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Fast Alles inklusive … Der etwas andere Reisebericht – Türkei – Kumköy

Palmenweg zum Strand

Palmenweg zum Strand

Ich bin wieder zurück. Von einem 2-wöchigen Urlaub. Manche mögen es verteidigend auch Exkurs oder Erfahrungstripp nennen, wenn es nicht so profan klingen soll. Ich hatte mich aber darauf eingelassen, einen letzten Urlaub mit Kind (?) und mit all-inclusive oder besser Rund-um-Wohlfühlpaket, dieses Mal an der Südküste der Türkei in Kumköy, gelegen zwischen Antalya und Alanya, zu verbringen. Anbei ein paar Notizen, was ich hier unterwegs an neuen Erkenntnissen aufsammeln durfte.

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Ganz inklusive nicht …

Ich hatte gleich anfangs verpasst, unserem Busfahrer, der uns Reisenden vom Flieger in die Hotels verbrachte, zwei Euro zu spendieren. So durfte ich am Hotel angekommen, unsere Koffer selbst aus den Tiefen des Busbauchs grabbeln, während anderen geholfen wurde. Die Lektion der anderen Sitte ist schnell gelernt. Nicht alles ist inklusive, aber der 4-Sterne-Hotel-Boy lächelte später sehr freundlich …

Markierung als All-Inclusiveling

Während wir an der Rezeption auf unseren Check-in warteten, las ich: „Unsere Armbänder sind völlig Allergie-frei“. Auf dem Weg in unsere Zimmer war uns klar, dass wir nun 2 Wochen bereift und markiert unser Leben fristen würden. Zeig ihn her, wenn Du:

  • Zum Büffet morgens, mittags und abends gehst,
  • Am Strand auf den Liegen unter den Schirmen liegen möchtest,
  • Und dir zum Nachtunterhaltungsprogramm Deine türkischen Alkoholika an der Bar holst.

Gleichzeitig wirst Du aber nicht nur bewacht sondern gleich beschützt, denn die Security lässt ja nur Markierte an diesen Strandabschnitt.

Strandpromenade

Strandpromenade

In Reih und Glied

Nach dem Ausbreiten in den Zimmern und anschließendem Essenfassen am wirklich guten Büffet, das auch das Herz des Vegetariers anspricht, schauen wir uns das Gelände an. Raus aus dem 2. Hauptgebäude laufen wir direkt auf einen nett anzusehenden Poolbereich zu. Um diesen herum liegen Liegen mit Liegenden wie auf einer Perle aufgeschnürt. Nach einer  halben Umrundung finden wir den Weg weiter zum Strand. Am Ende eines schön angelegten etwa 100 Meter langen Weges, gesäumt von Palmen, betreten wir eine weiße Promenade.

Das blaue Meer mit zarten Wellen erkenne ich in einem kleinen Streifen zwischen den sieben Reihen mal 35 Spalten aufgestellten, Schatten-spendenden Schirmen und den darunter liegenden Liegen mit Liegenden (hatte ich gestern extra nochmal gezählt, es müssten etwas 800 Liegen sein. Bei 1600 Betten in 6 zusammengehörigen Hotelgebäuden und zwei großen Pools mit umstellten Liegen findet also jeder Gast sein Ablageplätzchen).

Und ja, es war richtig, richtig heiß. Durchgehen über, also auch nachts über 30 Grad bei hoher Lüftfeuchte, am Strand über 40. Der Tagesrekord lag bei 52 Grad an der Promenade. Da vergeht einem jedwede Lust auf Körperkontakt 😉

Strand mit Hotelketten

Strand mit Hotelketten

Wir kurbeln die Wirtschaft für die Armen an

Schnell rein ins Wasser, denn nach 16 Grad in Köln und 36 Grad in Antalya und dann 42 Grad Kumköy lechzte der Körper nach Kühlung. Denn feinen Sandstrand überquert, rein ins 33 Grad warme Wasser und 50 Meter von Strand lugte nur noch der Kopf beim Stehen aus dem Wasser. Kein Stein weit und breit, alles feiner Sand. Und dann der Blick zurück zum Strand: so weit das Auge reichte, ein Hotel neben dem anderen. Davor in Reih und Glied die Sonnenschirme und Liegen.

