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Nachlese: Roboter werden Deinen Job vernichten – Federico Pistono

Federico Pistono

Federico Pistono trägt im Beta-Haus Köln vor

Ich hatte heute Gelegenheit, unsere inspirierende Jugend live zu erleben. Selten habe ich einen so authentischen, in sich ruhenden und lockeren, die mögliche zuträgliche Zukunft klar vor Augen und gleichzeitig so viel Lebensfreude austrahlenden junge Mann gesehen: Federico Pistono. Da kann man nur sagen, lass die Krise kommen. Es braucht sie für den Wachwechsel. Das Alte hat es bald hinter sich und das Neue steht in den Startlöchern (siehe auch: Schläfst du noch – oder lebst Du schon?).

Anlass war der Köln-Stop auf seiner Welt-Tour zur Buchvorstellung im Coworking Space Beta-Haus in Köln. Vor 4 Jahren kam er auf die Idee zum Buch Robots will steal your job but that´s OK. Einerseits führte er anhand einer Reihe von Beispielen aus (z.B. 2,5% der Bevölkerung lebt von Fahr-Jobs, die wegfallen werden), wie exponentiell immer stärker weitere Roboter eingesetzt werden, um die stubiden Arbeiten zu erledigen. Andererseits machte er klar, dass wir uns darüber freuen dürfen. Denn es ist an der Zeit für einen Paradigmenwechsel des Arbeitens. Wir werden nicht mehr arbeiten, um zu leben, sondern wir werden Tätigkeiten nachgehen, die uns Freude machen (siehe crealiity.com). Denn die Robeter werden zum überwiegenden Teil die Produkte unseres Bedarfs fertigen und zur Verfügung stellen.

Ich will gar nicht lange mehr erzählen und Euch lieber in den Genuss des folgenden 20-Minütigen Videos empfehlen. Nur so viel: ich selbst habe 20 Jahre daran gearbeitet, unsere Geschäftsprozesse zu automatisieren. Es hieß zwar immer, dass mit der Automatisierung mehr Raum für kreative Tätigkeiten zur Verfügung stehen. Aber seien wir ehrlich. Den einen oder anderen Job hat es gekostet. Wenn auch nicht direkt hier sonder beim Konkurrenten, der dann weniger performte und dem damit Geschäft weg brach.

Die Beschleunigung der Automatisierung ist seit Jahren stärker als die Schaffung neuer Arbeitesplätze. Das Spreizen dieser Schere geht exponentiell. Wir treten auch hier in eine immer stärker steigende Phase ein, genauso wie wir die Grafiken des Anwachsens von Schulden auf der einen so wie der Schulden auf der anderen Seiten sehen. Auch dieses Wachstum kommt gerade an seine Grenzen (daher nochmals: Schläfst du noch – oder lebst Du schon?).

So, genug jetzt, und lassen wir den „scientific educator, activist, blogger, aspiring filmmaker“ zu Wort kommen:

Nach seinem Vortrag gab es noch Luft für Diskussionen. Besonders wichtig seine Ansicht zum Bedingungslosen Grundeinkommen. Davon hält er gar nichts, wenn sich nicht die Kultur gänzlich ändert, weg von der Profitorientierung hin zu einer Bedarfs- und Ressourcen-ortientierten Ökonomie. Er würde den Menschen eher die Werkzeuge an die Hand geben, damit sie in die Lage versetzt werden, sich selbst zu versorgen. Eine Welt ohne Geld konnte er sich dagegen schon vorstellen.

Ich würde mich freuen, wenn andere Teilnehmer dieses Vortragsabends noch  ihre Aha´s, ihre besonderen Fakten hier nennen, die sie beeindruckt haben.

List of supporters

Zum Thema des freudigen Arbeitens hier noch die Empfehlung dieser Artikel:

Erfahrungsbericht mit dem sozialen Netzwerk crealiity.com – Potentiale entfalten

Nachlese: Neue Arbeit – neue Kultur – ein Vernetzungstreffen mit Prof. Frithjof Bergmann

Werden wir immer mehr von unserer Arbeit entgrenzt?

Nachtrag vom0 2.12.2012: Noch ein Foto von den „Letzten“ der Veranstaltung, die noch mit Federico ein paar Dinge Off Topic diskutierten

Nach_der Diskussion_mit Fedrico_Pistono

  1. Wolfgang
    November 5, 2014 um 10:07 am

    Sein Buch ist mittlerweile auch in Deutsch erschienen: http://www.serendii.com/roboter-stehlen-deinen-job-ist-das-okay/

  2. Oktober 28, 2013 um 9:58 am

    Hier ist auch gleich noch die aktuelle Sicht auf die Job-Lage in den USA. 4 von 5 Menschen sind schon von Armut betroffen:

  3. Oktober 28, 2013 um 9:54 am

    Der junge Mann ist eine Runde weiter und durfte im August bei TEDx Vienna sprechen. Und wie ich finde, hat er diesen Job ganz gut gemacht. Auch wenn er Vielen ihr Weltbild anfangs zu stark verrückt hatte:

  4. Dezember 22, 2012 um 12:38 am

    Na, da werfe ich auch noch ein Zitat in die Runde:

    “Der Mensch ist kein Roboter. Roboter können viel schneller rechnen und haben ein weitaus besseres Gedächnis als Menschen. Aber der Mensch ist für etwas ganz Anderes angetreten ! Wir verfügen über ein Gespür, eine Ahnung für etwas Größeres, für das Ganze, für den Sinn, der hinter allem liegt.“

    Hans-Peter Dürr … mal wieder.

    Mit diesem Zitat über das Kohärenzgefühl bzw. den Sinn für die Kohärenz wünsche ich eine gute Nacht.

    Gruß Guido

  5. maretina
    Dezember 21, 2012 um 9:59 pm

    „Alles in allem hat die Einführung der Maschinen die Teilung der Arbeit innerhalb der Gesellschaft gesteigert, das Werk des Arbeiters innerhalb der Werkstatt vereinfacht, das Kapital konzentriert und die Menschen zerstückelt.“
    Karl Marx

    • Dezember 21, 2012 um 10:56 pm

      Und irgendwann ist die Konzentration des Kapitals auf der einen und die Atomisierung der menschlichen Gesellschaft auf der anderen Seite so weit fortgeschritten, dass dieses System zusammenbrechen muss.

