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Warum handeln wir so unzuträglich? 15 Denkanstöße zur Solidarität …

Ich treffe immer mehr Menschen, die auch feststellen: irgendwas läuft mächtig schief. So fangen sie an, mehr und mehr Fragen zu stellen:

1. Warum erachten wir weiterhin ein System für erstrebenswert und notwendig, welches ausschließlich zur Verschwendung, Vernichtung, Ausbeutung, Kriminalität, Krieg und soziale Ungerechtigkeit sorgt?

2. Warum dienen wir der Wirtschaft und dem Geld, aber nicht umgekehrt?

3. Warum begründen wir den Egoismus als menschliche Natur, obwohl kein Mensch mit Hass, Gier, oder Neid geboren wurde?

4. Warum denken wir, dass Arbeit produktiv ist, obwohl zwei Drittel unseres Einkommens ausschließlich zur Bezahlung von Schulden, Zinsen, Abgaben, Steuern, Versicherungen und Sonstigem aufgewendet werden müssen, welche uns niemals direkt zu Gute kommen?

5. Warum denken wir, dass die Erschaffung von künstlichen Bedürfnissen, die angebliche Wahlfreiheit darstellt und nicht die Suggestion der persönlichen Minderwertigkeit, nur weil wir diesen Bedarf nicht besitzen?

6. Warum denken wir, Freiheit und Unabhängigkeit zu besitzen, obwohl täglich neue Gesetze geschaffen werden, um unsere Leben bis ins Detail zu regulieren und zu begrenzen?

7. Warum denken wir, Meinungsfreiheit zu besitzen, aber mehrheitlich Angst haben, wenn wir sagen, was wir denken, unsere Existenzgrundlage (u.a. Arbeit) zu verlieren, oder andere Schwierigkeiten zu bekommen und totalitär überwacht werden?

8. Warum hat man als Bürger des eigenen Staates, kein Anrecht auf Leben in Würde, nur weil man nicht die Möglichkeit hatte, mehr Eigentum und Kapital zu erwerben als andere?

9. Warum sehen wir die unkontrollierte Vergiftung unserer Nahrung als selbstverständlich, obwohl Körperverletzung ein strafrechtliches Delikt ist?

10. Warum forschen wir zur Vermehrung des Profits und Verschwendung, aber nicht zur Vermehrung der Menschlichkeit und Beendigung des gegenseitigen globalen Tötens?

11. Warum denken wir, dass die unterschiedlichen sozialen Umstände und Klassifizierungen in unserem Land notwendig und normal sind, obgleich wir die Armen und Bedürftigen anderer Staaten bemitleiden und spenden?

12. Warum begeben wir uns weiterhin bewusst in die Abhängigkeit, obwohl seit Langem, ausreichend Technik und Errungenschaften vorhanden sind, autonom und unabhängig leben zu können?

13. Warum denken wir, dass ausschließlich Wachstum, der nur auf Kosten Anderer entstehen kann, notwendig ist, um uns ein gesichertes Leben zu gewährleisten, obwohl wir wissen, dass das Teilen, was wir ja bereits in der Familie tun, uns mehr Wohlstand bringen würde.

14. Warum lassen wir es zu, dass private Banken, Geld aus dem Nichts erzeugen dürfen, obwohl die Gelschöpfung in die Hand des Staates gehört und keiner Lobby, die den Staat kontrolliert?

15. Was werden unsere Kinder sagen, wenn wir ihnen eine kriegerische, zerstörte, verschmutzte und egoistische Welt hinterlassen, obwohl wir eigentlich die Intelligenz, den Verstand, das Wissen und die Technik besitzen würden, es zu ändern?

(Quelle: Post von Thomas Schichtar auf Facebook)

Ist es wirklich notwendig, dass wir so weiter machen?

Es ist an Zeit, nicht mehr darauf zu warten, dass unsere vermeintlich für das Wohl des Volkes Regierenden zu warten sondern selbst anders zu handeln. Und es sind schon viele, siehe diese Kulturell-Kreatieven. Sie gehen den Weg:

Kategorien:Ökonomie, Ethik, Politik Schlagwörter: , ,
  1. onlyme2012
    September 20, 2012 um 11:34 am

    Hallo Martin,

    interessante Fragen, sicherlich. Vielleicht hängt das alles mit der Manipulierbarkeit von uns Menschen zusammen.
    Denn es ist doch so, dass wenige bestimmen, wie und was passiert. Und unter diesen „Entscheidern“ sind wenige, die wirklich und im wahrsten Sinne uneigennützig handeln.

