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Bedingungslose Grundversorgung anstelle eines bedingungslosen Grundeinkommens?

Solveigh hatte gerade einen so ausführlichen Kommentar zum Artikel Bedingtes Grundeinkommen gegen bedingte Nutzung gemeinschaftlicher Resourcen zu privaten Zwecken? Ob es Bolivien richtig macht? hinterlassen,der sich lohnt, in einem eigenen Artikel diskutiert zu werden. Sie stellt damit neben das Konzept eine Bedingungslosen Grundeinkommen, das gerade auch in einem Ausschuss des Bundestages diskutiert wird, das Konzept einer kostenfreien Grundversorgung. Aber lest selbst:

<<< Beginn des Textes von Solveigh >>>

Die “Bestimmung” dessen, was die  Grundbedürfnisse, die kostenfrei zu decken wären, sind, ist überhaupt nicht schwierig und es wird niemand benötigt, der das “festlegt” (und dann kontrolliert):

1. Satt zu essen. Dafür kann es in den Märkten Lebensmittel geben, die kostenfrei sind und andere, die einen Preis haben. Brot, Öl, Nudeln, Kartoffeln, in der Region angebaute Gemüse, Obst, etc., eben die Grundnahrungsmittel (die sind ja bereits definiert), stehen kostenlos zur Verfügung, was darüber hinausgeht, zum Beispiel Mango, Fruchtjoghurt, etc. hat einen Preis.

2. Kleidung. Selbes Muster. Ein Strick-Pullover, Strümpfe und Unterwäsche, auch Handtücher und Bettwäsche ist kostenfrei, ein Seidenhemd oder -pullover, ein Abendanzug oder Abendkleid haben Preise, um ein paar Beispiele zu nennen.

Hat sich das erst etabliert, wird auch keiner mehr nehmen, als er wirklich braucht. Warum sollte er? Keiner kann mehr als sich anziehen und keiner kann mehr als sich satt essen, abtrocknen und das Bett beziehen. Er kann sich diese Produkte doch jeder Zeit nehmen. Das Horten entsteht immer nur da, wo Mangel befürchtet, das heißt erzeugt, wird.

Hier ein schönes Beispiel dafür aus Deutschland, dass Menschen eben nicht horten und mehr nehmen als sie brauchen, wenn es in ausreichendem Maße und zuverlässig zur Verfügung steht:

3. Wohnung – grundsätzlich mit allen Nebenkosten frei, solange die qm Wohfläche (nicht eingerechnet Küche, Bad) pro Person nicht überschritten wird. Das müsste freilich festgelegt werden, es könnte die Durchschnittsgröße aller Einraumwohnungen (also von 100 – 30 qm, zum Beispiel) genommen werden, um das Grundbedürfnis pro Person zu bestimmen. Jeder weiteren Person stehen dann weitere 2/3 oder 1/2 dieser Wohnfläche zu (das sind Beispiele und sollte mit allen Menschen lokal im Konsens geklärt und festgelegt werden). Das sind maximale Möglichkeiten, die so ziemlich jedem Bedürfnis nach angenehmen Wohnen gerecht wird.

Was darüber hinaus geht, hat einen Gesamt-Preis (ohne “zweite Miete”), der fest ist und nicht gehandelt werden darf. So kann jeder junge Mensch (bzw. junge Familie) klein anfangen und mit zunehmendem Einkommen besser und bequemer wohnen oder sich entscheiden, bei den Eltern zu bleiben (die ja eine u. U. eine größere Wohnung bewohnen) und sich an den Mehrkosten zu beteiligen bzw. hier auch kostenfrei zu wohnen. Jungen Menschen muss die Erstausstattung einer Wohnung kostenfrei und in guter Qualität zur Verfügung gestellt werden – in Produkten, nicht in Geldwerten!

4. Nahverkehr (oder gar der öffentliche Verkehr landesweit, aber kein Flugzeug) ist grundsätzlich frei. Die Taktung ist so, dass jeder jederzeit zuverlässig und mit möglichst geringen Wartezeiten überall hin kommt. Individuelle Fortbewegungsmittel haben einen Preis.

5. Bildung, Gesundheit, Kultur, Kunst gehören zu den Grundbedürfnissen der Menschen und haben darum grundsätzlich kostenfrei zu sein.

Wer nicht arbeiten will oder kann, hat dann das Lebensnotwendige ohne jede Verpflichtung daraus und ohne den Zwang und das Gefühl, betteln zu müssen oder Almosen zu bekommen oder “unwert” und “nicht gewollt” zu sein. Keiner hat das Gefühl, von anderen abhängig zu sein. Die Solidarität und Ko-operation untereinander wird jedoch gefördert.

Es ist uns nur ungewohnt, in diesen Kategorien von “ohne Geld” zu denken. Zu tief ist uns die “Abhängigkeit” (= SUCHT) vom Geld eingeimpft worden. Die besteht aber de facto gar nicht. Und diese Konzepte könnten m.E. den Übergang zur völlig geldfreien, kooperierenden, solidarischen und darum wahrhaft menschlichen, nämlich an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichteten Gesellschaft markieren.

Es ist also das selbe Prinzip, das Wolfgang lebt, nur weiter gefasst. Nicht nur ich, sondern wir alle, und zwar gemeinsam!

Wer mehr als das Lebensnotwendige möchte – was ja jedem unbenommen und natürlich ist – hat dafür Werte für die Gesellschaft zu schaffen (bzw. sich daran zu beteiligen) und erhält dafür im Austausch Geld – das können auch bunte Glaskugeln sein -, das er dann für die Befriedigung seiner erweiterten Bedürfnisse verwenden kann.

Beispiel: Bibliotheken sind frei. Ich kann Bücher für eine gewisse Zeit ausleihen und gebe sie dann zurück, damit sie der nächste lesen kann. Will ich dieses (oder irgendein) Buch besitzen, muss ich es kaufen. Will ich es besitzen, muss ich mich in die Gesellschaft durch meine Arbeit (das kann auch Märchen vorlesen sein) einbringen, wobei die Gesellschaft dafür sorgt, dass es diese Möglichkeit für mich gibt, während ich dafür sorge, dass meine Fähigkeiten zur Verfügung stehen, wobei die Gesellschaft dafür gesorgt hat, dass ich diese Fähigkeiten kostenlos erlerne, und kann dann das Buch oder die Bücher kaufen, was der Gesellschaft hilft, die Arbeiter in den Druckereien, Verlagen, den Autor, etc. angemessen zu bezahlen.

Das Hauptgewicht all’ dieser Konzepte liegt in der Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen, nicht aber in der Schaffung irgendwelcher Bedürfnisse, in der hauptsächlich lokalen Produktion zur Befriedigung dieser Bedürfnisse und in der Stärkung des Binnenmarktes überhaupt.

Der “internationale Handel” gehört zum Luxus.

Damit wird die Ökonomie vom Kopf wieder auf die Füße gestellt, denn nicht mehr am Profit wird der Erfolg der Wirtschaft gemessen, sondern am Grad der Zufriedenheit der Menschen durch die Befriedigung ihrer Bedürfnisse, die sich selbstverständlich mit dem Lebensstandard ändern – sollen sie auch, denn sonst kommt es zur Stagnation.