      Heute besitzen 96 Familien den größten Anteil des Reichtums unserer Erde, der von allen anderen 7 Milliarden Menschen geschaffen wurde und wird.

  6. Dezember 12, 2012 um 9:04 am

    Emotionen … siehe unter GEFÜHLSWELTEN UND EMOTIONALE GEWITTER:

    http://www.gold-dna.de/phi21.html

    Gruß Guido

    • maretina
      Dezember 12, 2012 um 9:44 am

      – Ist Angst wirklich ein Gefühl?
      Sie kommt doch nicht von außen, wir lassen sie, auf Grund von äußeren Eindrücken, in uns entstehen.

      Grüße
      Martina

      • federleichtes
        Dezember 13, 2012 um 4:05 am

        Ich weiß nicht, wie viele Monate ich wie viele Beiträge zum Thema „Gefühl und Emotion „schrieb; ich weiß nicht, wie oft ich sagte, wie wichtig das Unterscheiden ist. Aber ich weiß, dass ich müde wurde, und leider betrifft das nicht nur ein Thema. Die Verwirrungen sitzen so tief, und die Klarheit scheint so bedrohlich, dass die Zeit wohl nicht reif ist für das Erkennen, wie der Mensch funktioniert.

        Natürlich ist Angst kein Gefühl.

        Martina, Du schreibst:
        „Sie kommt doch nicht von außen, wir lassen sie, auf Grund von äußeren Eindrücken, in uns entstehen.“
        Das ist richtig. Die Angst ersteht auf, wenn sie informativ berührt wird. Das kann allerdings auch geschehen durch eigene Handlungen, die an verdrängte (lebensfeindliche) Informationen rühren, oder wenn archaische Geschehnisse re-stimuliert werden. Angst kann auch aus energetischer Unterlegenheit und informativer Verwirrung entstehen.

        Die allermeisten Menschen ernähren sich energetisch ausschließlich von Emotionen – so ist Leben konzipiert, als ein Reiz-Reaktionsmuster.

        Ich wiederhole mich zum X-ten Male:
        Gefühle entstehen nur durch ein absichtsloses und nutzenfreies sich Hinwenden – zu sich selbst und/oder zu Anderen.
        Gefühle sind nicht different, sondern treten immer als Wohlwollen auf. Gefühle sind nur unterschiedlich stark, und sie können sich nur bis zu einem bestimmten Grad entfalten, weil das körperlich-emotionale System ein Mehr dieser sehr feinen Energie nicht ertragen kann.
        Emotionen erscheinen als depressive Erregung Richtung Null (Tod), als Wut, als Gleichgültigkeit, als Freude. Auch sie ist eine re-aktiv erzeugte Energie, die bedingt sein muss durch Ereignisse. Dazu im Gegensatz das Gefühl Glück, das unbedingt ist und nicht auf der Tun-Ebene, sondern auf der Sein-Ebene entsteht.

        Das waren – hier – meine letzten Worte zu diesem Thema, da ich offensichtlich nicht in der Lage bin, die einfachsten Zusammenhänge plausibel darzustellen. Dafür bitte ich um Nachsicht und Verständnis.

        Gruß
        Wolfgang

        • maretina
          Dezember 20, 2012 um 8:28 pm

          Hallo Wolfgang, jetzt erst gefunden. Die Zusammenhänge sind plausibel, mir jedenfalls, nicht nur auf der Verstandesebene sondern auch auf der Ebene des Fühlens, die genauso wichtig ist, im Moment sogar wichtiger da über lange Zeiten unterbewertet und daher unterentwickelt. Selbst wenn du es müde wirst, es ist wichtig, jedenfalls die Information. Was die Informierten mit der Information machen liegt nicht mehr beim Informanten.
          Gruß Martina

  7. Dezember 11, 2012 um 12:26 pm

    „….nicht Gegen das System…“ Das System braucht die Gegner. Um sich teilweise über sie zu definieren, mindestens jedoch um sich an ihnen zu stärken. Von daher sind auch Gegner Teil des Systems. – Was haben die Anti-Castor-Demonstrationen gebracht? Den Einsatz der europäischen Polizeitruppe z.B.Da steht eben nicht mehr der Nachbar gegenüber, sondern jemand dem du egal bist, der vollkommen emotionslos macht was ihm aufgetragen wurde.-

    Was da hilft. Ich weiß es nicht.
    „mit einem brennenden Herzen, mit Mut und Verstand“ diese drei im Gleichgewicht (übersetzt Liebe, Energie und Geist) halten, verhilft sicher zu einer erweiterten Sicht, von daher zu anderen als den eingeübten Verhaltensmustern.
    Emotionen, liebe Solveigh, sie sind wichtig, sie zeigen uns ziemlich genau wenn was nicht stimmt. Von daher betrachte ich sie als hervorragendes Werkzeug und Wegweiser. Jedoch sollten wir, soweit uns das überhaupt möglich ist, uns unsere Handlungen nicht von (eigenen) Emotionen diktieren lassen. Gerade die Emotionen werden ja benutzt „Masse Mensch“ zu steuern.

    Danke für die Erzählung. ( Die russischen Erzähler überhaupt, empfehlenswert.)
    Grüße
    Martina

    • federleichtes
      Dezember 11, 2012 um 3:44 pm

      Das System weiß eine Antwort auf „brennende“ Herzen: Zerstörung. Und sie schöpfen ihre Macht aus einer – scheinbar – unerschöpflichen Quelle.
      Etwas fatal: Sie entdecken diese Herzen wegen des Rauchs. Sie sehen ihn, und sie „riechen“ ihn.

      Brennende Herzen, sehr romantisch, aber sehr schade, wenn diese Herzen VERbrennen – durch Emotionen. Ein Herz, das glaube ich, hat eher wärmende Eigenschaften.

      Das Problem in der Formel Herz-Mut-Verstand ist der Verstand. Wenn er für Verstehen steht, schussfolgert sich aus den Handlungen eines Menschen, was er wirklich versteht – oder wo er Lügen und Täuschungen aufgesessen ist.

      Auf „normalem“ Weg ist dem Bösen nicht beizukommen. Die Strategie 1+1 funktioniert nicht in einem unehrlichen Kampf, in dem der Stärkere den Schwächeren verschlingt.

