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Angst vor dem Tod

Das Thema “Angst vor dem Tod”, wie es Martin in seinem Artikel Wer ist stärker: der Mönch oder der General? antriggerte, ist dermaßen fundamental, dass ich nicht daran vorbeikomme, einige Bemerkungen hierzu anzuschließen:

Frage: Who am I?
Antwort: A temporary face in a cloud

… das ist AUCH und vor allem ganz grundsätzlich wahr. Ich bin eine zeitweilige Erscheinungsform. Anders herum: Der Tod ist die einzige und wirklich unerschütterliche Gewissheit, die wir haben – die notwendige Kehrseite der einzig möglichen Gewissheit “Ich bin”. Tod definiert Leben.

Jeder Mensch kann sich entweder der Wahrheit seines Todes zuwenden und ihm den Stellenwert im Leben geben, der ihm zukommt (und das ist KEINE morbide Angelegenheit), oder sich in Furcht davor abwenden (DIESE Furcht ist morbid!), mit unterschiedlichen Strategien, z.B.

  • Aufschieben: dauert ja noch 30, 40, 50 Jahre … hat noch Zeit.
  • Beschwichtigung: der Tod ist ja nicht endgültig, sondern Übergang zu Paradies, wahlweise Reinkarnation.
  • Ablenkung: da gibt´s unendlich viele Möglichkeiten – Heim, Arbeit, Familie, Sport, Einkaufen, Bücher, Fernsehen, Süchte, Hobbies, oberflächliche Gespräche, tägliche Routinen …

Das MUSS natürlich nicht so sein, ist es aber in vielen Fällen – mehrheitlich, soweit ich sehe. Und das ist für mich der wesentliche Unterschied zwischen erwachsen und nicht erwachsen, und die Grundlage für den desolaten Kindergarten in unserer jetzigen Welt … nicht erwachsen werden wollende Kinder, die sich aus Angst vor dem Schwarzen Mann die Decke über den Kopf ziehen und sich nicht näher damit beschäftigen wollen – und gleichzeitig schafft dies eine Lücke (= mal wieder Yin), die dann zum Machtinstrument wird – sehr nützlich für Priester und sonstige Mittelsmänner, die dir dann einreden können/wollen (= das zugehörige Yang), was die Existenz von dir will, und was du dementsprechend zu wollen hast :-(

Gelegenheiten, dem Tod zu begegnen, hat wohl jeder häufiger in seinem Leben, mal mehr, mal weniger … ich versuche z.B. dann immer, mit offenen Augen und wachem Herzen präsent zu sein. Auch habe ich z.B. in Indien häufig den Verbrennungsplatz in der Nähe eines Ashram aufgesucht (da lagen dann etliche Knochen herum, manchmal wurde gerade jemand verbrannt, umrahmt von Ritualen), um mich dieser Wirklichkeit zu stellen. Und im Laufe der Zeit, ob durch Übung oder auch durch natürliche Signale des eigenen physischen Alterns, verstärkt sich die Zuwendung.

Eine SEHR GUTE Übung ist auch, im Alltagsleben immer mal wieder innezuhalten und sich ganz bewusst zu fragen: Wenn ich jetzt genau wüsste, dass ich morgen nicht mehr hier bin – welche Wertigkeit hat das, was ich jetzt gerade mache?

Da wird jeglicher Ausdruck von Ego ganz schnell zu einer Absurdität …

I said to Life: “I would like to hear Death speak.”
And Life raised her voice a little higher and said: “You hear him now.”
(Khalil Gibran)

übersetzt etwa:

Ich sprach zum Leben: “Ich möchte gerne den Tod sprechen hören.”
Und Leben erhob die Stimme ein wenig, und sagte: “Du hörst ihn jetzt.”

Leben und Tod sind eine untrennbare Einheit. Vielleicht sollten wir ein neues Wort für diese Einheit erfinden: Bereits die Sprache ist hier grundsätzlich irreführend – sie gaukelt eine Trennung vor, die nicht existiert.

Jedes Einatmen ist ein Stück Leben, jedes Ausatmen ein Stück Tod … Essen/Ausscheidung ebenso wie alle weiteren Stoffwechselvorgänge, Lernen/Vergessen usw. – in allen Lebensbereichen ist diese Einheit zu finden. Noch einmal: Nicht der Tod ist morbid, sondern die Angst vor dem Tod, da sie das Leben be- bzw. sogar ver-hindert.

Auf der biophysikalischen Ebene ausgedrückt: Die Existenz jedes Lebewesens ist ein dynamisches Fließgleichgewicht, ein sogenannter metastabiler Zustand weit jenseits des thermodynamischen Gleichgewichts, nur möglich durch einen ununterbrochenen Durchsatz von Energie und Information, von Werden und Vergehen.

“Memento Mori” = “Sei Dir stets bewußt, dass Du sterblich bist” ist eine hochwirksame Meditation für jede Lebenslage, und es ist gleichzeitig auch die grundsätzlichste Form von Meditation überhaupt: “Meditation heißt, sterben zu lernen, solange Du noch im Körper bist”, habe ich mal (ich glaube von Osho) gehört. Es ist das Einzige, dessen wir uns WIRKLICH sicher sein können – der solide Boden, auf dem wir stehen … ohne diesen Boden gibt es keinen Weg, auf dem wir gehen könnten.

Viele Menschen haben das erkannt und immer wieder neu formuliert, aber es zu hören ist erst der Anfang: Jeder Einzelne muß dies ganz allein für sich selbst neu erkennen, nur hören nützt nichts. Es geht nicht um äußere Information, sondern um innere Transformation aufgrund dieser Erkenntnis.

z.B. Mozart (in einem Brief an seinen Vater, frei aus meiner Erinnerung):
“Der Tod ist der beste und treueste Freund des Menschen … ich danke Gott, daß er mir gnädig die Gelegenheit geschenkt hat, zu lernen, daß der Tod der Schlüssel ist, der das Tor zu unserer wahren Seligkeit öffnet.”