Stagnation aber wird durch die lokale Anbindung der Produktion verhindert (was auch das Entstehen der Monster-Konzerne verhindert), denn die Unternehmen sind direkt beim Bürger und erfahren sehr schnell, was sie wollen und brauchen. Das wird auch durch den Wegfall der Zwischenhändler erreicht, die Produkte kommen von der Produktion direkt ins Geschäft – die “Zwischenverdiener” fallen weg, was unnötige Kosten (= Preishöhe) vermindert. So macht wiedrum die lokale Produktion Sinn, es gibt kurze Wege = Kostenminderung = Preisminderung und gleichzeitig erfährt der Produzent umgehend, was die Menschen von seinen Produkten halten, was sie bemängeln, was sie loben, welche Mengen benötigt werden. Der Umweltaspekt wird hier zum erfreulichen “Nebenprodukt” ohne große Appelle und Gesetze.

Zentrale und überregionale Märkte (auch Handeslbörsen) gibt es lediglich für Produkte, die nur in einer bestimmten Region erzeugt werden (können), aber in anderen Landesteilen gewünscht werden können. Hier werden jedoch nicht die Rohstoffe, sondern die Fertigprodukte der einzelnen Regionen ein- und verkauft. Und es wird nur körperlich gehandelt. Das heißt, der Verkäufer (= Produzent) hat die Waren, die er in andere Regionen verkaufen möchte, mitzubringen. Diese Märkte oder Handelsbörsen sind also viel eher Verkaufsmessen – ebenfalls ohne Zwischenhändler. Der Handel wird direkt zwischen Produzent und Käufer (Einzelperson oder höchstens End-Verbaucher-Geschäft) abgewickelt. Das gibt den Produzenten die Möglichkeit, überzählige Produktion zu verkaufen, und je nach Abnahme der Produkte zu entscheiden, die Produktion zu drosseln (was kein Manko oder Verlust ist) oder so zu belassen oder zu erweitern. Eine Überproduktion und künstliche Erzeugung von Mangel findet nicht statt, so dass niemand die Chance hat darüber die Preise zu bestimmen, denn die zusätzlichen Produkte aus den anderen Regionen sind nicht lebensnotwendig.

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  1. September 2, 2012 um 3:28 pm

    Ich möchte betonen, dass dieses Konzept, das mir sehr machbar und vernünftig erscheint, nicht auf meinem Mist gewachsen ist, sondern die Essenz verschiedener, sich ähnelnder Programme darstellt, die ich auf russischen Websites, als Programme russischer Parteien und Bewegungen, die allesamt nicht im Parlament vertreten sind, gefunden habe und hier lediglich auf Deutsch zusammengefasst habe.
    Ich habe hier lediglich die ökonomischen Konzepte zusammengefasst, die natürlich auch von einem politischen Konzept gerahmt sind. Aber das würde hier wohl zu weit führen. Vielleicht nur soviel: In diesen Konzepten finde ich sehr viel von der auch hier diskutierten Basisdemokratie wieder, die jedoch bis zur zentralen Regierung ausgearbeitet ist und auch die Rolle der vielen Nationalitäten in Russland berücksichtigt.

    • September 2, 2012 um 3:48 pm

      Noch ein P.S., weil ich gerade den anderen Artikel zum Geld kommentiert habe.

      Ich schrieb dort:

      Das einzige, was mir gefällt, ist, dass dieses Geld an “Energie” gekoppelt ist. Ich hörte neulich, dass es sehr vernünftig sei, die Preise ausschließlich nach der Energie zu berechnen, die in dem Fertigprodukt steckt.
      Es wird also alles in Energie (in dem Video wird kurz das japanische Konzept dazu angedeutet) umgerechnet: die menschliche Arbeitskraft wird nach Energie (nicht Zeit!) berechnet, ebenso das Rohmaterial (es hat Energie gebraucht, es zu fördern), die Energie der Herstellung der Maschine und des Verbrauchs der Maschine, etc. Nur so würden realistische Preise – und realistisches Geld möglich sein.

      Ich habe ja grundsätzlich Probleme mit jeder Art Geld, aber das so geschaffene „Energie-Geld“ könnte durchaus eine Lösung sein…, denn dieses Geld hätte einen wunderhübschen kleinen Nebeneffekt: Entwickelt sich die Energiewirtschaft weiter zur lokalen also biligeren und schließlich KOSTENLOSEN Energiegewinnung – werden auch die Produkte erst billiger und dann kostenlos und das Geld erübrigt sich schließlich ganz und gar und von selbst.

      Diesen Ansatz zum Geld fand ich auch auf den o.g. websites. Dieser Ansatz des „Energiegeldes“ wird erweitert durch die Auffassung, dass die logische Folge der Steigerung der Arbeitsproduktivität sein müsste, dass die Preise sinken und die Löhne steigen (statt wie heute umgekehrt – es steht halt alles auf dem Kopf!).
      Diese beiden Effekte zusammen genommen könnten das Geld überflüssig machen, sobald die Produktivität hoch genug ist und die Energie faktisch oder ganz und gar nichts mehr „kostet“.
      Als ich das las, musste ich wieder an diese TED-Rede denken, die belegt, dass dies ja keine Spinnerei sondern bereits heute möglich ist:

      • September 2, 2012 um 6:40 pm

        Stimm, der war auch gut, und die Bilder werden nun immer klarer …

    • September 2, 2012 um 6:36 pm

      Damit bist Du eine wichtige Schnittstelle zwischen den Kulturen. So springen die Erkenntnisse zwischen diesen unterschiedlichen Kulturen über und können sich so auch weiter ent-wickeln …

  2. September 2, 2012 um 8:40 pm

    Wege zum Grundeinkommen

    Alle zwei Jahre kommen Forschende, WissenschaftlerInnen, politische EntscheidungsträgerInnen und PolitikerInnen aus verschiedenen Teilen der Welt zusammen, um Möglichkeiten für die Förderung und Umsetzung eines elementaren Prinzip der sozialen Gerechtigkeit zu diskutieren: das bedingungslosen Grundeinkommen.

    Der 14. Kongress des Basic Income Earth Network findet vom 14. bis zum 16. September 2012 im Wolf-Ferrari-Haus in Ottobrunn bei München statt. Er bietet drei Tage Austausch über Ideen, Erfahrungen und neue Entwürfe für die öffentliche Politik und politischen Diskussion zum Thema sozio-ökonomische Rechte. Das Hauptthema des internationalen wissenschaftlichen Kongresses ist „Wege zum Grundeinkommen“. Es sollen neben theoretischen auch praktische Fragen behandelt werden und außer WissenschaftlerInnen auch zivilgesellschaftliche und politische Akteure zu Wort kommen.

    • September 2, 2012 um 9:09 pm

      Da es immer nur um monetäres Grundeinkommen geht, dass dann auch noch an Wohlfahrtstypen gebunden oder ausgerichtet ist, ist dies für mich eine sehr fragwürdige Initiative (auch wenn sie global diskutiert wird).
      Denn sie ändert ja absolut gar nichts an den bestehenden Zuständen.

      Das ist also lediglich eine verbrämte Form der Sozialhilfe – und die Menschen bleiben weiter in der Abhängigkeit des Geldes und damit der globalen Mafia, die den Geldfluss, die Geldmenge und die Preise bestimmt.

