufnehmen, Fehler erkennen und eliminieren, sprich in steter Entwicklung (das ist NICHT Wachstum) bleiben! Nur dann kann sich das menschliche Leben organisch und zur Zufriedenheit der übergroßen Mehrheit entwickeln – vielleicht auch zur Zufriedenheit AlLER?

      Ja, auch Anarchisten sind zutiefst – in ihrer Ausprägung bisher – gefährliche Ideologen, auch weil alles was nicht wie sie ist, ausgrenzen, weil sie mit GEWALT ihre Ideen durchsetzen wollen, wo die Staaten denn nicht selber wollen – genau darum wurden die Trotzkisten mit ihrer gewaltsamen Weltrevolution (Terroristen würden sie heute genannt) – von Stalin so vehement bekämpft, denn Sozialismus und später Kommunismus sind zutiefst friedlich in ihrem Wesen, sie brauchen Frieden, um sich entwickeln zu können.
      Ja, ich weiß, schon wieder ein -ismus, eine Ideologie, aber siehe oben.

      • maretina
        Januar 22, 2013 um 11:54 am

        Unser Blick auf den Anarchismus ist ideologisch verstellt.

        „Anarchie (altgr. ἀναρχία anarchía ‚Herrschaftslosigkeit‘; Wortbildung aus verneinendem Alpha privativum und ἀρχία archía ‚Herrschaft‘) bezeichnet einen Zustand der Abwesenheit von Herrschaft“

        Da mir im Moment die Zeit etwas mangelt, nachher gerne mehr. Zum Trost mal der Film hier, ich bring den immer wieder, weil mir kurze knappe Erklärungen schon immer lieb waren 😉

        In dem Zusammenhang verweise ich mal noch auf Pjotr Alexejewitsch Kropotkin, russischer Naturforscher und späterer Anarchist. Eine Beschäftigung mit seinen Natur-Erkenntnissen lohnt sich, auch weil sich die Kausalität (im Nachhinein) seiner Entwicklung hin zum Anarchisten für mich zumindest nachvollziehbar darstellt.

        So jetzt aber, bis bald.
        Martina

        • Januar 22, 2013 um 6:25 pm

          Ja, ich weiß, was Anarchie will – es ist eine andere Definition für Kommunismus.
          Gerade durch Trotzki und sein Beharren auf der Weltrevolution = Überfallen der anderen Länder, um sie in die Anarchie zu ZWINGEN, ist die Anarchie zu einer unheilvollen Ideologie verkommen und das Wort „Anarchie“ wurde diffamiert und kriminalisiert wie „Sozialismus“ und „Kommunismus“. Wem nützt es?
          Die Frage ist, und die MUSSTE in der Sowjetunion und auch HEUTE gestellt werden: Kann ich die menschliche Gesellschaft, sofort von jetzt auf gleich (wenn wir Trotzki nehmen auch durch Brachial-Gewalt) auf eine herrschaftslose Gesellschaft (Wirtschaft) umstellen? Das nämlich führt dazu – und davon ließ sich Trotzki (und seine Anhänger) überhaupt nicht überzeugen, und er wurde somit im Beharren auf seine Anarchie zum Verräter der Sowjetmacht – dass die alten Herrscher sich die MACHT und GEWALT ganz schnell wieder selbst aneignen!

          Es bedarf also noch einer StaatsGEWALT für eine Übergangszeit bis sich der Sozialismus vollkommen etabliert hat und der Weg zum Kommunismus/Anarchismus gegangen werden kann, der schließlich JEDE Herrschaft unnötig macht. Diese StaatsMACHT ist notwendig, um jene Kräfte (in Form von Personen = Kapital-Eigentümer) zu unterdrücken, die heute die Völker unterdrücken. Das ist auch mit der „Diktatur des Proletariats“ gemeint, die von den alten Kräften des Imperialismus scheinheilig und verlogen in „die leben in einer Diktatur, die Armen“ und „diese Diktatur ist schlimmer als unter Hitler“ und „wir müssen die armen, armen Menschen da aus dieser Diktatur befreien“ umgemünzt haben und so das Bild des Sozialismus völlig verzerrt und ins Gegenteil verkehrt haben! Denn die „Diktatur des Proletariats“ (Prolet ist JEDER, der seine Arbeitskraft, seine Kreativität, sein Können, seine Zeit etc. verkaufen muss, um sein Leben zu fristen) ist die Diktatur der Vielen über die Wenigen, die notwendig ist, um eine Wiederkehr der alten Verhältnisse zu verhindern! Denn jeder vernünftige Mensch weiß, dass sich die Kapital-Eigentümer weder ihre Macht, noch ihre Herrschaft oder ihren Reichtum „einfach so“ wegnehmen lassen!
          Heute leben wir in einer Diktatur des Kapitals, in der die Wenigen 0,1 % über die Vielen 99,99 % herrschen und sie unterdrücken!

