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Unser Gehirn verdrahtet sich in jungen Jahren so, dass wir als Alte kaum mehr aus unseren gelernten Denkstrukturen ausbrechen können

Deepak Chopra (Wikipedia)

Deepak Chopra (Wikipedia)

Vielen Dank an Ralf Beyer, der uns einen Textauszug aus einer Reede von Dr. Deepak Chopra, ein in Indien geborener und in den USA lebender Internist und Endokrinologe, als Kommentar an anderer Stelle hinterließ, deren Fakten mich stark an Platons Höhlengleichnis erinnert. Aber lest selbst:

Vor etwa 20 Jahren führten Wissenschaftler an der Harvard Medical School ein Experiment durch; sie liessen eine Gruppe junger Kätzchen in einem Raum aufwachsen, in dem es nur horizontale Streifen gab, d.h. alle visuellen Reize waren horizontal. Eine andere Gruppe war in einem Raum mit rein vertikalen visuellen Reizen. Als ausgewachsene kluge Katzen konnte die eine Gruppe nur eine horizontale, die andere nur eine vertikale Welt sehen, und das hatte nichts zu tun mit ihrem ´Glaubenssystem`. Als man ihre Gehirne untersuchte, fehlten ihnen die interneuronalen Verbindungen für die Wahrnehmung einer vertikalen bzw. horizonta-
len Welt. In anderen Worten, die ursprünglichen Sinneseindrücke dieser Kätzchen hatten ihr neuronales System derart programmiert, dass schliesslich ein Nervensystem entstand, das sogar auf der atomaren Ebene nur noch eine Funktion hatte: die aufgrund der Sinneseindrücke gemachten ursprünglichen Erfahrungen immer wieder zu bestätigen und zu verstärken.

Das obige Phänomen bezeichnen die Psychologen als PCC = Premature Cognitive Commitment, was so viel bedeutet wie: auf frühkindlicher Sinneserfahrung beruhende Festlegung. Frühkindlich oder im Frühstadium, da es in einem entwicklungsbedingten, biopsychologischen Stadium geschieht; kognitiv, da es die Sinne programmiert, und Festlegung, da es uns in einer bestimmten Realität fixiert. Wir werden eingesperrt in dieser Realität, wir werden dazu konditioniert, in dieser Realität zu leben.

Von diesen Experimenten gibt es viele Variationen, d.h. diese PCC gibt es in allen Gattungen. Wir können ein einfaches Experiment machen mit Fliegen, die man in einen Topf sperrt, von dem man nach einiger Zeit den Deckel entfernt. Die meisten Fliegen – ausgenommen einige Pioniere – werden den Topf nicht verlassen können, auch wenn er nun offen ist; denn infolge ihrer ursprünglichen Sinneserfahrung erwarben sie ein PCC, demzufolge ihr Universum oben begrenzt ist.

Elefanten werden in Indien trainiert, indem man junge Tiere mit schweren Eisenketten an mächtige Bäume kettet. Nach und nach reduziert man die Stärke der Eisenketten; schliesslich lassen sich die Elefanten, nun ausgewachsene grosse Tiere, mit einem dünnen Seil an Äste anbinden, die nicht dicker als ein Weihnachtsbaum sind. Der Elefant ist nicht in der Lage zu entkommen, denn er hat eine Programmierung in seinem Geist-Körper, die ihn glauben macht, er sei in einem Gefängnis, respektive die Ketten seien unzerreissbar.

Gehen Sie zu einem Aquarium und reden Sie mit den Leuten, die mit Fischen experimentieren, dann erfahren Sie, dass die Fische manchmal voneinander getrennt werden, indem man Trennwände aus Glas in die grossen Tanks einfügt. Nach einiger Zeit kann man die Trennwände entfernen; die Fische schwimmen so weit, wie es die Trennwände erlaubten, aber nicht weiter, denn in ihrem Geist-Körper befolgen sie ein PCC: bis hierher und nicht weiter.

—–

Müssen wir uns da noch wundern, warum hier auf dem Blog gerade die systemkritischen Artikel so schlecht bewertet werden. Vermutlich wird auch dieser Artikel wieder wenige Sternchen erhalten.

Mir ist es gestern passiert, dass ein junger Mann sich auf Facebook aus einer Grupper verabschiedet hat, nach dem er den zuvor veröffentlichten Artikel mit der Geschichte mit dem Truthahn gelesen hatte. Er konnte diese Geschichte einfach nicht auf sich und sein Denken über sein Weltbild übertragen. Er sagte nur noch „Dummheit stirbt nicht aus“ und war weg. Ob er doch ahnte, was das los ist?