      Damit stehen wir wieder vor unserer eigenen Tür, auf dergeschrieben steht: Wie werde ich unverschlingbar?
      Und erst nach einer persönlichen Entwicklung erlaubt sich überhaupt die Frage, das Unverschlingbare zu versammeln.
      So sehe ich das jedenfalls – auch als vernünftig an, weil das meine Maxime in all den Jahren blieb.

      Es liegt mir nichts ferner, als einen Menschen zu kritisieren. Wir reichen uns hier die Hände, um besser zu werden, um mehr zu verstehen, um weniger fremd-erregt und stärker fühlen zu können. In diesem Sinne meine Worte.

      Gruß
      Wolfgang

    • Dezember 11, 2012 um 5:00 pm

      Jedoch sollten wir, soweit uns das überhaupt möglich ist, uns unsere Handlungen nicht von (eigenen) Emotionen diktieren lassen.

      Vollkommen und im Prinzip einverstanden, außer manchmal, da geben die Emotionen dem Handeln zusätzliche Kraft, manchmal genau die noch notwendige und sonst nicht zu mobilisierende Dosis, die zum Erfolg führt! Es ist alles eine Frage der Situation!

      • federleichtes
        Dezember 11, 2012 um 5:15 pm

        Genau die Frage ist zu beantworten, WELCHE Situationen Emotionen und auch heftige Emotionen rechtfertigen.

        Ich beantworte diese Frage sehr einfach: Stärken oder schwächen mich meine Emotionen. Man kann diese (emotionale) Kraft einsetzen, und ich war immer gut beraten, das gezielt zu tun.

        Gruß
        Wolfgang

        • Dezember 11, 2012 um 5:36 pm

          So ist es!

        • maretina
          Dezember 12, 2012 um 8:58 am

          Womit wir bei der Frage sind, was sind überhaupt Emotionen?

  8. Dezember 11, 2012 um 9:26 am

    @Martin zu Deinem Kommentar bezgl. der Emotionen.
    Dem steht entgegen:
    Nur mit einem brennenden Herzen, mit Mut und Verstand ist unsere Welt und das Geschick der Menschen zu verändern!

    Mich hat in diesem Zusammenhang Maxim Gorkis Erzählung „Die alte Isergil erzählt“, in dem diese alte Frau die Sage von Dankos brennendem Herzen erzählt, stark geprägt.
    Ich empfehle Dir und allen anderen diese Lektüre allerwärmstens:

    http://gutenberg.spiegel.de/buch/2859/9

  9. federleichtes
    Dezember 11, 2012 um 2:20 am

    Roboter werden deinen Job vernichten?
    Ich will gar nicht erzählen, was Susanne sagte.
    Aber sagt mal: Welcvhen JOB haben Menschen zu erledigen? Einen, den Roboter auch leisten können?
    Emotionale Roboter, wäre das nicht eine echte Innovation? Niemand brauchte sich mehr empören, fluchen, schreien, amoklaufen.

    In der Geschichte kehrt ein Muster immer wieder: Widerstand. Ist es damit ein archaisches Muster geworden (oder immer gewesen*?), das den Menschen in diese Rolle zwingt?
    Wenn dem so ist, stehen wir vor dem Ergebnis. Alles, ws IST, begründet sich (auch) durch das Muster, zu kämpfen, was auch immer zu verteidigen, zu unterwerfen, was anders ist, etc..
    * Biblisch beschrieben als der Aufstand gegen „Gott“.

    Nun könnte man argumentieren …

    fällt mir gerade ein Witz ein:
    Ein Ehepaar fährt auf einem Tandem einen steilen Berg hoch, oben angekommen ist er halbtot vor Erschöpfung – sie sagt: Wenn ich nicht immer gebremst hätte, wären wir wieder runter gerollt.

    … ohne den Widerstand wären wir längst in der absoluten Sklaverei oder die Erde untergegangen.
    Nun ja, erstens sind wir in der absoluten Sklaverei, und zweitens ist die Erde noch niemals untergegangen.

    Die Dinge laufen, wie sie laufen nicht wegen eines fehlenden Widerstands, sondern weil Angst und die Dämlichkeit eines „niederen“ Wesens die Masse der „zivilisierten“ Menschen betreibt: Sie SIND Untergebene, Unterworfene, blindgläubig und, wenn es darauf ankommt, laufen sie blindwütig, wohin man sie befiehlt.

    Widerstand, so fühle ich das gerade, bestimmte das Schicksal der Menschheit.

    Mag jeder seine eigenen Schlussfolgerungen daraus ziehen.

    Allen einen aktiven Tag.

    Wolfgang

  10. federleichtes
    Dezember 11, 2012 um 12:33 am

    Hallo Martin.

    Ich sage es mal kurz und einfach, wie es sich für einen einfachen Menschen geziemt:
    „Ich beabsichtige nicht, den Lauf der Geschichte zu verändern. Dazu gehört, das System nicht zu unterstützen und es nicht zu bekämpfen (was im Grunde auf dasselbe hinaus läuft).
    Diese Entscheidung machte mein Leben nicht leichter, aber angenehmer.

    Dürckheim spricht von Form und Gegenform, und dass die Form umso stimmiger wird, je mehr man bereit ist, die REALE Gegenform zu akzeptieren. Er beschreibt die Gegenform (meine Interpreatation) als ein Höheres Sein. Die daraus verursachte Dynamik erleben wir, und ich denke umso leichter, je mehr wir bereit sind, das Wirken eines allmachtigen Willens zu akzeptieren. Manchmal höre ich etwas von der Existenz einer Höheren Intelligenz, erlebe allerdings selten ein Bewusstsein darüber.

    Na ja. Ich habe das Leben nicht erschaffen, und rein Nichts, was auf dieser Welt in ihrem Grunde existiert. Insofern kann ich auch nur mit einem mir zur Verfügung gestellten „Vermögen“ leisten. Mich darüber aufzuregen bedeutete, das Wenige auch noch weg zu werfen.

    Dir einen guten Abend.

