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Kooperation als geniales Prinzip

Dr. Thomas Weiß

Dr. Thomas Weiß

Ich habe das folgende Kleinod passend zu meinem Thema Kooperation und Konkurrenz heute geschenkt bekommen und möchte es mit Euch teilen. Der Sozialwissenschaftler, Berater und Coach Dr. Thomas Weis (leider  habe ich seine Spur im Internet verloren) schickte mir die Zeilen als kleinen Dank für zwei Kommentierungen, einer davon zu diesem sehr lesenswerten Artikel Neue Zugänge zur Heilung der Gesellschaft. Diese Zeilen stammen aus einem von ihm geschriebenen, aber bisher unveröffentlichten Büchlein „Weisheiten für die Wirtschaft im 21. Jahrhundert. Aphorismen und Zeichnungen“. Sehr inspirierend, aber lest selbst:

Kooperation ist ein geniales Prinzip,
um Leistungen in Gruppen zu maximieren
und hocheffizient Visionen zu realisieren,
was mit Wettbewerb unvorstellbar wäre.

Kooperation hat als Vorbedingung
sich trivialer Vergleiche zu enthalten,
sowie die vorurteilsfreie Bekenntnis
zu den Stärken und Schwächen Aller.

Wo man Anderen überlegen sein will,
durch das Ausnutzen derer Schwächen
oder durch das Verschweigen der eigenen,
entsteht Wettbewerb, stirbt Kooperation.

Schwächen sind die Wachstumsfelder,
bei ihnen ist man der Wahrheit näher,
wie bei zur Schau getragenen Stärken,
die Schwächen überdecken sollen.

Die Schönheit der Kooperation liegt darin,
dass sich Stärken und Schwächen bedingen,
sich Geben und Nehmen ausgleichen,
dass Wert und Würde erfahrbar werden.

Kooperation erzeugt Vertrauen,
Vertrauen Zustimmung, Zustimmung Verbindlichkeit,
Verbindlichkeit garantiert gute Ergebnisse –
die Erfolgskette gelungener Kooperation.

Durch Kooperation entsteht Lichtfülle:
Lichter, die sich gegenseitig erhellen.
Im Glanz der Lichtfülle stirbt die Angst
gewinnen zu müssen, Verlierer zu sein.

Sinnbild für Kooperation sind die Hände:
was zählt, sind nicht die einzelnen Finger,
sondern ihr geniales Zusammenspiel
um zeitlose Meisterwerke zu erschaffen.

  1. Oktober 10, 2012 um 7:41 pm

    Der Mann spricht mir aus dem Herzen. Dankeschön!

  2. Oktober 11, 2012 um 1:01 am

    Hallo Martin,

    ist das der selbe Herr Weis, der auch auf THE INTELLIGENCE folgenden hervorragenden Text verfasst hat:

    http://www.theintelligence.de/index.php/gesellschaft/zeitgeist/4911-vom-wissen-zur-weisheit-teil-i.html

    ???

    Gruß Guido

  3. Oktober 11, 2012 um 1:05 am

    Ja, da bin ich mir sicher … und auch der erwähnte Artikel „Neue Zugänge zur Heilung der Gesellschaft“, der ein Interview mit ihm beinhaltet, ist mehr als nur sehr lesenswert.

    Gruß
    Manfred

    P.S.: Hab ganz vergessen zu sagen: Er spricht mir auch aus dem Herzen 🙂

  4. federleichtes
    Oktober 11, 2012 um 11:11 am

    Das Gesicht dieses Menschen spricht, was schwer in Worte zu kleiden ist. Er nennt es Kooperation, vielleicht, weil (nur)auf dieser Begriffsebene etwas begreifbar werden kann für Menschen, die das Erleben und die dafür verantworliche Ursache nicht genauer kennen.

    Das Thema im Kern seiner Ausführungen scheint mir Wohlwollen zu sein. Das, was über allen ErSCHEINgen, die das Leben hervor bringt, steht.

    Mag Wohlwollen zur leitenden Wirkrraft werden, wenn man die Gegensätze auflösen konnte, das Böse in seiner Bedeutung erkannte – und damit die ganze Macht der Liebe erfährt?

