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Ist der Mensch von Natur aus faul? Oder wird er kurz nach seiner Geburt dazu verzogen?

Ich beschäftige mich seit 1992 mit Geschäftsprozessmanagement. Mein Schwerpunkt ist dabei der Einsatz von Software zur Steigerung der Prozesseffizienz. Stand die Unterstützung des Menschen schon immer im Fokus meines Wirkens, so hat sich seit Anfang letzten Jahres mein Interesse besonders zum Thema Motivation verstärkt.

Motivation: Bestrafung – Belohnung – oder?

Denn unsere wissenszentrierten Geschäftsprozesse sind im Gegensatz zu unseren Produktionsprozessen nur so gut, wie die darin mitwirkenden Menschen motiviert sind. Jahrelang hieß es, dass man Menschen motivieren müsse, ob mit Peitsche = „wenn Du nicht spurst, wirst Du entlassen“ oder mit dem Zückerli = „Wenn die Zahlen stimmen, kriegst Du was oben drauf“. Inzwischen kommen wir immer mehr zu der Erkenntnis, dass wir Menschen intrinsisch motiviert sind, etwas mit dem, was wir tun, zu schaffen und daran Freude zu haben. Wir sehen also zwei Lager. Jene, die den Menschen als von Natur aus faul im Sinne eines Nutzenmaximierers sehen, und Jene, die wissen, dass man mit aktiver Motivation gerade beim kreativen Schaffen genau das Gegenteil bewirkt. Siehe die X-Y-Theorie. Prof. Dueck hat in einem seinem Buch Abschied vom HOMO OECONIMCUS …  darauf hingewiesen, dass während einer gut laufenden Konjunktur die Y-Menschen gesucht sind, da sie Menschen zu mehr Kooperation im Team führen können, während in schlechten wirtschaftlichen Zeiten mehr die X-Menschen gesucht werden, die in der Lage sind, die Teams ohne Gewissensbisse schneller zu verkleinern.

Kooperation anstelle von Konkurrenz

Ich bin inzwischen der Überzeugung, dass wir mit Kooperation anstelle von Konkurrenz (-> FB-Gruppe) sowohl ökonomisch als auch gesellschaftlich viel weiter kommen können. In der Konkurrenz geht es um Gewinner und Verlierer. Aber unterm Strich ist es nur ein Nullsummenspiel. Denn die Verteilmasse ist immer die gleiche. Aber beide Seiten müssen redundant agieren und Ressourcen verbrauchen. Die Gewinnlust ist aber schnell dahin, während der Verlustfrust lange währt und sich einbrennt. Wir müssen nur auf die über 3 Millionen an Depression erkrankte schauen.

Von Darwin wissen wir, das der besser Angepasste sich durchsetzt. Leider hat man damals zu kruz interpretiert und gemeint, dass Konkurrenzkampf zu immer Stärkerem führt. Also wurde alles im Leben zum Kampf. Die Amerikaner fördern früh den Sport, damit sich die jungen Männer zeitig auf ihren Kriegseinsatz vorbereiten konnten. Die Ökonomen plädieren für möglichst viele Firmen mit gleiche Produkten, so dass über die Vielfalt immer mehr Besseres entsteht und die Preise niederig bleiben. Paradoxerweise schulen sie aber auch Methoden, wie Firmen zu einer Monopolstellung gelangen können.

Braucht es eine neue Gesellschaftsordnung?

Aber wer Darwin genauer liest, der wird auch sehen, dass sich die Stärke des Menschen gerade durch seine kooperativen Fähigkeiten ergab. Als Einzelwesen hätte er kaum eine Chance gehabt. In der Kooperation hat er sich klar behaupten können. Mit diesem Thema hatte sich einer der ersten Anarchisten, Peter Kropotkin, auseinandergesetzt und plädierte daher dafür, nicht gegeneinander zu kämpfen sondern miteinander das Leben zu meistern. Es geht also im Frieden und Organisation und das auch noch ohne Hierarchien, denn es sollte Niemand über einen Anderen herrschen.

Leider gab es ein paar Jahre zuvor einige wenige Anarchisten, die meinten, den Frieden erbomben zu müssen. Die Medien hatten das damals so stark ausgeschlachtet, dass wir heute in unsere Nachrichten immer noch unsere Journalisten das Wort Anarchie im Zusammenhang von Gewalt und Chaos hören müssen. Aber ab dem Zeitpunkt der Erstveröffentlichung 1902 seines gerade neu aufgelegten Buches „Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt“ (siehe auch den Artikel „Empathie“, „Kooperation“ und „Solidarität“ beim humanistischen Pressedienst), ist es wieder richtig friedlich geworden (siehe Horst Stowasser in seinem Buch über Anarchie), so wie wir das gerade bei der spanischen, verlorenen Generation sehen.