    Wolfgang

    • Dezember 11, 2012 um 12:39 am

      hm, ist es überhaupt möglich, nicht gegen DAS System zu arbeiten?
      Wenn ich es einfach ignoriere und meinen eigenes Ding macht, und ich werde dabei beobachtet und der Beobachter meint, dass das, was er bei Dir sieht, doch eigentlich zuträglich ist …
      Mir fällt das Buch gerade nicht ein. Es liegt auf Sibylles Nachttisch. Da war genau von solch einem Mann geschrieben, der immer nur versuchte, Niemandem im Weg zu stehen und doch wurde er beobachtet und es passierte immer wieder daraus resultierend etwas Schlimmes …

      Ich werde morgen nochmals schauen, wie es heißt.

      Dir auch eine gute Nacht. Ich leg mich nun in die Federn. Martin

      • federleichtes
        Dezember 11, 2012 um 1:07 am

        Natürlich ist das möglich. Susanne geht brav zur Schule, und ich kaufe den Vögeln nur das Futter zurück, das man ihnen gestohlen hat. Bravo, gell, Umsatz machen. Dass ich weniger esse, erfährt ja niemand.
        Ich meine, im ZEN gibt es die „Kunst des Pirschens“. Oder war das Don Juan? Manfred weiß das sicher genau.

        Und ich glaube, so wie die Verelender der Welt im Stillen agieren, agiert es auch auf der anderen Seite. Wobei auf der einen Seite wohl eher Feigheit wirkt, auf der anderen Seite aber der Mut, das Unsägliche kraftvoll zu begleiten. Dazu gehört auch, sich nicht zu verstecken.

        Gruß
        Wolfgang

        PS.
        Ralf als Autoren schreiben zu lassen, war eine SEHR gute Idee.

  11. Dezember 11, 2012 um 12:23 am

    Liegt nicht in der Wahrnehmung dieses alltäglichen, globalen Wahnsinns, in all seinen Facetten, die Verantwortung derer verborgen, die sich über den Lauf der Dinge, in aller Stille und Sicherheit der eigenen erschaffenen “heilen“ Welt, Gedanken machen können und diese verbal, wie digital, vermitteln können ? Zeigt die Bandbreite des Wahnsinns nicht zugleich die Bandbreite der Möglichkeiten Licht zu finden und zu verbreiten ?
    Ist die Erkenntnis, dass meine Träne des Glücks hier nur durch eine Träne der Wut, des Elends, der Trauer, anderswo MÖGLICH IST, nicht DER erste Schritt überhaupt in die Richtung des gemeinsamen Ziels ALLER ?

    Gruß Guido

    • federleichtes
      Dezember 11, 2012 um 12:49 am

      Ich sehe folgendes Problem, lieber Guido.
      Wer sich von den Nachrichten beeinDRUCKen läßt, handelt nicht mehr frei – wenn ich das so sagen darf, fremd-erregt = emotional.

      Mag uns der Wahnsinn zeigen, wie sinnlos das Reflektieren und re-agieren ist und uns auf uns-selber zurück werfen. Denn, so glaube ich, nur in uns kann diese Unbedingtheit entstehen, einen Weg zu gehen völlig unabhängig von dem, was geschieht.

      Wir sind viele Jahre lang nicht mehr bereit, uns dem Diktat des politischen und medialen Terrors zu unterwerfen. Deren Spiel läuft auch ohne uns, und unser Spiel läuft NUR ohne sie.

      Ja, wir sind glücklich, aber nicht, weil wir es nicht schwer haben, sondern weil wir nicht bereit sind, unser Leben auf Beschwernisse zu reduzieren und darunter zu leiden. Wenn es ein „Ziel für Alle“ gibt, wird Glück dem nicht weniger dienen als Leid.
      (Susanne hätte für den Sermon wieder nur fünf Worte gebraucht.)

      Gruß
      Wolfgang

  12. federleichtes
    Dezember 10, 2012 um 5:45 pm

    „Mit dem vielbeschworenen Wachstum werden die sozialen Probleme nicht zu lösen sein, weil es schlicht und einfach nicht stattfindet.“

    Mit komplexer Dämlichkeit verschärft sich – das scheinbar notwendige – Chaos. Sozial? Ist das für diese Welt nicht eher ein Unwort? Das klappt noch nicht mal in sehr vielen Familien, in keiner Bürger- Gesellschaft, und weltweit lachen die Hühner, wenn das Wort fällt.

    Es gibt keine sozialen Probleme, sondern eine brachiale, mörderische Ungerechtigkeit. Sie brüllt, und die Gerechtigkeit winselt verstrickt im Rausch des Fanatismus, im Rauch einer scheinheiligen Barmherzigkeit. Wer kämpft, verliert, wer still ist, wird als feige beschimpft, wer mitmacht, kann sich wenigstens was leisten.

    Nein, das soll nicht bitter klingen, wir leben doch in einer Ersten Welt. Warum hatte bisher niemand den Mut, eine Vierte Welt zu beschreiben? Weil das Elend moralisch direkt in die „Erste“ Welt übergreift? Was hier geschieht ist real doch kaum noch fassbar – man muss es ebenso verdrängen wie das Grauen in der verschwiegenen Vierten Welt.

    Wären wir nur Roboter, entstünden Optionen für das Gestalten anderer Weltbilder, für deren Beschreibung man die meisten Strukturbegriffe nicht mehr brauchte und die manch eine Emotion verhinderte. Cool bleiben scheint mir eine immerhin etwas höhere Entwicklungsstufe als die eines Roboters – die nicht zu des Menschen Nutzen, sondern zu seiner Demütigung gebaut werden -.zu sein.

    Gruß
    Wolfgang

    • Dezember 10, 2012 um 10:53 pm

      Cool bleiben?
      Das gelingt mir in letzter Zeit immer seltener!