          Was, also, ist wünschenswerter für die Menschen?

          • Januar 22, 2013 um 6:53 pm

            Das ist ein gute Frage: würden die Reichen freiwillig ihren Reichtum zurück geben, wenn ihnen gezeigt wird, dass sie viel angenehmer leben könnten?
            Ich glaube nämlich nicht, dass sich diese Reichen wirklich wohl fühlen in ihrer Haut. Es sei denn, sie sind wirklich Psychopathen. Dann wäre es allerdings notwendig, dass sie in einer irgendwie gearteten Sicherheitsverwahrung kommen …

  4. Januar 22, 2013 um 7:23 pm

    Nochmals zur Zunehmenden „Wegelagerei“ ein interessantes Video zur GEZ-Abzocke:

  5. Januar 22, 2013 um 9:50 pm

    Dr. Martin Bartonitz :

    Das ist ein gute Frage: würden die Reichen freiwillig ihren Reichtum zurück geben, wenn ihnen gezeigt wird, dass sie viel angenehmer leben könnten?
    Ich glaube nämlich nicht, dass sich diese Reichen wirklich wohl fühlen in ihrer Haut. Es sei denn, sie sind wirklich Psychopathen. Dann wäre es allerdings notwendig, dass sie in einer irgendwie gearteten Sicherheitsverwahrung kommen …

    Nein, sie werden nichts abgeben und freiwillig schon gar nicht!

    Das ist keine Möglichkeitsfrage, sondern bewiesene Tatsache, dass sie nicht freiwillig gehen und vor lauter Menschenliebe ihr Vermögen und ihre Macht abgeben. Nicht einmal ein klitzekleines Zipfelchen davon.

    Einige Beweise dafür sind nicht nur die Millionen Hungernden, die Millionen Obdachlosen, die Milliarden Armen, sondern auch die kriegerischen Interventionen in der jüngsten Geschichte in Staaten, die es gewagt hatten, einen eigenen unabhängigen „nicht kapitalistischen“ Weg zu gehen (also nicht einmal unbedingt den Weg zum Sozialismus gegangen sind, die gab es – wie Nicaragua und Vietnam – freilich auch).

    Einige dieser Staaten waren und sind: Korea, Kambodsha, Kongo, Angola, Cuba, Chile, Nicaragua, Vietnam, Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, Mali, heute ist auch mal wieder Russland dran (in Vorbereitung) nach den Kriegen zur Zerschlagung und dem Versuch der Okkupation der Sowjetunion von 1918 und 1941. Ein Merkmal, das alle diese „Kriege“ verbindet, ist die Folter, der Massenmord an der Zivilbevölkerung, die eklatante Verletzung eines jeden Menschenrechts!

    Das hat nicht NUR mit Psychopathen oder nicht zu tun, sondern vor allem mit dem System des Wirtschaftens und der Gesellschaft, das ausschließlich auf Kapital und Profitmaximierung beruht:

    Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragieren. Beweis: Schmuggel und Sklavenhandel.“
    P. J. Dunning, zitiert in Das Kapital, Band I, S. 801, Dietz-Verlag Berlin, 1961

    P.S. Ein laufender Krieg bringt 1.000 und mehr Prozent Profit. Jeder Krieg ist durch Kredite finanziert, die durch die Völker über die Steuern bezahlt werden sollen. Und die Profite durch Kriege gibt’s gleich mehrmals, denn sie verursachen eine enorme Kapital-Vernichtung, dieses Kapital muss dann durch Kredite(!) wieder ersetzt werden.

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