Der geneigte Leser wird sich seinen Teil jetzt über so manchen Gedankenfetzen, den mein Hirn durchsauste, erahnen. Aber ich hatte versprochen, in diesem Urlaub nicht die Welt retten zu wollen, also vertrieb ich sie und erfreute mich an den Schönen Dingen dieses Lebensabschnitts. Am letzten Tag allerdings bemerkte ich dann doch, wie schön diese Küste doch gewesen sein musste, als hier noch nicht die Hotels in Dreier- bis Viererreihen standen, und bekam zu hören:

„Aber schau doch mal. Wenn wir alle nicht hier zum Urlaub kommen würden, hätten die Leute weniger Arbeit und wären ärmer.“ Mir scheint, dass noch ein langer Weg der Erkenntnis vor uns liegt …

Entfremdung

Auf unseren Spaziergängen am Strand als auch beim Flanieren entlang der kilometerlangen Shopping-Meilen waren zwei Sprachen tonangebend: Deutsch und Russisch. Daneben war auch ein wenig Englisch zu hören und der eine oder andere Ostblock ton. Ansonsten waren alle deutschen Dialekte zu hören. Neben Österreichisch und Schweizerisch sogar das Siebenbürgerische Sächsisch. Mir schoss der Gedanke durch den Kopf: müssen sich nicht eher die Einheimischen hier überfremdet vorkommen als wir es in Deutschland erfühlen?

Auch der wöchentliche Markt im nahen Manavgat bot kilometerlang die immer gleiche Auslage von original kopierter Ware ...

Auch der wöchentliche Markt im nahen Manavgat bot kilometerlang die immer gleiche Auslage von original kopierter Ware …

Nochmals über Mark(ierung)en und vom Knigge(n)

Im Hotel hatte ich mich schon gewundert, dass etwas mit der Harmonie getragener Kleidung und gezeigten Manieren nicht stimmte. Auf den Hemden, T-Shirts, Hosen, Schuhen, Kopfbedeckungen und Handtaschen sahen wir lauter Markennamen prangen: Neben den einfacheren wie Adidas und Puma, waren es eher die Pradas, Dolce & Gaban, Louis Vuitton, Hilfinger, Gant, Boss, Tom Tailer, Hollister, und und und.

Gleichzeitig wurden Teller zum überquellen aufgeladen und nicht aufgegessen, beim Reden gequatscht, so dass der schon fertig gemamlte Brei beim Abgang die Zunge hinunter beobachtet werden konnte, gerne auch das Hemd nicht über dem ordentlich gewölbten Bauch zugeknöpft, oder einfach nur ein paar trockene Sachen über die noch Pool-feuchten Bade-Accessoires gehangen, so dass entsprechende Schatten zu beobachten waren.

Die Markierung mit dem Zeichen der Fittness war bei Einigen dann doch nur ein kläglicher Versuch. Zu offensichtlich zeigte die Programmierung des sonstigen Habitus, an welcher Stelle der heutigen Welthiercharchie sich sonst heimisch fühlte. „Schuster, bleib bei Deinen Leisten“, ging mir dabei durch den Kopf. Aber bei so vielen Läden mit original raubkopierten Markenartikeln, die sich genauso wie Perlen an der Schnur entlang der Küsten aufreihten und jeden Tag neue Tiefstpreise boten, lässt das kollektive Aufplustern dann nicht lange auf sich warten, oder?

Und noch etwas fiel auf: gefühlt hatte jeder Zweite in unserem Hotel eine Tatoo oder Piercing. Die beiden ungewöhnlichsten waren die seines einjährigen Kindes auf der Wade eines Mannes, während sich auf der anderen Wade sich eine Mädel lasziv räkelte. Noch gemischtere Gefühle hatte ich bei einer Frau, die auf ihrem Rücken ein Portrait von Kind ca. zweijähriger Tochter mit dem Vater hatte. Bei aktueller Halbwertzeit unserer Lebensbeziehungen …

Vom gesunden Essen

Im Hotel gab es wie oben schon erwähnt ein reichhaltiges Büffet, das sehr viel unterschiedlich rohes Gemüse als auch Obst bot. Auch das Fleischangebot war sehr differenziert, allerdings konsequent ohne etwas vom Schwein. Gehacktes war meist vom Rind oder Hammel.