      Eine neue Abscheulichkeit des saudischen Regimes im Kampf gegen Syrien wurde offenbar. Saudi Arabien schickt zum Tode verurteilte Sträflinge zum Kampf nach Syrien. Bewähren diese sich an der syrischen Front, so sind sie freie Männer

      und:

      Während der Woche vor seiner Ermordung hatte Naser Ermittlungen angestellt zum vermehrten Kriegseinsatz von Strafgefangenen auch aus türkischen Gefängnissen. Er war im Besitz von Fotokopien mehrerer Pässe, die seine Behauptung untermauert hätten. Die Gruppe der enttarnten Frontsträflinge umfasst 105 Jemeniten, 21 Palästinenser, 212 Saudis, 96 Sudanesen, 254 Syrer, 82 Jordanier, 68 Somalis, 32 Afghanen, 194 Ägypter, 203 Pakistanis, 23 Iraker und 44 kuwaitische Staatsbürger. Die Verbrecher waren vor ihrem Einsatz noch einer schnellen Schulung unterzogen worden in unkonventioneller Kriegsführung, Terrorismus und Jihadismus. Es darf zudem davon ausgegangen werden, dass dies nicht die einzige Sträflingstruppe in diesem schmutzigen Spiel ist. Dass es sich hierbei um einen groben Verstoß gegen die Genfer Konventionen handelt, interessiert offenbar nicht in einer gesetzlosen Phase wie dieser. Einige der getöteten oder inhaftierten Schwerverbrecher hatten offenbar Kontakt zu Al Kaida nahe stehenden Gruppierungen.

      Einer der bekannteren unter den Sträflingssöldnern war der Bruder des Mannes, der im Jahre 2003 die HSBC-Bank in Istanbul mit einer Bombe verwüstet hatte. Damals waren 67 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 700 Personen wurden verletzt. Wie das saudische Dokument beweist, handelt es sich bei diesem Vorgehen um einen gemeinsamen Plan der Golfstaaten und der NATO. Dass es sich hierbei um einzelne, isolierte Vorfälle handelt, kann daher verneint werden.

      Quelle:
      http://denkbonus.wordpress.com/2012/12/10/freispruch-gegen-mord/

      • federleichtes
        Dezember 11, 2012 um 12:05 am

        Ja, Solveigh, ich denke manchmal, wie es Dir wohl ergeht in diesem „Dreck“. Ich glaube, wir müssen das aushalten, möglichst unemotional. Ist die Welt nicht schlimm genug, als das man sein anständiges Leben dem Wahnsinn auch noch opfert.

        Den ganzen Tag über gehen wir die Begriffe Beliebigkeit und Unbedingheit nicht aus dem Kopf. Da dachte ich auch an Dich, was Du wohl sagen würdest zu meinen Ausführungen – ehrlich gesagt sah ich mich bereits ordentlich abgewatscht.
        Na ja.

        Dass Verbrecher für Kriegsverbrechen rekrutiert werden, ist, nach meinen Informationen, durch die Zeit hindurch geübte Praxis. Menschenfarmen zur Zucht von Schwerstkriminellen halte ich auch für vorstellbar.
        Ich wüsste auch gern mal, woher die Politker kommen, und ob es noch die „Menschen“ sind, die einmal Kinder waren.

        Bei uns hier ein geflügeltes Wort (von Hape Kerkeling):
        „Mach disch nischt verrückt, Schätzelein.“
        Das hilft, wenn’s mal eng wird.

        Liebe Grüße Dir.

        Wolfgang

        • Dezember 11, 2012 um 12:11 am

          Gelassenheit soll auch beim besseren Nachdenken helfen. Diesen Wink bekam ich auch vorhin 🙂

          VG Martin

        • Dezember 11, 2012 um 9:20 am

          Hätte ich mich nicht mit Yoga, Tai Chi, Chi Gong und Meditation beschäftigt, ginge es mir wahrscheinlich wesentlich schlechter.
          Auf der anderen Seite will ich meine Emotionen angesichts solcher Verbrechen gegen jede Menschlichkeit auch nicht unterdrücken, sondern sie in die Welt schreien – damit es auch andere hören – und endlich handeln.
          Ich kann und will mich nicht damit abfinden, dass dies „normal“ sei, weil die global agierende Mafia seit Jahrtausenden so handelt. Ganz im Gegenteil, es ist der stärkste Grund, das nun endlich zu beenden!
          Sonst haben wir als Menschheit verspielt und um die Menschen wäre es nun wirklich schade, wenn ich mir die vielen um mich herum anschaue, die sich abrackern, ihre Kinder groß ziehen, die lieben, weinen und lachen – und einfach ANSTÄNDIG LEBEN wollen!

          Diese Politiker (und die Konzern- und Banken-Eigentümer genau so) sind bereits in solchen Familien groß geworden, die sie von der Welt „der anderen“ abtrennt. Sie haben, so denke ich, von dem, was „da draußen“ passiert KEINE Ahnung.

          Darum müssen wir es ihnen auch so laut sagen!

  13. Dezember 10, 2012 um 3:22 pm

    Die Weigerung der Unternehmer, Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel, die arbeitende Bevölkerung am Fortschritt teilhaben zu lassen, ist mitverantwortlich für die sozialen Verwerfungen in unserem Land und anderswo, sie wird wohl nur dadurch beendet, indem diejenigen, die bis heute ohne zu murren treu „gedient“ haben, den Spieß endlich umdrehen und im Sinne des Allgemeinwohls berechtigte Forderungen an die Politik und die Gewerkschaften richten, mit allem Nachdruck! Mit dem vielbeschworenen Wachstum werden die sozialen Probleme nicht zu lösen sein, weil es schlicht und einfach nicht stattfindet.

    “Nur wenn wir teilen, haben wir den Frieden auf der Welt. Den Frieden lernen, das ist nichts weiter als teilen lernen.” (Hermann Gmeiner)

    “Überfluss hat erst Wert, wenn wir ihn zum Wohle anderer benutzen.” (Hans Rudolf Hilty)

    gefunden in: Der Krieg gegen die Maschinen

  14. Dezember 9, 2012 um 3:51 pm

    Burger for the masses:

    http://www.bbc.co.uk/newsround/20595874

    Gruß Guido

  15. November 29, 2012 um 11:34 am

    Besonders wichtig seine Ansicht zum Bedingungslosen Grundeinkommen. Davon hält er gar nichts, wenn sich nicht die Kultur gänzlich ändert, weg von der Profitorientierung hin zu einer Bedarfs- und Ressourcen-ortientierten Ökonomie. Er würde den Menschen eher die Werkzeuge an die Hand geben, damit sie in die Lage versetzt werden, sich selbst zu versorgen. Eine Welt ohne Geld konnte er sich dagegen schon vorstellen.