  1. Armin Köhler
    September 21, 2012 um 11:44 pm

    Mit Katzen und Fliegen mag das funtkionieren, aber beim Menschen gibt es interessante Re-Programmierung-Fähigkeiten, die nicht selten mit schweren Depressionen, körperlichen Erkrankungen oder traumatischen Erfahrungen einher gehen. Das passiert, wenn dieser Mensch bemerkt, dass die Welt gar keinen Deckel hat, dass er sich selbst einsperrt oder schlicht der Schmerz so groß wird, dass er nicht mehr aushaltbar erscheint. Das darauf folgende Erwachen eröffnet buchstäblich eine neue Welt, ein Verharren in der „Alten Welt“ bezahlt er oft mit dem Tod des Körpers.

    • September 22, 2012 um 12:07 am

      Dass der Prozess des „Erwachens/Erkennens“ ein sehr schwieriger und auch langwieriger ist, sehe ich an mir selbst, und nun auch wieder an meiner direkten Umgebung. Menschen, die noch in den in der Schule vermittelten Weltbilder festhängen, reagieren sehr empfindlich auf Informationen darüber, wie wir manipuliert werden.

  2. September 22, 2012 um 5:51 am

    Igelin: Alice Miller beschreibt dies in „Das Drama des begabten Kindes“
    Die Kleinen werden von den Er-zieh-ern verleitet, ihre eigenen Bedürfnisse zu verleugnen und dem fremden Forderungen zu folgen – und tun das immer wieder im Leben – Erich Fromm schrieb in: Die Furcht vor der Freiheit – die Fortsetzung.

    Das Gehirn von Psychiatern ist reduziert auf Pillen-Fanatismus und Gitterstäbe um eine Zelle von 2 x 3 m – sie können nichts anderes wahrnehmen und meinen, das wäre die Welt. Wie viel „Stubenarrest“ mussten sie als Kind erfahren ? Die Welt der Gedanken und der Fantasie sind ihnen verschlossen – auch die Welt der Bildung – diese Weite macht ihnen Angst. und so definieren sie die Welt in ihren „Gutachten“ schlecht und gefährlich. Nur damit stehen sie nicht alleine da, und das macht diese kleinkarierten Korrintenkacker zur Kultur.
    Aber weil die Masse so er-zogen ist – ist es noch immer nicht gut – wenn auch „norm-al“
    „Die Pathologie der Normalität“ Erich Fromm – und daraus folgt „Die Destruktivität der menschlichen Seele“. Menschen die zerstören müssen, was fremd ist und sie nicht verstehen,
    Menschen denen mehr unheimlich und gefährlich/bedrohlich erscheint – was nicht in ihr kleinkariertes Gehirn einprogrammiert wurde.

    Diese kleinGeister streben nach Sicherheit, nach Garantien, nach Ordnung und nach Bewegungslosigkeit – nach Unveränderbarkeit.

    Es irrt der Mensch solang er strebt: Goethe.

    • September 22, 2012 um 8:24 am

      Diese kleinGeister streben nach Sicherheit, nach Garantien, nach Ordnung und nach Bewegungslosigkeit – nach Unveränderbarkeit.
      Und dazu sagte schon Lao-Tse:
      Bewegung ist Leben, Bewegungslosigkeit ist tot.
      Und so ist es auch mit diesen Menschen und dieser Gesellschaft. Sie ist erstarrt, es gibt keine Entwicklung mehr – sie sind (ist) tot, bereits bevor sie physich diese Welt verlassen.

      Zum Text oben insgesamt:

      Menschen können sich zu jeder Zeit ändern.
      Sie müssen es nur wollen und sie müssen sich ihrer Handlungen – und der dahinter stehenden Muster (Verknüpfungen) – bewusst werden.
      Ich halte es für gefährlich zu behaupten, dass die in der Kindheit angelegten Muster nicht mehr änderbar wären.
      Das hieße, dass ich bereits ein Kind in den Knast sperren muss, weil seine Verknüpfungen so gelegt wurden, dass er zum Mörder wird….

    • federleichtes
      September 22, 2012 um 1:33 pm

      Der Daumen ist rauf – aber:
      Warum das Räderwerk einer Uhr verfluchen, nur weil es die Zeit nicht anzeigen kann.

      Auf meinem Weg halfen mir viele Menschen, die kamen, um etwas zu bewegen, und dann starben. Sie bewegten nicht allein meinen Geist, sondern viel mehr und Wichtigeres, meine Gefühle, erzeugten Dankbarkeit.