Oder der Dalai Lama (ebenfalls frei aus meiner Erinnerung):
“Awareness of death is the very bedrock of the entire path. Until you have developed this awareness, all other practices are obstructed.”
übersetzt etwa:
“Das aktive Wissen um den Tod ist das wirkliche Grundgestein jedes Pfads. Bevor du nicht dieses Wissen entwickelt hast, sind alle anderen Praktiken blockiert.”

Zum Abschluß fällt mir noch Osho ein:
“If you know death, you know eternal life.”
übersetzt etwa:
“Wenn du den Tod kennst, kennst du das ewige Leben.”

Jede “spirituelle Lehre”, die dieses Grundwissen nicht ausreichend klar formuliert und zu vermitteln versucht, ist in meiner Sicht irreführender Unsinn.

“Memento mori” – der ultimative Weckruf des Lebens … wenn nicht jetzt, wann dann?

Euer Manfred Voss

1.P.S.: “memento mori” wird z.B. meisterhaft angeleuchtet von Jed McKenna in seinem dritten Buch Spiritual Warfare, bzw. in deutscher Übersetzung Spirituelle Dissonanz.

2.P.S.: Noch eine Zusatzbemerkung, da der Dalai Lama und Mutter Teresa hier auch mal ein Thema waren:

Ich mag den Dalai Lama, weil ich ihn “respektiere” … der geschichtliche Hintergrund mag so abscheulich sein, wie er ist (er ist außerdem überall abscheulich) – ich hab ihn ein paar Mal persönlich erlebt, seine Ausstrahlung, seine ganz normal alltags-menschliche und gleichzeitig humorvolle und mitfühlende Art, hab ihm in die Augen geschaut, und das zählt für mich letztlich. Das, was jetzt für mich zu spüren ist. Und, wie ich schon ein paar Mal angemerkt habe, das ist die wörtliche Bedeutung von “Respekt” – das kommt von lat. re-spectari = immer wieder genau schauen, JETZT. Nicht irgendein für wahr angenommenes, aus irgendeiner Vergangenheit rührendes Bild darüberstülpen.

Wenn ich dagegen Bilder von Mutter Teresa sehe, läuft es mir kalt den Rücken runter – allerdings sind´s nur Fotos, die ich da bisher gesehen habe, und daher bin ich einerseits vorsichtig, traue aber andererseits durchaus meiner Wahrnehmung …

  1. Oktober 22, 2012 um 6:09 pm

    Danke, Manfred, für diesen weiteren Baustein einer Begründung der Erpressbarkeit nicht wirklich mündig gewordener Menschen.
    Das erinnert mich an eine Erzählung, deren Quelle ich nicht mehr weiß. Die Sumerer haben Kinder erst in solchen Dingen „grundiert“, bevor sie sich Wissen über die Handwerke aneignen durften.

  2. Oktober 22, 2012 um 6:51 pm

    Für arme Menschen – heißt es nach einem langen Arbeitstag: „Lieber Gott lass Abend werden, morgen wird’s von ganz alleine. “
    Diese Menschen sind auch an ihrem Lebensabend müde und sie bereiten sich vor, auf den Übergang – und sterben mit einem inneren Frieden.
    Anders die ‚Reichen – sie wollen nicht gehen – haben ja noch so viel auf ihrem Konto und können ihr Vermögen nicht loslassen. Die versuchen dann, mit Organspenden ihr materielles Leben mit Gewalt zu verlängern. Aber ich bezweifle, dass dies die Lebensqualität verbessert. Sie wollen keine Veränderung – klammern am „Haben“.
    Auf jeden Fall sind Instinkt zur Lebenserhaltung und Todessehnsucht Gegenspieler.
    Je nach Lebensphilosophie ist das Eine stärker als das Andere.
    Für manche Menschen ist ihre Krankengeschichte so wichtig, dass sie nichts anderes zulassen. Es gibt nur dieses eine Thema in ihrer Gedankenwelt.
    Andere mögen gar nicht an Krankheit denken – sie sind auch nie krank oder nie lange krank – auf keinen Fall Doktor-Gläubige. Sie leben in der Gegenwart.

    Aber was läuft schief, wenn ein Junger Mensch, der noch in den Startlöchern des Lebens steht – sich selbst mit Gewalt das Leben nimmt ?!

    Sind wir als Mit-Menschen nicht in der Lage – ihn in unsere Mitte aufzunehmen ?

    • federleichtes
      Oktober 22, 2012 um 8:46 pm

      „Auf jeden Fall sind Instinkt zur Lebenserhaltung und Todessehnsucht Gegenspieler.“

      Auf JEDEN Fall? Bist Du da ganz sicher? Oder folgst Du glaubend dem bekannten Freudschen Modell von Eros und Thanatos?
      Sollten hier nicht Schwester und Bruder auf die Bühne getreten sein, wenn Leben unteilbar ist?

      @ Manfred
      „Leben und Tod sind eine untrennbare Einheit. Vielleicht sollten wir ein neues Wort für diese Einheit erfinden: …“

      Ja.
      Vielleicht kannst Du das „Vielleicht“ noch mal überdenken.

      @ Martin
      “ … für diesen weiteren Baustein einer Begründung der Erpressbarkeit …“

      Wau! Die Musik schwillt an.

      Zum Thema schreibe ich später.

      Gruß
      Wolfgang

      • Oktober 22, 2012 um 10:36 pm

        „Leben und Tod sind eine untrennbare Einheit. Vielleicht sollten wir ein neues Wort für diese Einheit erfinden: …“

        Ja.
        Vielleicht kannst Du das „Vielleicht“ noch mal überdenken.

        Ja, das war etwas verkürzt und daher missverständlich – „eigentlich“ wollte ich sagen:

        Leben und Tod sind eine untrennbare Einheit. Wir sollten ein neues und prägnantes Wort für diese Einheit finden, oder auch ein Kunstwort er-finden – vielleicht fällt jemandem hier etwas Passendes ein …

        Mir ist jedenfalls bis jetzt noch nichts Treffendes hierfür eingefallen 😦

        Gruß
        Manfred

        • federleichtes
          Oktober 25, 2012 um 7:37 pm

          Hallo Manfred, mal kurz zur Begriffsfindung.
          Ist es nicht so, dass „Leben“ ein allgemeines Phänomen ist und überall dort festzustellen ist, wo eine individuelle Dynamik auftritt.

