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Entzauberung der sieben Standardmythen der Neoliberalen

Ich wurde auf diesen Kommentar zum Artikel Milliardär will in Österreich Politik machen – Magna-Gründer Stronach tritt mit eigener Partei an hingewiesen, und weil er so interessant ist und nicht untergehen sollte, poste ich ihn hier als eigenständigen Artikel:

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Die Aufnahmefähigkeit der großen Masse ist nur sehr beschränkt, das Verständnis klein, dafür jedoch die Vergeßlichkeit groß. Aus diesen Tatsachen heraus hat sich jede wirkungsvolle Propaganda auf nur sehr wenige Punkte zu beschränken und diese schlagwortartig so lange zu verwerten, bis auch bestimmt der Letzte unter einem solchen Worte das Gewollte sich vorzustellen vermag.

An dieses Zitat vom größten “Experten” für Kriegspropaganda, Volksverhetzung und Lüge fühlt man sich erinnert, wenn man die Vorgehensweise der neoliberalen Drückerkolonnen in Politik und Medien in den letzten 25 Jahren betrachtet.

Sieben Glaubenssätze werden seit den Achtziger Jahren von den einschlägigen Meinungseliten im Dunstkreis des großen Geldes unermüdlich wiederholt:

  1. Der Staat und seine Schulden sind unser größtes Problem.
  2. Privatisierungen sind ein Allheilmittel und Segen für die Menschen.
  3. Die Deregulierung der Arbeits- und Finanzmärkte führt zu Wohlstand für alle.
  4. Zu hohe Steuern treiben die Reichen und ihr Geld aus dem Land.
  5. Die Reichen und Topmanager sind die eigentlichen Leistungsträger, ihre Einkünfte sind zu gering.
  6. Die Unterschicht ist dumm und faul und neigt zu “spätrömischer Dekadenz”.
  7. Es gibt eine demographische Lücke; sie lässt sich nur durch Erhöhung der Lebensarbeitszeit schliessen.

Schauen wir uns die sieben neoliberalen Dogmen nacheinander näher an:

Dogma 1: Der Staat und seine Schulden sind unser größtes Problem.

Die Fakten: Nicht die Staatsschulden haben die Finanzkrise ausgelöst, sondern die exorbitante Privatverschuldung, vor allem in Großbritannien und den USA. In diesen Ländern wurden die Menschen durch Niedrigzins und den Abbau sozialer Netze in die Privatverschuldung gelockt und getrieben. In den USA beträgt die Staatsverschuldung rund 80% des BIP, die Privatverschuldung jedoch ca. 130%. In Großbritannien liegt die Staatsverschuldung bei ca. 60% des BIP, die Privatverschuldung bei sage und schreibe 180%. Zum Vergleich: In Deutschland und Österreich liegt die Staatsverschuldung bei ungefähr 75%, die Privatverschuldung bei 10% des BIP.
(vergleiche: DIE ZEIT Januar 2009)

Nicht jede Art von Staat ist den Neoliberalen ein Greuel. Nur der Sozialstaat ist ihnen ein Dorn im Auge. Den Militärstaat schätzen sie aufs Höchste, schützt und expandiert er doch ihren Einfluss. Der Militärstaat darf aus Sicht der Neoliberalen (in den USA treffender “Neocons” genannt) auch exorbitante Staatsschulden auftürmen. Das zeigen die Amtszeiten von Ronald Reagan und George W. Bush. Die neoliberalen “Chicago Boys” der Milton Friedman-Schule waren begeisterte Berater und Vollstrecker des Diktators Pinochet, als es darum ging, die sozialen und demokratischen Rechte der Chilenen abzuschaffen. Der Durchschnittslohn sank, der Anteil der Bevölkerung unter der Armutsgrenze stieg von 20 auf 44 Prozent ( DER SPIEGEL).

Dogma 2: Privatisierungen sind ein Allheilmittel und Segen für die Menschen.

Die Fakten: Privatisierungen sind keineswegs eine Garantie für Effizienz und Qualität. Die Vorgänge beim Bau der Kölner U-Bahn zeigen, wohin der Abbau staatlicher Kontrollen führt. Auf dem Energiesektor betreibt heute ein Oligopol von vier Stromriesen (RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall) eine völlig willkürliche Preispolitik und erpresst die Regierungen.
(wirtschaft.t-online.de).

Durch Schröders Steuerreform 2000/1 und Privatisierungs-Konstrukte wie Cross Border Leasing und Private Public Partnership sind Kommunen wie Gelsenkirchen oder Duisburg an den Rand des Konkurses geraten.

Dogma 3: Die Deregulierung der Arbeits- und Finanzmärkte führt zu Wohlstand für alle.

Die Fakten: Die Deregulierung des Arbeitsmarktes hat ein in der Bundesrepublik bisher nie dagewesenes Lohndumping verursacht. HartzIV und die Lockerung der Leih- und Zeitarbeitsregelungen, durchgepeitscht von Wolfgang Clement, hat zu einem Millionenheer von Beschäftigten mit Tagelöhnerstatus geführt. Bereits 20% aller Beschäftigten erzielen nur noch Minilöhne. Mehr als zwei Millionen Menschen verdienen weniger als 6 Euro brutto pro Arbeitsstunde. Die daraus resultierende Schwächung der Binnennachfrage und Massenkaufkraft sind Gift für die heimische Wirtschaft (http://meta.tagesschau.de).

Die Deregulierung der Finanzmärkte hat zum Beinahe-Kollaps und einem unbeschreiblichen Chaos geführt. Die Deregulierung hat Schwindelpapieren, Spekulanten und Scharlatanen Tür und Tor geöffnet. Mit Hunderten von Milliarden musste der “verhasste” Staat, also letztlich der Steuerzahler, einspringen, damit die Depots und Banken der Reichsten gerettet werden konnten. Vorerst zumindest.

Dogma 4: Zu hohe Steuern treiben die Reichen und ihr Geld aus dem Land.

Die Fakten: Wohin sollen die Vermögensmillionäre denn fliehen? Nach Frankreich, Holland oder Skandinavien? Nach Großbritannien oder den USA? In all diesen Ländern zahlen sie das Drei- bis Vierfache an vermögensbezogenen Steuern.

Eine Steuerstudie brachte es ans Licht des Tages: rund 7.000 Euro an Steuern entrichtet ein Vermögens-Millonärsehepaar im Schnitt pro Jahr.

Rund 15.000 Euro Steuern bezahlt ein Arbeitnehmerehepaar mit Durchschnittsverdienst und zwei Kindern. Rund 0,9 Prozent vom BIP betragen die vermögensbezogenen Steuern in Deutschland (und Österreich). Hingegen sind es in der Schweiz, in Japan und in Italien 2,5 Prozent, in Frankreich, Kanada, USA rund 3 Prozent und in Großbritannien über 4 Prozent (Quelle: OECD Revenue Statistics 2006).

Dogma 5: Die Reichen und Topmanager sind die eigentlichen Leistungsträger, ihre Einkünfte sind zu gering.

Die Fakten: Die Mehrzahl der bestbezahlten Topmanager sind Leistungsvernichter, nicht Leistungsträger. MÄRKLIN, GROHE, Rosenthal und Dutzende anderer Firmen wurden von sogenannten “Topberatern” filettiert, abteilungsweise verhökert und schließlich in den Konkurs getrieben.

Die globalen Wertpapier-, Fonds- und Bankenmanager haben Abermilliarden in sinnlosen Luxusprojekten verbrannt: Yachthäfen, Privatjets, Immobilien (mit Golfplatz gleich nebenan). Sie verrotten heute oder werden weit unter Wert verscherbelt.

Absurd ist die Mär vom armen deutschen Manager. Deutsche Manager von Großbetrieben erhalten im Schnitt 540.000 Euro pro Jahr, Schweizer Topmanager müssen sich mit 370.000 Euro “begnügen”. In Holland erzielt ein Top-Manager gerade mal 230.000 Euro.
(Wbl.).

Nach der Logik der neoliberalen Analysten müssten die Manageretagen in den Niederlanden völlig verwaist sein, und die Wirtschaft des Landes am Rande des Ruins stehen. Nun weist aber gerade Holland seit Jahren bessere Wachstumsraten und eine günstigere Arbeitslosenquote auf als Deutschland.

Dogma 6: Die Unterschicht ist dumm und faul und neigt zu spätrömischer Dekadenz.

Die Fakten: Die Unterschicht ist weder dumm noch faul, sie wird vielmehr seit nunmehr fast dreißig Jahren systematisch um echte Bildungschancen betrogen. Flächendeckende Vor- und Ganztagsschulen fehlen, die Streichung von Schüler-Bafög und die Erhebung von Studiengebühren lassen Talente aus den armen Schichten verkümmern.

Das Selbstwertgefühl der armen Schichten wird seit langem systematisch von den Seichtmedien (RTL, SAT1, BILD, etc.) und den einschlägigen Politkern der Sorte Sarrazin(SPD) und Metzger(GRÜNE) zerredet und erodiert.