Dieses Mal konnte ich zum Glück nicht beobachten, wie sich der überwiegende Teil der Gäste den Teller übervoll luden, weil ja Alles inklusive war und man wohl, wie in Tunesien vor vier Jahre beobachtet, Angst hatte, dass später nichts mehr da war, und am Ende einen halbvollen Teller hinterließen.

Aber gut zu erkennen war, dass die Schlanken sich überwiegend von Salat, Gemüse mit wenig Fleisch, Obst und entweder Wasser oder Saft ernährten, während die ca. 30% Übergewichtigen sich nur von Pommes und Majo oder Ketchup, viel Fleisch und dazu die übersüßen Cola, Sprite oder Fanta tranken. „Du bist, was Du isst“, hatte Wolfgang heute auch an anderer Stelle hier schon kommentiert.

Ich muss allerdings gestehen, dass auch ich gesündigt habe. Es gab eine besonders große Auswahl süßer Nachspeise. Und die türkische Küche kennt da doch ein paar leckere Sachen 😉 Aber gut, die 2 Kilo sind in 2 Wochen wieder weg. Hoffentlich …

Von türkischen Hessen und wilden Schluchten

Nach ein paar Tagen Relaxen am Strand, kam doch Bedarf  von Abwechslung hoch. Ich selbst war zwar gut ausgerüstet mit Erkenntnisbringendem Stoff, z.B. mit  Volker Junghans´ „Von einem neuen Verständnis der Quantentheorie e = m (l/t)2 zur Kosmologie des Bewusstseins“, der neuen oya – anders denken, anders leben mit dem Schwerpunkt des Lernens durch Spielen, und dem neuen Werk „Limit“ von Frank Schätzing, aber Land und Leute kennenzulernen, macht eine Reise doch erst wirklich interessant.

Fahrt durch den Green Canyon

Fahrt durch den Green Canyon

Wir hatten uns die Tagesreise „Green Canyon“ ausgesucht, die uns zu einem nahe gelegenen, 1987 gefluteten Stausee im Taurusgebirge führte. Die ausgewiesene halbe Stunde Anreise im angekündigten klimatisierten Bus begann, nach dem wir als Erste eingestiegen weitere Hotels mit weiteren Mitreisenden eine Stunde abgeklappert hatten. Der Bus war vermutlich in Deutschland in den 70-igern eingesetzt, kam er mir doch von so mancher Schulfahrt bekannt vor. Die Klimaanlage war nachträglich eingebaut und schaffte zumindest ein wenig Erleichterung bei über 40 Grad Außentemperatur.

Para-Sailing, eine der möglichen Wassersportangebote mit zugegeben angenehmer Erfahrung mit weitem Blick ins Land bei fast 100 Meter Flughöhe

Para-Sailing, eine der möglichen Wassersportangebote mit zugegeben angenehmer Erfahrung mit weitem Blick ins Land bei fast 100 Meter Flughöhe

Kurz vor dem Ziel stieg dann unser türkisch anmutender Reisebegleiter zu, der uns im breitesten Hessisch begrüßte und uns bat, ihn Gringo zu nennen, und bitte auch nicht alles zu sehr aus deutscher Exaktheitsbrille zu betrachten. Wir wären in der Türkei, und da sieht Vieles beim zweiten Augenschein anders aus als es angepriesen wurde. So müsse er sich heute z.B. um zwei Busse gleichzeitig kümmern (schon am ersten Tag hatten wir Besuch an unserer Strandliege von Denis dem Hessen, der uns sein Angebot für Wassersport schmackhaft machen wollte. Später kam auch noch Sven, der Hesse, den man nicht vergesse, hinzu).

Es gab allerdings nur eine kleine weitere Abweichung: anstelle des angepriesenen Catamarans würden wir nun mit einem Holzboot durch den Green Canyon fahren. Und das war am Ende die bessere Wahl, denn dies hatte einen passenderen Flair anstelle des Plastikboots.

