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Auf der Suche nach dem Selbst

Die neuen Modelle des Geistes zeigen, dass das, was in uns abläuft, am ehesten einem Marktplatz gleicht. Viele rufen gleichzeitig und kämpfen um den Fokus der Aufmerksamkeit: Du musst noch den anrufen – warum bist Du so müde? – Du könntest auch mal wieder ein Stück Schokolade essen – jetzt aber erst mal fertig spülen … Unterschiedliche Impulse und Sub-Selbste kämpfen um Aufmerksamkeit und letztendlich um die Kontrolle des Verhaltens, das schließlich am Ende dieses Prozesses steht.

Dabei sieht es sehr danach aus, dass es so was wie ein Selbst gar nicht gibt, sondern Myriaden von gleichzeitigen Handlungsimpulsen und Wunschvorstellungen. Ähnlich wie Vögelchen, die alle im Nest ihren Schnabel nach oben recken, wenn die Mama angeflogen kommt. Alle schreien: Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit! Haben, Haben, Haben! Gerade so, als ob die Evolution, der grausame Wettkampf zwischen den Lebewesen um das pure Dasein, auch in uns noch einmal stattfindet. Also: Wettbewerb gibt es nicht nur außen, sondern in unserem eigenen Geist. Variation und Selektion, Tod und Wiedergeburt. Und das ist natürlich eine unschöne Entdeckung. Aber es scheint wirklich so zu sein, dass eine Art von Konflikt und Wettbewerb von der Evolution in uns eingebaut wurde, dass unser Geist normalerweise so  funktioniert, von Moment zu Moment. Sich dieser Tatsache gewahr zu werden ist nichts Einfaches.

gefunden in dem sehr anregenden Artikel: Auf der Suche nach dem Selbst auf dem nicht minder anregenden Blog Leben ohne Limit

Kategorien:Erkenntnis, Ethik Schlagwörter: ,
  1. federleichtes
    Januar 16, 2013 um 10:11 pm

    Ja, bei manchen Menschen geht’s zu wie im Taubenschlag, und dass sie ein Rein-Ohr und ein Raus-Ohr für einen reibungslosen Durchgangsverkehr ihr eigen nennen, scheint einem Tauben zumindest ähnlich. Hauptsache die Ohren sind sauber, nicht dass sie wegen einer körperlichen Fehlfunktion ins Problemlösen kämen.

    Woran liegt das?

    Der Interviewte sagt:
    „… Verständnis davon bekommen, was bewusstes Erleben und was Selbstbewusstsein ist.
    Natürlich stehen wir dabei erst am Anfang, …“
    Na gut, trotz der kleinen Schrift las ich noch ein par Absätze weiter, aber eigentlich war der Drops für mich bereits gelutscht. Warum? Ich unterhalte mich nicht mit Menschen, die gerade das A gefunden haben und zwei Tage über die Weltsprachen referieren. Punkt.
    Mein Freund Reinhold, ein herzensguter Mensch, arbeitet immer noch mit seinen 68 Jahren. Vor zwei Jahren sagte ich: „Reinhold, bist du verrückt, genieße dein Leben“. Er sagte ja, ja, Recht hast du, ich sollte aufhören. Das sagte er in den Jahren nun mehrmals unaufgefordert, und erzählt weiter unaufgefordert Geschichten von seiner Arbeit.

    Was ich damit sagen will.
    Das menschliche Gehirn ist eine der Informationsverarbeitungszentralen. Sortiert allerdings die meisten der gelieferten Informationen gleich aus: Unbrauchbar, unnötig, bedeutungslos. Man sagt, der Mensch können mit den vielen Informationen nicht fertig werden, sie seien zu komplex. Da staune ich, denn es gibt auch eine Information, die besagt, dass der Mensch nur 10% seiner Hirnleistung verwendet. Durchschnittlich!, da werden 19er und 1er dabei sein. Nun nimmt der Mensch nicht nur zwangsläufig Informationen zu sich, sondern sucht auch welche: Ich will was wissen. Warum? Man kommt sich dann schlau, zumindest mal schlauer vor, man gehört zur Elite der Wissbegierigen, der Aufgeschlossenen, der Innovativen – irgendwie schon ein bisschen akademisch angehaucht.