    Sicher wohl, dass es für nicht-beschränktes Wohlwollen eine Art Unerschütterlichkeit braucht. Sie entsteht aus Treue und Hingabe, aus einem gefühlten Wissen und dem absoluten Vertrauen in die Ordnung und das Ergebnis der Entwicklung. Aber aus der gelebten Unerschütterlichkeit entwickeln sich eben auch die Eigenschaften für Unerschütterlichkeit, eine Qualität aus dem Bereich der „Macht“.

    Sollte ich das für mich beschreiben:
    Im Feld des Bewusstseins gibt es einen unerschütterlichen Willen. Er weist Wege, Wege bringen Bilder, vielfältige Bilder formen den Charakter und durch ihn formt sich Erleben – D-ES Willens.

    Genug gequatscht.

    Euch einen guten Tag.

    Wolfgang

  5. Oktober 14, 2012 um 8:14 pm

    Das Zeitalter, wo einzelne Personen den Gang der Geschichte bestimmten und den Zeitgeist prägten, ist vorbei. Das Zeitalter der Gruppe, genauer der Gruppeneinfühlung und -impression, hat eben begonnen. Die Entwicklung des Internets und seiner Vorläufer weist den Weg. Das Internet wäre, wie Zeitzeugen berichten, ohne Gemeinschaftsgeist, ohne dienende Haltung und ohne visionären Weitblick so nicht zustande gekommen. Es kam zustande, weil die Menschen, die daran mitwirkten „das Funkeln in ihren Augen teilten“ (Berners-Lee). Wo anders sollte dieses Funkeln seinen Ursprung haben als in leuchtenden Kinderaugen?!

    Auch der 2. Teil von Ihnen, Herr Weis, wow?

    Lieben Gruß Ralf

  6. Oktober 14, 2012 um 8:50 pm

    Ja, habs gelesen … wiederum ein sehr guter, einfühlsamer Artikel, der in mancherlei Hinsicht auch meine Erfahrungen widerspiegelt.

    Gruß
    Manfred

    P.S.: Siehe auch diesen Kommentar zu dem Artikel über funktionierende Schule.

  7. Oktober 30, 2012 um 2:59 pm

    Ergänzung von anderer Seite:

    Frage: Krise? Welche Krise?

    Antwortvorschlag: „Wir befinden uns in einer Krise der Kooperation. Wir glauben, dass es in der Gestaltung von Kooperation auf persönlicher, politischer und ökonomischer Ebene ein gewaltiges Potenzial zu erschließen gibt. Wir halten das Paradigma der Kooperation für die zentrale Idee, die zur Lösung brennender Probleme der Gegenwart eine adäquate Antwort geben kann …“

    http://www.heise.de/tp/artikel/37/37873/1.html

    Gruß
    Manfred

  8. Martin Bartonitz
    Juni 24, 2016 um 9:07 pm

    Hat dies auf Der Mensch – das faszinierende Wesen rebloggt und kommentierte:

    Ich wurde heute an diesen Artikel erinnert, den ich vor einigen Jahren auf meinem privaten Blog postete, und der schon damals das Potential der vertrauensvollen Zusammenarbeit, wie es die agile Welt inwischen porpagiert, herausstellte …

  9. Juni 24, 2016 um 11:25 pm

    Die Macht der Worte wird hier sehr deutlich!!

  10. Juni 25, 2016 um 7:38 am

    Lieber Martin,

    ich habe mir erlaubt, meine eigene Kooperation in den Text einzubringen, ihn umzuschreiben und etwas mehr den Realitäten anzupassen. Ich nehme an, im Sinne einer Kooperation von Verfasser, Leser und Blogbetreiber ist das so erwünscht.

    Über die Kooperation mit dem Feuer:

    Kooperation ist ein geniales Prinzip,
    um die Leistungen der Spezies Mensch zu maximieren
    und hocheffizient die Vision der Allmacht zu realisieren,
    was dem Menschen ohne Kooperation mit dem Feuer unmöglich gewesen wäre.
    
