Startseite > Ethik, Gesellschaft, Politik > Und ein weiteres meiner Weltbilder wurde demontiert: Hinter dem Lächeln des Dalai Lama …

Und ein weiteres meiner Weltbilder wurde demontiert: Hinter dem Lächeln des Dalai Lama …

Unsere Medien präsentieren den Dalai Lama als den Inbegriff des Ethisch-Moralischen. Schließlich bekam er auch den Friedensnobelprei. Ich selbst habe auch gerne den einen oder anderen seiner Sprüche hier oder anderswo wiedergegeben. Und wie so Vieles, was uns von den Herrschenden als Herzeigbares präsentiert wird, gibt es auch hier ungeahnte Schattenseiten. Grund für mich, das Bild des Dalai Lama wieder von meinem Blog abzuhängen.

Den folgenden kritischen Vortrag über den Buddhismus und die Person des 14. Dalai Lama Tendzin Gyatsho hielt Colin Goldner anlässlich dessen Besuch in Österreich. Der Psychologe und Sozialpädagoge referiert über die Hintergründe des tibetischen Buddhismus und die vermeintliche Menschenfreundlichkeit des Dalai Lama. Der Vortrag spannt einen Bogen von dem repressiven feudalistischen Mönchsregime, welches vor dem Einmarsch der Chinesen Tibet regiert hatte, über den Aufstieg des Dalai Lama als „Kämpfer für die Menschenrechte“, bis zu seinen Verbindungen zu faschistischen Sektenführern und der politisch Rechten in Österreich.

.

Ergänzung vom 10.09.2012:

Bitte auch noch die nachfolgenden Kommentare beachten. Ich habe weiter recherchiert. Herr Goldner steht mit seinen Erkenntnissen nicht allein.

Und noch: Hier sollen die Menschenrechtsverletzungen der Chinesen in Tibet nicht mit schön geredet werden …

  1. September 8, 2012 um 10:17 pm

    Na, dann lege ich noch einen nach:

    http://stevenblack.wordpress.com/2012/08/24/nahe-bei-gott/

    Warum und wofür gibt es all diese Idole und Weltbilder, die plötzlich im Internetzeitalter überall zu zerplatzen drohen ? Steckt da wieder eine andere Dunkle Macht hinter, als jene, für die unsere Idole und Vorbilder arbeiten, während sie in die Kamera lächeln und den Armen helfen ? Alles Lug und Trug ? Oder Ausdruck einer Paranoia ? Der Boden, auf dem Verschwörungen gedeihen, wie vermeintliches Unkraut nach einem Regenguss ?

    Man könnte meinen, die Welt wird verrückter, die Verstrickungen komplizierter. Hat das ALLES einen Sinn ?

    Gruß Guido

    • yt
      September 11, 2012 um 9:33 am

      Mit großem Interesse habe ich deinen Link verfolgt. Vielen Dank. Mir sind daraufhin folgende Gedanken durch den Kopf gegangen, als ich deine Frage nach dem Sinn las.

      Meine Meinung: Ja, Glauben und auch der Irrglauben, hat meiner Meinung einen Sinn, dazu muss man jedoch etwas weiter ausholen.

      Warst du noch nie von etwas überzeugt und wolltest Menschen „bekehren“?
      Hast du nie das Gefühl gehabt, wirklich richtig zu liegen? Eine Meinung zu haben die dir schlüssig und logisch erscheint?

      Was aber wenn deine Logik auf falschen Fakten basiert?
      Was wenn die Theorie, in der Summe über allem, sich später als verkehrt herausstellt, weil du erst in der Zukunft die Möglichkeit haben wirst, deine Fehler zu erkennen?
      (Vor Erfindung des Mikroskops gab es da einige Irre Theorien 😉

      Mutter Theresa, es geht mir nicht um diese Person, sie ist in deinem Fall ein Beispiel für starken Glauben. Für einen unerschütterlichen Glauben. Ich halte den Text und die Beispiele, zB Kodak, für ebenso glaubwürdig. Es passt auch in mein pers. Weltbild, dass jemand das Fernsehen benutzte um diesen Popstar zu entwickeln.

      So waren die Zeiten damals. Hätten wir 50 Jahre zuvor gelebt, wir wären kaum einen Deut schlauer gewesen. Das halte ich für sehr wahrscheinlich.

      Heute nutzen wir das Internet. Ich kenne dich nicht. Ich kenne deine Motivation nicht.
      Ich muss glauben, dass du aus ethisch einwandfreien Motiven heraus dein Posting verfasst und mich nicht täuschen willst.

