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Rezension: Wissensaktivierung – Neue Denkwege

Armin Rütten

Armin Rütten

Wer das gerade frisch veröffentlichte Wissensaktivierung – Neue Denkwege von Armin Rütten und Luca Pogoda liest, darf sich darauf gefasst machen, dass an den Grundfesten so manchen Glaubenssatzes gerüttelt wird.

Die Autoren zeigen auf überschaubar vielen, aber äußerst inspirierenden Seiten auf, was am Ende einer Wissensaktivierung steht und was unterwegs bearbeitet wird: Das Denken wird schneller. Man wird gelassener. Damit „natürlich“ charismatischer. Man versteht die Gedankenwelt des Gegenübers besser. Und weil das so ist, wird man erfolgreicher in seinem Handeln.

Aber! Und hier wird es wirklich knifflig. Diese Wissensaktivierung setzt ein gewisses Bewusstsein voraus. Und damit ist die Wissensaktivierung nur noch für einen kleineren Kreis „ungefährlich“.

Luca Pogoda

Luca Pogoda

Entgegen der heute herrschenden Meinung sind wir Menschen nicht gleich, so die Autoren. Und sie erklären das auch sehr nachvollziehbar. Einerseits haben wir während unserer Entwicklung unterschiedliche Talente zu unterschielichen Zeiten ausgebildet (auf die leider in unserer Schule nicht eingegangen wird, sprich es wir meist das falsche gefördet). Andereseits machen wir unterschiedliche Erfahrungen in den jeweiligen Kulturen. Zudem gibt es unterschiedliche Bewusstseinsstufen. Es gibt Menschen, die wünschen sich in ihrer Unsicherheit Führung. Andere sind dogmatisch festgelegt. Wieder andere sind frei, sich jederzeit Neuem zuwenden zu können.

Die Wissensaktivierung sei etwas für Letztere. Wer also Dogmen anhängt, der wird kaum von der Methodik profitieren können.

Warum aber sollte das Denken nach einer Wissensaktivierung besser funktionieren?

Die Antwort ist schon harter Tobak, aber wer aufmerksam unsere aktuellen Krisen beobachtet hat, kann das gut nachvollziehen. Und hier möchte ich Marx zitieren, der es auch schon gut auf den Punkt gebracht hat:

Die herrschende Meinung ist die Meinung der Herrschenden.

Damit ist gemeint, dass es seit einigen Jahrtausenden Menschen gibt, die das Stückchen Nase voraus und damit mehr Verständnis über unsere Welt haben. Und damit die Deutungshoheit über Begriffe, mit denen wir unsere Wirklichkeit konstruieren. Ich hatte vor einiger Zeit das folgende Zitat, das aus dem 2. Jarhundert vor Christus vom Phönizier Sanchuniathon stammen soll, gefunden, und das deutlich macht, was auch heute noch gültig ist:

Seit unserer frühesten Jugend sind wir daran gewöhnt, verfälschte Berichte zu hören, und unser Geist ist seit Jahrhunderten so sehr mit Vorurteilen durchtränkt, dass er die fantastischsten Lügen wie einen Schatz hütet, so dass schließlich die Wahrheit als unglaubwürdig und die Lüge als wahr erscheint.

Was die Autoren sagen wollen ist, dass wir mit Begriffen falscher Deutungen prozessieren. So stolpern und straucheln unsere, die Wirklichkeit konstuierenden Gedanken mühsam vor sich hin, um uns ein Weltbild zu konstruieren, das nicht ganz stimmig ist.

Die Wissensaktivierung geht also an die Bedeutungswurzeln der wichtigsten Begriffe wie Wissen, Ethik, Sinn, Sprache und Mathematik (hier auch Raum und Zeit), um nur einige zu nennen. Sie räumt mächtig auf, bereinigt und baut neu auf. Dabei wird vorsichtig vorgegangen, denn wenn zu viele Steine unseres Gedankengebäudes ersetzt werden, könnte es einstürzen. Womit wir wieder zurück bei der Gefahr für Menschen mit weniger fortgeschrittenem Bewusstsein wären. Die Kernaussage möchte ich wie folgt nennen:

Alles, was wir heute zu wissen meinen, ist nichts anderes als eben eine Meinung, die schon morgen aufgrund neuer Erkenntnisse revidiert werden muss.

Das Buch ist von Philosophen geschrieben. Es hat aber eine Sprache gefunden, bei der mit ein wenig Vorbildung sehr gut gefolgt werden kann. Es sind kurze Kapitel, so dass Schritt für Schritt weitergelesen werden kann.

Es weckt jedenfalls deutlich Interesse auf mehr.

  1. November 30, 2012 um 1:58 pm

    Bestellt und schnell geliefert … dafür vielen Dank und auch für die Bestätigung.
    Den Sinn des Lebens, den wir Menschen mit unserer “Intelligenz“ suchen, stellt die Natur unentwegt selbst dar, ganz nach ihren Möglichkeiten und im Sinne der Notwendigkeiten des Ganzen … uns Menschen inklusive. Ganz schön “intelligent“, oder 😉 ?!

    Zur Intelligenz vielleicht noch Folgendes:

    http://www.gold-dna.de/updatesept.html#up306

    Gruß Guido

    • federleichtes
      November 30, 2012 um 2:10 pm

      Auch in der Natur ist der Missbrauch – ohne des Menschen Einwirkung – angelegt. Kleines Beispiel: Das „Recht“ des Stärkeren“.
      Mit dem Unterschied zur reinen Menschenwelt: In der Natur WURDE das Problem bereits geregelt und dient als Anstz (nur) der Anschauung. (wie es ist, wenn Guido einen Schmetterling schöpft, und Wolfgang einen Vögel, der ihn frisst. Hier spiegeln sich – auch – „menschliche“ Eigenschaften!)

      Nowendigkeit impliziert Sinn. Insofern wäre es durchaus nicht unintelligent, seine Intelligenz ganz unauffällig in den Dienst der Seite der Entwicklung zu stellen, die die Not wenden will.