          Nun war einer meiner Gedanken, dass das Erscheinen von Individualität Existenz betrifft. Das Gegensatzpaar würde dann lauten: Existenz (Individualität) und Nicht-Existenz (Tod).
          Aber so ganz schmeckt mir das Erklärungsmuster noch nicht.
          Denn was löst der Tod eines Menschen sicher aus – sein Körper kehrt zurück in den Kreislauf der Natur. Liege ich da richtig mit dem Begriff „Re-Metamorphose“?
          (Huch, der Begriff scheint nicht gängig zu sein.)

          Das bedeutet: Der Tod eines Menschen ist kein Beenden seines Lebens, sondern (lediglich) ein Verlust seiner Individualität. Im Prinzip also ein Verlust seiner „Telefonnummer“, unter der er zu „Lebzeiten“ als Persönlichkeit abc im sinne einer Entwicklung erreichbar war und Andere erreichen oder sich mit Andersartigkeiten verbinden konnte.

          Kurzes Fazit: Ein Ich erscheint – ein Ich verschwindet. Ist es das, was wir Leben und Tod nennen?

          Damit erst mal gut.

          Gruß
          Wolfgang

        • Oktober 26, 2012 um 12:32 am

          Kurzes Fazit: Ein Ich erscheint – ein Ich verschwindet. Ist es das, was wir Leben und Tod nennen?

          Auf die Schnelle:

          Aus der Sicht eines einzelnen Ich, würde ich sagen: Ja.

          Auf die allgemeine Ebene „Leben“ bezogen, würde ich sagen: „Leben“ ist so etwas wie ein riesiges Reservoir an Möglichkeiten unterschiedlichster Formbildungen – vielleicht grob vergleichbar zu einem riesigen Ozean. An einer für uns wahrnehmbaren „Oberfläche“ nehmen wir „Wellenformen“ wahr (als Mensch sogar unsere eigene, zumindest in Teilaspekten), die entstehen und wieder vergehen … das Reservoir bleibt. (Na ja, ein etwas grobes Bild, aber ausbaufähig.)

          Also insgesamt eher: Leben und Tod = LebensFORMEN entstehen und vergehen, „Leben“ bleibt.

          Die selbstreflexive Wahrnehmung eines „Ich“ von sich selbst (was im wesentlichen erst beim Menschen geschieht) macht erst dieses spezifisch menschliche „Problem“ …

          („Re-Metamorphose“ kenne ich auch nicht, aber passt schon irgendwie ;-))

          Gruß
          Manfred

          P.S.: Ich komme gerade kaum zum Schreiben, und zu manch anderem auch nicht. (Es gibt da mehrere Menschen, die z.Zt. meine Unterstützung und Zeit benötigen und bekommen.)

  3. Martina
    Oktober 22, 2012 um 8:03 pm

    „….Du willst noch leben irgendwann, doch wenn nicht heute wann denn dann ?“

  4. Oktober 22, 2012 um 9:57 pm

    Danke auch von mir für diesen wichtigen Artikel. Der Tod ist das am meisten verdrängte Thema unserer tollen Turboerfolgsgesellschaft.

    Noch ein Lesetipp von mir: „Die kreative Kraft des Todes“ im integral.blog:

  5. Oktober 23, 2012 um 9:18 am

    Vielen Dank lieber Manfred. Deine Zeilen sind im Einklang mit den meinen … ein gutes Gefühl und weiteres Licht auf dem gemeinsamen Pfad …

    Ist der Tod nicht immer in Verbindung mit Bildern der Trauer, des Verlustes und des Schmerzes zu sehen ? Steigt die Dramatik des Todes nicht mit der Abnahme des Lebensalters des Betroffenen ? Kann es überhaupt einen Unterschied des Themas TOD in der Expansion und der Optimierung geben ? Wenn JA, wie haben sich diese Bilder im Laufe der Expansion verändert, und wie werden sie sich im Laufe der Optimierung zeigen ?
    Grob betrachtet wird der Tod im Zuge der Expansion eine immer persönlichere Angelegenheit, ein Umstand, welcher der zunehmenden Zersplitterung des Gesamtbewusstseins zuzuschreiben ist. Der Tod eines Kindes wird bei Weitem gravierender empfunden, als der eines alten Menschen, worin die Bedeutung der angesammelten reaktiven Unordnung deutlich wird. Der unerwartete Verlust eines Kindes reißt förmlich ein Ordnungsloch, jenes bereits erwähnte Vakuum, in den logischen Fluss der realen Bilder. Sämtliche Ordnungsfäden, mit welchen das Leben des Kindes in seinem Expansionsdrang mit den Eltern verbunden war, hängen mit einem Mal in der Luft … Unmengen an Ordnung ohne passendes Gegenstück. Was der Logik bleibt, ist das Loch zu schließen, möglichst schnell. Somit strömen Unmengen reaktiver Unordnung in dieses Loch und füllen es aus. Ganz neue Bilder entstehen. Ein mitunter sehr langer Prozess beginnt, in dessen Verlauf es gilt, weitere reaktive Unordnung zu vermeiden. Fäden werden neu verknüpft. Dieses geschieht mit Erinnerungen, Fotos und dem sozialen Netz des Umfeldes. Wunden sind bestrebt zu heilen.
    Dieses Opfer der aufgebauten Ordnung zieht sich durch die gesamte Geschichte der Expansion. Schon immer galt es die Götter mit der Darbietung eines Opfers zu besänftigen … und dieses Opfer war immer das Wertvollste, Gesündeste, Fruchtbarste, Beste … andernfalls hätte man sich den Zorn der Götter zugezogen … der sich in den Bildern aktiver und reaktiver Unordnung manifestiert hätte. Wenn in der Optimierung aus Göttern lebendes Gesamtbewusstsein wird, wandelt sich auch das Opfer, denn dieses wird von auffälliger Unordnung geprägt sein. Der intensive Beigeschmack des Begriffs Opfer wird in diesem Zusammenhang allerdings mehr und mehr, und schließlich gänzlich, anders interpretiert werden. Nicht Trauer und Verzweiflung werden folgen, sondern die Stärkung des gemeinschaftlichen Gedankens. Aus Opfern werden ganze Helden … im Namen der aktiven Ordnung. In einem gemeinsamen Bewusstsein geht nichts verloren, es ist das Wesen von Energie. Einzig ihre Gestalt, ihre Formwerdung, ihre Wahrnehmbarkeit unterliegt Veränderungen. Der Tod in der Optimierung dient einzig der Auflösung eines Bildes, um in der Betrachtung in einem anderen Licht fortzubestehen. Nicht Verlust, sondern Gewinn. Nicht festhalten, sondern loslassen. Nicht allein, sondern gemeinsam. Nicht Trauer tragen, sondern im Licht baden. Opfer wird es immer weniger geben, denn diese nähren einzig die energetische Expansion.