    Schau Dir mal bei facebook die Gruppe „Was ist los in diesem Land“ an.
    Da kommen welche daher, völlig unverfänglich, behaupten sie bemühen sich um Lösungen, dabei ist es faschistische Hetze vom Feinsten, die da vorherrscht.
    Und die erhalten einen Zuspruch,das glaubst Du nicht. Absolut erschreckend.
    Der Mensch ist verführbar und biedert sich der Macht an. Wie man das psychisch erklären kann, das weiß ich nicht.
    Dazu müsste ich mich ein wenig mehr informieren. Werde das im Hinterkopf behalten und ggf. ein wenig recherchieren.

    Lieben Gruß
    Silke

  2. September 20, 2012 um 12:17 pm

    Wir sind einsichtig – aber was kommt wenn wir uns von diesem fictiven Etwas abwenden.
    Haben wir das gefunden – ist der notwendige Schritt schnell getan.
    Also sollten wir unsere Gedanken darauf wenden – wie wir leben wollen und was unserer Natur entspricht.
    Es ist das einfache, was so schwer zu machen ist.

  3. yt
    September 20, 2012 um 2:42 pm

    Super.

    Ich finde die Fragen Super.
    Einfach verständlich. Nicht einseitig gefärbt. Auf den ersten Blick Werte-Neutral. Klasse.

    Fehlt noch:
    Wieso nutzen wir Facebook, iPhones, Skype und Windows wenn wir doch wissen dass wir damit total Überwacht werden können? (und auch werden)

    Ich glaube die Antwort auf alle Fragen lautet: »Weil es bequem ist. «

    Gegen den Strom, das kostet Kraft.

    Alternativen für Interessierte:
    Diaspora, Openmoko, Jabba und Ubuntu

    Mit noncon Grüßen,
    yt

    • September 20, 2012 um 2:54 pm

      Oh, die Antwort ist doch einfach:

      Wir fordern den transparenten Staat, also müssen wir so leben, wie wir das von der Gesellschaft wünschen.

      Zum andern ist es doch gut, wenn jene Menschen, die noch keine Psychopathen sind, diese aber in ihrem Tun noch „unbewusst“ tun, davon erfahren, was sie damit verursachen. Vielleicht erkennen dann auch sie, dass anders besser ist.

      LG Martin

  4. federleichtes
    September 20, 2012 um 4:30 pm

    „15. Was werden unsere Kinder sagen, wenn wir ihnen eine kriegerische, zerstörte, verschmutzte und egoistische Welt hinterlassen, obwohl wir eigentlich die Intelligenz, den Verstand, das Wissen und die Technik besitzen würden, es zu ändern?“

    Ist es nicht so, dass wir Intelligenz, Verstand (was immer das ist*)), Wissen und Technik benutzen, um (immer noch) eine kriegerische, zerstörte, schmutzte und egoistische Welt zu befördern?
    Von Allem zu viel, nur das Fühlen-Können liegt auf dem steinigen Acker der Emotionen begraben.

    * Sollte wohl etwas mit Verstehen zu tun haben; und erst wer im Sinne von Bewusstsein versteht, kann Intelligenz und Wissen zuträglich für sich und die Gemeinschaft verwenden.

    @ yt
    „Gegen den Strom, das kostet Kraft.“
    Sehe ich auch so. Aber schwimmen nicht die gegen den Strom, die widernatürlich handeln, sich demütigen und ausbeuten, vor fremde Karren spannen lassen – und entsprechend natürlich verschiedenste Krankheiten zu den Ärzten tragen?
    Ich klinkte mich aus dem System aus, um MIT dem Strom schwimmen zu können: Das halte ich für natürlich: Intelligenz, Wissen und Gefühl für seine Gesundheit zu verwenden. Dann braucht man seine Kraft nicht vergeuden, zweckentfremden oder gar gedeckelt halten, sondern kann (u. U.) sogar auf eine Krankenversicherung verzichten.
    Wer mit dem Strom schwimmt, und fühlt, er schwimmt dagegen?