Nicht Faulheit sondern Brennen im Wirken

Wir Menschen sollten also vollständig auf die Welt kommen, mit einer Veranlagung, uns jeden Tag verbessern zu wollen. Wir brauchen nur auf unsere Kleinsten zu schauen, wie sie erst Krabbeln, dann Laufen und Sprechen wollen, ums uns dann Löcher in den Bauch zu fragen. Und sobald wir sie dann in die Mühlen der Schule schicken, zerstören wir ihren Forscherdrang, dann bekommen sie nach Plan Information eingetrichtert, damit sie später in den Firmen nutzbringend ihre Arbeit verrichten können. Prof. Dueck hat hierzu einen hörenswerten Vortrag zur Reformierung unseres Bildungssystems vor ein paar Wochen gebracht, bitte unbedingt anhören: Ausbildung 2.0 – es ist an der Zeit, unser 200 Jahre altes, industriell-fertigendes Bildungssystems auf den Kopf zu stellen.

Wenn der Mensch also von Natur aus etwas schaffen will, und wie Gebhard Brock in seinem Buch Affenmärchen – Arbeit frei von Lack & Leder sehr deutlich macht, gerade dann, wenn er es als sinnvoll erachtet, dann gibt es keine Grenzen für ihn. Ich hatte diese Woche Gelegenheit, Prof. Frithjof Bergmann live darüber berichten hören dürfen, wie er sich das neue Arbeiten in einer neuen Kultur vorstellt. Er sieht uns mitten einer Transmorphose, dessen Ende entweder der totale Niedergang ist oder wir in einem neuen Bewusstsein eine Gesellschaft entstehen lassen, in der keiner mehr verlieren muss.

Und wenn wir davon ausgehen können, dass der Mensch nicht faul sein will sondern für sich etwas sinnvolles Schaffen will, und das auch noch am besten im Team kooperierend, warum sollten wir uns dann nicht auch eine würdigere Basis geben und uns ein bedingungsloses Grundgehalt zahlen?

Ich bin sicher, dass dies die richtige Freiheit bedeutet. Wenn sich jeder Mensch keine Gedanken mehr machen muss, was er morgen zu essen hat und ob er zum Schlafen ein Dach über dem Kopf hat, dann wir er sich die für ihn sinnstiftende Beschäftigung suchen. Wir würden damit aufhören, unnütze Dinge redundant zu produzieren. Wir würden darauf achten, dass wir mit unseren Ressourcen nachhaltig umgehen.

Konsequenzen

Da jeder Mensch seiner sinnvollen Arbeit nachgehen würde, gäbe es kaum noch Verbrechen. Und wenn es welche gäbe, könnte anstelle der Bestrafung für Wiedergutmachung gesorgt werden.

Wir würden Alle viel weniger für die Grundbedürfnisse arbeiten müssen. Wir bräuchten weniger Polizei, Richter und Juristen. Und wenn wir uns anarchisch organisierten, viel weniger Verwaltung.

Braucht es ein anderes Geldsystem?

Aber all dies würde dennoch nicht wirklich funktionieren, wenn wir mit unserem alten, auf Zins basierten Geldsystem weitermachten. Wie ich in dem Artikel Mit fließendem Geld anstelle unseres statischen geht es auch mit unserer Gemeinschaft wieder richtig gut – von einer Fairconomy dargestellt habe, muss es umgestellt werden, da wir sonst alle paar Jahre eine Finanzkrise erleben, wie die jetzige oder noch schlimmer einen Krieg, um wieder von vorn anfangen zu können.

Die Rolle des Internets

Die Frage ist nur, wie stellen wir es an, dass all dies geändert wird? Trauen wir dies unseren derzeitigen Parteien zu? Wie können wir unsere Parteien davon überzeugen, dass es anders werden muss? Vielleicht wäre ja der allererste Schritt, wenn wir zu mehr direkter Demokratie kommen, so wie sich die aktuelle Bewegung „Echte Demokratie jetzt“ gerade anschickt, auch in Deutschland eine solche einzufordern. Der Politikstudent Sebastina Jabbusch ist davon überzeugt, dass gerade das Internet uns zu mehr Demokratie führt, dass wir sie deshalb erwarten und einfordern.