      Ich bin gutgläubig. Vertrauensselig.
      Ich bin jedoch nicht so naiv außer Acht zu lassen, dass es auch Desinformationen oder Irrglauben gibt, der im Netz verbreitet wird. Auch absichtlich verbreitete falsch Informationen.

      Ob nun das Fernsehen in den 60ern, der CIA, Mutter Theresa oder ein Blog mit fremdenfeindlichen Inhalten das aus einer Anonymität heraus dummdreiste Lügen verbreiten, jede Zeit birgt ihre Gefahren. Jede Technik ihre Fallstricke. So damals auch die Bibel. Die „Socialpedia“ der Antike.

      Tatsache ist, Idole werden von Fans gemacht. Du musst erst jemanden auf das Podest heben, bevor er stürzen kann.

      Ein besseres Modell ist die Gleichberechtigung. Die Erkenntnis, das alle nur mit Wasser kochen. Auch die Filmstars, Weltenretter, Helden der Arbeit, Superreichen, Intelligenzbestien und Ehrenamtlichen.

      Respekt bedeutet nicht sich selbst ab zu werten. Es ist eine Anerkennung auf Augenhöhe.

      Ich folgte nun auch dem Link, vermutlich zu deiner Webseite (gold-dna.de) und lese (Ausschnittweise) wie das Universum funktioniert. Eine gewagte These. Aber ein fester Glaube. Ganz ähnlich muss es Mutter Theresa damals ergangen sein. Ihr Weltbild war vermutlich in sich genauso schlüssig, so wie meines, so wie deines.

      Es ist Fakt, sie hat sehr viel Leid auf dieser Welt gesehen. Ich vermute sie erlebte Hautnah mehr Elend und Not als wir beide zusammen. Ich denke, ohne einen festen Glauben, ebenso wie ihn auch der Typ vom CIA gehabt haben muss, ist das Leid auf dieser Welt nur schwer zu ertragen. Je näher du es an dich heran lässt um so stärker wird dieser Glaube sein müssen. Auch wenn es für Außenstehende ein Irrglaube ist.


      Ebenso der Hinweis auf die Sprache der Tibetaner.
      Sinngemäß: Mann = Mensch / Frau = niedere Geburt

      Wer in einem System aufwächst, erachtet dieses System als Normal. Es ist der Bezugsrahmen für alle Entscheidungen.

      Wenn der Bezugsrahmen vorgibt, eine Frau sei dem Mann unterstellt, wird der Mensch innerhalb dieses Systems keine Ungerechtigkeit feststellen können. Es fehlt der objektive Vergleich. Die Idee, dass daran etwas verkehrt sein könnte, muss erst einmal absurd klingen, wenn man doch schon seit Menschengedenken so handelt und alle anderen auch.

      Wäre ich ein Außerirdischer, was würde ich uns, in unserer westlichen Zivilisation, alles vorwerfen ?

      Könnte ich allen Menschen vergeben?

      Eine Interpretation des neuen Testaments ist, Gott wäre so großartig – jedem Menschen vergeben zu können der ihn anerkennt, weil er jeden einzelnen kennt und den Bezugsrahmen eines jeden Einzelnen. Quasi Respekt auf Augenhöhe am Ende des Lebens.

      Aus meiner, ebenso fehlbaren, Sicht war Mutter Theresa verblendet, weil sie nicht alle Informationen hatte. Wer nach der Bibel lebt, aber das neue Testament ablehnt, wäre IMHO in etwa so desinformiert, als hätte man nach der Bildzeitung vom 24. Juni 1952 das Lesen aufgegeben und diese einmalige Information als endgültige Wahrheit akzeptiert.

      Da sollten wir, der wir das Internet zu nutzen gelernt haben, nicht spöttisch mit dem Finger auf vergangene Generationen zeigen, sondern uns freuen das wir ein mächtiges Werkzeug nutzen können. Das Internet.

      Schwieriges Thema, so früh am Morgen.
      Ich hoffe ich konnte meine Gedanken halbwegs sortiert wiedergeben.

      Mit glaubwürdigen Grüßen,
      yt

      • September 11, 2012 um 10:05 am

        Danke, yt, für Deine sehr gute Interpretation darüber, wie wir subjektiv unsere Welt konstruieren und sie so als real glauben.

        Ja, ich gehe davon aus, dass der überweigendde Teil der Sklaven der damaligen als auch heutigen Welt aufgrund von Informationsdefiziten sich nicht bewusst waren, wie eine Welt anders hätte sein können. Also ist es für sie normal und sie arrangier(t)en sich damit und werden auch im Kleinen ihr Glück gehabt haben.