    Dem schließe ich mich vollumfänglich an.
    Die Werkzeuge, sich selbst zu versorgen klingt nach zurück zu jeder schafft sich seine Lebensmittel und Werkzeuge? Das wäre ein Rückschritt und ich denke auch nicht, dass dies gemeint ist?
    Richtiger wäre: Jeder Mensch hat die Möglichkeit, seine Bedürfnisse zu befriedigen, einfach, weil mehr als genug von allem produziert wird und vorhanden ist.

  16. November 29, 2012 um 9:55 am

    Bezüglich der Anpassungsmöglichkeiten der Natur nur ein kleines Beispiel:

    found in Watts Up With That? : Laughing gas bugs

    Die Natur ist innovativ und findet immerzu NEUE Wege, um ihre Möglichkeiten im Umfeld der Unordnung derartig zu gestalten, real werden zu lassen, um Ansammlungen von Unordnung, sprich Stase, Isolationen, Verdichtungen, wieder zu befreien, damit der (Lebens-)Fluss weiter fließen kann. Das ist Kreativität im wirklichen Sinne.

    Gruß Guido

  17. November 29, 2012 um 9:10 am

    Mr. Roboto fasziniert die Menschen ja schon länger und die Transhumanisten a la Ray Kurzweil sehen in ihnen die Erfüllung MENSCHLICHER Träume, um die Welt nach UNSERERN Vorstellungen zu formen. Wir können Roboter nur in dem Maße nutzen, wie entsprechender Raum zur Gestaltung und Integration ins Gesamtbild zur Verfügung steht … solange, bis eine Grenze erreicht ist, von denen die meisten Menschen heutzutage nicht wissen, dass sie überhaupt vorhanden ist … auch wenn sie so ein unbestimmtes Gefühl in sich verspüren, dass dem doch so ist, was vielleicht daran liegt, dass sich dieses Gefühl paradoxerweise als gesichtslose Angst zeigt, als Schatten, der länger und länger wird.

    Der Mensch testet die Fehlertoleranz der Natur aus, durch Einbringung künstlichen Fortschritts, durch Sprachverwirrungen, durch Zerstörung natürlicher Turmbauten, durch Konsensstörungen im Gesamtbild … und darin werden wir offensichtlich immer besser. Die Verknüpfung aller realisierten Möglichkeiten, der Tatsächlichkeiten, nimmt unentwegt an Komplexität zu. Wir Menschen informieren die zur Verfügung stehende Energie dahingehend, reaktiv an das gemeinsame Werk allen Lebens zu gehen, solange, bis das Gesamtbild der Realität von unserem Handeln maximal gesättigt ist, solange, bis keine weitere neue Bildvokabel mehr sinnvoll integriert werden kann.

    Je mehr wir versuchen uns dem Wirken im Ganzen zu entziehen, durch Automatisierungen, Isolierungen und dergleichen, desto eher ist die Grenze erreicht.

    Gruß Guido

  18. November 29, 2012 um 5:09 am

    um diese Tendenz zugunsten der Menschen wirken zu lassen müssten erst die EVA grundsätzlich verändert werden – heute und im Kapitalismus eignen sich Wenige an, was an Werte erzeugt wird und die übrigen werden als Arbeitsstellen-lose beschimpft und der Faulheit beschuldigt – und mit so wenig Geld versorgt, dass sie nur sporadisch leben können und zusätzlich noch mit Sanktionen bedroht und schikaniert werden.
    Also sollten wir überlegen, warum diese Macht-Geltungs-Spiel-Vernichtungs-Betrugs-Sucht, der Sucht zu lügen und zu verleumden der Ausbeuter gegen die Mit-Menschen. . . . und nun leider ändern sich die Menschen, sobald sie die Stellung wechseln – also von vor dem Schreibtisch zu hinter dem Schreibtisch.
    Die Er-zieh-ung heute tendiert nur dahin, Abhängigkeiten und Süchte zu reproduzieren – mit Idealen und Wünschen ist da nichts zu machen – es braucht konkrete Entscheidungen.
    Eine Änderung ist aber ganz sicher „auf Anordnung von oben“ nicht zu machen.
    40 Jahre DDR beweisen, dass sich auch nichts ändert, wenn die Strukturen verändert werden. Die Süchte bleiben und wie schnell und einfach haben die meisten Menschen die Wende geschafft.

    • November 29, 2012 um 9:08 am

      Hallo,

      „Er-zieh-ung heute tendiert nur dahin, Abhängigkeiten und Süchte zu reproduzieren – “
      Stimmt, keine Frage. Meine persönlichen Beobachtungen zeigen mir allerdings, dass die jungen Leute teilweise einen sehr scharfen Blick auf die heutigen Zustände haben,diese durchschauen, fähig sind Ideale auszubilden, zu bewahren und sich umschauen wie sie sie umsetzen können. Wahrscheinlich ist das eine Reaktion auf das ständige (er)Ziehen. (Kraft und Gegen-Kraft)

      Übrigens, junge Leute, die sich ein Leben ohne Geld vorstellen können, oh ja, da gibts Mehrere. (Einen meiner Söhne z.B. 😉 Hat sich das genauer angesehen, live, und festgestellt, dass die Einzelkämpfer zum Scheitern verurteilt sind, da sozial und besonders mental isoliert. Was nicht auf Frau Schwermer zutrifft, da sie sich einen tragenden spirituellen Hintergrund aufgebaut hat. „Gepflegte, ältere, sehr symphatische intelligente Dame“ O-Ton P. )

      40 Jahre DDR beweisen, dass sich nichts ändern kann, wenn nur die Strukturen des Systems geändert werden, das (monetäre) System als solches aber bestehen bleibt. (Ich erinnere mich nur mal an die kleinen Könige, ihr wißt schon: Handwerker, und den Schwarzmarkt in der DDR. )

      Schönen Tag für Euch Alle
      Martina

      • November 29, 2012 um 11:31 am

        Dir ist aber schon klar, dass die Handwerker sich nur darum in diese Richtung entwickeln konnten, weil künstlich ein Mangel erzeugt wurde?
        Hast Du Dich mal gefragt, von wem der erzeugt wurde?
        Mein Kommentar unten mag Dir Auskunft geben.
        Es nützt nichts, an der Oberfläche rumzumäkeln, wenn ich mir den GRUND nicht anschaue, der die Oberfläche produziert!

