Startseite > Ethik, Politik > Warum sind die Vereinten Nationen taub? – Die Botschaft der Hopi vor der UN 1992

Warum sind die Vereinten Nationen taub? – Die Botschaft der Hopi vor der UN 1992

Ich hatte ja schon von der genialen Rede des kleinen Mädchens  vor der UN geschrieben und es wurde nicht besser. Nun möchte ich eine weitere solche Rede hier bringen. Es ist die des Vertreters der Hopi-Idinaer, Thomas Banyacya (Quelle):

—-

Thomas Banyacya – Die Botschaft der Hopi

artikel-diebotschaftderhopi

Um die Hopi – Indianer ranken sich viele Mythen und Legenden. Speziell die Prophezeiungen des Naturvolkes sind sehr spannend. Am 10. Dezember 1992 hatte Thomas Banyacya als erster Vertreter seines Volkes die Möglichkeit vor den Vereinten Nationen über die Mythen und das Weltbild der Hopi zu sprechen. Diese Rede ist heute noch aktuell und nach wie vor von eminenter Wichtigkeit. Wir haben uns dazu entschlossen, diese Rede gerade jetzt erneut zu veröffentlchen, da wir in unserer aktuellen, von Krisen gebeutelten Welt wieder Ruhe und Einkehr finden sollten.

Die Präsentation von Thomas Banyacya wurde durch drei Schreie von Oren Lyons, Glaubenshüter der Six Nations und erster Redner des Tages eingeleitet. Die Schreie bedeuteten die Ankündigung des grossen Geistes an die versammelten Leute, mit der Absicht, dass nun eine Mitteilung von grosser spiritueller Bedeutung erfolgt. Dann verstreute Thomas Maismehl neben das Podium der Generalversammlung und hielt eine kurze Ansprache in der Hopi Sprache:

„Die Hopi Glaubensvertreter wissen von einer alten Prophezeiung, dass die Mächtigen dieser Welt in einem grossen Haus der Beratung (House of Mica) zusammenkommen werden um über Regeln und Vorschriften zu beraten, damit die Probleme dieser Welt ohne Krieg gelöst werden können. Ich bin erstaunt darüber, dass Sie heute alle hier sind und sich die Prophezeiung erfüllt.“

Aber es war nur eine Handvoll Delegierter der Vereinten Nationen aus aller Welt anwesend um dem „Motee Dialekt“ (alte Hopi-Sprache) zuzuhören.

„Mein Name ist Banyacya vom Wolf-, Fuchs- und Coyoteklan und ich bin ein Mitglied der Freien Hopi – Nation.“ Hopi heisst in unserer Sprache friedvolles, freundliches, liebenswürdiges, wahrheitsliebendes Volk. Der traditionelle Hopi folgt dem heiligen Pfad Massaw’s dem grossen Geist. Wir haben die heilige Pflicht, seinen Lebensplan zu befolgen, welche auch die Verantwortung für sein göttliches Ziel beinhaltet, Sorge zu tragen zu diesem Land und seinen Bewohnern. Wir haben nie mit irgendwelchen Staaten Verträge abgeschlossen, inkl. USA, aber über Jahrhunderte haben wir unser heiliges Abkommen geachtet.

Unsere Ziele sind weder politische Macht noch Reichtum oder militärischer Einfluss, sondern das Gebet und das Wohlergehen allen Lebens und die Erhaltung der Erde in ihrem natürlichen Zustand.

Immer noch sind wir im Besitz unserer uralten, heiligen Steintafeln und unserer religiösen Gemeinschaften, welche die Grundlage für das Leben der Hopi bilden. Unsere Geschichte erzählt, dass unsere weissen Brüder ebenfalls solche heiligen Objekte und religiöse Grundlagen bewahren. Im Jahr 1948 versammelten sich alle Hopi – Klanführer und sprachen über verschiedene Angelegenheiten, von denen ich spürte, dass sie von enormer Wichtigkeit für die ganze Menschheit waren. Sie bestimmten vier Dolmetscher oder Übersetzer, von denen ich heute der letzte Lebende bin. Ich erhielt damals von den Klanführern eine heilige Gebetsfeder.