      Jetzt aber.

      Wolfgang

  2. sustentaculum
    Oktober 27, 2012 um 1:16 pm

    Sehr schöner Artikel. Hat mich definitiv neugierig gemacht… und deckt sich mit dem, was ich in meinem eigenen Artikel festgestellt habe (http://sustentaculumvitae.wordpress.com/2012/10/26/gibt-es-wissen/)

    Was ich jetzt noch nicht ganz herausgelesen habe: werden in dem Buch konkret Begrifflichkeiten unseres Sprachgebrauchs auf Herkunft, bewusste bzw. unbewusste Änderungen im geschichtlichen Kontext analysiert? Wenn ja, dann ist das wohl eines DER Bücher, die ich nächstes Weihnachtsfest unterm Baum sehen möchte… wandert definitiv auf meinen Amazon-Wunschzettel…

    Schon faszinierend, wie weit meine Auffassung von lernen davon entfernt ist, was ich an der Uni als lernen bezeichne… das eine lernen ist reines Mittel zum Zweck. Du musst – um deinen Abschluss zu erreichen die Bücher X, Y und Z beherrschen. Ob die Prüfung schlussendlich dich zu einem besseren Ingenieur, Arzt oder sonstwas macht ist völlig egal… natürliche Neugier und das Streben nach Weisheit wird völlig ausgeblendet… unser Schulsystem ist ganz schön kaputt… egal… dann muss ich das halt beides unter einen Hut bringen. Das eine ist Pflichterfüllung und solche Bücher hier sind für mich 🙂

    • Oktober 27, 2012 um 1:26 pm

      Das Buch führt „nur“ in die wichtigesten Zusammenhänge unserer Begriffswelt ein und weist nur darauf hin, dass das Einführen bestimmter Konzepte mithilfe von Begriffen durch die jeweils durchblickende „Kaste“ den Nutzen der Beherrschbarkeit des großen „änglichstlichen“ Teils der Bevölkerung gab. Man kann es auch als Beruhigung verstehen. Denn wer Angst vor den Naturgewalten hat, mag wenig motiviert sein, zu produzieren …
      Dennoch zeigt das Buch auf, wie wichtig es ist, ein Verständnis dafür zu haben, wie wir über unser Denken unsere Wirklichkeit aufbauen. Und noch viel wichtiger: wie unterschiedliche wir Menschen unseren Denkapparat ausgebildet haben und mit ihm umgehen können. Das soll nicht Diskriminieren sondern eher helfen, unser Bildungssystem zu etwas zu bringen, das nicht Ver-bildet sondern mündige Menschen entwickeln lässt. So wie Du schon feststelltest, dass wir nur noch Fachidioten entwickeln, aber die Herzensbildung komplett vernachlässigen. Alles ist auf Haben ausgerichtet und nicht am Sein. Daher wird das Glück fälschlicherweise an der Menge des Materiellen und nicht an der Art des Miteinanderumgehens.

  3. Oktober 14, 2012 um 8:56 pm

    Ich habe gerade ein sehr schönes Beispiel gefunden, das zeigt, wie unsere Sprache verpanscht wurde und wir damit verwirrt werden und langsamer denken:

    Die Sprache spricht hier undifferenziert von Neugier. Neugier erscheint positiv, doch in Wahrheit wird etwas Positives mit etwas Negativem verknüpft. Die Neugier, als das gierige, suchtartige Verlangen nach Neuem, sollte klar unterschieden werden von der wertschätzenden Freude am Neuen. Der passende Begriff ist Neufreude. Während sich bei der Neugier die Kraft zerstreut, wird sie bei der Neufreude intensiviert. Lebt nicht die Wirtschaft von der oberflächlichen Sucht nach Neuem, nach wechselnden Trends, nach neuen Stylings, die die Kauflust anregen sollen? Ist es nicht das Wesen dieser Gier, das sie einen unbefriedigt zurück lässt und zwanghaft zum Neuen fortzieht? Kultiviert nicht die Medienwelt diese Neugierhaltung und lebt gar von ihr (siehe dazu auch: Lebendiges versus totes Wissen)?

    gefunden in: Vom Wissen zur Weisheit – Teil II

  4. September 3, 2012 um 10:17 am

    Anbei ein Ansatz der aufzeigt, das Entwicklungen auf allen realen Ebenen miteinander in Beziehung stehen und dynamisch bestrebt sind die Harmonie des Ganzen stabil zu halten, indem alle Ebenen ihre Entfaltungsmöglichkeiten ausbilden:

    http://www.rolflutterbeck.de/was_heibt_integral_aqal.html

    Kosmos bedeutet nicht umsonst Weltordnung. In der griechischen Mythologie ist Kosmos das sichtbare Universum als geordnetes, harmonisches Ganzes als Gegenstück zum Chaos.

    Somit ist der Kosmos, ALLES, ein stabiles, und daher realisierbares Gesamtbild, welches einzig durch die Dynamik der Einzelbilder seine harmonische Stabilität beibehalten kann.

    Den Goldenen Schnitt in die Betrachtung des Ganzen zu integrieren, dürfte Ken Wilbers Ansatz der Vier Quadranten beflügeln.

    Gruß Guido

  5. federleichtes
    September 3, 2012 um 12:54 am

    Neue Denkwege finden – finde ich gut.

    Unbestritten scheint, dass JEDER Mensch in der Lage sein sollte, sich selber zu versorgen. Er muss also in erster Linie mal einen Denkweg finden, autonom zu werden, bedeutet
    – aus eigener Kraft sein WOHL sicherzustellen
    – seine Zufriedenheit nicht von fremder Leistung abhängig zu machen.
    Der Autonomie-Prozess bedeutet, sich aus der Gesellschaft zu desintegrieren:
    Ich KANN meine Angelegenheiten alleine regeln.

    Parallel dazu sollte Mensch sozial denken, und zwar sehr pragmatisch: Ich lebe in einer Gesellschaft/Gemeinschaft, was kann ich dafür leisten, was wird gebraucht, was sollte ich tun, damit es allen besser geht. Aus einer Arbeitsteilung folgt der Standpunkt: Ich KÖNNTE alleine für mich sorgen
    So in etwa.