        • maretina
          November 29, 2012 um 12:34 pm

          „Dir ist aber schon klar….“Ja Solveigh, ist es. Ich wollte verdeutlichen, es ist (fast) egal wie die Struktur beschaffen ist, solange Geld die Rolle spielt, die es spielt. Das Werkzeug, in meinen Augen, zur Erzeugung von Mangelbewusstsein (Hier zwei Seiten; Mangel an Geld, der gegenwärtige Zustand, oder Mangel an Produkten und Diensleistung, bspw. 40 Jahre DDR), der Manipulation mittels Angsterzeugung (Existenzangst, Angst vor dem Alter, der Einsamkeit, Gewalt, dem Nachbarn; Angst um den Partner, die Kinder, den Arbeitsplatz…..)

          Handwerker in der DDR; ja nun ist in meinem Erfahrungsschatz nun mal das Bsp. das die Ambivalenz dessen was wir hatten am Besten verdeutlicht.

          Dein Kommentar weiter unten, Punkt Zwei und Drei, da hast du meine Unterschrift. Zu Punkt Eins nur nicht, weil mir die Enge der geistigen Verhältnisse, sicher auch befördert durch das was du beschreibst, aber nicht nur, klar vor Augen steht.

          Sozialismus, hatten wir den?
          Aus Wikipedia :

          Sozialismus bezieht sich auf ein weites Spektrum ökonomischer Theorien sozialer Organisation, welche s ich kollektiven Besitz und politische Administration zum Ziel der Schaffung einer egalitären Gesellschaft zum Ziel gesetzt haben.

          Er kann definiert werden als Gegenmodell zum Kapitalismus entwickelte politische Lehre, die bestehende gesellschaftliche Verhältnisse mit dem Ziel sozialer Gleichheit und Gerechtigkeit verändern will, und eine nach diesen Prinzipien organisierte Gesellschaftsordnung sowie eine politische Bewegung, die diese Gesellschaftsordnung anstrebt.

          Gegen-Modell, hmm. Da fallen mir die Parolen, die Agitation und Propaganda ein, denen ich (du auch?) ausgesetzt war.
          Immer ging es nur ums Kämpfen gegen…., nicht ums FÜR.
          Ein weites Spektrum – hätten wir das nur gehabt, eng wars, im umfassendem Sinn.

          Erstmal ziemlich unsortiert, da stecken immer noch Emotionen wie ich spüre, aber gut hier aufeinander zu treffen.

          Freundlich
          Martina

        • November 29, 2012 um 1:36 pm

          Einverstanden!
          Wenn wir uns vor Augen führen warum und mit welchen Mitteln der Aufbau der Grundlagen des Sozialismus (o-Ton das, was Du Propaganda nennst) verhindert wurde!
          Was die Frage des Geldes betrifft, bin ich auch völlig Deiner Meinung, dazu kommt die nicht beseitigte Machtpyramide, die grundsätzlich nur die fiesesten Charaktere „nach oben“ spülen kann.
          Was Du Propaganda nennst – hat sich das uns Gelehrte nicht bis in jede Einzelheit als pure Wahrheit offenbart?

          (Ich spreche hier nicht von der Schönfärberei und Lügen-Erfolgs-Berichterstattung seit Honecker! Wem diente dieser saubere Herr (das Trio: Honecker, Tisch, Schalck-Golodkowski), dessen erste Amtshandlungen es waren a) einen völlig unnötigen Kredit(!) aus dem Westen aufzunehmen (den wir mit den von uns erzeugten Produkten, die uns dann angeblich fehlten zu einem Dumpingpreis weit unter ihrem Wert bezahlten?) und b) den Mittelstand systematisch per Federstrich zu zerstören, wodurch der Untergang der DDR eingeläutet wurde, da der Wirtschaft der DDR damit das Rückgrat gebrochen wurde?
          Das sind freilich nur die beiden gravierendsten wissentlich eingeleiteten Fehlentwicklungen. Wir müssen auch die Einführung der D-Mark als zweite Währung, das Einrichten der Intershops und der „Exzellent-Läden“, wie den wissentlichen Ausverkauf der Kunst- und Kulturschätze der DDR durch Schalck-Golodkowski dazu zählen! Wer gab die Anordnungen dazu? Warum wurde jeder Widerstand gegen diese völlig verfehlte und nur dem Untergang der DDR dienenden Politik unterdrückt? Wieder die Frage: Wem dienten diese Herren?)

          Ich bin mit Dir einverstanden, es ist ein zu weites Feld, das hier bis ins Einzelne zu diskutieren und zu analysieren. Ich werde mich jedoch immer wieder wehren – eben wegen der hinterlistigen und menschenverachtenden Weise, wie für den Untergang nicht nur der DDR von außen gesorgt wurde, also gar keine Chance zur Entwicklung gelassen wurde (was ja auch nicht zu erwarten ist) – wenn die DDR, die Sowjetunion und/oder das sozialistische Lager/Idee grundsätzlich und pauschal angegriffen, kriminalisiert und diffamiert werden, damit eben auch heute keine Alternative zum Kapitalismus/Imperialismus/Faschismus bleibt!

          Wir haben doch in der Schule gelernt: In der Systemkrise (die wir jetzt erleben), gibt es nur zwei Auswege: Sozialismus, der zum Kommunismus führt oder Faschismus und Krieg!

          Darum erleben wir auch heute die verstärkte Propaganda, die den Sozialismus insgesamt ad absurdum führen soll.

          Noch haben wir die Wahl!

        • maretina
          November 29, 2012 um 1:58 pm

          Hallo,

          „Wir haben doch in der Schule gelernt: In der Systemkrise (die wir jetzt erleben), gibt es nur zwei Auswege: Sozialismus, der zum Kommunismus führt oder Faschismus und Krieg!“

          -Einspruch; es ist uns erzählt worden, wir glaubten es nicht, denn wir durften nicht schauen. Wie mein Geographielehrer so schön sagte, als er vor dem Abi seine letzte Unterrichtsstunde bei uns hatte: „Ich hätte euch so gerne mehr aus eigener Anschauung erzählt und wünsche euch, dass ihr mal sehen könnt, worüber ich berichtete. Denn Weltanschauung kommt von Welt anschauen.“ Wir unterhielten uns Jahre später darüber. Noch eine Mitschülerin und ich, der Satz blieb uns im Gedächtnis.
          -Es gibt nie nur zwei Möglichkeiten, wir sind nur so getrimmt auf Entweder – Oder, alle.