Die Fahrt auf hellgrünem Wasser durch hoch aufragende Schluchten war eine Augenweide. Und das abschließende Schwimmen in 21 Grad warmen, überaus klarem Wasser war ein weiteres Highlight.

Und auch hier galt für den Ausflug vorab: Alles inklusive, Busfahrt, Schifffahrt, und ein Essen. Und am Ende gab es neben dem Begleiter noch einen Fotografen auf dem Schiff, den wichtigen Kapitän, den wichtigen Busfahrer, den Koch, …

Mit viel Energie genoss dieser Kunstschaffende seine Zeit am Strand mit dem Schaffen von Skulpturen. Wenn er ein Gefäß zum Geldsammeln hinläge, würde er direkt einkassiert. Ist in der Türkei nicht erlaubt, so sein Hinweis.

Mit viel Energie genoss dieser Kunstschaffende seine Zeit am Strand mit dem Kreieren von Skulpturen. Wenn er ein Gefäß zum Geldsammeln hinläge, würde er direkt einkassiert da in der Türkei nicht erlaubt, so sein Hinweis.

Energiehunger

Der Stausee produziert mit vier Turbinen a´135 Megawatt Strom pro Stunde 3% des Strombedarfs des drei mal größeren Staates mit 60 Millionen Einwohnern. Übrigens stand die Türkei im ersten Weltkrieg auf der Verliererseite. Im zweiten verhielt es sich neutral. Aber was den Strombedarf an der Küste angeht: wir hatten einige Male für ein paar Sekunden Stromausfall. Immer dann, wenn es zum Duschen vor dem Abendessen ging. Dann schalteten sich auch die Klimaanlagen an. Es ist im Gespräch, ein Atomkraftwerk dort hinzubauen, da noch weitere Hotels in der Planung sind.

Animation

Nachdem die Familie gesehen hat, von wann bis wann die 8 Animateure für die Gäste aktiv waren, und dass sie nebenbei auch noch viel für eine Reihe der abendlichen Shows üben mussten, war diese Alternative für Arbeiten und Urlauben gestrichen. Das ist wirklich harte Arbeit für einen kleinen Lohn. Bei freier Kost und Logie wiegt ein einziger freier Tag nicht genug auf, so das Fazit. Die jungen Leute bekamen jedenfalls volle Punktzahl für ihren immer freundlichen Einsatz!

Fischer von Alanya wirtschaften allgmeingüternd

In der schon erwähnten oya-Zeitschrift fand ich den spannenden Hinweis, dass in Alanya, das ca. 60 Kilometer weiter östlich liegt (noch etwas weiter östlich war Kaiser Friedrich Barbarossa im Fluss Saleph 1190 auf dem 3. Kreuzzug ertrunken), die Fischer sich in einer Kooperative eigene Regeln zu einem fairen Umgang in der Nutzung der Fangplätze gaben. Sie kartographierten gemeinsam und legten ein Rotationsverfahren fest. Jeden Tag ging es einen Platz weiter im Uhrzeigersinn. Ein gutes Beispiel, das Wirtschaften doch besser in Eigenverantwortung und den Ruf nach dem regulierenden Staat funktioniert? (Siehe auch hier)

Sonnenuntergang am Strand in Kumköy

Sonnenuntergang am Strand in Kumköy

Fazit

Es bleibt dabei. Wir arbeiten erst hier bis zum Umfallen und meinen uns dann damit belohnen zu dürfen, es uns in anderen Ländern  gut gehen zu lassen. Dass wir in diesen Ländern vermeintlich tolle Arbeitsplätze schaffen, wiegt zu dem schon lange nicht die einhergehende Zerstörung der Landschaften auf. Es muss einen anderen Weg geben, dass es allen gut gehen kann …

Ob wir immer noch so viel Fernweh hätten, wenn wir nur noch 2-4 Stunden täglich arbeiten müssten?

  1. Juli 27, 2012 um 9:46 am

    Schön, dass Du wieder da bist, Martin 🙂 Willkommen zurück!