Ich bildete einen Ausschuss, um die Botschaft der Hopi zu bewahren. Die Botschaft der Prophezeiung vom Frieden und den Warnungen, welche uns seit der Zeit bekannt ist, als unsere Vorfahren aus der letzten Welt kamen, die durch die Sintflut zerstört wurde. Meine Aufgabe war, dafür zu sorgen, dass der Urbevölkerung in diesem „grossen Haus der Beratung“ Einlass gewährt wird. Die Ältesten rieten mir viermal anzuklopfen und dieses Komitee gewährte uns Zugang, nachdem ich im Oktober 1991 John Washburn vom Generalsekretariat der Vereinten Nationen einen Brief und eine heilige Gebetsfeder überreicht habe. Hier und heute bin ich der Übermittler der Hopi – Botschaft an Sie. Wir haben nur zehn Minuten Sprechzeit, es ist schon spät und somit werde ich eine kurze Erklärung abgeben.

Bei der Versammlung im Jahr 1948, die Hopi – Ältesten waren 80, 90 und sogar 100 Jahre alt, erzählten sie , dass der Schöpfer die erste Welt in perfektem Gleichgewicht erschaffen hat. Die Menschen sprachen eine einheitliche Sprache, aber sie wendeten sich vom Glauben ab. Sie missbrauchten ihre geistigen Kräfte für selbstsüchtige Zwecke. Sie gehorchten nicht den Regeln der Natur.

Wahrscheinlich wurde die Welt durch ein gewaltiges, welterschütterndes Erdbeben, wie ihr das nennt, zerstört. Kontinente brachen auseinander und Länder versanken im Meer. Viele Menschen starben und nur einige wenige überlebten die Katastrophe. Diese wenigen friedfertigen Menschen kamen auf die zweite Welt. Sie wiederholten die Fehler und die Welt wurde durch Frost und Eis zerstört. Ihr nennt es die grosse Eiszeit. Ein paar wenige Überlebende kamen in die dritte Welt. Diese Welt überdauerte eine lange Zeit und wie in den vorangegangenen Welten sprachen die Menschen eine gemeinsame Sprache. Die Menschen erfanden viele Maschinen und Geräte von hohem technischen Niveau, welche das Leben bequemer machten, auch viele Erfindungen, die man in der heutigen Welt nicht kennt. Sie hatten auch geistige Kräfte, welche sie zum allgemeinen Wohl benutzten.

Nach und nach wendeten sie sich von den Naturgesetzen ab und befassten sich mit materiellen Dingen. Am Ende frönten sie nur noch dem Spiel und spotteten über den Glauben. Niemand hielt sie von diesem Weg ab und so wurde die Welt durch die Sintflut zerstört, welche in den Geschichten und den Religionen vieler Nationen erwähnt wird. Die Alten erzählten, dass wieder nur wenige Menschen überlebten und auf diese vierte Welt kamen, auf der wir heute alle leben. Die Welt ist wieder in einem erschreckenden Zustand, trotzdem uns der grosse Geist verschiedene Sprachen gab, uns zu den vier Enden der Welt schickte und uns aufgetragen hat, zur Erde, mit allem was sich darin befindet, Sorge zu tragen. Es gibt eine Kachinarassel der Hopi, welche die Erde symbolisiert. Der äussere Kreis bezeichnet die Zeitlinie und weist uns darauf hin, dass wir uns in den letzten Tagen der Prophezeiung befinden.

Was haben Sie, als Einzelperson, als Nation und als Bewohner dieser Welt getan, um zu dieser Erde Sorge zu tragen? Heutzutage vergiften die Menschen ihre eigene Nahrung, ihr Wasser und die Luft mit den Abfällen der Zivilisation. Viele von uns, selbst die Kinder sind am verhungern. Viele Kriege sind zurzeit im Gange. Gier und Interesse für materielle Dinge ist weit verbreitet. In der westlichen Hemisphäre (Erdhälfte), unserer Heimat, sind viele Angehörige der Urbevölkerung ohne Land, ohne Heim, haben nichts zu Essen und erhalten keine medizinische Betreuung. Die Hopi wissen, dass die Menschen viele neue Technologien entwickeln, die uns schaden.