Der Anteil der Kinder aus Arbeiterfamilien und aus prekären Familienverhältnissen, die studieren, ist seit 1982 (Abschaffung des Schüler-Bafögs) stetig zurückgegangen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind aus diesen Schichten ein Studium beginnt, ist inzwischen 14 mal geringer als bei Kindern aus Selbständigen- oder Akademikerfamilien.

Dazu tragen auch die Studiengebühren bei. Studiengebühren halten jedenfalls die Abiturienten vom Studieren ab. Bis zu 18.000 von ihnen entschieden sich im Jahr 2006 wegen der Campusmaut gegen ein Studium, belegt eine Untersuchung des HIS. (Quelle: http://www.spiegel.de).

Dogma 7: Die demographische Lücke lässt sich nur durch Erhöhung der Lebensarbeitszeit schliessen.

Die Fakten: Im Jahr 1900 kamen 12,4 Erwerbsfähige (15-64 Jahre) auf eine alte zu versorgende Person (über 64 Jahre), 50 Jahre später nur noch 6,9; nach weiteren 50 Jahren (Jahr 2000) waren es 4,1 und für 2050 werden 2,0 prognostiziert. (Vergleiche M. Schlecht et al., Mythos Demografie)

Man sieht: Bereits seit über 100 Jahren versorgen immer weniger Beschäftigte immer mehr alte Menschen. Seit 1900 unterliegt die Gesellschaft diesem rasanten demographischen Wandel, der nun plötzlich seit einigen Jahren dramatisiert wird, ohne dass auch nur e i n e der heute vorausgesagten Folgen in den vergangenen 100 Jahren eingetreten wäre.

Seit über 100 Jahren nimmt die Produktivität pro arbeitender Person massiv und stetig zu. Der daraus resultierende gravierend zunehmende Output an Waren und Dienstleistungen sorgt selbst bei zurückgehender Beschäftigung dafür, dass auch ein Verhältnis von zwei oder 1,5 Beschäftigten zu einer alten Person sich problemlos meistern lässt, ohne dass bei Beschäftigten oder Ruheständlern irgendwelche Abstriche beim Lebensstandard nötig wären. Im Gegenteil.

Fazit: Der Lebensstandard kann für alle wachsen, weil Produktivität und Output pro beschäftigter Person seit jeher viel stärker zunehmen als der Beschäftigungsgrad abnimmt. Das Gerede von der “demographischen Lücke” ist nichts weiter als Hysterie und Panikmache, um die Kassen der Privatversicherer zu füllen.

Woher die Verblendung?

Obwohl all diese Fakten jedem zugänglich sind, glauben immer noch viele Menschen an die sieben Standardlügen der neoliberalen Meinungs-Phalanx. Woher kommt das?

Ein Hauptgrund wurde bereits genannt: Die Massenpropaganda der gleichgetakteten Medien von ARD bis ZDF, von WAZ bis WELT, von RTL bis SAT1. Ab einem gewissen Zeitpunkt entwickeln zudem ständig wiederholte Täuschungen aus dem Mund von Meinungsführern eine Eigendynamik. Wird ein bestimmtes Quantum an Berieselung langfristig verabreicht, glauben schliesslich große Teile der Bevölkerung ganz ungeprüft, wie selbstverständlich an die widersprüchlichsten Dinge. Man denke nur an die alle zehn Jahre radikal wechselnden Diät-Mythen.

Einen zweiten Hauptgrund für die lemminghafte Gefolgschaft vieler ökonomischer Laien nennt der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman: “Die jährlichen Gesamtmittel der wirklich unabhängigen wirtschaftswissenschaftlichen Institute belaufen sich auf ein paar zig Millionen Dollar… Dies bedeutet, dass bereits ein paar wenige reiche Spinner in der Lage sind, mit einem von ihnen unterhaltenen Netz von “Denkfabriken”, “Forschungseinrichtungen”, Stiftungen und so weiter kräftig mitzumischen und eine Wirtschaftsideologie ihrer Wahl salonfähig zu machen.” (Paul Krugman, Schmalspurökonomie, Frankfurt/M., 2000).

Die meisten Politiker sind mit wenig Lebenserfahrung aus dem echten Arbeitsleben, aber mit sehr viel ökonomischer Naivität gesegnet. Angela Merkel, Franz Müntefering, Cem Özdemir oder Claudia Roth hingen und hängen mit geradezu gläubiger Inbrunst an den Lippen der modernen Heizdeckenverkäufer vom Schlage eines Jörg Asmussen, Hans Tietmeyer oder Josef Ackermann.

Beim Politiker-Typus Schröder, Fischer, Clement liegen die Dinge etwas anders. Hier lassen sich Narzissmus, Parvenu-Eifer und das nackte Interesse an skrupelloser Bereicherung als treibende Motive nicht völlig ausschliessen.

Auch wenn es dazu bisher keine Studien oder Recherchen gibt: Wer sich im nachhinein ihr Gebaren näher ansieht, wird das Gefühl nicht los, dass sie ihr Gehirn jahrelang jedes Wochenende durch eine Scientology-Waschanlage (auch Managerseminare genannt) gejagt haben. Dass die Erfolgs”ethik” von Scientology und das “Moral”verständnis der Neoliberalen zu annähernd 100 Prozent deckungsgleich sind, dürfte kein aufmerksamer Beobachter ernsthaft bestreiten.

  1. August 15, 2012 um 9:59 am

    Dem Artikel ist nichts hinzuzufügen – und es ist nicht neu:

  2. yt
    August 15, 2012 um 10:27 am

    Ich denke im Groben und Ganzen, sind das die richtigen Beobachtungen. Etwas bereinigt, weniger emotional, sollte man diesen Beitrag allen Tageszeitungen und Magazinen anbieten. Denn es gilt die „Offliner zu erreichen“. Das ist derzeit praktisch noch die Mehrheit der Bevölkerung, obwohl sie theoretisch die Möglichkeiten hätten sich schlau zu lesen.

    Mit vernetzten Grüßen,
    yt

  3. August 15, 2012 um 10:36 pm

    Hier gibt es einen sehr guten geschichtlichen Abriss, wie es von der Schenkkultur mit Versorgung aller zur ausschließenden Marktwirtschaft ging:

    gefunden an anderer Stelle:

    In einfachen Worten die ganze Geschichte und Misere der Marktwirtschaft.
    (Leider etwas lang geworden.)

    In 8 Schritten hat sie sich bis zu dem Monstrum hochgearbeitet, das jetzt die Welt und Menschheit bedroht.
    Denn die Welt sieht nicht SO aus, weil Kommunismus oder Anarchie überall herrschen, sondern die Mechanismen der freien Marktwirtschaft (oder wie ich es nenne, des Kapitalismus) und deren politischen Systeme.

    Und alles fing ganz harmlos an (vor einigen tausend Jahren).
    Es ist die Geschichte von „Bewusstseinsveränderungen“.
    Der Mensch paßt sich den neuen Erfordernissen an und nun ist er das, was wir vor uns sehen:
    konsumgeil, bindungsunfähig, gestresst, aggressiv, erfolgshungrig,
    unfrei, vereinsamt, käuflich, verloren, manipuliert.

    Hier die Schritte, die nötig waren, UNSERE Welt zu erschaffen.

    1. Bewusstsein für „Besitz“ schaffen (Beginn vor 8000 bis 5000 Jahren)
    2. Bedingungen für die freie Marktwirtschaft erkämpfen und etablieren (Franz. Revolution, 1789)
    3. Marktmechanismen wirken lassen
    1. Konkurrenz
    2. Wachstum
    3. Innovation
    4. Fortschritt
    5. Normierung
    4. Geplante Obsoleszenz (ständige Kaufanreize schaffen, 1924)
    5. Weiterentwicklung zu einem Weltmarkt (läuft schon immer so nebenher)
    6. Privatisierung vorantreiben ( = Zersetzung des Staates)
    7. Globalisierung (Ausverkauf der Welt, ab 1990)
    8. Weltweite Vereinheitlichung/NWO (spekulativ, aber möglich)

    Das alles erfordert meines Erachtens
    Schritt 9 Die Ersetzung des alten Systems

    Nicht „weiter so fortschreiten“ ist die Devise zum Überleben,
    sondern einfach mal das Ganze überdenken und dann einen
    Schritt „zurück“ auf ein gesundes Maß.

  4. Bunny
    August 16, 2012 um 2:08 pm

    – Zu hohe Steuern treiben die Reichen und ihr Geld aus dem Land.
    Nein, denn die wirklich Reichen die sitzen gar nicht im ‚Land‘ und sind nicht direkt Personen, insbesondere jene die könnten aus dem Land gehen zahlen kaum Steuern.

    Selten kommt der Frau Hermann mal ein fundierter brauchbarer Beitrag über die Lippen, aber mit ihrem Vortrag über den Mittel’stand'(schicht) und dessen Illusion reich zu werden (an gezüchtete Gier) liegt sie ganz richtig. Woher die kommt – wer das hinterfrägt kommt bald zu einer erschreckenden Erkenntnis.