        Wir sind ja heute zu 99% auch blind, was die Zinsknechtschaft angeht, und sollten es anders haben wollen. In Hundert Jahren werden die Menschen dann vermutlich auf uns zurück und nicht verstehen können, warum wir Jahrzehnte in der Breite nicht erkennen konnten, wie der Mechanismus der Umverteilung von unten nach oben funktioniert und so eine wenig brüderliche Ökonomie betrieben wurde.

        Ja, wir sollten mit jeder Information skeptisch umgehen und sie selbst analysieren und bewerten. Das genau ist, was Wilhelm von Humboldt als den mündigen Bürger sah.

        Was sich im Internet aufbaut, sind plattformen, die eine Reputation erreichen, die ein entsprechendes Vertrauen geben sollten. Ich sage sollten, denn wir vertrauten bisher unseren gedachten BWL-Experten. Aber so wie es aussieht, sind diese alle im System gefangen und spielen das Spiel „blind“ mit …

        Liebe Grüße
        Martin

      • September 20, 2012 um 2:27 am

        Vielen lieben Dank für Deine ausführlichen Zeilen, die ich erst jetzt fand und sehr interessiert gelesen habe.
        Meine Frage nach dem Sinn war rein rhetorisch … die Antwort bot sich mir bereits.
        Was Du beschreibst geht in genau diese Richtung.

        Gruß Guido

  2. federleichtes
    September 9, 2012 um 1:07 pm

    Ja, Leben betreibt Offenbarung und ERLAUBT den Blick hinter die „Kulissen“. Es erlaubt dem Menschen auch, durch das Gewirr seiner eigenen Masken auf seinen EIGENEN Kern, sein Wesen zu schauen. Nicht ausgeschlossen, dass, wer bei seinen Recherchen dort endet, ganz weit vorne ist.

    Das Bild, was ich für „Unsere Welt, andere Welt“, schickte, ist die Spiegelung einer Brücke im Rhein-Herne-Kanal.
    Es erinnerte mich an den Maler Friedensreich Hundertwasser. Als Schüler besuchten wir seine Ausstellung in der Hamburger Griffelkunst, heute konnte ich das Leben dieses Malers UND Menschen recherchieren. Wau! eine Enttarnung der besonderen Güte. So kann`s eben auch gehen mit der Offenbarung; das Wunderbare offenbart sich – natürlich – auch. Warum? Man sagt, die Realität der Welt sei psychisch unterträglich. Das stimmt nur, wenn man seine Wahrnehmungen nicht im Gleichgewicht hält. Sind sie im Gleichgewicht, kann man die „Übel“ UN-emotional betrachten.

    Wolfgng
    wünscht allen einen befreiten Tag.

  3. Peter Hoppe
    September 9, 2012 um 2:04 pm

    Sehr schön! Endlich einmal ein Artikel, der den Dalai Lama von seinem unverdienten Sockel herunterholt!

    Mir sind diese traurigen Fakten schon länger bekannt, da ich mit einer Chinesin verheiratet bin, häufig durch China bummele, und mich auch mit dem Tibet-Problem etwas näher beschäftigt habe. Wer heute lauthals propagiert, daß die tibetische Kultur erhalten werden müsse, der übersieht dabei, daß dies den Rückschritt zu einem erbärmlichen Feudalsystem bedeuten würde, in dem eine kleine, adelige Priesterkaste 95 Prozent der Bevölkerung unterdrückt.

    Den Tibetern geht es faktisch heute so gut wie nie zuvor: die Lebenserwartung hat sich mehr als verdoppelt, das Analphabetentum wurde erfolgreich bekämpft, und wie alle ethnischen Minderheiten Chinas geniessen sie sogar Privilegien gegenüber der Han-Bevölkerung – so z.B. vereinfachten Zugang zu Hochschulen, Befreiung von der Ein-Kind-Politik und noch vieles mehr.

    Mao Zhe Dong war bestimmt alles andere als ein Heiliger – aber die Tibeter müssten ihm für die Befreiung von dem Feudalsystem eigentlich ein Denkmal setzen.

  4. September 9, 2012 um 7:51 pm

    Mit harter Hand geht China gegen protestierende Tibeter vor. Drahtzieher der Proteste sei der Dalai Lama, behauptet China. Journalisten dürfen sich im Moment kein eigenes Bild der Lage vor Ort machen. Unbestritten ist, dass die chinesische Diktatur die Menschenrechte mit Füßen tritt.

