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Aufruf zur Kriegsdienstverweigerung der IGP und Tamera

Zeigt bitte mit Euren Sternen, ob ihr für oder gegen diesen Aufruf seid.krieg

„sich kein Blatt vor den Mund nehmen“ = sehr deutlich werden in seinen Worten, jemandem die Leviten lesen. Aus der Theatersprache, wo in der Antike in den Zeiten vor der Theatermaske ein Feigenblatt das Gesicht des Schauspielers verbarg, so dass dieser für seine Worte nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnte.

Nach den auf Lügen basierenden letzten Kriegen, in denen wieder Millionen unschuldiger Menschen auf beiden Seiten leiden mussten, habe ich immer stärker das Bedürfnis, kein Blatt mehr vor den Mund zu nehmen. Es wird Zeit, jetzt mutig zu werden, bevor es wieder ein 1933 gibt. Daher veröffentliche ich auch auf meinem Blog den Aufruf von Dieter Duhm in Portugal:

Aufruf zur Kriegsdienstverweigerung der IGP und Tamera

Ihr habt keine Feinde. Die Menschen mit anderem Glauben, anderer Kultur oder anderer Hautfarbe sind nicht eure Feinde. Es gibt keinen Grund, sie zu bekämpfen.

Die, die euch in den Krieg schicken, tun es nicht für eure Interessen, sondern für ihre eigenen. Für ihren Profit, ihre Macht, ihren Vorteil, ihren Luxus.

Warum kämpft ihr für sie? Habt ihr Anteil an ihrem Profit? Habt ihr Anteil an ihrer Macht? Habt ihr Anteil an ihrem Luxus? Und gegen wen kämpft ihr? Haben euch die sogenannten Feinde etwas getan? Cassius Clay hat sich geweigert, in Vietnam zu kämpfen. Er hat gesagt, die Vietnamesen hätten ihm nichts getan. Oder ihr GI´s: Haben euch die Afghanen, die Iraker, die Iraner etwas getan? Oder ihr jungen Russen: Haben euch die Tschetschenen etwas getan? Und wenn ja, wißt ihr, wieviel Schlimmes eure Regierung ihnen angetan hat? Oder ihr jungen Israelis: Haben euch die Palästinenser etwas getan? Und wenn ja, wißt ihr, was eure eigene Regierung ihnen angetan hat? Wer hat das Unrecht verursacht, das ihr bekämpfen sollt? Wißt ihr, welchen Mächten ihr dient, wenn ihr mit Panzern durch erobertes Gelände fahrt?

Wer in aller Welt verursacht das Unrecht, zu dessen angeblicher Bekämpfung die Jugend in den Krieg geschickt wird? Es sind eure eigenen Regierungen, eure eigenen Gesetzgeber, es sind die Herrscher in eurem eigenen Land.
Es ist die Welt der Banken und Konzerne, der Rüstungsindustrie und der Militärs, denen ihr dient, wenn ihr ihren Kriegsbefehlen folgt. Wollt ihr wirklich deren Welt unterstützen?

Wenn ihr das nicht wollt, dann ignoriert den Kriegsdienst. Ignoriert ihn so beharrlich und so machtvoll, dass sie euch nicht mehr holen. „Stellt euch vor, es wäre Krieg, und niemand ginge hin.“ Kein Mensch auf der Erde hat das Recht, einen anderen Menschen zum Krieg zu zwingen. Wenn sie euch einziehen wollen zum Kriegsdienst, dann dreht den Spieß um. Schreibt ihnen, wo und wann sie sich zu melden haben, mit welchen Socken, Unterhosen und Hemden sie bitte antreten sollen. Macht ihnen unmißverständlich klar, dass sie ab sofort selber in den Krieg ziehen müssen, wenn sie ihre schmutzigen Interessen durchsetzen wollen. Benutzt eure Beziehungen, eure Medien, eure Jugend und eure Macht, um den Spieß umzudrehen. Wenn sie Krieg wollen, sollen sie sich selber in die Panzer und Schützengräben begeben, sollen selber über Minenfelder fahren und sich von Schrapnellwaffen zerfetzen lassen.