    Natürlich kann schwerlich jeder sowohl Zahnarzt, Geburtshelfer und Klempner sein, und nebenher Pferde zureiten, Käse machen, Brot backen und den Acker bestellen – nachdem er die Kinder unterrichtete. Unbestritten scheint mir: Je fähiger ein Mensch ist, je besser ist es für ihn UND die Gemeinschaft.

    Neue Denkwege. Nach meiner Auffassung und Erfahrung folgen Gedanken dem Gefühl oder den Emotionen. Daraus folgt für mich etwas sehr Schlüssiges:
    Wenn ich meine Emotionen verändere, denke ich auch etwas anderes – ein Wütender denkt anderes als ein Erfreuter.
    Wenn ich weniger emotional (von außen erregt) bin und mehr ganzheitlich/stimmig fühle (affinitiv, innerlich den Dingen zugewendet), habe ich wieder andere Gedanken als auf der positiv-emotionalen Ebene.

    Was denkt ein Mensch, der die Welt als Heimat und das Leben, Pflanzen, Tiere und die Menschen UND sich selber liebt? Wie kann ich mein Glück teilen? Wem kann ich helfen? Wie kann ich mein Glück und das der Anderen beschützen? Kann ich noch achtsamer sein, noch wahrhaftiger, noch treuer, noch zuverlässiger, noch wertvoller handeln?

    Neue Denkwege. Eine wirkliche Veränderung meines Denkens geschah erst, als ich JEDEN Konsum von Nachrichten (Fernsehen, Radio, Zeitung) verweigerte. Eine weitere wesentliche Veränderung meines Denkens geschah, als ich stark genug war, um mich mit meinem GANZEN Herzen den Schwächern zuzuwenden. Radikal änderte sich mein Denken allerdings erst, als ich das Wesen der Natur verstehen und Pflanzen und Tiere als GLEICHBERECHTIGTE Partner kennen lernte.

    Ja, neue Denkwege. Nur sollte man sich darüber im Klaren sein, dass wenn man die alten Pfade nicht verlässt, sprich sein Handeln verändert, auch keine anderen Denkwege entstehen können.
    Am Anfang jeder Veränderung kann nur eine Idee stehen, also Geist. Vielleicht braucht das FINDEN neuer Wege einfach ein paar KLAR formulierte Ideale, was man tun und was man auf keinen Fall tun will. Erst dann kommen Gedanken, und zwar der Umsetzung:
    Was muss und kann ich tun, um das zu SEIN (Ideale), was ich sein WILL.

    Klar, da kommen sofort die vielen Wenns und Abers, die eingefahrenen Geleise, die ihre Existenzberechtigung einfordern, vielleicht ein „Ruf“ oder einen „Status“, den man zu verlieren können glaubt; vielleicht Umstände, die sich als unabänderbar/unabdinbar gebärden. Vieles kann neuen Denkwegen im Wege stehen. Nur sollte klar werden:
    Eine bessere Welt kann ohne bessere Ideale nicht entstehen. Um die zu finden bzw. formulieren zu können, braucht es aber Gefühl, FÜR sich, FÜR die Gemeinschaft und FÜR die Welt, in der wir leben.
    Und wer denkt, ein einziger (weiterer) glücklicher Mensch würde die Welt nicht zum Besseren verändern, sollte wirklich nach neuen Denkwegen suchen.

    Glückauf!

    Wolfgang

  6. September 2, 2012 um 8:15 pm

    Auch die Neurowissenschalten kommen zum Schluss:

    Somit kommen wir nicht darum herum, auch in unserem Erleben weiterhin anzunehmen, dass möglicherweise ein Geist oder ein Gott existieren könnte. Dies können wir aber weder beweisen noch widerlegen, auch deshalb, weil wir unser eigenes Gehirn als Gehirn nicht wahrnehmen können. Der Glaube hat die Evidenz des scheinbar unmittelbar Erlebten auf seiner Seite. Daher kommen wir Menschen möglicherweise gar nicht um den Glauben herum: Wir müssen glauben und können nicht anders – und sei es nur ein Glaube an das Gehirn und die Neurowissenschaften, der den Glauben an die Religion in heutigen Zeiten vielerorts zu ersetzen scheint.

  7. September 2, 2012 um 1:48 pm

    Hallo in die Runde, mir fällt da nur H. Hesse zu ein, sinngemäß, „Der Mensch ist für die Erde geschaffen, nicht für das Wasser. Der Mensch kann das Denken zu seiner Hauptaufgabe machen und kann es dabei weit bringen. Aber es hat den Erdboden gegen das Wasser getauscht und wird irgendwann darin jämmerlich ersaufen.“
    Wir nennen es wissen was wir irgendwo gelesen haben und zu den wir annähernd eine Affinität entwickeln können. Ist das wirklich wissen? Wir lernen und wissen wo es geschrieben steht, und glauben zu Wissen. Ist nicht Wissen eher eine Erfahrung die wir wiederholen können, die wir bewußt gemacht haben. Ist Wissen ohne Können, Beherrschen für die Entwicklung unseres Bewußtseins von Bedeutung. schon aus diesen Sätzen wird deutlich das wir alle in verschiedenen Bewußtseinsstufen leben. Und wie sollen sich Menschen verständigen, wenn sie schon gemeinsam Erlebtes verschieden verarbeiten. „Es ist ein viel zu weites Feld“, sollten wir nicht lieber auf den Boden der Tatsachen zurückfinden und uns die Schuhe zu binden, bevor wir loslaufen. Ich denke, wir können noch so viele Modelle finden, die alle eine Stück unseren Zustand umreißen und sie sind zweifellos wichtig, aber ist Wissen nicht auch an konkrete Handlungen gebunden, damit es sich bestätigt oder auch nicht. Wenn wir zum Denken mehr Energie verbrauchen, und dies ist scheinbar erwiesen, als zum Handeln, sollten wir auf Grund der Nahrungsknappheit auf diesem Planeten nicht mehr handeln und das Denken den Elefanten überlassen, weil sie mit ihren großen Ohren das Gehirn mechanisch kühlen können.
    Wer sagt uns das „die handwerklichen Fähigkeiten sind auch nicht bei jedem Menschen gleichermaßen gut ausgebildet“, nur weil wir annehmen, dem Anderen gelänge es schneller, besser? Oder könnte es eher daran liegen, das uns die Mühe, die es zweifellos kostet, zu aufwendig ist? Warum suchen wir ständig nach Ersatzbefriedigungen, weil unserem Bewußtsein etwas verloren gegangen ist, das es hervorgebracht hat, die Arbeit. Aber, wem sage ich das? Viele Grüße com. Mike
    PS: das war jetzt sicherlich am Thema vorbei 😉