    Unzählige weitere energetische Konstellationen ließen sich mit Bezug auf den Tod darstellen … ein altes Ehepaar, ohne Kinder, wo plötzlich die Frau verstirbt … eine junge Familie auf dem Weg in den Urlaub, Unfall mit Todesfolgen … eine schwere langjährige Krankheit, und endlich die Erlösung … Katastrophen und zahlreiche Opfer … aber auch der leise, unbemerkte Tod, vereinsamt und allein in einer kleinen Wohnung … sie alle, und alle anderen Bilder des Todes, entspringen, jedes für sich, einer eigenen Choreografie, die, egal, wie neu oder abstrakt sie auch erscheinen mag, sich ihrer logischen Einbindung in den Fluss der Realität vollends bewusst und sicher ist. Sie, die Choreografie, und damit auch die Bilder, welche sie fließend darbietet, sind dem aktuellen Erbe und seinen Generationen von energetischen Echos entsprungen.

    Das Universum ist wie Schach … nur ohne Würfel. Es gibt schwarze und weiße Figuren, und entsprechende Felder. Es gibt Aktionen und Reaktionen. Auch Unordnung und Ordnung sind mit von der Partie, sowohl aktiv, als auch reaktiv. Nur eines gibt es nicht … den Zufall. Selbst dann nicht, wenn es um den Tod geht. In der Expansion mag dieser Gedanke schwer verdaulich erscheinen, in der Optimierung wird er zur Selbstverständlichkeit heranreifen. Seine Früchte werden vom Leben dankbar angenommen werden. Die aktive Ordnung ist das Ziel …

    http://www.gold-dna.de/ziele8.html#marke4

    Gruß Guido

  6. federleichtes
    Oktober 23, 2012 um 12:50 pm

    Vielen Dank lieber Manfred. Deine Zeilen sind im Einklang – ein gutes Gefühl und weiteres Licht auf dem gemeinsamen Pfad.
    Das fühle ich auch und freue mich, das Guido von einem „gemeinsamen Pfad“ spricht, einen Weg, auf den der „Tod“ keinen Zugriff hat.

    Der Tod ist für Menschen ein Thema. Vielleicht thematisieren sie ein allgemeines Problem – oder problematisieren ein bedeutsames Thema, das sich im Zyklus des Werdens und Vergehens zeigt. Das von Besitz auf der materiellen und Besessenheit auf der geistigen Ebene, das von Abhängigkeit auf der sozialen Ebene?

    Leben, wie es verstanden wird, ist die Energie, die sich mit Informationen verbindet und durch die Art der Informationen Erscheinungen und Verhalten hervor bringt.
    Aber bringt Leben mittels verschiedenster Erscheinungen nicht Probleme ans Licht, um in „Augenschein“ genommen und gelöst werden zu können?

    Leben bringt auch den Tod hervor. Und wenn das eigentliche (Ur-)Wesen von Leben das Problematisieren ist, könnte der Tod auch erscheinen, weil das Wesen des Todes ein Problem ist. Und weil der Tod gegenwärtig, nicht verdrängbar und nicht lösbar ist, könnte es sich um ein fundamentales oder gar zentrales Problem handeln; sozuagen ein Ur-Problem?

    Besitz ist statisch.
    Unsere Vorstellung, wir seien ein „Ich“, ist das etwas anderes als Besitz?
    Erst mit dieser Vorstellung können wir etwas besitzen, aber auch erst dadurch zu Besitz werden.
    Was, wenn das Ich nur eine Projektionsfläche ist, auf der sich Informationen begegnen, um auf weiße Leinwände das zu malen, was wir Erfahrung nennen? Und Indivi-Dualität eine fixe Idee ist, in dem Sinne, Fixpunkte und damit konkrete Ansprechpartner
    – A. für den Austausch von alten Informationen
    – B. und Erfahrungs-Informationen
    – C. und Informationen über das, was Werden muss,
    zu erschaffen.
    Im Prinzip wie ein Telefon: Unter dieser Ich-Nummer erreiche ich Manfred, genauer gesagt ein Informations-Potenzial, von dem „man“ WEISS: ABC-Manfred kann das, was jetzt auf dem Weg von Alpha zu Omega zu tun ist, auch leisten.

    Leben zeigt uns Phänomene. Die Dualität von Egozentrik und Sozialität, und daraus entstehend sowohl das Wunder des reibungslosen Fließens als auch die Dramatik des Erstarrens.

    Jeden Tag ein Stück alter Vorstellungen über das Wesen von Existenz und Arbeit und Erfolg begraben – das ist mein Leben. Jeden Tag neu geboren werden, das sind meine Tode. Vielleicht kann mir der Tod Bruder sein, weil ich ihn als Gnade empfinde.

    Wolfgang

  7. Oktober 23, 2012 um 1:17 pm

    “Aber bringt Leben mittels verschiedenster Erscheinungen nicht Probleme ans Licht, um in “Augenschein” genommen und gelöst werden zu können?

    Leben bringt auch den Tod hervor. Und wenn das eigentliche (Ur-)Wesen von Leben das Problematisieren ist, könnte der Tod auch erscheinen, weil das Wesen des Todes ein Problem ist. Und weil der Tod gegenwärtig, nicht verdrängbar und nicht lösbar ist, könnte es sich um ein fundamentales oder gar zentrales Problem handeln; sozuagen ein Ur-Problem?“

    BINGO !