Es gäbe keine Kriege mehr auf der Erde, wenn diejenigen, die die Kriege verursachen, die Schlachten selber führen müßten und wenn sie am eigenen Leib erfahren würden, was es heißt, verstümmelt oder verbrannt zu werden, zu verhungern, zu erfrieren, vor Schmerzen ohnmächtig zu werden. Krieg ist das Gegenteil von jedem Menschenrecht. Wer Krieg befiehlt, ist immer im Unrecht.

Krieg ist die aktive Verursachung von unendlichem Leiden: zerquetschte und verbrannte Kinder, zerfetzte Leiber, zerstörte Dorfgemeinschaften, verlorene Familienangehörige, verlorene Freunde oder Liebespartner, Hunger, Kälte, Schmerz und Flucht, Grausamkeit gegen die Zivilbevölkerung – das ist Krieg! Niemand darf in den Krieg ziehen. Hinter den Gesetzen der Herrschenden gibt es ein höheres Rechtsgut: „Du sollst nicht töten.“ Es ist die moralische Pflicht aller mutigen Menschen, sich dem Wehrdienst zu entziehen. Tut es massenhaft und tut es solange, bis niemand mehr Lust hat, in den Krieg zu ziehen. Es ist eine Ehre, den Kriegsdienst zu verweigern. Zeigt diese Ehre solange, bis sie von allen anerkannt wird.

Die Uniform des Soldaten ist das Narrenkleid der Hörigen. Befehl und Gehorsam sind die Logik einer Kultur, die Angst hat vor der Freiheit.

Wer sich zum Krieg bereit findet, und sei es nur zum obligatorischen Wehrdienst, macht sich der Mittäterschaft schuldig. Es verträgt sich mit keiner Ethik, der Wehrpflicht Folge zu leisten. Solange wir Menschen sind, müssen wir mit allen Mitteln dafür sorgen, dass dieser Wahnsinn aufhört. Es kann keine humane Welt geben, solange der Kriegsdienst als gesellschaftliche Pflicht akzeptiert wird.

Der Feind: das sind immer die anderen. Aber denkt nach: Wenn ihr auf der anderen“ Seite wärt, dann wärt ihr selbst der Feind. Die Rollen sind austauschbar.

„Wir weigern uns, Feinde zu sein.“ Die Tränen, die eine palästinensische Mutter weint um ihr getötetes Kind sind dieselben wie die Tränen einer israelischen Mutter, deren Kind bei einem Bombenattentat ums Leben kam.
Der Krieger der neuen Zeit ist ein Krieger des Friedens.

Man muß den Mut haben, Leben zu schützen und weich zu werden, wenn unseren Mitgeschöpfen Hartes zugefügt wird. Trainiert euren Leib, kräftigt euer Herz und festigt euren Geist, um die weiche Kraft gegen alle Widerstände durchzusetzen. Es ist die weiche Kraft, die alle Härten überwindet.

Ihr alle seid aus der Liebe zwischen einem Mann und einer Frau hervorgegangen. So liebt und verehrt und pflegt die Liebe.

“Make love, not war.“ Das war ein tiefer Satz der amerikanischen Kriegsdienstverweigerer zur Zeit des Vietnamkriegs. Möge dieser Satz einziehen in alle jungen Herzen. Und mögen wir alle die Intelligenz und den Willen finden, ihm für immer zu folgen.

Im Namen der Liebe.
Im Namen aller Kinder.
Im Namen der Wärme für alles, was Haut und Fell hat.