      Schaue ich mir dann noch an, wer die „Trägerorganisationen“ des „Grundeinkommen.de“ sind, weiß ich dass ich meine Beine in die Hand nehme und zusehe, dass ich von denen so weit wie möglich weg komme, denn das ist ein ganz faules Ei!

      AG SPAK (Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Arbeitskreise)
      AVINUS e.V.
      Bambali.net – Tauschring und Tauschbörse, Ahrensburg
      BDKJ Bund der Deutschen Katholischen Jugend
      Bundesjugendwerk der AWO
      Initiative Deutschlands nEUe Demokraten, Euskirchen
      Internationale Erich-Fromm-Gesellschaft e.V., Tübingen
      Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands e.V., Köln
      Soziales Netzwerk Deutschland, Ludwigshafen

      Wem nutzt es?

      • September 2, 2012 um 9:13 pm

        Danke mal wieder für Deinen sehr sezierenden Blick hinter diese Kulissen. Noch scheint mir das aktive System fest im Sattel. Jede vermeintlich gute Idee wird gleich wieder für die alten Zwecke vereinnahmt 😦

        Guido wird wieder seine Freude haben, zeigt es doch, das man in der maximalen Unordnung Keinem mehr trauen kann …

        LG Martin

        • September 2, 2012 um 9:39 pm

          Darum habe ich mir angewöhnt, mir die Personen/Organisationen, die hinter irgendwelchen scheinbar guten und fortschrittlichen Sachen stehen, genau anzuschauen und mir auch die Vorschläge genau anzusehen. Dabei achte ich genau auf die benutzte Sprache und lese auch zwischen den Zeilen, also das, was nicht geschrieben wird.

          Dieser Artikel bestätigte mich:

          Des Imperiums zweischneidiges Schwert: Globales Militär + NROs

          Niederringen von souveränen Nationen und durch globale Systemadministratoren ersetzen
          (Red. AI) Die Welt wird von Unternehmens- und Großfinanzinteressen gelenkt, und Wählen ist nicht nur nutzlos, sondern gibt der Bevölkerung ein falsches Gefühl der Sicherheit.
          Der nachfolgende Beitrag gibt Antworten auf die daraus resultierenden Fragen: Wie konnte es soweit kommen und was können wir dagegen tun, um unsere Unabhängigkeit vom modernen Imperialismus zu erklären?
          Von Tony Cartalucci übersetzt von Karl Kaiser aus “globalresarch”

          • September 2, 2012 um 9:51 pm

            stimmt, der ist richtig wichtig!

        • September 2, 2012 um 9:53 pm

          Noch scheint mir das aktive System fest im Sattel. Jede vermeintlich gute Idee wird gleich wieder für die alten Zwecke vereinnahmt

          Nein, das sehe ich anders. Dass sich das aktive System der von unten kommenden Ideen bemächtigt, zeigt ihre Schwäche, oder die Stärke der Ideen. Da macht es sich gut, die als eigene zu verkaufen,um Unzufriedenheit zu kanalisieren und zu neutralisieren. Den Menschen sollen damit glauben gemacht werden: „Wir sorgen doch für Euch, ihr Menschlein, nun bleibt doch mal ganz ruhig. Wir kümmern uns um Euch *treuherziger Augenaufschlag*

          „Die Opposition, die ich selbst lenke, ist die beste.“ (Lenin)

  3. yt
    September 3, 2012 um 8:58 am

    Jedwede Systemänderung wie zB das BGE, kann nicht eingebunden werden ohne dabei Randbedingungen an zu passen.

    Um einen Wandel zu ermöglichen, müssen die Randbedingungen auch mal geändert werden dürfen um ein Gedankenspiel zu ermöglichen.

    Gäbe es in diesem System überhaupt noch Geld?
    Ich versuche es mir vorzustellen und sage mal, ja es müsste Geld geben.

    Grundnahrungsmittel Hersteller möchten evtl auch Luxusgüter herstellen. Um das zu trennen bräuchte man eine Buchführung und Geld.

    Dabei gelange ich zu folgender Frage:
    Wer entscheidet was Luxusgüter sind, wer entscheidet was Grundnahrungsmittel sind?

    Wer jetzt Grundnahrungsmittel herstellt und damit Geld verdient, wird praktisch enteignet. Der Ideologie der Grundbedürfnisse folgend wäre das ja kein Verlust.

    Ich versuche mir weiterhin vor zu stellen, was notwendig ist um Schuhe, Kleidung, Zahnbürsten, Rasierklingen oder medizinische Elektrotechnik herzustellen. Auch der Betrieb einer Kläranlage ist kein Pappenstiel. Energieträger, Fossile, Kernenergie oder auch erneuerbare wären eine Grundversorgung. Wer entscheidet wie viel Energie ich nutzen darf?

    Weiterhin muss entschieden werden, ob Schüsslersalze, Kosmetik, Hüte oder Autos mit hohem Spritverbrauch der Grundversorgung dienen. Auch hier scheitert die Trennung zwischen Grundversorgung und Luxus, in meiner Vorstellung, immer wieder am Richter. Wer, wie und warum wird entschieden, was Grundversorgung bedeutet. Es ist ein großer Einschnitt in die Freiheit eines jeden Einzelnen. Es wäre ein klare Beschneidung der Grundrechte.

    Ich versuche mir vorzustellen, wer dem Ladenbesitzer den Platzbedarf für Grundnahrungsmittel vorschreibt oder bezahlt? Wer die Lieferung übernimmt. Wird es Läden geben die nur Luxus verkaufen. Wird es Läden geben die Grundnahrungsmittel als Luxus verkaufen um sich abzugrenzen?

    Wie wird kontrolliert?

    Bitte nicht falsch verstehen. Mir macht es Spass sich das vorzustellen, weil es schon sehr nah an der Utopie des StarTrek Universums von Gene Roddenberry ist. Aber genau aus diesem Grund ist es auch so verdammt weit weg von unserem jetzigen Universum.

    Das BGE als unrealistisch ab zu stempeln, den Grundversorgungsvorschlag aber als Vernünftig zu bezeichnen, dass schaff ich bei aller liebe zur Utopie nicht. Ich denke das BGE wird überschätzt und über-dramatisiert. Es soll doch nur die Bettelei um HartzIV und Sozialleistungen beenden und helfen den bürokratischen Überbau zu beenden. Vielleicht fängt man erst einmal klein an?

    Ich bin von dem Konzept „Grundversorgung kostenlos“ nicht vollständig überzeugt. Jedoch bin ich auch der Meinung, dass die Gemeinschaft in gemeinschaftlicher Hand über ihre Grundversorgung bestimmen kann. D.h. ich war und bin noch immer gegen die Privatisierung von Energie, Wasser, Telekommunikation, Bildung. Auch Kultur sollte gemeinschaftlich finanziert werden und nicht von privaten Vereinen und Verwertungsgesellschaften oder Vereinen.