    Aber wofür steht der Dalai Lama? Der Lamaismus hat eine durchaus zweifelhafte Tradition, wie eine Beschäftigung mit der Geschichte ergibt: gnadenloser Feudalismus, unmenschliche Strafen. Tibet unter dem Dalai Lama war ein Armenhaus.

    Schon 1997 berichtete Panorama darüber — auch aus heutiger Sicht ist der Bericht noch interessant:

  5. September 9, 2012 um 7:55 pm

    Den Tibetern geht es heute wirtschaftliche besser, aber sie vermissen ihren Dalai Lama.

    Der Journalist und Publizist Peter Scholl-Latour über den Konflikt zwischen Tibet und China und den Dalai Lama:

  6. September 9, 2012 um 10:44 pm

    Alexandra David-Néel: „Über die Persönlichkeit des Dalai Lama ist viel geschrieben worden, in Wirklichkeit haben die Abendländer jedoch keine Vorstellung davon, was er eigentlich nach der orthodoxen Lehre des tibetischen Buddhismus ist. Unter den ausländischen Schriftstellern ist es üblich, dem Dalai Lama Titel wie »Lebendiger Gott«, »Reinkarnation Buddhas«, »Geistiger Führer aller Buddhisten« usw. zuzuschreiben. Ein Dalai Lama ist nichts von alledem. Er ist kein inkarnierter Gott, und Buddha, der in das Nirwana eingegangen ist, wird nicht wiedergeboren. Es gibt unter den Buddhisten niemanden, der einen dem Papst der katholischen Kirche vergleichbaren Platz einnähme. (…) Ein Buddhist in Ceylon hat kein Gefühl der Verehrung für den Dalai Lama. Er glaubt eher, daß dieser eine Art degenerierten Buddhismus verkünde, die mit der ursprünglichen Lehre des historischen Buddha, Siddharta Gautama, wenig gemein hat.“

    zitiert aus „Unsterblichkeit und Wiedergeburt. Lehren und Bräuche in China, Tibet und Indien“ von Alexandra David-Néel, München 2000, S. 111f. (Quelle)

  7. September 9, 2012 um 10:50 pm

    Die Stellung der Frau im Tibet des Dalai Lama

    Entgegen romantischer (West-)Verklärung des „alten Tibet“ als Hort prinzipieller Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau herrschte in der streng patriarchalen Kultur der Lamas eine eklatante Benachteilung der Frau. Die Behauptung des Dalai Lama, es habe “in der tibetischen Gesellschaft keine besonderen Unterschiede im Status oder in der Position zwischen Frauen und Männern“ gegeben, man habe nicht einmal gewußt, “daß es diese Art von Diskriminierung gibt, bis wir sie später in Indien und China sahen“, ist schlichtweg gelogen: Er weiß selbst am besten um die abgrundtief frauenfeindliche Haltung des Vajrayana-Buddhismus, von der die tibetische Gesellschaft seit jeher durchzogen ist und die er selbst nach Kräften mit fortschreibt: Es ist mithin seiner Halsstarrigkeit und Ignoranz zuzuschreiben, daß innerhalb der von ihm vertretenenen Sekte der Gelbmützen Nonnen (immer noch) keine volle Ordination erhalten können und auch ansonsten ihren männlichen Kollegen in sämtlichen Belangen untergeordnet sind. Selbst die ansonsten gänzlich unkritische Autorin Indra Majupuria weist in ihrem Buch Tibetan Women auf historische Belege hin dafür, daß im „alten Tibet“ eine Frau bei Ehebruch völlig legal von ihrem Ehemann getötet werden konnte.

    Allein die tibetische Sprache gibt hinreichenden Aufschluß über die unterschiedliche Bewertung von Männern und Frauen: Bedeutet das Wort für „Mann“ (tibetisch: Mi) zugleich auch „Mensch“ oder „Person“, enthalten die zahlreichen Begriffe und Synonyme für „Frau“ meist Implikationen über deren nachrangigen sozialen Status und/oder setzen sie zu Männern in Beziehung. Das im Alltag mithin am häufigsten verwendete Wort für „Frau“ bedeutet „mindere Geburt“ (tibetisch: Kyemen), andere Begriffe bedeuten „die ohne Samen“ (tibetisch: Tobmema) oder „die mit Beschränkungen Behaftete“ (tibetisch: Tsandenma).
    Der Dalai Lama konzidiert neuerdings, das feudale Tibet sei „sicherlich nicht vollkommen“ gewesen. Damit hat sich’s aber auch schon an Selbstkritik. Die elenden Lebensbedingungen der Masse des Volkes unter dem Joch des Gelbmützen-Regimes blendet er komplett aus. „Noch immer“, wie das Politmagazin Panorama (11/1997) feststellte, “beschönigt er diese Zustände und nährt damit die romantische Verklärung des alten Tibet“.