Ich sehe jedenfalls sehr interessanten Wochen entgegen. Während auf der einen Seite unser Finanzsystem zusammenzubrechen scheint, sehe ich auf der anderen Seite, wie sich die Menschen in allen Ländern beginnen, die Hände zu reichen, gemeinsam aus dieser Krise neu aufzuerstehen. Dieses Mal in Kooperation und nicht in Konkurrenz.

Ich drücke uns allen die Daumen, dass wir dieses Mal nicht auf die Kriegstreiber hereinfallen, denn dann wären wir alle bis auf die 1% die Verlierer. Ich würde dieses Mal ungerne zu den Verlierern gehören. Ihr nicht auch?

Anmerkung: Diesen Artikel schrieb ich vor über einem Jahr und habe ihn etwas überarbeitet

  1. Dezember 4, 2012 um 7:44 pm

    Gerade gefunden, passt hier so gut her:

    Müßiggang
    Hohe und allgemein unterschätzte
    Kunst der Umwandlung
    freier Zeit in zeitlose Freiheit.
    Mutter der Weisheit
    und Vater des Lebensgenusses:
    also nicht von schlechten Eltern.
    (Hans Kruppa)

    • Dezember 5, 2012 um 6:33 am

      Lieber Wolfgang,
      deine Ausführungen sind klar und richtig
      „Die Erklärung ist recht einfach: Eben wegen der Lebensfeindlichkeit der Art des In-die-Welt-Tretens MÜSSEN die bei der Geburt entstandenen Informationen auf einer Ebene des Mensch-Systems gespeichert werden, die wir das Unbewusste oder traumatischen Bereich nennen. Alle anderen Lebewesen treten untraumatisiert in die Welt.“
      Hier nochmal die Frage Wieso nimmst du per se eine Lebensfeindlichkeit der Art des in die Welt Tretens an.
      Ich stimme dir zu, bei allen klinischen Geburten( Kaiserschnitt) was für ein Name entstehen schon bei Geburt unzählige Traumata.
      Aber nochmal Warum ist die Art des in die Welt Tretens lebensfeindlich?
      Ich las gerade einen Text bodytalkpraxis.com/pdf/braden_lipton.pd in dem sehr anschaulich gemacht wird ,dass der liebende Blickkontakt
      der ersten 14 Tage im Leben eines Menschen entscheidend sind für die weitere Entwicklung desselben.
      Ganz liebe Grüße von Selent
      Dein Ralf

      • federleichtes
        Dezember 5, 2012 um 1:06 pm

        Lieber Ralf,
        Susanne und ich haben uns gestern noch über den Geburtsvorgang unterhalten; sie „stolperte“ auch über meine Aussage.
        Wie wahrscheinlich richtig ist die Aussage?
        Aus der Befruchtung einer Eizelle mittels eines Schleimpilzes (oder so ähnlich) entsteht ein Mensch. Seine Aktivität beginnt, versorgt und behütet, in einer Bauchwelt. Grof beschreibt das Hinaustreten in eine wunderbare Welt (?) medizinisch einwandfrei – aber aus einer empahtischen Sicht: Was hat dieser KÖRPER zu erleiden.
        Nun komme ich daher und frage:
        Leben Menschen in einer EXISTENZ-feindlichen Welt?
        Und beantwortete die Frage mit einem klaren „Ja“. Weil das Feindliche auf allen existenziell bedeutsamen Ebenen in Erscheinung tritt.
        Und ich sehe das Traumatiische als Faktor, der eine gewisse Komplxität von Lebensfeindlichkeit erst konfrontierbar macht. Warum, das frage ich Dich, müssen Informationen „weggesperrt“ werden?
        Gleich wie, ich kann hier keine Bücher schreiben. Für mich ist eindeutig:
        Der Mensch wird durch die Umstände seiner Geburt darauf vorbereitet, Lebensfeindlichkeit BEWUSST konfrontieren zu können. Empfängt er Informationen, die das ihm Erträgliche Maß übersteigen, werden die Informationen verdrängt, ausgeblendet. Und sie kommen erst dann wieder zum Vorschein, wenn er sie verarbeiten kann; das ist jedenfalls eine Regel, auch wenn es ausnahmen gibt.