    Ich selbst glaube nicht daran diese Veränderungen selbst noch zu erleben, bin aber davon überzeugt dass wir Grundsteine legen. So wie wir es bei der Atomkraft in jungen Jahren, mit Hilfe der idealistischen Alten geschafft haben. Blöd nur dass wir erst noch Katastrophen brauchten, um den Unentschlossenen endgültig den Schubs in die Richtung Wind,Wasser,Solar,etc… zu geben

    Hoffen wir das es nicht erst einer weiteren Katastrophe bedarf um auch die Wirtschaft nachhaltiger zu gestalten.

    Mit fantasievollen Grüßen,
    yt

    • September 3, 2012 um 9:30 am

      Danke yt für deine ausführlich weiterführenden Gedanken.

      Als ich die Ideen, vorgetragen von Solveigh, zu den kostenfrei zur Verfügung gestellten Grunderversorgungen las, fielen mir auch spontan die Frage auf, wer setzt die Grenzen, was dazu gehört und was nicht. Und schon haben wir wieder eine Verwaltung.

      Solveigh führte die nachvollziehbare Kritik an, dass das BGE sofort in Probleme geriete, wenn Inflation einträte. Dann würde as BGE entwertet. Wenn allerdings das BGE automatisch an die Bewertung der Inflation gekoppelt würde, sollte die Versorgung dann nicht gleichbleibend hoch gewährleistet bleiben?

      LG Martin

    • September 3, 2012 um 10:18 am

      Selbstverständlich ist diese Idee der kostenlosen Befriedigung der Grundbedürfnisse der Bevölkerung an – wie ich auch ausdrücklich schrieb – veränderte politische und Eigentums-Bedingungen geknüpft. So soll es zum Beispiel kein Eigentum an Grund und Boden oder Bodenschätzen geben. Ersteres wird für höchstens 50 Jahre von der Gemeinde verpachtet – die Pacht bringt wiederum Geld, um die sozialen Belange zu finanzieren, die Bodenschätze können nur von der Gemeinde gekauft werden, die Verarbeitung muss in der Region erfolgen und ausschließlich die Fertigprodukte werden überregional verkauft, etc. p.p.
      Weiter soll das Schwergewicht auf Unternehmen liegen, die der Gemeinde gehören, also allen dort lebenden Menschen. Individuelle Unternehmen gibt es ebenfalls, deren Gewinne werden jedoch besteuert im Gegensatz zu den Unternehmen im Eigentum der Gemeinschaft, denn die gemeinschaftlichen Unternehmen wirken ja ausschließlich für die Gemeinschaft, während der private Unternehmer erst einmal für sich wirkt. Darum die Besteuerung der Gewinne, damit auch er in die Versorgung/Finanzierung der Gemeinde eingebunden ist.

      Es geht also im Kern um die „sich selbst versorgenden Kommunen“. Die für die Versorgung der Menschen notwendigen privaten Unternehmen führen einen Teil ihres Gewinnes direkt an die Kommunen (also Städte und Gemeinden) ab und diese Abgaben werden also auch dort benutzt, um die Infrastruktur zu errichten bzw. am Laufen zu halten. Möglich, dass ein Teil der (monitären) Abgaben der Gemeinde in Form von Waren zur Verfügung gestellt werden kann. Überschüsse der Gemeinden wiederum, werden in einem bestimmten Prozentsatz an die Zentrale abgeführt, so dass auch deren Aufgaben gesichert sind und die „schwachen“ Regionen unterstützt werden können.
      Es wird zunächt auch von einer Arbeitspflicht gesprochen, um diese Form der Gesellschaft überhaupt erst schaffen zu können. Wobei es klar sein sollte, dass es möglich ist, innerhalb der näheren Umgebung einer Stadt/Dorf alles an Nahrungsmitteln zu erschaffen (und auch mehr), was zum Leben notwendig ist. Die dann noch vorhandenen Überschüsse können verkauft werden (z.Bsp. außerhalb der Region), der Gewinn wird besteuert.
      Es ist zunächst keine Rede davon, das Geld sofort abzuschaffen. Das wird ein langsamer aber stetiger Prozess sein, der an die steigende Produktivität gekoppelt ist. Damit bleibt das Interesse aller erhalten, diese Geselslchaftsform weiter zu entwickeln. Das Geld insgesamt wird zentral, aber in Staatseigentum, ausgegeben (eine der ausschließlich zentralen Aufgaben). Die dann natürlich auch lokal vorhandenen Banken-Filialen sind im Eigentum des Staates – also aller Bürger des Staates. Zinsen sind abgeschafft. Unternehmer, die ein Unternehmen gründen wollen und die Notwendigkeit dieses Unternehmens wurde in der Gemeinde befürwortet, erhält einen darum zinslosen und langfristigen Kredit vom Staat, um die Versorgung der Menschen vor Ort verbessern zu helfen.

      Die Grundbedürfnisse SIND bereits definiert, ich habe das oben im Text angedeutet. Alles, was über das Lebensnotwendige hinausgeht, ist kein Grundbedürfnis. Die kostenlosen Produkte können mit der Entwicklung freilich immer mehr werden.

      Da das Schwergewicht auf der lokalen Ebenen liegt, ist auch kein großer Verwaltungsaufwand nötig, denn die zentrale Gängelung und Kontrolle bis ins Bett fällt hier komplett weg, die Bürger können das selbst regeln. Lediglich der Rahmen ist zentral vorgegeben.
      Natürlich muss es einen Ausgleich zwischen den Regionen geben – darum gibt es ja auch übergeordente bis zu zentralen Strukturen. Die Organisation erfolgt jedoch von unten nach oben. Entscheidungen werden zum allergrößten Teil unten getroffen, aber durchaus zentral beraten und bei Einverständnis als zentraler Rahmen für alle verbindlich.
      Es wird sogar vorgeschlagen, die Riesen-städte allmählich aufzulösen, da sie ein „Verbrechen an den Menschen“ darstellen und die lokalen „Einheiten“ nicht größer als 20.000 Menschen wachsen zu lassen, dann sollte eine neue „Einheit“ gegründet werden. Das mag in Russland noch denkbar sein, in Deutschland wird das schon schwierig, das Ziel aber kann hier übernommen werden: Autarkie der Gebiete (also Stadt + darum liegende Dörfer), Verteilung der Produkte der Grund-Bedürfnisse ausschließlich in diesem regionalen Rahmen. Die Größe einer solchen lokalen Einheit müsste hier nach der Bevölkerungszahl bemessen werden: Wieviel Bauern sind notwendig, um eine Stadt wie Frankfurt (zum Beispiel) zu ernähren? Die Stadt Frankfurt wiederum beherbergt die Unternehmen, die die Maschinen für die Bauern, die Kleidung, Kühlschränke, Waschmaschinen etc.p.p. herstellen. Das Ziel ist also eine Dezentralisierung und vollkommene Entflechtung der bestehenden Groß-Konzerne und Oligarchien.

  4. Cauda Pavonis
    September 3, 2012 um 12:12 pm

    Ich finde ein solches System äußerst bedenklich; eine solche Aufteilung in „Notwendiges“ und „Luxus“ hatten wir in der DDR und das war verdammt schlecht, obwohl es nicht einmal so weit ging, das „Notwendige“ kostenlos zu verteilen. „Luxus“ und damit grotesk überteuert war beispielsweise ein Radio; Brot und Brötchen, Wurst und Butter dagegen landeten in Unmengen auf dem Müll, weil die meisten beim Einkauf von vornherein so planten, dass man sich reichlich damit eindeckte und das letzte Drittel (oder die Hälfte) wegschmiss – es war ja billig.