  8. September 10, 2012 um 1:46 am

    Ob man nun an diese Religion glaubt oder nicht ist eine Sache. Dass der Dalai Lama keine Berührungsängste den Rechten gegenüber hat eine andere. Aber was die Vergangenheit Tibets betrifft, ist es in anderen Ländern auch nicht viel anders zugegangen. Die Vergangenheit ist wohl das letzte Argument das man vorbringen kann. Armut gab es überall, Feudalismus auch, Frauenfeindlichkeit ebenso. Auch die Vermischung von Religion und Politik. Da braucht keiner dem anderen etwas vorwerfen. Das halte ich für total verlogen. Die Vergangenheit zählt nicht, es zählt immer nur die Gegenwart. China ist auch nicht gerade ein Vorbild für Menschen die nach Gerechtigkeit schreien. Es gibt keine Menschenrechte, es gibt genug Korruption und man kann durchaus von Staatskapitalismus und Ausbeutung sprechen. Die Umwelt wird verschmutzt, was auf Kosten der Bevölkerung geht und was es an neuem Reichtum gibt ist auch nur für eine gewisse Kaste.

    • September 10, 2012 um 7:19 am

      Dass in China die Menschen ausgebeutet werden und so Menscherechte verletzt werden, stand ja nicht zur Frage. Die Frage war allein, ob die Menschen in Tibet nicht wieder vom Regen in die Traufe kommen, wenn die Macht wieder an die 5% gehen, die die Menschen zuvor noch viel schlimmer ausgebeutet haben, als es die Chinesen heute tun.
      Was die Korruption angeht, so sieht das bei uns auch nciht viel besser aus. Warum wohl gibt es noch immer kein Anti-Korruptionsgesetz in Deutschland?
      Und auch die Ausbeutung läuft hier sehr gut. Die Gewalt ist hier nur eine „unsichtbar“ strukturelle. Sie geht über die Zinsknechtschaft mit Geld, das von Privaten ohen den Zinsanteil geschöpft wird. Alle Menschen, die keine 500.000 € auf dem Konto haben, sind die Bediener von Zins. Selbst wenn sie keine eigenen Schulden haben, so zahlen sie im Schnitt 30% Zins bei jedem Kauf. Zudem geht inzwischen jeder 5. Euro Steuergeld an die Banken. Wenn das keine leistungslose Ausbeutung der Reichen durch die Armen ist?

    • Peter Hoppe
      September 10, 2012 um 9:30 am

      Entschuldigung – aber waren Sie schon mal in China? Haben Sie dort mit den Menschen gesprochen, sich angeschaut, wie es dort wirklich zugeht?

      Ich schon, und das regelmässig, und ich darf Ihnen versichern, daß es in China sehr viel weniger Unterdrückung gibt als Sie sich vorstellen können! Ich habe in Sichuan mit eigenen Augen tibetische Mönche gesehen, die offen das Bild des Dalai Lama um den Hals trugen – niemand hat sie behelligt! Hierzulande wandern Sie wegen bestimmter unliebsamer Meinungsäußerungen auch ins Gefängnis – demzufolge müssten wir hier also in einer Diktatur leben. In China sind sogar Polizisten fast immer unbewaffnet, was Sie hier sicher nie erleben werden. So weit kann es also mit der Unterdrückung im Land des Lächelns nicht her sein!

      • September 10, 2012 um 9:56 am

        Vielen Dank für diesen Hinweis. Und ja, es ist immer besser solche Nachrichten aus erster Hand zu erhalten, als über unsere Medien.