  8. September 2, 2012 um 12:22 pm

    Hier ist noch ein weiteres Modell des Durchlaufens von Bewusstseinsphasen, das auch von vier Dimensionen des Bewusstsein spricht. Jean Gebser beginnt bei der Nulldimension des Unbesussten bis zur fünften Dimension, bei der unser Integrales Bewusstsein mit einer bewegten Kugel verglichen wird. Die fünf Bewusstseine sind:

    1. Das archaische Bewusstsein
    2. Das magische Bewusstsein
    3. Das mythische Bewusstsein
    4. Das mentale Bewusstsein
    5. Das integrale Bewusstsein

    Zum Letzeren:

    Integrales Bewusstsein heisst Ganzwerdung, die Wiederherstellung des unverletzten ursprünglichen Zustandes unter dem bereichernden Einbezug aller bisherigen Bewusstseinsleistungen. Dem integralen Menschen werden die verschiedenen Strukturen durchsichtig und bewusst. Auch wird ihm die Auswirkungen auf sein eigenes Leben und Schicksal gewahr. Die defizient wirkenden Komponenten wird er durch eigene Einsicht derart meistern, dass sie jenen Grad an Reife und Gleichgewicht erhalten, die für die Vorbereitung der Konkretisierung nötig sind. Konkretisierung heisst das Losungswort:

    Denn es kann nur das Konkrete, niemals das Abstrakte integriert werden (I, 167)

    Jean Gebser sieht unsere Zeit als reif, dass der Übergang vom mentalen zum integralen Bewusstsein auf einer breiten Ebene vollzogen wird.

  9. onlyme2012
    August 31, 2012 um 9:55 pm

    Ach so, etwas hatte ich noch vergessen, die handwerklichen Fähigkeiten sind auch nicht bei jedem Menschen gleichermaßen gut ausgebildet.
    Wir sind Menschen, wir sind unterschiedlich, aber als Menschen unter Menschen haben wir alle den gleichen Wert, meine Überzeugung.

    • August 31, 2012 um 10:19 pm

      … aber als Menschen unter Menschen haben wir alle den gleichen Wert …

      Und genau hier machen wir den Fehler, dass wir Menschen nach seiner Leistung, die er gesellschaftlich beitragen kann, bewerten und be-lohnen. Ja, wir sind anders und können unterschiedlich viel beitragen im Rahmen der Kulturstrukturen, die geschaffen sind. Dabei könnte es sogar sein, dass in einer sportlich orientierten Gesellschaft Sportler einen Vorteil hätten und in einer Komiker-orientierten eben die mit dem Talent des Kommikers.

      Mir will scheinen, dass jeder, egal, was er beitragen kann, zumindest in Würde leben kann. Und diese Würde misst sich an dem, wie die jeweils Anderen leben.

      Kapitlisten meinen, dass der Homo Oeconimicus nur leisten will, wenn er mit Möhrchen motiviert wird. Ich sehe das anders. Wer Spaß an einer Sache hat, der macht. Und da wir Alle unterschiedlich sind, wird jeder sein Teil finden können, wo er seinen Beitrag mit seinem Talent hinzugeben könnte.

      Dass Jemand bei einer Arbeit, die ihn quält, mit Möhrchen motiviert werden muss, ist wohl nicht von der Hand zu weisen.

      Ja, es gibt auch Arbeiten, die weniger schön sind, Wäre es da aber nicht fair, wenn genau diese Arbeiten besonders behandelt werden? Oder diese Arbeiten reihum erfolgen?

      Ich wünsche Allen eine gute Nacht für heute,
      Martin

  10. onlyme2012
    August 31, 2012 um 9:53 pm

    http://www.gold-dna.de :

    Intelligenz ist einzig eine menschgemachte Schublade. Wann sind wir zuletzt durch den Wald geflogen und haben Äste gesammelt, um daraus im Baum ein Nest zu bauen ? Was sagt das nun über die Intelligenz von Vögeln aus und was im Vergleich zu Menschen ? Wer ist aus Sicht der Natur intelligenter und wer aus Sicht der Menschen … und wer aus Sicht des GANZEN ?

    Gruß Guido

    Die Frage ist, was sind Instinkthandlungen, und was erfordert ein Erkennen von Zusammenhängen?

    Hier mal etwas dazu: Bonobo „Kanzi“ weiß sich zu helfen

    Tierwelt – Seine Fertigkeiten gleichen praktisch denen menschlicher Urahnen

    Wir müssen uns damit abfinden, dass wir nicht gleich sind, auch in den intellektuellen Fähigkeiten, das ist einfach so.

  11. August 31, 2012 um 8:02 pm

    Intelligenz ist einzig eine menschgemachte Schublade. Wann sind wir zuletzt durch den Wald geflogen und haben Äste gesammelt, um daraus im Baum ein Nest zu bauen ? Was sagt das nun über die Intelligenz von Vögeln aus und was im Vergleich zu Menschen ? Wer ist aus Sicht der Natur intelligenter und wer aus Sicht der Menschen … und wer aus Sicht des GANZEN ?