    • September 3, 2012 um 12:45 pm

      1. In der DDR wurde Mangel an bestimmten Produkten künstlich erzeugt (auch durch das Verschleudern in den Westen), um Preise für Konsumgüter in die Höhe zu treiben. Hier ist das Ziel aber die immer weiter sinkenden Preise.
      2. Ich weiß nicht, wie Du in der DDR eingekauft hast und warum, ich habe damals so wenig weg geworfen wie heute. Das hat wohl wesentlich mehr mit innerer Einstellung und Achtung vor der Arbeit anderer als mit dem Preis zu tun.
      3. Auch heute werden in der BRD – bei wesentlich höheren Preisen – Unmengen an Lebensmitteln in den Haushalten (etwa ein Drittel) weg geworfen.

      Ich denke, Du wiederholst hier einfach Propaganda, die damals aus dem Westen in den Osten gedröhnt wurde.

      • Hans-im-Glück
        September 4, 2012 um 10:47 pm

        Tut mir leid, wenn ich den guten Ideen noch einen Dämpfer geben muss:
        aus eigener Erfahrung kann ich bezeugen, dass die staatlich heruntersubventionierten Preise für Brot in der „sozialistischen“ Ukraine (70er Jahre) dazu geführt hatten, dass die Bäuerinnen in die Stadt gefahren sind, und dort zehnkiloweise das billige Brot gekauft haben, um es dann daheim ihren „privaten“ Schweinen zu verfüttern – es war billiger als Getreide oder Kartoffeln.
        (Wir nannten diese Einkaufstouristinnen damals scherzhaft „Fallschirmspringerinnen“, da sie sich ihren Einkauf meist in grossen Bündeln auf den Rücken geschnallt hatten.)

        • September 4, 2012 um 11:02 pm

          So etwas gab es in der DDR auch.
          Mein großes ABER.
          1. War das wirklich die MASSE? Oder waren das EINIGE, die als NORMALES Verhalten hingestellt wurden? Gehe bitte noch einmal in Deiner Erinnerung zurück – und schau unvoreingenommen hin.
          2. Was haben sie gemacht? Schweine gefütter? Wer hat die Schweine nachher gegessen? Die Bauern? Oder haben sie die verkauft und der Städter hat das Fleisch bekommen?

          Ist das WIRKLICH so grundsätzlich falsch? Wenn ich etwas zu sagen hätte, würde ich jedoch (und da lag die verfehlte Wirtschaftspolitik), das Getreide und die Kartoffeln zum Verfüttern nicht teurer als das fertige Brot machen!

          Also nicht das billige Brot, sondern die fehlgeleitete Preispolitik ist zu kritisieren! Wer aber hat die Preise gemacht?

  5. yt
    September 3, 2012 um 12:15 pm

    Ich will mal den Gedanken weiter freien lauf lassen.

    Mir kommt da folgendes Beispiel in den Sinn wenn von einer Arbeitspflicht lese.
    Wie viel muss ich denn dann leisten, um der Gesellschaft ausreichend nutzen gebracht zu haben? Zählt Kinder groß ziehen, Altenbetreuung in der Familie oder auch die private Weiterbildung dazu?

    Wer weitreichende Veränderungen getraut zu denken, sollte den Ballast über Board werfen. Wenn die Grundversorgungs-Utopie doch schon Enteignungen und veränderte Vermögen und Besteuerungen beinhaltet, warum dann überhaupt noch solche anachronistischen Objekte wie Besteuerung oder Vermögen in einem System.

    Ich hoffe ich drücke mich nicht missverständlich aus. Ich würde eine veränderte Gesellschaftsstruktur in der sich niemand benachteiligt fühlt, weil akzeptiert wird dass Überfluss vorhanden ist und dieser nur Bedarfsgerecht verteilt wird, sehr begrüßen.
    Gier und Neid sind dabei Faktoren die es zu überwinden gilt. Das ist m.M. sehr sehr schwer, hat nichts mit Religion sondern mit Kultur, Bildung und einer allgemeingültigen Wertvorstellung zu tun.

    Ich entschuldige mich auch im Nachhinein für das Killerargument:
    Wer will das bestimmen?

    Die Antwort auf diese pessimistische Fangfrage muss wohl lauten: Jeder Einzelne für sich. Und das kann man prinzipiell auch heute schon. Immer so weit wie man es für sich selbst bestimmen kann.
    Eine Entflechtung der Großkonzerne kann heute schon stattfinden. Durch bewussten Konsum. Wenn mir jemand etwas anbietet, frage ich was es ist. Erkenne ich Nestle, Kraft oder Haribo, lehne ich es höflich ab. Das funktioniert. Sehr oft bietet meine Bekanntenkreis nun Alternativen. Es wird schick, sich über bewusstes Konsumverhalten zu definieren. Das als ein praktisches Beispiel nebenbei.

    Utopien jedoch, sollte man bis zum Ende denken und zu ihrem Ideal führen.

    Dazu möchte ich noch mal anbringen: Das BGE ist keine Utopie, sondern soll die inhumane Behandlung bei Ämtern und Behörden auflösen. Natürlich sollte sich das BGE nach dem Existenzminimum richten, das ist bei den derzeitigen Sozialleistungen ja auch der Fall.

    Das BGE ist kein Rezept gegen alle Ungerechtigkeiten, kein System das auf Dauer die Menschheit glücklich machen kann. Es ist nur ein kleiner Teilschritt um eine bestehende inhumane Praxis zu beenden. Da das BGE voraussichtlich für Grundbedürfnisse Verwendung findet, käme es insbesondere dem Einzelhandel und kleineren Dienstleistern, Handwerk zu Gute.

    Ich pers. finde es wichtig Machbarkeiten von Utopien und Realität voneinander zu trennen. Staaten, die diktatorisch aufgebaut sind, lehne ich ab und sie eigenen sich m.M. nicht als Beispiel. Auch wenn die Ziele viel versprechend sind, kein Mensch kann auf Dauer gegen seinen Willen leben und handeln. Das schafft mehr Probleme als es löst.

    Zurück zum Gedanken der Grundversorgung.

    Auch ein isolierter Staat, denke ich, könnte es schaffen, im weitesten Sinne, auf Geld zu verzichten. Die Grundversorgung und darüber hinaus auch mit „Luxus“ wäre denkbar, wenn jeder Mensch, wie du schon geschrieben hast, Pflichten annimmt.

    Es ist derzeit üblich in „Recht“ zu denken.
    „Ich habe Rechte“ – „Ich kenne meine Rechte“ – „Verlangen Sie Ihr Recht“

    Es gibt Rechtsanwälte, aber keine Pflichtanwälte.

    Es wäre einem jedem seine Pflicht, pfleglich mit Ressourcen um zu gehen.
    Es wäre einem jedem seine Pflicht, die Umwelt nicht zu vergiften.
    Es wäre einem jedem seine Pflicht, respektvoll mit Menschen umzugehen.

    Es wäre möglich ohne Diktatur, ohne politischen Überbau o. Religion in eine Utopie zu gelangen. Wenn man die Pflichten akzeptiert die sich daraus ergeben. Diese müssen anerzogen werden. Hier sind ganz einfach die Eltern in der Pflicht.