        Ich hatte gerade noch auf Facebook gepostet:

        Wo ist der Unterschied in Bezug auf Menschenrechten zwischen China und den USA, wenn: „Dort genügt es, der Verbindung zu Terrororganisationen verdächtigt zu werden, um ohne Beweise, ohne Anklage und ohne Recht auf einen Anwalt auf unbegrenz
        te Zeit hinter Kerkermauern zu verschwinden. Und auch gegen die Anwendung von Folter gibt es keinerlei Schutz, sobald auch nur der Verdacht – oder die vielleicht völlig unberechtigte Bezichtigung – terroristischer Aktivitäten auftaucht.“ gefunden in 9/11: <a href="http://www.theintelligence.de/index.php/politik/international-int/4851-911-neue-forderungen-nach-wiederaufnahme-der-ermittlungen.html

        “ target=“_blank“>Neue Forderungen nach Wiederaufnahme der Ermittlungen

    • federleichtes
      September 10, 2012 um 1:26 pm

      Eine gute Antwort.
      Gerechtigkeit gibt`s auf dieser Welt nicht, man muss sie selber leben.
      Die Würde des Menchen ist ein künstliches Konstrukt, man muss sie sich selber erschaffen.
      Ein stimiges Weltbild findet man schwerlich in einem Wust von Lügen. man muss sich selber Bilder pragmatischer Natur schaffen, solche, die man leben kann.

      Die Vergangenheit läßt sich nur insofern ändern, als man in der Lage ist, ihre Bedeutung zu relativieren und aus ihr die Vision für eine Zukunft zu extrahieren. Leben impliziert den unbedingten Willen, Existenz zu verbessern/zu optimieren. Leben geht diesen Weg, und wir gehen ihn, wenn wir leben – glücklich, wenn wir wissen, wohin wir gehen.

      Es gibt viel zu tun, in unserer unmittelbaren Nähe: Dem Destruktiven die Unterstützung verweigern und das Konstruktive zu befördern. Dazu gehört Mut, den man nirgendwo anders findet, als in sich selber.

      Wolfgang

  9. September 10, 2012 um 1:54 pm

    Gerhard Wisnewski brachte mir die „Erleuchtung“ mit seinem Buch „2009 das kritische
    Jahrbuch“ da gibts ein Kapitel “ Tibet- Eine gerechte Sache“ da beschreibt Wisnewski
    das MönchFeudalSystem welches die Bevölkerung unterdrückt.
    Er gibt Verbindungen zwischen CIA und den Dalai Lama an. Inzwischen zucke ich
    immer zusammen wenn jemand einen FriedensNobelPreis bekommt.
    Das mit dem Bild fiel mir auch auf, wobei der Spruch schon seinen Sinn hat.
    Der Dalai Lama kann einem Krishnamurti nicht das Wasser reichen.
    Macht macht ungerecht. Wie bei allen Religionen haben sich alle „Pharisäer“ sehr sehr weit
    von ihren Quellen entfernt. Geistigspirituelle Führer und GeldMacht schließen sich aus.
    Buddha ja, aber tibetischer Buddhismus nein.

    Tibet ist eine wichtige SchachFigur

    Aktionsfeld Tibet – Die Rolle der Medien bei den März-Unruhen

    • September 10, 2012 um 8:06 pm

      Ja, der Spruch, dass wir keine äußeren Tempel benötigen, weil wir einen eigenen inneren ahben, gefiel mir auch sehr. Mal schauen, ob ich da noch was Passendes finde.

  10. September 10, 2012 um 7:38 pm

    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. (Albert Einstein)

    Die menschliche Dummheit, Politik (Machtausübung) und Religion (Machterhalt), der sich die Allermeisten noch immer willenlos unterordnen, verhindert seit jeher die einzig denkbare Möglichkeit des zivilisierten Zusammenlebens:

    Persönliche Freiheit und Sozialordnung

    Aber wie schon Gustave Le Bon in „Psychologie der Massen“ beschrieb,…

    Man darf nicht glauben, eine Idee könne durch den Beweis ihrer Richtigkeit selbst bei gebildeten Geistern Wirkungen erzielen. Man wird davon überzeugt, wenn man sieht, wie wenig Einfluß die klarste Beweisführung auf die Mehrzahl der Menschen hat. Der unumstößliche Beweis kann von einem geübten Zuhörer angenommen worden sein, aber das Unbewußte in ihm wird ihn schnell zu seinen ursprünglichen Anschauungen zurückführen. Sehen wir ihn nach einigen Tagen wieder, wird er aufs neue mit genau denselben Worten seine Einwände vorbringen. Er steht tatsächlich unter dem Einfluß früherer Anschauungen, die aus Gefühlen gewachsen sind; und nur sie wirken auf die Motive unserer Worte und Taten.