    Daher auch all die unterschiedlichen Generationszeiten verschiedenster Spezies …

    Gruß Guido

  8. Ikarus
    Oktober 23, 2012 um 1:18 pm

    Meine Buchempfehlung dazu wäre :
    Ken Wilber : Das Atman-Projekt

    Der Autor beschreibt wie sich das ganze Leben um uns herum nur um die Angst vor dem Tod dreht, und wie der Mensch ein gesamtes System aufgebaut hat, dessen einziger Zweck es ist, uns von dem Wissen unserer eigenen Sterblichkeit abzulenken. Ja unsere kranke, oft nicht ganz greifbar als falsch beschriebene Welt ist nicht einfach nur ein System das versucht der Entropie entgegenzuwirken, sondern enthält in ziemlich jedem Aspekt ihrer selbst diese Essenz den Menschen von der Thematik des Todes fernzuhalten.

    • Oktober 23, 2012 um 1:57 pm

      Deshalb gibt es keinen besseren Unordnungsspeicher als uns Menschen … wenn ich mir durch den Kopf gehen lasse, was sich in den letzten 15 Jahren der Intensivmedizin getan hat und mit welchen Mitteln und auf welchem Wege aktuell Menschen am Leben gehalten werden können … vor allem aber aus welchem Grund … dann zeigt sich die Paraderolle des Menschen von ihrer deutlichsten Seite …

      Wir leben nicht länger … wir sterben nur langsamer, der Zunahme der Unordnung wegen.

      Wilbers Atman-Projekt ist ein gutes Beispiel.

      Gruß Guido

  9. federleichtes
    Oktober 24, 2012 um 3:54 pm

    Ken Wilber gab mir wertvolle Denkanstöße, oder sagen wir besser, Impulse.
    Er schrieb auch unter dem Pseudonym A.T Man.

    Wie begegnet man dem Tod pragmatisch, oder pragmatisch-vernünftig. Ist es klug, sich vor ihm zu verstecken?

    Als Kind lernte ich, den meine Existenz bedrohenden Mächte auszuweichen, mich zu verstecken, zu lügen. Und meinem natürlichen Gespür für den kleinen Unterschied zwischen Ungerechtigkeit und Gerechtigkeit folgte oft ein salziges Rinnsal den Spuren vergangener, vergessener und vergeblich geflossner Rinnsale.

    Der Tod ist allgegenwärtig. Man sieht ihn kommen, unterwegs, die lebendigen Spuren stets begleitend. Wer das Leben sucht, wird nicht umhin kommen, auch den Tod zu suchen Wenn er Augen hat, sollte man hinein schauen. Wenn er zu mächtig ist, sollte man ihm respektvoll ausweichen, wenn er jammert, sollte man ihn ermutigen.

    OB WIR sterben, weiß ich nicht. Und was langsam und was schnell ist, erklärt sich mir nur durch Situationen, die meine Vernunft herausfordern: Nicht zu schnell oder nicht zu langsam zu sein. Aber ob ich zu schnell lebe oder zu langsam sterbe? Mag es von Belang sein, für mich nicht.

    Wer den Tod besiegen will, will der damit nicht auch dem Leben schaden?

    Erscheinen ungeteilte, furchtlose Formen der Existenz, die keiner ordnenden Macht bedürfen, wo Liebe waltet?.

    Gruß
    Wolfgang

  10. Oktober 25, 2012 um 2:39 pm

    Dem Tod seinen Stellenwert im Leben zu geben, ist nun wirklich keine morbide Angelegenheit, im Gegenteil. Jene Momente der Klarheit, in denen wir uns dem Gedanken an das Ende unserer biologischen Existenz stellen, bieten die Chance, uns zu bewusster lebenden Wesen zu machen.

    Der Augenblick. Die Gegenwart.

    Wolfgangs Frage hat es in sich und ich neige dazu, sie zur Aussage zu machen:

    Wer denTod besiegen will, schadet dem Leben.

  11. Oktober 25, 2012 um 2:41 pm

    P. S.
    Ist „Angst vor dem Tod“ eigentlich die richtige Frage?
    Sollte es nicht „Angst vor dem Sterben“ heissen?

    • federleichtes
      Oktober 25, 2012 um 4:32 pm

      Deine Frage ist gut.
      Persönlich beantworte ich sie mit „Nein“.
      Im Prozess des Sterbens entsteht ja das Bewusstsein über den Tod – während der Tod etwas Unbekanntes hat, vielleicht auch Beängstigendes, weil sich kaum kemand etwas unter Nicht-Existenz vorstellen kann.

      Dazu kommt die unbewusst wirkende Idee eines Strafgerichtes verbunden mit den Qualen in einer „Hölle“..

      Das Nebulöse, das mit Angst verbundene Unbekannte des Todes mag sich, das glaube ich jedenfalls, auflösen, je näher man im Sterben dem Tod kommt – bis schließlich die Gewissheit, die Wahrheit des „Todes“ das herbei führt, was man real bei sterbenden Menschen erleben kann: Gelassenheit, Frieden, weil die Nebel der Verwirrung gewichen sind.

      Ich freue mich über Deine beiden Beiträge.

      Herzliche Grüße sendet Dir

      Wolfgang

      • Oktober 25, 2012 um 11:38 pm

        @Wolfgang

        Danke für diese etwas andere Sichtweise.

        Niemand weiss, was in sterbenden Menschen wirklich vorgeht, welche „Brücken da gebaut“ oder
        welche – letzten (!) Erfahrungen da gemacht werden.
        (Unabhängig von der Frage, ob diese Erfahrungen eher individueller Natur oder auf etwas „Universelleres“ zurückzuführen sind …)

        Es scheint aber wohl wirklich so, dass bei Vielen in dieser „Twilight-Zone“ die Angst vor der „Nicht-Existenz“ nach und nach an Bedeutung verliert. So, als ob sie langsam „ausgeblendet“ würde.

        Es scheint mir hier übrigens, dass Dein „Nein“ und mein „Ja“
        gar nicht so weit auseinander liegen. Mein „Ja“ bezog sich halt auf den „Übergang“, der nicht zu selten schmerzhaft ist und darüber hinaus schon die „erste Stufe auf dem Weg ins Unbekannte“ bedeutet. Und Dein „Nein“ löst sich hier ein wenig auf, wenn Du auf einen Zustand der Gelassenheit und des Friedens verweist, der sich während des Sterbens einstellen kann.