    Mich persönlich ärgert diese Vielschichtigkeit die unterstellt wird und gewisse Verhaltensweisen die damit verbunden wären. Irgendwann wird jeder einmal desillusioniert. Die aktive Mittelschicht schnallt das gar nicht, dass sie das Spiel nicht gewinnen können . Die Unterschicht hat sich, sofern sie es überhaupt tut, zurecht in die Wiese gesetzt während die Mittelschicht noch immer glaubt mit 50km/h einem Ziel nachzueilen, das sich mit 64, 128, 256 km/h entfernt.

    Der Unterschied zwischen Mittelschicht und Unterschicht ist allein, dass die Mittelschicht teils bewusst oder unbewusst im Job ’nichts‘ erreicht aus freien Stücken oder nicht angehalten ist, respektive sinnerfüllt zu handeln. Beides fördert die Bildung der Ober- und Unterschicht – Schwächung des Peers – Mitglieds in der Gesellschaft. Jetzt sollte man sich hinterfragen – Warum kommt es dazu? Da gibt es einige Punkte

    Ein nicht ganz unwesentlich Punkt sind die Politikschulden, aber die werden wir nicht als Odious Debt abschreiben können… die reinen Staatschulden machen wohl Sinn, die Investitionen in die Allgemeinheit – Gesellschaft. Aber wieviel der Staat aufwenden muss die Ignoranz der Mittelschicht zu kompensieren sieht man auch an den Staatsschulden. In dem Sinne sind sie ein Problem.

    Dogma 7: Klar. Kann allein so sein. Die Produktivität ist eine Sache. Kaufen muss die Güter auch jemand. Gehen sie einmal auf die Straße und fragen einen aus der Mittelschicht: ‚Würden sie es für intelligent halten etwas abzugeben, damit die heute 3te Welt in Zukunft ihre Produkte kauft‘. Schauen wir mal, ob er es tut.

    Die Argumentation der Neoliberalen schwächelt massiv, das stimmt wohl. Meine Argumentation bezieht sich nicht auf das Individuum, eher auf die Masse und deren systemische Unvernunft.

  5. August 16, 2012 um 4:39 pm

    Gespräch zur Krise mit Meinhard Miegel:

    Das System ist am Ende, das Leben geht weiter

    „… Der moderne Mensch braucht zahllose Krücken, weil er keine eigene Verankerung mehr hat.“

    „… Die Politik tut noch immer so, als gälte es eine Krise zu bewältigen, und beschwört damit die nächste Krise herauf. Doch was wir gegenwärtig erleben, ist eben nicht nur eine weitere Krise, sondern eine dauerhaft veränderte Wirklichkeit. Ich hoffe, das klingt nicht sarkastisch und erst recht nicht zynisch, aber ich sehe die derzeitigen Umbrüche mit einer gewissen Erleichterung. Eine lange historische Periode klingt jetzt aus, und das Neue können wir mitgestalten. Das eröffnet Chancen, wie es sie lange nicht mehr gab.“

    … hervorragend. Endlich kommt so etwas auch im „Mainstream“ an …

    Gruß
    Manfred

    P.S.: Ich hab versucht, den Link einzubinden – ist mir noch nicht gelungen. WordPress ist speziell …

    • August 16, 2012 um 5:36 pm

      JA, sehr guter Artikel. Das macht Mut!

    • August 16, 2012 um 9:08 pm

      Tut mir leid, dieses Interview gehört in die Kategorie: gesundbeten.
      Kapitalismus ist ein überstrapaziertes Wort, dem nun der „schwarze Peter“ zugeschoben werden soll… Wenn ich das schon lese, geht mir dir Hutschnur hoch, weil nämlich genau an den Ursachen vorbei gebrabbelt wird. Und die Ursachen für die Krisen und Verwerfungen ist das kapitalistische Wirtschaftssystem mit dem Privat-Eigentum an Produktionsmitteln mit dem Zwang zu immer mehr Profit (um „wirtschaftlich“ sein zu können), was dazu führt, das ALLE (die Gemeinschaft) die Arbeit macht, aber WENIGE – die Eigentümer, die Kapitalisten, die zu Imperialisten und Faschisten werden – sich die Früchte dieser Arbeit PRIVAT aneignen!

      Kommt dann noch:

      Spielen nicht mehr genügend Menschen mit, dann verändern sich die sogenannten gesellschaftlichen Verhältnisse von allein.

      bin ich vollkommen satt!

      Glaubt wirklich irgend ein Mensch, dass sich die Hyper-Super-Milliardäre selbst enteignen, weil „genügend Menschen“ nicht mehr mitspielen? Diese Menschen kriegen eine Bombe auf den Kopf – und fertig! Siehe Naher Osten gerade jetzt.

      Dieser Mann ist ein Sand-in-die-Augen-Streuer und die wahren Aussichten Vernebler. Er steht im Sold genau der Kapitalisten, deren Interessen er hier ach wie klug und intellektuell vertritt!

      Als es Deutschland, Europa, der Welt das letzte mal so ging wie jetzt, führte das directamente zu Hitler und dem 2. Weltkrieg!
      Ach ja, Euro gab’s damals noch nicht, sondern nationale Währungen, dennoch haben wir haargenau dieselbe Krise wie damals!

      • August 16, 2012 um 10:10 pm

        Liebe Solveigh,

        in Dir scheint es inzwischen mächtig zu brodeln. Und mit Recht.

        Dennoch sollten wir es eher positiv aufnehmen, dass im Mainstream die zarten Pflanzen beginnen zu keimen. Sicher könnte es schneller gehen, aber ich bin mir sicher, dass es gesünder ist evolutionäre Schritte zu tun, und immer mehr Menschen dabei mit auf die Reise zu nehmen.

        Und wenn ein Mensch wie Herr Miegel sich zu weit aus dem Fenster lehnte, würde er keinen Effekt haben. Also schauen wir positiv in die Zukunft und nehmen dieses kleine Mosaiksteinchen einfach mit …

        LG Martin

  6. August 16, 2012 um 11:12 pm

    „Tut mir leid, dieses Interview gehört in die Kategorie: gesundbeten.“

    Also, das sehe ich denn doch deutlich anders.

    Veränderungen geschehen IMMER von innen nach aussen, niemals umgekehrt …

    Um es auf den Punkt zu bringen: Ein Phänomen wie 3.Reich/Hitler wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht in der Mehrheit der damaligen Bevölkerung ein kleiner Hitler versteckt gewesen wäre – so unangenehm es ist, dieser Tatsache ins Auge zu blicken. Eine Erscheinung wie Hitler ist die konzentrierte Reflektion/Spiegelung einer inneren Geisteshaltung von vielen …

    Stell Dir vor, die Hauptvertreter des Kapitalismus (jene berüchtigten 1 % ;-)) wären von heute auf morgen nicht mehr da … binnen kurzer Zeit hätten wir dennoch dasselbe wie jetzt, da der Bewusstseinszustand jener 99 % immer noch am Wirken ist, und binnen kurzer Zeit erneut die gleichen Auswirkungen nach sich zieht.

    Natürlich, es ist eine Henne-Ei-Situation, aber dennoch: Veränderung geschieht von innen nach aussen, nicht umgekehrt, da bin ich mir sicher.

    Ein „System“, egal welcher Art, ist eine bequeme Fiktion, ein Denkmodell, um sein Wirken zu verstehen – aber letztlich gibt es kein „Gesellschaftssystem“, sondern „nur“ eine Menge einzelner realer Menschen, die ein Gesellschaftssystem formen und bilden.

    „Spielen nicht mehr genügend Menschen mit, dann verändern sich die sogenannten gesellschaftlichen Verhältnisse von allein.“

    Ja.

    Natürlich hat ein bestehendes System mit gegebenen Machtverhältnissen das eingebaute Bestreben, sich stabil zu halten, und sei es mit Bomben … völlig klar. Aber letztlich, auf längere Sicht, hilft es nicht.

    Wie war das doch noch: „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will …“

    Gruß
    Manfred

    • August 16, 2012 um 11:26 pm

      Deine Worte lassen mich wieder an die Theorie der Spiral Dynamics denken. Diese Theorie zeigt ja auch, wie sich das Bewusstsein auf höhere Level aufschaukelt. Und je nach durchschnittlichem Zustand ließe sich so interpretieren, welches Gesellschaftssystem sich gerade ausprägen kann. Und wenn wir nun entsprechend viel weiter sind als noch zu Zeiten des zum Dritten Reich, dann sollten wir eine definitiv andere Wirklichkeit, wie im Artikeln erwähnt, erleben. Und damit auch eine andere Gesellschaftsform gestalten wollen.
      Ich hatte heute irgendwo einen Artikel gestriffen, der ein Umfrageergebnis zeigte, dass 80% der Deutschen sich eine andere Ökonomie wünschen!
      LG Martin

      • August 17, 2012 um 8:58 am

        P.S.