    Wenn wir nur 2 – 4 Stunden arbeiten pro Tag, wird unser Fernweh nicht gestillt sein. Aber wir werden nicht mehr das Bedürfnis haben, in solche „Erholungs“-KZs zu fahren, wo wir uns einbilden für wenig Geld, von vorne und hinten bedient werden zu müssen, weil wir es uns ja „verdient“ haben, sondern wir werden uns wahrscheinlich die Mühe machen, tatsächlich die Menschen in den anderen Ländern, ihre Sitten und Gebräuche, ihre Fühlen und Leben kennen zu lernen, Freundschaften zu schließen. Eine solche Reise kann natürlich nicht in zwei Wochen absolviert werden – muss auch nicht, denn Zeit ist mehr als genug da!

    Übrigens braucht der Mensch zur völligen Regenerierung mindestens drei Wochen am Stück (Urlaub oder wo immer er hinfährt), denn:

    Eine Woche braucht der Mensch, sich zu aklimatisieren (den Alltag hinter sich lassen).
    Eine Woche ist der Mensch wirklich DA und erholt sich.
    Eine Woche beschäftigt er sich schon wieder mit dem Kommenden zu Hause.

    Wie dem auch sei, ich hoffe, Du bist ein wenig erholt und wie ich lese, hattest Du eine schöne Zeit mit Deiner Tochter.

    • Juli 27, 2012 um 10:14 am

      Ja, gut entspannt und erholt als auch heile zurück, wenn auch mit 2 Kilo mehr, die nun wieder abzuspecken sind.
      Solveigh, ich denke auch, dass weiter Reisen sinnvoll sein werden, allein um den kulturellen Horizont zu erweitern und durch den Austausch zu sehen und zu zeigen, dass wir zwar alle anders sind, aber uns in unseren ethischen Rahmen respektieren können. Und dazu gehört es für mich eben auch, nicht das Land, das ich besuche, nach meinen Belangen so zu formatieren, dass es in vielem möglichst dem entspricht, was ich auch zu Hause habe, oder eben auch was mehr, siehe diese Hotels, die in den Augen der Einheimischen purer Luxus sein muss.
      LG Martin

  2. federleichtes
    Juli 27, 2012 um 12:30 pm

    Ja, ich freue mich auch, Dich gesund und munter in der „Heimat“ zurück zu wissen.

    @ Solveigh
    Es gibt Menschen, die sind immer DA, wo sie gerade sind – und Menschen, die nirgends ankommen, gleich wohin sie sich wenden. So wie es Menschen gibt, die sich nicht erholungs-bedürftig machen – lassen – wollen, z.B. durch Fragen wie: „Schaffe ich Arbeitsplätze oder verichte ich welche“. Ob das Grüne Heupferd die Antwort weiß?

  3. Silke
    Juli 27, 2012 um 5:59 pm

    Martin Bartonitz :

    Ja, gut entspannt und erholt als auch heile zurück, wenn auch mit 2 Kilo mehr, die nun wieder abzuspecken sind.
    Solveigh, ich denke auch, dass weiter Reisen sinnvoll sein werden, allein um den kulturellen Horizont zu erweitern und durch den Austausch zu sehen und zu zeigen, dass wir zwar alle anders sind, aber uns in unseren ethischen Rahmen respektieren können. Und dazu gehört es für mich eben auch, nicht das Land, das ich besuche, nach meinen Belangen so zu formatieren, dass es in vielem möglichst dem entspricht, was ich auch zu Hause habe, oder eben auch was mehr, siehe diese Hotels, die in den Augen der Einheimischen purer Luxus sein muss.
    LG Martin

    Martin, schön dass Du wieder da bist und Dich auch entsprechend erholt präsentierst.

    Natürlich bildet Reisen, aber dazu muss man anders Reisen, Reisen auf eine Art und Weise, die einen wirklich in Kontakt mit der Bevölkerung bringt, und ich denke für wirklichen Kontakt benötigt man mehr als zwei Wochen. Da muss ich Solveigh recht geben.