Dieter Duhm

Weitere Informationen:
Youth group, Institute for Global Peacework (IGP)
Monte Cerro, P-7630 Colos, Portugal
Tel: 00351-283 635 484 – Fax: 00351-283 635 374
Email: igf@tamera.orghttp://www.tamera.org

Quelle: Stoppt den Krieg in Gaza, tamera.org

Kategorien:Ethik, Gesellschaft, Politik Schlagwörter: , , ,
  1. Dezember 1, 2012 um 11:22 pm

    Krieg

    Krieg, wenn die Soldaten ziehen,
    Krieg, dann wird der Tod erblühen,
    Krieg, wenn die Vernunft verliert,
    und das Böse obsiegt, herrscht Krieg.

    Wenn Menschen sich bekriegen,
    dann kann keiner Siegen,
    wenn Waffen schießen, Blut muss fließen.

    Bomben wie Vögel am Himmelszelt,
    Truppen marschieren, alles zerfällt.
    Bomben explodieren, das Ende der Welt.

    Krieg, für einen Sieg, den es nicht geben kann,
    Kampf, für eine Sache, beruhend stets auf Zwang,
    niemals kann es richtig sein, im Krieg ist nur das Sterben dein.

    Und es erheben sich Gewalten, die sich destruktiv entfalten,
    das Elend vieler an sich binden, Menschen sterben,
    im schwarzen Rauch verschwinden,
    eine Wolke der Zerstörung, vom Winde zu uns weht,
    doch ihr sehen und aller Kunde, wenn sie da ist, viel zu spät.

    Hat das Sterben erst begonnen, ist aller Hoffnung längst verloren,
    im Blut ertunken, Ethik und Moral, das Gute dann verronnen,
    Krieg geboren, im Elend versunken, sterben ohne Wahl.

    Krieg, und dann?

    Vögel verschwunden, schweigende Lieder, auch Menschen vergangen,
    sie kommen nicht wieder. Dann ist es vorbei, die Zukunft verloren, die Welt nun entzwei, Stille geboren, das Lachen verloren, die Erde dann frei.
    Entbunden ihrer Dienste, vergangen der Mensch, vorbei das Leiden,
    Anfang und Ende, dunkle Zeiten.

    Schwarzer Rauch die Luft befangen,
    säuerlich die Luft das Wasser,
    Menschen starben, aller Hoffnung vergangen,
    Licht ohne leuchten, der Glanz wurde Matt,
    Farben nur blasser.
    Das Leben verloren, nur der Tod neugeboren.

    Einer war der aller Richter,
    seine Bombe, Henker, der Pilz der Verkünder,
    sterbende Dichter und Denker, Hass war der Zünder.
    Gier trieb sie voran, aus Wut entstanden,
    aus Angst geworfen dann.
    Der Aufprall das Ende, Tod tat den Rest, dann Feuer und Brände,
    das Menschliche Sterben, und Ende.
    Explosion, Tod.
    Alle fort.

    Nur der Krieg, währt noch immer, über Leichfeldern steht,
    Angst, Schmerz und Kummer, wären nun für immer.
    Und in dem Wind, der unbekümmert seiner Wege geht,
    letzte Schreie noch verhallen,
    kehren wieder, wie traurige Lieder, doch ist es längst zu spät.
    Unter Trauer, dem Tausendfachen, hört man dennoch einen lachen,
    Tod, der das Sterben gut versteht,
    doch wird auch dieser dann verblassen,
    denn ohne Leben, Tod vergeht.

    Quelle: Düster Dichter

  2. Dezember 1, 2012 um 11:25 pm

    Zur Erinnerung noch meine Sammlung rund um den Libyen-Krieg, der Artikel mit den zweitmeisten Lesungen:
    Wer sind die Rebellen in Libyen? Warum wird darüber so wenig berichtet?