        Mein jüngste Tochter kam per Kaiserschnitt in die Welt. Eine leichte Geburt, aber ihre kommende existenzielle Entwicklung war sehr schwer, weil sie nur „leicht“ traumatisiert wurde.
        Wir können uns eine Systematik vorstellen.
        Durchschnittliche Lebensfeindlichkeit auf einer Skala von 1 – 10 beträgt in unserer Kultur 5. Ein Kaiserschnittkind kann aber nur 2 ertragen, weil es nicht auf ein Mehr vorbereitet ist. Ein Kind, das durch eine schwere Geburt auf die Welt kam, ist 8 traumatisiert. Und es wird in einer 5-Welt leben, als wäre sie 8 und entsprechend übervorsichtig sein.

        Das sind meine Teil-Erklärungen für eine Welt, die ich als existenzfeindlich beschreiben muss, aufgrund der Menschheitsgeschichte und persönlicher Erfahrungen. Ich landete bei dem Verstehen, dass die existenzfeindlichen Informationen alte Informationen sein müssen, die nicht der Mensch aus sich heraus entstehen ließ, sondern die ihm eingepflanzt wurden. Entsprechend wurde eine lebensfeindliche Welt geschaffen, die diese Informationen re-stimulieren und ihn damit lehren, Existenzfeindlichkeit zu bewältigen, zu verstehen und entsprechende Probleme zu lösen.

        Du bist ein besonderer Mensch, Ralf. Das spürte ich sofort, Dein Bericht von der Radtour bestätigte mir nur Dein Werden – heraus aus dem traumatischen Bereich in eine Welt der Liebe, hin zu Menschen, die den Tod nicht fürchten auf dem Weg, Zukunft möglich zu machen.

        Auch diese Worte sind wieder unzureichend. Mögen sie nur ein wenig beitragen, Dir ein allgemeines Lebensmuster etwas klarer zu machen – aber es bleibt ein Mosaiksteinchen im Gesamtbild. Alles rationale Verstehen-Wollen zeitigt nicht die Kraft, die aus dem Ur-Vertrauen, der Liebe strömt. Sie erklärt Nichts, und doch Alles.

        Die Sonne scheint, ich geh dann nmal.

        Liebe Grüße an Euch.

        Wolfgang

        • Dezember 5, 2012 um 2:08 pm

          Die Traumatisierung beginnt nicht erst mit dem Geburtsvorgang.

          Grüße
          Martina

  2. Dezember 4, 2012 um 9:11 pm

    Ja Hans Kruppa…einfach nur lesens- und lehrenswert
    ralf

  3. Dezember 5, 2012 um 4:20 pm

    Kaiserschnitte sind eine bedeutende Bildvokabel zum jetzigen Stand der Expansion:

    http://www.gold-dna.de/updatejan.html#j27
    http://www.gold-dna.de/updatejan.html#j20

    Es scheint unausweichlich, dass natürliche Geburten immer mehr ins schlechte Licht gerückt werden, während ungeborene Kinder im Laufe der Zeit immer größer und die Becken der Frauen immer enger werden … zumindest liest man derartiges immer mehr in den Massenmedien, in den Werken des Konsens.

    Gruß Guido

  4. federleichtes
    Dezember 5, 2012 um 6:59 pm

    @ Maretina
    „Die Traumatisierung beginnt nicht erst mit dem Geburtsvorgang.“

    Grüß Dich,
    meinst Du noch etwas anderes als die pränatale Phase?
    Wenn ja, wäre ich Dir dankbar für Deine Informationen.

    Wolfgang

    • maretina
      Dezember 5, 2012 um 8:30 pm

      Ja Wolfgang, es ist natürlich ein ganz weites Feld.
      – Es gab da so eine sehr interessante schwedische Studie, die den Zusammenhang zwischen den traumatischen Hungerjahren der, ich glaub Urgroßeltern und den Krankheiten der Enkel herstellte. (Frag mich bitte nicht nach der Quelle. Liegt schon ein Weilchen zurück und ich bin zu faul 😉 zum Suchen.)
      -Teste ich kinesiologisch Blockaden aus, führt mich die Ursachensuche nicht selten zu traumatischen Erfahrungen der Mutter, die vor der Schwangerschaft gemacht wurden, sich einprägten und nun als Information ans Kind weiter gegeben werden. ( Sehr deutlich bei den Jahrgängen, die nach dem Krieg geboren wurden, selbst wenn sie selbst keinen Hunger litten, die Existenzangst der Mütter zeigt sich nun verwandelt häufig in irgendeiner Form von Gier, Fressgier, Lebensgier…Hier läßt sich der Zusammenhang leicht herstellen, nur den Betroffenen fällt das natürlich schwer..) Das gilt übrigens nicht nur für die eigenen Erfahrungen und Verhaltensmuster der Mütter, sondern auch für die, die sie nicht selbst machten, sondern auch als Information „erbten“, sofern sie den Knoten nicht sahen und lösten. Gleiches gilt übrigens auch für die Väter, wenngleich nicht in so hoher Quantität.