    Gruß Guido

    • August 31, 2012 um 8:25 pm

      Da gab es 1792 schon mal Jemanden, der sich damit auseinander gesetzt hat, wie das mit dem Intellekt sein müsste:

      „Der wahre Zweck des Menschen, nicht der, welchen die wechselnde Neigung, sondern welche die ewig unveränderliche Vernunft ihm vorschreibt, ist die höchste und proportionierlichste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen. Zu dieser Bildung ist Freiheit die erste und unerläßliche Bedingung. (…) Gerade die aus der Vereinigung Mehrerer entstehende Mannigfaltigkeit ist das höchste Gut, welches die Gesellschaft gibt, und diese Mannigfaltigkeit geht gewiß immer in dem Grade der Einmischung des Staates verloren. Es sind nicht mehr eigentlich die Mitglieder einer Nation, die mit sich in Gemeinschaft leben, sondern einzelne Untertanen, welche mit dem Staat, d. h. dem Geiste, welcher in seiner Regierung herrscht, in Verhältnis kommen, und zwar in ein Verhältnis, in welchem schon die überlegene Macht des Staats das freie Spiel der Kräfte hemmt. Gleichförmige Ursachen haben gleichförmige Wirkungen. Je mehr also der Staat mitwirkt, desto ähnlicher ist nicht bloß alles Wirkende, sondern auch alles Gewirkte. (…) Wer aber für andere so räsoniert, den hat man, und nicht mit Unrecht, in Verdacht, daß er die Menschheit mißkennt und aus Menschen Maschinen machen will.

      Was verlangt man von einer Nation, einem Zeitalter, von dem ganzen Menschengeschlecht, wenn man ihm seine Achtung und seine Bewunderung schenken soll? Man verlangt, dass Bildung, Weisheit und Tugend so mächtig und allgemein verbreitet, als möglich, unter ihm herrschen, dass es seinen inneren Wert so hoch steigern, dass der Begriff der Menschheit, wenn man ihn von ihm, als dem einzigen Beispiel, abziehen müsste, einen großen und würdigen Gehalt gewönne.
      (Wilhelm von Humboldt)

      Da ist doch übelst was schief gelaufen, seit dieser Zeit …

  12. onlyme2012
    August 31, 2012 um 7:45 pm

    federleichtes :

    Der Angelhaken funktioniert noch!

    Ich, aufgemerkt, ICH, halte von Intellektuellen wenig – bis nichts. Sie sorgen mit ihrem Geschwafel nicht nur für Verwirrung. Ihre Hauptaufgabe im System scheint – seit langen Zeiten – darin zu bestehen, den “normalen” Menschen sich dumm fühlen zu lassen. In der Folge versucht der dumm Gemachte (oder der sich nun dumm Fühlende) seine Schwäche zu kompensieren – und verhält sich dann wirklich dumm.

    Hallo Wolfgang,

    darauf möchte ich einmal näher eingehen.

    Zunächst einmal sollte man vielleicht einmal klären, was mit dem Begriff „Intellektuelle “ gemeint ist. Im Alltagsgebrauch bezeichnet man mit diesem Wort wohl diejenigen, die studiert haben, also eine akademische Ausbildung durchlaufen haben.
    Ja, und eine gewisse Arroganz prägt viele von ihnen, allerdings nicht alle.

    Intelligenz hängt zwar vom Wortstamm her mit dem Begriff Intellektualität zusammen, meint aber etwas anderes, also meiner Meinung nach.
    Man muss keine akademischen Würden besitzen, um über Intelligenz zu verfügen.
    Ich kenne viele intelligente Menschen, die aus ihrer Intelligenz nicht das herausholen konnten, was man gemeinhin so erwartet.
    Und das hat etwas mit unserem Bildungssystem zu tun. Gerade auch etwas über die Norm Begabte tun sich schwer mit diesem System, denn Intelligenz will denken, will wissen, will hinterfragen und erwartet Antworten.Wirklich hochbegabte Menschen zeichnen sich durch eine hohe Problemlösungskompetenz aus, denken in anderen Ebenen als normal Begabte.
    Denken mehrdimensional könnte man sagen, und das in einem Tempo, das es schwer macht ihnen zu folgen.
    Von daher, ist es nicht unbedingt gesagt, dass die akademisch Gebildeten über eine höhere Intelligenz verfügen als die, wie Du sie bezeichnest, „normalen Menschen“.
    Allerdings scheint in diesen Kreisen die, wie eine Freundin es immer bezeichnet, „dekadente Arroganz in Vollendung“ weiter verbreitet zu sein, als üblich.

    Liebe Grüße
    Silke

    • August 31, 2012 um 7:52 pm

      Wo zieht man da wieder die Grenze. Wer ist Intelektuell, wer nicht?
      Wenn wir uns den Artikel über die Kulturell-Kreativen anschauen, dann sind da überwiegend die eher Intelektuellen zu finden. Also wird es wieder nichts, auch mit diesen?
      LG Martin

    • federleichtes
      August 31, 2012 um 10:23 pm

      „Intellektuelle“ ist für mich ein Begriff – Menschen, die sich mit ihrem „Wissen“ über die Gesellschaft stellen und diese mit ihren Gedanken infizieren, maniupulieren oder/und belästigen – Gedanken als Wissen verbreiten, die spekulativ sind und zur eigentlichen Lebensbewältigung nicht nur untauglich sind, sondern Menschen verwirren und verängstigen – können.

      Wikipedia sagt:
      Für die Soziologie (Joseph Schumpeter folgend) sind intellektuelle Menschen solche, die zu reden und zu schreiben verstehen und mit ihrer Kritik öffentlich Dinge zur Sprache bringen, die an sich außerhalb ihrer eigenen Sachkompetenzen und Verantwortungsbereiche liegen. Ihre Erfolgschance beruht auf der Legitimitationsfähigkeit durch in der jeweiligen Gesellschaft verbindliche Grundwerte und liegt vor allem in ihrem Störpotenzial.

      Ich hätte statt Intellektuelle auch „Experten“ oder Pseudo-Wissenschaftler sagen können – meine aber, aus dem folgenden Text würde deutlich, welche Menschen ich meine.

      Kleines Beispiel: Ernährungs-Experten, die alle Woche neue bzw. ANDERE Erkenntnis verstreuen.
      Kleines Beispiel: Ärzte, deren Diagnosen zu (habe ich gelesen) 40% falsch sein sollen.
      Großes Beispiel: Politiker. Ohne Kommentar.

      All diese Schlaumeier helfen keiner einzigen Omma wirklich über die Straße.

      Mit ging es um das Prinzip: Autoritäten üben Macht aus, erzeugen nach „unten“ Ohnmacht, die – kompensiert durch irrationale handlungen- erst Autoritäten nötig macht.
      Ein Schelm, wer dabei an die Erziehung von Kindern denkt.

      Danke für Deine Aufmerksamkeit, Silke.

      Wolfgang

    • November 30, 2012 um 11:55 am

      Danke Nick für diese Darlegung. Ich frage mich nur immer wieder, ob Intelligenz aus Sicht des Ganzen einen Sinn macht ? Ist die Natur intelligent oder intelligenter als wir Menschen ? Ist Intelligenz nicht ein rein menschlicher Ordnungsvorgang mittels Beurteilung und Schubladisierung ? Du schreibst: Fähigkeit zur Erkenntnis. Welcher Erkenntnis folgt die Natur ?
      Verfolgen wir Menschen eine andere Erkenntnis als die Natur es tut ? Oder verfolgen nicht beide ein und dieselbe Erkenntnis, nur auf verschiedenen Wegen, die aber trotzdem ein gemeinsames Ziel haben ?

      Für ein wenig Erkenntnis diesbezüglich wäre ich sehr dankbar ?

      Gruß Guido

    • federleichtes
      November 30, 2012 um 1:33 pm

      Nachdem es mir in der Nacht auf verschiedenen Wegen nicht gelungen war, in das Thema „Lebensentfaltung in die Künstlichkeit“ einen Nagel einzuschlagen, werde ich von Deinen Ausführungen, lieber Nick, SOFORT und im KERN berührt.
      (Umgekehrt wär’s besser gewesen, weil jetzt die Sonne scheint!)

      Mit ist eines ein Herzensanliegen: Das Verständnis dafür zu wecken, dass der Missbrauch von Wissen das oder zumindest eines der zentralen Schöpfungsthemen ist.
      (Ich ruhe auch nicht in meinem Bemühen zur weiteren thematischen Aufhellung, weil ich weiß um die Blockaden, die ein Verständnis verhindern.)

      Nun sage ich mal ohne weitere Umschweife:
      Der Mensch ist geschaffen worden, um das „Problem Missbrauch“ zu problematisieren.

      Vielleicht wäre es vernünftig, es bei dieser Aussage zu belassen und die Leser zu bitten, etwa eine Stunde zu verwenden, um allen ihnen bekannten Missbrauch aufzulisten.

      Was ist Missbrauch?
      Ich benutze hier (für die Kurzform) eines von Martins gern genommenen Begriffen:
      Missbrauch entsteht, wenn eine Idee (Geist A1) auf eine Weise (Geist A2) umgesetzt wird, die das Zuträgliche übersteigt.

      Auch mit dem passenden Bild aus meiner Wahrnehmung fasse ich mich kurz:
      Ich sehe Missbrauch täglich, weil mir 1.000 hochglänzende Autos und zwei verstörte Kinder begegnen.

      Sich damit zu beruhigen, es werde in absehbarer Zeit nur noch wenige verstörte Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, Auto zu fahren, geben, zeigte einen weiteren Missbrauch, und zwar einer natürlich (in der Natur?) vorhandenen Vernunft (Regelkreise).

      Die Dichotomie im Menschen strömt aus seinem Kern – auf der einen Seite informativ disponiert, um Missbrauch zu betreiben, auf der anderen Seite von Angst stimuliert, es nicht zu doll zu treiben.
      Daraus mag das wachsen, was ich Bewusstsein nenne: Das Zuträgliche zu KENNEN und nicht mehr als das zu tun.

      Ich fahr dann erst mal.

      Herzliche Grüße an Alle.

      Wolfgang

  13. onlyme2012
    August 31, 2012 um 7:21 pm

    federleichtes :

    Wir leben in einer Welt, die uns ein falsches Gesicht zeigt. Um dieses falsche Gesicht zu erzeugen, braucht es falsches Wissen und Menschen, die es als richtig verbreiten und ein System, in dem die Lüge und Täuschung wahr wird und gelebt werden kann.

    Unsere Welt erscheint falsch, und wem das nicht (Bewusstsein!) als richtig erscheint, kann – nach meinem Dafürhalten – nur auf Irrwegen wandeln.

    Wolfgang

    Gut erkannt Wolfgang; und genau das passiert ununterbrochen; man verbreitet „falsche Wahrheiten“, oft genug wiederholt, bleiben sie in den Köpfen der Masse.
    Und ich glaube nicht, dass man das nicht weiß, heißt ich gehe davon aus, dass man genau weiß, was man tut.
    Denn letztlich geht es immer um das Streben nach Macht, Macht über Menschen, Macht über Mittel.
    Deswegen ist es ja auch verpönt Verletzlichkeit zu zeigen, (vermeintliche) Stärke wird hofiert und die weichen Seiten in uns, die uns eigentlich erst zu mitfühlenden, empathisch handelnden Menschen machen, sollen wir unterdrücken. Das führt dann im Endeffekt zu seelischen Erkrankungen jedweder Art, denn nur wenn Mensch sich im Gleichgewicht mit sich selbst befindet, ist er gesund.

    • August 31, 2012 um 7:26 pm

      Es ist der Mechanismus des Beherrschen-dürfens. Wenn wir akzeptieren, das wir beherrscht werden dürfen, dann müssen wir uns verbiegen, denn dann leben wi runs nicht mehr selbst.

      Daher gefiel mir heute der Artikel von Dirk so gut, denn es ist ein Schritt auf dem Weg des Nicht-beherrschens.