  3. maretina
    Dezember 1, 2012 um 11:37 pm

    „Seit Juli 2011 ist die Wehrpflicht in Friedenszeiten ausgesetzt, d. h. niemand wird mehr auf dieser rechtlichen Grundlage zum Dienst in den Streitkräften eingezogen.“ Heißt nicht es gäbe hier keine Armee mehr, wir haben wohl eine Söldnerarmee. „Ein Söldner ist ein gegen Bezahlung (Sold) angeworbener, zumeist zeitlich befristet dienender und durch Vertrag gebundener Soldat. Das Söldnerwesen gab es bereits in der Antike. Es prägte vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution das europäische Militärwesen; in diesen Zeiten wurde der Söldner auch als „Militärunternehmer“ gesehen[1].“
    Ansonsten zum obigen Artikel noch das hier:

  4. maretina
    Dezember 2, 2012 um 2:22 pm

    Dazu noch einige ganz private Gedanken, weit weg von jeder Verallgemeinerung.

    Ich habe mir doch nicht Nächte um die Ohren geschlagen, die Beulen beim Laufenlernen versorgt, mich mit den Söhnen über jedes neue Wort das sie sprechen lernten gefreut, ihnen das Fahrradfahren beigebracht, die Hürden der Rechtschreibung genommen, beim ersten Liebeskummer getröstet, ein paar Mal am Rand der Grube gestanden und so agiert dass der Kelch vorüber ging, die pubertären Unmöglichkeiten durchgestanden, ihnen beigestanden, die ersten Schritte zum Beruf(ung) nach Schulabschluss begleitet, dass sie jetzt hingehen und sich töten lassen oder die Kinder anderer Eltern töten.

    Schönen Sonntag wünsch ich Euch
    Martina

  5. Dezember 3, 2012 um 9:13 pm

    „Wir werden leben, wie wir es uns heute nur erträumen können, werden uns in unseren Andersheiten schätzen und uns über die Freude der Anderen freuen. Liebe ist der unbedingte Zusammenhalt, das unbedingte Wohlwollen, die unbedingte Treue zu sich selber und damit die Unverbrüchlichkeit als Gemeinschaft. Liebe macht das, und wir sind viele kleine Kerzchen, die ihr sanftes Feuer entzünden und ein Licht, das ohne Schatten fällt.“ Zitat Wolfgang
    Wow.
    Ich habe noch ein Gedicht von Khalil Gibran, ich übersetze Unsieg durch FRIEDEN

    Unsieg, mein Unsieg, meine Einsamkeit und meine Ferne,
    Du bist mir lieber als tausend Triumphe
    Und meinem Herzen süßer als aller Ruhm der Welt.

    Unsieg, mein Unsieg, meine Selbsterkenntnis und mein Trotz,
    Ich weiß durch dich, dass ich noch jung und leichtfüßig bin
    Und nicht in die Falle verwelkender Lorbeeren gerate.
    Und in dir nur habe ich Alleinsein gefunden
    Und die Freude, gemieden und verachtet zu werden.

    Unsieg, mein Unsieg, mein glänzendes Schwert und mein Schild,
    In deinen Augen las ich, Dass gekrönt versklavt zu werden
    Und dass verstanden erniedrigt zu werden bedeutet,
    Und dass begriffen zu werden nur bedeutet seine Fülle zu erreichen
    Und wie eine reife Frucht zu fallen und verspeist zu werden.

    Unsieg, mein Unsieg, mein kühner Begleiter,
    Du sollst meine Lieder hören, meine Schreie und mein Schweigen,
    Und niemand außer dir soll vom Schlagen der Flügel mir sprechen
    Und vom Drängen der Meere und vom Brennen der Berge bei Nacht,
    Und du allein sollst meine steile, felsige Seele erklimmen.

    Unsieg, mein Unsieg, mein unsterblicher Mut,
    Du und ich gemeinsam werden lachen mit dem Sturm,
    Und gemeinsam schaufeln wir die Gräber für alle, die in uns sterben,
    Und in der Sonne werden wir stehen mit einem Willen,
    Und wir werden gefährlich sein
    Euer Ralf
    Ps wie schön, wer lässt es auf dieser Seite schneien?????

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