      Dem Nachwuchs was Gutes tun beinhaltet gedankliche und geistige Hygiene, die eigentlich schon lange vor einer Schwangerschaft beginnen sollte, am besten sie wäre “ ererbt“..
      Wenn wir uns und unseren Töchtern und Söhnen das irgendwie verständlich machen können, wir würden wohl in unserer geistigen Evolution ein ganzes Stück weiter kommen..

      Liebe Grüße
      Martina

      • federleichtes
        Dezember 5, 2012 um 9:37 pm

        Deine anfängliche „Randnotiz“ erweist sich wieder mal als Gold-Wert, Martina. Es ist fast unmöglich, meine Erfahrung in den Jahren, mit Menschen nur über das „Trauma als Phänomen“ zu sprechen; da fällt sofort die Klappe – klar.

        Ich meine, wir sind hier (auf dem Blog) wieder an einem der entscheidenden Punkte angelangt:

        Die Rolle des Menschen KLAR zu definieren.

        Martins Ansätze zielten ja irgendwie immer in die Richtung. Und wenn ich zusammen zähle, was so genannte oder selbst ernannte Koryphäen zum Menschsein-an-sich schrieben, benennen sie zwar recht deutlich einige der „Eckpfeile“r, jedoch ohne die letzte Schlussfolgerung zu ziehen.

        Das ist auch verdammt gefährlich.*

        Klar ist, um bei unserem thematischen Saitensprung zu bleiben, eine Programmierung des Menschen auf verschiedene Weise: Er IST determiniert, allerdings inbegriffen einer Option, sich daraus zu befreien. Das ist aber nicht die Regel, und durfte – bisher – auch nicht die Regel werden. Insofern erklärt sich das Gemurkse (nettes Wort, vielleicht zu nett!) in Psychiatrie und Psychotherapie.

        Hoho, ich sehe gerade, du hast Dir einen Wau-Daumen eingefangen.

        Mal sehen, ob Martin (oder Guido, Nick oder Manfred) den Faden für einen Pullover nutzen.

        * Man kann es hier an der Entwicklung einiger Themen auch sehen: Klarheit entstand, und – Klappe zu.

        Herzliche Grüße sendet Euch

        Wolfgang

        PS.
        Ich schicke Dir über Bernhard Grofs Buch.

        • Dezember 6, 2012 um 8:34 am

          Guten Morgen,
          “Trauma als Phänomen” zu sprechen; da fällt sofort die Klappe – klar. – Wundert mich nicht, ist sogar verständlich. Wer anfängt sich damit zu beschäftigen kommt früher oder später zu dem Punkt wo es ans „selbst Eingemachte“ geht. Und das ist dann erst mal mit starkem Schmerz verbunden, der gelöst werden kann, sofern Selbstmitleid überwunden wird.

          Der Wau-Daumen zeigt Wahrnehmung und außerdem, dass ich das Thema nicht umfassend genug darstellte. Es läßt sich ja auch so lesen, als wären wir hilflos ausgeliefert an die, die vor uns waren. Das möchte ich nicht so verstanden wissen. Es ist eher so, holen wir uns diese Dinge ins Bewusstsein, es kommen nur die Dinge die gegenwärtig für die Persönlichkeit relevant sind, schauen sie uns von allen! Seiten an, gewinnen dadurch eine neue Perspektive, so entfaltet das auf uns seine Wirkung Hier und Jetzt, Blockaden lösen sich…

          Auf das Buch freu ich mich. Danke im Voraus.
          Einen schönen Tag
          Martina

  5. Dezember 8, 2012 um 9:37 pm

    Apropos Buch, wie wär’s mit Auf die faule Haut: Skizzen und Essays
    ?

    • Dezember 13, 2012 um 3:10 am

      „Der Autor behält sich vor, Kommentare zu ändern …“
      Also, wie in diesem Fall das blaue Ende „mit dem“ nicht stehen zu lassen, sondern durch den eigentlichen Titel zu ersetzen.
      OK.

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