        Schliesst sich da nicht der Kreis?

        Wie dem auch sei, als biologische Wesen wollen wir leben, das gehört zu unserem „Programm“. Welch ein Dilemma,
        vielleicht hätten wir doch nicht vom Baum der Erkenntnis naschen sollen. Pflanzen und Tiere leben einfach und dann sterben nicht. „Wir“ nicht. Da liegt wohl nach wie vor das „Problem“.

        Herzliche Grüsse zurück,
        Peter

  12. Oktober 25, 2012 um 11:40 pm

    P. S. („und dann sterben nicht“)
    Sorry für den Lapsus im letzten Absatz, ob’s ein Freudscher war? Gut möglich.

  13. federleichtes
    Oktober 26, 2012 um 2:29 am

    @ Peter
    Ich sah den Kreis nicht ungeschlossen. Sicher gibt es verschiedene Erfahrungen beim Sterben, eben weil es verschiedene Menschen gibt.
    Man sagt, Menschen würden vor dem Tod noch einmal ihr Leben im Schnelldurchlauf erfahren. Ja, könnte sein, dass sich die persönlichen Erfahrungen auflösen und dabei einen Filmeffekt verursachen. Kann aber auch nicht sein. Derzeit versuche ich, die Fakten hinter den spekulativen Annahmen zu ergründen: Was bleibt als GANZ sicher übrig?

    Ja, Überleben gehört zum Programm – obwohl sich die Frage stellt: Der Mensch KANN nicht überleben. Insofern sehe ich auch in dieser Darstellung (Überleben wollen) eine Idee, die auf ein Problem auf einer anderen Ebene deutet. Heute würde ich sagen: Es geht dem Leben darum, für ein Wesen einen sicheren Existenz-Rahmen zu entwickeln. Aber dazu brauchte es ein „Wesen“. Das war für mich all die Jahre ein Fakt, jetzt stellte ich es erst mal in frage, und frage:
    Was, wenn Menschen wirklich nur Erscheinungen auf der biologischen Ebene sind und sich ihr Verhalten und ihre besonderen Fähigkeiten (nur) ergeben, weil sie — im Unterschied zu Pflanzen und Tieren – mit besonderen Informationen ausgestattet sind/wurden?

    Was den „Baum der Erkenntnis“ betrifft.
    Auf der Bühne des Lebens laufen Prozesse ab, deren Ursachen ich gerne als „unkenntlich GEMACHT“ bezeichnen würde. Andererseits geschieht aber auch Offenbarung im Sinne eines Verstehens. Da möchte ich gerne Erkenntnis = Bewusstsein setzen. Und da sollte wirklich ein Fakt sein: Menschen können mit den von ihnen gemachten Erfahrungen immer besser, klarer, eindeutiger entscheiden, an welchen „Spielen“ sie sich beteiligen können, ohne ihre Existenz zu gefährden. Das mag zwar weltweit nicht beobachtbar sein, zumindest springen immer mehr Menschen von einem Zug ab, dessen Ziel sie nicht kennen und dessen Fahrt sie nicht kontrollieren können.

    Existenz-Probleme können entstehen, wenn eine Macht oder Absicht entsteht, die Informationen mit Energie verbindet für Aktionen, die sich gegen das Andere richten. Auch das halte ich (noch) für einen Fakt.
    Fakt ist mir auch (noch), dass der körperliche Tod auf Grund einer genetisch/informativen Disposition eintritt. Ich glaube (noch) daran, die den Tode steuernden Informationen mit Bewusstsein verändern zu können. Definitiv Fakt für mich ist: Bewusstsein kann den Körper kontrollieren; Fakt, weil Erfahrung.

    Wenn wir innerhalb eines Bewusstwerdungs-Prozesses tätig sind, ist der Tod, der Schicksale begrenzt, für Menschen unverzichtbar. Und für die „Schöpfung“ auch, weil es offensichtlich unverzichtbar ist, Individuen ständig informativ-neu-konfiguriert entstehen zu lassen.

    Spannend.
    Ich danke Dir.

    Wolfgang

    • November 14, 2012 um 11:54 pm

      Nun ja, die Problematik, das Dilemma „leben zu wollen“ und trotzdem gleichzeitig zu wissen, dass man sterben wird, stellt sich wohl halt nur uns Menschen. (Davon sei jetzt einfach mal ausgegangen, selbst angesichts – auf ihre Weise – „anders intelligenter“ Arten wie bestimmte Meeressäuger und „Menschenaffen“). Wie dem auch sei, das „Programm“ läuft bei allem, was das wächst und kreucht und fleucht. Womit wir bei dem „Drive“ oder, wie Du es ausgedrückt hast, bei dem „Wesen“ wären …

      Ich denke allerdings nicht, dass es Prozesse gibt, die uns nicht zugänglich gemacht WERDEN. Da würde ich jetzt doch schon eher dazu neigen zu behaupten, dass sie uns nicht zugänglich SIND. Mittels wissenschaftlichen Denkens und anderer nicht-wissenschaftlicher Methoden (z. B. Meditation) mögen wir das „Portal zum Unzugänglichen“ ein wenig öffnen und in neue „Räume“ hinein blicken können. Das ist nicht nur nicht zu unterschätzen, es macht auch nicht nur unser Menschsein aus, sondern ist darüber hinaus wahrscheinlich sogar für unser Überleben als Spezies (sic!) dringend erforderlich. Leben als Erkenntnis gewinnender Prozess.

      Bewusstsein kann (könnte sehr viel mehr) den Körper kontrollieren. Und wie! (Volle Zustimmung!). Den Tod allerdings nicht. Nie. Nur die Art und Weise, wie wir mit ihm umgehen und wie wir ihm „begegnen“.

    • November 15, 2012 um 2:19 am

      P. S.
      Habe vergessen, Dir für Deine Anregungen zu danken.
      „Es bleibt spannend“. (Leben)

  14. November 1, 2012 um 12:36 pm

    Danke an Manfred Voss für den Artikel.
    Passt genau zu Allerheiligen.
    Gruß vom BildHauer

    • November 1, 2012 um 5:16 pm

      Ich danke Dir auch 🙂 (auch für das Weiterverlinken)

      Und natürlich: Dank auch an alle, die sich aktiv mit diesem Thema beschäftigen und insbesondere hier beisteuern.