    …können vom Unterbewusstsein Gesteuerte nicht hören, sondern sie müssen den endgültigen Untergang des zivilisatorischen Mittelalters, in dem wir (noch) existieren, erst einmal fühlen:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/01/2012.html

  11. September 11, 2012 um 10:49 am

    Mich hat per Mail eine interessante Kritik zu meinem Artikel erreicht, den ich gerne hier anonym wiedergeben möchte:

    Natürlich möchte ich dir auch gern Resonanz auf den Dalailamapost vom 08.09.2012 geben, ohne Wertung und – na klar- mit Verlaub sowie auch ohne dass es als Comment angezeigt wird, weil es zwar salopp aber wahr ist, dass niemand, der in Europa großartig progressives wirtschaftlichens Engagement oder Interesse an den Tag legt bzw. anderweitig ausschlaggebenden Leaderstatus innehätte, sich für Budismus oder den Dalai Lama und seine Lehren ensthaft interessieren oder das gar praktizieren würde.

    Also die Frage ist: wieso so ein Video posten in dem wieder andere Ressentiments transportiert werden („Was hast du dir dabei eigentlich gedacht?“ Hast doch mit Buddhismus warscheinlich eigentlich nichts zu schaffen, das es wert wäre, den Staub aufzuwirbeln…)?.

    Denn niemand kann andererseits beweisen, dass die Erde innen etwa nicht hohl ist. Informiere dich bitte bei Gelegenheit mal über die Theorie der wachsenden Erde bzw. Erdexpansion (ca. jedes Jahr plus ca. 11 cm an Umfang) und dann kann sich für dich der Kreis vllt. auch anderweitig schließen.

    Der Vortrag und insbesondere sein angeblich antifaschistoider und noch dazu profeministisch untermauerter Anspruch sind erbärmlich, der Redner benutzt außerdem Stilmittel die, mit Ernsthaftigkeit und Tragweite seiner Einlassungen nicht in Einklang stehen und macht sich dadurch selbst unglaubwürdig. Faschisten oder mit „Böse-rechts-außen“ in Verbindung stehen seien angeblich wie immer die Andersdenkenden, die Ihr eigenes politisches Transformationsprojekt welcher Art auch immer durchziehen oder dies in der Vergangenheit versucht haben (z. B. J. Haider). Natürlich finde ich es auch total erschreckend, wenn zutreffen sollte, dass in Klostern Tibet schonmal Leuten die Haut abgezogen oder sonstwie gefoltert wurde.

    Es geht aber auch nicht darum, wer grausamer agiert oder agiert hat oder ob Vertreter des Dritten Reiches vor Ort für sie selbst wichtige Erkenntnisse oder Fundstücke gemacht hatten, sondern darum wer es möglichst gut schafft, die nächte Generation auf dem Weg in die geistige Freiheit und im besten Fall wirtschftliche Eigenständigkeit anzuleiten – auch ob mieser Lebensumstände oder eines negativen Umfeldes.

    Ein Artikel daüber, wie vorteilhaft Walnüsse essen vor einer Mahlzeit oder z.B. Wasserski und Wakboarding (womit ich selbst vor kurzem nach einer langen depressiven Phase begonnen habe) beispielsweise für die Verdauung oder die Fettverbrennung sowie auf Körper und Geist wirken (können) hätte m.E. mehr positives Potenzial gegenüber der Masse an Sinnsuchenden deines Blogs gehabt als der transportierte Grundtenor des „selbst fernöstlicher Geschichte, Weisheit und Erkenntnis nicht-mehr-vertrauen-könnens-und-nun-warscheinlich-leider-ungewiss-umdenken-müssens“, meinst du nicht auch?

    Nimm es nicht persönlich, ich will dich doch nur ein bischen anstubsen, vielleicht schaffe ich es ja doch noch kurzfristig, dich dazu zu bewegen, auf relativ dringend nötigen, wohlmöglich aussichtsreichen gemeinsamen Geistigen output unserer Beiderseits zu erkennen.

    Ich Danke dem Kritiker, und ja, er hat Recht, ich sollte wieder mehr auf das fokussieren, was uns einen besseren Weg in die Zukunft beschreiten lassen könnte. Also versprochen, ich werde Euch mit solchen Artikeln zukünftig verschonen.

    p.s.: interessant ist aber auch, dass gerade solcher Lesestoff mehr angeklickt wird …

  12. federleichtes
    September 11, 2012 um 2:19 pm

    Dein Thema, lieber Martin, ist mehrseitig.
    Einerseits stellt es das Bild einer Autorität in den Fokus.
    Andererseits weist es auf eine Strategie hin, Menschen zu täuschen und zu manipulieren, im Grunde, sie gegeneinander aufzuhetzen.
    Aber in jedem Deiner Themen steckt ja auch ein Stück „Offenbarung“ des Menschen Martin.