    Wenn ich eine Pflicht ausüben will, benötige ich jedoch Zeit. So komme ich zur Überlegung, dass man definieren müsste, wann etwas dem Gemeinwohl dient und was nicht. Meiner Meinung wäre jede Zeit die dem Gemeinwohl dient, ein Gewinn.

    Ist denn nicht das Gemeinwohl das Grundbedürfnis aller sozial veranlagten Menschen?

    Wichtig ist die Pflicht auch attraktiv zu gestalten, zu loben, Herausforderungen zu honorieren, ein modernes Heldentum zu schaffen. Erstrebenswert sollte es sein, Menschen zu helfen. Das sind Randbedingungen die mit bedacht werden sollten. Dann erledigt sich der ganze Mist mit Strafen, Steuern und der Angst.


    Also zusammenfassend:
    Bedingungslose Grundversorgung anstelle eines bedingungslosen Grundeinkommens?

    Klares: Nein!

    Das BGE ist nur ein kleiner Schritt, die Richtung könnte die BGV sein.
    Beide Modelle sind, so wie sie angedacht sind, nicht miteinander vergleichbar.
    Denn das BGE kann kurzfristig, minimalinvasiv, in das bestehende System integriert werden.
    Die bedingungslose Grundversorgung ist aus heutiger Sicht eine in ferner Zukunft mögliche Utopie.

    Mit reichlichen Grüßen,
    yt

    • September 3, 2012 um 1:36 pm

      Ich spinne mit, denn ich denke, diese Fragen müssten von allen Menschen gemeinsam besprochen und gelöst werden und es kann nicht meine oder Deine Aufgabe sein, diese Fragen bis in alle Einzelheiten zu lösen, es sei denn, Du hast die Absicht, dieses Modell grundsätzlich so lange zu zerreden, bis nichts mehr davon übrig bleibt, damit das monitäre und damit von den internationalen Großbanken abhängige BGE als alternativlos dasteht. Und gegen solche Ansätze habe ich grundsätzlich und alternativlos etwas. Deine Schlussfolgerung am Ende des Kommentars bestätigt meine Annahme:

      Mir kommt da folgendes Beispiel in den Sinn wenn von einer Arbeitspflicht lese.
      Wie viel muss ich denn dann leisten, um der Gesellschaft ausreichend nutzen gebracht zu haben? Zählt Kinder groß ziehen, Altenbetreuung in der Familie oder auch die private Weiterbildung dazu?

      Es gab – da Du ja scheinbar auch in der DDR gelebt hat – auch in der DDR bis in die achtziger Jahre hinein eine Arbeitspflicht – die betrug 8 3/4 Stunden pro Tag. Bei dem heutigen Stand der Technologie wären m.E. 4 Stunden pro Tag ausreichend.
      Für die Kindererziehung werden die Frauen freigestellt – wie lange haben die Menschen unter sich zu klären. Für mein Verständnis mindestens bis zur Einschulung. Wobei noch die Frage offen bleibt, ob die Kinder nicht ganz und gar zu Hause erzogen werden können und Schulen an und für sich obsolet sind.
      Ich spreche hier ausschließlich von der Freistellung der Frauen, weil natürlicher Weise die Bindung zur Mutter wesentlich stärker ist als zum Vater, das Baby also Trennung von der Mutter als wesentlich schmerzvoller empfindet als vom Vater. Und bei einer täglichen Arbeitszeit von vier Stunden ist auch der Vater ausreichend anwesend – oder beide können wechselseitig arbeiten, so dass immer jeder zu Hause ist. Aber wie gesagt, das sind Einzelfragen, zu denen wir zwei Menschlein hier gar nicht berechtigt sind, irgendwelche festen Aussagen zu machen, wir können spinnen, nichts weiter.

      Die Bildung – wenn Du oben gelesen hast, ist kostenlos.

      Bei der von mir angenommenen täglichen Arbeitszeit von 4 Stunden ist Altenbetreuung „nebenbei“, also natürlich in die Familie integriert, möglich, was nicht heißt, dass es nicht Krankenschwestern und Ärzte gibt, die für die Alten da sind, wenn niemand zu Hause ist, Hilfe aber benötigt wird, oder wenn überhaupt niemand da ist. Falls Du das überelesen haben solltest: Auch die Gesundheitsversorgung ist völlig kostenfrei.

      Das sind aber wie gesagt bereits solche Einzelheiten, dass es hier müßig ist, das zwischen uns beiden zu diskutieren.

      Wer weitreichende Veränderungen getraut zu denken, sollte den Ballast über Board werfen. Wenn die Grundversorgungs-Utopie doch schon Enteignungen und veränderte Vermögen und Besteuerungen beinhaltet, warum dann überhaupt noch solche anachronistischen Objekte wie Besteuerung oder Vermögen in einem System.

      Weil nicht alles auf einmal möglich ist, sondern es eine Übergangszeit mit Mischformen geben muss!

      Gier und Neid sind dabei Faktoren die es zu überwinden gilt. Das ist m.M. sehr sehr schwer, hat nichts mit Religion sondern mit Kultur, Bildung und einer allgemeingültigen Wertvorstellung zu tun.

      Gier und Neid sind dem Menschen nicht innewohnend, sondern durch das kapitalistische System (es kann immer nur einer oben ankommen!) gefördert, ja geradezu gezüchtet. Dieses Argument greift m.E. also nicht.

      Eine Entflechtung der Großkonzerne kann heute schon stattfinden. Durch bewussten Konsum. Wenn mir jemand etwas anbietet, frage ich was es ist. Erkenne ich Nestle, Kraft oder Haribo, lehne ich es höflich ab. Das funktioniert. Sehr oft bietet meine Bekanntenkreis nun Alternativen. Es wird schick, sich über bewusstes Konsumverhalten zu definieren. Das als ein praktisches Beispiel nebenbei.

      Nein, das klappt eben nicht. Denn diese Großkonzerne vertreiben ihre (minderwertigen) Produkte eben auch als „No-name“ Produkte. Ich als Einzelner bin überhaupt nicht in der Lage, mich den globalen Konzernen zu entziehen. Das fängt bei Deinem Benzin für’s Auto an und hört bei dem Pullover, den Du anziehst noch lange nicht auf. Und auch die No-Name Gummi-Tiere sind u.U. von Haribo – sie sagen es Dir nur nicht! Das ist also illusorisch, was Du hier vorschlägst. So wird kein Konzern zerstört oder entflochten. Ganz im Gegenteil. Der Absatzmarkt für diese Konzerne ist der Erdball – wer bist Du oder wer bin ich? Glaubst Du mit solchen Einzelhandlungen wirklich irgend etwas ändern zu können? Das muss ich ins Land der Träume verweisen!

      Utopien jedoch, sollte man bis zum Ende denken und zu ihrem Ideal führen.

      Richtig. Aber nicht zwei Menschen in einem Artikel eines Blogs. Das ist die Aufgabe aller daran beteiligter Menschen.

      Dazu möchte ich noch mal anbringen: Das BGE ist keine Utopie, sondern soll die inhumane Behandlung bei Ämtern und Behörden auflösen. Natürlich sollte sich das BGE nach dem Existenzminimum richten, das ist bei den derzeitigen Sozialleistungen ja auch der Fall.