          Wenn wir hier so weiter machen, kommen wir vllt. zu weit vom Thema ab. Stellt sich die Frage dazu mal einen Beitrag (zusammen?) zu schreiben.

          Freundlich
          Martina

        • maretina
          November 29, 2012 um 2:02 pm

          Hallo Solveigh,
          nachher noch ein bißchen was, müsste sonst die Zeit anhalten, hab ich (noch) nicht gelernt 😉
          LG
          Martina

        • November 29, 2012 um 7:56 pm

          Ja, es führt hier zu weit.
          Sozialismus hat im Übrigen auch nichts mit Egalität zu tun (Wikipedia ist auch zu einer Propaganda-Maschine verkommen), sondern mit Chancengleichheit – und das ist ein Riesen-Unterschied. Es würde auch zu weit führen, DAS hier jetzt zu erörtern.
          Wir sind wohl zu unterschiedlichen Zeiten in die Schule gegangen. Ich habe von meinem Geschichtslehrer gelernt:
          „Erst wenn ihr alle Seiten betrachtet und fragt: Wem nützt es?, kommt ihr der Wahrheit nahe.“
          Das hat mich geprägt.

    • November 29, 2012 um 11:27 am

      40 Jahre DDR beweisen, dass sich auch nichts ändert, wenn die Strukturen verändert werden. Die Süchte bleiben und wie schnell und einfach haben die meisten Menschen die Wende geschafft.

      1. 40 Jahre DDR beweisen, wie stark das sozialistische System ist, hat es doch 40 Jahre lang dem mit brutalsten Mitteln und vor allem permanenten ökonomischen, subversiven (mit allen Mitteln: Organisieren und Finanzieren sogenannter „Revolutionen“, Bombenanschlägen, Sabotage in den Betrieben, Spionage und Wühlarbeit – auch über und durch die Kirchen – der Geheimdienste der USA, Großbritanniens und in deren Auftrag der BRD – auf dem Territorium der DDR) und dem Informationskrieg – Einflussnahme auf die Köpfe der Bevölkerung der DDR über das Fernsehen von ARD bis ZDF – und das täglich! – getrotzt!
      Nachdem mir das bewusst geworden ist, bin ich heute noch stolz darauf, dass ich in einem solchen Land leben durfte!

      2. Damit wird klar, dass „die Süchte“ eben gerade nicht bleiben, sondern von außen erzeugt wurden und werden!

      3. Welche Menschen haben die Wende schnell und einfach geschafft? Die 50 % Arbeitslosen in der DDR etwa? Es gab keine so genannte Wende, die DDR ist annektiert worden! Nach dieser Annektion ist die DDR durch die BRD und deren NATO- und EU-Verbündete innerhalb von einigen Jahren völlig ausgeraubt und de-industrialisiert worden. Die DDR wurde entvölkert und seiner Intelligenz, Landwirtschaft und Errungenschaften beraubt! Kurz, der DDR wurde jede Lebensgrundlage und jede Möglichkeit geraubt, die es dem Land gestatten würde, sich je wieder auf die eigenen Füße zu stellen – glauben diese Mafia-Bosse!

      Wenn Du meinen Ausführungen nicht glaubst, rate ich Dir dringendst, das Papier NSC 20-1 aus dem August 1948 zu Gemüte zu führen, um zu verstehen, dass ich die reine Wahrheit schreibe.
      Auch dieser Mensch mag meine Darstellung mehr als untermauern:

      Er spielte eine wichtige Rolle bei den politischen Prozessen in Osteuropa, die 1989/91 zum Zusammenbruch des Ostblocks führten, und war nach eigener Aussage „aktiv an der Revolution beteiligt, die das Sowjetsystem hinwegfegte“.[20] Bereits seit 1979 unterstützte der gebürtige Ungar osteuropäische Dissidenten mit drei Millionen US-Dollar pro Jahr, darunter die Gewerkschaft Solidarność in Polen, die Bürgerrechtsbewegung Charta 77 in der Tschechoslowakei und den Dissidenten Andrei Sacharow in der Sowjetunion. 2003 wurde ihm vom Journalisten Neil Clark in einem Artikel für die englische Wochenzeitung New Statesman vorgeworfen, er habe in den 90er Jahren mit seiner Unterstützung des Senders B92 und anderer Oppositionsgruppen in Serbien die Bundesrepublik Jugoslawien auch aus eigenen Geschäftsinteressen heraus destabilisiert. Clark bezeichnete Soros als „ungekrönten König von Osteuropa“.[21] Auf der anderen Seite wurde er 1997 im Forbes Magazine dafür kritisiert, den Machterhalt von Altkommunisten zu fördern.[22]

      https://de.wikipedia.org/wiki/George_Soros

      Hierbei ist zu beachten, dass diese so genannten Altkommunisten keine Kommunisten, sondern von diesem sauberen Herrn gekaufte Subjekte waren, um den Sozialismus zu zerstören und zu vernichten.
      Dieser Herr, der nicht zufällig in den USA lebt, und die Strategen in Whashington und London wussten, dass dem Sozialismus weder durch Waffengewalt, noch durch ökonomischen Krieg, noch durch Subversion und Sabotage beizukommen ist, sondern dass es von innen her aufgeweicht werden muss – indem man sich die käuflichen Subjekte mit den miesesten Charakterzügen (die es in JEDER Gesellschaft gibt) herauspickt, sie an die Spitze der so genannten Bürgerrechtsbewegungen und möglichst weit oben in den Regierungen stellt und durch sie die eigenen Interessen GEGEN die Interessen der Mehrheit der Menschen durchsetzt!
      Das aber hat nichts mit dem Sozialismus an sich, sondern ausschließlich mit dem korrupten, kriminellen und menschenverachtenden Kapitalismus, der als global agierende Mafiabande organisiert ist und wirkt!

      Entweder Du schreibst von Dingen, von denen Du keine Ahnung hast oder Du hast einen etwas verschobenen Blickwinkel, der Dir eine verzerrte Sicht auf die Geschehnisse – gerade im Osten gibt.

  1. August 20, 2013 um 2:18 pm
  2. April 11, 2013 um 12:07 am
  3. November 29, 2012 um 10:21 pm

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