      Gruß
      Manfred

  15. November 15, 2012 um 2:40 am

    “ … ist der Tod, der Schicksale begrenzt, für Menschen unverzichtbar.“

    Ist Schicksal nicht das Anwenden eigener Ordnungsmöglichkeiten hinsichtlich der bestehenden Ansammlung von Unordnung ? Übersteigt die Ansammlung die Möglichkeiten der Ordnung, dann ist der Tod unausweichlich und, aus energetischer Sicht, die logische Folge.

    Schicksal ist somit nie ein Produkt des Zufalls, sondern immer in Abhängigkeit eigener Möglichkeiten zu sehen … auch wenn wir es eher dem Zufall überlassen … aber nur, weil es Zufall nicht gibt, sondern das Unvermögen Zusammenhänge zu erkennen, als Zufall angenommen wird.

    Gruß Guido

    • federleichtes
      November 15, 2012 um 3:38 am

      Klar. Meine Aussage bezog sich auf das „normale“ Schicksal, das ja wohl in einer ordentlichen Unordnung (oder umgekehrt? Das weißt Du besser) AB-gewickelt wird.

      Ich sage Dir meine Auffasung jetzt ganz unaufdringlich:
      Ordnung ist informativ, und Information bestimmt – im Sinne von Verfügen – über Energie.

      Irgendwann werden wir uns sicher mal um den Hals fallen, wenn Du mich oder ich Dich in dieser ungeklärten Auffassung bestätigen kann. Dass in meinem „Konzept“ ein Fehler steckt, weiß ich – und den Fehler suche ich auch nicht, aus gutem Grund.

      Schicksal, ja – mein Schicksal ist, aus dem laufenden Jahr noch über 50.000 Fotos bearbeiten zu müssen – und natürlich das, was hier täglich weiter einläuft. Gerne würde ich mir auf meinen Wegen Scheuklappen anlegen, allein der Gedang der kleinen Freunde zwingt mich zum Verweilen, Schauen und „Schießen“.

      Ich geh dann mal.

      Wolfgang

  16. federleichtes
    November 15, 2012 um 3:20 am

    In den letzten Tagen flog mich der Gedanke an: Warum geht es hier nicht weiter, schade eigentlich.
    Und dann: TYPISCH! So nach dem Motto: An den Tod zu denken bringt Unglück, oder: Da denke ich noch lange genug dran, wenn ich tot bin.
    Und dann: Der Tod wird verdrängt. Ja, klar, der Tod ist eine lebensfeindliche INFORMATION.
    Und dann: Moment mal, lebensfeindliche Informationen landen auf der traumatischen Ebene.
    Und dann: Merkwürdig, auch über das Trauma kann man nicht bis eher nicht mit Menschen sprechen – sie verweigern das Thema, logisch: Dort lauern ja die lebensfeindlichen Informationen.

    Es gibt, mal unverbindlich in den Raum gestellt, zwei Optionen zu „denken“:

    1. Wir sind ein unsterbliches Wesen, das über den körperlichen Tod hinaus existiert. Dann wäre die Schlussfolgerung: Was interessiert mich der Tod.

    2. Wir sind nur Körper und müssen sterben, so oder so, irgendwann und irgendwie. Dann könnten wir das Thema auch abhaken, auf die Pauke hauen und: Nach mir die Sintflut.

    Aber nein, das „Thema Tod“ ist informativ aktiv und rumort auf der traumatischen Ebene herum, kommt, wenn wir dem Tod in der Nachbarschaft oder im Familien- und Freundeskreis begegnen, auf die Brücke Unterbewusstsein, um dann sang- und klanglos wieder zu verschwinden.

    Tod ist also ein, so scheint es mir, fundamentales Lebensthema – was zu erklären vermag, warum Leben und Tod – irgendwie – untrennbar miteinander verbunden sind.

    Eins noch.
    Leichenstarre, der Körper wird statisch, vom Zerfall mal abgesehen. Statik ist aber ein Zustand, den auch ein „Wesen“ erleiden könnte. Wenn es die Fähigkeit verliert, existent zu sein.
    Und genau das ist (eigentlich) der Kern meines ganzen Fühlens bezüglich Leben:
    Leben (als Energie) wurde erschaffen und dem Wesen beigeordnet (kann mich da gerade nicht besser formulieren – doch: Zur Verfügung gestellt, …), um ein statisch gewordenes Wesen zu dynamisieren, eben existent zu machen.

    Mein Fühlen über das Leben ist damit nicht fertig beschrieben, für den Tod sollte es erst mal reichen.

    Ich freue mich sehr, dass es hier weiter geht.

    Danke Peter – gut Ding braucht offensichtlich die nötige (Los-)Gelassenheit.

    Herzliche Grüße sendet Dir

    Wolfgang.

  17. November 15, 2012 um 5:28 am

    Reblogged this on diebeyers und kommentierte:
    Add your thoughts here… (optional)

  18. November 17, 2012 um 4:51 am

    Bei so viel Wortnebel würde wohl selbst einer wie Heidegger oder Kierkegaard glatt vor die Wand laufen.

  19. November 17, 2012 um 5:00 am

    Man könnte auch sagen:
    Bei soviel Licht muss sich sogar die Sonne umdrehen
    Liebe Grüße Ralf

    • November 18, 2012 um 11:27 pm

      Aufklärung tut Not, keine Frage. Und dabei dachten und denken doch so viele, wir hätten das Schlimmste schon hinter uns. Von wegen. Leider.

  20. November 17, 2012 um 5:07 am

    Lieber Peter,
    es gibt, gab und wird keinen Baum der Erkenntnis geben.
    Diese Erkenntnis habe ich im Laufe meines bisherigen Lebens gemacht.
    Dieser Baum wurde uns über Jahrtausende implementiert,
    um uns in Angst und Schrecken zu versetzten. Von wem?
    Die Antwort ist nicht so wichtig. Die Antwort weiss nur der Wind,
    aber WIR pusten gemeinsam und daraus entsteht dann Sturm.
    Liebe Grüße Ralf

    • federleichtes
      November 17, 2012 um 1:26 pm

      Implementiert?
      Du redest mir das Wort, lieber Ralf!
      wie wär’s denn mit einer entsprechenden Interpretation des „Sündenfalls“:

      Es gab eine Erkenntnis.