      Nein, die heutigen so genannten Sozialleistungen decken das Existenzminimum eben gerade nicht ab. Das BGE soll m.E. gerade darum eingeführt werden, weil das Hartz-IV auf diesem unmenschlich niedrigem Niveau eingefroren und festgeschrieben werden soll! Schon heute muss sich ein Hartz-IV-Empfänger fragen, ob er ein Brot kauft oder zum Arzt geht, von Medikamenten, einem Theater- oder Kino-Besuch oder dem Kauf eines Buches (also BILDUNG) rede ich noch gar nicht! Von all dem ist ein Mensch, der auf Sozial-Leistungen angewiesen ist, ausgeschlossen. Das BGE ist m.E. ein durch und durch faules Ei.
      Weiteres zum BGE diskutiere ich nicht, denn es bleibt ein monitäres System. Die Menschen bleiben in der Abhängigkeit des Geldes. Das Geld aber ist Privat-Eigentum der Banken und kann von denen jederzeit genommen oder abgeschmolzen werden. Dieses BGE ist etwa so sicher wie die Renten oder irgend eine andere so genannte Sozial-Leistung innerhalb dieses Systems.

      Mit dem BGE wird die kapitalistische Wirtschafts- und Gesellschaftsform überhaupt nicht angetastet. Und damit ist es von Anfang an zum Scheitern verurteilt, das liegt an den dem Kapitalismus innewohnenden Gesetzen der Reichtumsverteilung von unten nach oben. Daran ändert das BGE gar nichts, ganz im Gegenteil, es wird verschärft.

      …wenn jeder Mensch, wie du schon geschrieben hast, Pflichten annimmt.

      Da die (überschaubare) Größe der Gemeinde (Region) immer nur so gut leben kann, wie alle daran mitarbeiten und mitwirken, erübrigt sich diese Fragestellung. Jeder wird auf jeden achten und da es gemeinsame, klar definierte Ziele gibt, möchte ich den sehen, der sich da ausschließt. Das wird eine verschwindend geringe Anzahl sein – und die kann eine gesunde Gesellschaft immer verkraften. Diese Menschen schließen sich jedoch selbst aus, während heute die Gesellschaft die Menschen ausschließt.

      Nur hier und heute, da wir alle ziel- und planlos vor uns hindümplen, bekommen wir nichts zustande – und das ist auch gewollt! Und durch das gemeinsame Wirken für das gemeinsame Wohl wird auch ganz automatisch ein Wertewandel eintreten – und natürlich muss und wird auch das Bildungssystem in den Schulen dem Rechnung tragen und entsprechende Werte vermitteln, wie die Schule auch heute die Werte dieser kapitalistischen Gesellschaft vermittelt: Ausgrenzen, Ellenbogen, Egoismus, Gier, Neid, Hass, Ziel-Losigkeit, Überheblichkeit anderen und der Umwelt gegenüber, gleichzeitig die Züchtung von Mittelmaß und systematische Verdummung. Auch das wird selbstverständlich von Grund auf verändert werden.

      Meiner Meinung wäre jede Zeit die dem Gemeinwohl dient, ein Gewinn. Ist denn nicht das Gemeinwohl das Grundbedürfnis aller sozial veranlagten Menschen?

      Wichtig ist die Pflicht auch attraktiv zu gestalten, zu loben, Herausforderungen zu honorieren, ein modernes Heldentum zu schaffen. Erstrebenswert sollte es sein, Menschen zu helfen. Das sind Randbedingungen die mit bedacht werden sollten. Dann erledigt sich der ganze Mist mit Strafen, Steuern und der Angst.

      Hier bin ich absolut Deiner Meinung. Im Grunde und wenn das System läuft und etabliert ist, wird auch jede Zeit im Garten (beim Anbau von Blumen, Obst und Gemüse), zum Beispiel, und jede freie Zeit zum „Faulenzen“ ein Gewinn für die Gemeinschaft (ausgeruht und fröhlich arbeitet es sich besser als unter Zwang!)

      Erst dann wird Arbeit tatsächlich zum Bedürfnis und Beruf zur Berufung!

      Deiner Zusammenfassung kann ich überhaupt nicht folgen und ich komme wieder zu meiner Einschätzung oben in dieser Antwort zurück.

      • Hans-im-Glück
        September 4, 2012 um 11:53 pm

        Wir sind hier schon wieder sehr tief in den falschen „modernen“ Vorstellungen – vor gar nicht allzu langer Zeit war es die Normalität, dass die Menschen als Großfamilie mit 3 oder 4 Generationen unter einem Dach gelebt haben – hier sorgte die Familie für die Altenbetreuung (die hat erst der „modernde“ – sorry: „moderne“ Kapitalismus zu einem Profitgegenstand gemacht) – wie auch kein Problem entstand, falls Mutter und Vater mal beide ausser Haus waren – eine sinnvolle Beschäftigung für die „Alten“ und eine sehr nützliche Weitergabe von Erfahrungen an die Kinder durch Oma und Opa waren ganz natürlich – die Naturnähe sollte auch künftig wieder DAS Kriterium sein für eine neue Lebensweise.
        Ich will das hier nicht weiter ausführen – es würde viele Seiten füllen…

    • September 3, 2012 um 2:25 pm

      Weil es so gut zum Thema Arbeitswert passt:

    • September 3, 2012 um 2:35 pm

      Was das Thema Kultur angeht, so ist es richtig, dass das Konzept Neid nur dort entstehen kann, wo keine brüderliche/schwesterliche=eben menschlichen Ökonomie prakitiziert wird. Es gibt Völker, die kennen Begriffe wie Neid, Diebstahl, Vergewaltigung und Mord nicht, weil es nicht vorkommt. Weil diese Menschen eben selbstbestimmt sind:
      Siehe u.a. Ich bin, weil wir sind.

  6. September 3, 2012 um 2:56 pm

    Claire Anna auf Facebook:
    na toll – dann kann ich mich ja mit kartoffeln vollfressen und mit waesserndem mund mir das obst im nachbarkorb anschauen, das ich nicht haben kann, wenn ich doch voellig geldlos bin. ich kann mir auch eine grundausstattung nicht selber waehlen – dann haette ich nun zum beispiel einen sessel, den ich nicht brauche, ober keine schreibtrisch, an dem ich immer sitze. also noch weniger swelbstbestimmung. und wenn jemand einen anzug braucht und damit weiterkommen will und kann, dann muss er erst mal eine T-shirt job nehmen um den anzug zu bezahlen. das koennte sich ja die von der leyen ausgedacht haben oder die merkel. ganz toll….

    • September 3, 2012 um 5:06 pm

      Diese Interpretation ist völlig falsch, weil sie von den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen dieses kapitalistischen Systems ausgeht. Im Kapitalismus aber kann dieses System natürlich nicht funktionieren, wie auch das BGE nicht funktionieren kann.

      Sie hat auch völlig übersehen, dass zunächst lediglich die Grundbedürfnisse kostenlos befriedigt werden, sie aber immer die Möglichkeit hat, Geld für den Mehrbedarf zu verdienen (solange das Geld noch existiert, danach hat sich das eh erledigt).