      Ja, sich auskotzen – aber nicht stehen blieben – weiter gehen!

      Wolfgang

  3. Gerhard
    September 22, 2012 um 11:36 am

    Für mich sind diese Experimente nicht überzeugend.
    Als Allererstes stelle ich mir Katzen vor, wie sie weit überwiegend rumtollen, auf dem Boden liegen, sich wälzen: Wo bleibt da das „Horizontale“ ?
    Zum anderen ist schon lange bekannt, wie schwer „Umlernen“ ist. Es ist aber auch bekannt, daß das geht! In manchen psychologischen Seminaren erarbeitet man sich Kernsätze dessen, was man bis dato als feste Glaubensüberzeugungen mit sich trug, oft tradiert durch die Eltern,…und arbeitet damit!

  4. September 22, 2012 um 12:09 pm

    Und weil es hier auch wieder so gut past, die Meme der Frau Birkenbihl:

  5. September 23, 2012 um 3:15 pm

    Deepak Chopra verbiegt viel Wissenschaft nach seinem Gutdünken. Er hat auch einiges an Quantenphysik zum Zwecke seiner Theorien verbogen. Der Direktschluss aus der Mustererkennung auf den gesamten menschlichen Geist und das Vorstellungsvermögen ist einfach falsch. Zweitens haben Katzen und Elefanten keinen Neocortex in dem unser abstraktes Denken und damit unser Weltbild stattfinden. Sehen und abstrakte Konzepte involviert ganz unterschiedliche Teile des Gehirns. Auch das Motortraining der Elefanten findet ganz woanders statt.

    Natürlich ist es so, dass viele Grundkonzepte die wir als Kinder mitbekommen sich einprägen. Ich habe schon oft angemerkt, dass in den Grundrechten eigentlich das Recht auf eine vorurteilslose Bildung enthalten sein müsste. Auf der anderen Seite ist der Mensch wenn er geboren wird nicht ‚The Blank Slate‘ also dieses komplett frei gestaltbare Wesen, sondern er bringt viel an genetischen Eigenschaften mit. Wesenszüge kann man nicht umtrainieren. Da produziert man Psychopathen.

    Leider ist das mit dem Ändern von erlernten Grundeinstellungen auch nicht so einfach. Unser Gedächtnis arbeitet mit emotionalen Prägungen. Diese kann man nicht einfach ändern, man kann Sie nur langsam umlernen durch entsprechend viele andere emotionale Erfahrungen, vor allem mit Menschen die auf uns einen positiven Einfluss nehmen. Daher muss das Ändern der Welt in uns beginnen.

    ‚Start with the man in the mirror!‘ sang Michael Jackson.

    • federleichtes
      September 23, 2012 um 3:54 pm

      Ja, das Ändern der „Welt“ .
      Ich lernte, als Deepak Chopra noch nicht geboren war, dass ich nicht in Ordnung bin, dass die Welt nicht in Ordnung ist, aber mein Vater und alle mich umgebenden Personen in Ordnung sind. Daraus gerstaltete sich mein gut zwanzig Jahre dauerndes bürgerliches Leben. Was dann kam, hätte ich nicht überstehen können ohne diese Erfahrungen.

      Aber in der Regel unterscheiden Menschen zwischen guten und schlechten Erfahrung – und zerteilen damit ihr Leben, richten ihre Aufmerksamkeit auf das Erleben guter und das Vermeiden schlechter Erfahrungen. Natürlich gibt es auch Menschen, die es gerade umgekehrt handhaben.

      Wirklich wertvoll mag die Erkenntnis sein, dass das „Gute“ an Erfahrungen ist, dass man sie überhaupt machen kann. Von diesem Standpunkt aus ist ein Integrieren aller Erfahrungen möglich, woraus das entstehen kann, was man Ganzheit nennt: Die Ereignisse zu nehmen, wie sie kommen – so wie wir nur das fotografieren, was kommt, und wenn es die Meise ist, die wir bereits gestern, vorgestern und vorvorgestern fotografierten. Ohne die Aufmerksamkeit, die uns die Merisen lehrten, hätten wir niemals den Eisvogel sehen können.

      Mag das ein Muster sein, was es wert ist, zerbrochen zu werden: Jedem Schritt gleich und sofort einen Sinn beizumessen. Ja, der Mensch kann seine Welt ändern, sowohl die innere als auch die äußere Welt. Beide verändern sich zu mehr Klarheit, wenn sie als ein Ganzes interagieren.