    Ja, Martin, einer Kontrolle kann man sich nur – klingt paradox – durch Offenheit entziehen Das Paradoxe löst sich auf, wenn man die HAUPT-Absicht von Kontrolle versteht: Angst zu schüren.
    Aber, es gibt ja immer mehr Menschen, die ihre Tarnkappe ablegen und dem Terror in die Augen blicken. Meine Erfahrung: Geht man einen Schritt auf die Bedrohung zu, weicht sie zwei Schritte zurück.

    Wolfgang

    • September 21, 2012 um 1:41 pm

      „Geht man einen Schritt auf die Bedrohung zu, weicht sie zwei Schritte zurück.“

      Ergänzung: „Dare Change“

      Lieben Gruß

      Manfred

  5. yt
    September 20, 2012 um 4:44 pm

    @federleicht

    Ich verstehe was du meinst, ich werde mal versuchen das zu verinnerlichen.

    Mit herzlichen Grüßen,
    yt

  6. federleichtes
    September 21, 2012 um 1:06 pm

    @ yt
    Mag es mit einer entdeckten „Schwäche“ sein wie mit einer Ent-Täuschung: Man kann darunter leiden oder Kraft daraus ziehen.

    14. Warum lassen wir es zu, dass private Banken, Geld aus dem Nichts erzeugen dürfen, obwohl die Geldschöpfung in die Hand des Staates gehört und keiner Lobby, die den Staat kontrolliert?

    Dieser Denkanstoß schafft eher Verwirrung:
    Geld, Banken und Geldschöpfung einerseits –
    Staat, Lobby und Kontrolle andererseits.
    Hinweise also
    – auf die unkontrollierte Geldwirtschaft, und
    – auf ein zweckentfremdetes Staatswesen.

    Ich meine, wir sprachen hier bereits ausgiebig – aber wohl nicht ergiebig – über die Mächte, die sich Menschen unterwerfen. Sie folgen widernatürlichen Ideen A, und handeln widernatürlich B.

    Am Anfang einer Schicksals-Spirale steht ein persönliches Unvermögen. Aber am Anfang aller Schicksals-Spiralen steht die (vom Wesen her völlig irrationale) Vorstellung von Eigentum.
    Insofern erscheint mir logisch:
    Jeder Schritt, der von der – sehr mächtigen – Idee des Eigentums wegführt, MUSS damit einen Schritt hin zur persönlichen Freiheit führen.

    Wenn das der Denkanstoss sein sollte, bitte sehr.

    Wolfgang

  7. Armin Köhler
    September 22, 2012 um 12:18 am

    Ich würde alle Fragen zu einer zusammen fassen:

    Warum Gewalt?

    …und auch gleich die Antwort geben:

    Um sie zu überwinden.

    Wer tiefes Mitgefühl leben will, muss vorher verletzt haben, muss am eigenen Leib kennen und erfahren, wie es sich anfühlt, wie es ist. Aus Erkenntnis und Einsicht wandelt sich das Ego, nicht durch Druck, Schuld oder „Besser-Machen-Wollen“.

    Ich sage: Alles was geschieht, ist richtig und muss so geschehen. Eine Treppe kann nur Schritt für Schritt erklommen werden…

  8. September 24, 2012 um 11:42 am

    Zur Idee des Eigentums mal ein Sprichwort der australischen Aboriginees: „Wenn Jemand glaubt, ein Stück Land gehöre ihm, ist das genauso lächerlich, wie wenn ein Floh glaubt, der Hund auf dem er sitzt, sei sein Eigentum.“

    • federleichtes
      September 24, 2012 um 1:15 pm

      Wir kennen und aktueptieren den begriff „Eigentumsdelikt“.

      Aber Eigentum an sich ist DAS Delikt.

      Warum Gewalt?
      Um das Eigentum überwinden zu können?

      Warum Herrschaft (über Eigentum)?
      Um die Welt wieder auf die Füsse stellen zu können?
      Um die Realität hinter den Wirklichkeiten zu entdecken?

      Wenn zu Bewusstsein wird, dass es TATSÄCHLICH kein Eigentum gibt, sondern nur als fixe, akzeptierte Idee existiert(e), …

      Wolfgang

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