    Wie sieht die Realität aus.
    Ruiz sagt, 80% dessen, was wir meinen zu wissen ist schlimmer als Nichtwissen: FALSCHES Wissen. Und wenn von 10 Informationen, aus denen ein Weltbild und ein Menschenbild und ein Gesellschaftsbild entsteht, 8 falsch sind, braucht es keine Phanstasie für die Beschreibung der Realität dieser Menschen. Sie sind kein Blatt im Wind, sondern stehen bis Obekante Unterlippe in einer schleimigen Brühe, und um das ertragen zu können, wähnen sich sich auf dem Eifelturm stehend im Dienste der Wahrheit.

    Na gut, das war ein bisschen überzeichnet. Tatsächlich erklärt es die fieberhafte Suche nach Informationen. Die man findet, und nicht einordnen kann, die man findet, und nicht als falsch entlarven kann, an die man sich klammert, obwohl man sie nicht braucht, die man findet, und sie verwirft. Dabei wäre alles viel einfacher, mal nach der Ursache für das „Fieber“ zu suchen. Na ja, leicht gesagt für einen, der am Ufer stehend einige Leute traf, die von Eisscholle zu Eisscholle sprangen und auf die Frage, was sie suchen, antworteten: Eisschollen.

    Mir fehlt die Lust, über das Selbst zu sprechen, ganz selbstlos. Vermutlich wird Nick keines seiner Pferde über ein Hindernis tragen. Und mit keinem Reiter diskutieren, wie man das anstellen könnte. Wer reiten kann, springt drüber, selbstverständlich nicht fieberhaft. Viele informieren sich, viele diskutieren, wenige springen selbstverständlich. Wer das verstanden hat, versteht schon eine ganze Menge.

    In diesem Sinne allen einen guten Abend.

    Wolfgang

  2. maretina
    Januar 17, 2013 um 3:24 pm

    Ging mir ähnlich wie Wolfgang. – Die Herrschaften wollen Bewusstsein erforschen und mit Hilfe von Leid erklären. ( Na toll!! Ironie) So zementieren sie Leid ja immer weiter ins bewusste Sein hinein. – Es sind alle Potentiale vorhanden, die schönen, die weniger schönen und die ganz häßlichen. Bei der Erforschung des Bewusstseins ausgerechnet die Potentiale des Leids anzutriggern, ja gehts denn noch?

    Im Moment stellt sich für mich die gedankliche Verbindung zu den Akademikern im Elfenbeiturm her und wie herrlich sie sich an der Nase herumführen lassen. Wollte den Link zwar erst woanders hinsetzen, ihr wißt schon wo, aber hier passt er jetzt auch so richtig gut.

    („Wir leben im Zeitalter grenzdebiler Wissenschafts- und Expertengläubigkeit…..“ http://www.gert-postel.de/feyerer.htm )

    Grüße
    Martina

    • Januar 17, 2013 um 10:42 pm

      Oh, der ist gut. Und das Fazit:

      Ob Postler, Pfarrer oder du und ich: Es gilt, geistig-seelische Gefängnisse zu verlassen und Grenzen zu sprengen. Alternative Denkprozesse anzuregen und auch scheinbar aberwitzigen Lebensmodellen Raum zu geben, denn: die Grenzen unseres Denkens waren schon immer die Grenzen unserer Welt. Wer immer diese Grenzen sprengt, hat Recht.

  3. chris
    Januar 17, 2013 um 4:20 pm

    Hallo allerseits,

    Man stelle sich vor, das es das Selbst so nicht gibt – anstatt dessen

    stelle man „Es“ sich als ein Gefäß vor, welches einem Resonanzprinzip, Reflexionsprinzip und Reaktionsprinzip unterworfen ist – dazu noch das

    Spiegelprinzip und gespiegelte Realitäten

    innerhalb dieses Topoi werden die Archetypen der Vorfahren, Erfahrungen aus der Vergangenheit und Informationsinhalte aus vorangegangenen Leben… Informationen der Nationalen Identität, kollektives Überbewusstsein der Menschheit usw …. aufgeschwurbelt – das

    ergibt dann einen einzigartigen Mix, der einen Namen bekommt 🙂

    sehr gut passt auch die Wasser und Schiffgeschichte – hier rechts oben – es kommt darauf an – was wir hineinlassen 🙂

    liebe Grüsse
    Christian

  4. Januar 18, 2013 um 5:43 am

    Hallo Chris, hier hast du sehr schön einen Satz kreiert, der in dicken Druckbuchstaben
    geschrieben gehört.
    Danke Ralph

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