      Wolfgang
      bearbeitet gerade die Bilder vom Eisvogel.

    • September 23, 2012 um 6:33 pm

      Unser Gedächtnis arbeitet mit emotionalen Prägungen.

      Und das geht sowohl basierend auf Angst (Militär -> Gehorsam; u.a. hat auch das Bild der Hölle wohl so manchen Fürsten des Mittelalters dafür sorgen lassen, dass er mit seinen Leibeigenen sorgsam umging) als auch mit viel Freude. Wer mit Freude an etwas arbeitet, der merkt gar nicht, wie die Zeit vergeht.

      Und ja, in der Schule wird leider viel zu wenig Raum für dieses freudvolle Arbeiten gegeben. Und wenn es mal dazu kommt, schneidet die Schulglocke häufig genug den Fluss ab.

      Dass es ein langer Prozess ist, ein Programm, das in der Kindheit antrainiert wurde, als Erwachsener zu ändern, habe ich so manches Mal erkennen müssen. Jedes Mal weider in die gleiche dumme Falle rein. Da bleibt nur, sich dem bewusstzusein und immer wieder dranzubleiben …

      • September 23, 2012 um 6:55 pm

        Dass es ein langer Prozess ist, ein Programm, das in der Kindheit antrainiert wurde, als Erwachsener zu ändern, habe ich so manches Mal erkennen müssen. Jedes Mal weider in die gleiche dumme Falle rein. Da bleibt nur, sich dem bewusstzusein und immer wieder dranzubleiben…

        Wie Osho sagte: Sei‘ Dein eigener Beobachter und prüfe ständig Deine Handlungen. Frage Dich: Wer handelt jetzt: meine Mutter, mein Vater, meine Geschwister, mein Lehrer, mein Chef? Wann handele ICH?

  6. September 23, 2012 um 7:11 pm

    Hier ist einer meiner Handlungsfehler, die ich aber immer besser hinbekomme:
    null

  7. Juli 29, 2016 um 2:41 pm
  8. Juli 30, 2016 um 6:19 pm

    Das ist ähnlich wie mit der Matrix von Jesus, die den Gläubigen von der Kirche eingepflanzt wurde, um ihre Macht zu erhalten. Ich, Jesus, werde eher von Atheisten erkannt, als von denen, die auf meine Rückkehr warten. Dostojewski hat diese Problematik ja auch in seiner Novelle „Der Großinquisitor“ angesprochen.

  9. August 1, 2016 um 7:13 pm

    Hat dies auf 1magyaremberblog rebloggt und kommentierte:

    Danke für diesen umwerfenden Artikel,welcher mir half mehr zu verstehen wie und warum unsere Geister so ticken,wie sie es tun…

  10. Gerd Zimmermann
    August 2, 2016 um 6:36 am

    2012
    waren wir schon klüger als ein Truthahn

    nun haben wir schon das interpretierte Jahr 2016

    flache oder Kugelerde?

    Immerhin.
    Wir entwickeln uns immer weiter.

    War unser Gehirn bisher mit einer Kugelerde zufrieden,
    sollte es zur Abwechslung mal eine flache Erde sein.
    Als Eisenring aussen rum und so und so aussenrum ein Ring
    aus Stahl, damit nicht jeder gleich den Stahlring erkennt.
    die Kerkerfesseln, haben wir diesen Eisenring weiss angemalt,
    als Eis(en)Ring getarnt.

    Du, kleines Menschlein,kanst Eis nicht von Eisen unterscheiden.
    Rechnest mit c2, ohne zu wissen was Licht ist.

    Da Du Licht nicht kennst, sagst Du Licht ist doppellt so schnell wie Licht
    und dann sagst Du, Mensch, Licht ist dual.

    Welcher Prof. hat Dir in dein Gehirn gekackt, feucht, sonst ging es ja nicht so
    schnell runter.

    Der Prof. behauptet, Licht ist doppelt so schnell wie Licht, weil es dual ist.

    Du armes kleines Würstchen verneigst deinen Truthahn vor dem Prof.
    und hoffst Du wirst mal doppelt so schlau wie doppelt schnelles Licht.

    Weil, wenn Du doppelt so schnell wie Licht bist.
    diese Rechnung ist einfach,

    durchquerst Du das Universum zweimal
    während Licht einmal braucht.

    Dr. Martin glaubt nicht an Einstein, also Zweistein
    oder c2

    und wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein
    Lichtlein her.

    Da aber Licht doppellt schnell ist, also c2, ist es immer schon da.

    Martin, man muss viel studieren um wenig zu wissen.

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