Wir haben in diesem Jahrhundert den ersten und den zweiten Weltkrieg erlebt. Im zweiten Weltkrieg fiel der vorhergesagte „Kürbis der Asche“, welchen ihr Atombombe nennt, vom Himmel und führte zu fürchterlichen Zerstörungen. Viele tausend Menschen starben in Hiroshima und Nagasaki. Für viele Jahre bestand grosse Furcht und die Gefahr eines dritten Weltkrieges. Viele Hopi glaubten, dass der „Golfkrieg“ der Beginn des dritten Weltkrieges sei, aber er wurde beendet und die schrecklichsten Zerstörungswaffen kamen nicht zu Einsatz. Es ist nun an der Zeit, eine Wahl für unsere Zukunft zu treffen. Wir haben noch eine Wahl. Wenn Sie, die Nationen dieser Erde, einen neuen grossen Krieg beginnen, dann, glauben die Hopi, wird sich die Menschheit selbst zerstören und zu Asche verbrennen. Darum weisen die gläubigen Ältesten die Vereinten Nationen mit Nachdruck darauf hin, die geistlichen Anführer der Urbevölkerung sobald wie möglich anzuhören. Die Natur selbst spricht keine Sprache, die wir leicht verstehen können. Ebenso wenig können die Tiere und die Vögel, die vom Aussterben bedroht sind, zu uns sprechen. Wer in dieser Welt kann für die Natur und die geistige Energie sprechen, welche erschafft und durch alles Leben fliesst. Auf jedem Kontinent gibt es Menschen wie Sie, welche sich jedoch nicht vom Landleben und der Natur entfremdet haben. Durch ihre Stimmen spricht die Natur zu uns. Sie haben diese Stimmen und ihre Botschaften aus allen Ecken der heutigen Welt gehört.

Ich habe verschiedene Religionen studiert und miteinander verglichen, und ich denke Sie kennen die Konsequenzen, wenn das natürliche und spirituelle Gleichgewicht zerfällt, auch aus der Geschichte Ihrer eigenen Länder und Kulturen. Die einheimischen Völker dieser Welt haben Ihnen berichtet, wie ihr Leben und ihre Heimat zerstört wird, über den Raubbau an der Natur und wie ihre heiligen Rituale und Sitten entweiht werden. Es ist an der Zeit, dass die Vereinten Nationen ihre Verantwortung wahrnehmen und interveniert, damit diese Ereignisse aufhören. Das „Four Corners“ Gebiet der Hopi wird von vier heiligen Bergen begrenzt. Innerhalb davon befindet sich unser spirituelles Zentrum und unsere Prophezeiung sagt, dass er als heiliger Ort für das Überleben und die Zukunft der Menschheit von Bedeutung ist und deshalb in seinem natürlichen Zustand belassen werden muss. Alle Nationen sind aufgefordert, sich für den Schutz dieses geistigen Zentrums einzusetzen. Die Hopi und alle echten Einheimischen halten durch Gebete, Fasten und religiöse Zeremonien das Land im Gleichgewicht. Unsere geistlichen Oberhäupter halten das Land in der westlichen Hemisphäre für alles Leben, inklusive der Menschen, im Gleichgewicht. Niemand in der westlichen Welt oder sonst wo auf dieser Welt darf von seinem Heimatland vertrieben werden. Befehle zur Umsiedlung, wie das öffentliche Gesetz (Public Law 93-531) der Vereinigten Staaten von Amerika, müssen aufgehoben werden. Auch die Vereinten Nationen befinden sich auf unserem Stammland.

Die Vereinten Nationen reden über Menschenrechte, über Gleichgewicht und Gerechtigkeit, doch bis heute hatten die Urvölker nie eine wirkliche Chance, vor diesem Gremium zu sprechen.

Es sollte die Aufgabe Ihrer Länder und dieser Institution sein, Ihren Einfluss und Ihre Verantwortung geltend zu machen, um den zerstörerischen Machenschaften verantwortungsloser Menschen Einhalt zu gebieten und die Wunden der Erde zu heilen. Die Hopi – Ältesten wissen, dass das Ihre Aufgabe ist und sie erwarten, dass Sie jetzt handeln. Die Natur, die Überlieferungen der ersten Menschen, und der Geist unserer Ahnen warnen Euch eindringlich. Heute, am 10. Dezember 1992, bewahrheiten sich unsere Prophezeiungen. Sie sehen die Zunahme von Überschwemmungen, zerstörerischen Wirbelstürmen, Hagelschlägen, Klimaveränderungen und Erdbeben. Selbst Tiere und Vögel warnen uns mit abnormen Verhaltungsänderungen, wie das Stranden der Wale.

Warum benehmen sich Tiere so, wie wenn sie wüssten, wie es um die Erde steht und warum benehmen sich die Menschen so, wie wenn sie davon nichts wüssten? Wenn die Menschheit durch diese Warnungen nicht wachgerüttelt wird, kommt der Tag des jüngsten Gerichts und die Welt wird zerstört werden, wie die vorherigen Welten zerstört wurden.

artikel-diebotschaftderho02

(Thomas und Oren Lyons halten die Zeichnung eines grossen Felsens aus dem Hopi – Land zum Publikum). Die Zeichnung zeigt Teile der Hopi Prophezeiung.