  14. federleichtes
    August 30, 2012 um 2:53 am

    Der Angelhaken funktioniert noch!

    Ich, aufgemerkt, ICH, halte von Intellektuellen wenig – bis nichts. Sie sorgen mit ihrem Geschwafel nicht nur für Verwirrung. Ihre Hauptaufgabe im System scheint – seit langen Zeiten – darin zu bestehen, den „normalen“ Menschen sich dumm fühlen zu lassen. In der Folge versucht der dumm Gemachte (oder der sich nun dumm Fühlende) seine Schwäche zu kompensieren – und verhält sich dann wirklich dumm.

    Intellektuelle treten auf, die ich nicht nur für ausgemachte Halbidioten halte. Geisteskranke sind gefährlich, siehe Hitler. Nur wenige Bürger konnten damals FÜHLEN, was sich hinter seiner Maske verbarg. Läuft das heute nicht ähnlich? „Große“ Namen, man erzittert vor Ehrfurcht. Experten, klar, die müssen es ja wissen. Unergründliches Gesülze, Piefke Pankoken erbleicht innerlich.

    Merkwürdigerweise kennen wir mehr als nur ein paar Menschen mit einem gesunden Menschenverstand, einfache Menschen, die rundum gesund sind und ein vernünftiges Leben führen – können. Dafür braucht man – scheinbar – nicht im klassischen Verständnis super-intellektuell sein.

    Intelligenz beschreibe ich (vielleicht etwas vereinfacht) als die Fähigkeit, unterscheiden zu können. Unter-SCHEIDEN, ein Vorgang des Trennens, von z.B.AB in A`s und B`s. Das Trennen alleine ist jedoch keine echte Fähigkeit – wenn nicht die Fähigkeit dazu kommt, das Getrennte wieder zu verbinden. So wie bei der Analyse von Herrn und Frau Meier, über die man getrennt befinden sollte, um sie dann allerdings wieder ein Paar werden zu lassen, das man gerne besucht, oder eben nicht.

    Intelligenz braucht eine andere Intelligenz, die entscheidet, ob und wann ein Unterscheiden überhaupt notwendig ist. Vielleicht entsteht diese Intelligenz aus Lebenserfahrung, vielleicht ist diese Intelligenz auch eine Art Bewusstsein, das sichere GEFÜHL dafür, wann was richtig oder falsch ist. Dieses sichere Erkennen hat nur noch im weitesten Sinne etwas mit Wissen, viel mehr mit Gewissheit zu tun.

    Wirklich stark erscheinen mir Menschen, die richtig fühlen können und ihre Intelligenz dieser Fähigkeit unterordnen.
    Danke Manfred.

    Frohes Schaffen.

    Wolfgang.

  15. August 29, 2012 um 7:58 pm

    Muss man wirklich jahrelang Philosophie studiert haben, um zu kapieren, dass „Wissen“ nicht dasselbe wie „Glauben“ ist?! Nein. Und so sehr ich der Aussage zustimme, dass das, was man weiß, immer nur das ist, was man zu wissen glaubt – bis man mehr und es somit „besser weiß“, so allergisch reagiere ich auf die Klappentext-Aussage „es gibt keine objektive Wahrheit und kein objektives Wissen“. Für so eine pluralistische Mainstream-Floskel muss ich nun echt kein neues Buch lesen, das mit 24,95 für 116 Seiten auch noch ziemlich teuer ist.

    Und ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten, dass man sehr wohl völlig schwachsinnige, aber populäre „Denkansätze“ wie „durch den Markt werden knappe Güter optimal verteilt“ oder ähnliches ganz objektiv in den Bereich des zu falsifizierenden Wissens verbannen kann (womit es sich folglich nur noch um Glaubenssätze handelt) während es objektiv richtige Annahmen gibt, etwa „der Markt ist erwiesenermaßen ein schlechtes Instrument der Verteilung“, die trotz ihrer beweisbaren Korrektheit derzeit keine Chance haben, in den Kanon des „richtigen Wissens“ über die Welt aufgenommen zu werden. Wie steht es hier mit der Offenheit für neue Denkansätze? So beliebig ist die Welt dann doch nicht. Es gibt Wissen, dass sozusagen „übersubjektiv“ ist – aber kein Interesse daran, dass die Leute wirklich anfangen, darüber nachzudenken. Insofern fürchte ich, dass es auch hier wieder nur um die Selbstoptimierung durch „Besserwissen“ geht, als darum, die Erkenntnis über den Zustand der Welt, der Menschheit und den Platz, den man selbst darin einnimmt, voranzutreiben und verfügbar zu machen. Ja, da war ich wohl wieder von subjektiven Vorurteilen getrieben. Aber dazu stehe ich.

    • August 29, 2012 um 10:27 pm

      womit doch die Idee des Buches, dass jedes Subjekt aufgrund seiner Erfahrungen seine unterschiedliche von der Realität abweichende Wirklichkeit konstruiert, u.a auch aufgrund blinder Flecken durch nichtgemachten Erfahrungen. Und besonders Dogmatiker ha so ihre Probleme, können sie nicht von ihren Modellen abweichen, obwohl es genügend Beweise gibt, die anderes aufzeigen …

  16. August 29, 2012 um 12:38 pm

    Wolfgang hatte gerade darauf hingewiesen, dass wir häufig nicht beeinflussen können, welche Information in unser Gehirn gepflanz wird. Hier ist ein Film, der zeigt, wie das Volk dazu gebracht wird, einen Politiker als den „Richtigen“ sehen zu wollen. Die Politiker-Macher werden auf der anderen Seite des Teichs Spin-Doctors genannt:

  17. August 29, 2012 um 12:15 pm

    Sicherlich leben wir alle unter dem gleichen Himmel, haben aber alle einen anderen Horizont vor Augen … und doch speisen alle Gedanken und alle unausgesprochenen Lösungsansätze für jedwedes Problem das morphogenetische Feld, das Unterbewusstsein allen Lebens. Und auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind, so ist das Feld dynamisch und ständig aktiv, es ist eine Philharmonie, die sich einspielt, ausprobiert und testet. Daher schießen uns laufend Gedanken, eigene, wie FREMDE, durch den Kopf und in den Träumen begegnen uns Menschen, die wir nie wahrgenommen haben und die nicht in unserem Umfeld existieren.