    Wer das kritisiert, offenbart wenig Verständnis für entwicklungstechnisch wichtige Schritte von „reisenden“ Menschen.

    „YT“ schreibt von einem unerschütterlichen Glauben.
    Peter Hoppe fragt: Warst du schon mal in China?

    Wer die Welt verstehen will, befindet sich auf einem Weg, auf dem „Glauben“ unerlässlich ist; sprich: Irrglauben vorprogrammiert ist.
    Auf unserer INNEREN Reise können sich Informationen relativieren. Ein Gefühl, das sagt, DAS kann nicht stimmen; ein erlebtes Verhalten, das destruktiv wirkt; ein gedankliches Konstrukt, das sich stetig irrationaler entwickelt.

    Denkanstösse entwickeln sich zu Seifenblasen, wenn sie nicht auf der Gefühlsebene verankert sind, bzw. dort eine Entsprechend finden, bzw. dort Resonanz finden.

    Glaube sind Gefühle.

    Nun scheint mir die Frage wichtig:
    WAS glauben wir?
    Manch einer steht vor einem Berg Enttäuschungen und sagt: WEM kann man noch glauben.
    Nur wenige fragen, in welchem Rahmen sie selber vertrauenswürdig sind. Und noch sehr viel weniger Menschen befinden sich in einem interkativen Glaubensprozess mit dem Leben (oder der Quelle des Lebens) selbst. Aber ich glaube:
    Will man dem Mysterium der Erscheinungen entkommen, braucht es ein Grund- oder Urvertrauen in das, was Leben WIRKLICH will.
    Das gilt es nicht etwa zu erzeugen, sondern zu entdecken.

    Kurz:
    Wer an seinem Glauben auf der Erscheinungsebene „kratzt“, ist mir herzlich willkommen. Sollte ich die Ergebnisse meiner Lebensreise zusammenfassen:
    Ich glaube an mich selbst – und – konsequenterweise – an die Ursache, die mich erscheinen ließ.

    Wolfgang

  13. September 29, 2012 um 8:56 pm

    Der militärische Dalai Lama:

    • August 23, 2014 um 10:34 am

      also wer die Worte des Dalai Lama hört kann nicht behaupten, er hätte etwas verschwiegen, es gab ein Kampf der Tibeter gegen die Chinesen und der wurde später von der Cia unterstützt, und erst als Richard Nixon Kontakt mit Mao aufnahm besann sich der Dalai Lama und predigte Frieden und forderte Gewaltlosigkeit, was wir ja nicht haben. Und aus den Aussagen des Geheimdienstlers konnte man nicht erkennen, ob er noch von der CIA unterstützt wird.

  14. März 11, 2013 um 4:13 pm

    Der Vollständigkeit wegen:

    Forscher zerstören den Mythos Mutter Teresa
    Gruß Guido

    • maretina
      März 11, 2013 um 8:10 pm

      Es kommt alles ans Licht.

  15. LeonD
    Mai 4, 2014 um 3:09 pm

    Wer sich auch nur 1% mit dieser „Religion“ auskennt, weiß, dass sie an KARMA glauben, an GERECHTIGKEIT, an wie Jesus es ausdrückte:“ was ihr gesät habt werdet ihr ernten“ und ALLEIN schon DESHALB kann das niemals stimmen was über den Dalai Lama oder über den tibetanischen Buddhismus behauptet wird. das ist eine Verleumdung, eine sinnlose Unterstellung, die aus der Luft gegriffen ist, dafür würde ich um ALLES wetten, was ich HABE, sogar ;-)so sicher bin ich mir. Allein schon die Angst des immer wiederkehrenden Karmas und somit die verpasste bzw nicht genutzte Chance aus dem Kreislauf der Wiedergeburten sich zu BEFREIEN würde niemals ein WAHRER BUDDHIST, der das mit Leib und Seele praktiziert jemals sich ERLAUBEN. Allein das schon sollte vielen zu denken geben, die diesen Quatsch ernsthaft glauben schenken.

    Liebe Leute, also mein Appell an euch DENKENNNNNNNN und zwar LOGISCH 😉 dann entlarvt man solche propagandischen Bücher in Lichtgeschwindigkeit.

    • Mai 4, 2014 um 6:11 pm

      Ich habe diesen Kommentar freigeschaltet, habe mir aber erlaubt, ihn bzgl. Beschimpfungen abzudämpfen.

  1. Juli 9, 2014 um 4:43 pm

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