    Kooperation hat als Vorbedingung
    sich trivialer Vergleiche zu enthalten,
    sowie die vorurteilsfreie Bekenntnis
    zu den Stärken und Schwächen Aller Beteiligten
    Auch wenn das die Umwandlung einer natürlichen Spezies
    in einen technischen, allgewaltigen Superorganismus zur Folge hat.
    
    Wo man dem Feuer überlegen sein will,
    indem man es auslöscht,
    oder durch das Verschweigen der eigenen Ohnmacht,
    wäre der Mensch ein Naturwesen geblieben.
    Nun wird er organische Technik
    und zum Herrscher oder eher zum Zerstörer über alles, was da kreucht und fleucht.
    
    Schwächen sind die Wachstumsfelder,
    bei ihnen ist man der Wahrheit näher,
    wie bei zur Schau getragenen Stärken,
    die Schwächen überdecken sollen
    Ein Waldaffe ist über sich selber hinausgewachsen
    und Mensch geworden: homo sapiens sapiens.
    
    Die Schönheit der Kooperation liegt darin,
    dass sich Stärken und Schwächen bedingen,
    sich Geben und Nehmen ausgleichen,
    dass dadurch die Allmacht erfahrbar wird.
    
     Die überwältigende Macht der Kooperation liegt darin
     dass die Schwachen, wenn sie kooperieren,
     zu einer überlegenen Macht werden,
     die jedes Einzelwesen, das nicht kooperieren will, gnadenlos unterwirft.
     So wird Kooperation zum allgegenwärtigen Zwang.
    
    Kooperation erzeugt Macht,
    Macht Zustimmung, Zustimmung Verbindlichkeit,
    Verbindlichkeit garantiert gute Ergebnisse –
    die Erfolgskette gelungener Kooperation
    ist die Unterwerfung des Planeten Erde.
    
    Durch Kooperation entsteht Lichtfülle:
    Lichter, die sich gegenseitig erhellen.
    Im Glanz der Feuer stirbt die Angst
    Verlierer zu sein
    weil Licht Leben und Feuer Planeten erschafft
    und man darin Gottes Ebenbild ist.
    
    Sinnbild für Kooperation ist das Feuer:
    was zählt, sind nicht die einzelnen Flammen,
    die für sich bald erlöschen,
    sondern ihr geniales Zusammenspiel
    um zeitlos Meisterwerke der Natur in Asche zu verwandeln.
    
    Wenn einzelne Feuerwesen miteinander kooperieren,
    ob sie nun stark oder schwach sind,
    wird daraus unweigerlich ein Flächenbrand,
    um nicht zu sagen ein Planetenbrand.
    
    Um Feuerwesen wie die Menschen,
    nicht zum Vernichter alles Lebendigen werden zu lassen,
    sind weder Konkurrenz noch Kooperation das Mittel der Wahl.
    Sondern Selbsterkenntnis
    Was die Kooperation des Menschen mit dem Feuer
    für den Planeten bedeutet.
    nämlich dass der mit dem Feuer und den daraus entstandenen
    Erfindungen kooperierende Mensch 
    sich wie ein Weltenbrand verhält,
    der in nur 300 Jahren die Hälfte aller Wälder auf der Erde
    abgeholzt hat.
    

    Der Fingerphilosoph

    • Juni 25, 2016 um 11:16 am

      Lieber Fingerphilosoph
      Mein Interesse, deinen Beitrag zu lesen, galt dem, deine Haltung zum Thema Kooperation zu ergründen.
      Ich erwischte mich dabei, dass ich fast unbemerkt, deine Aussagen durch meinen Filter laufen ließ, um meine Position zum Inhalt zu bestimmen. Somit entschied ich mich entweder dafür oder dagegen. Eine jede, mir in diesem Zusammenhang mögliche, Entscheidung würde jedoch in einer Falle enden. Weder die eine, noch die andere hätte die Bezeichnung Kooperation verdient, da jede in ein Urteil mündet, welches eine Geschlossenheit in sich trägt. Nur, was nun?
      Mir ist bewusst, dass ich nicht auf den Inhalt deines Textes eingegangen bin, denn ich würde wieder in meine eigene Falle tappen.
      Ich werde weiter darüber nachsinnen.
      Danke für deine Kommentare.

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