      Sie erscheint symbolisch als Baum.

      Wie lautete die Erkenntnis?

      Es gibt ein Problem?

      Wir müssen es lösen?

      Und ERST DANN entsteht der Mensch,
      gefüttert mit den Früchten (Informationen über das Problem)?

      Und eine Stimme sagt:
      Ihr wisst, worum es geht, macht euch vom Acker.

      Ich mach mich dann mal vom himmlischen Acker Balkon) auf den Weg durch die Hölle (Straßenverkehr) zum Paradies der Spinner und Träumer, Fotografen und Liebenden.

      Gruß
      Wolfgang

      • November 18, 2012 um 11:29 pm

        @Wolfgang, da ich in São Paulo lebe und arbeite, kann ich Deiner Metapher für Strassenverkehr durchaus etwas abgewinnen. Nicht unzutreffend.
        Mit augenzwinkerndem Gruss,
        Peter

    • November 18, 2012 um 11:22 pm

      Lieber Ralf,
      da Du den „Baum der Erkenntnis“ noch mal zur Sprache bringst, so halte ich besagte kleine Geschichte aus diesem dicken, in Buchform herausgegebenen „altertümlichen“ Text-Sammelsurium immer noch für eine der besten Metaphern, welche sich mit der „Natur des Zweifelns“ auseinandersetzen. Wer so etwas wörtlich nimmt, (da soll’s ja einige geben), der stellt natürlich auch keine Fragen mehr. Und dabei hängt es gerade von den Fragen ab. Darin sind wir uns wohl einig.
      Mit lieben Grüssen zurück,
      Peter

      • November 18, 2012 um 11:31 pm

        In der Tat, haben wir doch längst nahezu alle Antworten parat … doch hapert es noch mit der endgültigen Zuordnung der Fragen …

        Gruß Guido

        • November 18, 2012 um 11:51 pm

          Mag sein. (Zuordnung). Vielleicht hapert es zuweilen aber auch an den Fragen selbst, also daran, die richtigen zu stellen.
          Gruss, Peter

  21. Oktober 29, 2013 um 11:13 am

    Hurra, die Lebenserwartung steigt stetig, dem Fortschritt sei Dank … doch, und das erlebe ich täglich aus der Praxis des Lebens heraus … in der Summe, als Spezies betrachtet, werden wir nicht älter, sondern sterben einzig langsamer.

    Satprem schreibt treffend: Das Leben stirbt, nicht weil es verlebt ist, es stirbt, weil es sich noch nicht gefunden hat.

    Dem möchte ich hinzufügen, dass das Leben im Zuge des Fortschritts offensichtlich immer später sterben MUSS, weil das Leben sich NOCH NICHT finden DARF.

    Satprem noch einmal: Es gibt kein Paradies, solange auch nur ein Mensch in der Hölle steht. Denn es gibt nur EINEN Menschen.

    Es geht nicht darum mittels unserer Technologien vereinzelte Inseln der Glückseligkeit, der Produktivität, des Wohlstands, der Freude, …, aufzubauen, vernetzt über https, sondern darum EIN Ozean zu SEIN, der sämtliche Inseln fortspülen wird. Wie Wasser zu sein dürfte der Schlüssel sein, nicht ein Netzwerk zu werden …

    Gruß Guido

  22. Oktober 29, 2013 um 5:23 pm

    Wenn man bedenkt, wie die Lebenserwartung statistisch zustandekommt, erscheint diese Schlagzeile naheliegend:

    http://www.t-online.de/wirtschaft/altersvorsorge/id_66246820/fuer-jedes-jahr-mehr-leben-acht-monate-laenger-arbeiten.html

    Bedenkt man die “Funktion“ des Organs Deutschland für den Weltenkörper und die “Funktion“ der Arbeit an sich.

    Je mehr gearbeitet wird, desto weniger kann sich das Leben finden … entfernt von jedweder Berufung …

    Gruß Guido

  23. Dezember 14, 2015 um 11:10 am

    AUCH HOCH INTERESSANT…TEIL 2 DANN UNTEN ANKLICKEN!!! http://wirsindeins.org/2013/08/26/warum-ich-kein-lichtarbeiter-mehr-bin-teil-1/

    • Dezember 14, 2015 um 1:19 pm

      Danke für den Link, dort gefunden:

      Mit anderen Worten, das „New Age“ ist eine multidimensionale psychologische Operation, geschaffen um die Seelenenergie der „Gläubigen“ dieser Lektionen weiter zu ihren „aufgestiegenen“ Lehrern zu leiten.

      Ein anderes ihrer Geheimnisse ist, daß die meisten der sogenannten „aufgestiegenen Meister“ in ihrer „Hierarchie“ nie eine menschliche Inkarnation hatten. Diese sind unglaublich betrügerische Wesen, die ein Spiel betreiben um die Energie der Anbetung zu sammeln. Im wahren Universum der Nicht-Täuschung würde niemand sie anbeten, aber in dem illusionären „Sub-Universum“ des korrupten Demiurg sind sie in der Lage, gutgläubige Menschen zu täuschen, damit diese ihnen ihre Energie in Form von Liebe, Ergebenheit und Gebeten zufließen lassen.
      Was die „Erz(Archonten)-Engel“ betrifft, so fallen diese mehr oder weniger in die gleiche Kategorie. Sie sind nicht im Einklang mit der Unendlichen Quelle aller Schöpfung, sondern sie dienen einem geringeren Wesen, das sich als Schöpfer ausgibt: dem korrupten Demiurg. Daher würde ich sie überhaupt nicht als Engel bezeichnen.

  24. Martin Bartonitz
    August 21, 2016 um 8:43 pm

    Bernard Jakoby: Was geschieht, wenn wir sterben?

Comment pages
  1. November 1, 2012 um 12:20 pm

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