    Das Phänomen der Synchronizität spielt hier mit rein, als eine Art real gewordener Hyperverlinkung:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Synchronizit%C3%A4t

    Und Geistesblitze, sowie Geniestreiche, können einzig real werden, weil sich im Feld findet, was zusammenpasst.

    Die Rolle der Massenmedien, des Fernsehens, der Handys offenbart sich auch hier mal wieder. Sie bremsen eine Entwicklung, die einen festen Zeitpunkt im Auge hat, der auf jeden Fall erreicht werden wird, nicht als festes Datum, sondern als energetische Proportion.

    Gruß Guido

    • federleichtes
      August 29, 2012 um 12:28 pm

      Ja, alles ganz natürlich. Aber was folgert daraus, lieber Guido? Können wir ganz beruhigt unsere Kinder an die Hand nehmen und mit ihnen lernen, Pflanzen und Tiere Und sich selber) zu lieben? Wie entsteht die Vorstellung im Menschen, er selber und die Welt befindet sich in einer vollkommenen Ordnung?

      Jetzt geh ich wirklich.

      Herzliche grüße an Euch.

      Wolfgang

  18. federleichtes
    August 29, 2012 um 12:02 pm

    Thematisch ein guter „Angelhaken“.

    Ich bezweifel (stark), dass die so genannten „Mächtigen“ wissen, was sie tun, bzw. in welcher Rolle sie wirklich tätig sind. Sie können die Menschen verwirren und Kulturen gestalten – aber handeln sie aus dem Bewusstsein heraus, dass die Entwicklung GENAU diese Menschen und diese Kultur braucht?

    Gedanken sind ein Produkt. Sie entstehen aus Informationen, von denen „bewusstes Wissen“ nur ein kleiner Teil ist. Gedanken entstehen 24 Stunden am Tag, und das Problem für (jeden) Menschen ist, die QUELLEN der Gedanken nicht kontrollieren zu können. Aber, man kann die Quellen austrocknen.

    Bewusstsein kan sich von „unten“ nach „oben“ entwickeln, aber auch von Oben nach Unten.
    Es ist wie bei einer schwierigen Rechenaufgabe. Man kann sich viele Jahre mühsam durch einen Wust von Formeln kämpfen und von Zwischenergebnis zu Zwischenergebnis springen. Erkennt man dagegen die SICHERE Lösung, klärt sich auch schnell der Rechenweg.

    Wir leben in einer Welt, die uns ein falsches Gesicht zeigt. Um dieses falsche Gesicht zu erzeugen, braucht es falsches Wissen und Menschen, die es als richtig verbreiten und ein System, in dem die Lüge und Täuschung wahr wird und gelebt werden kann.

    Unsere Welt erscheint falsch, und wem das nicht (Bewusstsein!) als richtig erscheint, kann – nach meinem Dafürhalten – nur auf Irrwegen wandeln.

    Wolfgang

  19. onlyme2012
    August 29, 2012 um 11:20 am

    Danke, Martin. Meine Merkliste für Bücher, die ich unbedingt noch lesen möchte wird immer länger.

    Letztlich mündet das auch in die Richtung

    „Wissen bzw. das, was wir als Wissen bezeichnen, ist immer subjektiv“

    Denn jeder kommt auf seine höchst eigene Art dazu. Eigentlich liegt es in der Natur des Menschen „wissen zu wollen“, die Neugier ist höchster Überlebensfaktor und gleichzeitig Antrieb der Entwicklung hin zu höheren Ebenen.
    Die Frage ist:

    Will man wirklich Menschen, die selbständig denken, und somit in der Lage sind Dinge zu verstehen und zu hinterfragen?

    Rhetorische Frage, ich weiß. Im Sinne der Mächtigen auf dieser Welt kann das nicht sein, würde man doch dann irgendwann ihren Status in Frage stellen. Das ist zwangsläufig.
    Also führt man uns bzw. diejenigen, die es mit sich machen lassen, am Nasenring durch die Arena, ein Bröckchen hier, ein Bröckchen da, und hält uns ansonsten beschäftigt, beschäftigt mit dem Überleben. Dann sät man noch schnell ein bisschen Zwietracht,
    Motto: „Überhaupt eine Arbeit, ist besser als gar keine Arbeit“, Fazit: Die Massen sind beschäftigt mit dem Aufeinanderschauen, die Aufmerksamkeit erfolgreich abgelenkt.
    So funktioniert Gruppendynamik. Kommt noch ein bisschen demagogisch geschicktes Säbelrasseln dazu, und fertig ist die Laube.
    Eigentlich sind wir immer noch weit mehr verbunden mit unseren uns am nächsten verbundenen tierischen Verwandten, den Primaten (Menschenaffen).

    So, hoffe ich habe das Thema nicht allzu sehr verfehlt …

    Liebe Grüße
    Silke

    • August 29, 2012 um 11:49 am

      Liebe Silke,

      nicht verfehlt sondern voll getroffen.
      Das Internet bietet uns nun die Chance, näher an die Wahrheit, sprich die Realität heranzukommen.
      Auf vielen Ebenen spüre ich das eher miteinander Kooperieren-wollen als die geschürte Zwietracht durch unser aktuelles System.
      Im Prinzip sollte es einfach sein, dem aktuellen System die Energie zu entziehen. Es setzte aber voraus, weniger Haben zu wollen.
      Aber es braucht im Minimum eine eigene Scholle, über die eine Selbstversorgung möglich wäre.
      Aber besser wäre, wenn von dem, was wir gemeinsam geschaffen haben, gerecht geteilt würde. Aber das Brüderliche in der Ökonomie ist in der zweiten Aufklärung leider unter die Räder gekommen. Mal schauen, ob nun bald auch das umsetzbar wird.
      LG Martin

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