      Zu den Grundnahrungsmitteln gehört m.E. natürlich in der Region angebautes Obst und Gemüse, aber keine Mango, die möge sich die Dame kaufen, wenn sie Appetit darauf hat.

      Als Grundnahrungsmittel werden die Nahrungsmittel bezeichnet, die in der jeweiligen Kultur mengenmäßig den Hauptbestandteil der Ernährung des Menschen ausmachen.

      Sie stellen die Grundversorgung mit Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett sicher, nicht jedoch unbedingt eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen. Zu den weltweit wichtigsten Grundnahrungsmitteln gehören Getreide wie Weizen oder Reis, Speicherwurzeln (Knollen, Rhizomen) wie Kartoffeln oder Yams, Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen und Früchte wie Datteln und Feigen, bzw. daraus hergestellte Produkte wie Brei und Brot. Ebenfalls zu den Grundnahrungsmittel gezählt werden Fisch, Fleisch, Milch und Eier, die neben Hülsenfrüchten zu den meist konsumierten Eiweißquellen zählen.

      Welche Grundnahrungsmittel regional konsumiert werden, hängt stark von kulturellen, klimatischen und wirtschaftlichen Faktoren ab. Heute dienen weltweit nur noch ein gutes Dutzend Nahrungsmittel als echte Grundnahrungsmittel für den überwiegenden Teil der Weltbevölkerung.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Grundnahrungsmittel

      Dies hier ist eine Definition des heutigen Systems, in dem Millionen Menschen Hungers sterben.
      Das System, von dem ich spreche, ist an der Gesundheit des Menschen interessiert (Verringerung des Aufwandes zur Wiederherstellung der Gesundheit) und wird darum auch für einen ausgewogenen Speisezettel sorgen.
      In meinem Verständnis gehört jedes regional angebaute Obst und Gemüse zu den Grundnahrungsmitteln.

      Und der Abendanzug wird ganz sicherlich in keinem „Job“ benötigt. Ein Anzug zur Arbeit schon.
      Ich mag dieses Wort „Job“ nicht, denn es geht von einer Tätigkeit aus, die ich ausschließlich wegen des Gelderwerbs und ohne jegliche innere Anteilnahme „erledige“. Das muss natürlich zur Qual werden.

      Ich bemerke, dass es vielen Menschen nicht möglich ist, außerhalb des jetzt herrschenden kapitalistischen Systems der Ausbeutung, des Egoismus und der Ignoranz zu denken und sich an Nebensächlichkeiten aufhängt und diese Nebensächlichkeiten diskutiert – und damit das Grundprinzip völlig außer Acht lässt, aber von vorn herein behauptet, das ginge nicht oder sei inhuman.
      Dieses System funktioniert gerade auf der Kooperation, in der alle gemeinsam für alle schaffen. Wirke ich in der Gemeinschaft für die Gemeinschaft, so geht es der Gemeinschaft gut und dann geht es mir gut. Je besser es der Gemeinschaft geht, desto mehr Produkte kann jeder erhalten oder kaufen.

      Diese Dame kann selbst bestimmen, ob sie ’nen Sessel oder ’nen Schreibtisch haben möchte, ich denke, sie wird beides haben. Und wahrscheinlich in wesentlich besserer Qualität als jetzt, weil die Produktion nicht mehr auf „kaufen, kaufen, kaufen“, sondern auf Werthaltigkeit und Langlebigkeit gerichtet ist. Eine solche Gesellschaft verschwendet nicht.

      • Hans-im-Glück
        September 4, 2012 um 11:42 pm

        Hier sieht man wieder, dass alles ineinander greift: was als „Gesundheit“ für jeden Einzelnen anzusehen ist, wird sicherlich noch vielen Veränderungen unterworfen sein – je nachdem ob und wie schnell sich die GNM von Dr. Hamer durchsetzt.

        Andererseits ist jeder Mensch ein höchsteigenes Individuum – mit keinem anderen zu vergleichen – so wird auch jede Massnahme der Gesundung von Mensch zu Mensch verschieden sein müssen – was dem einen hilft, kann dem anderen schaden – da den „sog. Krankheiten“ tlw. sehr unterschiedliche Konfliktbilder zugrunde liegen können.

        Und bitte nicht immer nur auf der materiellen Ebene bleiben – der Mensch besteht nicht nur aus seinem Körper, sondern er hat auch Geist und Seele – die wollen auch „versorgt“ sein!
        Mal ganz von den Frequenzen (Dieter Broers) abgesehen…

        • September 5, 2012 um 12:16 am

          Richtig. Jede Krankheit hat psychische Ursachen.
          Um so wichtiger ist es, eine Gesellschaft zu erschaffen, in der die Psyche = die Seele gesund ist. Dann ist es auch der Körper.
          Und das fängt nicht mit einem veränderten Gesundheits-System an, sondern vor allem bei der Sicherheit des täglichen Lebens, es geht weiter über die Erziehung in Kindergarten, Schule und in der Familie.
          Die Familie wiederum spiegelt den Zustand der Gesellschaft, in der sie lebt wider. Hier werden die Werte einer Gesellschaft vermittelt, die Kinder geprägt.
          Es muss also überall zur selben Zeit angesetzt werden.

          Wir (als Menschheit insgesamt) beginnen gerade, diese Zusammenhänge (wieder?) zu begreifen.
          Und selbstverständlich, kann nichts losgelöst vom anderen existieren.

  7. Hans-im-Glück
    September 4, 2012 um 11:13 pm

    Solveigh Calderin :
    So etwas gab es in der DDR auch.

    Ja, wer will denn eine Preispolitik machen? Und ausgehend von welchen Kriterien? Und wie oft muss diese an den sich wandelnden Bewusstseinsstand oder anderes angepasst werden? Und noch viele Fragen mehr…
    Also doch wieder „die unsichtbare Hand des Marktes“?

    • September 5, 2012 um 12:02 am

      Heute und auch damals wurde der Preis von denen bestimmt, die daran „verdienten“ – und das waren in Ost und West genau die selben HERRschaften.

      Nein, nicht „der Markt“ bestimmt das Leben (geht ja gar nicht, denn „der Markt“ ist ja keine Person, er kann also gar nichts „bestimmen“) sondern eine ganz neue, andere Herangehensweise an Wirtschaft, die „den Markt“ als Platz des Warenaustausches zwar berücksichtigt, aber unter ganz anderen Prämissen.
      Nicht der Profit ist das treibende Kriterium, sondern die Bedürfnisse der Menschen.
      Nicht das Geld ist das treibende Kriterium, sondern das lebendige Leben, das ständig verbessert wird, einfach, weil Mensch ständig besser und bequemer leben möchte.
      Nicht die Konzerne bestimmen die Art zu leben, sondern einzig der Willen der Menschen.
      Wenn Menschen den Willen haben, auf Bäumen zu wohnen – so mögen sie das tun.
      Wenn Menschen den Willen haben, in Hochhäusern zu wohnen, so mögen sie das tun.
      Aber Menschen sollen nicht auf Bäumen oder in Hochhäusern leben, weil es „so billig“ ist oder weil sie sich „etwas andere nicht leisten können“.
      Kurz:
      Die Welt vom Kopf endlich auf die Füße stellen!

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