        Ich hatte heute irgendwo einen Artikel gestriffen, der ein Umfrageergebnis zeigte, dass 80% der Deutschen sich eine andere Ökonomie wünschen!

        Ich befürchte, die Konzern- und Bankenbesitzer scheren sich nicht darum! Sie scheren sich auch nicht darum, dass 99 % der Menschen Frieden wünscht, sie manipulieren die Menschen einfach so, dass sie dann mitmarschieren!

        Und was heißt andere Ökonomie?
        Das kann auch eine „Eiserne Hand“ sein, die endlich Ordnung schafft (wie 1933 Hitler) – und am Ende Deutschland und die darin wohnenden Menschen in den Abgrund fürht – der Profite wegen!

        • August 17, 2012 um 9:56 am

          Und schon kommt es auf The Intelligence:

          Umdenken hat eingesetzt: 80 Prozent für neue Wirtschaftsordnung

          Ein von der Zeit bekanntgegebenes Umfrageergebnis zeigt es deutlich auf: „Acht von zehn Bundesbürgern wünschen sich angesichts der europaweiten Krise eine neue Wirtschaftsordnung.“ Nicht Wachstum ist von Beutung, sondern soziale Gerechtigkeit. Nicht Umsatzsteigerung, sondern der Schutz der Umwelt; ihre Erhaltung für zukünftige Generationen.

    • August 17, 2012 um 8:15 am

      Dass Hitler möglich war, lag nicht an dem kleinen, inneren Hitler der einzelnen Menschen, sondern an dem Hitler-Terror bereits VOR der Machtübernahme und der konzertierten Propaganda FÜR Hitler durch die damalige deutsche Presse, an der Spitze ein gewisser Herr Hugenberg, der die, heute würde man sagen: PR – ich nennen das Massen-Manipulation – für Hitler übernahm und der dann dafür reich mit Rüstungsaufträgen belohnt wurde! Hitler wurde außerdem massiv finanziell von der den Konzernen wie IG Farben, Siemens, Thyssen etc., sowie den Banken unterstützt und verfügte so über das Geld, um die Leute mit falschen Versprechen, Lügen und Geld zu kaufen!

      http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Hugenberg

      Diese Entwicklung hat Tucholsky schon 1930 voraus gesehen und hat darum das Gedicht Deutschland erwache! verfasst, was als Zeitzeugnis verdeutlichen soll, wie diese Manipulation wirkte (und auch heute wirkt, wie ich den Kommentaren hier entnehme).
      Das ist sehr schade, um nicht zu sagen, furchtbar mit anzusehen!, schlittern wir doch auf diese Weise wieder in genau denseben Faschismus hinein!

      Kurt Tucholsky

      Deutschland erwache!
      1930

      Daß sie ein Grab dir graben,
      daß sie mit Fürstengeld
      das Land verwildert haben,
      daß Stadt um Stadt verfällt. . .
      Sie wollen den Bürgerkrieg entfachen
      (das sollten die Kommunisten mal machen!)
      daß der Nazi dir einen Totenkranz flicht -:
      Deutschland, siehst du das nicht -?

      Daß sie im Dunkel nagen,
      daß sie im Hellen schrein;
      daß sie an allen Tagen
      Faschismus prophezein . . .
      Für die Richter haben sie nichts als Lachen –
      (das sollten die Kommunisten mal machen!)
      daß der Nazi für die Ausbeuter ficht -:
      Deutschland, hörst du das nicht -?

      Daß sie in Waffen starren,
      daß sie landauf, landab
      ihre Agenten karren
      im nimmermüden Trab . . .
      Die Übungsgranaten krachen . . .
      (das sollten die Kommunisten mal machen!)
      daß der Nazi dein Todesurteil spricht -:
      Deutschland, fühlst du das nicht -?

      Und es braust aus den Betrieben ein Chor
      von Millionen Arbeiterstimmen hervor:

      Wir wissen alles. Uns sperren sie ein.
      Wir wissen alles. Uns läßt man bespein.
      Wir werden aufgelöst. Und verboten.
      Wir zählen die Opfer; wir zählen die Toten.
      Kein Minister rührt sich, wenn Hitler spricht.
      Für jene die Straße. Gegen uns das Reichsgericht.
      Wir sehen. Wir hören. Wir fühlen den kommenden Krach.
      Und wenn Deutschland schläft -:
      Wir sind wach!

  7. August 16, 2012 um 11:27 pm

    “Tyrannei, wahre Tyrannei, wächst auf unserer selektiven Wahrnehmung und auf unserer Fähigkeit unser Bewusstsein und unser Sehen so zu verbiegen, so dass wir es vermeiden, das zu wahrzunehmen, was wirklich da ist. Am Ende hängt der Sieg über die Tyrannei weniger an Gewehren, Bomben, Massenprotesten und zivilem Ungehorsam; stattdessen benötigt er die Akzeptanz der dunklen Seite der Welt, und den festen Willen ehrenwerter Menschen diese zu konfrontieren. Das heißt, die Niederlage der Tyrannei beginnt und endet in unserem Denken.”

    Gefunden in: Wie man Tyrannei besiegt…

    • August 17, 2012 um 8:52 am

      Mit reinem Denken ALLEIN wird die Tyrannei allerdings NICHT besiegt oder unmöglich gemacht.

      Als kleiner Denkanstoß neben dem Gedicht von Tucholsky oben (auch wenn ich von den „Zeitgeist“- Leuten ungefähr soviel halte wie von den BüSo-Leuten):

      Desinformation verwendet ausgesuchte Beweise, um falsche Schlussfolgerungen zu stützen

      Vom Wesen der Irreführung: Desinformation erkennen lernen

      Ob diese „eiskalte Intelligenz“ außerirdischer Natur ist, lasse ich mal dahin gestellt, darum geht es nicht vordergründig, ich sehe darin lediglich den Aufbau eines neuen Feindes, um noch mehr Gelder für die Rüstung aus den Menschen zu pressen!
      Der Fakt, wie Manipulation gemacht wird, wie subtil sie wirkt und wie erkannt werden kann, wenn ich mir denn ständig die Fragen stelle:

      Wem nützt es, wer profitiert davon, wer finanziert das, was bewirkt das in meinem Kopf, in welche Richtung soll mein Denken gedrückt werden, was ist das Ergebnis dieses meinen Denkens und wem nützt dieses Ergebnis meines Denkens und dann Handelns, wer profitiert davon?

      Dafür wiederum, muss ich natürlich genau wissen, wo ich stehe und wo ich hin will und ich muss mir die Mühe machen, nicht nur in einer Richtung nach Informationen, Analysen und Lösungsvorschlägen zu suchen. Vor allem ist es absolut notwendig, zu EIGENEN Schlussfolgerungen zu kommen.

      • August 17, 2012 um 9:24 am

        Danke für den Artikel! Der Schluss passt!

        Die größte Stärke der Desinformation ist zugleich ihre größte Schwäche

        Werden Personen unwissentlich als Agenten der Täuschung benutzt, so hängt ihre Auswahl davon ab, wie leicht es ihre Schwächen erlauben, sie an den Haken zu bekommen, wie gut sie ihre Funktion erfüllen und ihre Stärken geeignet sind, mit den Schwächen der Zielgruppe zu spielen. Über einen Mittler, der darüber hinaus den Eindruck erweckt, sachkundig und achtbar zu sein, erreicht auf diesem Wege eine Kette der Beeinflussung das Publikum.

        Woher weiß man nun, ob eine Quelle Desinformation an den Mann bringen will und nicht bloß unbedarft eine abweichende Meinung ausdrückt? In der Tat können Menschen unwissentlich Halbwahrheiten weitergeben, nachdem sie diese für bare Münze genommen haben; doch geht es um die Frage nach der ursprünglichen Quelle jener Ideen. Die Antwort lautet, dass die hinter der Desinformation steckende Absicht mit Mängeln behaftet ist, aus denen sich deren Zielrichtung ableiten lässt. Mit anderen Worten, die Mängel sind derart durchdacht und ausgerichtet, dass sie nicht unabsichtlich sein können, und sie tragen die Handschrift einer gerissenen Intelligenz unter einem zur Schau getragenen Mantel der Unschuld.

  8. August 17, 2012 um 11:01 am

    Bzgl. des Themas Desinofrmation ist die Verleumdung des Begriffs Anarchie ein schönes Beispiel. Durch die Medien geht laufend das Bild Chaos und Gewalt in Verbindung mit diesem Begriff. Dabei ist es ganz anders.

    Anarchie ist die höchte Form der Ordnung. Sie basiert auf gemeinsam gegebenen Regeln, die freiwillig befolgt werden, ohne dass mit Gewalt dafür gesorgt werden muss, dass die Menschen sich daran zu halten haben.

    Hier ist wieder ein neues Video, das Licht ins Dunkel dieser möglichen Gesellschaftform bringt:

    Ein gutes Buch zum Verständnis der Anarchie mit Beispielen bisheriger Versuche, die Anarchie leben zu dürfen, wie in großen Teilen Spaniens 1934, ist das von Horst Stowasser.

  9. August 17, 2012 um 1:32 pm

    Rechnen unsere Politiker (und Eliten) damit, dass sich ähnliche Terroristen (Freiheitskämpfer?!) wie in Syrien anschicken wollen, auch unseren demokratischen Staat auf andere Füße stellen zu wollen und sorgen vor?

    Verfassungsgericht zu Bundeswehreinsätzen im Inland – Karlsruhe fällt eine Katastrophen-Entscheidung

    Solch fundamentale Entscheidungen, wie sie jetzt das Verfassungsgericht getroffen hat, sind Sache des Verfassungsgesetzgebers. Die Richter haben das Grundgesetz fundamental geändert. Das war und ist nicht ihre Sache.

    „The Philosophers have only interpreted the world in various ways, the point however is to change it“: So steht das in goldenen Versalien auf dem Grab von Karl Marx in London. Die Verfassungsrichter haben mit ihrer Bundeswehrentscheidung die Marx’sche Devise im Verfassungsrecht praktiziert. Sie haben die Verfassung nicht interpretiert, sie haben sie geändert. Es ist dies ein juristischer Handstreich.

    Gewiss: Das ist Politik. Wer darüber entscheidet und entscheiden darf, was Politik machen darf und was nicht, macht Politik. Das Verfassungsgericht macht immer Politik, das gehört zu seinem Wesen. Aber in diesem Fall macht es falsche, abgrundtief falsche Politik.

    • August 17, 2012 um 1:48 pm

      Rechnen unsere Politiker (und Eliten) damit, dass sich ähnliche Terroristen (Freiheitskämpfer?!) wie in Syrien anschicken wollen, auch unseren demokratischen Staat auf andere Füße stellen zu wollen und sorgen vor?

      Ja, allerdings wird sich die „Tätigkeit“ der Bundeswehr gegen diejenigen richten, die diesen Terroristen das Handwerk legen wollen, sie wird Schulter an Schulter mit den Söldnern gegen die Bevölkerung „kämpfen“, sollte die es sich wagen, gegen diese immer faschistischer werdende „Ordnung“ zu rebellieren!

    • August 17, 2012 um 9:29 pm

      das einzige Szenario, das einen solchen Einsatz nötig machte, landesweite Plünderungen sind.

      An die Möglichkeit habe ich noch gar nicht gedacht….

      Ich bin eher davon ausgegangen, dass diese Politmarionetten noch ein paar „Sparmaßnahmen“ in petto haben, die spanische und griechische Verhältnisse in Deutschland provozieren würden…

      Allerdings kann es auch dabei zu Plünderungen kommen, natürlich!

      • August 17, 2012 um 10:30 pm

        Wenn das Geldsystem zusammenbricht und Verteilung von Lebensmitteln nicht funktioniert …

      • August 17, 2012 um 11:08 pm

        Richtig. 😦
        Aber vielleicht liegt gerade darin die Chance für einen Neubeginn!

  10. August 17, 2012 um 3:58 pm

    Grande Dame Solveigh,
    anscheinend die einzige Stimme hier, die Klartext redet!!!!!
    Vielen Dank

    • August 17, 2012 um 9:30 pm

      Danke für das Kompliment.
      Die vielen Negativ-Bewertungen zeigen mir, dass ich genau ins Schwarze getroffen habe 😀

  11. Heinrich Schmitt
    August 18, 2012 um 8:22 pm

    Ich wundere mich ueber die vielen Negativ-Bewertungen. Aber, um mit Heinrich Heine zu sprechen: „…..denn man macht aus deutschen Eichen keine Galgen fuer die Reichen !“

    • August 18, 2012 um 8:26 pm

      JA, die negativen habe ich auch schon gesehen. Ich vermute mal, dass im Netz so genannte Blog-Stalker unterwegs sind, die Artikel durch diese Bewertungen runterziehen wollen, einfach um ihre Relevanz zu drücken. Ich weiß aber auch von Manchen, die einen Artikel schlecht bewerten, wenn zu wenig Eigenarbeit und zu viele Zitate enthalten sind. Und leider trauen sich auch Viele nicht zu bewerten, auch wenn sie die Botschaft gut fanden …

  12. August 18, 2012 um 9:46 pm

    Aus einem äußerst lesenswerten Artikel:

    Das Kamikaze-System

    Ein System, das seine Energie aus Phantomvermögenswerten schöpft, saugt die realen Vermögenswerte der Wirtschaft wie der gesamten Bevölkerung in sich hinein wie ein interstellares Schwarzes Loch.

    Zum Bild der Selbstzerstörung gehören die Auflösung der ethisch-moralischen Prinzipien in der Gesellschaft, die Ausbreitung von Korruption, die Auflösung demokratischer Reststrukturen, der Versuch die Ordnung durch diktatorische Maßnahmen in größeren staatlichen Gebilden (EU-Gigantismus) halbwegs aufrecht zu erhalten bei gleichzeitiger massiver Einschränkung bürgerlicher Freiheitsrechte.

    Mit leeren Versprechungen, unendlichen Verschuldungsorgien, Lügen, falschen Statistiken und ablenkenden unterhaltsamen Events wird den Massen der Zustand des bankrotten Systems verschleiert – bis die Finanzelite das gesamte Vermögen aller Schichten aus allen ihren Vermögenstöpfen aufsaugen konnte, um schlussendlich die finale Selbstzerstörung auszulösen.

    • August 18, 2012 um 10:40 pm

      um schlussendlich die finale Selbstzerstörung auszulösen.

      Ich bete, dass sie wirklich nur sich selbst zerstören!

  13. August 18, 2012 um 9:47 pm

    Und hier noch den hörenswerten Vortrag von Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider zur Befreiung zum Recht:

  14. August 20, 2012 um 12:43 am

    Zitat Christian Felber im Club 2 vom 14. Dezember 2011 (ab 10:30 Min):

    Zwei ganz grundlegende Dinge zum Wesen der Demokratie: Sie haben sehr wohl eine Form der Demokratie beschrieben, nämlich die Dollar-Demokratie und jeder Dollar ist eine Stimme. Aber das ist das Gegenteil der liberalen Demokratie, wo jeder Mensch eine Stimme hat und das Angebot- und Nachfragesystem auf den Märkten ist insofern undemokratisch, weil es eine Angebots-Macht gibt und eine Nachfrage-Macht. Und deshalb entstehen vollkommen irrationale Preise für die unnützendsten Leistungen – wie die Betreuung eines Hedgefonds werden auf den Märkten, den undemokratischen Märkten, die höchsten Preise bezahlt, nämlich 5 Mrd. Dollar Jahreseinkommen für die Betreuung eines Hedgefonds. Und für die wertvollsten gesellschaftlichen Leistungen, für die Betreuung von Kindern, Kranken oder von älteren Personen, die werden überhaupt nicht bezahlt oder miserabel bezahlt. Das heißt, Märkte versagen total in einer vernünftigen Leistungsbeurteilung weil sie sich aus Angebots-Macht und Nachfrage-Macht zusammen setzen und das ist eben die Dollar-Demokratie im radikalen Gegensatz zur liberalen Demokratie. …

  15. August 26, 2012 um 11:55 am

    Das Experimentierfeld Lateinamerika und die Analysen des Philosophen Michel Foucault machen Dynamik und Reichweite der neoliberalen Umstrukturierungen unserer Gesellschaften deutlich und erhellen die heutigen Finanzkrisen. Zum Vorschein kommt dabei ein Machtergreifungsmodell, das Politik, Gesellschaft und Individuen seit Jahrzehnten formt und konditioniert, ein ökonomischer Putsch. Juristen sprechen von organisierter Kriminalität und von der Mittäterschaft der Politik.

    [audio src="http://www.wdr5.de/fileadmin/user_upload/Sendungen/Dok5_das_Feature/2012/August/Audios/Der-oekonomische-Putsch.mp3" /]

    • August 26, 2012 um 1:08 pm

      Ich bin immer wieder erstaunt, wie so genannte Philosphen längst bekannte Wahrheiten und die gesetzmäßigen Wirkmechanismen des Kapitalismus als „neu“ hinstellen, um den wirklichen Kern intellektuell und ach so klug drum herum palavern und dann – wie in diesem Fall – der ganzen Sache auch noch den Stempel „deutsch“ aufdrücken. Das ist Hass gegen eine Nation säen, und zwar von der allerschlimmsten und infamsten Sorte!

      Ich empfehle Dir dringendst, Marx‘ „Kommunistisches Manifest“ zu lesen, damit Dich solche „Philosophen“ nicht mehr in die Irre locken können. Es ist kein Zufall, dass Marx diffamiert und als nicht zeitgemäß hingestellt wird – er ist nämlich gefährlich, weil seine Wahrheiten allgemeingültig sind!

      Diese Art „Philsophen“, wie der in diesem „Feature“, gehören für mich zu den Propagandisten des Kapitalismus, denn sie propagieren – ob der ihnen zugeschriebenen Autorität – mit solchen Vorträgen ja geradezu diese Form der offenen Machterergreifung des Kapitals (die Menschen werden mal schon immer an diesen Gedanken „gewöhnt“, denn Dir müsste auffallen, dass sie darstellen aber keine Lösungen aufzeigen), die in klarer Sprache Faschismus genannt wird und kein DEUTSCHES Phänomen, sondern eine dem Kapitalismus innewohnende Herrschaftsform ist (und von den Kapitalisten immer angestrebt wird!) und die immer dann und überall da entsteht, wo der Kapitalismus nicht mehr in der Lage ist, die ihm innewohnenden Widersprüche zu beseitigen oder zu reparieren, wo die Menschen so ausgepresst und verarmt sind, dass ihnen nichts anderes als Widerstand und Revolution mehr möglich ist! Diese inneren Widersprüche sind die gesellschaftliche (von der Gesellschaft, also allen ihren Mitgliedern geleistete) Arbeit und die private Aneignung der Früchte dieser Arbeit. Das wird Ausbeutung des Menschen durch den Menschen genannt. Dazu kommt im Kapitalismus die Ausbeutung von allem und jedem, alles wird zur Ware degradiert, alles wir entheiligt und allem wird ein Marktwert zu geordnet, der dann gehandelt werden kann. Selbst vor dem menschlichen Körper – Organhandel(!) – und der Liebe – Prostitution – wird nicht halt gemacht!

      In dem Moment, wenn der Kapitalismus bereits zum Imperialismus mutierte und nicht mehr in der Lage ist, die Widersprüche zu lösen – so lernte ich bereits in der Schule – gibt es nur zwei Möglichkeiten:
      Krieg und Faschismus oder Kommunismus!

      Leider wird die Menschheit auf dem gesamten Globus im Moment in die erste Richtung gedrängt – während sich die Krise des Kapitalismus weltweit so weit vertieft hat, dass es auf der anderen Seite gleichzeitig Widerstand auf der ganzen Erde gibt!
      Ich hoffe sehr, dass die ausgebeuteten, drangsalierten, entrechteten, verarmten, gequälten Menschen, die ja die Mehrheit darstellt, in der Lage ist, das Ruder im letzten Moment in die andere Richtung herumzureißen. Und bitte keine Angst vor dem Wort „Kommunismus“, wie es Euch eingebläut wurde! Kommunismus kommt von Kommune!

      An den Mechanismen des Kapitalismus hat sich seitdem er sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts als dominierende Herrschaftsform überall etabliert hatte und sich über die ganze Erde ergoß gar nichts geändert! Und er hat seit dem immer wieder seine grausame und menschenverachtende Fratze gezeigt! Schau‘ Dir die Bilder der Proleten am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts an! Schau‘ Dir die Bilder der ausgebeuteten und ausgepressten Menschen während der beiden Weltwirtschaftskrisen des 20. Jahrhunderts an, die schnurstracks in die beiden Weltkriege führten und Millionen Tote, uns unvorstellbares Elend, zerstörte Länder, Hunger, Krankheit und Tod zur Folge hatten, und vergleiche das mit den heutigen Bildern. Es ist nichts neu! Es ist immer noch der alte, aggressive, unmenschliche, mordende und raubende Kapitalismus, der auch nicht davor zurückschreckt, um des Profites wegen die eigene Mutter und Großmutter umzubringen!

      Diese ständigen Weltwirtschaftskrisen, diese brutale Ausbeutung der Menschen waren durch die Existenz des sozialistischen Lagers unterbrochen – und mit dessen Vernichtung wurde die „menschliche Maske“ sofort wieder fallen gelassen!
      Vergleiche Dein Leben vor 1990 und die Entwicklung Deines Lebens nach 1990! Es muss selbst den Menschen im Westen auffällig sein!

  16. August 26, 2012 um 1:23 pm

    Ja, das kann ich bestätigen. Als es den Gegenpol noch gab, hatte die Ökonomie noch den einen oder anderen menschlichen Farbanstrich gehabt.
    Heute geht es nur noch um die Effizienz, wie am schnellsten aus Geld noch mehr Geld gemacht werden kann. Gerade gelesen:

    Laut Hasler [Präsident des Arbeitgeberverbandes] ist es nicht die Aufgabe der Unternehmer, die Lebenskosten der Arbeiter zu decken. Firmen, die im knallharten Wettbewerb bestehen wollen, müssen Marktlöhne zahlen. Und Arbeitnehmer, denen der Lohn zum Leben nicht mehr ausreicht, sind nach Hasler ein Fall fürs Sozialamt: „Dafür bezahlen wir ja Steuern.“ [Sonntagszeitung, 3. November 1996]

    Hier sehen wir, wie perfide das Absahnen durch die 1% organisiert ist und unsere Politker gute Mine zum bösen Spiel machen!

    • August 26, 2012 um 2:43 pm

      Ja, dieser Artikel von 1996 verdeutlicht bereits den dreckigen und unmenschlichen Zynismus der Herrschenden. Denn dieser Mensch legt nicht die Milliarden-Profite offen, die durch die Arbeit der Menschen geschaffen werden und denen er nicht einmal Lohn in Höhe der Sozialhilfe von diesen Milliarden zugesteht! Offener geht die Darlegung des Systems der Ausbeutung wirklich nicht mehr!

      Und die Entwicklung zeigt, wohin dieser Satz führt:

      Heute dürfen die Hartz-IV-Empfänger bereits als reine Sklaven, getrieben von den so genannten „Jobcentern“ (der Name ist nicht zufällig, sondern mit BEDACHT gewählt!) für NULL Cent in als „Trainingsmaßnahmen“ getarnten „Jobs“ arbeiten. Alternative: Abzug von dem Nichts des Hartz-IV-Satzes!
      Das ist in meinen Augen bereits offene Sklaverei und hat mit dem Artikel 1 des Grundgesetzes:

      Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt

      überhaupt nichts mehr zu tun! Das ist geradezu die blanke zynische Verhöhnung dieses Artikels! Dieses Grundgesetz ist nicht mehr das Papier wert, auf dem es gedruckt wurde!

      Die Politik macht(e) nicht gute Miene zum bösen Spiel, sie hat den Kapitalisten, Imperialisten, Faschisten die gewünschten Gesetze geschrieben!

      Noch ein Schlagwort, das ich bereits in der Schule lernte zum Verdauen:

      Der Staat ist das Machtinstrument der herrschenden Klasse!

      Damit sollte jeder Traum, von „der Staat wird’s schon richten“ endgültig ad absurdum geführt worden sein!

      Hier und heute herrscht weltweit die Klasse der Kapitalisten aller Schattierungen – und die bekriegen sich auch noch gegenseitig unerbittlich und grausam und gemeinsam kämpfen sie gegen alle anderen Menschen, weil jeder von ihnen das größte Stück vom Kuchen abhaben und möglichst den ganzen Kuchen für sich will!

      Das Eigentum (an Produktionsmitteln) ist die Basis, auf der dieser Kapitalismus ruht und das Eigentum ist die Ursache für alle Erscheinungen, die wir sehen, einschließlich der Erscheinung des Geldes, das auch Privat-Eigentum, nämlich der Banken, ist!

  17. federleichtes
    August 26, 2012 um 3:37 pm

    Ja, das System ist enttarnt, aber nur auf der Ebene, auf der es TÄTIG ist. Seine Macht wird ungebrochen bleiben, solange nicht verstanden wird, wodurch es NOTWENdIGERWEISE verursacht wurde.

    Das System wird nach meiner Auffassung solange wirken, bis die (wahre) „Wurzel des Übels“ in Erscheinung tritt.

    Wolfgang

    • August 26, 2012 um 7:07 pm

      Mein Bauch sagt mir, dass Du da Recht haben wirst. Und vermutlich müssen wir nun nicht mehr allzu lange warten. Denn alle Zeichen deuten darauf hin, dass das Geldmonopol gerade zusammenbricht. Und dann werden wir Alle erfahren, wem das Geld an sich gehört …

  18. August 26, 2012 um 7:29 pm

    Nochmal MEIN Klartext:

    Ich habe keine Angst vor „Kommunismus“, sofern es bedeutet, dass Menschen miteinander teilen und kooperativ Gemeinschaften bilden. Ich habe, wenn überhaupt, Angst vor Menschen, die ihre inneren Monster nach außen stülpen und einen „Staats- und Gesellschaftsterrorismus“ entstehen lassen …

    Ich habe keine Angst vor „Kapitalismus“, sofern es bedeutet, dass Menschen ein neutrales Übertragungsmittel ohne eingebaute Wachstumszwänge benützen, um übergreifende Vorgänge von Austausch und Kooperation in menschlicher Form zu gestalten. Ich habe, wenn überhaupt, Angst vor Menschen, die ihre inneren Monster nach außen stülpen und einen „Geld- und Marktterrorismus“ entstehen lassen …

    Die kürzeste Formel zu beidem habe ich mal von Osho gehört, wie so oft in seiner sehr pointierten Art – sinngemäß:

    „Die Menschheit treibt auf eine entscheidende Krise zu, und die Entscheidung lautet für jeden einzelnen Menschen: Selbstmord oder Meditation.“

    Klar, die beiden Monsterformen von Kommunismus und Kapitalismus konnten sich eine Zeit lang ein wenig gegenseitig in Schach halten, aber das ist natürlich keine grundsätzliche Lösung. Auch hier sage ich mal wieder ganz grundsätzlich: Die Quelle liegt IM Menschen, die von ihm gestalteten Formen des Zusammenseins sind ein Spiegel.

    (Der kleine innere Hitler war nur ein plakatives Beispiel, natürlich gibt es auch kleine innere Hugenbergs, kleine innere Ackermanns usw. – wie sagte z.B. Hagen Rether: „Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Steuerbescheid …“ ;-))

    Selbstverständlich gilt auch, dass hier eine vernetzte Rückkopplung besteht: Ein Kind, das in diese Welt kommt, ist vergleichbar zu einem Samenkorn mit einem eingebauten Potential, zu leben, zu wachsen und sich und das individuelle Potential zu entfalten. Und wenn ich ein Samenkorn beispielsweise einer Rose auf einen nackten Felsen oder in eine Wüste werfe … nun, ja. Aber die QUELLE des Wachsens liegt dennoch IM Samenkorn, nicht in den Umgebungsbedingungen des Felsens oder der Wüste.

    Es ist gewiss sehr sinnvoll und notwendig, die Strukturen von Felsen bzw. Wüste verstehen zu lernen, so dass daraus die Sehnsucht entsteht, diese umzugestalten, und dann das auch zu tun, soweit es eben in den eigenen Kräften und Möglichkeiten liegt. Und ich kann AUCH Klartext reden, was hier so alles schiefläuft, und habe dies, meine ich, auch des öfteren hier im Blog getan. Aber ich vergesse dabei nicht, wo die Quelle liegt, auch wenn ich es dann gerade mal nicht dazusage.

    Wie schon öfter erwähnt, ist es eine Henne-Ei-Situation – ein ganz ausgezeichneter Beitrag hierzu übrigens von Bernhard (Danke noch mal hierfür):
    https://faszinationmensch.wordpress.com/2012/08/07/die-krisen-signalisieren-es-muss-anders-daruber-wie-die-transformation-gelingen-konnte/#comment-9009

    Manchmal drücke ich das reichlich flapsig auch so aus: Es ist ein „Münchhausen-Job“ – sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen ;-). Es ist immer der eigene Schopf.

    Die gegenwärtige Situation und ihre Entwicklung sind in gewissem Sinn solange NOT-wendig, bis es der gestaltende Teil der Menschheit im Innersten verstanden hat – existentiell, nicht nur intellektuell. Und das wird aus vielen Quellen gespeist, aus Erfahrungen des rein persönlichen Umfelds ebenso wie auch aus Erfahrungen, die rückgekoppelt aus der vorhandenen Gesamtstruktur entstehen – etwa, wenn sich das System letztlich selbst zerstört und z.B. das Geldsystem zusammenbricht, oder vieles andere, was ich hier aufführen könnte …

    Gruß
    Manfred

    P.S.: Mir fällt ein, dass ich ja noch einen Beitrag zum Thema Meditation schreiben möchte, ich komme bloß im Moment nicht dazu – das finde ich auch etwas schwierig, so auszudrücken, dass es nicht gleich in die Ecke esoterischer Spinnerei fällt … und in Kürze übernehme ich mal mal wieder für knapp zwei Wochen die Vertretung in der Wasserwerkstatt meines Freundes – über gesundes, lebendiges Trinkwasser wollte ich ja auch noch was schreiben … seufz 😉 – ist beides nicht vergessen, steht deutlich auf meiner „To-do-Liste“.

    • August 26, 2012 um 7:40 pm

      Freue mich schon darauf 😉
      Und ja, was wir auf unserer Welt haben, das dürfte im Schnitt zu unserer aktuellen Bewusstseinsentwicklung gehören. Und wenn der Tzolkin-Kalender irgendwo recht hat, werden wir die Tage ja noch reichlich Wandel sehen und spüren dürfen …
      LG Martin

    • August 26, 2012 um 9:16 pm

      Ich bezweifle ganz stark, dass sich die Kriegstreiber durch meine Meditation davon abhalten lassen, ihre Verbrechen weiter zu begehen und noch mehr Genozide zu begehen.

      Siehe den oben geposteten Film von 2009 – und was hat sich seit dem geändert? Ach ja, die Bundeswehr ist nun tatsächlich für den Einsatz gegen die eigene Bevölkerung scharf gemacht worden.

      Meditation? Da freuen die sich drüber – wer meditiert, geht nicht auf die Straße und protestiert nicht.

      • August 26, 2012 um 9:32 pm

        P.S. Ich meditiere gern und regelmäßig, halte es aber für ziemlich unzweckmäßig, um nicht zu sagen nutzlos, um den Kriegsverbrechern das Handwerk zu legen.

  19. federleichtes
    August 27, 2012 um 12:57 am

    (Susanne hatte natürlich recht, dass ich rückfällig werde. Aber wie ich bereits mehrfach anmerkte, handel ich nach dem Gebot der Fairness, indem ich die Menschen, die an meiner Entwicklung beteiligt waren, auch an den Ergebnissen teilhaben lasse)

    Ich glaube, Manfred ist auf der „richtigen“ Spur.
    Wir brauchen zu den waltenden Schweinereien keinen Kontrapunkt auf der Straße. Die Geschichte der Revolutionen zeigt doch, wo das endet: Sieger und Verlierer stehen VORHER fest, weil – das Leben auf Provokation angelegt ist und dem Erscheinen des „Übels“ Macht einräumte. Das Prinzip gilt es grundsätzlich zu verstehen.

    Entwicklung, die das Leben WILL, findet im Menschen statt, in seinem System, das sich selber und das Andere (Äußere) reflektieren kann. Ein System, das Informationen verarbeiten und Energien generieren kann. Ein System, dass Bewusstsein schaffen kann darüber, wie eine Existenz im Rahmen einer kontrollierten Sicherheit für ALLE Beteilgten in einer Gemeinschaft gestaltet werden kann – und MUSS.

    Meditation, ja, aber ich glaube, es geht hier um mehr, um etwas Bestimmtes – oder Konkretes. Menschliche Biografien sind ohne Leiden nicht zu gestalten. Jeder wird geradezu gezwungen, seinen Leidensweg zu gehen, wird überfallen von nicht vorhersehbaren Ereignissen und steht den Ungerechtigkeiten mehr oder weniger hilflos gegenüber. Was will das Leben mit seinem Leidens-Faktor erreichen?

    Leiden entstehen durch Schmerzen, deren Ursache nicht verstanden ist. Und Nicht-Verstehen macht aus Gefühlen Emotionen. Menschen, die der Entwicklung auf besondere Weise dienen möchten, sollten aufpassen auf die Momente, wenn ihre Erregung umschlägt, wenn aus Liebe zum Beispiel Haß oder Wut wird. Und das verstehe ICH unter Meditation, DANN innere Einkehr zu halten und sich bei DIESEM Wandel auf die Hinterbeine zu stellen und ihn zu verweigern: „Ich lasse mir von nichts und niemandem meine Gefühle stehlen“.

    Wir müssen umfassender verstehen, was das Leben will. Das können wir nur, wenn wir uns dem Leben zuwenden, egal wie, in der Natur den Pflanzen und Tieren, den Menschen in unserem Umfeld – oder uns selbst. Das Thema ist hier Affinität steigern und Aversionen abbauen. NUR durch eine hohe Affinität kann Verstehen entstehen – und hier lande auch ich beim Münchausen-Syndrom: Affinität entsteht durch Verstehen, Verstehen entsteht durch Affinität.

    Das Syndrom ist besiegbar. Von Menschen, die autonom sein WOLLEN, die lieben WOLLEN, die das Beste anstreben und besser werden WOLLEN. Die einzig SICHERE Veränderung, das sage ich aus Erfahrung, findet IM Menschen statt. Und – sie findet statt, und Nichts und Niemand wird das GEWOLLTE aufhalten können.

    Wolfgang

    • August 28, 2012 um 4:48 pm

      Danke, Wolfgang. („Rückfälle“ können auch schön sein … ;-))

      Ich stimme Dir völlig zu, wenn Du z.B. sagst …

      „Meditation, ja, aber ich glaube, es geht hier um mehr, um etwas Bestimmtes – oder Konkretes. Menschliche Biografien sind ohne Leiden nicht zu gestalten. Jeder wird geradezu gezwungen, seinen Leidensweg zu gehen, wird überfallen von nicht vorhersehbaren Ereignissen und steht den Ungerechtigkeiten mehr oder weniger hilflos gegenüber. Was will das Leben mit seinem Leidens-Faktor erreichen?“

      … allerdings sehe ich das genau umgekehrt: Die eigenen Emotionen bereinigen, d.h. „Schattenarbeit“ im umfassendsten Sinn, bedeutet in meiner Sicht „notwendige Vorarbeit“, die geleistet werden muss, BEVOR Meditation wirklich greifen kann.

      Sozusagen: Den inneren Garten von Steinen befreien, den Boden umgraben, lockern, gießen usw., und erst dann können die Samenkörner des (von Anfang an bereits vorhandenen) Potentials sprießen, wachsen und aufblühen … und genau DAS bedeutet für mich „Kultur“. Meditation ist dann die Blüte, und der Duft heißt Liebe.

      Das ist natürlich nicht so ganz streng gemeint, da gibt es jede Menge Zwischenformen – auch ein Boden, der noch viele Steine (im übertragenen Sinn gemeint) enthält, kann diverse Blumen und Bäume wachsen und gedeihen lassen, und gewissermaßen rückgekoppelt dabei den Boden weiter „aufbessern“.

      Nun ja, mal wieder etwas blumig poetisch ausgedrückt, aber Poesie kann sehr präzise sein 😉

      Gruß
      Manfred

      • August 28, 2012 um 5:09 pm

        Danke für Deine Methaper des Boden Bereitens und Gedeihens mit der Liebe als Duft der Blüte Meditation! LG Martin

  20. August 27, 2012 um 10:30 am

    Es wird weiter NachGedacht:
    Agenda 2020: Das Schüren von Ängsten als Mittel, die Agenda 2010 voranzutreiben, von Wolfgang Lieb

    Das Prinzip dieser „Reformen“ ist schlicht:

    Die Dosis der Rezeptur, die die Umverteilung von unten nach oben vorangetrieben und die Spaltung in Arm und Reich vertieft hat, die Lohn- und Steuerdumping ermöglicht hat, prekäre Arbeit zur Normalität werden ließ und den Abbau des Sozialstaat forciert hat, soll einmal mehr erhöht werden.

    Die von der neoliberalen Droge Abhängigen verlangen mehr vom gleichen „Stoff“: …

    Es folgen 15 beurteilte neoliberale Forderungen und am Ende die Schlussfolgerung:

    „Sie haben nichts anzubieten, wie sich der „Wohlstand für alle“ (Ludwig Erhard) erhöhen könnte, deshalb müssen sie mit geradezu mafiösen Methoden, nämlich mit Einschüchterung und der Verbreitung von Ängsten a
    rbeiten, um der großen Mehrheit in der Bevölkerung ihre bittere Medizin aufzuzwingen. Solange die Bürgerinnen und Bürger sich einschüchtern lassen und sich nicht kollektiv dagegen stellen, werden die Politik und die Medien weiter die Erfüllungsgehilfen dieser „Paten“ bleiben. “

    • August 27, 2012 um 11:08 am

      Die sind in ihrer Arroganz und mit ihrer kriminellen Energie nicht mehr zu überbieten. Das müssen völlig kranke Hirne sein, die sich so etwas ausdenken.

      Übrigens werden die Hartz-IV-Empfänger jetzt schon dazu erpresst, Sklavenarbeit ohne Bezahlung zu machen, getarnt wird das als „Trainingsmaßnahme“.

      Das wird langsam und schleichend eingeführt, so ist jeder auf sich allein gestellt – und machtlos.

      Es wird Zeit, dass sich die Menschen rühren und gemeinsam wehren.
      Beten und meditieren helfen hier überhaupt nicht!

      • August 27, 2012 um 12:02 pm

        Kriminelle Absichten können nur erfolgreich sein (und sie sind es!). wenn sie von einer „Masse Mensch“ reflektiert werden. Dieses Spiel könnte man die „Made im Speck“ nennen.

        Auch wenn man die Menschen vereinzelt, verinsamt und isoliert, so bleiben sie auf der Bewusstseinsebene (doch) eine manipulierbare Masse.

        Auf dieser Reiz-Reaktions-Ebene geht es darum, emotionale Energien zu produzieren; gleich wie! DAS ist die Leistung dieser vielen Menschen, sich für fremde Rechnung erregen zu lassen. Und nähren damit genau das, was sie abhängig, krank und wütend macht. Perfekt!

        Das „Wunderbare“ an jedwedem Aktionismus auf der Ebene des Beschäftig-WERDENS ist, dass die Menschen mit ihren Leistungen Andere versorgen und dabei die eigenen Existenzgrundlagen zerstören. Aber nicht mal das Offensichtlich-Offensichtliche bemerken sie.

        Vielleicht sollte man über das Kontrolliert-Sein relativ bewusstloser Existenzformen froh sein.

        Wolfgang

        • August 27, 2012 um 12:29 pm

          Danke für die Beleidigung. Da ich ein wohlerzogener Mensch bin, werde ich nicht in gleicher Münze heimzahlen.
          Guten Tag.

  21. August 27, 2012 um 10:34 am

    federleichtes :

    … Das Syndrom ist besiegbar. Von Menschen, die autonom sein WOLLEN, die lieben WOLLEN, die das Beste anstreben und besser werden WOLLEN. Die einzig SICHERE Veränderung, das sage ich aus Erfahrung, findet IM Menschen statt. Und – sie findet statt, und Nichts und Niemand wird das GEWOLLTE aufhalten können. …

    Ja, Wolfgang, das bleibt zu hoffen und ist ja auch zu beobachten. Mal schauen, wie das Spiel ausgeht …
    LG Martin

  22. August 28, 2012 um 7:57 am

    Auf Facebook bei Michael Gleich gefunden:

    Die Wegbereiter der Klassenhygiene, die Propagandisten der Austeritätspolitik und des Neoliberalismus, Leute wie die von der INSM, bewegen sich in einer Art und Weise in den Medien Mitmenschen verachtend und verletztend, unterstützt durch Superreiche Medienzaren, wie zuletzt die Propagandisten der Rassenhygiene und der Euthanasie in den 1920er Jahren! Das empört mich! Denn kein Politiker hat den Arsch in der Hose sie lautstark zu stoppen!

    INSMler lobt Hartz IV in der Welt von Medienzarin Springer:
    http://www.welt.de/newsticker/news3/article108827559/Oekonom-Straubhaar-lobt-Hartz-IV.html

    Ehrlicher wäre gewesen, hätte er gesagt, Hartz IV war für Deutschlands Eliten, für die 1%ter ein Segen…zu Lasten von Dritten, zu Lasten der Verfolgten und jetzt Leidenden, zu Lasten des gesellschaftlichen Gleichgewichts und Zusammenhalts.

    Für die Masse war es ein gefühlter erpresserischer Sozialraub.
    […“Kathrin Hartmann: In einem Land wie Deutschland ist die Armut kein Schicksal, sondern entsteht, weil zuvor die Arbeitnehmerrechte zu Gunsten der Wirtschaftselite ausgehöhlt worden sind: Die sozialversicherte Arbeit ist zerstört worden und je weniger man für Arbeit bezahlen muss, umso mehr Profit wird gemacht. Das alles wird nebenbei von den Steuerzahlern finanziert – etwa für Subventionen, Steuererleichterungen und die Zahlung von Hartz IV-Regelsätzen für Berufstätige, die nicht von ihrem Lohn leben können. So bezahlen die Arbeitnehmer für den Abbau ihrer eigenen Rechte, damit die Shareholder dann alles, was die anderen geleistet und erarbeitet haben unter sich aufteilen können…“] Aber regt euch nicht auf liebe FB-Freunde, es ist der nach dem St. Florians Prinzip gelebte Konsens, offensichtlich über alle Koalitionen und fast alle Parteien, getreten wird immer nach unten, wer Wasser nach oben gießen würde, auf die UHNWIs, die Superreichen würde naß werden, daher erfolgt es nur mit ungefährlichen Worthülsen und nicht mit wirkenden Taten. Taten gibt es nur dort wo nach unten getreten wird, fies, beleidigend, unfair und das immer brutaler…hilf dir selbst, sonst hilft dir Keiner! Die Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/36/36823/1.html

    Aber mit Fairness haben es die 1%ter, und ihre willfährigen Büttel in den neoliberalen Instituten offenbar eh nicht so.
    Geradezu lächerliche Massenverkasperungsversuche auch hier in der SZ:
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/einkommen-in-deutschland-mittelschicht-erweist-sich-als-krisensicher-1.1451263

    Die Brutalen hauen halt gern Schwache, treten gerne nach unten um sich selbst zu erhöhen, da sie menschliche Zwerge zu sein scheinen, und sie ignorieren die Realität:
    http://www.kiwifo.de/html/breitgeschichtete_massenkaufkr.htm

    Das Schlimme ist nur, es gibt einfache und hilflose Menschen, die glauben solchen Typen ungeprüft, weil es ja in einer Zeitung steht, die mal vor vielen Jahren einen journalistischen Anspruch hatte.

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