    Danke für Deine Eindrücke, wirklich sehr gut beobachtet, unsere Landsleute bzw. Mitmenschen. die sich da ihrer Erholung hingeben und sich wenig bis gar keine Gedanken darüber machen, wie das auf die einheimische Bevölkerung wirken bzw. sich in der Erkenntnis suhlen die Heilsbringer, sprich Arbeitsplatzbeschaffer für einen Teil dieser Menschen zu sein, und dies mit allerlei möglichen Erwartungshaltungen verbinden.
    Solche Menschen erlebe ich täglich an der Supermarktkasse, neben natürlich all denjenigen, die durchaus nett und freundlich sind, das möchte ich hier nicht vergessen zu erwähnen.
    Du hattest Dir diesen Urlaub sicherlich verdient und Dein Anspruch einmal vierzehn Tage die Welt nicht retten zu müssen, geht von daher vollkommen in Ordnung.
    Aber, das Thema: „Braucht der Mensch Urlaub, und wenn ja, wie sollte der aussehen?“
    hat schon etwas für sich und ist es sicherlich Wert diskutiert zu werden.
    Ich für meinen Teil bin mir nicht mehr sicher, ob ich dazu in die Ferne schweifen musste. Meine fotografischen Erlebnistouren haben mich da durchaus auf eine andere Sicht der Dinge gebracht.
    Was nicht heißen soll, dass andere Länder und andere Sitten mich nicht reizen würden, allerdings dem Massentourismus in großem Stil kann ich so gar nichts mehr abgewinnen.

    Insofern mein Zitat des Tages für Dich:

    On ne voit bien qu’avec le cœur. L’essentiel est invisible pour les yeux
    (Antoine de Saint-Exupery)

    • Juli 27, 2012 um 7:30 pm

      Danke, Silke, für: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“! (Musste leider nach einer Übersetzung suchen, da ich bisher kein Französisch lernte 😦 )

      Ja, ich werde mich weiter auf Reisen bilden, aber werde dem Massentourismus von nun an aus dem Weg gehen. Mal schauen, was das nächste Jahr bringen wird …

      VG Martin

  4. Manfred Voss
    Juli 27, 2012 um 8:27 pm

    „Ja, gut entspannt und erholt als auch heile zurück …“

    Schööön … auch von mir ein Willkommen – sozusagen: The leader of the blog is back …

    🙂

    LG
    Manfred

    • Juli 27, 2012 um 8:40 pm

      Danke auch Dir Manfred, besonders auch für das schöne Folge-Bild 🙂

  5. Silke
    Juli 27, 2012 um 9:48 pm

    Martin Bartonitz :
    Danke, Silke, für: “Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.”! (Musste leider nach einer Übersetzung suchen, da ich bisher kein Französisch lernte )
    Ja, ich werde mich weiter auf Reisen bilden, aber werde dem Massentourismus von nun an aus dem Weg gehen. Mal schauen, was das nächste Jahr bringen wird …
    VG Martin

    Hätte ich das gewusst, hätte ich Dir selbstverständlich die deutsche Übersetzung dazu geliefert.
    Ist eigentlich mein Lieblings-Zitat von ihm aus „Der klein Prinz“ und ich liebe die französische Sprache.
    Gibt noch so ein paar Zitate von ihm, die mir sehr gut gefallen.
    Spiegeln, wenn ich mich nicht täusche auch sehr oft die Lebenshaltung von Wolfgang wieder.

    Noch ein Schönes:

    Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,
    wird es dir sein, als lachten alle Sterne,
    weil ich auf einem von ihnen wohne,
    weil ich auf einem von ihnen lache.

    und in Französisch

    Quand tu regarderas le ciel, la nuit, puisque j’habiterai dans l’une d’elles, puisque je rirai dans l’une d’elles, alors ce sera pour toi comme si riaient toutes les étoiles.

    Einfach wunderschön und sehr tröstlich.

  6. Juli 27, 2012 um 10:56 pm

    Ich bekam heute von Jemanden nach der Lektüre des Artikels den Hinweis auf die Geschichte des zufriedenen Fischers, der ihm danach in den Sinn kam. Irgendwo in den Weiten der über 7.000 Kommentare hatte ich das Filmchen dazu schon mal gepostet. Nun habe dich die Geschichte einfach nochmals als nächsten Artikel gepostet:
    Der zufriedene Fischer

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