Es gibt zwei Wege:

Der eine mit Technologie, aber ohne Achtung vor der Natur und dem Glauben, mündet in der Zick-Zack Linie, die das Chaos bedeutet. Der andere Pfad beschreibt den Weg der Harmonie mit der Natur. Hier sehen wir eine Linie, die wie eine Brücke beide Wege verbindet. Wenn wir zurückkehren zum Weg des Glaubens und der Harmonie unserer Herzen, können wir das Paradies auf Erden verwirklichen.

Wenn wir nur den oberen Pfad weitergehen, werden wir alles zerstören. Es liegt an uns, den Kindern dieser Erde, die Botschaft zu hören, bevor es zu spät ist. Die Ältesten ersuchen die Vereinten Nationen, während diesem „ Internationalen Jahr der indigenen Völker“, die Türen für alle geistlichen Oberhäupter aus allen vier Himmelsrichtungen dieser Erde offen zuhalten, damit diese so bald als möglich ihre Anliegen, auch mehr als ein paar Minuten, vortragen können. Die Ältesten beantragen im weiteren, dass acht Untersuchungsteams die Gebiete der Naturvölker dieser Welt besuchen und beobachten, damit sie die Wahrheit an die Öffentlichkeit bringen was dort vorgeht, und die verantwortlichen Nationen hindert, den Weg der Selbstzerstörung weiterzugehen.

Jeden Vertreter von Ihnen, der mehr über die Visionen und die spirituelle Kraft der Ältesten lernen will, lade ich ein nach Hopiland zu kommen, um mit unseren geistlichen Oberhäuptern in ihren heiligen Kivas zusammenzusitzen und zu erfahren, wie sie ihre uralten Geheimnisse des Lebens und der Harmonie offenbaren. Ich hoffe, dass alle Mitglieder dieses Rates die wissen, dass man vom Weg des Glaubens nicht nur reden soll, sondern um wirklichen Frieden und Harmonie zu erreichen, den Satz nachleben muss, der auf den Mauern des UNO – Gebäudes steht:

Lasst uns aus den Schwertern Pflugscharen schmieden. Und den Krieg für immer begraben. Lasst uns damit beginnen, jetzt!

Epilog

In der Nacht vor den Präsentationen der Urbevölkerung dieser Welt vor den Vereinten Nationen fand am klaren Himmel über New York eine totale Mondfinsternis statt. Am Abend nach der Präsentation von Hr. Banyacya und den anderen Vertretern der Naturvölker begann es stark zu regnen und ein kräftiger Wind fegte durch die Stadt. Die Meteorologen warnten vor einem Schneesturm, doch am nächsten Tag ereigneten sich die schlimmsten Überschwemmungen in der Geschichte New York’s. Autobahnen wurden hinweggespült und selbst die Untergeschosse der Vereinten Nationen wurden überflutet, was einen Ausfall der Heizung und der Klimaanlagen zur Folge hatte. Sämtliches Personal wurde daraufhin um 15.00 Uhr nach Hause geschickt. Im Konferenzraum im Erdgeschoss, wo am 11. Dezember verschiedene Treffen von Ureinwohnern und Vertretern von UNO – Dienststellen stattfanden, rief Thomas Banyacya spontan alle Teilnehmer, inklusive UNO – Offizielle dazu auf, einen grossen Kreis zu bilden. Thomas rief alle Ältesten zusammen und ebenfalls einige Nicht – Ureinwohner. Alle beteten stumm. Dass Menschen aus allen vier Himmelsrichtungen dieser Erde miteinander einen Kreis bildeten, war mehr als nur ein symbolischer Akt. Eine Teilnehmerin sagte später, sie hätte sich noch nie so sicher gefühlt, wie an diesem Ort. Später bemerkten mehrere Anwesende, dass der Sturm abklang und in Manhattan keine weiteren Schäden anrichtete.

Übersetzung: Jürg Künzi

  1. August 22, 2012 um 8:07 pm

    Danke sehr lesenswert!

    Gruß Hans

  2. August 22, 2012 um 9:01 pm

    Danke!

  3. kllsr1
    August 22, 2012 um 11:43 pm

    WoW

  4. Marcel
    August 23, 2012 um 9:29 pm

    Regt sehr zum nachdenken an. Wir kommen von der Erde und da gehen wir auch wieder hin.

  5. Oktober 16, 2012 um 3:18 am

    Reblogged this on monopoli.

  6. Februar 17, 2014 um 4:46 am

    Hat dies auf Walter Friedmann rebloggt und kommentierte:
    Die Botschaft der Hopi-Indianer

  7. Arcturus
    Februar 23, 2014 um 3:34 am

    Hat dies auf Oberhessische Nachrichten rebloggt.

  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: